Kleiner Mann – was nun?

von Hans Fallada 
4,2 Sterne bei187 Bewertungen
Kleiner Mann – was nun?
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Mit Pinneberg und Lämmchens Liebe zueinander durch die Übel der Weltwirtschaftskrise - aktueller denn je und ganz zu Recht ein Klassiker.

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Immer auf den Punkt, erstaunlich aktuell und erschütternd

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Inhaltsangabe zu "Kleiner Mann – was nun?"

Der Weltbestseller erstmals so, wie Fallada ihn schrieb.

Zu brisant, um so gedruckt zu werden: Von der Urfassung des Romans, der Hans Fallada am Vorabend der Machtergreifung der Nazis zum international gefeierten Erfolgsautor machte, wurde ein Viertel noch nie veröffentlicht.

Der Verkäufer Johannes Pinneberg und seine Freundin Lämmchen erwarten ein Kind. Kurz entschlossen heiratet das Paar, auch wenn das Geld immer knapper wird. Trotz Weltwirtschaftskrise und erstarkender Nazis nimmt Lämmchen beherzt das Leben ihres verzweifelnden Mannes in die Hand. In dieser rekonstruierten Urfassung führt ihr gemeinsamer Weg noch tiefer ins zeitgenössische Berlin, ins Nachtleben und in die von den „Roaring Twenties“ geprägten Subkulturen. Die politischen Probleme der damaligen Zeit werden so plastisch wie in wenigen anderen Texten.

Jetzt mit Charlie Chaplin, Robinson Crusoe, Goethe, Wilhelm Busch und dem Prinzen von Wales.

"Man hat das große Glück, ein Buch, das man glaubte schon zu kennen, noch mal lesen zu können, als wäre es neu.“ Volker Weidermann, Literarisches Quartett --

"Das Buch ist konkreter geworden und wirkt nun deutlich authentischer in seiner Zeit verankert: Der kleine Mann hört jetzt von Charlie Chaplin. Er träumt von Robinson Crusoe." Marc Reichwein, Literarische Welt --

“Dass das Original jetzt zu lesen ist, ist großartig.” Julia Encke, FAS --

"Jetzt erscheint Falladas Roman in der Version, wie der Autor sie geschrieben hat vor dem 'Zurechtschustern', vor den Konzessionen." Volker Weidermann, Der Spiegel --

"Eine Sensation." Jan Ehlert, NDR --

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351036416
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:557 Seiten
Verlag:Aufbau Verlag
Erscheinungsdatum:17.06.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 17.06.2016 bei Aufbau audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Buchgespensts avatar
    Buchgespenstvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Immer auf den Punkt, erstaunlich aktuell und erschütternd
    Kleine Leute – große Sorgen

    Johannes Pinneberg und Emma Mörschel lieben sich und so ist es für sie keine Frage zu heiraten als sie erfahren, dass Emma schwanger ist. Eine alltägliche Geschichte – doch es sind die 1920er, die Zeit der großen Wirtschaftskrise, die besonders die kleinen Leute hart trifft. Pinneberg ist ein Angestellter, der seinen Job verliert als sein Arbeitgeber von seiner Ehe erfährt. Auf ein vages Versprechen hin zieht er mit Emma nach Berlin zu seiner Mutter, doch auch hier muss er um jeden Schritt kämpfen. Wie viel Leid und Not kann eine Liebe überstehen? Emma und Pinneberg lassen sich nicht unterkriegen.

    Ein zutiefst erschütterndes und gleichzeitig herzerwärmendes Buch von streckenweise brutaler Aktualität. Jeden Schicksalsschlag der Pinneberg trifft, spürt der Leser schmerzhaft. Nüchtern und immer auf den Punkt trifft Fallada jede Eigenart seiner Zeit, des Lebens selbst und der harten Welt. Ein Zeitzeugnis ist die Darstellung der Arbeitswelt, wie der kleine Angestellte seinen Arbeitgebern und ihren Launen ausgeliefert war und wie die Wirtschaftskrise die Situation zusätzlich verschärft; anderes, wie die Szenen mit Behörden, ob Krankenkasse oder Arbeitsamt, ist wiederum von trauriger Aktualität. Falladas Feder ist spitz, er trifft die Grausamkeit des Unpersönlichen genau und das Lachen bleibt dem Leser im Halse stecken. Rührend ist die Liebesgeschichte von Pinneberg und Emma. Naiver Glaube an die Zukunft, romantische Sicht auf die Welt und ein unverdrossener Kampf mit allen Mühsalen und Unwägbarkeiten des Lebens mischen sich mit der Ausweglosigkeit der Situation und dem Geschichtswissen des Lesers zu einer herzzerreißenden Tragik. Das hat mir die Lektüre auch sehr schwer gemacht. Literarisch ist das Werk einzigartig, doch mir fiel die düstere Atmosphäre schwer.

    Eine Geschichte, die zeitloser ist als sie sein sollte und dem Leser gleichzeitig bewusst macht, wie gut es einem in der heutigen Zeit geht. Nicht einfach, aber ein Buch, das sich lohnt!

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    gstvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Gesellschaftsroman von 1932, der zeigt, dass vieles im Leben gleich geblieben ist. Er gibt tiefe Einblicke in eine junge Ehe.
    Lesenswerter Gesellschaftsroman

    Hans Fallada gibt uns in seinem 1932 herausgebrachten Roman „Kleiner Mann – was nun?“ tiefe Einblicke in das Leben eines jungen Paares zur Zeit der Weltwirtschaftskrise: Viele Menschen waren arm und Arbeitsstellen rar. Allen Widrigkeiten zum Trotz versuchen sich Pinneberg und sein Lämmchen ein ehrliches gemeinsames Leben aufzubauen.

    Auch wenn Frauen damals noch nichts zu sagen hatten, entwickelt sich Lämmchen zur Lebenstüchtigeren. Pinneberg dagegen wird immer unsicherer: die Last, in diesen Zeiten eine Familie zu ernähren, liegt zentnerschwer auf ihm und raubt ihm jegliche Zuversicht.

    Der 1893 in Greifswald geborene Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen, der sich als Schriftsteller Hans Fallada nannte, entpuppt sich in seinem vierten Buch als hervorragender Beobachter. Seine Erfahrungen hatte er nach seiner humanistischen Vorbildung in der Landwirtschaft, als Nachtwächter, Handelsgehilfe und Anzeigenwerber gesammelt. Während sein Protagonist Pinneberg immer darauf bedacht ist, „sauber“ zu bleiben, schaffte es der Autor nicht, von seiner Drogensucht wegzukommen. Er starb 1947 morphium- und alkoholabhängig an Herzversagen.

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    Monsignorevor 2 Jahren
    Neuentdeckung eines großen Romans

    Fallada war ein extrem zurückhaltender Mensch mit einem geradezu verborgenen, aber sehr wachsamen Blick auf die Wirklichkeit seiner Zeit. Er benötigt 2-3 Sätze und die Figur steht dem Leser klar vor Augen.

    In diesem Roman sind es zwei Liebende aus einfachen bis chaotischen Verhältnissen und ab der Hälfte des Buches kommt ihr Baby dazu. Herzergreifend und anrührend ist die Story, ohne auch nur ansatzweise kitschig zu werden. Zu Beginn der 1930-er Jahre spielend, sind die Themen Arbeitslosigkeit, Hunger, Perspektivlosigkeit, Aufkeimen der politischen Extremen, Ausbeutung und Politikversagen. Dem beklemmenden Stoff wird die Liebesgeschichte entgegen gestellt und sehr geschickt dramaturgisch entwickelt.

    Fallada und sein Verlag kürzten den Roman aus politischen Gründen - und sie kürzten massiv. Jetzt liegt das Buch endlich in vollständiger Fassung vor. Die bisher fehlenden Textteile geben dem Buch ein neues Gesicht, eine neue literarische Intensität.

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    Federfees avatar
    Federfeevor 2 Jahren
    Leben in der Vor-Nazi-Zeit

    Die anrührende Geschichte vom jungen Pinneberg und seiner Frau 'Lämmchen', der erbärmliche Alltag der Menschen in der Vor-Nazi-Zeit, eine Schilderung ihrer Ausbeutung und Knechtung. Jeder ist gegen jeden und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht; Mitmenschlichkeit wird 'klein geschrieben'.

    Und trotz der ganzen Misere gelingt es den beiden, die ein Kind bekommen haben, ihre Werte nicht zu verraten. Das versöhnliche Ende klang für mich ein bisschen zu schön, aber wer Fallada kennt, weiß, dass er auch Bücher mit düsterem Schluss geschrieben hat.

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    -sabine-s avatar
    -sabine-vor 2 Jahren
    Kleiner Mann, was nun?

    „Kleiner Mann – was nun?“ schreibt die Geschichte eines jungen Paares in den 30er Jahren in Berlin und gibt damit ein gutes Bild der damaligen Zeit ab, die geprägt war von Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise. Dieses Buch ist die erstmals in Originalfassung erschienene Ausgabe, die um ein Drittel mehr an Seiten bietet als die bislang erschienenen Werke, und sicherlich wäre es interessant, beide Bücher zu lesen, um einen Vergleich ziehen zu können – andererseits ist dies aber nicht notwendig, denn der knapp 70seitige Anhang liefert hier einiges an Hintergrundinformationen, die auch genau diesen Vergleich mit aufgreifen. Doch nun erst mal zum Buch.

    Ich muss gestehen, dass ich zu Anfang etwas Probleme hatte, in die Geschichte reinzukommen, da ich den Schreibstil Hans Falladas doch sehr eigen und ungewöhnlich finde. Ich bin über einige Formulierungen gestolpert und habe mich gefragt, ob man damals tatsächlich so geredet hat, wie hier die Dialoge angelegt sind – ich fand die Sprache ungelenk und hölzern, manchmal auch umständlich. Trotzdem wirkt der Schreibstil locker und beschwingt – eigentlich gar nicht passend zur damaligen Zeit. Und so musste ich oft schmunzeln – alleine schon bei den Kosenamen, denn Johannes nennt seine Freundin „Lämmchen“, Emma ihren Zukünftigen dagegen „Junge“. Aber einmal eingelesen, habe ich mich auch an diesen Schreibstil gewöhnt und ihn im Verlauf dann auch genießen können.

    Die Geschichte selber hat mir zudem gefallen, einfach weil sie einen guten Einblick in das Berlin der 30er Jahre liefert und sie authentisch und glaubhaft wirkt. Dazu haben natürlich gerade auch die Charaktere beigetragen, die sehr gut gestaltet sind und ein Abbild der Menschen von damals mit ihren Sorgen und Ängsten, ihren Gefühlen und Gedanken darstellt. Zwar steht Johannes Pinneberg im Mittelpunkt der Geschichte, doch die eigentliche „Heldin“ ist für mich seine Frau „Lämmchen“, die mich mit ihrer herzlichen und gutmütigen, dennoch aber anpackenden Art einfach begeistert hat. Daneben wirkt Johannes, „Junge“, immer etwas rat- und hilflos – man hat den Eindruck, ohne sein Lämmchen würde er in dieser Zeit richtig untergehen. Aber trotzdem ist er in seiner unbedarften und hilflosen Art auch sympathisch, und ich habe mit den beiden in ihren Nöten richtig mitgelitten.

    Auch wenn der Schreibstil eher locker und leicht, manchmal sogar beschwingt daherkommt, die Geschichte ist es nicht – sie hat mich eher traurig gemacht und zum Nachdenken angeregt. Auch das Ende, das eher offen gehalten und keinesfalls ein „Happy-end“ ist, hat mich etwas bedrückt – aber es macht die ganze Geschichte sehr authentisch. Ich habe mich beim Lesen tatsächlich in die damalige Zeit versetzt gefühlt, weil Hans Fallada nicht nur die Gefühle und Gedanken der Protagonisten gut eingefangen hat, sondern weil er mit seinen Beschreibungen und Orten, an die er den Leser entführt, ein wunderbares Bild Berlins in den 30ern gezeichnet hat.

    Im Anschluss an die eigentliche Geschichte folgt der sehr ausführliche Anhang, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Er beschreibt, was seinerzeit bei Ersterscheinung alles verändert und gekürzt wurde und beleuchtet auch die Hintergründe, warum der Text mehrfach geändert bzw. angepasst wurde. Das hat die Aussage des Buches für mich noch mal mehr verändert und mich auch nach Beenden noch lange über die Geschichte und die damalige Zeit nachdenken lassen.

    Mein Fazit
    Hans Fallada hat mit diesem Buch ein interessantes Stück Geschichte eingefangen, nämlich die Situation des „kleinen Mannes“ im Berlin der 30er Jahre. An den eher lockeren und beschwingten Schreibstil, der so gar nicht zur Geschichte zu passen scheint, musste ich mich erst gewöhnen, dann aber hat mich die Geschichte gepackt und ich habe mit den sympathischen Protagonisten gefiebert. Die ist die erstmals in der Originalfassung erschienene Ausgabe, und der knapp 70seitige Anhang erklärt sehr gut, warum und welche Kürzungen es zuvor im Buch gegeben hat. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn es im Ende offen bleibt – aber es hat sehr glaubhaft das Leben zur damaligen Zeit vermittelt. Ich gebe ihm 4 von 5 Sternen.

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    MissWatson76vor 2 Jahren
    Ehrlich und warmherzig und aktueller denn je

    Ich kann nicht genau sagen, was gegenüber in der damaligen Ausgabe gekürzt wurde, aber ich habe das Buch damals auch nicht gelesen. Aber jetzt nach der Neuerscheinung kam ich doch nicht mehr so einfach daran vorbei. 

    Und ich muss sagen, es ist eines dieser Bücher, die einen nicht so einfach los lassen. Dabei scheint das Buch in einer Zusammenfassung gar nicht so wirklich aufregend zu sein. Es fließt kein Blut, es wird niemand umgebracht, es geht eigentlich nur ein ein ganz normales Leben zwischen Liebenden und Eheleuten und dem Beginn eines neuen Lebens dabei. Gut, es waren damals nicht ganz normale Verhältnisse, wenn man sich das Zeitgeschehen und die Politik und Gesellschaft anschaut. Aber mal ehrlich, haben wir heutzutage denn "normale" Verhältnisse, bei dem was alles so um uns herum passiert?
    Pinneberg und Lämmchen sind sehr einfache aber herzlich und warmherzige Personen, die man sehr gerne hat. Man kann nicht immer alles nachvollziehen, was sie tun und denken, aber man mag sie. Und man ist immer mit dem Herzen bei ihnen, wenn man sieht, wie es ihnen langsam immer mal ein wenig besser und doch schlechter geht. Sie lernen wie es ist zusammenzuleben, einen Haushalt zu führen und ein Kind zu bekommen und das in den ärmsten Verhältnissen und dann eigentlich auch mit Nichts in der Hand. Aber doch lassen sie sich nicht unterkriegen und sie verlieren die trotz allem die Hoffnung nicht. 

    Vielleicht ist das auch die Botschaft des Buches. Ein sehr schönes Buch und mutig gewesen, es zu schreiben, ehrlich und offen. Und ich denke aktueller denn je. 

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    HEIDIZvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Absolute Empfehlung auch für Leser, die ältere Ausgaben der Geschichte schon gelesen haben.
    Fallada in der Urfassung

    Kleiner Mann - was nun? Fragt Hans Fallada - und dieser Roman ist ein Klassiker. Ich habe ein Buch vorliegen, in dem erstmals die Originalfassung veröffentlicht ist in der ersten Auflage von 2016.

     

    1932 schrieb Fallada diese Geschichte nieder - es war eine alles andere als einfache Zeit - wirtschaftlich und auch politisch. Pinneberg ist ein Verkäufer und seine Frau Lämmchen ist ebenfalls eine der Hauptfiguren.

     

    Ich habe die Urfassung vorliegen, die um ein dritter umfangreicher und natürlich authentisch realer ist, als die bisher veröffentlichten Ausgaben. Die Lage des damaligen Deutschland wird ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen beschrieben - sozusagen als Hintergrund der fiktiven Handlung - nichts wird weggelassen, sodass das Bild komplett ist und man sich endlich zu 100 Prozent die Geschichte vor Augen führen kann.

     

    Auch wird durch die komplette ungekürzte Geschichte der Stil Falladas nicht verändert und auch nicht das, was er mit seiner Idee an die Leser bringen wollte.

    Das künstlerisch literarische Können des Autors, welches ich sehr schätze, seine besondere Feder sozusagen - ist in dieser Geschichte unbedingt zu spüren.

     

    Die Wirklichkeit von damals, die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten innerhalb der fiktiven Geschichte sind nicht beschnitten.

     

    Leseprobe:
    ========

     

    "Übrigens Tag, Frau."

    Und sie geben sich einen Kuss.

    "Gott, was schmeckst du kalt, Junge."

    "Es ist aber auch saukalt. Solche nasse Kälte."

    "Hast du trockene Füße? Sind sie auch warm? Wollen wir gleich essen?" ...

     

    Der Blick hinter die Kulissen einer Zeit, der noch heute nichts an Aktualität eingebüßt hat, hat mir sehr gut gefallen - alla Fallada in die fiktive Geschichte eingebunden, die vor dem hist. Hintergrund stattfindet und sehr spannend und authentisch bildhaft geschrieben ist.

     

    Absolute Empfehlung auch für Leser, die ältere Ausgaben der Geschichte schon gelesen haben.

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    Seni1979s avatar
    Seni1979vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderschön! Herrlich geschrieben.
    Herrlich

    Ich liebe den Stil von hans Fallada. Einfache Geschichte, wunderschön erzählt. Ein Buch zum immer wieder lesen!

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    ralluss avatar
    rallusvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zeitloser Klassiker, der durch seine klare Sprache und gute Laune besticht.
    Kleiner Mann ganz groß

    Pinnebergs Freundin Lämmchen ist schwanger und so müssen die beiden Anfang 20 heiraten. Pinneberg hat eine Stelle auf dem Land als Buchhalter muss aber seine Frau verstecken da die ungeliebte Tochter seines Chefs verheiratet werden soll und deswegen nur Junggesellen bei ihm arbeiten dürfen.

    Nach dem unvermeidlichen Rausschmiss findet Pinnebrg in Berlin bei seiner Mutter eine kurzfristige Bleibe und beim Herrengeschäft Mandel eine Anstellung.Das Geld reicht allerdings gerade so für alle notwendigen Ausgaben. Als die Situation bei seiner Mutter untragbar wird, zieht das junge Paar in eine günstige aber illegal vermietete Wohnung. Beide sind glücklich sich zu haben und geben sich meist in ihr Schicksal hin, alles hat seinen Preis:

    "Schließlich muß man gehen. Das Schreien ist nicht wiedergekommen oder es ist von der doppelten Polstertür abgefangen. Jedenfalls weiss man nun: auch Lämmchen wird so schreien.Es ist eigentlich etwas, was man gar nicht anders hätte erwarten sollen, man zahlt für alles, warum sollte man nicht gerade dafür zahlen?"

    Bei Mandel werden die Verkäufer mit geforderten Umsatzzahlen unter Druck gesetzt, die Arbeitslosigkeit ist 1932 sehr hoch, Arbeitsplätze sind rar und so nutzen die Unternehmer das eben aus.. Pinneberg gerät unter Druck und verliert seine Anstellung.

    "Wenn das auch alles nicht stimmt und nur Kintopp ist, das ist richtig, dass unsereiner immer Angst haben muss und dass es eigentlich ein Wunder ist, wenn es eine Weile gutgeht. Und dass immerzu was passieren kann, gegen das man ganz wehrlos ist, und dass man immerzu staunen muss, dass es nicht jeden Tag passiert."

    Sie müssen mit dem Kind in eine undichte Gartenhütte außerhalbs Berlin ziehen, Lämmchen näht mit geringem Gehalt bei hohen Herren, Pinneberg verliert nach 14 Monaten Arbeitslosigkeit fast seine Selbstachtung.

    "Und plötzlich begreift Pinneberg alles, angesichts dieses Schupo, dieser ordentlichen Leute, dieser blanken Scheibe begreift er, dass er draussen ist, dass er hier nicht mehr hergehört, dass man ihn zu Recht wegjagt: ausgerutscht, versunken, erledigt. Ordnung und Sauberkeit: es war einmal. Arbeit und sicheres Brot: es war einmal. Vorwärtskommen und Hoffen: es war einmal. Armut ist Makel, Armus heißt Verdacht."

    Doch an sich beiden halten sie fest, gemeinsam wird es ihnen wohl gelingen über die Runden zu kommen.

    Fallada ist ein zeitloser Roman über die Vorkriegs und Vornazizeit in Deutschland gelungen. Es sind einfache Menschen, mit alltäglichen Problemen die er beschreibt. Politisch wird er nur manchmal. Die Eltern von Lämmchen sind Arbeiter und betrachten den Angestellten Pinneberg misstrauisch. Bei Angestellten werden die Überstunden nicht bezahlt und sie streiken auch nicht. Die Umschichtung der Gesellschaft hat hier schon begonnen. Der moderne Sklave wurde geboren.

    Trotz der manchmal unbekannten Wörter die er verwendet, ist dieses Buch auch heute noch gut zu lesen. Fallada ist direkt und geht sensibel mit seinen Charakteren um, beschreibt eindringlich deren Ängste und Wünsche. Ausserdem hat er eine leichte und frohgemute Art zu schreiben. Das Buch hat eine Art inneres positives Schwingen, was sich trotz der hoffnungslosen Lage des Pärchen, als immerwährender Hoffnungsschimmer am Hoizont darstellt.
    Irgendwie geht es immer weiter, man muss einfach nur zusammenhalten und an sich glauben. Ein großer Klassiker.

     

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    BrittaRoeders avatar
    BrittaRoedervor 5 Jahren
    Hochaktuell - damals wie heute

    Eigentlich ganz gewöhnlich ist die Geschichte, die Fallada erzählt. Doch sein leiser Humor und die warme Sympathie, die er seinen Figuren entgegenbringt, machen den Roman liebens- und lesenswert.

    Ein junger Mann verliebt sich in eine junge Frau. Sie wird schwanger. Die beiden heiraten. Geld haben sie keines, aber sie sind glücklich und überzeugt davon, sich eine gute Zukunft aufbauen zu können, wenn sie sparsam und fleißig sind. Doch leider sprechen die Umstände gegen sie. Pinneberg wird arbeitslos und die Weltwirtschaftskrise nimmt ihm jede Chance eine neue Arbeit zu finden.
    Angewiesen auf Stütze kommen sie eher schlecht als recht über die Runden. Der soziale Abstieg nimmt unaufhaltsam seinen Lauf.

    Die zahlreichen Parallelen zur heutigen Zeit haben mich am meisten berührt.
    Auch in unserer Gesellschaft kann man schnell ins soziale Abseits geraten.
    Fallada beschreibt anschaulich welche Nöte die Betroffenen empfinden, die keine Chance mehr haben, selbst für ihren Lebensunterhalt aufzukommen.
    Wie die Armut Menschen degradiert zu Bürgern zweiter Klasse.
    Wie sehr der Arbeitslose um seine Würde kämpft.

    Man kann den Roman lesen als ein historisches Dokument, der lebensnäher als manches Geschichtsbuch die Zeit um 1930 beschreibt.
    Aber kann ihn auch lesen als eine Geschichte, die heute noch unter die Haut geht, weil solche Dinge leider immer wieder passieren.

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