Jeder stirbt für sich allein

von Hans Fallada 
4,6 Sterne bei270 Bewertungen
Jeder stirbt für sich allein
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (255):
lisalerchers avatar

großartig erzählt, mit gänsehauteffekt - was bleibt ist die frage, was hätte ich unter diesen umständen getan?

Kritisch (5):
AnMich_09s avatar

Abgebrochen. Konnte mich absolut nicht einfangen.

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Inhaltsangabe zu "Jeder stirbt für sich allein"

"Jeder stirbt für sich allein" ist ein Roman des deutschen Schriftstellers Hans Fallada (Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen) aus dem Jahre 1947. Der Roman basiert auf dem authentischen Fall des Ehepaars Otto und Elise Hampel, das 1940 bis 1942 in Berlin Postkarten-Flugblätter gegen Hitler ausgelegt hatte und denunziert worden war. Fallada schrieb den Roman Ende 1946 in knapp vier Wochen; am 5. Februar 1947 starb er. Der Roman gilt als das erste Buch eines deutschen nicht-emigrierten Schriftstellers über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746767086
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:epubli
Erscheinungsdatum:02.10.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 13.08.2012 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Linatosts avatar
    Linatostvor 2 Monaten
    Die Quangels und ihre Gesellschaft

    Lange habe ich mich durch dieses Buch gequält. Etwa ein Jahr hab ich nun daran gelesen und es immer wieder pausiert. Ich weiß es wird zu den Klassikern gezählt, daher möchte ich hier ausdrücklich die Empfindungen beurteilen, die ich beim Lesen hatte.

    Mit mir und dem Buch war es ein ständiges auf und ab. Ich hatte immer wieder Spaß an dem Buch aber auch Momente wo ich nur die Augen verdreht habe. Ab etwa der Mitte des Buches wurden mir die ganzen Nebenhandlungen zu viel. Die ganzen Nebencharaktere deren Leben so ausführlich beschrieben wurde, fingen manchmal an mich zu nerven, wenn es mit der eigentlichen Story um die Quangels einfach nicht weiter gehen wollte. Sehr überrascht hat mich *Spoiler* wie er den Großteil seiner Charaktere hat sterben lassen. Ich frage mich wie realitätsnah diese Ereignisse aus damaliger Sicht wirklich waren.

    Trotz allem zeigten auch diese Charaktere ein eher selten gebotenes Gesellschaftsbild. Das Buch wurde 1947 fertig gestellt, dies fällt mir besonders an der Sprache auf, wie die Personen miteinander reden. Aus heutiger Sicht ist sie doch noch etwas verhätschelnder und der Ton oft weniger rau. So musste ich auch bei schlimmsten Beleidigungen und Flüchen von Nazi-Schlägern schmunzeln, weil sie sich doch wie Kinderflüche anhörten.

    Das Buch ist inspiriert von wahren Ereignissen. Wenn man bedenkt dass die realen Personen tatsächlich hingerichtet wurden nur für Postkarten auf denen sie ihre Meinung zur Regierung äußerten, zeigt es wie wichtig dieser Klassiker ist.

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    jackdecks avatar
    jackdeckvor 3 Monaten
    Jeder stirbt für sich allein

    Fallada schreibt in seinen Werken meist vom Schicksal der kleinen Leute aus dem Volke in einer schweren Zeit wie dem 2. Weltkrieg. Hier ist es das Ehepaar Quangel das die Nachricht vom Tod ihres Sohnes, gefallen wie hunderttausend andere an der Kriegsfront, verdauen muss und sie beginnen Postkarten und kurze Briefe zu schreiben und diese anonym in der Öffentlichkeit zu deponieren. Inhaltlich handeln diese einfachen Schreiben von Verbrechen des Naziregimes, sie appellieren an die Menschlichkeit und sollen im besten Fall sogar zum Ungehorsam oder Widerstand animieren. Sie erfahren nie ob ihre Botschaften beim Finder die erhofften Wirkungen auslösen oder zumindest zum Nachdenken anregen. Die beiden machen aber unverdrossen weiter und sie glauben daran ein paar Menschen zu erreichen und ihnen die Augen zu öffnen. Schliesslich kann auch der kleinste Akt von Auflehnung von Bedeutung sein.
    Der zweite Weltkrieg ist 72 Jahre her und wir brauchen sie heute - die Geschichten der Menschen, die diese schlimme Zeit erlebt haben. Der großen und kleinen Helden, die sich selbst wahrscheinlich nicht als Widerstandskämpfer gesehen haben. Otto und seine liebe Frau Anna waren solche Menschen. Mit ihren Postkarten wollten sie Menschen bewegen und etwas tun.
    Sie haben dafür bezahlt - mit ihrem Leben. Die Geschichte spielt in Berlin, rund um den Alexanderplatz, Prenzlauer Berg und Nollendorfplatz. Und mit dabei sind auch die Bewohner des Hauses, ein Kriminalbeamter, der selbst Opfer des Systems wurde. Eine großartige Geschichte, so wichtig und so aktuell.

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    Caro_Lesemauss avatar
    Caro_Lesemausvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein bedrückendes Zeugnis über den kleinen, persönlichen Widerstand eines Ehepaares im Berlin der 1940er Jahre
    Der Widerstand jedes Einzelnen zählt

    Nachdem ihr Sohn in Hitlers Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstands setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass Kommissar Escherich ihnen längst auf der Spur ist. 


    Durch den unkomplizierten Schreibstil flogen die Seiten nur so dahin. Am Anfang musste ich mich ziemlich konzentrieren, weil sehr viele Personen vorgestellt werden, die alle mit dem Ehepaar Quangel im Haus wohnen bzw. die anderweitig in ihrem näheren Umfeld eine Rolle spielen. Die Schicksale aller Nebenfiguren werden im Laufe des Romans weiter thematisiert und ausgebaut, was ich als Gesamtbild neben der eigentlichen Hauptgeschichte des Widerstandes durch das Ehepaar als sehr gelungen empfand. Irgendwann hatte jeder Kontakt zur Gestapo mit unterschiedlichem Ausgang. Fallada gelingt die Schaffung einer bedrückenden Atmosphäre mit der ständig über den Protagonisten schwebenden Angst vor Denunzierung, Verfolgung, Folter und Verurteilung. Der Titel "Jeder stirbt für sich allein" wird dann irgendwann quasi auch "zum Programm". Ein Happy-End gibt es nicht, so dass man sich hier der thematisch eher schweren Kost bewusst sein sollte. Insbesondere in diesem Zusammenhang fand ich es daher angenehm, dass der schriftstellerische Stil den Zugang zum Roman vereinfacht. Auch der Berliner Dialekt wird in den Dialogen regelmäßig mit eingebaut, was den Figuren weitere Authentizität verleiht.
    Hans Fallada hat diesen Roman nach Kenntnis einer Gestapo-Akte verfasst. Das portraitierte Ehepaar Quangel hat also echte Vorbilder, was die Erzählung umso erschütternder und beeindruckender macht. Ich kannte schon einige Geschichten des Autors und hatte mir seit langer Zeit vorgenommen, diesen Roman zu lesen. Ich bin froh, es nun endlich getan zu haben.  Die Einarbeitung dieses Romans in den Lehrplan der Schulen würde ich absolut begrüßen, aufgrund der Länge ist dies aber wohl nur in Auszügen realistisch. 

    Fazit:
    Der Roman ist ein wichtiges Zeugnis über den Widerstand der deutschen Bevölkerung gegen das Nazi-Regime. Gleichzeitig vermag er aufzuzeigen, wieviel Mut und Überwindung es im Angesicht der ständig lauernden Gestapo gekostet haben muss, sich gegen die Rolle eines Mitläufers oder stillen Dulders der Politik zu entscheiden. Die bedrückende Angst ist allgegenwärtig spürbar und immer wieder kommt beim Lesen die Frage nach dem "Warum?" auf. Absolute Empfehlung!

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    haberland86s avatar
    haberland86vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Beklemmendes Zeitzeugnis mit viel Lokalkolorit.
    Beklemmendes Zeitzeugnis mit viel Lokalkolorit

    Vor einigen Jahren erfuhr ich auf der Frankfurter Buchmesse von der Neuübersetzung dieses Klassikers, der 2012 erstmal in der Originalfassung erschien. Auch wenn ich den ursprünglichen Text nie gelesen habe, faszinierte mich das Thema des Romans. Zwei alte, unscheinbare Leute die, nach dem Tod ihres Sohnes, durch das Schreiben von Postkarten stillen Protest am NS-Regime üben und dafür mit dem Leben bezahlen.
    Erst beim Lesen des Anhangs erfuhr ich, dass die Geschichte der Quangels einen wahren Kern hat und es in den 1940er Jahren tatsächlich ein Paar gab, das durch die Ablage von Postkarten mit staatsfeindlichem Inhalt zum Tode verurteilt wurde. Außerdem erfuhr ich, dass Hans Fallada diesen Roman eigentlich gar nicht schreiben wollte (das Thema war ihm von einem Freund vorgeschlagen worden), da er sich selbst als Mitläufer sah und daher nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf andere zeigen wollte. Umso beindruckender, was er in nur wenigen Wochen aus dem Stoff gemacht hat.

    Obwohl dies mein erstes Buch von Hans Fallada war, ging ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an die Lektüre von „Jeder stirbt für sich allein“; wusste ich doch, dass er zu den ganz großen deutschen Schriftsteller zählt.
    Auch wenn manchen die Sprache dieses Romans zu trivial erscheint, um ihn als Literatur anzusehen, habe ich selten einen Autoren erlebt, der Alltägliches so knapp und präzise beschreiben kann. Der schnörkellose, sachliche Schreibstil stand in krassem Gegensatz zu den Schrecken, die in dem Roman beschrieben werden. Auch die holzschnittartigen und oftmals klischeehaften Figuren wollen nicht so recht dazu passen. Vielleicht sind aber genau diese Stilmittel die einzige Möglichkeit, um solche Grausamkeiten überhaupt niederschreiben zu können.
    Auch der über weite Strecken verwendete Schreibstil des auktorialen Erzählers diente vermutlich dem gleichen Zweck.

    Auf den ersten 100 Seiten fiel es mir nicht gerade leicht, in den Roman hineinzukommen. Es werden etliche Figuren vorgestellt, die sich nicht in einen klaren Zusammenhang bringen lassen. Ich verstand zu Beginn nicht einmal, dass die Quangels die Hauptprotagonisten sein sollen (in der Regel lese ich die Klappentexte nur beim Kauf und nicht unmittelbar vor der Lektüre).
    Seltsamerweise entstanden dabei keine Längen, obwohl die Geschichte gemächlich vor sich hindümpelte. Zu interessant fand ich die Einblicke in den Alltag der damaligen Zeit. Insbesondere der Arbeiter und einfachen Leute. Die Art und Weise, wie Fallada die Berliner Schnauze der Romanfiguren einfängt, gefiel mir sehr gut. Ich hätte sofort den schleppenden, nasalen klang des Berlinerischen im Ohr und musste dabei oft an meine Oma denken, die zur gleichen Zeit in Berlin aufwuchs.
    Nach etwa 200 Seiten entwickelte die Geschichte sich in eine klare Richtung und entfaltete eine unwahrscheinliche Sogwirkung, in der die Angst der Bevölkerung in Nazi-Deutschland aus jeder Zeile sprach.
    Da dies mein erstes Buch von Hans Fallada war, kann ich es nicht mit anderen Werken von ihm vergleichen. Doch die Mischung aus der bedrückenden Atmosphäre, die damals in dem Land herrschte, das – von einem Wahnsinnigen reagiert -  so unendlich viel leid über sich und andere gebracht hat und der Bewunderung für das mutige Ehepaar, fesselte mich und trieb mir oftmals beinahe die Tränen in die Augen.
    „Jeder stirbt für sich allein“ ist in jedem Fall alles andere als leichte Kost und manchmal so schrecklich, das ich es nur schwer aushielt. Trotzdem schwebte über allem Schrecken die Hoffnung, dass die Quangels nach ihrer Verurteilung doch noch mit dem Leben davonkommen.

    Ich finde es wichtig, dass die Geschichten von damals auch heute noch gelesen werden, um uns ins Gedächtnis zu rufen, was einmal war und was nie wieder passieren darf. Insbesondere in einer Zeit, in der rechte Strömungen mehr und mehr Zulauf erhalten und drohen allmählich wieder gesellschaftsfähig zu werden.

    Ein beklemmendes Zeitzeugnis mit viel Lokalkolorit, das dem Leser nach einem schleppenden Anfang ein wahres Wechselbad der Gefühle beschert, immer wieder die eigene Moral in Frage stellt und unweigerlich die Frage aufwirft, wir man selbst reagiert und auf welcher Seite man gestanden hätte.


    Die vollständige Rezension findet sich auf meinem Blog.

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    Schluffs avatar
    Schluffvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: aus der Nähe
    Jeder stirbt für sich allein

    Das Buch ist ein unspektulärer Blick in eine Zeit die es wirklich gegeben hat, die aber gern verdrängt wird. Unbequem werden die Schilderungen dadurch weil sie von ganz einfachen Menschen handeln und den ganzen politischen HokusPokus beiseite lassen. Die Protagonisten sind authentisch damals wie heute. Deswegen ist die Lektüre interessant und lesenswert, sie hat an Aktualität nicht verloren. Ein echtes Zeitdokument.

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    rkuehnes avatar
    rkuehnevor 6 Monaten
    Ein Stück grausame Zeitgeschichte

    Ein schlichter, bedrückender und großartiger Roman. Falladas Geschichte (nach wahrem Vorbild) des Ehepaars Otto und Anna Quangel, die in Berlin antifaschistische Postkarten als Widerstand gegen das NS-Regime auslegen, ist grausam und bedrückend war. Fallada zeichnet mit einfachen Stilmitteln ein Bild des dunkelsten deutschen Kapitels. Auch wenn die Charaktere recht eindimensional sind, wird deutlich wie lebensgefährlich es war, gegen Hitler auch nur zu sein, wie Gestapo und Co. ein erschreckendes Klima der Angst geschaffen haben und wie viel und wie unbedeutend in diesen Jahren gestorben wurde. Ein Roman mit Zeitgeschichte.

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    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor 10 Monaten
    I was disgusted by all the injustice

    Das Ehepaar Quangel bekommt die schlimmste Nachricht, die Eltern bekommen können. Ihr einziger Sohn ist im Krieg gefallen. Was nutzt da der Zusatz dass er als Held fürs Vaterland starb. In dem sonst so stoischen Tischler regt sich Widerstand. Widerstand gegen Nazideutschland, gegen den Krieg und er fragt sich, was kann er als Einzelner tun, um seinen Unmut kund zu tun. Wie kann er etwas bewegen, ohne andere zu gefährden? Und so beginnt er jeden Sonntag Postkarten mit antifaschistischem Inhalt zu schreiben. Vorsichtig legt er sie in der Gegend ab, in der Hoffnung einen Flächenbrand auszulösen. Einzig seine Frau hat er eingeweiht. Es vergehen 2 Jahre, in denen er dem Auge des Gesetzes entgeht. Aber je mehr Karten es werden, die bei der Gestapo eingehen umso stärker wächst der Druck von den braunen Herrenmenschen, etwas gegen diese subversiven Botschaften zu unternehmen. Am Ende verlässt das Ehepaar Quangel das Glück, aber sie sterben mit der Gewissheit als aufrechte Bürger und nicht als Mitläufer gehandelt zu haben.

     

    Dieses Buch ist starker Tobak und sollte nicht in einer depressiven Phase gelesen werden, denn man neigt leicht zum Verzweifeln. Der Titel „Jeder stirbt für sich allein“ ist Programm, es sterben fast alle Protagonisten. Aber es ist auch nicht anders zu erwarten im Nazideutschland 1940. Im Verlauf des Buches spürt man als Leser die wachsende Beklemmung in der Bevölkerung, die Angst denunziert zu werden und in die Mühlen der SS oder Gestapo zu geraten. Aber auch die Hysterie und der Machtwahn der Herrschenden, die hinter jedem Bisschen Verrat wittern, die ihren Willen durch Schreien und Folter durchsetzen, denen ein Menschenleben nichts gilt und die nur zu bereitwillig nach unten treten um die Karriereleiter nach oben zu steigen. Obwohl die Hauptfigur Otto Quangel ein schwieriger Zeitgenosse zu sein scheint mit seiner stoischen Art, nötigt mir sein Verhalten Respekt ab. Er setzt sich nicht in die Ecke und wartet bis der Krieg vorüber ist, sondern zieht los und schreibt Postkarten. Die Politik der kleinen Nadelstiche. Offensichtlich fruchtet diese auch, denn die Obrigkeit fühlt sich auf den Schlips getreten und es beginnt eine Hetzjagd mit falschen Anschuldigungen, Folter und Mord. Beklemmender wird das Ganze wenn man sich bewusst macht, dass der Roman eine wahre Geschichte zur Grundlage hat und ich habe mich oft gefragt, wozu? Wozu soll es gut sein, wenn am Ende das Ehepaar doch hingerichtet wird? Die Antwort bekommt man von Otto Quangels Zellengenossen dem Dirigenten, der dem einfachen Tischler zeigt, dass Liebe über die Hysterie und die Menschenverachtung siegen wird und dass das Wissen als aufrechter Mensch seine Prinzipien gefolgt zu sein, befriedigender ist, als duckmäuserisch stillzuhalten.

     

    „Jeder stirbt für sich allein, ist ein Roman, der mich so schnell nicht loslassen wird. Sei es von der Menschenverachtung und der Willkür des Naziregimes, noch dem Widerstand eines Einzelnen, der beschließt nicht mehr mitzuspielen. Er zeigt ein leuchtendes Beispiel von Zivilcourage. Ich finde alle Rechtsgesinnten, sollten diesen Roman lesen und noch einmal darüber nachdenken, ob wir diesen Teil der Geschichte wirklich wiederholen sollten.

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    Buecherseele79s avatar
    Buecherseele79vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Jeder noch so kleine Widerstand ist wichtig, hier aufgezeigt zum Zeitpunkt des Naziregimes! Einfach nur grossartig und bewegend.
    Jeder kleine Widerstand ist wichtig!

    Das Ehepaar Quangel erhält Feldpost...zur Zeit des Krieges, zur Zeit des Naziregimes heisst die konkret- ihr Sohn Otto ist gefallen.
    Gerade die Frau Anna hat damit erstmal zu kämpfen während ihr Mann Otto sich eher zurückhält, wie immer eigentlich, er ist ruhig, lässt keine Gefühle offen zu, ist kein Mensch der grossen und lauten Worte.
    Und doch hat sich auch für ihn etwas verändert, denn dass das Naziregime nichts Gutes im Schilde führt ist mittlerweile offensichtlich, es muss ein Ruck durch die Bevölkerung gehen!
    Anfangs möchte Otto seine Pläne zum Widerstand geheim  halten doch seine Frau Anna lässt nicht locker und so beginnen sie damit kleine Postkarten, später auch Briefe, zu verfassen und diese in Treppenhäusern abzulegen.
    Doch die Gestapo ist ihnen auf den Fersen und das Ehepaar Quangel weiss nicht wieviele Menschen sie, unbewusst, mit ihrer Aktion, mit ins Verderben reissen...

    Dieses Buch zeigt erneut auf wie das Naziregime "tickte" und welche grausame Maschinerie dahinter steckte.
    Ich habe noch eine sehr alte Ausgabe von diesem Buch bekommen und von daher war der Schreibstil, für mich, sehr besonders und nicht immer leicht zu lesen, aber es passte einfach zu der damaligen Zeit.
    Für mich ein sehr interesssanter Charakter- Otto Quangel.
    Ein ruhiger Mitbürger, der sehr geizig ist, sich nie in Reden oder Meinungsäusserungen einmischt, der sehr genau aufpasst was er sagt- wenn er denn mal etwas sagt- denn Otto Quangel ist ein sehr ruhiger und nachdenklicher Typ Mensch.
    Und dann diese Aktion die in seinem Kopf Form annimmt, damit hat er den ein oder anderen Menschen in seinem direkten Umfeld sehr überrascht, dass er mit solch einer Wut doch ruhig umzugehen versucht, das fand ich unheimlich bewegend.
    Denn man weiss wie es zu der damaligen Zeit war, ein falsches Wort und man wurde festgenommen.
    Auch diesen Augenmerk hat der Autor hier sehr lebhaft und mit Schrecken ins Auge gefasst, egal ob Mitbewohner im Mietshaus von Quangels oder die Nachbarn die jeden aushorchten um ihn an die Gestapo zu verpetzen, ein offenes Wort war damals ein Todesurteil.
    Ein Blick hinter die Gestapokulisse zeigt dass auch hier nicht alles fair abgelaufen ist, der Ermittler im Fall Quangel, Komissar Escherich, konnte mir zeitweise fast schon leid tun.
    Wie zum Ende hin die ein oder andere Person, die Quangel nur kurz angetroffen hatte, selbst der Gestapo in die Hände gefallen ist, das war sehr bewegend, erschreckend, machte mich fassungslos.
    Ein Buch welches immer aktuell bleiben wird, welches man gelesen haben sollte denn Widerstand fängt immer klein an, wichtig ist- er fängt an.
    Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus.


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    dominonas avatar
    dominonavor 2 Jahren
    Geschichten, die das Leben schreibt

    Dieser Roman entstand nach einem realen Vorbild und zeichnet das Bild eines Ehepaares im dritten Reich, das eine eigene Art des Widerstandes entwickelt. In einer Mischung aus Krimi und Großstadtroman wird zwischen Perspektiven gewechselt und es wäre nur halb so eindrucksvoll, würde das ganze nicht auf einer wahren Geschichte basieren. Ich habe mitgefiebert und gehofft, auch gelitten und der Umfang des Buches ist durchaus gerechtfertigt.

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    Gulans avatar
    Gulanvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Würdigung des Widerstands des einfachen Mannes. Mit kleinen Schwächen, aber insgesamt auf jeden Fall lesenswert.
    Widerstand des kleinen Mannes.

    Noch immer sah Quangel sie stumm an, als beobachte er den Kampf, den sie in sich kämpfte. Nun wurde sein Blick heller, er nahm die Hände aus dem Sekretär, richtete sich auf und sagte fast lächelnd: „ Aber so leicht sollen die uns nicht kriegen! Wenn die schlau sind, wir können auch schlau sein. Schlau und vorsichtig. Vorsichtig, Anna, immer auf der Hut – je länger wir kämpfen, umso länger werden wir wirken. Es nützt nichts, zu früh zu sterben. Wir wollen leben, es noch erleben, dass die fallen. Wir wollen dann sagen können, wir sind auch dabei gewesen, Anna!“ (S.182-183)

    Im Sommer 1940 erhalten Otto und Anna Quangel die Nachricht, dass ihr Sohn im Krieg gefallen ist. Das Ehepaar ist tief erschüttert und beginnt seine bislang passive Rolle gegenüber dem Regime aufzugeben. Die Quangels schreiben Postkarten und Briefe mit regimekritischen und zum Widerstand auffordernden Inhalt und legen diese in belebten Treppenhäusern ab. Doch die Gestapo ist ihnen schnell auf der Spur.

    Der Roman erschien erstmals 1947 und gilt als der erste eines nichtemigrierten Autors, der den Widerstand gegen den Nationalsozialismus thematisierte. Hans Fallada war zum Ende der Weimarer Republik der Durchbruch als Autor gelungen, vor allem mit dem Welterfolg „Kleiner Mann – was nun?“. Im Nationalsozialismus wurde Fallada aber schnell zum unerwünschten Autor. Er emigrierte jedoch nicht, sondern zog sich nach Mecklenburg zurück. Fallada wurde nach dem Krieg von Johannes R. Becher protegiert, dem späteren Kulturminister der DDR. Becher übergab Fallada die Gestapoakten des Ehepaares Hampel, an deren tatsächlichem Fall die Geschichte lose angelehnt ist. Der schwer alkohol- und morphiumabhängige Fallada schrieb den Roman innerhalb von vier Wochen. Die Veröffentlichung erlebte der Autor nicht mehr, er starb am 05.02.1947. Das Originalmanuskript wurde aus politischen Gründen an mehreren Stellen verändert. Der Roman erlangte erst seit etwa zehn Jahren auch eine große internationale Aufmerksamkeit. Im Jahre 2011 veröffentlichte der Aufbau Verlag erstmals den Roman nach dem Originalmanuskript.

    Die Quangels sind ein stilles, aber vertrautes Ehepaar. Otto Quangel arbeitet als Werkstattleiter in einer Möbelfabrik, Anna ehrenamtlich bei der Frauenschaft. Als die Quangels die Nachricht vom Tode ihres einzigen Sohnes erhalten, wirft Anna ihrem Mann in einem Moment tiefer Trauer und Verbitterung vorwirft: „Aber das habt ihr angerichtet, […] du und dein Führer!“ Otto Quangel ist wie vor den Kopf gestoßen, doch nach langem Nachdenken reift in ihm der Entschluss, dass sie etwas tun müssen. Er überlegt sich, mit kleinen Postkarten seine Meinung gegen die Partei, den Führer und den Krieg zu äußern. Eine vermeintlich kleine Geste, aber in der Hoffnung, dass seine Botschaften sich verbreiten.

    Obwohl das Schicksal des Ehepaars Quangel im Vordergrund der Geschichte steht, begleitet Fallada eine Reihe weiterer Personen durch die Story und zeichnet so ein Berliner Panorama der Kriegsjahre. Die Jablonskistraße 55, in der die Quangels wohnen, bildet dabei so etwas wie einen Mikrokosmos. Neben den Quangels wohnen dort drei weitere Mietparteien. In der vierten Etage die Jüdin Rosenthal, deren Mann bereits inhaftiert ist und die nun verschiedener Repressalien über sich ergehen lassen muss. In Eder zweiten Etage wohnt der Kammergerichtsrat a.D. Fromm, ein strenger, eigenbrötlerischer Mann, der allerdings noch in preußischen Traditionen von Ehre und Recht verhaftet ist und daher mit den Nationalsozialisten wenig anfangen kann. Ganz unten wohnen die Persickes, der Vater ein heruntergekommener Alkoholiker, der jedoch seine Söhne bei der SS und den jüngsten gar bei einer Eliteschule Napola untergebracht hat. Die Söhne terrorisieren erwartungsgemäß die Nachbarschaft. Im Hinterhaus wohnt der Gauner und Denunziant Barkhausen, der immer wieder den Nazis zuarbeitet und doch immer selbst Gefahr läuft, bei seinen schmutzigen Geschäften unter die Räder zu kommen. Des Weiteren begleiten wir auch das Schicksal von Anna Kluge, der Briefträgerin, die den Quangels die Todesbotschaft überbringt, und ihres Mannes, ein Spieler und Taugenichts. Außerdem von Trudel Baumann, die Freundin von Quangels Sohn Otto, eine junge, optimistische Frau trotz aller Widrigkeiten. Nicht zuletzt hat der Gestapo-Kommissar Escherich breiten Raum in der Geschichte. Escherich ist zwar kein eingefleischter Nazi, aber ein unerbittlicher Kriminalist, der sich den Gegebenheiten angepasst hat und über einen längeren Zeitraum vergeblich nach dem „Klaubautermann“, dem Briefeschreiber, fahndet und dadurch selbst in Schwierigkeiten gerät.

    Man merkt schon am Personal, dass die Geschichte teilweise sehr breit angelegt ist, manchmal werden die Fäden auch etwas abrupt wieder aufgenommen oder abgebrochen. Die Sprache ist einfach, bei den Dialogen versucht der Autor sowohl den Berliner Dialekt der Unterschicht als auch die technokratische, harte Sprache der Nationalsozialisten abzubilden. Dennoch geraten einige Dialoge ziemlich hölzern und nur bedingt authentisch. Erstaunlich fand ich außerdem, dass Fallada es nur bedingt schafft, bei den Figuren die Oberflächlichkeit zu verlassen. Trotz eines auktorialen Erzählers erfahren wir zu selten etwas über das Innenleben und die Motivation der Figuren. Einige der Handlungen wirken sprunghaft, so etwa auch der Entschluss der Quangels, plötzlich ihr Schneckenhaus zu verlassen und die Postkarten zu schreiben.

    Er hatte im Jahre 1940 noch immer nicht begriffen, der gute Harteisen, dass jeder Nazi zu jeder Zeit bereit war, jedem Deutschen, der eine von seiner abweichende Meinung hatte, nicht nur alle Lebensfreude, sondern auch das Leben selbst zu nehmen. (S.201)

    Jetzt habe ich tatsächlich schon einige Kritik geübt, aber jetzt muss ich natürlich auch sagen, warum ich diesen Roman trotzdem lesenswert fand. Absolut beeindruckend und gleichzeitig bedrückend ist die Atmosphäre der Angst, die Fallada in seinem Buch beschreibt. Niemand ist wirklich sicher, ein falsches Wort genügt, manchmal braucht es nicht mal das, um den Argwohn der Gestapo auf sich zu ziehen. Überall lauern Denunzianten. Zwar gibt es gar nicht so viele echte Nazis, doch diese bestimmen den Ton und jeder, auch in vermeintlich sicherer Position, muss auf der Hut sein.

    Zum anderen ist dieser Roman eine Geschichte über das Gewissen. In einer Stimmung der permanenten Bedrohung entscheiden die Quangels sich dafür, nicht mehr zu schweigen, sondern ihren Kampf gegen das Regime aufzunehmen. Zwar tun sie dies mit bescheidenen Mitteln und das wirklich Tragische ist, dass sie so gut wie niemanden erreichen, aber sie bewahren sich ihre Würde und ein erhobenes Haupt bis zum bitteren Ende. Diese Botschaft ist auch die wahre Stärke des Buches, so dass man dem Autor die oben beschriebenen Mängel verzeiht.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    NiWas avatar
    Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden.

    Die Leserunde beginnt am 10.2.2016.

    Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen.

    !!! Wichtig: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost !!!

    Für den Oktober haben wir uns „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada vorgenommen.

    Klappentext:

    „Ein einzigartiges Panorama des Berliner Lebens in der Nazizeit: Hans Falladas eindringliche Darstellung des Widerstands der kleinen Leute avancierte rund 60 Jahre nach ihrer Entstehung zum überragenden Publikumserfolg in Deutschland und der Welt. Millionen Leser sind berührt von der Geschichte des Ehepaars Quangel, das nach dem Kriegstod des Sohnes einen ganz privaten Weg findet, sich gegen das unmenschliche Regime zur Wehr zu setzten und so die eigene Seele zu retten.

    Der Sensationsbestseller – in mehr als 30 Sprachen übersetzt

    Ein Berliner Ehepaar wagte einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis und wurde 1943 hingerichtet. Von ihrem Schicksal erfuhr Hans Fallada aus einer Gestapo-Akte, die ihm durch den Dichter und späteren Kulturminister Johannes R. Becher in die Hände kam. Fieberhaft schrieb Fallada daraufhin diesen Roman nieder und schuf ein Panorama des Lebens der „normalen“ Leute im Berlin der Nazizeit: Nachdem ihr Sohn in Hitlers Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstands setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass Kommissar Escherich ihnen längst auf der Spur ist. – Diese Neuausgabe präsentiert Falladas letzten Roman endlich in der ungekürzten Originalfassung und zeigt ihn rauer, intensiver, authentischer. Ergänzt wird der Text durch ein Nachwort, Glossar und Dokumente zum zeithistorischen Kontext.“


    Die Leserunde beginnt am 10. Februar und die Klassiker-Leserunden-Gruppe freut sich über jeden, der mit uns Hans Falladas „Jeder stirbt für sich allein“ lesen will.:-)


    Wichtig ist, dass es auch von diesem Klassiker verschiedene Ausgaben geben kann.

    Sollten hier markante Unterschiede auffallen, gebt bitte in der Rubrik Meine Ausgabe Bescheid, damit wir die Einteilung dementsprechend anpassen können. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist natürlich jede Version in Ordnung.
    Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen!

    • Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit die Leserunde übersichtlich bleibt.
    • Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen!


    Zur Einteilung der Leseabschnitte
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    Meine Ausgabe ist in 4 Teile und 73 Kapitel gegliedert und danach habe ich die Leserunde eingeteilt:

    1. Leseabschnitt: Teil 1/Kapitel 1 - 11
    2. Leseabschnitt: Teil 1/Kapitel 12 - 19
    3. Leseabschnitt: Teil 2/Kapitel 20 - 27
    4. Leseabschnitt: Teil 2/Kapitel 28 - 33
    5. Leseabschnitt: Teil 3/Kapitel 34 - 44
    6. Leseabschnitt: Teil 3/Kapitel 45 - 51
    7. Leseabschnitt: Teil 4/Kapitel 52 - 63
    8. Leseabschnitt: Teil 4/Kapitel 64 - Ende
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    Letzter Beitrag von  Evanvor 3 Jahren
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    L
    Hallo ihr Lieben, bin neulich in der Buchhandlung auf Hans Fallada's "Jeder stirbt für sich allein" gestoßen. Nun meine Frage, kennt jemand von euch das Buch? Lohnt es sich zu kaufen und zu lesen? Schreibt mir eure Meinung, ich freu mich auf eure Antworten :)
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