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Larischen

vor 5 Jahren

Vorwort - Viertes Kapitel
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Ein erster kurzer Eindruck von mir bevor ich weiter lese. Kurz weil ich hier am Handy tippe und das sehr mühsam ist.
Es ist wirklich ein dunkles Bild der deutschen Gesellschaft, das Fallada hier zeichnet. Aufrichtig erscheinen tatsächlich nur Doll und seine junge Frau. Der Rest der Personen ist auf seinen eigen Vorteil bedacht und schreckt dabei auch nicht zurück andere zu schaden. Nein es scheint fast ein Ziel zu sein den anderen das Leben noch zu erschweren. Die drückende Atmosphäre verpackt Fallada auch sprachlich sehr gut und es unterscheidet sich atmosphärisch sehr von dem, was ich aus "Ein Mann will nach oben" kenne. Dolls anfänglicher Optimismus ist sehr schnell passe und weicht einer Resignation. Es scheint wirklich als wären die deutschen nur schlecht. Ich bin gespannt ob sich dieses trübe Bild noch verbessert. Hoffnung habe ich da, denn in dieser Umgebung scheint es von Nutznießern des Regimes nur zu wimmeln. Aber es gab ja auch die Unterdrückten, die nun mit neuem Mut wieder auftauchen können und ihren Platz in der Gesellschaft zurückerobern. Vielleicht gibt es in neuem Umfeld ja auch ei differenzierteres Bild der Gesellschaft, das nicht mehr so sehr geprägt istt vom negativen. Mir ist klar, dass es sich nicht mehr in eine schöne Geschichte verwandelt, aber ein bisschen Hoffnung vermisse ich und bin gespannt wie es weiter geht.
Der erste Abschnitt gefiel mir dennoch sehr gut!

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Vorwort - Viertes Kapitel
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Ich kann natürlich verstehen, dass ein Verlag zur Neuausgabe eines Buches in bester Absicht einige Worte der Lektüre voran stellen will, den Leser/Leserin einstimmen will, vielleicht den Kontext zum Gesamtwerk und natürlich zum geschichtlichen und biografischen Hintergrund herstellen will. Mich persönlich stört das eher, noch kann ich nicht wirklich etwas mir den zitierten Passagen anfangen und es wird schon viel zu viel "verraten". Leider. Nun weiß ich also schon: Zumindest die Ehefrau ist Morphinistin. Dies erklärt vielleicht ihre naive Haltung den einmarschierenden Russen gegenüber, muss sie doch schnell ins Städtchen um sich vom Apotheker ihr "Narkotikum gegen ein Gallenleiden" zu besorgen. Die Russen sieht sie als "Befreier", die sie im genauen Wortsinn ja auch sind, aber natürlich nicht im politischen Sinn. Ein Krieg ist verloren, unvorstellbare Gräueltaten eines Volkes aufgedeckt -- was erhofft man sich nun von den Siegern? Herzliche Umarmungen und Fraternisieren? Es ist doch vielmehr mit schlimmsten Strafen, Züchtigungen, Demütigungen zu rechnen. Nein? Bei Dolls jedenfalls ist man in Hochstimmung und ich bin gespannt wie es weitergeht.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Vorwort - Viertes Kapitel
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Wie Doll seine Frau kennenlernt, die Geschichte um den Tierarzt Wilhelm und wie der Schriftsteller vom meistgehassten Mann zum Bürgermeister wird - das ist so wunderbar erzählt, dass mein Herz Fallada nur so zufliegt ...

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Xirxe

vor 5 Jahren

Vorwort - Viertes Kapitel
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Im Gegensatz zu vielen anderen hier bin ich ganz froh darüber, dass ich das Vorwort auch tatsächlich gelesen habe. Denn daraufhin habe ich nämlich noch ein paar Sachen mehr über Fallada gelesen bevor ich mit dem Buch angefangen habe. Die Übereinstimmungen des Lebens des Dr. Doll mit dem von Hans Fallada sind derart zahlreich, dass das Erzählte voll und ganz mit seinem persönlichen Erleben übereinzustimmen scheint, was die Geschichte für mich noch bedrückender macht. Wie schlimm muss er sich gefühlt haben in einem derartigen Umfeld und der Überzeugung, dass ihn von diesen ganzen 'kleinen, bösartigen Tieren' nichts unterschied, dass er ebenso ein Teil von ihnen war. War er überhaupt noch in der Lage Gutes und/oder Schönes zu erkennen?
Mir schwant nichts Gutes für die weitere Lektüre, wenn es weiterhin so 'autobiographisch' zugeht. Denn ab dem Zeitpunkt seiner 'Krankheit' ging es eigentlich nur noch bergab für Fallada...

miss_mesmerized

vor 5 Jahren

Vorwort - Viertes Kapitel
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Ich bin erst am Ende von Kapitel. 2, möchte aber trotzdem schon mal meine Gedanken hinterlassen.
In den ersten beiden Kapiteln war ich über die Haltung der Dolls irritiert, die Russen als Befreier zu sehen war mir neu. Auch Almas entspanntes Verhalten gegenüber den Soldaten hat mich verwundert, keine Apur von Angst, sondern fröhliche Lockerheit.
Am Ende von Kapitel zwei standen für mich sehr bemerkenswerte Sätze. Der Ungang mit der Schuld der Deutschen, die Apathie, die die fühlen. Ich glaube Fallada hat hier ein sehr weit verbreitetes Gefühl auf den Punkt getroffen.

miss_mesmerized

vor 5 Jahren

Vorwort - Viertes Kapitel
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Fallada bringt mit seiner Beschreibung der Bevölkerung alle schlechten. Eigenschaften auf den Punkt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das aus Aussenseitersicht so dargestellt hat und dass. Sich nach dem Krieg keiner mehr an seine Schuld erinnern wollte.

britta70

vor 5 Jahren

Vorwort - Viertes Kapitel
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Ein sehr informatives Vorwort, das gut auf den Roman einstimmt und die Leselust enorm steigert. Jetzt tauche ich in die Geschichte ein :-)

britta70

vor 5 Jahren

Vorwort - Viertes Kapitel
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Das Buch hat mich von der ersten Seite an komplett in seinen Ban gezogen- sowohl in inhaltlicher als auch in sprachlicher Hinsicht.
Allein schon die Beschreibung des Alpdrucks auf Seite 17, gleich zu Beginn, fand ich meisterhaft.
Wie einige andere auch, habe ich mich gewundert, dass mit dem Einmarsch der Russen so viel Hoffnung verbunden wird. Auch mir wurde ganz anders, als Dolls Frau allein unterwegs war und auch als der Russe half, ihr zur Apotheke Zugang zu wehren. Ich habe da mit Gewaltszenen gerechnet, auch später als die Russen bei den Dolls sind.
Die Atmossphäre nach dem Ende des Krieges wird meisterhaft eingefangen. Ich glaube als jemand, der diese Zeit nicht erlebt hat, stößt man schnell an seine Vorstellungsgrenzen. Unglaublich diese existentielle Not, die im Prinzip zu einem Kampf aller gegen alle führt (Deutsche gegen Deutsche).
Erstaunt war ich, dass Doll zum Bürgermeister ernannt wird. Die ganze Situation setzt ihm jedoch immer mehr zu. Angesichts der Tatsache, dass Deutsche einfach nur von allen gehasst werden und das zu Recht, resigniert er zunehmend und wird schließlich krank.
Für den weiteren Fortgang der Geschichte schwant mir nichts Gutes...

britta70

vor 5 Jahren

Vorwort - Viertes Kapitel
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Ein LovelyBooks-Nutzer schreibt:
Wie Doll seine Frau kennenlernt, die Geschichte um den Tierarzt Wilhelm und wie der Schriftsteller vom meistgehassten Mann zum Bürgermeister wird - das ist so wunderbar erzählt, dass mein Herz Fallada nur so zufliegt ...

Toll formuliert! Mir geht es gerade genauso und ich bin nicht nur froh, endlich (!) mein erstes Buch von Fallada zu lesen, sondern auch darüber hier schon einen kleinen Vorrat an weiteren Fallada-Geschichten stehen zu haben :-)

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britta70

vor 5 Jahren

Vorwort - Viertes Kapitel
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TochterAlice schreibt:
Und es ist sehr, sehr subjektiv: bisher kein Wort über die Vergewaltigungen durch die Sowjets, die ja doch so oft thematisiert werden, ich war völlig verängstigt, als sich Dolls junge Frau alleine mit Fahrrad in die Stadt getraut hat, aber zumindest ist diesbezüglich nichts passiert. Die Menschen sind seelisch erniedrigt worden, nicht körperlich.

An dieser Stelle erging es mir genauso wie Dir.

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