Hans Magnus Enzensberger

 4 Sterne bei 218 Bewertungen
Autor von Der Zahlenteufel, m. Abakus, Wo warst du, Robert? und weiteren Büchern.
Hans Magnus Enzensberger

Lebenslauf von Hans Magnus Enzensberger

Hans Magnus Enzensberger wurde am 11. November 1929 in Kaufbeuren im bayerischen Allgäu geboren und wuchs in Nürnberg auf. VOn 1949 bis 1954 studierte er Literaturwissenschaft und Philosophie in Erlangen, Freiburg, Hamburg und Paris und promovierte anschließend. Er ist Dichter und Schriftsteller, Übersetzer und Redakteur und fast immer ein Kritiker. Nach seinem Studium war er unter anderem als Rundfunkredakteur und Lektor tätig, lebte einige Zeit in Norwegen und Berlin und seit 1980 in München. 1968 brach Enzensberger eine Gastdozentur an der Wesleyan University nach drei Monaten als Protest gegen die US-Außenpolitik ab und ging für ein Jahr nach Kuba. Er betätigte sich auch als Herausgeber, 1965 bis 1975 die Zeitschrift »Kursbuch«, ab 1980 gemeinsam mit Gaston Salvatore das Kulturmagazin »TransAtlantik«, das er 1982 wieder verließ und 1985 bis 2007 zusammen mit Franz Greno die Buchreihe »Die Andere Bibliothek«. Neben der stetigen Veröffentlichung von Gedichten, erschienen auch zahlreiche Essaybände zu den Themen Migration, Gewalt in Zivilgesellschaften und Intelligenzforschung. Er schreibt unter anderem unter den Pseudonymen Andreas Thalmayr, Giorgio Pellizzi, Benedikt Pfaff, Elisabeth Ambras und Tevisa Buddensi. Enzensberger bewies immer wieder sein Gespür für Trends und Tendenzen, so gelang es ihm oft Themen in der kulturellen und politischen Debatte zu setzen und treffende Vorhersagen zu machen. So bezeichnet er er das Fernsehen 1988 als »Nullmedium«, verwendet 1987 die Begriffe »Ossi« und »Wessi« in seiner Vision eines wiedervereinigten Deutschlands und beschäftigt sich 2006 mit islamistischem Terror. Enzensberger wurde mit einer großen Anzahl verschiedener Auszeichnungen geehrt, darunter der »Deutsche Kritikerpreis«, der »Georg-Büchner-Preis« und der » Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf«.

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Hans Magnus EnzensbergerDer Zahlenteufel, m. Abakus
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Der Zahlenteufel, m. Abakus
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 (39)
Erschienen am 08.09.2003
Hans Magnus EnzensbergerHammerstein oder Der Eigensinn
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Hammerstein oder Der Eigensinn
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 (24)
Erschienen am 22.06.2009
Hans Magnus EnzensbergerWo warst du, Robert?
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Wo warst du, Robert?
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 (24)
Erschienen am 01.11.2014
Hans Magnus EnzensbergerDer kurze Sommer der Anarchie
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Der kurze Sommer der Anarchie
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 (10)
Erschienen am 04.04.1977
Hans Magnus EnzensbergerJosefine und ich
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Josefine und ich
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 (11)
Erschienen am 26.11.2007
Hans Magnus EnzensbergerLandessprache
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Landessprache
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Erschienen am 12.02.1969
Hans Magnus EnzensbergerDer Untergang der Titanic
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Der Untergang der Titanic
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 (6)
Erschienen am 03.05.1981
Hans Magnus EnzensbergerGedichte 1950–2005
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Gedichte 1950–2005
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 (5)
Erschienen am 22.11.2006

Neue Rezensionen zu Hans Magnus Enzensberger

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J

Rezension zu "Überlebenskünstler" von Hans Magnus Enzensberger

Vom Würdepopo und titanischen Däumling
jamal_tuschickvor 5 Monaten

Ohne Adolf Hitler wäre Bertolt Brecht eine Gestalt von mittlerer Größe geblieben – ein Baal und poetischer Baader für das Berliner Ballhausgeschehen. Ein Zampano der Weimarer Kulturelite. Monumental in den Einfällen, rabiat in Zuspitzungen, klein vor der Geschichte. Dreißig Jahre nach seinem Tod hätte sein Denkmal einen weitgehend Unbekannten präsentiert.
Der Faschismus lieferte Brecht die Welt als Bühne. Der große Feind machte den Dramatiker groß. Als Staatsschriftsteller der DDR fiel Brecht zurück. Leute, die ihm das Wasser nicht reichen konnten, ließen ihn an den Tränken der Macht ihre Vorrechte spüren. Brecht starb, sagt Heiner Müller, „um sich nicht länger verhalten zu müssen“. Verhalten im Sinne von taktieren, lavieren, kungeln und mauscheln. Der sozialistische Realismus verlangte, bei Stalin zu übersehen, was Hitler zum Verbrecher machte. („Gegen Hitler sein hieß, über Stalin zu schweigen.“ Heiner Müller) Ideologischer Gehorsam verträgt sich nicht mit Grandiosität. Oder um es mit Gottfried Benn zu sagen: „Was nicht ins KZ führt, ist albern. Mit Papier kommt man Bestien nicht bei.“
Das Grandiose ist ein Cover. Es klappt den Witz des produktiven Überlebens ein. Während genug Greise der Literatur, von ihrer Konstitution um die Gnade des rechtzeitigen Abgangs gebracht, ihrem Ende entgegen walsern, bleibt Hans Magnus Enzensberger auf seinem Gipfel erratisch souverän. Ihm fehlt „das Mulmige, ohne das“, nach Benn, „die Deutschen den Geist nicht ertragen“. Die Leistung besteht daran, den persönlichen Verfall nicht mit einem Ressentiment gegen die überholende Zeit zu beantworten. Philosophie und Geschichte sind Fluchtwege der Seniorität. In „Überlebenskünstler in 99 literarischen Vignetten“ staubt und bürstet Enzensberger Galionsfiguren ab. „Rätselhaft, wie es diesem kleinwüchsigen, hässlichen Mannequin gelungen ist, sich zu einer europäischen Größe aufzuplustern!“ Enzensberger über Gabriele D‘Annunzio. Er schildert Einbahnstraßen „vom Titanen zum Würdepopo“ (Albert Ehrenstein über Gerhart Hauptmann). Er nennt die Geister, die ihn riefen. Knut Hamsun baut er eine Lade mit genug Platz für Landstreicherei und Landesverrat. Er beschreibt einen Prozess der Selbstdemontage in der Heraufbeschwörung eines Hasssturms, den Hamsun vermutlich absichtlich auf sich zog, indem er 1945 Hitler (den er verachtete) öffentlich ehrte.
Der Titel hat nicht viel zu sagen. Enzensberger trägt zusammen, was ihn noch interessiert. Er teilt seine Lesefrüchte mit dem Leser.
Hamsun steht an erster Stelle im Vignetten Kabinett. Ismail Kadare findet zuletzt Erwähnung. Er ist der einzige, der noch lebt. Enzensberger widmet Kadare einen Nachtrag, der Erinnerungen an Joseph Brodsky und an das Mäzenatentum der Sechziger folgt. Brodsky füllte erst seine Dissidenten- und dann seine Emigrantenrolle mit „frappantem Selbstbewusstsein“ aus. Er lernte die Kunst der Verachtung und des Hochmuts als Staatsfeind der Sowjetunion vor Gericht. Er vollendete sich als eisiger Pate der Poesie auf Empfängen jener Superreichen, die mit Künstlern ihre Umgebung veredelten. Brodskys „Gott war die Sprache“. Dem jungen Enzensberger erschien Benn göttlich. „Gewisse Verse von ihm waren wie eine Droge.“

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Edith_Hornauers avatar

Rezension zu "Gedichte 1950-2015" von Hans Magnus Enzensberger

Gedichte
Edith_Hornauervor einem Jahr

Seine Gedichte haben seine Sprache - direkt, konsequent, ehrlich, wirklich, poetisch-politisch, total seinem Bewusstsein geschuldet.
Enzensberger ist und bleibt lesenswert!!!


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mistellors avatar

Rezension zu "Mausoleum" von Hans Magnus Enzensberger

Balladen
mistellorvor 2 Jahren

Die siebenunddreißig Balladen von Hans Magnus Enzensberger beschreiben ausgewählte wichtige Erfindungen, Forschungen und Visionen in der Geschichte der Menschheit.
Der Bogen reicht von Giovanni de'Dondi (1318-1389) aus Padua, der eine Maschine zur Zeitmessung erfindet, bis Ernesto Guevarade la Serna, besser bekannt als Che Guevara, ein politischer Visionär.


Mir haben die Balladen sehr gut gefallen, ein paar haben mich sogar tief beeindruckt. Besonders die Balladen über Che Guevara und Wilhelm Reich.


Besonders gut gefiel mir an den Balladen, dass sie die Erfindungen, Forschungen und Visionen nicht lobhudeln, sondern dass die Erfindungen, Forschungen und Visionen im Zusammenhang mit der Lebenssituationen der Forscher und Visionäre und mit den gesellschaftlichen Umständen gesehen  werden. Das bietet dem Leser ein ganz neues Bild.
Ich sehe in vielen Balladen eine wichtige Erweiterung des schon gehabtem Wissen.


Die Balladen zu lesen machte auch deshalb so viel Spaß, weil Enzensberger sich bei ihrer Entstehung an die traditionellen Regeln gehalten hat. So kommt es schnell zu einem Erkennen des Stils, den wir alle noch aus unserer Schulzeit kennen z.B. von Fontane oder Goethe.
Dazu kommt Enzensbergers wohlgestaltete und phantasievolle und ausdrucksstarke  Wortwahl wie z.B. "Der Text bricht ab, und ruhig rotten die Antworten fort".


Das Buch erhält von mir 5 von 5 Sternen.

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Hans Magnus Enzensberger wurde am 10. November 1929 in Kaufbeuren (Deutschland) geboren.

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