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Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Elftes Kapitel - Zwölftes Kapitel
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Es IST gutgegangen - mehr oder weniger. Granzow = J.R.Becher?

aufbauverlag

vor 5 Jahren

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@Ein LovelyBooks-Nutzer

Ja. Becher und sein Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands.

Larischen

vor 5 Jahren

Elftes Kapitel - Zwölftes Kapitel
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Naja, so richtig gut gegangen ist es doch nicht unbedingt oder? Also ich war sehr erschrocken über den erneuten Klinikaufenthalt. Und was für eine Klinik auch noch...
Ich glaube es ist Fluch und Segen zugleich, dass die beiden immer aus der misslichen Lage befreit werden. Ein wirkliches loskommen von der Sucht sehe ich nicht, eher ein kurzes Aufbäumen, dass aber jederzeit wieder umschlagen kann. Ich finde es schade, dass am Ende nicht mehr so viel Betrachtungen der Gesellschaft kommen wie am Anfang. Ich würde gerne sehen, ob sich in der Einschätzung geändert hat. Aber ich glaube er war dann in dem Moment doch zu sehr mit sich selbst und der Sucht beschäftigt.
Ein beeindruckendes und sehr ehrliches Buch. Ich finde es sehr mutig so etwas zu schreiben und dann doch so wenig zu beschönigen.

TochterAlice

vor 5 Jahren

Elftes Kapitel - Zwölftes Kapitel
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Ich empfand das Ende schon als eines mit Hoffnung und umso mulmiger war mir, als ich darüber nachdachte, dass Fallada danach nur noch wenige Monate gelebt hat und nichts, aber auch gar nichts für ihn gut ausging.
Was mich interessiert: Anna Ditzen, also "Suse", seine erste Frau hat sich ja dann im Prinzip um alles gekümmert, die zweite Gattin, ich glaube, sie hieß Ursula Losch, verprasste das Erbe für ihre Drogensucht - zumindest teilweise. Aber wie lange hat sie noch gelebt? Was ist aus ihr geworden?
Ein wahrlich beeindruckendes und berührendes Buch, gerade weil es so nahe an der Realität ist.
Ich möchte mich auch dem Dank an die liebe Brit anschließen: Du hast durch Dein Wissen, Deinen Charme und Deine unaufdringliche, überaus angenehme Präsenz diese Runde zu etwas ganz, ganz besonderem gemacht - mal wieder, muss bzw. darf man ja sagen! Ich bin wirklich jedesmal ganz glücklich und dankbar, mit dabei sein zu dürfen!

aufbauverlag

vor 5 Jahren

Elftes Kapitel - Zwölftes Kapitel
@TochterAlice

HF hat alles, auch die Rechte an seinen Büchern, an Ursula Losch vererbt, die das Geld für Drogen brauchte und verprasste und auch die Rechte an den Büchern schnell veräußerte. Suse, die erste Frau Falladas erzwang vor Gericht wenigstens den Pflichtanteil für ihre Kinder. Was aus Ursula Losch geworden ist, kann ich leider ad hoc nicht beantworten, hab da aber jemanden im Auge, den ich mal fragen werde.

Danke für Deine lieben Worte! Das freut mich sehr; da macht das Arbeiten gleich noch mehr Spaß! Ihr seid aber auch eine klasse Truppe!!!

Buecherschmaus

vor 5 Jahren

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@aufbauverlag

@ Tochter Alice

Ursula Losch starb 1958 in Berlin und wurde vom Sozialamt bestattet.
So steht es in einem lesenswerten Artikel der Berliner Zeitung, an dessen Ende auch eine erschütternde Selbstauskunft Falladas von 1946 steht.
Wer sich dafür interessiert, hier der link: er funktioniert aber nur mit Kopieren, nicht durch Draufklicken
http://www.berliner-zeitung.de/archiv/zerrissen--heimatlos--suechtig---wie-der-schriftsteller-hans-fallada-in-den-nachkriegsjahren-lebte-und-starb-kleiner-mann---wohin-,10810590,10452980.html

Buecherschmaus

vor 5 Jahren

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TochterAlice schreibt:
Ich möchte mich auch dem Dank an die liebe Brit anschließen: Du hast durch Dein Wissen, Deinen Charme und Deine unaufdringliche, überaus angenehme Präsenz diese Runde zu etwas ganz, ganz besonderem gemacht - mal wieder, muss bzw. darf man ja sagen! Ich bin wirklich jedesmal ganz glücklich und dankbar, mit dabei sein zu dürfen!

Dito!

aufbauverlag

vor 5 Jahren

Elftes Kapitel - Zwölftes Kapitel
@Buecherschmaus

Danke für Deinen Support!

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Elftes Kapitel - Zwölftes Kapitel
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@aufbauverlag

Ja bitte .... Ursula Losch - ich finde nichts! ABER .... ich war heute in der Meraner Str. 12 (Schöneberg), da wohnte Kurt Losch, Maler und Ehemann von Ursula, nach seinem Tod dann Frau Fallada (Alma) und als die Falladas aus Mecklenburg nach Berlin zurückgingen (siehe Alpdruck), wohnten sie dort. Gedenktafel für Kurt Losch am Haus.

Petris

vor 5 Jahren

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"..., denn es ist wieder Friede - Friede! Begreife es im Innern, Mensch, du brauchst nicht mehr zu morden und zu töten. Waffen sind unnötig, es ist wirklich Friede!" S. 268

Was für das Nachkriegsberlin stimmen mag, man würde es auch Doll/Fallada wünschen, doch nach dem Auf und Ab der letzten beiden Kapitel freut man sich über das hoffnungsvolle Ende, kann aber nicht recht daran glauben.

Ich muss sagen, dass mich der erneute Rückfall fast ein wenig zornig gemacht hat. Das sind Menschen, die begabt sind, reich waren, Kontakte besitzen und immer wieder sehr großzügige Unterstützung erfahren und trotzdem gelingt es ihnen nicht, etwas aus diesen Talenten und der vielen Unterstützung zu machen. Mir tun auch die Kinder leid, nach einem Krieg, so unzuverlässige Eltern zu haben, muss furchtbar sein!

Aber Künstlern verzeiht man alles (sehr viel), denn trotz (oder auch wegen?) ihrer Unzulänglichkeiten haben sie uns große Werke hinterlassen. Wäre Fallada nicht der gewesen, der er war, würde es diesen autobiographischen Roman nicht geben. Das wäre doch schade! Und diese Leserunde hätte es auch nicht gegeben, ebenfalls sehr schade!

Etwas traurig schließe ich das Buch. Es hat mich berührt, ich bin begeistert von Falladas Sprache und froh, dass es zu mir gefunden hat. Etwas nachwirken kann es ja noch beim Schreiben der Rezension und beim weitern Mitlesen in der Runde.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

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aufbauverlag schreibt:
Danke für Deinen Support!

Der Schluss rundete den Roman gut ab. Bei derartigen Büchern gibt es ja kein HappyEnd im eigentlichen Sinne, daher bin ich da schon zufrieden, wenn am Ende noch Figuren "auf der Bühne" stehen oder wenigstens kriechen. ;-)

Am Faszinierendsten fand ich die kurze Bemerkung, dass eine chinesische Vase durch "den halben Weltuntergang" gerettet wurde. Das ist so bezeichnend für die Zeit: einerseits die alten Werte und Besitztümer, die teilweise noch bestehen, wie eben diese chinesische Vase, sie so überhaupt niemandem nützt (außer sie auf dem Schwarzmarkt gegen Brot einzutauschen) andererseits Depression, Drogensucht, Armut, Hunger, Zukunftsangst.

Ingesamt hat mir das Buch sehr gefallen. Für eine Rezension brauche ich noch etwas Bedenkzeit. Es war ein ganz "anderer" Fallada als "Jeder stirbt für sich alleine", dort war mehr Dynamik, mehr aktives Leiden. Hier war es eher depressiv und passiv, was aber sehr gut zur Zeit passt. Fallada hat da wirklich, wie in seinem Vorwort schon angedeutet, ein Zeitdokument geschrieben, was einem die Situation näher bringt.

Wortwelten

vor 5 Jahren

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Ich muss zugeben, dass mir Alma manchmal ziemlich auf die Nerven geht. Dieses kindliche und naive Verhalten, na ja ... Auch mit vierundzwanzig ist man schon seit einiger Zeit erwachsen, man merkt einfach, dass sie immer einen gewissen Lebensstatus gewöhnt war und diesen nicht verlieren will. Auch wenn sie ihre lichten Momente hat.

Am besten gefiel mir hier das Gespräch zwischen Doll und Völger und Dolls Aussage, für das Erlebte müsse eine neue Form des Schreibens gefunden werden. Das empfand ich als sehr eindrücklich, wie schwierig es für ihn ist, den Krieg und die erste Nachkriegszeit verbal festzuhalten und wiederzugeben. Für diese Grenserfahrung gibt es keine Worte, zumindest eben nicht so, wie er sie vorher verwendet hat.

Erleichterung kommt, indem den Dolls alle äußerlichen Probleme abgenommen werden. Doch die innere Leere muss Doll selbst füllen, und so wie es aussieht, bleibt das ein ständiges Auf und Ab, eine Mischung aus Euphorie und Apathie, die durch die Drogensucht noch verstärkt wird. Ein wirkliches Zuhause, neue Wurzeln finden die Dolls jedenfalls nicht.

Ein bisschen gewundert habe ich mich in dem ganzen Buch über die Kinder. Erst ist es nur Almas Mädchen, von dem mir nicht ganz klar ist, wo es während der Zeit in Berlin geblieben ist, am Ende wird von dem Zimmer eines Jungen geschrieben. Habe ich da irgendetwas überlesen/durcheinandergeworfen? Zumal auch kaum an das Kind oder die Kinder gedacht wird, und spätestens wenn man Selbstmordgedanken hegt, denkt man doch wenigstens für einen Moment an die Zukunft der eigenen Kinder, oder?

Wortwelten

vor 5 Jahren

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Larischen schreibt:
Ein beeindruckendes und sehr ehrliches Buch. Ich finde es sehr mutig so etwas zu schreiben und dann doch so wenig zu beschönigen.

Mir hat es auch gut gefallen, dass Doll sein eigenes Verhalten mitunter ziemlich erbarmungslos reflektiert.

Xirxe

vor 5 Jahren

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Nur zwei Kapitel, aber darin ist zugleich die hoffnungsvollste Aussicht auf eine gute Zukunft wie auch das baldige Ende derselben enthalten - wie nah Freude und Schrecken zusammenliegt, sieht man kaum besser als hier. Wüsste man es nicht besser, würde man den Dolls nur wünschen von weiteren Schicksalsschlägen verschont zu bleiben, denn der kleinste Rückschlag wird sie vermutlich wieder in die Sucht zurückfallen lassen. Das ist ja das Heimtückische: physisch scheint alles gut zu sein, doch psychisch ist so gut wie noch gar nichts in Ordnung.
Wirklich gut getan in all diesem Trostlosen hat mir die Szene in der Straßenbahn mit dem 'verwesten Säugling'. Ich konnte die alte Dame buchstäblich vor mir sehen ;-)
Jetzt noch das Schlusswort - und dann mache ich mir mal Gedanken zur Rezension.

Porcelaine87

vor 5 Jahren

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Vor allem das letzte Kapitel war in der Tat sehr überraschend. Irgendwie hegte ich die Hoffnung, dass Doll zurück zum Leben findet und plötzlich liest man von einem erneuten Klinikaufenthalt sowie einem Rückfall zur Droge.
Man kann nur immer wieder betonen, dass die Nachkriegszeit sicherlich alles andere als leicht war. Doch irgendwie kommt Doll aus dem Teufelskreis der Sucht nicht raus und schafft es schwerlich, die Vergangenheit zu verarbeiten. Er scheint nie im Hier und Jetzt anzukommen, ja selbst das Schreiben oder die Unterstützung von Freunden bzw. Bekannten hilft ihm nicht bei dem großen Sprung in die Gegenwart.
Wie Wortwelten es schon formulierte, wird auch hier nach einer Ewigkeit mal wieder der Nachwuchs angesprochen. Mich wunderte es auch stets, was neben Alma und Doll der Rest der Familie macht. Ganz am Anfang wurde doch auch noch eine Großmutter erwähnt? Scheinbar wird der Rest der Familie jedoch im Strudel von Drogen und Fragen um das eigene Dasein verdrängt. Wenn nicht einmal die eigene Familie den Antrieb liefert, das eigene Leben wieder umzukrempeln, dann wundert mich eigentlich auch der erneute Rückfall nicht so sehr. Ein hartes Schicksal, was für Doll vorgesehen ist.

miss_mesmerized

vor 5 Jahren

Elftes Kapitel - Zwölftes Kapitel
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Das Ende - ein Anfang, auferstanden aus den Trümmern ist wieder Hoffnung da, nach und nach schwindet die Apathie, aber es ist kein schneller Übergang, keiner ohne Hindernisse. Ich bin wirklich beeindruckt davon, wie man symbolisch an einer - oder zwei - Figuren den zustand eines ganzen Volkes einfangen kann.

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