Hans Magnus Enzensberger Rebus

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Inhaltsangabe zu „Rebus“ von Hans Magnus Enzensberger

Einmalige numerierte und signierte Ausgabe, gedruckt auf alterungsbeständiges Büttenwerkdruck, Leinen, Fadenheftung, im Schuber§"Keiner von uns ist der Richtige."§Als ein riesiges Rebus, das es zu entziffern gilt, versteht der Dichter seine Umgebung. Wovon aber handelt dieses Rebus? Nicht gerade einfach zu sagen: "De rebus quae geruntur" umschrieben es die alten Lateiner in ihrer präzisen Sprache, auf gut deutsch: "Es handelt von dem, was eben geschieht." Aber ein solches Rebus wäre nicht es selbst, wäre es eindeutig. "Dire en rébus" definiert ein französisches Wörterbuch des 19. Jahrhunderts die Anwendung von Wortspiel und Wortwitz. Und so nähern sich denn auch diese Gedichte mit den Mitteln der uneigentlichen und mehrbödigen Rede dem monströsen Bilderrätsel der Realität . §Mit den freundlichen, traurigen und bösen Gedichten von verteidigung der wölfe setzte Hans Magnus Enzensberger vor fünfzig Jahren eine entschiedene Zäsur in der bundesdeutschen Literatur. Wie damals schneiden seine Gedichte, so reflektiert wie unbedenklich, in den kalten Spiegel der Zeit, schonen weder Ich noch Du, sei es nun "Feind" oder "Bruder". Ein Bilderbogen aus Wörtern und Worten mit einer gesalzenen Coda, einem ebenso grimmigen wie gutgelaunten Gruß an "sie" und "euch" alle: an die falschen Freunde und die richtigen Feinde.§"Ja, wir bemühen uns, wären gerne§wir selber, und ziehen uns doch§die Schuhe der andern an,§und strampeln uns darin ab.§Auch dieses Gedicht steht natürlich§nur an der Stelle des richtigen,§das noch auf sich warten läßt."

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  • Rezension zu "Rebus" von Hans Magnus Enzensberger

    Rebus

    Günter Landsberger

    Keine Zeit für Lyrik? - Gar für einen Lyrikband? („REBUS“-Rezension mit Blick auf „Muffel“ und „Hornochsen“) Als ein „Getrampel von Hornochsen“ bezeichnete Hans Magnus Enzensberger selber mal vor mehr als 30 Jahren das gängige Interpretationsgebaren der Deutschlehrer beim unterrichtlichen Umgang mit Gedichten. Diesen Vorwurf seines damaligen, übrigens wie gewohnt exzellent geschriebenen Aufsatzes hab ich mir natürlich bis heute sehr zu Herzen genommen und wage es daher gar nicht auch nur eines der neuen Gedichte Enzensbergers ausführlich zu analysieren resp. zu interpretieren. Ich habe mich so zunächst mit der konzentrierten Lektüre des neuen Bandes begnügt. Ist Deutschland nun aber nicht bloß ein Land der „Hornochsen“, sondern in hoher Zahl nicht auch eins der selbst durch höchste lyrische Leistungen nur selten beirrbaren „Lyrikmuffel“? (Und haben die Deutschlehrer, die Deutschlehrerinnen sparen wir hier einmal freundlicherweise aus, vielleicht sogar entscheidend mit dazu beigetragen, dass es so viele eingefleischte Lyrikverächter gibt?) Klar, in wenigen Fällen durfte ich es erleben, dass ein ausgesprochener Lyrikmuffel zu einem spontanen Lyrikfreund mutierte. Das hatte aber letztlich die sich spontan ergebende Direktbegegnung mit Robert Gernhardt bewirkt. Und vielleicht wäre es bei einer direkten Konfrontation mit Ernst Jandl, Peter Rühmkorf, Oskar Pastior oder auch Hans Magnus Enzensberger ja ganz ähnlich gewesen. Wenn nun der hier zur Debatte stehende, vor kurzem 80 gewordene und einzige noch Lebende (!) unter den Genannten, wiederum einen neuen Lyrikband aus eigener Feder vorlegt (er tut dies immer wieder neugierig machend schon über 50 Jahre lang), erwartet er denn dann, dass die potentiellen Leser... den ganzen Band nun bereitwillig Seite für Seite lesen werden? (Ich gestehe, dass auch ich kaum jemals einen Gedichtband vollständig oder gar auf einen Sitz gelesen habe; selbst die mir bis heute wichtigsten nicht, wie den „Romanzero“ oder den „West-Östlichen Diwan“. Und dass ich es auch diesmal wohl nicht getan hätte, wäre ich nicht an einer Rezension interessiert und dankenswerterweise alsbald zu ihr verpflichtet gewesen.-) Oder rechnet er als Autor realistisch von vornherein nur mit einer Mehrzahl der im Buch bloß ab und an blätternden, sporadischen Leser...? Mit Leser...n also, die sich bestenfalls, aber doch hoffentlich, an irgendeinem der Gedichte festzulesen beginnen? Als Autor mit bewahrtem utopischen Blick für den idealen Leser legt HME nichtsdestotrotz und unverdrossen Wert auf eine erkennbare Gesamtkomposition, und zwar bis in die kleinste Kleinigkeit hinein. Der Band „Rebus“ ist in fünf Teile eingeteilt, die jeweils mit assoziationsfreundlichen Überschriften versehen sind: „Gleichgewichtsstörung“ (22 Gedichte), „Es gibt Probleme (16 Gedichte)“,“Schwere Koffer“ (7 Gedichte), „Erste Person Plural“ (27 Gedichte), „Coda“ (ein einziges, neuneinhalb Seiten umfassendes Schlussgedicht). Alle Gedichte verzichten durchweg auf den Endreim. Die letzte Titelbezeichnung „Coda“ eröffnet Assoziationsspielräume nach zwei Richtungen: Lesen wir „Koda“, denken wir an Parallelerscheinungen in der Musik (a) Sonatensatz, b) Fuge); lesen wir statt „Coda“ „Code“, sind wir entweder a) im Gebiet der Sprachwissenschaften oder b) in dem der stellvertretenden Chiffrierungen bzw. Verrätselungen angelangt. Und lesen daraufhin das Ganze jeweils anders. Vom Motiv der Stellvertretung aus (vgl. hierzu auch das Gedicht „Stellvertreter“, S.77) sind wir im übrigen schon wieder ganz nah am Gesamttitel „Rebus“, den der insgesamt zitierwürdige Klappentext auf eigene Weise und mit anderer Akzentuierung ebenfalls erläutert. Im Gedichtensemble selber, am Ende der ersten Strophe der „Coda“ (S. 105) wird ein weiterer Bezug nahegelegt: „Doch ich bin nur ein Vorübergehender, / der vorübergehend beobachtet, was der Fall ist, / der nur redet (de rebus quae geruntur), / und der kaum etwas ausrichtet.“ Und der uns allen geläufige Begriff „Rebus“ im Sinne von Bilderrätsel? Der ist natürlich auch gemeint. Schon in einem früheren (großartigen!) Buch aus dem Jahr 1985 hat HME unter dem Pseudonym des Andreas Thalmayr, jenes besonnen-unwiderstehlichenVerführers zum Gedicht, den Zusammenhang zwischen „Rebus“ und „Lyrik“ knapp theoretisch umrissen: „REBUS. Der Text, der sich hinter Bildern versteckt, möchte enträtselt werden.“, sowie diesen Zusammenhang in überzeugenden Beispielen von Anita Albus und Stefano della Bella hervorgehoben („Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen in 164 Spielarten vorgestellt von Andreas Thalmayr“, Nördlingen 1985). Und einen weiteren Fingerzeig gewinnen wir noch aus einem fast 20 Jahre späteren, vornehmlich für Jugendliche geschriebenen Thalmayr-Buch: „Lyrik nervt! Erste Hilfe für gestresste Leser“ (München 2004). Da heißt es auf S.59: „Die Sprache, jede Sprache, ist ein Bilderrätsel. Viele Wörter, die wir alltäglich im Munde führen, stecken voller Bedeutungen, die wir vergessen haben.“ (Vgl. „Wasserhahn“ oder „Windhose“ oder „Waschzettel“ ...) Spontan fühle ich mich dabei auch an den (dezidiert von Nietzsche aufgegriffenen) Ausspruch Schopenhauers, dass alles „Urdenken“ „in Bildern“ erfolgt sei und erfolge, erinnert. - Aber „REBUS“! Und ich wollte keine Interpretation schreiben. Die Andeutung des mir naheliegend erscheinenden Interpretationsansatzes (eines unter gewiss vielen möglichen) mag genügen. Also noch einmal! Und nun anders. Gleich, nachdem ich das Buch vor nicht ganz einer Woche zum ersten Mal in Händen hielt, habe ich mich an die Lektüre der 120 Seiten gemacht. Wort für Wort und Seite für Seite. Innerhalb weniger Stunden hatte ich das über den Tag hinaus anregende Buch zum ersten Mal gelesen. Schon bei meiner ersten Lektüre fielen mir einige wenige Gedichte besonders auf. Darunter auch das Gedicht „Zum Abgewöhnen“. Bei diesem Gedicht kam gleich eine Erinnerung. Vom Verfahren her ist dieses Gedicht ähnlich auf die Pointe hin komponiert wie seinerzeit das mir damals ebenfalls zusagende Enzensberger-Gedicht „Sprechstunde“ (aus: HME: „Die Furie des Verschwindens“, F.a.M. 1980, S.68f): in beiden Fällen wird das entscheidende Substantiv zunächst ausgespart; seine Stelle vertreten durchweg in allen Versen vor dem pointierten allerletzten, die ihr Geheimnis nicht voreilig preisgebenden persönlichen Fürwörter. So wird in dem kleinen Versgebilde auf 27 bzw.16 Zeilen Spannung erzeugt. Wer keine Zeit für dicke Romane hat (und die, die sogar Zeit dafür haben, erst recht!), sollte ruhig mal zur Lyrik greifen. Und nicht zu schnell aufgeben, wenn nicht gleich etwas Ansprechendes gefunden wird. Lyrikmuffel müsste man nicht sein. Es gibt für jeden etwas zu entdecken. Es gibt so viele verschiedene Autor...en. Und mindestens fünf gute Gedichte bei jedem guten Lyriker. Und bei einigen von ihnen mindestens fünf gute in jedem einzelnen ihrer über Jahrzehnte hinweg veröffentlichten Lyrikbände. Und auch bei HME in „REBUS“ kann man fündig werden. (Wenn Interesse besteht, dann zeigen Sie es bitte kommentierenderweise; dann werde ich Ihnen gerne verraten, welche Gedichte dieses Bandes mir noch besonders aufgefallen sind und warum.)

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