Hans Fallada Jeder stirbt für sich allein

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Inhaltsangabe zu „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada

»Das beste Buch, das je über den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus geschrieben wurde.« Primo Levi »Ein literarisches Großereignis.« The New York Times Ein einzigartiges Panorama des Berliner Lebens in der Nazizeit: Hans Falladas eindrückliche und berührende Darstellung des Widerstands der kleinen Leute avanciert rund sechzig Jahre nach der Entstehung zum internationalen Publikumserfolg. Jetzt erscheint erstmals die ungekürzte Fassung nach dem bislang unveröffentlichten Originalmanuskript. Ein Berliner Ehepaar wagte einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis und wurde 1943 hingerichtet. Von ihrem Schicksal erfuhr Hans Fallada aus einer Gestapo-Akte, die ihm durch den Dichter und späteren Kulturminister Johannes R. Becher in die Hände kam. Fieberhaft schrieb Fallada daraufhin im Herbst 1946 in weniger als vier Wochen seinen letzten Roman nieder und schuf ein Panorama des Lebens der „normalen“ Leute im Berlin der Nazizeit: Nachdem ihr Sohn in Hitlers Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstands setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass Kommissar Escherich ihnen längst auf der Spur ist. – Diese Neuausgabe präsentiert Falladas letzten Roman erstmals in der ungekürzten Originalfassung und zeigt ihn rauer, intensiver, authentischer. Ergänzt wird der Text durch ein Nachwort, Glossar und Dokumente zum zeithistorischen Kontext. »Der Erfolg von ›Jeder stirbt für sich allein‹ zeigt, dass das Schwarzweißbild der Hitlerjahre endlich einer nuancierten Wahrnehmung weicht.« F. A. Z.

Sehr interessantes und informatives Buch. Der Berliner Dialekt an manchen Stellen ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig.

— Susann90

Jeder noch so kleine Widerstand ist wichtig, hier aufgezeigt zum Zeitpunkt des Naziregimes! Einfach nur grossartig und bewegend.

— Buecherseele79

G-R-O-ß-A-R-T-I-G.

— AhernRowlingAusten

Abgebrochen. Konnte mich absolut nicht einfangen.

— AnMich_09

Ein zeitloses, großartiges Werk, das eindringlich vor Augen führt, wie wichtig es ist, ein anständiger Mensch zu bleiben.

— Bill777

Eine Würdigung des Widerstands des einfachen Mannes. Mit kleinen Schwächen, aber insgesamt auf jeden Fall lesenswert.

— Gulan

Ein Buch das mir sehr nah ging und tief berührte. Ein Buch voller Wucht, ein Mahnmal gegen das Hitlerregime .

— Arietta

Große Literatur, aber sehr traurig!

— StefanSchweizer

Fallada beschreibt das Leben der kleinen Leute während des Nazi-Regimes – Ein absolut großartiges Buch, das man einfach gelesen haben muss!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Nach den ersten 30 Seiten muss ich sagen, dass mir die Sprache und der Erzählstil sehr gefallen!

— Avatarus

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  • I was disgusted by all the injustice

    Jeder stirbt für sich allein

    Keksisbaby

    05. January 2018 um 09:53

    Das Ehepaar Quangel bekommt die schlimmste Nachricht, die Eltern bekommen können. Ihr einziger Sohn ist im Krieg gefallen. Was nutzt da der Zusatz dass er als Held fürs Vaterland starb. In dem sonst so stoischen Tischler regt sich Widerstand. Widerstand gegen Nazideutschland, gegen den Krieg und er fragt sich, was kann er als Einzelner tun, um seinen Unmut kund zu tun. Wie kann er etwas bewegen, ohne andere zu gefährden? Und so beginnt er jeden Sonntag Postkarten mit antifaschistischem Inhalt zu schreiben. Vorsichtig legt er sie in der Gegend ab, in der Hoffnung einen Flächenbrand auszulösen. Einzig seine Frau hat er eingeweiht. Es vergehen 2 Jahre, in denen er dem Auge des Gesetzes entgeht. Aber je mehr Karten es werden, die bei der Gestapo eingehen umso stärker wächst der Druck von den braunen Herrenmenschen, etwas gegen diese subversiven Botschaften zu unternehmen. Am Ende verlässt das Ehepaar Quangel das Glück, aber sie sterben mit der Gewissheit als aufrechte Bürger und nicht als Mitläufer gehandelt zu haben.   Dieses Buch ist starker Tobak und sollte nicht in einer depressiven Phase gelesen werden, denn man neigt leicht zum Verzweifeln. Der Titel „Jeder stirbt für sich allein“ ist Programm, es sterben fast alle Protagonisten. Aber es ist auch nicht anders zu erwarten im Nazideutschland 1940. Im Verlauf des Buches spürt man als Leser die wachsende Beklemmung in der Bevölkerung, die Angst denunziert zu werden und in die Mühlen der SS oder Gestapo zu geraten. Aber auch die Hysterie und der Machtwahn der Herrschenden, die hinter jedem Bisschen Verrat wittern, die ihren Willen durch Schreien und Folter durchsetzen, denen ein Menschenleben nichts gilt und die nur zu bereitwillig nach unten treten um die Karriereleiter nach oben zu steigen. Obwohl die Hauptfigur Otto Quangel ein schwieriger Zeitgenosse zu sein scheint mit seiner stoischen Art, nötigt mir sein Verhalten Respekt ab. Er setzt sich nicht in die Ecke und wartet bis der Krieg vorüber ist, sondern zieht los und schreibt Postkarten. Die Politik der kleinen Nadelstiche. Offensichtlich fruchtet diese auch, denn die Obrigkeit fühlt sich auf den Schlips getreten und es beginnt eine Hetzjagd mit falschen Anschuldigungen, Folter und Mord. Beklemmender wird das Ganze wenn man sich bewusst macht, dass der Roman eine wahre Geschichte zur Grundlage hat und ich habe mich oft gefragt, wozu? Wozu soll es gut sein, wenn am Ende das Ehepaar doch hingerichtet wird? Die Antwort bekommt man von Otto Quangels Zellengenossen dem Dirigenten, der dem einfachen Tischler zeigt, dass Liebe über die Hysterie und die Menschenverachtung siegen wird und dass das Wissen als aufrechter Mensch seine Prinzipien gefolgt zu sein, befriedigender ist, als duckmäuserisch stillzuhalten.   „Jeder stirbt für sich allein, ist ein Roman, der mich so schnell nicht loslassen wird. Sei es von der Menschenverachtung und der Willkür des Naziregimes, noch dem Widerstand eines Einzelnen, der beschließt nicht mehr mitzuspielen. Er zeigt ein leuchtendes Beispiel von Zivilcourage. Ich finde alle Rechtsgesinnten, sollten diesen Roman lesen und noch einmal darüber nachdenken, ob wir diesen Teil der Geschichte wirklich wiederholen sollten.

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  • Seitenzähler 2018

    LovelyBooks Spezial

    Nynaeve04

    Hallo zusammen! Es ist wieder soweit - ab sofort könnt ihr euch für den Seitenzähler 2018 anmelden.   Worum geht es?Im Allgemeinen geht es um die Auflistung der gelesenen Seiten pro Monat/Jahr. Ihr könnt euch dazu ein Ziel setzen wie viele Bücher und Seiten ihr im Jahr lesen möchtet. Ihr könnt aber auch einfach so ohne Ziel mitmachen. Wie funktioniert es?1. Erstellt einen Kommentar, dann kann ich euch hier verlinken. In diesem Kommentar zählt ihr eure Seiten und Bücher. Bitte zählt in jedem Monat selbst eure Gesamtzahl an gelesenen Büchern und Seiten zusammen. Dies könnt ihr bspw. nach folgendem Muster tun: Januar x Bücher - x gelesene Seiten Februar x Bücher - x gelesene Seiten usw. Gesamt: x Bücher - x gelesene Seiten 2. Wer zwei Monate lang seinen Beitrag nicht aktualisiert hat, scheidet aus. Über diesen Startbeitrag erfahrt ihr, wenn ihr gefährdet sein solltet. 3. Bitte tragt eure Aktualisierung immer bis zum 05. des neuen Monats ein. Ich werde dann in den Tagen danach die Aktualisierung im Startbeitrag vornehmen - allerdings nur einmal im Monat. Wenn ihr also erst nach dem 05. des neuen Monats euren Sammelbeitrag aktualisiert und ich bin schon fertig mit der Aktualisierung des Startbeitrags, dann werde ich euch erst bei der nächsten Aktualisierung einen Monat später berücksichtigen. Es gibt keine Rezensionspflicht! Listet bitte nicht in euren Sammelbeiträgen die Bücher auf, das wird sonst für mich zu unübersichtlich - ich will in euren Sammelbeiträgen im Prinzip nur die Zahlen pro Monat sehen. Wenn ihr euch an eure gelesenen Bücher erinnern wollt, dann könnt ihr gerne die Bücher über die Büroklammer anhängen und ihr dürft gerne, wenn ihr es wollt die Rezensionen einfach so posten - ist aber keine Pflicht! Ein Einsteigen nach dem 01.01.2018 ist jederzeit möglich. Falls ihr später einsteigt, schickt mir bitte den Link zu eurem Sammelbeitrag per PN zu, damit er hier nicht untergeht. Danke! :) Falls ihr Fragen habt, dürft ihr euch gerne an mich wenden. Ich wünsche euch viel Spaß dabei! Teilnehmer: -favbooks-, Ziel 50 Bücher/20.000 Seiten --> 3 Bücher/ 1.367 Seiten 0Soraya0, Ziel 100 Bücher/25.000 Seiten  --> 36 Bücher/8.636 Seiten AberRush, Ziel 90 Bücher/35.000 Seiten --> 14 Bücher/6.518 Seiten adventurously, Ziel 40 Bücher/16.000 Seiten --> 10 Bücher/3.955 Seiten Aleetaya, Ziel 24 Bücher/12.000 Seiten --> 5 Bücher/2.414 Seiten Aleida, Ziel 70 Bücher --> 15 Bücher/6.233 Seiten AmberStClaire --> 23 Bücher/5.974 Seiten ANATAL, Ziel 55 Bücher/20.000 Seiten --> 15 Bücher/7.991 Seiten andreina, Ziel 100 Bücher/25.000 Seiten --> 28 Bücher/5.043 Seiten AnneMayaJannika, Ziel 80 Bücher/16.000 Seiten --> 20 Bücher/5.023 Seiten Annika_70, Ziel 60 Bücher --> 13 Bücher/5.822 Seiten Buchgespenst, Ziel 250 Bücher/100.000 Seiten  --> 83 Bücher/23.235 Seiten ChattysBuecherblog, Ziel 60 Bücher  --> 35 Bücher/12.943 Seiten Chrisi3006, Ziel 52 Bücher/15.600 Seiten  --> 23 Bücher/9.906 Seiten Constanze_K, Ziel 10.000 Seiten  --> 8 Bücher/2.672 Seiten Daniliesing  --> 4 Bücher/1.405 Seiten Darcy, Ziel 25 Bücher/10.000 Seiten  --> 2 Bücher/1.670 Seiten Darkmoon81, Ziel 75 Bücher  --> 19 Bücher/7.750 Seiten Denise7xy, Ziel 50 Bücher/20.000 Seiten  --> 16 Bücher/5.911 Seiten DianaE, Ziel 120 Bücher/50.000 Seiten  --> 60 Bücher/21.874 Seiten DieBerta, Ziel 100 Bücher/30.000 Seiten diebuchrezension, Ziel 50 Bücher/15.000 Seiten  --> 20 Bücher/5.777 Seiten dieschmitt, Ziel 52 Bücher  --> 44 Bücher/9.472 Seiten Elfeliya, Ziel 24 Bücher/3650 Seiten  --> 6 Bücher/2.498 Seiten evan, Ziel 40 Bücher  --> 17 Bücher/5.829 Seiten faanie, Ziel 80 Bücher  --> 33 Bücher/14.719 Seiten FantasyBookFreak, Ziel 60 Bücher/20.000 Seiten  --> 15 Bücher/4.737 Seiten FrauAragon, Ziel 150 Bücher/50.000 Seiten  --> 3 Bücher/1.153 Seiten Frenx51, Ziel 50 Bücher  --> 7 Bücher/2.064 Seiten glanzente, Ziel 70 Bücher/14.000 Seiten  --> 13 Bücher/4.430 Seiten Hortensia13, Ziel 100 Bücher/30.000 Seiten --> 25 Bücher/10.013 Seiten ioreth, Ziel 50 Bücher/30.000 Seiten  --> 12 Bücher/5.247 Seiten janaka, Ziel 130 Bücher/42.000 Seiten  --> 22 Bücher/6.895 Seiten Jassi1993, Ziel 80 Bücher  --> 24 Bücher/6.471 Seiten jenvo82, Ziel 80 Bücher  --> 18 Bücher/7.091 Seiten Julchen77, Ziel 45 Bücher/15.000 Seiten --> 17 Bücher/5.492 Katinka17  --> 5 Bücher/2.092 Seiten kattii  --> 8 Bücher/2.222 Seiten Keksisbaby, Ziel 100 Bücher   --> 28 Bücher/10.092 Seiten Kirschbluetensommer, Ziel 50 Bücher  --> 14 Bücher/7.678 Seiten kleinechaotin, Ziel 60 Bücher/15.000 Seiten  --> 19 Bücher/5.949 Seiten kleine_welle, Ziel 70 Bücher/25.000 Seiten  --> 20 Bücher/8.948 Seiten Kuhni77, Ziel 100 Bücher  --> 14 Bücher/3.836 Seiten LadySamira091062, Ziel 210 Bücher/156.000 Seiten  --> 38 Bücher/15.252 Seiten Larii-Mausi, Ziel 100 Bücher/20.000 Seiten  --> 15 Bücher/4.535 Seiten lieblingsleben, Ziel 30 Bücher  --> 12 Bücher/3.962 Seiten LindyBooks  --> 4 Bücher/1.036 Seiten littlesparrow  --> 7 Bücher/2.127 Seiten mabuerele, Ziel 300 Bücher/90.000 Seiten  --> 89 Bücher/24.534 Seiten Maddinliest, Ziel 120 Bücher/45.000 Seiten  --> 34 Bücher/12.006 Seiten Marvey, Ziel 45 Bücher  --> 15 Bücher/6.648 Seiten Meeko81, Ziel 52 Bücher/18.200 Seiten  --> 9 Bücher/3.884 Seiten Monice, Ziel 60 Bücher/20.000 Seiten  --> 13 Bücher/5.252 Seiten Musikpferd, Ziel 50 Bücher/10.000 Seiten --> 28 Bücher/4.042 Seiten Nannidel, Ziel 50 Bücher/10.000 Seiten --> 8 Bücher/2.314 Seiten niknak  --> 19 Bücher/5.336 Seiten Nynaeve04, Ziel 80 Bücher/35.000 Seiten  --> 29 Bücher/11.220 Seiten pinucchia, Ziel 57 Bücher/24.000 Seiten  --> 12 Bücher/4.350 Seiten QueenSize, Ziel 80 Bücher  --> 19 Bücher/7.089 Seiten Ro_Ke, Ziel 250 Bücher/80.000 Seiten   --> 98 Bücher/44.937 Seiten sansol, Ziel 150 Bücher  --> 33 Bücher/10.219 Seiten ScheckTina, Ziel 100 Bücher/16.000 Seiten  --> 41 Bücher/13.902 Seiten Steph86, Ziel 120 Bücher, 30.000 Seiten  --> 28 Bücher/5.989 Seiten SomeBody  --> 23 Bücher/8.193 Seiten Sportloewe, Ziel 50 Bücher/4.500 Seiten suggar, Ziel 110 Bücher/36.000 Seiten  --> 33 Bücher/10.933 Seiten sunlight, Ziel 150 Bücher/40.000 Seiten  --> 42 Bücher/11.215 Seiten Sutchy, Ziel 100 Bücher  --> 59 Bücher/17.293 Seiten Venetia, Ziel 50 Bücher   --> Wuschel  --> 30 Bücher/9.558 Seiten Yolande, Ziel 90 Bücher/40.000 Seiten  --> 23 Bücher/11.814 Seiten zessi79  --> 10 Bücher/2.912 Seiten zhera --> 3 Bücher/1.156 Seiten Gesamt: 1.580 Bücher/540.546 Seiten

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  • Jeder kleine Widerstand ist wichtig!

    Jeder stirbt für sich allein

    Buecherseele79

    14. November 2017 um 11:52

    Das Ehepaar Quangel erhält Feldpost...zur Zeit des Krieges, zur Zeit des Naziregimes heisst die konkret- ihr Sohn Otto ist gefallen.Gerade die Frau Anna hat damit erstmal zu kämpfen während ihr Mann Otto sich eher zurückhält, wie immer eigentlich, er ist ruhig, lässt keine Gefühle offen zu, ist kein Mensch der grossen und lauten Worte.Und doch hat sich auch für ihn etwas verändert, denn dass das Naziregime nichts Gutes im Schilde führt ist mittlerweile offensichtlich, es muss ein Ruck durch die Bevölkerung gehen!Anfangs möchte Otto seine Pläne zum Widerstand geheim  halten doch seine Frau Anna lässt nicht locker und so beginnen sie damit kleine Postkarten, später auch Briefe, zu verfassen und diese in Treppenhäusern abzulegen.Doch die Gestapo ist ihnen auf den Fersen und das Ehepaar Quangel weiss nicht wieviele Menschen sie, unbewusst, mit ihrer Aktion, mit ins Verderben reissen...Dieses Buch zeigt erneut auf wie das Naziregime "tickte" und welche grausame Maschinerie dahinter steckte.Ich habe noch eine sehr alte Ausgabe von diesem Buch bekommen und von daher war der Schreibstil, für mich, sehr besonders und nicht immer leicht zu lesen, aber es passte einfach zu der damaligen Zeit.Für mich ein sehr interesssanter Charakter- Otto Quangel.Ein ruhiger Mitbürger, der sehr geizig ist, sich nie in Reden oder Meinungsäusserungen einmischt, der sehr genau aufpasst was er sagt- wenn er denn mal etwas sagt- denn Otto Quangel ist ein sehr ruhiger und nachdenklicher Typ Mensch.Und dann diese Aktion die in seinem Kopf Form annimmt, damit hat er den ein oder anderen Menschen in seinem direkten Umfeld sehr überrascht, dass er mit solch einer Wut doch ruhig umzugehen versucht, das fand ich unheimlich bewegend.Denn man weiss wie es zu der damaligen Zeit war, ein falsches Wort und man wurde festgenommen.Auch diesen Augenmerk hat der Autor hier sehr lebhaft und mit Schrecken ins Auge gefasst, egal ob Mitbewohner im Mietshaus von Quangels oder die Nachbarn die jeden aushorchten um ihn an die Gestapo zu verpetzen, ein offenes Wort war damals ein Todesurteil.Ein Blick hinter die Gestapokulisse zeigt dass auch hier nicht alles fair abgelaufen ist, der Ermittler im Fall Quangel, Komissar Escherich, konnte mir zeitweise fast schon leid tun.Wie zum Ende hin die ein oder andere Person, die Quangel nur kurz angetroffen hatte, selbst der Gestapo in die Hände gefallen ist, das war sehr bewegend, erschreckend, machte mich fassungslos.Ein Buch welches immer aktuell bleiben wird, welches man gelesen haben sollte denn Widerstand fängt immer klein an, wichtig ist- er fängt an.Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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  • Geschichten, die das Leben schreibt

    Jeder stirbt für sich allein

    dominona

    19. February 2017 um 19:40

    Dieser Roman entstand nach einem realen Vorbild und zeichnet das Bild eines Ehepaares im dritten Reich, das eine eigene Art des Widerstandes entwickelt. In einer Mischung aus Krimi und Großstadtroman wird zwischen Perspektiven gewechselt und es wäre nur halb so eindrucksvoll, würde das ganze nicht auf einer wahren Geschichte basieren. Ich habe mitgefiebert und gehofft, auch gelitten und der Umfang des Buches ist durchaus gerechtfertigt.

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  • Widerstand des kleinen Mannes.

    Jeder stirbt für sich allein

    Gulan

    28. January 2017 um 13:17

    Noch immer sah Quangel sie stumm an, als beobachte er den Kampf, den sie in sich kämpfte. Nun wurde sein Blick heller, er nahm die Hände aus dem Sekretär, richtete sich auf und sagte fast lächelnd: „ Aber so leicht sollen die uns nicht kriegen! Wenn die schlau sind, wir können auch schlau sein. Schlau und vorsichtig. Vorsichtig, Anna, immer auf der Hut – je länger wir kämpfen, umso länger werden wir wirken. Es nützt nichts, zu früh zu sterben. Wir wollen leben, es noch erleben, dass die fallen. Wir wollen dann sagen können, wir sind auch dabei gewesen, Anna!“ (S.182-183) Im Sommer 1940 erhalten Otto und Anna Quangel die Nachricht, dass ihr Sohn im Krieg gefallen ist. Das Ehepaar ist tief erschüttert und beginnt seine bislang passive Rolle gegenüber dem Regime aufzugeben. Die Quangels schreiben Postkarten und Briefe mit regimekritischen und zum Widerstand auffordernden Inhalt und legen diese in belebten Treppenhäusern ab. Doch die Gestapo ist ihnen schnell auf der Spur. Der Roman erschien erstmals 1947 und gilt als der erste eines nichtemigrierten Autors, der den Widerstand gegen den Nationalsozialismus thematisierte. Hans Fallada war zum Ende der Weimarer Republik der Durchbruch als Autor gelungen, vor allem mit dem Welterfolg „Kleiner Mann – was nun?“. Im Nationalsozialismus wurde Fallada aber schnell zum unerwünschten Autor. Er emigrierte jedoch nicht, sondern zog sich nach Mecklenburg zurück. Fallada wurde nach dem Krieg von Johannes R. Becher protegiert, dem späteren Kulturminister der DDR. Becher übergab Fallada die Gestapoakten des Ehepaares Hampel, an deren tatsächlichem Fall die Geschichte lose angelehnt ist. Der schwer alkohol- und morphiumabhängige Fallada schrieb den Roman innerhalb von vier Wochen. Die Veröffentlichung erlebte der Autor nicht mehr, er starb am 05.02.1947. Das Originalmanuskript wurde aus politischen Gründen an mehreren Stellen verändert. Der Roman erlangte erst seit etwa zehn Jahren auch eine große internationale Aufmerksamkeit. Im Jahre 2011 veröffentlichte der Aufbau Verlag erstmals den Roman nach dem Originalmanuskript. Die Quangels sind ein stilles, aber vertrautes Ehepaar. Otto Quangel arbeitet als Werkstattleiter in einer Möbelfabrik, Anna ehrenamtlich bei der Frauenschaft. Als die Quangels die Nachricht vom Tode ihres einzigen Sohnes erhalten, wirft Anna ihrem Mann in einem Moment tiefer Trauer und Verbitterung vorwirft: „Aber das habt ihr angerichtet, […] du und dein Führer!“ Otto Quangel ist wie vor den Kopf gestoßen, doch nach langem Nachdenken reift in ihm der Entschluss, dass sie etwas tun müssen. Er überlegt sich, mit kleinen Postkarten seine Meinung gegen die Partei, den Führer und den Krieg zu äußern. Eine vermeintlich kleine Geste, aber in der Hoffnung, dass seine Botschaften sich verbreiten. Obwohl das Schicksal des Ehepaars Quangel im Vordergrund der Geschichte steht, begleitet Fallada eine Reihe weiterer Personen durch die Story und zeichnet so ein Berliner Panorama der Kriegsjahre. Die Jablonskistraße 55, in der die Quangels wohnen, bildet dabei so etwas wie einen Mikrokosmos. Neben den Quangels wohnen dort drei weitere Mietparteien. In der vierten Etage die Jüdin Rosenthal, deren Mann bereits inhaftiert ist und die nun verschiedener Repressalien über sich ergehen lassen muss. In Eder zweiten Etage wohnt der Kammergerichtsrat a.D. Fromm, ein strenger, eigenbrötlerischer Mann, der allerdings noch in preußischen Traditionen von Ehre und Recht verhaftet ist und daher mit den Nationalsozialisten wenig anfangen kann. Ganz unten wohnen die Persickes, der Vater ein heruntergekommener Alkoholiker, der jedoch seine Söhne bei der SS und den jüngsten gar bei einer Eliteschule Napola untergebracht hat. Die Söhne terrorisieren erwartungsgemäß die Nachbarschaft. Im Hinterhaus wohnt der Gauner und Denunziant Barkhausen, der immer wieder den Nazis zuarbeitet und doch immer selbst Gefahr läuft, bei seinen schmutzigen Geschäften unter die Räder zu kommen. Des Weiteren begleiten wir auch das Schicksal von Anna Kluge, der Briefträgerin, die den Quangels die Todesbotschaft überbringt, und ihres Mannes, ein Spieler und Taugenichts. Außerdem von Trudel Baumann, die Freundin von Quangels Sohn Otto, eine junge, optimistische Frau trotz aller Widrigkeiten. Nicht zuletzt hat der Gestapo-Kommissar Escherich breiten Raum in der Geschichte. Escherich ist zwar kein eingefleischter Nazi, aber ein unerbittlicher Kriminalist, der sich den Gegebenheiten angepasst hat und über einen längeren Zeitraum vergeblich nach dem „Klaubautermann“, dem Briefeschreiber, fahndet und dadurch selbst in Schwierigkeiten gerät. Man merkt schon am Personal, dass die Geschichte teilweise sehr breit angelegt ist, manchmal werden die Fäden auch etwas abrupt wieder aufgenommen oder abgebrochen. Die Sprache ist einfach, bei den Dialogen versucht der Autor sowohl den Berliner Dialekt der Unterschicht als auch die technokratische, harte Sprache der Nationalsozialisten abzubilden. Dennoch geraten einige Dialoge ziemlich hölzern und nur bedingt authentisch. Erstaunlich fand ich außerdem, dass Fallada es nur bedingt schafft, bei den Figuren die Oberflächlichkeit zu verlassen. Trotz eines auktorialen Erzählers erfahren wir zu selten etwas über das Innenleben und die Motivation der Figuren. Einige der Handlungen wirken sprunghaft, so etwa auch der Entschluss der Quangels, plötzlich ihr Schneckenhaus zu verlassen und die Postkarten zu schreiben. Er hatte im Jahre 1940 noch immer nicht begriffen, der gute Harteisen, dass jeder Nazi zu jeder Zeit bereit war, jedem Deutschen, der eine von seiner abweichende Meinung hatte, nicht nur alle Lebensfreude, sondern auch das Leben selbst zu nehmen. (S.201) Jetzt habe ich tatsächlich schon einige Kritik geübt, aber jetzt muss ich natürlich auch sagen, warum ich diesen Roman trotzdem lesenswert fand. Absolut beeindruckend und gleichzeitig bedrückend ist die Atmosphäre der Angst, die Fallada in seinem Buch beschreibt. Niemand ist wirklich sicher, ein falsches Wort genügt, manchmal braucht es nicht mal das, um den Argwohn der Gestapo auf sich zu ziehen. Überall lauern Denunzianten. Zwar gibt es gar nicht so viele echte Nazis, doch diese bestimmen den Ton und jeder, auch in vermeintlich sicherer Position, muss auf der Hut sein. Zum anderen ist dieser Roman eine Geschichte über das Gewissen. In einer Stimmung der permanenten Bedrohung entscheiden die Quangels sich dafür, nicht mehr zu schweigen, sondern ihren Kampf gegen das Regime aufzunehmen. Zwar tun sie dies mit bescheidenen Mitteln und das wirklich Tragische ist, dass sie so gut wie niemanden erreichen, aber sie bewahren sich ihre Würde und ein erhobenes Haupt bis zum bitteren Ende. Diese Botschaft ist auch die wahre Stärke des Buches, so dass man dem Autor die oben beschriebenen Mängel verzeiht.

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    • 14
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  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    • 2656
  • Erschütternd, traurig und belehrend

    Jeder stirbt für sich allein

    StefanSchweizer

    03. July 2016 um 12:24

    Hans Falladas letzter Roman "Jeder stirbt für sich allein" ist nun in einer schönen, neu rekonstruierten Auflage im Aufbau Verlag erschienen. Der Roman ist erschütternd, tieftraurig und doch zugleich lehrreich. Er handelt von Tod, Wahnsinn, Sucht und allen erdenklichen menschlichen Niederträchtigkeiten, die während der Nazi-Diktatur begangen wurden.Das Arbeiter-Ehepaar Quangel entschließt sich nach dem Tod ihres Sohnes zum offenen Widerstand gegen das Hitler-Regime. Dazu verfassen sie Postkarten, die offen zum Widerstand aufrufen. Die GESTAPO kommt ihnen nach einiger Zeit auf die Spur und inhaftiert sie. Unfreiwillig reißen sie weitere Personen ins Unglück, bis das Ganze vor dem Volksgerichtshof und dem juristischen Ungeheuer Freisler endet."Jeder stirbt für sich allein" ist keine leichte Kost. Aber die Lektüre ist dennoch in jedem Fall zu empfehlen. Es entsteht ein markerschütterndes Panorama Berlins zur Nazizeit. Wo Wahnsinn, Lug, Trug und Tod an der Tagesordnung sind, bleibt jede Menschlichkeit auf der Strecke. Und dennoch gibt es einzelne Versuche, anständig zu bleiben gegenüber einem System, das alles Menschliche auszurotten sich auf die Fahnen geschrieben hat. Unbedingt lesen! 

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  • Jeder stirbt für sich allein!

    Jeder stirbt für sich allein

    HomersEvil

    06. May 2016 um 02:04

    Anständig bleiben! Sich noch im Spiegel anschauen können! Nicht mitmachen wollen, zumindest nicht mehr! Den Sohn nicht mehr verlieren! Dieser verfluchte Krieg! Dieser verfluchte Führer! Wo bleibt hier die Gerechtigkeit? Diese und ähnliche Gedanken gehen Otto Quangel nicht mehr aus dem Kopf. Er hat gerade die Nachricht erhalten, dass sein Sohn im siegreichen Frankreich-Feldzug gefallen ist. Wir schreiben das Jahr 1940. Seine Frau, Anna Quangel, gibt ihm indirekt die Schuld daran, hat doch "sein Führer" schließlich den Krieg vom Zaun gebrochen. Diese Worte, "sein Führer", schlagen Otto Quangel auf den Magen. Es muss sich etwas ändern. Viel zu lange hat er sich aus allem raus gehalten, wollte nichts sehen, wollte nur seine Ruhe, hat nicht hingehört, tat seinen Dienst, war ein Rädchen, ein Rädchen, dass all dies, dieses tausendjährige Reich ermöglichte! Doch damit soll endgültig Schluss sein! Otto Quangel beschließt zu handeln! Er schreibt eine Karte, ja eine einfache Karte, doch dies Karte soll nur der Anfang sein. Sie soll die Menschen aufrütteln, sie aus der alltäglichen Lethargie befreien, Augen öffnen! Der Inhalt der Karte kann den Kopf kosten, darüber ist sich Otto Quangel im Klaren, und doch platziert er sie im Treppenhaus eines belebten Bürogebäudes. Dieser Karte, den Führer und sein Reich aufs schärfste verunglimpfend und entlarvend, sollen noch viele weitere folgen. Doch natürlich blieben diese defätistischen Aktivitäten nicht unbemerkt. Die Gestapo setzt alles daran, jeden Zweifel an der Unfehlbarkeit ihres Führers im Keim zu ersticken. Koste es was es wolle und wen es wolle! Jeder der sich nur irgendwie verdächtig machte, konnte schon verloren sein. Und so geraten natürlich auch die Quangels in das Visier der Geheimen Staatspolizei. „Was haben Sie sich denn eigentlich auch gedacht, Quangel? Sie, ein einfacher Arbeiter, haben gegen den Führer kämpfen wollen, hinter dem die Partei, die Wehrmacht, die SS, die SA stehen? Gegen den Führer, der schon die halbe Welt besiegt hat und in ein, zwei Jahren unsern letzten Feind besiegt haben wird? Das ist doch lächerlich! Das müssen Sie sich doch von vornherein sagen, dass das schief gehen musste! Das ist wie wenn eine Mücke gegen einen Elefanten kämpfen will. Das verstehe ich nicht, Sie, ein vernünftiger Mann!“ „Nein, das werden Sie nie verstehen. Es ist egal, ob nur einer kämpft, oder zehntausend; wenn der eine merkt, er muss kämpfen, so kämpft er, ob er Mitkämpfer hat oder nicht. Ich habe kämpfen müssen, und ich würde es immer wieder tun. Nur anders, ganz anders.“ Hans Fallada hat mit seinem Roman ein Bild dieser Zeit gezeichnet. Ein Bild so scharf und unglaublich klar, und dabei doch so natürlich, dass es einem fast weh tut, wenn man genau hin sieht und es erlebt. Doch der sich dabei einstellende Schmerz ist wohl nur ein Hinweis darauf, dass das, was sich damals abgespielt hat, auch wieder abspielen kann. Ja sich vielleicht sogar heute, gerade jetzt, in dieser unseren Zeit, wieder abspielt! Ich wünschte damals, in dieser dunklen Zeit hätte es mehr Lichtpunkte wie die, der Quangels gegeben. Ich wünschte mehr Menschen hätten den Mut aufgebracht, einfach anständig zu bleiben! Damals wie heute!

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  • Berliner Widerstand im Dritten Reich

    Jeder stirbt für sich allein

    JoKeplin

    28. April 2016 um 16:59

    Die Quangels verlieren ihren einzigen Sohn im Zweiten Weltkrieg. Das ist der Auftakt für das Paar, auf ihre Art Widerstand zu leisten - fortan schreiben sie Postkarten mit Anti-Hitler-Aufrufen und legen sie über zwei Jahre lang unentdeckt in Geschäftshäusern aus. Parallel lernen wir ua den Kommissar Escherich, welcher mit diesem "Fall Klabautermann" betraut wird, den Kammergerichtsrat Fromm, welcher als Pensionär den Widerstand eher intellektuell ohne emotionale Beteiligung betreibt und die Persickes kennen, eine typische Brut des nationalsozialistischen Systems.Das Buch ist sehr eingängig geschrieben. Es besticht durch die karikiierte Zeichnung der Figuren, ohne sie zu verdammen. Der Kommissar als Teil des Systems handelt willkürlich und erfährt später am eigenen Leibe die Willkür des Systems. Überhaupt handeln die Protagonisten nicht als überzeugte Nationalsozialisten, sondern, um sich ganz egozentrisch persönliche Vorteile zu verschaffen. Der Roman beruht auf der wahren Geschichte des Weddinger Ehepaares Hampel und gerät dadurch zu einem Stück Zeitgeschichte. Der Autor wollte diesen Stoff zunächst nicht annehmen, da er selbst während des Dritten Reichs eher opportunistisch unterwegs war und sich hiermit nicht mit fremden Federn schmücken wollte - das spricht doch für ihn!

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  • Leserunde zu "Jeder stirbt für sich allein" von Hans Fallada

    Jeder stirbt für sich allein

    NiWa

    Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden. Die Leserunde beginnt am 10.2.2016. Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen. !!! Wichtig: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost !!! Für den Oktober haben wir uns „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada vorgenommen. Klappentext: „Ein einzigartiges Panorama des Berliner Lebens in der Nazizeit: Hans Falladas eindringliche Darstellung des Widerstands der kleinen Leute avancierte rund 60 Jahre nach ihrer Entstehung zum überragenden Publikumserfolg in Deutschland und der Welt. Millionen Leser sind berührt von der Geschichte des Ehepaars Quangel, das nach dem Kriegstod des Sohnes einen ganz privaten Weg findet, sich gegen das unmenschliche Regime zur Wehr zu setzten und so die eigene Seele zu retten. Der Sensationsbestseller – in mehr als 30 Sprachen übersetzt Ein Berliner Ehepaar wagte einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis und wurde 1943 hingerichtet. Von ihrem Schicksal erfuhr Hans Fallada aus einer Gestapo-Akte, die ihm durch den Dichter und späteren Kulturminister Johannes R. Becher in die Hände kam. Fieberhaft schrieb Fallada daraufhin diesen Roman nieder und schuf ein Panorama des Lebens der „normalen“ Leute im Berlin der Nazizeit: Nachdem ihr Sohn in Hitlers Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstands setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass Kommissar Escherich ihnen längst auf der Spur ist. – Diese Neuausgabe präsentiert Falladas letzten Roman endlich in der ungekürzten Originalfassung und zeigt ihn rauer, intensiver, authentischer. Ergänzt wird der Text durch ein Nachwort, Glossar und Dokumente zum zeithistorischen Kontext.“ Die Leserunde beginnt am 10. Februar und die Klassiker-Leserunden-Gruppe freut sich über jeden, der mit uns Hans Falladas „Jeder stirbt für sich allein“ lesen will.:-) Wichtig ist, dass es auch von diesem Klassiker verschiedene Ausgaben geben kann. Sollten hier markante Unterschiede auffallen, gebt bitte in der Rubrik Meine Ausgabe Bescheid, damit wir die Einteilung dementsprechend anpassen können. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist natürlich jede Version in Ordnung. Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen! • Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit die Leserunde übersichtlich bleibt. • Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen! Zur Einteilung der Leseabschnitte ------------------------------------------------ Meine Ausgabe ist in 4 Teile und 73 Kapitel gegliedert und danach habe ich die Leserunde eingeteilt: 1. Leseabschnitt: Teil 1/Kapitel 1 - 11 2. Leseabschnitt: Teil 1/Kapitel 12 - 19 3. Leseabschnitt: Teil 2/Kapitel 20 - 27 4. Leseabschnitt: Teil 2/Kapitel 28 - 33 5. Leseabschnitt: Teil 3/Kapitel 34 - 44 6. Leseabschnitt: Teil 3/Kapitel 45 - 51 7. Leseabschnitt: Teil 4/Kapitel 52 - 63 8. Leseabschnitt: Teil 4/Kapitel 64 - Ende

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  • Bedrückendes Portrait Berlins im Jahre 1940

    Jeder stirbt für sich allein

    blauerklaus

    "Nein, das werden Sie nie verstehen. Es ist egal, ob nur einer kämpft oder zehntausend, wenn der eine merkt, er muss kämpfen, so kämpft er, ob er Mitkämpfer hat oder nicht….“ (Seite 501) Der erstmals 1947 erschienene und ab 2002 mit großem, überraschenderweise auch internationalem Erfolg, erstmals ungekürzt veröffentlichte Roman beschreibt das Schicksal des Ehepaars Anna und Otto Quangel, die im Berlin des Jahrs 1940 versuchen durch das anonyme Verteilen regimekritischer Postkarten und Briefe gegen das Naziregime zu opponieren. Der Roman basiert auf dem authentischen Fall des Ehepaars Otto und Elise Hampel, die 1943 in Berlin wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ und „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Im ersten Teil des Buches werden die Quangels und ihre Mitbewohner in der Jablonskistrasse 55 in Berlin eingeführt. Mit dem Haus in der Jablonskistrasse und seinen Bewohnern zeichnet Fallada einen Queerschnitt durch die deutsche Bevölkerung des Jahres 1940: Die ängtliche Jüdin, die sich nicht mehr auf die Straße traut, die parteitreue Nazifamilie, der ruhigen Ex-Richter, der bereits resigniert hat, der Denunzianten und Gelegenheitsdieb und eben das Ehepaar Quangel, die nach dem Tod des einzigen Sohnes die Sinnlosigkeit und Ausweglosigkeit des von Hitler angezettelten Krieges erkennen und beschließen auf ihre Art Widerstand zu leisten. Sie erstellen Postkarten mit regimekritischen Texten und verteilen diese anonym in ganz Berlin. Meistens hinterlegen sie die Postkarten in den Treppenhäusern vielbesuchter Merhfamilienhäuser. Ihr Treiben bleibt nicht lange unbemerkt und der Gestapo-Beamte Escherich wird mit der Aufklärung des Falles beauftragt. Im weiteren Verlauf des Romans verfolgt der Leser Escherichs Suche nach dem Kartenschreiber und das Schicksal einiger weiterer Figuren. Der letzte Teil widmet sich größtenteils der Beschreibung der Erlebnisse des Ehepaars Quangels nach der Verhaftung und deren absurde Gerichtsverhandlung vor dem Volksgerichtshof. In meinen Augen beschreibt der Roman sehr gut die Stimmung, die im Berlin der 1940er-Jahre herrschte. Misstrauen, Argwohn und Denunziantentum prägten die Gesellschaft in dieser Zeit. „Er hatte im Jahre 1940 noch immer nicht begriffen, der gute Harteisen, dass jeder Nazi zu jeder Zeit bereit war, jedem Deutschen, der eine von seiner abweichende Meinung hatte, nicht nur alle Lebensfreude, sondern auch das Leben selbst zu nehmen.“(Seite 201) Fallada benutzt eine sehr einfache und gut lesbare Sprache, er hat hier wirklich „dem kleinen Mann auf der Straße“ auf den Mund geschaut. Durch den Schreibstil und die an einen Kriminalroman erinnernden Elemente mit dem Kommissar Escherich liest sich der Roman ungeheuer spannend. Allerdings verzichtet Fallada auf eine allzu genaue Charakterisierung seiner Protagonisten. Die Motivation der Quangels zum Widerstand wird mit dem Tod des Sohnes zwar erklärt, eine weitere Auseinandersetzung mit der Regierung wird jedoch, ebenso wie bei den meisten anderen Charakteren, nicht beschrieben. Einige Handlungsfäden, von denen man zu Beginn glaubt, sie werden im Roman später noch eine Rolle spielen, werden später entweder gar nicht oder nur sehr halbherzig wieder aufgenommen. Die kleine Nebenhandlung über den Sohn eines Mitbewohners der Jablonskistrasse 55 erscheint, insbesondere das letzte Kapitel, ein bisschen kitschig, aber vielleicht wollte Fallada seinen Lesern so kurz nach Ende des Krieges kein allzu trostloses Ende zumuten. Da merkt man diesem Roman dann doch an, dass Fallada die 800 Manuskriptseiten in der unglaublichen Zeit von nur knapp vier Wochen geschrieben hatte. Fazit: Ein sehr lesenswerter und spannender Roman, der am Beispiel der Quangels zeigt wie wichtig es ist für seine Überzeugungen zu kämpfen – und sei es nur darum um mit dem eigenen Gewissen leben zu können. Denn die erhoffte Wirkung haben die Quangels mit ihren Postkarten nicht erreicht, die Finder hatten viel zu viel Angst um diese weiter zu verbreiten und so sind fast alle sofort in die Hände der Gestapo gewandert. Einen immerhin haben sie zum Nachdenken bringen können. Kommissar Escherich erkennt letztlich wer von beiden auf der richtigen Seite steht. “Hier stehe ich, wahrscheinlich der einzige Mann, den Otto Quangel durch seine Karten bekehrt hat. Aber ich bin dir nichts nutze, Otto Quangel, ich kann dein Werk nicht fortsetzen. Ich bin zu feige dazu. Dein einziger Anhänger, Otto Quangel!“ Seite 506 Im sehr interessant zu lesendem Anhang des Romans sind Fotos und Dokumente über das Ehepaar Hampel und ein kurzer Bericht über die Entstehungsgeschichte des Romans enthalten. Vor- und Nachsatz der gebundenen Ausgabe enthalten einen historischen Stadtplan von Berlin, auf der die Handlungsorte des Romans (Vorsatz) bzw. die Fundorte der Karten (Nachsatz) gekennzeichnet sind. Die mittlerweile fünfte Verfilmung (mit Emma Thompson als Anna Quangel und Daniel Brühl als Kommissar Escherich) des Stoffes hatte übrigens gerade auf der Berlinale Weltpremiere.

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    • 4
  • Der kleine große Widerstand der Quangels...

    Jeder stirbt für sich allein

    Miamou

    Nachdem ihr Sohn in Hitlers Krieg gefallen ist, wollen Anna und Otto Quangel Zeichen des Widerstands setzen. Sie schreiben Botschaften auf Karten und verteilen sie in der Stadt. Die stillen, nüchternen Eheleute träumen von einem weitreichenden Erfolg und ahnen nicht, dass Kommissar Escherich ihnen längst auf der Spur ist. ************************************************************ Ein beeindruckendes Buch. Ein starkes Buch. Ein hoffnungsvolles Buch. Fallada entführt den Leser in die Zeit des Nationalsozialismus und des 2. Weltkriegs. Frankreich ist besetzt und Hitler – Deutschland plant schon den nächsten Clou gegen England. Der Leser befindet sich allerdings in der Berliner Jablonskistraße, bei den kleinen Leuten, wo den Krieg jeder anders wahrnimmt. Da gibt es die Jüdin Fr. Rosenthal, die um ihr Leben fürchtet, nachdem man ihren Mann bereits abgeholt hat, ihr gegenüber die Familie der Parteigenossen, richtige Nazis, die sich als große Sieger fühlen. Dr. Fromm, der weiß, dass das System nicht richtig handelt und im Kleinen das Gute tut, Hr. Barkhausen, der keine Skrupel hat für sich den größten Profit herauszuschlagen, auch wenn er dabei über Leichen geht und das Ehepaar Quangel, das erfahren muss, dass der einzige Sohn im Krieg gefallen ist und daher beschließt ein Zeichen des Widerstandes zu setzen. Und so wird die erste Postkarte mit den Worten „Mutter! Hitler hat deinen Sohn getötet….“ geschrieben und abgelegt. Sehr bildhaft und sprachlich authentisch ist es dem Autor gelungen einen großen Schatz für ein Bücherregal zu erschaffen. Er hat sich dabei an das Ehepaar Hampel gehalten, das diesen Widerstand durch abgelegte Postkarten tatsächlich in dieser Form durchgeführt hat und dafür des Hochverrats angeklagt und hingerichtet wurde. Dem Leser ist schon von vornherein klar, dass es auch für die Quangels kein Entrinnen geben wird und doch gibt der Leser die Hoffnung nie auf, da selbst in den grausamsten Situationen noch kleine Lichtblicke für unsere Protagonisten zu sehen sind. Fallada ist mit seinen Beschreibungen seiner Figuren weit weg von jeder Schwarz – Weiß Malerei und räumt dadurch mit vielen zu schnell gemachten Vorurteilen auf. Für mich persönlich hat er dies am besten mit der Figur des Kommissars Escherich festgemacht. Als Kriminalist bei der Gesapo natürlich ein Obernazi, der seine Stellung ausnützt und nicht davor zurückschreckt auch mal grob zu sein. Zugleich zeigt er aber in schwachen Momenten zutiefst menschliche Seiten, sodass er für den Leser nicht als „großes Monster“ erscheint, sondern dass man ihn auch durchaus sympathisch finden kann. Er erlebt, man könnte es so ausdrücken, eine fast besondere Bekehrung. Generell wird in dem Buch auch aufgezeigt, dass der Widerstand gegen das Naziregime doch wesentlich größer war, als man vielleicht annehmen will und auch, dass die Bevölkerung über die Machenschaften der Nazis mehr wusste, als diese glaubten. Für mich zeigte sich das sehr schön in der Gerichtsverhandlung der Quangels, wo beide bereits wussten, dass der Tod auf die wartet und sie sich kein Blatt mehr vor den Mund nehmen mussten. Mutig haben sie sich in dieser Situation gegen Hitler und seine Schergen gestellt. Was mir auch noch besonders gut gefallen hat, war die aufgezeigte Diskrepanz der Nazis, die von der Bevölkerung absoluten Gehorsam einforderten und sie auch dabei bespitzelte, während sie selbst es mit ihren aufgestellten Regeln und Forderungen nicht ernst nahmen (bspw.: dass Frauen genauso ihren Beitrag zum positiven Kriegsverlauf beitragen sollen, wie die Männer). Das gesamte Regime wurde tatsächlich gut als ein Widerspruch in sich dargestellt. Fallada hat einen tollen Schreibstil. Man könnte meinen, dass er im Kaffeehaus neben einem sitzt und diese Geschichte erzählt. Er verwendet alltägliche Redewendungen und hat der Berliner Bevölkerung auf den Mund geschaut. Gleichzeitig findet man auch immer wieder leichten unterschwelligen Sarkasmus, der das Buch extrem lesenswert macht. Ich freue mich sehr darüber, dass ich dieses Buch in einer Klassikerrunde mitgelesen habe. Alleine hätte ich es bestimmt nicht entdeckt und mir wäre etwas wirklich wunderbar Schönes durch die Lappen gegangen.

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    • 8
  • So gut...

    Jeder stirbt für sich allein

    ChubbChubb

    28. February 2016 um 14:15

    Deutschland hat gewonnen, Frankreich kapituliert - in einem Mietshaus feiert das jeder anders. Die getreuen Nazis saufen, die Jüdin bangt, Dr. Fromm nutzt seine Position im System um Gutes zu tun, die Ganoven Barkhausen und Enno Kluge wittern Provit und die Quangels verlieren den Glauben an das System - ihr einziger Sohn ist im Krieg gefallen.  Fallada zeigt das alltägliche Leben mitten im Krieg. Wer beobachtet wen, wer könnte einen verpfeifen, wer macht gerne mit, bei wem tun sich Zweifel auf, wie gewinnt man, wie verhindert man Verlust in der Nazi-Zeit.  Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind die Taten des Ehepaars Quangel, die ihren ganz eigenen Protest ausüben. Sie geraten in das Visier von Nachbarn, Arbeitskollegen und Polizei.  Fallada zeigt in seinem Roman, dass im NS-System, zwar keiner Mitmachen will, aber es alle dennoch tun, aus Angst oder aus Gier. Und die, die ohne Frage mitmachen sind die dummen, die gierigen und die skrupellosen, die selbst den eigenen Vater in die Euthanasie übergeben. Dabei macht er das ohne erhobenen Zeigefinger, sondern auf Augenhöhe seiner Figuren. Teilweise ironisch, manchmal auch melancholisch.  Schrecklich gutes und aktuelles Buch. 

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  • Was für ein Buch!

    Jeder stirbt für sich allein

    Betsy

    "Es ist egal, ob nur einer kämpft oder zehntausend, wenn der eine merkt, er muss kämpfen, so kämpft er, ob er Mitkämpfer hat oder nicht."Falladas letzer Roman schildert das Leben in Nazi-Deutschland anhand vieler einfacher Leute. Die Geschichte kreist um das Ehepaar Quangel, welche nachdem ihr einziger Sohn im Krieg gefallen ist, beginnen Botschaften auf Karten zu schreiben, in denen sie Hitler und das System kritisieren und zum Widerstand aufrufen. Während diese hoffen, damit viele Leute zum Umdenken zu bringen, ist ihnen die Gestapo schon auf den Fersen in Gestalt des Kommissars Escherich.Die Figuren der Quangels basieren auf dem Ehepaar Otto und Elise Hampel, welche wirklich diese Karten schrieben und 1943 hingerichtet wurden. Fallada erfuhr aus einer ihm zugespielten Gestapo-Akte von deren Schicksal und verarbeitet sie in diesem wirklich großartigem Buch, dessen Titel schon sehr gut die Stimmung in dieser Zeit wiedergibt."...wenn man erst einmal eine Sache für wahrhaftig erkannt hat, so muss man eben für sie kämpfen. Ob du den Erfolg erlebst oder derjenige, der an deine Stelle getreten ist, das ist egal."Obwohl man ja gleich von Anfang an weiß, dass diese Geschichte mit dem Tode des Ehepaars Quangel endet, kann man nicht umhin bis zuletzt für diese zwei aufrechten Menschen mitzuhoffen und zu bangen, bis sich ihr so trauriges Schicksal erfüllt.Rund um die Quangels spielen noch viele andere Figuren ihre Rollen und man erlebt ihre teils unglücklichen und tragischen Schicksale mit. Obwohl es eine zutiefst bedrückende Geschichte ist, fließen aber auch sehr schöne Momente hinein, wie das Verständnis und die ehrliche Zuneigung der Eheleute Quangel. Bis zuletzt versuchen sie sich gegenseitig Kraft und Mut zu geben. Diese zwei Menschen schaffen es, sich ihren Stolz bis zur letzten Minute zu bewahren und für ihre Sache einzustehen, was einem wirklich die Tränen in die Augen treibt. Es gibt immer wieder Menschen, die hier still und heimlich versuchen zu helfen wo sie können, genauso wie es auch die simple Brutalität zu dieser Zeit gibt und den Leuten die diese Macht genießen.Fallada versteht es immer wieder solche kleinen Lichtblicke in dieser ansonsten so erdrückenden Geschichte einfließen zu lassen. Sei es auch noch so wenig, was man in dieser schrecklichen Zeit tun konnte, so half es doch vielen die Hoffnung auf bessere Tage nicht gänzlich zu verlieren."Wozu hat man denn gelebt auf dieser Welt, wozu hat man Kindern das Leben geschenkt, sich an ihrem Lächeln, ihren Spielen erfreut, wenn dann Tiere aus ihnen werden?"Die Atmosphäre der Schuldgefühle und Angst ist hier allgegenwärtig und man muss immer und überall darauf gefasst sein, von der Gestapo eingesammelt zu werden und sei es auch nur deshalb, weil jemanden beim stundenlangen Verhör ein Name herausrutscht."Die Luft stank nach Verrat. Keiner konnte dem andern noch trauen, und in dieser schrecklichen Atmosphäre schienen die Leute immer mehr gegen alles abzustumpfen, wurden nur noch zu Teilen der Maschine, die sie bedienten."Jeder dieser Charaktere stellt sich oftmals selbst in Frage und viele der Figuren sind nicht nur schlecht. Der Autor schafft es, das der Leser auch gegenüber den eigentlich "bösen" hier teilweise wirklich Sympathie empfindet, weil sie ja nicht immer nur schlecht waren oder sind.Die Sprache, die teilweise besonders durch das Berlinerische recht derb vermittelt wird, trägt seinen Teil dazu bei dieses Buch so authentisch zu machen.Sehr schön waren die Bilder gegen Ende des Buches von den "echten" Quangels und das Nachwort in dem vom Leben des Autors und von der Entstehung dieses Romans erzählt wird und inwieweit in mancher Hinsicht die allererste Ausgabe doch gekürzt wurde in bestimmten Bereichen.Fazit: Eine wirklich außergewöhnliche Geschichte, die gerade durch den bedrückenden Realismus besticht und aufzeigt, dass es nicht nur "gut" und "böse" zur Zeit der Nazis gab. Fallada schreibt hier zum größten Teil über die kleinen Leute, also Leute wie du und ich, die auf ihre Weise versuchen mit der neuen Realität des Nazi-Deutschlands zurecht zukommen. Auch wenn es ein "harter" Stoff ist, der hier verarbeitet wird, gibt es auch sehr liebevolle und rührende Momente, die es einem schwer machen hier Abstand zur Geschichte zu halten. Ich kann nur sagen, lest es, nehmt euch Zeit dafür und ihr werdet es ganz sicher nicht bereuen!

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    • 4
  • Schonungslose Wahrheiten ...

    Jeder stirbt für sich allein

    engineerwife

    07. January 2016 um 13:18

    Ein Monatshighlight! Gestern Abend habe ich diesen Wälzer zugeklappt und bin immer noch ganz atemlos. Wie aus dem Klappentext ersichtlich, handelt es sich bei diesem Roman um das Schicksal des Ehepaar Quangels während des zweiten Weltkriegs. Locker basiert die Geschichte auf einer wahren Begebenheit, die dem Ehepaar Otto und Elise Hampel das Leben kostete. Mit schonungsloser Wahrheit schildert Rudolf Ditzen alias Hans Fallada das Leben unter dem Nationalsozialismus. Mir kam es als Leser vor, als hätte er sich direkt nach Kriegsende direkt auf diese Story gestürzt. In rasender Schnelle, nämlich in sage und schreibe nur vier Wochen, erschuf er dieses Epos. Es ist einfach etwas anderes, die Vorkommnisse, Verbrechen und Gräueltaten der kleinen und großen Lichter der damaligen Zeit von einem Zeitgenossen zu erfahren. In diesem Buch geht es z. B. nur ganz am Rande um das Thema Judenverfolgung. Wie sehr man bewacht wurde und wie sehr man sich davor fürchten musste, aus einem mehr oder weniger nichtigen Grund selbst im Gefängnis, im KZ oder schlimmstenfalls am Galgen zu landen, wird einem schmerzhaft vor Augen geführt. Es ist kein Wunder, dass viele sich am liebsten bedeckt hielten. Bloß nicht auffallen. Es war an der Tagesordnung, dass der heute Hochgelobte schon morgen tief gefallen war in der Gunst der Gestapo und der Partei. Das Buch hat mich als Leser mal wieder wach gerüttelt und daran erinnert, wie gut wir es im Moment in unserem Land haben. Mögen noch viele friedvolle Jahre vor uns liegen. Von mir bekommt das Buch, ganz besonders in dieser neuen, vollständigen Ausgabe, eine absolute Leseempfehlung.  

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