Hans Durrer

 3,4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autorenbild von Hans Durrer (©Blazenka Kostolna)

Lebenslauf

Geboren 1953 in Grabs, Schweiz. Erwarb in Basel das juristische Lizentiat, in Cardiff den Master of Arts in Journalism Studies, in Darwin den Master of Applied Linguistics und in Stirling das University Certificate in Drug and Alcohol Studies. Lebte in Südostasien, arbeitete in Kalifornien und im südlichen Afrika, lernte lateinamerikanische Mentalitäten in Zentralamerika und, vor allem, in Kuba kennen, unterrichtete in Argentinien, Brasilien, China, Dänemark, Finnland, der Schweiz, Thailand und der Türkei. Verfügt über Berufserfahrung aus Buchverlagen, als Delegierter für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, aus Public Relations, als Bibliothekar, Lehrer, Dolmetscher, Übersetzer und als Ghostwriter. Arbeitet heutzutage als Autor, Dolmetscher und Suchtberater.

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Neue Rezensionen zu Hans Durrer

Cover des Buches Herolds Rache (ISBN: 9783947220212)
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Rezension zu "Herolds Rache" von Hans Durrer

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Wenn aus Bewerbungs-Frust ein systematischer Rache-Feldzug wird

Hans Durrer schickt uns mit „Herolds Rache“ in einen Wirtschaftskrimi, der bewusst gegen die Genre-Erwartungen bürstet. Herold ist auf Jobsuche und verzweifelt daran, wie sehr ihn Personalabteilungen zur bloßen Nummer degradieren. Aus dieser tiefen Kränkung wächst kein Nervenzusammenbruch, sondern ein kalter Plan. Herold entscheidet sich dagegen, sich kleinlich an den einzelnen Verantwortlichen zu rächen, und richtet sich stattdessen gegen das ganze System, das ihn unsichtbar gemacht hat. Seine Ziele: reiche Banker in den bekannten Steueroasen. Zürich, Grand Cayman, Panama, Luxemburg. Die Presse spekuliert, die Polizei ermittelt, und niemand hat den unauffälligen Mann auf dem Schirm, der abends in seiner kleinen Wohnung weiterhin Bewerbungen verschickt.

Was mich fasziniert und gleichzeitig irritiert hat, ist der Erzählstil. Hans Durrer schreibt kühl, sachlich, fast journalistisch. Er verzichtet auf dramatische Cliffhanger und darauf, uns mit auf die eigentlichen Tathergänge zu nehmen. Wir erfahren von den Morden meistens erst nachträglich, wie in einer Nachrichtenmeldung. Man merkt seinem Ton den Essayisten und Journalisten deutlich an. Für Leser:innen mit Lust auf literarisch ambitionierte Kriminalliteratur ist das erfrischend. Wer aber einen klassischen Pageturner erwartet, wird sich an dieser Distanz reiben.

Das Ausgangsmotiv trifft dagegen mitten ins Jetzt. Wer je in Bewerbungsprozessen als reine To-do-Aufgabe behandelt wurde, versteht Herolds Frustration sofort. Hans Durrer dämonisiert seine Figur nicht, sondern legt ihre Verzweiflung so nachvollziehbar an, dass wir zwar entsetzt zusehen, wohin sie kippt, aber trotzdem den kritischen Blick auf die Bewerbungswelt mitdenken. Auch die Wahl der Opfer ist klug. Statt einer persönlichen Abrechnung wird das Buch zur leisen Systemkritik an Steueroasen und globaler Finanzelite, ohne dabei Herolds Taten je zu verherrlichen. Diese moralische Offenheit gehört für mich zu den Stärken des Buches.

Meine Kritik betrifft vor allem die Vermarktung als Thriller. Die Ermittlungsebene bleibt unterentwickelt, Spannung im Sinne von Adrenalin und Mitfiebern kommt kaum auf, und auch Herold selbst bleibt psychologisch flach. Wir bekommen wenig Zugang zu seinem Inneren, verstehen selten wirklich, wie er sich in einen Mörder verwandelt. Das ist eine bewusste Entscheidung, aber es kostet den Roman emotionale Wucht.

Wer also einen klassischen Fitzek-artigen Pageturner sucht, greift lieber woanders zu. Wer sich dagegen für intellektuelle Nischenkrimis mit Wirtschafts- und Systemkritik begeistert, kleine unabhängige Verlage schätzt und einen ruhigen, gedanklichen Zugang zum Genre mag, findet in „Herolds Rache“ eine ungewöhnliche Entdeckung. Ein Buch für Leser:innen, die zwischen den Zeilen mehr suchen als reinen Nervenkitzel.

Cover des Buches Herolds Rache (ISBN: 9783947220212)
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Rezension zu "Herolds Rache" von Hans Durrer

Jessica-buchmoment
Herolds Rache

Ich habe etwas gebraucht, um mit diesem Buch warm zu werden. Herold ist auf Jobsuche, hat bei dieser aber nicht so recht Erfolg. Da er das Gefühl hat, seine Misserfolge liegen nur an den anderen und ohnehin sehe die Personalabteilung in so einem Bewerber nur eine Aufgabe, die es abzuarbeiten gilt und kein einzelnes Schicksal, beschließt er, sich zu rächen.

Die dahinterstehende Idee finde ich erst einmal gut. Es ist ja tatsächlich so, dass für den Bewerber bei so einem Vorstellungsgespräch mitunter viel davon abhängen kann, während die Personalabteilung einfach nur von einem zum anderen übergeht. Einen Vorwurf kann man dabei zwar niemanden machen, aber dass dies zu Frust seitens eines Bewerbers führen kann, ist erst einmal nachvollziehbar.

Die Geschichte hat aber einen sehr sachlichen Erzählstil. Sie springt oft von einem Ort zum anderen. Es finden einige Morde statt, die in Steueroasen an reichen Bankern verübt werden. Diese Morde sind zwar ein zentraler Punkt der Geschichte, jedoch ist der Leser nicht „live dabei“. Man erfährt immer erst hinterher, wenn es wieder zu einem Mord kam. Auch erfährt man als Leser nicht, wer hinter den Morden steckt. Also, auch wenn die Morde so zentral sind, sind sie – meiner Meinung nach – für einen Thriller nicht zentral genug.

Fazit
Bei „Herolds Rache“ handelt es sich um eine nette Geschichte, , die aber einen für meinen Geschmack zu sachlichen Erzählstil aufweist und die in Sachen Thriller noch ein bisschen ausbaufähiger ist.

Cover des Buches Herolds Rache (ISBN: 9783947220212)

Rezension zu "Herolds Rache" von Hans Durrer

Ein LovelyBooks-Nutzer
Herolds Rache

Ich habe etwas gebraucht, um mit diesem Buch warm zu werden. Herold ist auf Jobsuche, hat bei dieser aber nicht so recht Erfolg. Da er das Gefühl hat, seine Misserfolge liegen nur an den anderen und ohnehin sehe die Personalabteilung in so einem Bewerber nur eine Aufgabe, die es abzuarbeiten gilt und kein einzelnes Schicksal, beschließt er, sich zu rächen.

Die dahinterstehende Idee finde ich erst einmal gut. Es ist ja tatsächlich so, dass für den Bewerber bei so einem Vorstellungsgespräch mitunter viel davon abhängen kann, während die Personalabteilung einfach nur von einem zum anderen übergeht. Einen Vorwurf kann man dabei zwar niemanden machen, aber dass dies zu Frust seitens eines Bewerbers führen kann, ist erst einmal nachvollziehbar.

Die Geschichte hat aber einen sehr sachlichen Erzählstil. Sie springt oft von einem Ort zum anderen. Es finden einige Morde statt, die in Steueroasen an reichen Bankern verübt werden. Diese Morde sind zwar ein zentraler Punkt der Geschichte, jedoch ist der Leser nicht „live dabei“. Man erfährt immer erst hinterher, wenn es wieder zu einem Mord kam. Auch erfährt man als Leser nicht, wer hinter den Morden steckt. Also, auch wenn die Morde so zentral sind, sind sie – meiner Meinung nach – für einen Thriller nicht zentral genug.

Fazit
Bei „Herolds Rache“ handelt es sich um eine nette Geschichte, , die aber einen für meinen Geschmack zu sachlichen Erzählstil aufweist und die in Sachen Thriller noch ein bisschen ausbaufähiger ist.

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Hans Durrer wurde am 28. September 1953 in Grabs (Schweiz) geboren.

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