Habe das Buch zweimal gelesen einmal mit 12 und nochmal mit 62 was ein Unterschied. Ich versuch es mal so neutral wie möglich.
Hans Dominik erzählt von einer Zukunft, in der die Welt nicht durch Kriege, sondern durch ein globales Flugrennen erschüttert wird –
und das ist, für seine Verhältnisse, fast schon pazifistisch.
Ein gigantischer Wettkampf: Alle Nationen entwickeln Superflugzeuge.
Der Himmel wird zum Schlachtfeld der Ingenieure, das Gewinnen zur Frage nationaler Ehre –
und der Leser wird Zeuge eines hochgerüsteten Fortschrittsmärchens mit Reißbrett-Charakteren und Stahlromantik.
Der Held?
Typisch Dominik: fleißig, pflichtbewusst, deutsch.
Die Gegner?
Frankreich: charmant, aber technikmüde.
England: überlegen, aber arrogant.
USA: wild, reich und oberflächlich.
Und Russland… nun ja, Russland bleibt wie immer bedrohlich und rückständig.
Die Handlung ist simpel, die Ideen ambitioniert, der Stil … sagen wir: effizient.
Wer hier nach psychologischer Tiefe oder ironischer Brechung sucht, darf gern draußen weiterfliegen.
Aber wer das Genre in seiner historischen Reinheit studieren will – zwischen Stahl, Strom und Stolz – der findet hier das literarische Äquivalent zur Reichsflugschau.
Fazit:
Ein Roman wie ein Motor aus der Weimarer Republik: laut, zielgerichtet, nicht ohne Tendenz –
aber auch faszinierend als das, was er ist:
Ein Spiegel nationaler Sehnsucht nach technischer Größe, verpackt in eine Geschichte, die an Geschwindigkeit mehr glaubt als an Charaktere.
Wenn Charaktere durch Nationen ersetzt werden, erzählt das mehr über die Zeit als über die Figuren – und so peinlich es mir ist: Wegen Hans Dominik habe ich mal Maschinenbau studiert. Sag einer Bücher - auch solche- könnten nichts bewirken.





















