Der Alpdruck

von Hans Fallada 
4,4 Sterne bei30 Bewertungen
Der Alpdruck
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Es sind wieder traurige Menschenschicksale, die Fallada hier vorstellt. Er konnte dem Leser nichts Mutmachendes mit auf den Weg geben.

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Besser kann man das Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit kaum zeichnen.

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Inhaltsangabe zu "Der Alpdruck"

"Der Alpdruck" ist ein Roman von Hans Fallada. Er ist eines seiner letzten Werke, wurde 1945/1946 geschrieben und 1947 (nach Falladas Tod) veröffentlicht.

Hans Fallada, eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen (* 21. Juli 1893 in Greifswald; † 5. Februar 1947 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller. Bereits mit dem ersten, 1920 veröffentlichten Roman "Der junge Goedeschal" verwendete Rudolf Ditzen das Pseudonym Hans Fallada. Es entstand in Anlehnung an zwei Märchen der Brüder Grimm. Der Vorname bezieht sich auf den Protagonisten von "Hans im Glück" und der Nachname auf das sprechende Pferd Falada aus "Die Gänsemagd": Der abgeschlagene Kopf des Pferdes verkündet so lange die Wahrheit, bis die betrogene Prinzessin zu ihrem Recht kommt. Fallada wandte sich spätestens 1931 mit "Bauern, Bonzen und Bomben" gesellschaftskritischen Themen zu. Fortan prägten ein objektiv-nüchterner Stil, anschauliche Milieustudien und eine überzeugende Charakterzeichnung seine Werke. Der Welterfolg "Kleiner Mann – was nun?", der vom sozialen Abstieg eines Angestellten am Ende der Weimarer Republik handelt, sowie die späteren Werke "Wolf unter Wölfen", "Jeder stirbt für sich allein" und der postum erschienene Roman "Der Trinker" werden der sogenannten Neuen Sachlichkeit zugerechnet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746729398
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:232 Seiten
Verlag:epubli
Erscheinungsdatum:31.05.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.03.2014 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    NiWas avatar
    NiWavor 3 Jahren
    Apathie der Nachkriegszeit

    Deutschland nach dem Krieg. Das Land liegt in Trümmern, die Alliierten werden erwartet und der Albtraum des 2. Weltkriegs neigt sich dem Ende zu.

    Der Schriftsteller Doll und seine junge Frau sehen dem Kriegsende mit Zuversicht entgegen. Endlich naht die Rettung aus der Ungewissheit und man wagt wieder auf eine Zukunft zu hoffen. Aber die Schatten des Krieges sind mit dessen Ende bei Weitem nicht überwunden.

    Stellvertretend für ein ganzes Volk erlebt das Ehepaar Doll einen alptraumhaften Gemütszustand aus Apathie, depressiver Stimmung und seltenen Hoffnungsschimmern, mit denen jeder auf seine eigene Weise umzugehen hat.

    Mangelnde Perspektiven im zertrümmerten Berlin, die unsagbare Selbstsucht, die dem Selbsterhaltungstrieb entstammt und die niederschmetternde Realität des Alltags lassen sich manchmal nur durch Morphium ertragen, bis man vielleicht doch den Schritt zur endgültigen Lösung wagt.

    Falladas zeitnah geschriebener Roman zeigt ein depressives Abbild der Monate nach dem Krieg. Teilweise verschwommen, schildert er, aus Sicht Dr. Dolls, diesen unfassbaren Gemütszustand, der sich gemeinsam mit seiner jungen Frau mehr schlecht als recht über Wasser halten kann. Der Autor schafft eine furchteinflössende authentische Atmosphäre, die auf den Leser übergeht, und welche die nicht enden wollenden Grauen des Krieges erahnen lässt.

    Meiner Meinung nach handelt es sich um ein alptraumhaftes, verworrenes Zeitdokument, das die Apathie der Nachkriegsmonate eindrucksvoll in die Gegenwart transportiert und uns damit den Nachhall dieser unvorstellbaren Kriegsjahre vor Augen führt.

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    Kitsune87s avatar
    Kitsune87vor 4 Jahren
    Der Alpdruck

    Inhalt:

    April 1945: Der Krieg ist vorbei, doch nachts verfolgen den Schriftsteller Dr. Doll Träume vom Bombentrichter, der ihn nicht freigibt. Er will etwas tun gegen den Alpdruck der Mitschuld, doch er kann es niemandem recht machen als Bürgermeister einer Kleinstadt, eingesetzt von der Roten Armee. Er stiehlt sich fort und flüchtet in den Drogenrausch. Im Chaos des zerbombten, nur auf dem Schwarzmarkt funktionierenden Berlin entgleitet ihm seine junge, morphiumsüchtige Frau, und er hat um zwei Leben zu kämpfen, als er zaghaft beginnt, wieder an eine Zukunft zu glauben. Erst nachdem sich Fallada den Alpdruck, die Geschichte des erkennbar eng aus seinem eigenen Erleben geschöpften Protagonisten Dr. Doll, von der Seele geschrieben hatte, konnte er sich der Arbeit an “Jeder stirbt für sich allein” stellen. Mit einem Vorwort und Hintergrundmaterial. Der Alpdruck ist Symbol für das, was sich in Deutschland nach der Kapitulation abspielte. Der Tagesspiegel: Ein Stück verdichtete Zeitgeschichte fesselnd und lebendig geschrieben. Berliner Zeitung: Ein höchst ehrliches Buch, ein menschliches Dokument. Frankfurter Neue Presse: Meisterhaft sind die letzten Monate des Kriegserlebnisses geschildert.

     

    Meinung:

    Die obige Inhaltsangabe ist meiner Meinung nach schon ausreichend, um diesen Roman zu beschreiben. Im Gegensatz zu anderen Roman, die in dieser Zeit spielen, die durch Recherche entstanden sind, spiegelt dieser Roman Falladas eigene Erlebnisse aus Sicht des Dr. Dolls wieder, was sich auch aus dem Vorwort ergibt.

    Dieser Roman zeigt die Menschen Deutschlands ehrlich in der Zeit nach dem Krieg. Eine schwere Atmosphäre lastet über dem Leser, der miterlebt, wie die Menschen damals versuchten, wieder ins Leben zurück zu finden, die zwischen Schuld und Ahnungslosigkeit schwanken. Doll, der mit seiner Frau nach dem Einmarsch der Russen in der zerstörte Berlin flüchtet merkt schnell, dass das Wort “Deutscher” schon längst zu einem Schimpfwort degradiert wurde. Seine Ehemalige Wohnung wurde unterdes an Fremde vermietet und es scheint, dass sein Leben nicht mehr in normale Bahnen zurückkehren kann. Und so rutschen die Dolls immer weiter in die Morphium-Sucht, wie es vielen anderen seines Berufsstandes, ebenfalls erging. Zitat: “Er kann die Nazis nicht mehr hassen und seine Leidensgenossen nicht mehr lieben. Eine grauenvolle Apathie hält ihn umfangen: er glaubt nichts mehr, er hofft auf nichts mehr, nichts interessiert ihn mehr.” “Ein Zitat, dass die erste Zeit nach dem Krieg sehr gut wiederspiegelt”, meint meine Großmutter. Trotz allem ist Der Alpdruck ein vielschichtiger Roman, der mit einem Hoffnungsschimmer endet und wenn man es so will, ein Stückchen Zeitgeschehen darstellt.

     

    Fazit:

    5 von 5 Sterne und ein großer Dank an den Aufbauverlag!

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Besser kann man das Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit kaum zeichnen.
    Hans Fallada - Der Alpdruck

    Deutschland, April 1945. Der Krieg ist zu Ende, die letzten Züge bis die Grauensherrschaft endgültig ausgelöscht ist. Nahe Berlin warten Doll und seine Frau auf die Rettung durch die Russen. Endlich rollen die ersehnten Panzer. Verstecken sich alle anderen vor den Soldaten, gehen Doll und seine Frau fröhlich auf sie zu. Als Städter sind sie ohnehin anders und bald schon kehren sie den missgünstigen Kleinbürgern den Rücken und ins geliebte Berlin zurück. Doch dort sind die Spuren des Krieges unverkennbar und neben den krankheitsbedingten Leiden kommt nun akute Not über das Paar: die Wohnung wurde anderweitig vergeben, zu Essen gibt es nichts und an Arbeit ist gar nicht zu denken. Für Wochen versinken beide in tiefer Apathie, die sie mit Morphium pflegen, um nur die Augen vor der Realität verschließen zu können. Wie soll in dieser Stadt, in diesem Land jemals wieder Leben entstehen? Ist nicht mit den Nazi alles Zugrunde gegangen? Schwer nur können sie sich aus der Schockstarre lösen und wieder aktiv ins Leben zurückkehren.

    Für mich war dies der erste Roman Hans Falladas und ich bin nachhaltig von ihm beeindruckt. Zwei Aspekte sind für mich insbesondere relevant: einerseits sein Vermögen, die Nachkriegsstimmung in der Kleinstadt wie auch im zerbombten Berlin einzufangen, sowohl die sichtbaren Schäden wie auch die weniger offensichtlichen psychischen Schäden bei der Bevölkerung. Andererseits die symbolische Porträtierung des deutschen Volkes durch den Zustand der Familie Doll. Die Befreiung, die wiederum neue Probleme mit sich bringt, die Hoffnung an die Vorkriegsjahre anknüpfen zu können, die jäh zerstört wird, das neu arrangieren in allen Lebensbereichen, Umkehrung von Machtverhältnissen, das nackte Überleben müssen oder die Option der Flucht aus der Realität. Wie langsam die Deutschen aus der Depression herausfinden und ihr Vaterland wieder herrichten, müssen auch die Dolls erst ihr neues Leben annehmen und mit frischen Mut Rückschläge wegstecken, um sich eine Zukunft zu schaffen.

    Für mich in seiner Symbolkraft einer der stärksten Romane seiner Zeit. Die vordergründige Handlung mit kleinen Seitenverweisen versehen, die zum Teil nur andeuten, manchmal aber auch offenkundig die Situation eines Landes am Boden darstellen – eine gelungene Anklage und Mahnung.

    Ebenfalls sehr gelungen die Aufmachung des Buches durch den aufbau Verlag. Ein Buchcover, das erfreulicherweise nicht belang- und bedeutungslos ist, sondern einen klaren Bezug zur Handlung aufweist. Mit informativem Vor- und Nachwort, um das Werk angemessen einzubetten und den Leser bei der Lektüre zu begleiten. Ein alles in allem sehr gelungenes Werk. 

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    Wortweltens avatar
    Wortweltenvor 4 Jahren
    Über die Unmöglichkeit eines Neuanfangs

    Inhalt

    Endlich ist der Krieg vorbei. Erleichtert, fast euphorisch warten der Schriftsteller Doll und seine Frau Alma in ihrem Sommerhaus in einer deutschen Kleinstadt auf den Einmarsch der Russen, die der grausamen Nazidiktatur endlich ein Ende bereiten werden. Zu lange haben sie unter dem Hitlerregime still gelitten, zu lange auch die Anfeindungen in dieser Stadt ertragen. Nun wird sich alles ändern. Alles wird besser werden, sicherer, friedlicher.

    Doch natürlich erweisen sich die Hoffnungen der Dolls als unrealistisch. Auch wenn sie unter der russischen Besetzung kein direktes Leid erleben, ganz im Gegenteil Doll nach einer Weile sogar zum Bürgermeister über die verhasste Bevölkerung erhoben wird, bedeutet das Ende des Zweiten Weltkrieges noch lange kein Frieden. Das deutsche Volk, so wird Doll bewusst, hat sich selbst zu einem internationalen Feindbild stilisiert, und auch untereinander leben Neid, Missgunst und Egoismus fort. Nach einem psychischen Zusammenbruch Dolls, hervorgerufen von den Lasten des Bürgermeisteramtes, kehrt das Ehepaar nach Berlin zurück, wo es eine Sieben-Zimmer-Wohnung besitzt. Wie zuvor schon auf die Besatzer richten sich nun alle Hoffnungen auf dieses Zuhause, so wie sie den ganzen Roman über ihre Hoffnungen auf andere verlagern, auf Objekte und Personen, die sie unmöglich erfüllen können.

    Alles, was er sich seit langer Zeit von diesem Kriegsende erhofft hatte, es brach schmählich zusammen vor den Blicken von drei russischen Soldaten! […] Die Täuschung, es würde nur eines Wortes, eines Blickes bedürfen, um sich mit den andern Völkern darüber zu verständigen, dass nicht alle Deutsche mitschuldig waren, auch diese Täuschung war vergangen. (S. 39)

    Nach einer anstrengenden Zugfahrt kommen sie in einem nächtlichen, größtenteils zerstörten Berlin an. Wo vorher Häuserreihen standen, säumen Straßenschluchten und Ruinen den Weg. Alles ist dreckig und verstaubt, des Nachts sind kaum Menschen unterwegs. Mühsam nur erreichen sie ihr Wohnhaus und erfahren von der Hausverwalterin, dass die Wohnung weitervermietet wurde, an eine junge Schauspielerin mit Kindern, und auch Frau Schulz, die Alma eigentlich damit beauftragt hatte, auf alles achtzugeben, hat sich mehr an Dolls Einrichtung bedient als wirklich darüber gewacht. Unter den Schmerzen einer Beinverletzung und den zerschlagenden Hoffnungen erleidet Alma einen Zusammenbruch, ihre bis dahin nur angedeutete Morphiumsucht tritt nun deutlich hervor und auch Doll gibt sich lieber den betäubenden Drogen hin, als sich mit der zerstörten Realität auseinanderzusetzen. Es folgen eine wochenlange Depressionsphase im Morphiumnebel und Krankenhausaufenthalte, und auch wenn Doll sich vorerst von den Drogen befreien und neuen Mut schöpfen kann, sich sogar die Aussicht auf finanzielle und moralische Unterstützung bietet, bleiben die euphorischen Phasen nur kurz. Zu schwer drücken die Last der gerade erst überwundenen Vergangenheit und die Schuld des deutschen Volkes, zu wenig weiß er, wie aus dem, was geschehen ist, jemals wieder etwas Gutes und Schönes entstehen kann.

    Meinung

    Die emotionale Instabilität des Ehepaares Doll ist hervorragend eingefangen. Auch wenn beide, ganz besonders jedoch Alma, an manchen Stellen sehr naiv wirken, wird klar, wie sehr sie auf ein Ende des Hitlerregimes gehofft haben, ohne sich selbst jemals während selbigem offen aufzulehnen, wie sehr sie bereits unter der Androhung von Armut leiden, wie wenig sie in der Lage sind, sich selbst aufzurichten. Sie sperren sich ein in einen Teufelskreis aus Apathie, Drogensucht und überbordender Hoffnung, ihre Pläne und Ziele sind viel zu groß, um sie wirklich erreichen zu können. Sie sind keine Meister der kleinen Schritte und gerade Doll gibt bei den kleinsten Rückschlägen zu schnell auf. Sobald ihm Ungerechtigkeit widerfährt, zerbricht seine positive Energie, doch immerhin spürt er ebenso deutlich, wenn ihm aus unerwarteter Richtung Hilfe angeboten wird. Manchmal scheint die Unterstützung der anderen alles zu sein, was sie benötigen, doch auch das rettet das Ehepaar nicht immer, vor allem schaffen sie es nicht, sich gegenseitig zu retten, so sehr sie es auch versuchen.

    So, wie sie sich eben getrennt hatten, so stand es wirklich um sie, wenn die Verliebtheit einmal nicht die Gegensätze übermalte. In nichts einig, fremd, ganz fremd, allein ein jedes. Und allein würde er jetzt auch seine Straße weitergehen […]. (S. 216)

    Der Roman spielt in den ersten Monaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Winter, die Rauheit der zerstörten Stadtlandschaft, die Missgunst und der Egoismus der Menschen, die immer gegenwärtige Todessehnsucht – all das bildet eine düstere, graue Kulisse, und wären da nicht immer wieder unerwartete Hilfsbereitschaft und Hoffnungsschimmer, würden sowohl Doll als irgendwann auch der Leser an dieser Dunkelheit zerbrechen. Andererseits, auch das wird deutlich, handeln die Dolls nicht weniger egoistisch als ihre Mitmenschen. Sie sind so auf sich selbst fokussiert, dass dem Schriftsteller nur in wenigen lichten Momenten bewusst wird, wie andere versuchen, ihre Stadt wieder aufzubauen, in einen neuen Alltag zurückzufinden, während er sich der beruhigenden Drogenlähmung hingibt.

    Mitunter gelingt Fallada auch ein Funken Humor. Gerade bei den typischen Berlinern mit ihrer direkten Art, die das Leben eben so nehmen, wie es ist, die sich trotz aller Widrigkeiten durchkämpfen, spürt man häufig eine gewisse Ironie, die gelegentlich auch bei Doll zu finden ist. Überhaupt, Doll. Man könnte ihn unsympathisch finden, steht er doch trotz seiner Not selten vor der absoluten Armut, wie es vielen anderen zu jener Zeit erging, leidet er doch mehr an sich selbst als an äußeren Umständen. Gleichzeitig kann man jedoch verstehen, dass er als Schriftsteller nicht die Ruhe findet, zu dem zurückzukehren, was ihn wirklich ausmacht. Dass er nicht weiß, wie man jemals Worte finden kann für das, was geschehen ist.

    »Wissen Sie, Völger, ich habe natürlich – wie alle – erst einmal im Dreck gelegen. Aber auch später, als ich mich schon wieder ein bisschen hochgekrabbelt hatte und an das zu denken anfing, was ich wohl später tun wollte, kam es mir ganz unmöglich vor, Bücher zu schreiben wie vordem, als sei nichts geschehen, als sei uns nicht eine ganze Welt zusammengebrochen. Ich dachte, man müsse nun ganz anders schreiben, nicht so, als habe es das Tausendjährige Reich nie gegeben, und man brauche nur an das anzuknüpfen, was man vor 33 geschrieben hat. Nein, etwas ganz Neues muss man beginnen, inhaltlich schon ganz gewiss, aber auch in der Form ...« (S. 224f.)

    Die Neuausgabe dieses Romans ist, neben einem kurzen Vorwort des Autoren, mit einem Vorwort des Verlags, einem Fallada-Nachruf von Johannes R. Becher und einer kurzen Chronologie zu Falladas Leben ausgestattet. Das ist für Fallada-Neulinge, aber auch erfahrene Fallada-Leser sehr interessant und bietet noch einmal eine tiefere Sicht auf die Lektüre.

    Im Vorwort wird deutlich, dass Fallada mit Der Alpdruck einen höchst autobiografischen Roman geschrieben hat, und das ist, aus meiner Perspektive, auch der größte Mangel an diesem Buch. Er bietet einen interessanten, vielschichtigen Zeitzeugenbericht, eine höchst subjektive Perspektive auf die erste Zeit nach dem Krieg, auf Falladas Gefühlswelt und seine Drogensucht. Doch darüber hinaus kommt er nicht, unabhängig von der Geschichte des Autors selbst funktioniert der Roman nur bedingt. Manchmal finden sich Ungereimtheiten. So werden zu Beginn eine Großmutter und eine Tochter erwähnt, die im weiteren Geschehen kaum noch auftauchen und über die auch nie offenbart wird, wo sie eigentlich während des Berlinaufenthaltes der Dolls abgeblieben sind. Die anfängliche Naivität eines eigentlich gebildeten Mannes konnte ich mir auch nur schwer erklären. Weil das aber meine einzigen Kritikpunkte sind und es ziemlich einfach und ein wenig arrogant ist, aus fast siebzig Jahren Entfernung und ohne ähnliche Erfahrungen über das Erleben eines traumatisierten Menschen zu urteilen, bleibt Der Alpdruck zwar ein höchst subjektiver, aber absolut atmosphärischer, vielschichtiger und beklemmender Roman über die ersten Verarbeitungsversuche des Zweiten Weltkrieges und die Wahrnehmung der Nachkriegszeit. Ja, die Perspektive ist ein wenig elitär und eingeschränkt, aber dadurch nicht weniger wichtig. Fallada schreibt selbst, wie unmöglich es ihm schien, eine Sprache für die Wiedergabe seines Erlebens zu finden. Dafür ist ihm das ziemlich eindringlich gelungen.

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    Porcelaine87s avatar
    Porcelaine87vor 4 Jahren
    Beklemmendes Porträt der Nachkriegszeit

    1945. Der zweite Weltkrieg ist vorbei. Die Städte sind zerstört. Berlin liegt in Trümmern. In den Wirren der Zeit lernen wir den Autor Dr. Doll kennen, welcher von Alpträumen heimgesucht wird. Er sorgt sich um sein Hab und Gut, um seine Zukunft, seine Frau und hält sich dabei stets den moralischen Spiegel der Gesellschaft vor Augen. Mit Begeisterung empfängt er die Befreier Deutschlands, wird jedoch schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: er ist auch ein Deutscher. Er gehört zu dem Volk, welches weltweit für seine Vergehen geächtet und verurteilt wird. Nichtsdestotrotz wird er Bürgermeister einer Kleinstadt, betraut mit Aufgaben, die ihn schnell an seine Grenzen bringen. Erdrückt von seinem neuen Amt und der steten Frage um die Mitschuld, flüchtet er mit seiner Frau nach Berlin und damit in die betäubende Wirkung von Drogen...


    „Der Alpdruck“ von Hans Fallada ist ein sehr komplexer Roman, welcher sowohl ein Gesellschaftsporträt als auch Auszüge aus dem Leben des Fallada in sich vereint. Mit seinem klaren und sprachlich sehr wertvollen Schreibstil schildert der Autor auf bedrückende Weise die Nachkriegszeit in Deutschland und lässt seinen Protagonisten selbstzerstörerisch in die betäubende Wirkung von Morphium flüchten. Die Schilderung der Drogenkarriere von Doll wirkt auf den Leser deshalb derart plastisch, da der Autor hierbei auf einen Teil seiner Erlebnisse und Erfahrungen als Morphinist zurückgreift und den Rezipienten in einer nachdenklichen Stimmung zurücklässt. In die wechselvolle Geschichte von Herrn und Frau Doll liegt jedoch auch ein Stück Zeitgeschichte gebettet, die die Schuldfrage schonungslos aufwirft und stets nach einer Antwort darauf sucht.

    Neben derartig schweren Themen glänzt der Roman jedoch auch mit komischen Zügen, welche sich erleichternd auf die vom Lesen schweren Schultern legt.


    Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen. Der Roman ist dabei vieles. Er ist ein Stück Zeitgeschichte. Er ist autobiografisch. Er ist nachdenklich. Er ist an manchen Stellen komisch. Was er jedoch nicht ist: er ist kein Roman für Zwischendurch, sondern eher ein Kandidat auf eine zweite Lektüre, um die gesamte Tragweite erfassen zu können.

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    Xirxes avatar
    Xirxevor 4 Jahren
    Dunkle Zeiten

    Deutschland in den Monaten des Zusammenbruchs der Jahre 1945/46: Die Siegermächte nahen, im Osten des Landes kann es nicht mehr lange dauern, bis die russische Armee eintrifft. Viele packen ihr Hab und Gut und fliehen in den Westen, denn wenn der Russe kommt... Doch die Dolls in einem kleinen mecklenburgischen Dorf freuen sich, ganz im Gegensatz zum Rest der Bewohner. Zunächst sieht es gut für das Paar aus: Trotz Verleumdungen wird Dr. Doll vom russischen Kommandanten zum Bürgermeister ernannt. Doch die Arbeit fordert mehr von ihm als er zu leisten fähig ist und so kommt er, gemeinsam mit seiner ebenfalls kranken Frau, ins Krankenhaus. Mehr oder weniger genesen gehen beide nach Berlin, wo Frau Doll noch eine Wohnung besitzt. Doch als sie dort ankommen, wird ihnen nicht geöffnet: Ihre Wohnung ist besetzt, ihr Hab und Gut verstreut. Mitten im zerstörten Berlin stehen sie wie tausend Andere auch vor dem Nichts...
    Es ist die Geschichte Hans Falladas, und die Aussage des Vorwortes, das Buch sei autobiographisch inspiriert, halte ich persönlich für stark untertrieben. Zuviele der handelnden Personen sowie der Geschehnisse des Romanes stimmen mit dem realen Leben Falladas überein. Und mir erklärt es den stark Ich-bezogenen Ton, der das ganze Buch durchzieht. Doll/Fallada krankt an den Verbrechen die das deutsche Volk verübte ebenso wie an dem stillen Mitläufertum, das das Alles erst ermöglichte und wozu er sich auch selber zählt. Er verurteilt ohne Ausnahme einschließlich seiner eigenen Person und wird erst angesichts konkreter Armut und Hilfsbedürftigkeit milde und mitfühlend, aber auch dann ohne jede Einschränkung. Kein Gedanke daran, dass auch diese Menschen vielleicht überzeugte Nazis oder Mitläufer waren - hier zählt plötzlich nur der Mensch. Diese Einseitigkeit des Protagonisten, egal in welche Richtung, ist vermutlich der Krankheit Dolls/Falladas zuzuschreiben, der zeit seines Lebens an Depressionen litt, was es mir aber schwermachte, mich mit Doll als Romanhelden anzufreunden. Unter dem Aspekt Biographie betrachtet ist es jedoch ein ungemein ehrliches wie auch schonungsloses Zeugnis einer Zeit, die schlimmer kaum hätte sein können.
    Es gibt auch (wenige) humorvolle Stellen, an den durchschimmert, welch 'anderer' großer Erzähler Fallada ebenfalls war. Ich werde mir in jedem Falle seine weiteren Werke früher oder später zu Gemüte führen.

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    Larischenvor 4 Jahren
    Eine Gesellschaft am Boden

    26. April 2945: Dr. Doll, Schriftsteller, und seine junge Frau Alma erwarten in der kleinen Stadt Prenzlau freudig die russischen Truppen. Besonders Doll ist sehr optimistisch über das was kommen mag. Doch schon bald werden die Eheleuten eines besseren belehrt und mit der harten Realität konfrontiert: Deutschland liegt am Boden und ist abhängig von den Besatzern. In dieser Situation ist jeder sich selbst der nächste. Auch als die beiden Prenzlau gen Berlin verlassen, um dort ihr altes Leben wieder aufzunehmen werden sie mit großen Herausforderungen konfrontiert. Doch die wohl größte Herausforderung die das Paar bekämpfen muss ist ihre eigene Abhängigkeit.


    Hans Fallada hat mit „Der Alpdruck“ einen Roman geschaffen, in der stark von der eigenen Biographie geprägt ist und sich mit der Zeit nach dem totalen Zusammenbruch Deutschlands beschäftigt.

    Fallada bietet nicht nur einen sehr scharfen und kritischen Blick auf die damalige Gesellschaft, sondern schafft es auch dem Leser einen Einblick zu geben, in das Leben eines Menschen, der sich von diesem Kriegsende sehr viel versprochen hat und nun an den damit verbundenen Herausforderungen zu zerbrechen droht.


    Der Roman ist unglaublich vielschichtig und ermöglicht dem Leser neben einem sehr persönlichen und intensiven Einblick in die damalige Zeit auch den Blick auf die Gesamtgesellschaft.

    Mich hat das Buch begeistert, ich brauchte am Anfang zwar etwas „Eingewöhnungszeit“, denn die Sprache ist nicht ganz so eingängig wie ich es von Fallada gewohnt bin, passt aber wunderbar zu diesem Roman.


    Ich kann Hans Falladas „Der Alpdruck“ nur jedem ans Herz legen, der sich für Zeitgeschichte und die Gesellschaft interessiert und dabei auch bereit ist, in die „Abgründe“ der Menschen abzutauchen.

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    Petrisvor 4 Jahren
    Alptraum Weiterleben nach dem Krieg!

    Schon im Vorwort spricht der Autor davon, dass wahr ist, was er schreibt, aber die Handlung und Personen dennoch erfunden sind. Beim Lesen wird allerdings sehr schnell klar, wie nah am eigenen Leben des Autors, wie autobiographisch dieser Roman tatsächlich ist.

    Die Russen stehen vor der Tür der Kleinstadt und die Dolls sind voller Hoffnung auf ihre Befreiung und den Frieden. Doch sehr schnell folgt der Euphorie die Enttäuschung. Als Bürgermeister versucht Doll, Gerechtigkeit walten zu lassen, aber sein Hass auf die ehemaligen Täter ist einer generellen Abscheu vor der Niedrigkeit der Menschen gewichen. Es folgt der Zusammenbruch.

    Dass das Leben in den ersten Jahren nach dem Krieg sehr schwer war, wissen wir alle, aber erzählt am Beispiel des Schriftstellers Doll und seines Umfeldes, wird erst illustriert, wie viel Armut, Überlebenskampf und Misstrauen tatsächlich herrschten! Aber die Dolls kämpfen noch mit einem weiteren Feind, der Sucht. Sie pendeln zwischen Hoffnungslosigkeit, Sucht, Sanatorien, Neuanfang hin und her. Immer wieder denkt man: Aber jetzt gelingt es ihnen, wieder Fuß zu fassen! Aber letztendlich scheitern sie immer und immer wieder, obwohl es an Menschen, die ihnen wohl gesonnen sind und sie großzügig unterstützen, nicht mangelt.

    Etwa ein Jahr nach Kriegsende scheinen beide so weit genesen, dass sie sich darum kümmern können, ihren Scherbenhaufen von Leben, wieder zu ordnen. Auch deshalb, weil Doll erst jetzt das Gefühl hat, dass wirklich Friede eingekehrt ist. Die sehr eindrücklichen letzten Worte: „…, denn es ist wieder Friede – Friede! Begreife es im Innern, Mensch, du brauchst nicht mehr zu morden und zu töten. Waffen sind unnötig, es ist wirklich Friede!“ S. 268

    Ein wunderbarer, sehr ehrlicher Roman zu den Schwierigkeiten des Weiterlebens nach einer grausamen Zeit. Einzigartig auch Falladas Schreibstil, bei dem jedes Wort seinen Platz hat, der aber trotz seiner Klarheit nie kühl und emotionslos wirkt.

    Ein Autor, der auf keiner Leseliste fehlen darf und von dem ich sicher noch mehr lesen werde! Absolut empfehlenswert!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Falladas "Krankheitsbericht": Düsteres Zeitzeugnis über Berlin um 1945
    Falladas "Krankheitsbericht": Düsteres Zeitzeugnis über Deutschland/ Berlin um 1945

    Der Verfasser Hans Fallada bezeichnet seinen Roman "Der Alpdruck" in einem Vorwort ganz passend als "Krankheitsbericht" und "document humain". Es ist ihm gelungen, mit seinem Roman ein beklemmendes Zeitzeugnis über Berlin kurz nach der Kapitulation der Nazis zu schreiben.

    Zum Inhalt: Der Krieg ist vorüber. Die Städte sind ausgebombt, die Wirtschaft liegt darnieder, die Bevölkerung ist wohnungs- und arbeitslos. Viele leiden Hunger, haben alles verloren und sind im Krieg schwer traumatisiert worden. Daneben boomt der Schwarzmarkt...

    In dieser Situation beschließt das Ehepaar Doll aus einer Kleinstadt, die von den Russen eingenommen wurde, in ihre Wohnung in Berlin  zurückzukehren. Krankheiten, Depressionen und Drogensucht begleiten sie und machen ihr Leben neben der Behördenwillkür und gesellschaftlichen Apathie zu einem Alptraum...

    Dieser Fallada ist im Vergleich zu "Jeder stirbt für sich alleine" eher ein passives, düsteres und schwierig zu lesendes Buch. Schwierig vor allem, weil die Atmosphäre Berlins sehr gut wiedergegeben wird und den Leser in den Roman hineinzieht und mitleiden lässt. Dieser Effekt zieht sich durch das ganze Buch und macht es dadurch einzigartig. Die Schwermut und Perspektivlosigkeit wirkt geradezu ansteckend, so dass man bei jedem Satz bis zum Ende mitleidet und mithofft, dass es doch noch besser wird. 

    Das Buch ist wirklich sehr gelungen und ein großer Klassiker, welcher das Leben in der frühen Nachkriegszeit wirklich treffend und überzeugend darstellt und beim Leser dadurch einen tiefen, nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Ich kann das Buch daher sehr weiterempfehlen!


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    TochterAlices avatar
    TochterAlicevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ohne Hoffnung, hoffnungsvoll, traurig, heiter, ratlos, zuversichtlich und vom großen Fallada direkt nach dem 2.Weltkrieg verfaßt: Lesenswert
    "Sie lieben nichts mehr und sie leben eigentlich auch nicht mehr.

    Sie haben nichts mehr und sie sind nicht mehr." (S. 125): Der Protagonist dieses Romans Dr. Doll - ein Alter Ego Hans Falladas - und seine junge Frau Alma.

    In diesen und vielen anderen Sätzen wird die Verlorenheit geschildert, die viele Deutsche gleich nach Kriegsende empfanden - vor allen in und um Berlin, wo dieser Roman spielt:  Im eigenen Vorwort schreibt Fallada: "Es war nicht erfreulich, diesen Roman zu schreiben, aber das Buch schien dem Verfasser wichtig." (S. 14) und erwähnt gleich darauf  Wilhelm Busch: kein Wunder, denn mit diesem Buch bringt sich Fallada ganz in dessen Nähe. Was Busch gezeichnet hat, schreibt Fallada: kleine Karrikaturen, denen in diesem Falle allerdings eine viel stärkere, vom Zeitgeist geprägte Tragikomik innewohnt.
    Ich bin begeistert und schockiert - beides gleichzeitig, dieses Buch nimmt mich ganz schön mit. Hier geht es viel um die seelische, nicht die körperliche Erniedrigung der Menschen.. alles sehr eng an Falladas Realität und gerade dadurch so erschütternd. Seine persönlichen Probleme und die seines Umfelds werden thematisiert, er geht schonungslos mit sich, seinen Mitmenschen und vor allem mit Berlin um.  Schonungslos, aber nicht hoffnungslos. Eindrucksvoll und schmerzhaft sind auch wieder die Hoffnungen geschildert,denen sich Doll und Alma immer wieder voller Naivität hingaben und erfahren mussten, dass sie sich sowohl an den Umständen als auch vor allem an den Menschen getäuscht haben, sie erleben sowohl Ausbeutung und Ablehnung, als auch - teilweise komplett unerwartete - Unterstützung.

    Dieses Buch hat mich gleichzeitig begeistert und schockiert - es ist sehr kraftvoll. Auch wenn es immer wieder heitere Passagen gibt: Die Todessehnsucht, die aus anderen in dieser Zeit verfassten Werken deutscher Autoren wie Klaus Mann spricht, ist auch hier stark zu spüren. Trotzdem empfand ich das Ende des Buches als eines mit Hoffnung: umso mulmiger war mir, als ich darüber nachdachte, dass Fallada danach nur noch wenige Monate gelebt hat und nichts, aber auch gar nichts für ihn gut ausging. Und es ist frappierend, wenn man sich ins Bewußtsein ruft, wann das Buch geschrieben wurde: wie kurz der Krieg tatsächlich erst vorbei war, was alles noch NICHT geschehen ist von dem, was wir heute wissen! Ein Zeitzeugenroman, aber einer von hohem künstlerischen wie auch gesellschaftspolitischen und historischen Wert, der das Chaos in der Hauptstadt gleich nach dem Krieg sehr gut spiegelt. Ein Buch, das mit Umsicht und mit viel Zeit gelesen werden könnte - um das der interessierte Zeitgenosse aber einfach nicht herumkommt. Ein Buch, das teilweise schwer zu ertragen, aber dadurch umso wertvoller ist und das ich aus ganzem Herzen empfehle!


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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar
    Ein fast vergessener Roman. Ein tief bewegendes Zeugnis. Ein bedeutender Fallada.


    April 1945: Der Krieg ist vorbei, doch nachts verfolgen den Schriftsteller Dr. Doll Träume vom Bombentrichter, der ihn nicht freigibt. Er will etwas tun gegen den Alpdruck der Mitschuld, doch er kann es niemandem recht machen als Bürgermeister einer Kleinstadt, eingesetzt von der Roten Armee. Er stiehlt sich fort und flüchtet in den Drogenrausch. Im Chaos des zerbombten, nur auf dem Schwarzmarkt funktionierenden Berlin, entgleitet ihm seine junge, morphiumsüchtige Frau, und er hat um zwei Leben zu kämpfen, als er zaghaft beginnt, wieder an eine Zukunft zu glauben.

    Niemand hat die Monate des Zusammenbruchs 1945/46 so eindringlich geschildert wie Hans Fallada. Dieses Buch über die verworrene Zeit zwischen Krieg und Frieden, in der mecklenburgischen Provinz und ganz besonders in der für ihre historische Schuld abgestraften Stadt Berlin, ist in seiner dennoch menschlich warmen und zugleich lebensnahen Schilderung ein echter Fallada. Erst nachdem sich Fallada den »Alpdruck«, die Geschichte des erkennbar eng aus seinem eigenen Erleben geschöpften Protagonisten Dr. Doll, von der Seele geschrieben hatte, konnte er sich der Arbeit an »Jeder stirbt für sich allein« stellen.

    Das sagt die Presse zum Roman:

    »Der ›Alpdruck‹ ist Symbol für das, was sich in Deutschland nach der Kapitulation abspielte.« Der Tagesspiegel

    »Ein Stück verdichtete Zeitgeschichte – fesselnd und lebendig geschrieben.« Berliner Zeitung

    »Ein höchst ehrliches Buch, ein menschliches Dokument.« Frankfurter Neue Presse

    »Meisterhaft sind die letzten Monate des Kriegserlebnisses geschildert.« Zwiebelfisch

    Hier findet Ihr eine Leseprobe.

    Zum Autor: RUDOLF DITZEN alias HANS FALLADA wurde 1893 in Greifswald als Sohn eines hohen Justizbeamten geboren. Mit dem vielfach übersetzten Roman »Kleiner Mann – was nun?« (1932) wurde er weltbekannt. In der Zeit des Nationalsozialismus lebte Fallada als »unerwünschter Autor« zurückgezogen in Mecklenburg. 1945 übersiedelte er nach Berlin, wo er 1947 starb. Sein letzter Roman »Jeder stirbt für sich allein« wurde rund 60 Jahre nach Erscheinen ein internationaler Bestseller.

    »Alles in meinem Leben endet in einem Buch.« H.F.

    Wer jetzt neugierig geworden ist und gerne mitlesen möchte, kann sich bis einschließlich 29. April für die Leserunde zu Hans Falladas Roman »Der Alpdruck« bewerben. Wir stellen 15 Freiexemplare zur Verfügung. Solltet ihr zu den Mitlesenden zählen, setzen wir eine Teilnahme am Austausch in den Leseabschnitten und eine abschließende Rezension voraus.

    Wir sind sehr gespannt auf Eure Bewerbungen und freuen uns auf eine sicherlich ganz besondere Leserunde.

    Brit vom Aufbau Verlag

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    Letzter Beitrag von  Kitsune87vor 4 Jahren
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