Hans Fallada Kleiner Mann – was nun?

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Inhaltsangabe zu „Kleiner Mann – was nun?“ von Hans Fallada

Der Weltbestseller erstmals so, wie Fallada ihn schrieb.   Zu brisant, um so gedruckt zu werden: Von der Urfassung des Romans, der Hans Fallada am Vorabend der Machtergreifung der Nazis zum international gefeierten Erfolgsautor machte, wurde ein Viertel noch nie veröffentlicht. Der Verkäufer Johannes Pinneberg und seine Freundin Lämmchen erwarten ein Kind. Kurz entschlossen heiratet das Paar, auch wenn das Geld immer knapper wird. Trotz Weltwirtschaftskrise und erstarkender Nazis nimmt Lämmchen beherzt das Leben ihres verzweifelnden Mannes in die Hand. In dieser rekonstruierten Urfassung führt ihr gemeinsamer Weg noch tiefer ins zeitgenössische Berlin, ins Nachtleben und in die von den „Roaring Twenties“ geprägten Subkulturen. Die politischen Probleme der damaligen Zeit werden so plastisch wie in wenigen anderen Texten. Jetzt mit Charlie Chaplin, Robinson Crusoe, Goethe, Wilhelm Busch und dem Prinzen von Wales. "Man hat das große Glück, ein Buch, das man glaubte schon zu kennen, noch mal lesen zu können, als wäre es neu.“ Volker Weidermann, Literarisches Quartett -- "Das Buch ist konkreter geworden und wirkt nun deutlich authentischer in seiner Zeit verankert: Der kleine Mann hört jetzt von Charlie Chaplin. Er träumt von Robinson Crusoe." Marc Reichwein, Literarische Welt -- “Dass das Original jetzt zu lesen ist, ist großartig.” Julia Encke, FAS -- "Jetzt erscheint Falladas Roman in der Version, wie der Autor sie geschrieben hat vor dem 'Zurechtschustern', vor den Konzessionen." Volker Weidermann, Der Spiegel -- "Eine Sensation." Jan Ehlert, NDR --

Absolute Empfehlung auch für Leser, die ältere Ausgaben der Geschichte schon gelesen haben.

— HEIDIZ
HEIDIZ

Wunderschön! Herrlich geschrieben.

— Seni1979
Seni1979

Zeitloser Klassiker, der durch seine klare Sprache und gute Laune besticht.

— rallus
rallus

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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    • 2270
  • Neuentdeckung eines großen Romans

    Kleiner Mann – was nun?
    Monsignore

    Monsignore

    10. August 2016 um 21:00

    Fallada war ein extrem zurückhaltender Mensch mit einem geradezu verborgenen, aber sehr wachsamen Blick auf die Wirklichkeit seiner Zeit. Er benötigt 2-3 Sätze und die Figur steht dem Leser klar vor Augen. In diesem Roman sind es zwei Liebende aus einfachen bis chaotischen Verhältnissen und ab der Hälfte des Buches kommt ihr Baby dazu. Herzergreifend und anrührend ist die Story, ohne auch nur ansatzweise kitschig zu werden. Zu Beginn der 1930-er Jahre spielend, sind die Themen Arbeitslosigkeit, Hunger, Perspektivlosigkeit, Aufkeimen der politischen Extremen, Ausbeutung und Politikversagen. Dem beklemmenden Stoff wird die Liebesgeschichte entgegen gestellt und sehr geschickt dramaturgisch entwickelt. Fallada und sein Verlag kürzten den Roman aus politischen Gründen - und sie kürzten massiv. Jetzt liegt das Buch endlich in vollständiger Fassung vor. Die bisher fehlenden Textteile geben dem Buch ein neues Gesicht, eine neue literarische Intensität.

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  • Leben in der Vor-Nazi-Zeit

    Kleiner Mann – was nun?
    Federfee

    Federfee

    22. July 2016 um 15:18

    Die anrührende Geschichte vom jungen Pinneberg und seiner Frau 'Lämmchen', der erbärmliche Alltag der Menschen in der Vor-Nazi-Zeit, eine Schilderung ihrer Ausbeutung und Knechtung. Jeder ist gegen jeden und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht; Mitmenschlichkeit wird 'klein geschrieben'.Und trotz der ganzen Misere gelingt es den beiden, die ein Kind bekommen haben, ihre Werte nicht zu verraten. Das versöhnliche Ende klang für mich ein bisschen zu schön, aber wer Fallada kennt, weiß, dass er auch Bücher mit düsterem Schluss geschrieben hat.

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  • Kleiner Mann, was nun?

    Kleiner Mann – was nun?
    -sabine-

    -sabine-

    17. July 2016 um 14:54

    „Kleiner Mann – was nun?“ schreibt die Geschichte eines jungen Paares in den 30er Jahren in Berlin und gibt damit ein gutes Bild der damaligen Zeit ab, die geprägt war von Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise. Dieses Buch ist die erstmals in Originalfassung erschienene Ausgabe, die um ein Drittel mehr an Seiten bietet als die bislang erschienenen Werke, und sicherlich wäre es interessant, beide Bücher zu lesen, um einen Vergleich ziehen zu können – andererseits ist dies aber nicht notwendig, denn der knapp 70seitige Anhang liefert hier einiges an Hintergrundinformationen, die auch genau diesen Vergleich mit aufgreifen. Doch nun erst mal zum Buch.Ich muss gestehen, dass ich zu Anfang etwas Probleme hatte, in die Geschichte reinzukommen, da ich den Schreibstil Hans Falladas doch sehr eigen und ungewöhnlich finde. Ich bin über einige Formulierungen gestolpert und habe mich gefragt, ob man damals tatsächlich so geredet hat, wie hier die Dialoge angelegt sind – ich fand die Sprache ungelenk und hölzern, manchmal auch umständlich. Trotzdem wirkt der Schreibstil locker und beschwingt – eigentlich gar nicht passend zur damaligen Zeit. Und so musste ich oft schmunzeln – alleine schon bei den Kosenamen, denn Johannes nennt seine Freundin „Lämmchen“, Emma ihren Zukünftigen dagegen „Junge“. Aber einmal eingelesen, habe ich mich auch an diesen Schreibstil gewöhnt und ihn im Verlauf dann auch genießen können.Die Geschichte selber hat mir zudem gefallen, einfach weil sie einen guten Einblick in das Berlin der 30er Jahre liefert und sie authentisch und glaubhaft wirkt. Dazu haben natürlich gerade auch die Charaktere beigetragen, die sehr gut gestaltet sind und ein Abbild der Menschen von damals mit ihren Sorgen und Ängsten, ihren Gefühlen und Gedanken darstellt. Zwar steht Johannes Pinneberg im Mittelpunkt der Geschichte, doch die eigentliche „Heldin“ ist für mich seine Frau „Lämmchen“, die mich mit ihrer herzlichen und gutmütigen, dennoch aber anpackenden Art einfach begeistert hat. Daneben wirkt Johannes, „Junge“, immer etwas rat- und hilflos – man hat den Eindruck, ohne sein Lämmchen würde er in dieser Zeit richtig untergehen. Aber trotzdem ist er in seiner unbedarften und hilflosen Art auch sympathisch, und ich habe mit den beiden in ihren Nöten richtig mitgelitten.Auch wenn der Schreibstil eher locker und leicht, manchmal sogar beschwingt daherkommt, die Geschichte ist es nicht – sie hat mich eher traurig gemacht und zum Nachdenken angeregt. Auch das Ende, das eher offen gehalten und keinesfalls ein „Happy-end“ ist, hat mich etwas bedrückt – aber es macht die ganze Geschichte sehr authentisch. Ich habe mich beim Lesen tatsächlich in die damalige Zeit versetzt gefühlt, weil Hans Fallada nicht nur die Gefühle und Gedanken der Protagonisten gut eingefangen hat, sondern weil er mit seinen Beschreibungen und Orten, an die er den Leser entführt, ein wunderbares Bild Berlins in den 30ern gezeichnet hat.Im Anschluss an die eigentliche Geschichte folgt der sehr ausführliche Anhang, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Er beschreibt, was seinerzeit bei Ersterscheinung alles verändert und gekürzt wurde und beleuchtet auch die Hintergründe, warum der Text mehrfach geändert bzw. angepasst wurde. Das hat die Aussage des Buches für mich noch mal mehr verändert und mich auch nach Beenden noch lange über die Geschichte und die damalige Zeit nachdenken lassen. Mein FazitHans Fallada hat mit diesem Buch ein interessantes Stück Geschichte eingefangen, nämlich die Situation des „kleinen Mannes“ im Berlin der 30er Jahre. An den eher lockeren und beschwingten Schreibstil, der so gar nicht zur Geschichte zu passen scheint, musste ich mich erst gewöhnen, dann aber hat mich die Geschichte gepackt und ich habe mit den sympathischen Protagonisten gefiebert. Die ist die erstmals in der Originalfassung erschienene Ausgabe, und der knapp 70seitige Anhang erklärt sehr gut, warum und welche Kürzungen es zuvor im Buch gegeben hat. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn es im Ende offen bleibt – aber es hat sehr glaubhaft das Leben zur damaligen Zeit vermittelt. Ich gebe ihm 4 von 5 Sternen.

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  • Ehrlich und warmherzig und aktueller denn je

    Kleiner Mann – was nun?
    MissWatson76

    MissWatson76

    16. July 2016 um 15:20

    Ich kann nicht genau sagen, was gegenüber in der damaligen Ausgabe gekürzt wurde, aber ich habe das Buch damals auch nicht gelesen. Aber jetzt nach der Neuerscheinung kam ich doch nicht mehr so einfach daran vorbei. Und ich muss sagen, es ist eines dieser Bücher, die einen nicht so einfach los lassen. Dabei scheint das Buch in einer Zusammenfassung gar nicht so wirklich aufregend zu sein. Es fließt kein Blut, es wird niemand umgebracht, es geht eigentlich nur ein ein ganz normales Leben zwischen Liebenden und Eheleuten und dem Beginn eines neuen Lebens dabei. Gut, es waren damals nicht ganz normale Verhältnisse, wenn man sich das Zeitgeschehen und die Politik und Gesellschaft anschaut. Aber mal ehrlich, haben wir heutzutage denn "normale" Verhältnisse, bei dem was alles so um uns herum passiert?Pinneberg und Lämmchen sind sehr einfache aber herzlich und warmherzige Personen, die man sehr gerne hat. Man kann nicht immer alles nachvollziehen, was sie tun und denken, aber man mag sie. Und man ist immer mit dem Herzen bei ihnen, wenn man sieht, wie es ihnen langsam immer mal ein wenig besser und doch schlechter geht. Sie lernen wie es ist zusammenzuleben, einen Haushalt zu führen und ein Kind zu bekommen und das in den ärmsten Verhältnissen und dann eigentlich auch mit Nichts in der Hand. Aber doch lassen sie sich nicht unterkriegen und sie verlieren die trotz allem die Hoffnung nicht. Vielleicht ist das auch die Botschaft des Buches. Ein sehr schönes Buch und mutig gewesen, es zu schreiben, ehrlich und offen. Und ich denke aktueller denn je. 

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    • 2
  • Fallada in der Urfassung

    Kleiner Mann – was nun?
    HEIDIZ

    HEIDIZ

    01. July 2016 um 14:43

    Kleiner Mann - was nun? Fragt Hans Fallada - und dieser Roman ist ein Klassiker. Ich habe ein Buch vorliegen, in dem erstmals die Originalfassung veröffentlicht ist in der ersten Auflage von 2016.   1932 schrieb Fallada diese Geschichte nieder - es war eine alles andere als einfache Zeit - wirtschaftlich und auch politisch. Pinneberg ist ein Verkäufer und seine Frau Lämmchen ist ebenfalls eine der Hauptfiguren.   Ich habe die Urfassung vorliegen, die um ein dritter umfangreicher und natürlich authentisch realer ist, als die bisher veröffentlichten Ausgaben. Die Lage des damaligen Deutschland wird ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen beschrieben - sozusagen als Hintergrund der fiktiven Handlung - nichts wird weggelassen, sodass das Bild komplett ist und man sich endlich zu 100 Prozent die Geschichte vor Augen führen kann.   Auch wird durch die komplette ungekürzte Geschichte der Stil Falladas nicht verändert und auch nicht das, was er mit seiner Idee an die Leser bringen wollte. Das künstlerisch literarische Können des Autors, welches ich sehr schätze, seine besondere Feder sozusagen - ist in dieser Geschichte unbedingt zu spüren.   Die Wirklichkeit von damals, die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten innerhalb der fiktiven Geschichte sind nicht beschnitten.   Leseprobe: ========   "Übrigens Tag, Frau." Und sie geben sich einen Kuss. "Gott, was schmeckst du kalt, Junge." "Es ist aber auch saukalt. Solche nasse Kälte." "Hast du trockene Füße? Sind sie auch warm? Wollen wir gleich essen?" ...   Der Blick hinter die Kulissen einer Zeit, der noch heute nichts an Aktualität eingebüßt hat, hat mir sehr gut gefallen - alla Fallada in die fiktive Geschichte eingebunden, die vor dem hist. Hintergrund stattfindet und sehr spannend und authentisch bildhaft geschrieben ist.   Absolute Empfehlung auch für Leser, die ältere Ausgaben der Geschichte schon gelesen haben.

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  • Herrlich

    Kleiner Mann – was nun?
    Seni1979

    Seni1979

    04. June 2016 um 18:36

    Ich liebe den Stil von hans Fallada. Einfache Geschichte, wunderschön erzählt. Ein Buch zum immer wieder lesen!

  • Kleiner Mann ganz groß

    Kleiner Mann – was nun?
    rallus

    rallus

    02. June 2016 um 10:33

    Pinnebergs Freundin Lämmchen ist schwanger und so müssen die beiden Anfang 20 heiraten. Pinneberg hat eine Stelle auf dem Land als Buchhalter muss aber seine Frau verstecken da die ungeliebte Tochter seines Chefs verheiratet werden soll und deswegen nur Junggesellen bei ihm arbeiten dürfen. Nach dem unvermeidlichen Rausschmiss findet Pinnebrg in Berlin bei seiner Mutter eine kurzfristige Bleibe und beim Herrengeschäft Mandel eine Anstellung.Das Geld reicht allerdings gerade so für alle notwendigen Ausgaben. Als die Situation bei seiner Mutter untragbar wird, zieht das junge Paar in eine günstige aber illegal vermietete Wohnung. Beide sind glücklich sich zu haben und geben sich meist in ihr Schicksal hin, alles hat seinen Preis: "Schließlich muß man gehen. Das Schreien ist nicht wiedergekommen oder es ist von der doppelten Polstertür abgefangen. Jedenfalls weiss man nun: auch Lämmchen wird so schreien.Es ist eigentlich etwas, was man gar nicht anders hätte erwarten sollen, man zahlt für alles, warum sollte man nicht gerade dafür zahlen?" Bei Mandel werden die Verkäufer mit geforderten Umsatzzahlen unter Druck gesetzt, die Arbeitslosigkeit ist 1932 sehr hoch, Arbeitsplätze sind rar und so nutzen die Unternehmer das eben aus.. Pinneberg gerät unter Druck und verliert seine Anstellung. "Wenn das auch alles nicht stimmt und nur Kintopp ist, das ist richtig, dass unsereiner immer Angst haben muss und dass es eigentlich ein Wunder ist, wenn es eine Weile gutgeht. Und dass immerzu was passieren kann, gegen das man ganz wehrlos ist, und dass man immerzu staunen muss, dass es nicht jeden Tag passiert." Sie müssen mit dem Kind in eine undichte Gartenhütte außerhalbs Berlin ziehen, Lämmchen näht mit geringem Gehalt bei hohen Herren, Pinneberg verliert nach 14 Monaten Arbeitslosigkeit fast seine Selbstachtung. "Und plötzlich begreift Pinneberg alles, angesichts dieses Schupo, dieser ordentlichen Leute, dieser blanken Scheibe begreift er, dass er draussen ist, dass er hier nicht mehr hergehört, dass man ihn zu Recht wegjagt: ausgerutscht, versunken, erledigt. Ordnung und Sauberkeit: es war einmal. Arbeit und sicheres Brot: es war einmal. Vorwärtskommen und Hoffen: es war einmal. Armut ist Makel, Armus heißt Verdacht." Doch an sich beiden halten sie fest, gemeinsam wird es ihnen wohl gelingen über die Runden zu kommen. Fallada ist ein zeitloser Roman über die Vorkriegs und Vornazizeit in Deutschland gelungen. Es sind einfache Menschen, mit alltäglichen Problemen die er beschreibt. Politisch wird er nur manchmal. Die Eltern von Lämmchen sind Arbeiter und betrachten den Angestellten Pinneberg misstrauisch. Bei Angestellten werden die Überstunden nicht bezahlt und sie streiken auch nicht. Die Umschichtung der Gesellschaft hat hier schon begonnen. Der moderne Sklave wurde geboren. Trotz der manchmal unbekannten Wörter die er verwendet, ist dieses Buch auch heute noch gut zu lesen. Fallada ist direkt und geht sensibel mit seinen Charakteren um, beschreibt eindringlich deren Ängste und Wünsche. Ausserdem hat er eine leichte und frohgemute Art zu schreiben. Das Buch hat eine Art inneres positives Schwingen, was sich trotz der hoffnungslosen Lage des Pärchen, als immerwährender Hoffnungsschimmer am Hoizont darstellt.Irgendwie geht es immer weiter, man muss einfach nur zusammenhalten und an sich glauben. Ein großer Klassiker.  

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  • Hochaktuell - damals wie heute

    Kleiner Mann – was nun?
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    Eigentlich ganz gewöhnlich ist die Geschichte, die Fallada erzählt. Doch sein leiser Humor und die warme Sympathie, die er seinen Figuren entgegenbringt, machen den Roman liebens- und lesenswert. Ein junger Mann verliebt sich in eine junge Frau. Sie wird schwanger. Die beiden heiraten. Geld haben sie keines, aber sie sind glücklich und überzeugt davon, sich eine gute Zukunft aufbauen zu können, wenn sie sparsam und fleißig sind. Doch leider sprechen die Umstände gegen sie. Pinneberg wird arbeitslos und die Weltwirtschaftskrise nimmt ihm jede Chance eine neue Arbeit zu finden. Angewiesen auf Stütze kommen sie eher schlecht als recht über die Runden. Der soziale Abstieg nimmt unaufhaltsam seinen Lauf. Die zahlreichen Parallelen zur heutigen Zeit haben mich am meisten berührt. Auch in unserer Gesellschaft kann man schnell ins soziale Abseits geraten. Fallada beschreibt anschaulich welche Nöte die Betroffenen empfinden, die keine Chance mehr haben, selbst für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. Wie die Armut Menschen degradiert zu Bürgern zweiter Klasse. Wie sehr der Arbeitslose um seine Würde kämpft. Man kann den Roman lesen als ein historisches Dokument, der lebensnäher als manches Geschichtsbuch die Zeit um 1930 beschreibt. Aber kann ihn auch lesen als eine Geschichte, die heute noch unter die Haut geht, weil solche Dinge leider immer wieder passieren.

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    • 5
  • Leserunde zu "Der Alpdruck" von Hans Fallada

    Der Alpdruck
    aufbauverlag

    aufbauverlag

    Ein fast vergessener Roman. Ein tief bewegendes Zeugnis. Ein bedeutender Fallada. April 1945: Der Krieg ist vorbei, doch nachts verfolgen den Schriftsteller Dr. Doll Träume vom Bombentrichter, der ihn nicht freigibt. Er will etwas tun gegen den Alpdruck der Mitschuld, doch er kann es niemandem recht machen als Bürgermeister einer Kleinstadt, eingesetzt von der Roten Armee. Er stiehlt sich fort und flüchtet in den Drogenrausch. Im Chaos des zerbombten, nur auf dem Schwarzmarkt funktionierenden Berlin, entgleitet ihm seine junge, morphiumsüchtige Frau, und er hat um zwei Leben zu kämpfen, als er zaghaft beginnt, wieder an eine Zukunft zu glauben. Niemand hat die Monate des Zusammenbruchs 1945/46 so eindringlich geschildert wie Hans Fallada. Dieses Buch über die verworrene Zeit zwischen Krieg und Frieden, in der mecklenburgischen Provinz und ganz besonders in der für ihre historische Schuld abgestraften Stadt Berlin, ist in seiner dennoch menschlich warmen und zugleich lebensnahen Schilderung ein echter Fallada. Erst nachdem sich Fallada den »Alpdruck«, die Geschichte des erkennbar eng aus seinem eigenen Erleben geschöpften Protagonisten Dr. Doll, von der Seele geschrieben hatte, konnte er sich der Arbeit an »Jeder stirbt für sich allein« stellen. Das sagt die Presse zum Roman: »Der ›Alpdruck‹ ist Symbol für das, was sich in Deutschland nach der Kapitulation abspielte.« Der Tagesspiegel »Ein Stück verdichtete Zeitgeschichte – fesselnd und lebendig geschrieben.« Berliner Zeitung »Ein höchst ehrliches Buch, ein menschliches Dokument.« Frankfurter Neue Presse »Meisterhaft sind die letzten Monate des Kriegserlebnisses geschildert.« Zwiebelfisch Hier findet Ihr eine Leseprobe. Zum Autor: RUDOLF DITZEN alias HANS FALLADA wurde 1893 in Greifswald als Sohn eines hohen Justizbeamten geboren. Mit dem vielfach übersetzten Roman »Kleiner Mann – was nun?« (1932) wurde er weltbekannt. In der Zeit des Nationalsozialismus lebte Fallada als »unerwünschter Autor« zurückgezogen in Mecklenburg. 1945 übersiedelte er nach Berlin, wo er 1947 starb. Sein letzter Roman »Jeder stirbt für sich allein« wurde rund 60 Jahre nach Erscheinen ein internationaler Bestseller. »Alles in meinem Leben endet in einem Buch.« H.F. Wer jetzt neugierig geworden ist und gerne mitlesen möchte, kann sich bis einschließlich 29. April für die Leserunde zu Hans Falladas Roman »Der Alpdruck« bewerben. Wir stellen 15 Freiexemplare zur Verfügung. Solltet ihr zu den Mitlesenden zählen, setzen wir eine Teilnahme am Austausch in den Leseabschnitten und eine abschließende Rezension voraus. Wir sind sehr gespannt auf Eure Bewerbungen und freuen uns auf eine sicherlich ganz besondere Leserunde. Brit vom Aufbau Verlag

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    • 307
  • Der Roman verliert nichts an Aktualität

    Kleiner Mann – was nun?
    Angel10

    Angel10

    16. June 2013 um 18:24

    Der Roman spielt ca 1930 - 1932, während der anhaltenden Weltswirschaftskrise. Der Protagonist, Johannes Pinneberg, ist ein tüchtiger, anständiger junger Mann und verliebt in ein einfachs Mädchen, sein "Lämmchen". Die Handlung beginnt, als sie vom Arzt Gewissheit haben, sie werden Eltern, kurz darauf heiraten sie. Sie finden eine kleine Wohnung in Ducherow, leider hätte Pinneberg aber die 10 Jahre ältere Tochter seines Arbeitgebers heiraten sollen und so kommt das Unheil auf die junge Familie zu, ihm wird gekündigt. Rettung ist in Sicht, Mama Pinneberg verschafft ihrem Sohn eine Anstellung als Verkäufer im Kaufhaus Mandel in Berlin. Froh über diese Stelle wagt er gar nicht, nach seinem Gehalt zu fragen und ist am Monatsende entsetzt. Das Geld ist chronisch knapp, die junge Familie ist auf Wohnungssuche, nicht zu teuer und mit Kind, nichts, man will kein Kindergeplärre. Endlich, endlich finden sie was bei einem alten Suffkopp, es ist nur ein Lager über einem Kino, gar nicht als Wohnung zugelassen, aber ihr Zuhause. Sie sparen wo es nur gut, am Essen, einfach an allem. Dann kommt ein "Rationalisierer" ins Modehaus, plötzlich bekommt jeder eine Vorgabe. Und da sind noch die lieben Kollegen, denn auch damals schon hat sich der Arbeitgeber für das Privatleben der Mitarbeiter interessiert. Aber auch den Zusammenhalt lernt Pinneberg kennen, mit Heilbutt, dem besten Verkäufer, der sich nichts gefallen lässt. Der Roman beschreibt aber nicht nur die Sorgen einer jungen Familie, auch die vielen kleinen und großen Glücksmomente, das Kind kommt gesund auf die Welt, Aufatmen, dass das Fieber nur vom "zahnen" kommt etc. Lämmchen spürt den Druck, der auf ihrem Mann lastet und hält bedingungslos zu ihm, auch als Pinneberg als Verkäufer entlassen wird. Nun leben sie in einer Gartenlaube, er bekommt Unterstützung und Lämmchen geht stopfen und flicken, schwarz, oft genug zahlt man ihr die paar Mark nicht aus. Lämmchen, eine starke, einfache Frau, schafft es immer wieder, ihren Mann die Würde wiederzugeben, die er als Arbeitsloser verliert. Sie jammert nie, sie beklagt sich nie sondern packt mit an, und verliert nie die Zuversicht. Habe das Buch vor vielen Jahren gelesen und jetzt noch einmal. Parallelen zu heutigen Situation junger Familien in Großstädten lassen sich leider nicht leugnen.

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  • Das Leben im Deutschland der Weltwirtschaftskrise

    Kleiner Mann – was nun?
    Schlehenfee

    Schlehenfee

    Der Roman „Kleiner Mann, was nun?“ von Hans Fallada erschien 1932 und spielt auch zu jener Zeit. In einfacher klarer Sprache erzählt Fallada die Geschichte des jungen Verkäufers Johannes Pinneberg und seiner Freundin Emma (meist „Lämmchen“ genannt), welche unerwarteter Weise schwanger geworden ist und ihren Versuchen, im Deutschland zur Zeit der großen Weltwirtschaftskrise 1929-1933 eine Existenz aufzubauen. Pinneberg und Lämmchen heiraten, haben jedoch kaum Geld angespart, um eine eigene Wohnung und Aussteuer anzuschaffen. Sie haben den Umgang mit Geld nicht gut gelernt und möchten sich auch ab und zu etwas leisten, so schmilzt das Ersparte schnell zusammen. Pinneberg verliert seine Stelle, das Paar versucht in Berlin sein Glück und er bekommt durch einen Freund seiner Mutter auch wieder eine Arbeitsstelle in seinem gelernten Beruf als Verkäufer von Herrenkleidung in einem großen Kaufhaus. So könnte es eigentlich weitergehen, Pinneberg und sein Lämmchen kommen einigermaßen über die Runden, doch dann stellt das Kaufhaus einen Berater ein, der die Effizienz im Betrieb erhöhen soll. Pinneberg versucht mit zunehmender Verzweiflung den Maßstäben der Arbeitsstelle nachzukommen und für seine Frau da zu sein, die gerade ihren gemeinsamen Sohn geboren hat. Beim Lesen des Buches musste ich immer wieder Parallelen zur heutigen Arbeitswelt ziehen. Sicherlich wird man heutzutage bei Arbeitslosigkeit besser finanziell unterstützt, doch bei vielen sitzt die Angst vor Entlassung ständig im Nacken wie bei Pinneberg. Die Angestellten lassen sich von den Firmen oft ausnutzen, um nicht durch andere ersetzt zu werden, die auf ihre Chance warten. Selbst unter den Kollegen herrscht ein Hauen und Stechen, um nicht am Ende der Dumme, d. h. der Entlassene zu sein. Pinneberg ist für „die da oben“ nur ein kleines Rädchen, das leicht ausgetauscht werden kann. Er ist gerne Verkäufer und gut darin, doch der Druck, der auf ihm lastet, lässt die Freude an der Arbeit in Verzweiflung und Angst umschlagen, welche beim Lesen zunehmend spürbarer wurden. Mit dem sozialen Abstieg kommt mangelndes Selbstwertgefühl daher. Einzig allein die Liebe zwischen Pinneberg und Lämmchen, die Geburt des Sohns und der Beschluss, ehrlich zu bleiben und nicht zu stehlen, halten das junge Paar über Wasser und geben ihm Hoffnung. Und mit Hoffnung auf bessere Zeiten endet der Roman, es ist ein offenes Ende, das trotz allem nicht deprimierend ist.

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    • 2
    Angel10

    Angel10

    16. June 2013 um 18:22
  • Rezension zu "Kleiner Mann - was nun?" von Hans Fallada

    Kleiner Mann – was nun?
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. July 2012 um 19:54

    Es ist schon länger her, dass ich meinen letzten Fallada in der Hand hatte. Umso mehr habe ich mich über die Neuauflage einiger Klassiker des deutschen Schriftstellers gefreut und "Kleiner Mann, was nun?" habe ich zum Welttag des Buches von einer Kollegin erhalten. Es ist die Geschichte des kleinen Angestellten Pinneberg und seiner Frau Lämmchen, die einen "Murkel" als Nachwuchs erwarten. Bereits am Anfang der Geschichte sieht es nich rosig aus mit den Finanzen der werdenden Familie. Pinneberg arbeitet als Buchhalter in einem Saatbetrieb und bekommt dafür bereits wenig Geld, obwohl er eigentlich Verkäufer für Herrenkonfektion ist. Lämmchen kann aufgrund ihres Zustandes nichts dazu verdienen und von den Eltern der beiden ist auch nichts zu erwarten. Sie suchen eine Wohnung, was sich gar nicht so einfach gestaltet und Lämmchen ist über die erste Wahl ihres Mannes auch nicht gerade begeistert. Deshalb schreibt sie einen Brief an dessen Mutter, die wiederum die beiden nach Berlin einlädt und behauptet, eine Stellung für den Jungen in der Konfektionsabteilung des Kaufhauses Mandel besorgt zu haben. Daraus wird nach einiger Mühe und Kriecherei dann doch noch etwas, aber viel mehr als vorher verdient Pinneberg hier auch nicht. Und das Zimmer bei seiner Mutter ist teurer als die kleine Wohnung in Ducherow, wo die beiden vorher lebten. Immer geht es ums Geld, Lämmchen und Pinneberg jonglieren, planen und kommen auch irgendwie zurecht. Dann kommt der Murkel zur Welt und Pinneberg erscheint ein paar Mal zu spät zur Arbeit, was ihn bald den Job kostet. Danach geht es nur noch bergab und der Roman endet leider ohne Hoffnung: die Arbeitslosigkeit in der Weltwirtschaftskrise hat die Pinnebergs fest im Griff. Fallada gelingt es, dem "kleinen Mann" eine Stimme zu geben. Sorgen und Nöte, die die kleine Familie beschäftigt, tragen wirklich einen ganzen Roman und man leidet mit ihr mit. Ich kann den Roman wirklich nur empfehlen. Die "Berliner Schnauze" liest sich trotz des Alter des Buches noch sehr aktuell. Also: keine Angst vor Klassikern!

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  • Rezension zu "Kleiner Mann - was nun?" von Hans Fallada

    Kleiner Mann – was nun?
    cosima73

    cosima73

    19. June 2012 um 13:30

    Pinneberg trifft sein Lämmchen und weiss, dass dies was anderes ist als die sonstigen Frauengeschichten. Lämmchen wird schnell schwanger, sie heiraten und ziehen zusammen nach Ducherow, wo Pinneberg eine Stelle innehat. Durch Intrigen der Frau des Chefs verliert er diese, die Reise geht alsbald nach Berlin, wo er durch die Hilfe des lebenslustigen Jachmann, Freund seiner Mutter, eine Stelle beim Ankleidegeschäft Mandel findet. Was zuerst als grosses Glück erscheint, entpuppt sich als immer grösserer Druck. Die Angestellten werden mit Absatzauflagen unter Druck gesetzt, so dass Pinneberg unter der Angst des Versagens immer kleiner und kleiner wird, bis er schliesslich ganz zusammenbricht. Er wird entlassen und ist fortan arbeitslos. War alles sonst schon weniger als knapp, so sind nun auch die letzten Notgroschen aufgebraucht. Pinnebergs und der mittlerweile auf die Welt gekommene Murkel schlagen sich durch die kalte Welt derer, welche am längeren Hebel sitzen und die kleinen Leute plagen und unterdrücken. Sie kämpfen gegen Amtsschimmel und Arroganz. Ach, was hat es für einen Sinn? Er ist drin in diesem Betrieb, einer von sechs Millionen, schiebt er sich an den Schaltern vorbei, warum sich aufregen? Zehntausenden geht es schlimmer, Zehntausende haben keine tüchtige Frau, Zehntausende haben nicht ein Kind, sondern ein halbes Dutzend - weiter, Mann Pinneberg, nimm dein Geld und hau ab, wir haben wirklich keine Zeit für dich, du bist nichts Besonderes, dass wir uns nicht mit dir aufhalten können. Trotz der schwierigen Situation sieht er doch immer auch das Positive, das er hat im Leben: sein Lämmchen und den Murkel. Kriegt er auch oft von aussen zu hören, es sei mutig, in der heutigen Zeit noch Familie zu haben, ist gerade diese Familie der einzige Kraftort dieses kleinen Mannes. Lämmchen ist es, die ihn immer wieder besänftigt, wenn er am Boden ist, der Murkel scheint als Freudenquell, für den es sich lohnt, zu leben. Pinnebergs haben ihre kleine eigene Idylle aufgebaut, welche der Welt trotzt. Pinneberg sinkt tiefer, die Schmach nagt an ihm. Mehr und mehr fühlt er sich als Ausgestossenen der Gesellschaft. Lämmchen muss mit Flickarbeiten die Familie über Wasser halten. Er findet keine neue Arbeit, sein Selbstverständnis gerät ins Wanken. War er früher adrett gekleideter Angestellter, so sah er heute aus wie ein heruntergekommener Bettler. Und plötzlich begreift Pinneberg alles [...], begreift er, dass er draussen ist, dass er hier nicht mehr hergehört, dass man ihn zu Recht wegjagt: ausgerutscht, versunken, erledigt. Ordnung und Sauberkeit: es war einmal. Arbeit und sicheres Brot: es war einmal. Vorwärtskommen und Hoffen: es war einmal. Armut ist nicht nur Elend, Armut ist auch strafwürdig. Armut ist Makel, Armut heisst Verdacht. Pinneberg schämt sich - schämt sich vor sich, vor der Welt und auch vor Lämmchen. Er traut sich nicht mehr unter die Augen der Menschen, versteckt sich im Dunkel. Die Welt erscheint nur noch kalt, er ist am Boden. Und wieder rettet ihn Lämmchens Liebe. In einer einfachen Sprache, die der Geschichte und ihren Protagonisten angepasst ist, erzählt Hans Fallada vom kleinen Angestellten Johannes Pinneberg, seiner Frau Lämmchen (Emma Mörschel) und ihrem Murkel. er zeigt auf, mit welchen Demütigungen die kleinen Leute in der Weltwirtschaftskrise zu kämpfen haben, zeigt ihren Kampf ums Überleben und lässt den Leser hautnah daran teilhaben. Fazit: Ein leises Buch, das unaufdringlich und diskret die Zustände der Welt zwischen 1930 und 1932 anhand der Geschichte der Pinnebergs aufzeigt. Absolut lesenswert.

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  • Rezension zu "Kleiner Mann - was nun?" von Hans Fallada

    Kleiner Mann – was nun?
    luckyup

    luckyup

    15. May 2012 um 18:24

    Unterhaltsamer Roman, schön geschrieben über die Sorgen des kleinen Mannes. (und der kleinen -aber starken- Frau). Leitfaden, wie man sich gemeinsam durchs Leben boxt und neben Glück auch Zuversicht braucht.

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