Hans Magnus Enzensberger

 4 Sterne bei 231 Bewertungen
Autor von Der Zahlenteufel, Wo warst du, Robert? und weiteren Büchern.
Autorenbild von Hans Magnus Enzensberger (©Foto: Mariusz Kubik)

Lebenslauf von Hans Magnus Enzensberger

Mit dem Finger am Puls der Zeit: Der 1929 in Kaufbeuren geborene Schriftsteller hat ein Gespür für Themen und Trends im politischen Diskurs und trifft so mit seinen Werken oft den Nerv der Zeit. 

Nach seinem Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie promovierte er und nahm eine Gastdozentur an der Wesleyan University auf. Doch als Zeichen des Protests gegen die US-Außenpolitik gab er diese nach drei Monaten wieder auf und ging für ein Jahr nach Kuba.

Sein Werk umfasst Gedichte, Artikel, Romane und diverse Essaybände, die sich mit den Themen Migration und Gewalt in Zivilgesellschaften auseinandersetzen. Er war außerdem als Rundfunkredakteur und Lektor tätig und lebte einige Zeit lang in Norwegen.

Unter den Pseudonymen Andreas Thalmayr, Giorgio Pellizzi, Benedikt Pfaff, Elisabeth Ambras und Tevisa Buddensi sind weitere Werke von ihm veröffentlicht worden. Er wurde unter anderem mit dem „Deutsche Kritikerpreis“, dem „Georg-Büchner-Preis“ und dem „Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf“ ausgezeichnet.

Seit 1980 lebt er in München.

Neue Bücher

Geisterstimmen

Neu erschienen am 12.05.2020 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

Alle Bücher von Hans Magnus Enzensberger

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Cover des Buches Der Zahlenteufel9783446201217

Der Zahlenteufel

 (40)
Erschienen am 08.09.2003
Cover des Buches Hammerstein oder Der Eigensinn9783518419601

Hammerstein oder Der Eigensinn

 (24)
Erschienen am 07.01.2008
Cover des Buches Wo warst du, Robert?9783423625920

Wo warst du, Robert?

 (24)
Erschienen am 01.11.2014
Cover des Buches Gedichte9783518465547

Gedichte

 (13)
Erschienen am 20.10.2014
Cover des Buches Der kurze Sommer der Anarchie9783518368954

Der kurze Sommer der Anarchie

 (10)
Erschienen am 04.04.1977
Cover des Buches Josefine und ich9783518418215

Josefine und ich

 (11)
Erschienen am 18.06.2006
Cover des Buches Landessprache9783518103043

Landessprache

 (5)
Erschienen am 12.02.1969

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Neue Rezensionen zu Hans Magnus Enzensberger

Neu

Rezension zu "Der Zahlenteufel" von Hans Magnus Enzensberger

Keine Angst vor den Zahlen
annluvor einem Jahr

Die Zahlen standen lachend und schwatzend herum, bis der Zahlenteufel schrie: „Achtung! Erste Folge angetreten!“


Robert hasst Mathematik – und besonders die blöden Brezelrechenaufgaben von seinem Mathematiklehrer. Träume mag er auch nicht, denn nie passiert da was Gutes. Doch dann träumt er plötzlich vom Zahlenteufel und der zeigt ihm die magische Seite der Zahlen und die sind viel interessanter, als sich Robert bisher vorstellen konnte.



Zwölf Nächte lang besucht der Zahlenteufel Robert. Zwölf Nächte, in denen Robert so einiges lernt. Angefangen bei der eins beschäftigen sich die Beiden mit dem Teilen, der Unendlichkeit, dem ganz Großen und dem ganz Kleinen. Von den Zahlen und wie sie in unterschiedlichen Reihungen aneinanderhängen gibt’s so manches zu entdecken und kennen zu lernen.


Illustriert wird das Ganze nicht nur mit einigen bunten Bildern, sondern auch mit den Zahlen und Anordnungen. Diese Bilder sind wichtig für das Verständnis, da sich der Leser nicht nur auf den Text verlassen muss, sondern vieles auch durch die spezielle Anordnung der Zahlen entdecken kann.


Anstatt der mathematisch korrekten Fachausdrücken werden hier so manche erfundenen Wörter hergenommen. Die Aussagen die dahinterstecken bleiben aber gleich. Dadurch, dass das was Robert in den vorangegangenen Nächten gelernt hat immer mal wiederholt wird und auch wichtig für das neue Entdecken wird, merkt man sich alles besser.


Manche Infos kommen sehr schnell. Viele Kapitel werden aber mit einer „Probier“ Box ergänzt, wo der Leser aufgefordert wird, weiter zu denken und zu rechnen oder selbst etwas zu überlegen. Damit – und auch durch die Unterbrechung der Geschichte mit den Darstellungen der Zahlen und Formen, bei denen man das Gesagte verstehen soll – wird das Ganze interaktiver und führt dazu, dass man mitmachen möchte.


Die letzten beiden Kapitel stellen keine Zahlen(zusammenhänge) mehr her, sondern machen einen Ausflug in den Zahlenhimmel/hölle, wo einige bekannte Mathematiker sich mit Problemen beschäftigen. Das hat die Geschichte gut abgerundet.


Fazit: Ein tolles Buch, das zum Mitmachen und Mitdenken auffordert und dies auch durch die Gestaltung erreicht.

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Rezension zu "Kiosk" von Hans Magnus Enzensberger

Die immer aktuelle Poesie
Duffyvor 2 Jahren

1995 erschien dieser Gedichtband und zeigt die vielen inhaltlichen Facetten von Enzensbergers Poesie. Fast leichtfüßig gelingen ihm die Sprünge in verschiedene Bereiche, ob Religion, Politik oder Wissenschaft, die Beobachtung ebenso wie die Interpretation, manches Mal ein augenzwinkerndes Intermezzo, fast schon satirisch, aber immer wieder so, dass seine Seriosität nie in Frage gestellt wird. Sparsam ist die Sprache, seine Bilder sind skizziert, aber scharf umrissen. Das hilft dem Leser, der vielleicht einiges sonderbar, gar unverständlich findet, noch einmal nachzulesen, um festzustellen, dass man ihm nur den Vorwurf machen kann, manches Mal vieldeutig zu sein, fordernd, den Leser animierend, sich durch die Lektüre anregen zu lassen, dem Dichter auch auf verschlungenen Wegen zu folgen. Doch so viele dieser Ausnahmen gibt es nicht, Enzensbergers Poesie ist in sich klar, das Angebot der Interpretation vorhanden, aber nicht zwingend. Er macht Gebrauch von der Vermischung herkömmlicher Poesie mit der freien Lyrik und wird keiner Gratwanderung verdächtig, im Gegenteil, sein Enttwurf von Dichtung ist erfrischend und verdient immer wieder größte Aufmerksamkeit.

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J

Rezension zu "Überlebenskünstler" von Hans Magnus Enzensberger

Vom Würdepopo und titanischen Däumling
jamal_tuschickvor 2 Jahren

Ohne Adolf Hitler wäre Bertolt Brecht eine Gestalt von mittlerer Größe geblieben – ein Baal und poetischer Baader für das Berliner Ballhausgeschehen. Ein Zampano der Weimarer Kulturelite. Monumental in den Einfällen, rabiat in Zuspitzungen, klein vor der Geschichte. Dreißig Jahre nach seinem Tod hätte sein Denkmal einen weitgehend Unbekannten präsentiert.
Der Faschismus lieferte Brecht die Welt als Bühne. Der große Feind machte den Dramatiker groß. Als Staatsschriftsteller der DDR fiel Brecht zurück. Leute, die ihm das Wasser nicht reichen konnten, ließen ihn an den Tränken der Macht ihre Vorrechte spüren. Brecht starb, sagt Heiner Müller, „um sich nicht länger verhalten zu müssen“. Verhalten im Sinne von taktieren, lavieren, kungeln und mauscheln. Der sozialistische Realismus verlangte, bei Stalin zu übersehen, was Hitler zum Verbrecher machte. („Gegen Hitler sein hieß, über Stalin zu schweigen.“ Heiner Müller) Ideologischer Gehorsam verträgt sich nicht mit Grandiosität. Oder um es mit Gottfried Benn zu sagen: „Was nicht ins KZ führt, ist albern. Mit Papier kommt man Bestien nicht bei.“
Das Grandiose ist ein Cover. Es klappt den Witz des produktiven Überlebens ein. Während genug Greise der Literatur, von ihrer Konstitution um die Gnade des rechtzeitigen Abgangs gebracht, ihrem Ende entgegen walsern, bleibt Hans Magnus Enzensberger auf seinem Gipfel erratisch souverän. Ihm fehlt „das Mulmige, ohne das“, nach Benn, „die Deutschen den Geist nicht ertragen“. Die Leistung besteht daran, den persönlichen Verfall nicht mit einem Ressentiment gegen die überholende Zeit zu beantworten. Philosophie und Geschichte sind Fluchtwege der Seniorität. In „Überlebenskünstler in 99 literarischen Vignetten“ staubt und bürstet Enzensberger Galionsfiguren ab. „Rätselhaft, wie es diesem kleinwüchsigen, hässlichen Mannequin gelungen ist, sich zu einer europäischen Größe aufzuplustern!“ Enzensberger über Gabriele D‘Annunzio. Er schildert Einbahnstraßen „vom Titanen zum Würdepopo“ (Albert Ehrenstein über Gerhart Hauptmann). Er nennt die Geister, die ihn riefen. Knut Hamsun baut er eine Lade mit genug Platz für Landstreicherei und Landesverrat. Er beschreibt einen Prozess der Selbstdemontage in der Heraufbeschwörung eines Hasssturms, den Hamsun vermutlich absichtlich auf sich zog, indem er 1945 Hitler (den er verachtete) öffentlich ehrte.
Der Titel hat nicht viel zu sagen. Enzensberger trägt zusammen, was ihn noch interessiert. Er teilt seine Lesefrüchte mit dem Leser.
Hamsun steht an erster Stelle im Vignetten Kabinett. Ismail Kadare findet zuletzt Erwähnung. Er ist der einzige, der noch lebt. Enzensberger widmet Kadare einen Nachtrag, der Erinnerungen an Joseph Brodsky und an das Mäzenatentum der Sechziger folgt. Brodsky füllte erst seine Dissidenten- und dann seine Emigrantenrolle mit „frappantem Selbstbewusstsein“ aus. Er lernte die Kunst der Verachtung und des Hochmuts als Staatsfeind der Sowjetunion vor Gericht. Er vollendete sich als eisiger Pate der Poesie auf Empfängen jener Superreichen, die mit Künstlern ihre Umgebung veredelten. Brodskys „Gott war die Sprache“. Dem jungen Enzensberger erschien Benn göttlich. „Gewisse Verse von ihm waren wie eine Droge.“

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Hans Magnus Enzensberger wurde am 10. November 1929 in Kaufbeuren (Deutschland) geboren.

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