Hans Küng

 4 Sterne bei 73 Bewertungen
Autor von Der Anfang aller Dinge, Spurensuche und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Hans Küng

Hans Küng wurde am 19. März 1928 in Sursee, im schweizer Kanton Luzern als Sohn eines Schuhhändlers geboren. Er besuchte die Schulen in Sursee und Luzern. Küng erwarb 1948 die Matura und studierte dann 1948 bis 1951 Philosophie und bis 1955 Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Neben seinen Abschlüssen lic. phil. und lic. theol. wurde Küng auch als katholischer Priester ordiniert. Er nahm eine Vielzahl an Gastprofessuren wahr und veröffentlichte eine große Anzahl theologischer Schriften und Sachbüchern. Küng gilt als einer der bekanntesten katholischen Theologen und Kirchenkritiker, weswegen ihm 1979 seine kirchliche Lehrbefugnis entzogen wurde. Er ist Professor emeritus für Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen und Präsident der Stiftung Weltethos.

Alle Bücher von Hans Küng

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Der Anfang aller Dinge

Der Anfang aller Dinge

 (11)
Erschienen am 01.03.2008
Spurensuche

Spurensuche

 (6)
Erschienen am 01.02.2008
Jesus

Jesus

 (5)
Erschienen am 12.03.2012
Der Islam

Der Islam

 (5)
Erschienen am 01.04.2010
Die Frau im Christentum

Die Frau im Christentum

 (4)
Erschienen am 01.06.2001
Was ich glaube

Was ich glaube

 (4)
Erschienen am 01.11.2010
Das Christentum

Das Christentum

 (4)
Erschienen am 01.04.2008
Das Judentum

Das Judentum

 (3)
Erschienen am 01.08.1999

Neue Rezensionen zu Hans Küng

Neu
M

Rezension zu "Sieben Päpste" von Hans Küng

Kritische Bewertung
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Kritische Bewertung

Es sind beileibe nicht einfach Anekdoten oder das rein persönliche Ergehen Küngs im Lauf der Zeiten unter, besser „Im Angesicht“ von inzwischen sieben verschiedenen Päpsten, sondern Küng setzt sich ins einem neuen Werk aus seiner theologischen Sicht mit Person und theologischer Ausprägung der jeweiligen Päpste intensiv auseinander.

Sei es das „christliche Trauerspiel“, das er Pius XII in der Frage zur Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus attestiert, sei es die „schwarze Woche des Konzils“, in der Paul VI. die Interessen der Kurie zumindest in den Augen vieler kritischer Beobachter des Konzils vor die der „Reformer“ stellt und damit wichtige, öffnende Weichenstellungen verhindert, für die eine Mehrheit durchaus in Sicht gewesen wäre.

Wenig „gute Haare“ lässt Küng auch an Benedikt XVI, dem er seitenweise in Stichworten aneinandergereiht die „vertanen“ Chancen und die strikt konservativen Entscheidungen vorhält.

Dabei nutzt Küng keineswegs einen rein polemischen Stil. Alle seine Bewertungen, Betrachtungen mitsamt seiner Hinweise auf die Folgen konkreter Entscheidungen und Haltungen der verschiedenen Päpste werden im Buch differenziert dargelegt und handfest unterlegt.

Wobei im Lauf der Lektüre immer deutlicher wird, ganz unabhängig von den Stärken und Schwächen der konkreten Personen auf dem Stuhl Petri, dass der eigentliche „Gegner“ eines Katholizismus, wie Küng ihn versteht und befördern möchte, vor allem in der Kurie zu finden ist.

Hier verortet Küng ein um das andere Mal Widerstände gegen Reformen, eine eiserne Hand bei den formalen Abläufen im „Gerüst“ er katholischen Kirche und einen ausgeprägten Willen zur Erhaltung des Status Quo und der damit einhergehenden Macht der Kurie (egal unter welchem Papst).

Ein Tonfall, der bei der Bewertung Johannes Paul I., vor allem dessen Absichten und spürbarer Haltung, ins Positive verfällt (ohne hier ein Gesamtwerk würdigen zu können, zu kurz war die Dauer des Pontifikats und der vor allem im Blick auf den aktuellen Papst Franziskus in Küngs Augen sehr viele positive Ansätze und Linien findet.

Weil, wie Küng attestiert, hier ein Papst wirkt, der eben „geistig nicht in einer Kirchenstruktur des Mittelalters lebt, der also keine mittelalterliche Theologie, Liturgie oder Kirchenverfassung vertritt“.

So wird an der Beschreibung der Pontifikate, an der Auseinandersetzung mit „seiner“ katholischen Kirche und in den immer wieder einfließenden positiven Beschreibungen, was die Kirche in Küngs Augen an ihrer Spitze für eine Haltung und Persönlichkeit braucht, wieder einmal die grundlegende Ausrichtung der Reformtheologie Küngs deutlich und geschärft formuliert.
Nicht, wie in vielen anderen seiner Bücher sehr ausführlich und breit, sondern in diesen sieben Betrachtungen auf den Punkt gebracht und thematisch benannt.

Somit bildet dieses neue Werk auch einen guten Einstieg für all jene, die auch das Denken Hans Küngs (samt natürlich auch einiger seiner persönlichen Verflechtungen in dieses Abläufe und samt durchaus erkennbarer auch persönlichen Getroffen-Seins des Autors) im Überblick kennenlernen möchten, ohne sich zu den einzelnen theologischen Themen durch viele hundert Seiten der fachlichen Darlegung arbeiten zu wollen.

Ein präziser Überblick, eine klar erkennbare Haltung und eine begründete kritische Bewertung der letzten sieben Päpste. Denen nicht jeder Leser zustimmen muss, die aber durchaus für jeden Interessierten lesenswert sind.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Jesus" von Hans Küng

"Jesus war kein Mann des kirchlichen und gesellschaftlichen Establishments." (S.46)
R_Mantheyvor 3 Jahren

Was ist christlich? Mit dieser Frage beginnt das neue Buch von Hans Küng. Und es endet mit folgender Antwort: "In der Nachfolge Jesu Christi kann der Mensch in der Welt von heute wahrhaft menschlich leben, handeln, leiden und sterben; in Glück und Unglück, Leben und Tod gehalten von Gott und hilfreich den Menschen."

Für mich als Außenstehenden wäre das etwas dünn. Küng geht in seinem Text darauf allerdings näher ein. Er fordert, allein dem historischen Jesus zu folgen und nicht dem von der katholischen Kirche dogmatisierten. Und in der Tat kann man sich Jesus kaum in Rom thronend oder im Papamobil reisend vorstellen. Doch ganz so einfach scheint die Sache nicht zu sein. Beim näheren Hinsehen und beim Lesen von Küngs Text versteht man die Schwierigkeiten, in denen katholische Theologen stecken, wenn sie das römische Dogma verlassen oder verlassen wollen.

Jesus hat nichts hinterlassen. Heerscharen von Theologen interpretieren seit Jahrhunderten die Evangelien, die uns Botschaften Jesu vermitteln, die aber nicht von ihm, sondern von anderen niedergeschrieben wurden. Die Gleichnisse und Parabeln, die man im Neuen Testament findet, erweisen sich ohne Kenntnisse historischer Zusammenhänge als schwer verständlich. Ihre Interpretation wird von der Institution Kirche geliefert. Küng setzt seine dagegen. Es fällt jemandem, der mit der Sache weniger vertraut ist, allerdings sehr schwer, die Unterschiede zu entdecken. Das ist bedauerlich, da Küng sein Buch wohl auch als eine Antwort auf die Veröffentlichungen des gegenwärtigen Papstes sieht.

Das Buch beginnt mit einem Kapitel, das der Autor "Das Besondere des Christentums" nennt. Ist man nicht Katholik, dann muss man die Erhöhung der katholischen Lehre über andere Religionen oder Weisheitslehren, wie sie der Autor vornimmt, schon als etwas befremdlich empfinden, zumal Küng auch Irrtümern erlegen ist. Beispielsweise bei seiner Bewertung des Buddhismus.

Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass dieses Buch zahlreiche überarbeitete Kapitel aus Küngs Buch "Christ sein" von 1974 enthält. Im zweiten Kapitel beschreibt der Autor dann, was der historische Jesus alles war und was nicht. An einer späteren Stelle liefert Küng folgende Zusammenfassung: "Für die Law-and-order-Leute erwies er sich als systemgefährdender Provokateur. Die aktivistischen Revolutionäre enttäuschte er durch seine gewaltlose Friedensliebe. Die passiv weltflüchtigen Asketen umgekehrt durch seine unbefangene Weltlichkeit. Den weltlich angepassten Frommen schließlich war er zu kompromisslos. Den Stillen im Land zu laut und den Lauten im Land zu leise, den Strengen zu mild und den Milden zu streng. Als offensichtlicher Außenseiter in einem lebensgefährlichen gesellschaftlichen Konflikt: im Widerspruch zu den herrschenden Verhältnissen und im Widerspruch zu denen, die ihnen widersprechen."

Es folgen zwei Kapitel über das Gottes- und das Menschenbild, so wie es Küng aus dem Neuen Testament interpretiert. Im nächsten Kapitel geht es um den Tod Jesu und danach um die Auferstehungsgeschichte. Ich möchte niemandem in seinem Glauben zu nahe treten. Doch je länger ich in diesem Buch gelesen habe, umso auffälliger traten die Schwierigkeiten zutage, vor denen selbst kritische Theologen wie Küng stehen.

Küng schreibt, dass die eigentliche christliche Bewegung erst relativ lange nach dem Tod Jesu entstand und ganz wesentlich mit der Auferstehungsgeschichte verbunden ist. In unserer Zeit, in der die Wissenschaftsgläubigkeit die Religion immer mehr verdrängt, wird es schwierig, die Auferstehung zu erklären. Küngs Deutungsversuche beweisen dies eindrucksvoll.

Sein Jesus-Bild sollte ihn doch aber mutiger machen. Jesus selbst hat sich nie an Dogmen oder Gesetze gehalten, wenn er sie als unangemessen oder nicht mehr zeitgemäß empfand. Das jedenfalls schreibt Küng. An einem anderen Beispiel wird der Konflikt noch deutlicher. Jesus war, so Küng, gegen die Aufhebung einer einmal geschlossenen Ehe, weil er durch eine Scheidung die Frau im Nachteil sah. Die Zeiten haben sich aber geändert. Warum sollte man also an "Gesetzen" festhalten, die nicht mehr den gesellschaftlichen Umständen entsprechen? Jesus hätte das nach der Küngschen Interpretation jedenfalls nicht getan.

An anderer Stelle verrenkt er sich beim Vater-Begriff im Zusammenhang mit Gott. Gott wäre geschlechtslos, schreibt er. Mit dem Ende der männlichen Interpretationsdominanz könnte Küng aber auch weibliche Priester in seiner Kirche fordern oder gegen das Eheverbot von katholischen Würdenträgern eintreten, was nicht nur dem modernen Leben entsprechen, sondern auch andere Probleme lösen würde, mit denen die katholische Kirche zu kämpfen hat. Davon habe ich jedoch in diesem Buch nichts gelesen.

Es wäre doch noch nicht einmal besonders mutig, den historischen Kontext der Bibel einzuräumen, der schließlich auf der Hand liegt, und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, anstatt die Texte zu dogmatisieren und so eine immer breitere Kluft zwischen der gesellschaftlichen Realität von heute und dem katholischen Dogma zu riskieren. Offenbar aber befürchten selbst Theologen wie Küng dann einen Dammbruch.

Bei aller Kritik habe ich aus der Systematik dieses Buches eine Menge gelernt. Ich möchte es nur ungern bewerten. Die Sterne gibt es für die Informationen, die dieser Text enthält.

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JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Erlebte Menschlichkeit" von Hans Küng

Global Player der Religionsvermittlung
JulesBarroisvor 4 Jahren

Der 85-jährige Theologe, Gelehrte, Weltreisende und Kirchenkritiker Hans Küng erinnert sich in seinem letzten Buch (er hat nicht vor ein weiteres zu schreiben) "Erlebte Menschlichkeit" an für ihn sehr bewegende Situationen seines Lebens.

In 12 großen Kapiteln nimmt uns Hans Küng mit in ferne Länder, an 344 Orten und lässt uns teilhaben an den Begegnungen mit großen Persönlichkeiten. Vor allem aber wird sein atemberaubendes Arbeitspensum dokumentiert, wozu eine außergewöhnliche körperliche und geistige Kraft nötig ist.

Innerhalb der römisch-katholischen Kirche ist Hans Küng einer der bedeutendsten Freiheitskämpfer unserer Zeit, der seinen langjährigen Kollegen Joseph Ratzinger bis heute bekämpft.

Hans Küng legt Rechenschaft ab. Natürlich kreisen alle drei Bände um den Wendepunkt schlechthin im Leben von Hans Küng: den Entzug seiner katholischen Lehrerlaubnis durch Rom. In diesem Band sind vor allem die 25 Jahre enthalten, in denen ihm Papst Johannes Paul II jede Antwort schuldig geblieben ist. „Ob ich mich nicht auf einen Kampf mit dem Drachen eingelassen habe, den ich nie und nimmer gewinnen kann?“ (Seite 22)

Er erzählt auch, wie er schließlich zu seinem zweiten großen Thema, der Versöhnung der Weltreligionen, kam. „Zu neuen Ufern“, „Vorstöße in Neuland“, „Mein amerikanisches Jahrzehnt“, „Das Projekt Weltethos“ - diese Kapitelüberschriften deuten an, wie sich die Stellung des Theologieprofessors nach seiner Verurteilung durch Rom verändert hat. Küng, obwohl persönlich getroffen, ging nicht, wie manche erwartet hatten, reuig in sich. Er zog sich auch nicht zurück. Im Gegenteil: Sein Tätigkeitsfeld vervielfältigte sich. Aus dem einsamen „Ketzer“ in Tübingen - dem neuen Wittenberg, wie mancher Römer denken mochte - wurde ein theologischer Weltbürger, ein „global Player“ der Religionsvermittlung.

Und wenn heute Papst Franziskus 15 Krankheiten der Kurie benennt, unter anderem: Rivalität und Rachsucht, geistige Versteinerung, Terror des Geschwafels, spirituelles Alzheimer oder die Krankheit sich für unsterblich, unangreifbar oder unersetzlich zu halten, dann mag das für Küng eine durchaus befriedigende Bestätigung seiner Aussagen seit 30 Jahren sein.

Andererseits stoßen wir aber immer wieder auf heftige Abrechnungen mit theologischen und kirchenpolitischen Gegnern. Diese Wiederholungen seines bekannten, durchaus berechtigten Anliegens, mögen manchen Leser ermüden. Auch das extrem eingestreute Eigenlob werden ihm manche genauso übel nehmen wie seine unnötigen Fouls und das Nachtreten. Küng, zweifellos einer der bedeutendsten, produktivsten und einflussreichsten katholische Theologe des 20. Jahrhunderts hätte derartige Angriffe eigentlich nicht nötig.

 Hans Küng analysiert und argumentiert sehr präzise und umfassend. Sein Schreibstil hilft dem Leser, die dadurch anfallende große Fülle an Informationen ordnen zu können. Und trotz den Erkenntnissen, zu denen er fast zwingend kommen muss, ist und bleibt er ein katholischer Theologe.

 Hans Küng bleibt ein Suchender auf dem Weg zur göttlichen Urheimat. Ob er sie finden wird? Kein Enden also, erst recht kein Verenden, sondern ein Vollenden, so sagt er.  "Das Leben geht weiter -- aber wie?" Diese Frage bewegt Hans Küng bis heute.

 Eine bereichernde Autobiographie eines fast rastlos arbeitenden Menschen.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Piper Verlages:

http://www.piper.de/buecher/erlebte-menschlichkeit-isbn-978-3-492-30552-5

 

 

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Hans Küng wurde am 19. März 1928 in Sursee im schweizer Kanton Luzern (Schweiz) geboren.

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