Hans Ostwald

 4,2 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf

Hans Ostwald (1872–1943) war der Sohn eines Schmieds und wuchs in Berlin und Stargard auf. Nach einer Lehre als Goldschmied arbeitete er nur für kurze Zeit in diesem Beruf, bis er 1893 arbeitslos wurde. Er blieb seiner Absicht, „unsere Kultur von unten zu beleuchten“, in allen seinen folgenden Werken verpflichtet. So wurde er zu einem der produktivsten Chronisten der unteren sozialen Klassen und gesellschaftlichen Randgruppen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie zu einem der wichtigsten populärwissenschaftlichen Kulturhistoriker Berlins. In der Einleitung zum Liebermann-Buch schrieb er 1930: »Diese Bücher sollen dem Volke eine Brücke zur Kunst bauen. Sie sollen nicht, wie so viele Kunstbücher, nur für Künstler und Kunsthistoriker geschrieben sein.« Zwischen 1904 und 1908 betrieb er das größte Projekt zur Stadtforschung im deutschsprachigen Raum, dessen Ergebnisse er in Form einer fünfzigbändigen Buchreihe unter dem Titel Großstadt-Dokumente herausgab.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Kiek ma eena an! (ISBN: 9783968491264)

Kiek ma eena an!

Erscheint am 06.09.2024 als Gebundenes Buch bei Favoritenpresse GmbH.

Alle Bücher von Hans Ostwald

Neue Rezensionen zu Hans Ostwald

Cover des Buches Berlin - Anfänge einer Großstadt (ISBN: 9783869711935)
sleepwalker1303s avatar

Rezension zu "Berlin - Anfänge einer Großstadt" von Hans Ostwald

Eine Hommage an Berlin, wie es einmal war
sleepwalker1303vor 4 Jahren

Hans Ostwalds Berlin-Chronik aus den Jahren 1904 bis 1908 bestand ursprünglich aus 50 Bänden, die nicht nur von ihm selbst, sondern von namhaften Journalisten verfasst wurden. Thomas Böhm hat mit seinem Buch „Berlin-Anfänge einer Großstadt“ eine Art Zusammenfassung dieser Chroniken herausgegeben, eine eingedampfte Version, sozusagen eine Essenz des Ganzen.

Da Buch beinhaltet detailreiche Beschreibungen des Berlins zwischen Jahrhundertwende und den „Wilden Zwanzigerjahren“ und diese Beschreibungen lassen nichts aus. Randgruppen der Gesellschaft, Homosexuelle, Bordelle, Verbrechen und die Wohnungsnot sind nur wenige Beispiele der Themen, die, teils sogar bebildert, ihren Platz in dem Buch finden. Und manche der Themen sind heute genauso aktuell wie damals, wie etwa die Kriminalität, bezahlbarer Wohnraum und Wohnungsnot. Zwar sind die Zustände heute nicht ganz so drastisch, damals wohnten in manchen Wohnungen bis zu zehn Personen, aber Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. 

Ostwalds Ziel war es, „Das Wesen der Großstadt Berlin im Kontrast zu anderen Großstädten herauszuarbeiten“, viele seiner Beschreibungen waren aber alles andere als werbewirksam, manche wirken sicher sogar eher abschreckend. Ich kenne Berlin nur aus den Erzählungen meiner Großeltern (Jahrgang 1902 und 1913), diese stammten aber aus den Nachkriegsjahren. Zeitzeugen der Jahre, aus denen Ostwalds Chroniken stammen, gibt es nicht mehr, daher sind authentische Berichte nur noch nachzulesen. Das macht dieses Buch nicht nur interessant, sondern auch wichtig.   Noch dazu fand ich es trotz des Alters der Texte sehr gut und flüssig zu lesen, teils erschreckend, manchmal aber launig – immer aber informativ. Für alle, die sich für Berlin im Allgemeinen und für die Stadtgeschichte kurz nach der Jahrhundertwende im Besonderen interessieren, ist dieses Buch ein echtes Muss. Das „Sahnehäubchen“ für mich waren neben den tollen Texten aber die zahlreichen Bilder, die das Buch gekonnt abrunden. Für den Ausflug nach Berlin – geografisch und historisch, von mir 5 Sterne.

 

Cover des Buches Berlin - Anfänge einer Großstadt (ISBN: 9783869711935)
ReadingFoxys avatar

Rezension zu "Berlin - Anfänge einer Großstadt" von Hans Ostwald

Informativer Roman
ReadingFoxyvor 4 Jahren

Informativer Roman


Da es keine Zeitreisen gibt, sind solche Werke Gold wert.

Wir können uns die Stadt Berlin zu einer Zeit ansehen, zu der von uns noch keiner gelebt hat. Auch wenn das Buch eher als Roman verfasst ist, ist es ein bisschen ein Reiseführer durch das damalige Berlin.


Doch nicht nur Fotos aus der Zeit zwischen 1904 bis 1908 werden uns gezeigt, auch viele Informationen und Fakten zur Stadt und der Geschichte kann man lesen. Bilder, alte Karten und Geschriebenes ergänzen sich sehr gut und man bekommt das Gefühl selbst durch die Straßen und Gassen der damaligen Zeit zu wandeln.


Wer sich für Berlin, die damalige Zeit oder allgemein für Geschichte interessiert, sollte sich diesen wirklich tollen Bildband nicht entgehen lassen.

Cover des Buches Berlin - Anfänge einer Großstadt (ISBN: 9783869711935)
yellowdogs avatar

Rezension zu "Berlin - Anfänge einer Großstadt" von Hans Ostwald

Chronist seiner Zeit
yellowdogvor 4 Jahren

Hier wird ein intensiver Blick auf das Berlin Anfang des letzten Jahrhunderts geworfen. Der Macher ist Hans Ostwald, der 1940 starb,

Man spürt natürlich das Alter der Texte, aber das störte mich nicht. Umso authentischer!



Ein Vergleich dieses Buches mit Walter Benjamins Berliner Chronik sei gestattet.



Ich kenne Berlin leider nicht so gut, dass ich alles beschriebene von früher mit heute vergleichen kann, aber so einiges kann man sich vorstellen.

Mit den Texten durchstreift der Leser Berlin örtlich wie thematisch.

Hoppegarten mit den Renntagen, Varieté, KaDeWe, Tiergarten und die Stricherszene, Moabit, Berliner Nachtleben mit den Bars und Lokalen, etc.

Manche Texte werden wirklich zu Milieustudien.

Am Anfang und Ende des Buches gibt es ein paar Fotos von Berlin um 1900. Das trägt zur Atmosphäre bei.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 7 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks