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Larischen

vor 5 Jahren

Fünftes Kapitel - Siebentes Kapitel
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So, den zweiten Abschnitt habe ich auch durch. Der Start in Berlin läuft alles andere als einfach für die beiden. Allerdings bin ich auch ein wenig erschreckt über die persönlichen "Abgründe" der beiden. Mit solch einer starken Suchtproblematik hätte ich nicht gerechnet. Aber eigentlich konnte man das ja erahnen, als Alma am Anfang unbedingt zur Apotheke musste, das ist dann in der restlichen Erzählung des ersten Abschnitts zu kurz oder ist Untergegangen.
Aber auch in Berlin scheint noch jeder sich selbst der nächste zu sein. Ich bin gespannt, ob die beiden jetzt mehr Glück Haben. Gönnen würde ich es ihnen.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

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Der "Neuanfang" (haben die Dolls wirklich daran geglaubt?) misslingt gründlich. Der Kreislauf Alpdruck-Droge-Alpdruck-Droge- manifestiert sich. Dies schildert Fallada (sicher aus eigenem Erleben) sehr beklemmend. Mir fällt es schwer, die Lethargie der Süchtigen nachzuvollziehen, selbst im Krankenhaus ist das einzige Tun und Trachten auf das Erlangen von Drogen/Schlafmitteln gerichtet ---- entziehen jedoch kann man sich den eindringlichen Schilderungen nicht.

aufbauverlag

vor 5 Jahren

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@Ein LovelyBooks-Nutzer

Interessant und spannend ist doch auch das Erlebnis der Droge im zerbombten, nüchternen und grauen Nachkriegs-Berlin - geprägt von Hoffnungslosigkeit und der lähmenden Ungewissheit über die Zukunft. Der wohlige Rausch, Flucht vor der bitteren, grauen, tristen Realität, Flucht vor Hunger, und Schmerz, vor Zwiespalt und Misstrauen , vor Alpträumen - ganz ehrlich, ich kann mir gut vorstellen, dass man - sofern man die Mittel dazu hatte - zu Morphium griff.

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Xirxe

vor 5 Jahren

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Meine Vermutung hat sich offenbar bestätigt: Dr. Doll leidet an schweren Depressionen wie es ja auch bei Fallada der Fall war. Und dann noch unter diesen äußeren Umständen - ein Wunder dass Fallada überhaupt in der Lage war zu schreiben.
Was mich an dieser Geschichte besonders rührt wie auch erschreckt, ist diese völlige Trost- wie auch Hoffnungslosigkeit, jeder kleine Lichtblick ist kurz danach wieder im Dunkel und Grau verschwunden- typisch für Depressive.
Die Drogenabhängigkeit bei Frau Doll (wie auch bei Frau Fallada 2?) muss schon sehr stark ausgeprägt sein, denn in diesem ganzen zweiten Teil taucht ihr Kind gerade einmal am Rande auf, dass man es auch irgendwann nach Berlin holen wolle (oder so ähnlich).

@Wortwelten: Ja, das habe ich mich auch gefragt wer für diesen Aufenthalt bezahlt bzw. wie die Ärzte überhaupt an ihr Geld für die Behandlungen bzw. die ganzen Drogen kommen.

Buecherschmaus

vor 5 Jahren

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Xirxe schreibt:
@Wortwelten: Ja, das habe ich mich auch gefragt wer für diesen Aufenthalt bezahlt bzw. wie die Ärzte überhaupt an ihr Geld für die Behandlungen bzw. die ganzen Drogen kommen.

Ich habe in einem Artikel mal gelesen, dass eine Ampulle Morphium zu dieser Zeit billiger war als ein Laib Brot. Das war zwar damals relativ viel, aber trotzdem unvorstellbar.

Buecherschmaus

vor 5 Jahren

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Porcelaine87 schreibt:
Eine Frage würde ich jedoch gerne nochmal in den Raum stellen. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann unaufmerksam war, aber der Konsum von Morphium begann bei Herrn Doll erst mit der Ankunft in Berlin, richtig?

Die Sucht wird zu Beginn des Romans noch etwas verschleiert, da spricht der Autor von Frau Dolls Gallenleiden. Fallada selbst war zumindest schon lange zuvor stark alkohol- und dann auch morphiumabhängig und hat seine spätere Frau auch als Süchtige kennengelernt.

aufbauverlag

vor 5 Jahren

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@Buecherschmaus

Ja, Morphium zu geben war am Ende preiswerter, als sich der wahren Krankheitssymptome anzunehmen. Aber erinnert Euch, Dolls haben für die Spritzen und »Behandlungen« auch ihr gesamtes Vermögen auf den Kopf gehauen, Frau Doll verkauft ihren wertvollen Ring an ihren Bekannten.

miss_mesmerized

vor 5 Jahren

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Fallada beschreibt hier am Beispiel der Dolls sehr eindringlich die Situation nach Kriegsende. Das Hoffen auf ein wieder normales Leben, die Verzweiflung bis zur schieren Apathie - ich glaub nicht, dass sich dies noch besser verbalisieren liese.
Das. phänomen sich zu Betäuben finde ich interessant, was Dolls tun, ist nichts anderes als das Verhalten vieler Süchtiger, die eine Flucht aus der Realität suchen.

miss_mesmerized

vor 5 Jahren

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gst schreibt:
Mich wundert, wie schnell Ärzte Morphium verschreiben. Dass es so hingestellt wird, als sei es kein Problem, an Drogen zu kommen. Auch die Frage, wie die Klinikaufenthalte finanziert wurden, drängt sich auf. Muss wohl ein wenig googeln.

Das wunderte mich jetzt gar nicht, früher ging man damit viel freigiebiger um als heute.

britta70

vor 5 Jahren

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Ich liebe, liiiiiibe dieses Buch jetzt schon ♥
Brilliante Sprache, brilliante Schilderungen der Hoffnungslosigkeit und enttäuschten Erwartungen nach drm Ende des Krieges. Die Dolls trifft es hart, als sie nach Berlin zurückkehren. Ihre Wohnung steht zwar noch, doch darin wohnt längst jemand anders. Gesundheitlich angedchlagen, heimat- und weitgehend mittellos sind sie auf das Wohlwollen ihrer Freunde angewiesen, die sich jedoch selbst der Nächste sind. Die Flucht mittels Drogen sicher ein Mittel den ganzen Schmerz, den einzigen Alptraum überhaupt auszuhalten. Sie opfern dafür viel.
Am Ende sind die Dolls getrennt, sie im Krankenhaus, er im Sanatorium.
Die Geschichte geht mir unglaublich nah und ich muss auch immer wieder daran denken, wie es z.B. meinen Großeltern damals ergangen ist. Sie haben nie viel über diee schreckliche Zeit gesprochen.
Der nächste Teil ist ja mit Gesundung überschrieben. Ich bin sehr gespannt, ob es nun etwas aufwärts geht!

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