Hans M Enzensberger Die Große Wanderung

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Inhaltsangabe zu „Die Große Wanderung“ von Hans M Enzensberger

Es ist ein Elend mit der Debatte über die Einwanderung. Sie erinnert an eine Talkshow. Die Berufspolitiker geben die Kampfparolen vor, die oppositionelle Rede stellt sie auf den Kopf. Einerseits wird eine moralisierende Grundsatzdiskussion angezettelt, andererseits zieht man sich, sobald es um die Praxis geht, auf Verfahrensfragen zurück.§Hans Magnus Enzensbergers Schrift ist ein Versuch, diese Blockade zu durchbrechen. Viele der gängigen Sprachregelungen müssen aus dem Weg geräumt werden. Dann zeigt sich erst, wie schädlich die Fixierung an die Tagesaktualität und wie borniert die Perspektive der Asylpolitik ist. Fremdenhaß und Migrationen hat es immer gegeben. Die Erfahrungen, die damit gemacht worden sind, werden aber mit Vorliebe verleugnet oder vergessen. Ein Blick über den Tellerrand könnte nicht schaden. Schließlich geht es um eine Frage, die zu wichtig ist, als daß man sie Politikern und Demagogen überlassen dürfte.§Enzensbergers Essay bewegt sich auf unsicherem Terrain. Er hat keine Lösungsformeln zu bieten. Die fragmentarische Form seiner "Markierungen" zeigt, daß die Große Wanderung viele Trampelpfade, aber keinen Königsweg kennt. Enzensbergers Markierungen, die es an Deutlichkeit nicht fehlen lassen, werden allen willkommen sein, die es leid sind, das Problem aus der Froschperspektive der deutschen Innenpolitik zu betrachten.
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