Hans P. Bleuel

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Autor von Das saubere Reich, Apfelessig und weiteren Büchern.

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Hans P. BleuelSüdtirol
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Südtirol
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Erschienen am 01.08.1999
Hans P. BleuelDas saubere Reich
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Das saubere Reich
Das saubere Reich
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Erschienen am 01.12.1984
Hans P. BleuelDie verkabelte Gesellschaft
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Die verkabelte Gesellschaft
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Erschienen am 01.06.1989
Hans P. BleuelMenschen im Netz
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Menschen im Netz
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Erschienen am 01.03.1985
Hans P. BleuelAntipasti und Hors d'oeuvres
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Antipasti und Hors d'oeuvres
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Erschienen am 01.07.1996
Hans P. BleuelVenetien & Friaul
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Venetien & Friaul
Hans P. BleuelRaffiniertes aus einem Topf
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Raffiniertes aus einem Topf
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Erschienen am 01.11.1997
Hans P. BleuelApfelessig
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Apfelessig

Neue Rezensionen zu Hans P. Bleuel

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Rezension zu "Das saubere Reich" von Hans P. Bleuel

Rezension zu "Das saubere Reich" von Hans P. Bleuel
Sokratesvor 7 Jahren

Bleuel befasst sich in diesem Buch mit der Sexualmoral und Sexualpraktik seit dem 1. Weltkrieg mit dem Schwerpunkt in der Zeit des Nationalsozialismus. Zum Verständnis der Zeit beginnt Bleuel mit dem Sexualbild der späten Kaiserzeit, mit preußischen Tugendbildern, mit der sich wandelnden Rolle der Frau. Jedem einzelnen Kapitel schaltet er ein weiteres dazwischen, in dem er über einzelne Mitglieder des NS-Regimes biographische Notizen zusammenfasst und deren höchstpersönlichen Umgang mit der privaten und öffentlichen Sexualauffassung näher beleuchtet. Bei Hitler und Goebbels wird u.a. ihre undifferenzierte, spießige Haltung deutlich: einerseits Zurückhaltung und verrohte Sitten in der Gesellschaft anprangernd und sie austreiben wollend, andererseits selbst sexuell auf Abwegen, in Heimlichkeit eines Doppelleben frönend, nur nach Außen den Schein wahrend. Im Prinzip gilt dies für alle Führungspersönlichkeiten des NS-Regimes.
Deutlich wird auch, dass der von der NS-Propaganda angemahnte Sittenverfall in der Weimarer Republik wenig mit der Realität gemein hatte: die Weimarer Zeit war weder von besonderer Freizügigkeit noch von besonderer Emanzipation geprägt. Es war allein Ziel, durch besondere Betonung eines gesellschaftlichen Verfalls in der Weimarer Republik deren Abschaffung zu unterstreichen und einmal mehr zu betonen, dass die Weimarer Gesellschaft wie das politische System in Gänze abgelehnt werden muss. Dass dem aber nicht so war und beispielsweise die Emanzipation der Frau auch nur sehr ambivalent aussah, wird nur in anderem Zusammenhang deutlich: zwar gewährte man ihr offiziell das Wahlrecht, dem folgte jedoch keine weiteren (zwangsläufigen) Privilegien. Stattdessen wurde weiterhin das traditionelle Frauenbild gelebt und gefördert, unter den Nationalsozialisten später sogar eine Frauenquote an den Universitäten eingeführt, damit nicht zu viele Frauen einen zu hohen Bildungsgrad erreichten. Es herrschte die Meinung vor, dass sie so einerseits von ihrer traditionellen Mutterrolle abrücken würden (allein aus praktischen Gründen), aber andererseits „(...) ein Minimum an Intellekt und ein Höchstmaß an physischer Eignung (die Frau) erst zu dem (macht), was sie werden soll: Fruchtschoß des Dritten Reiches.“ (S. 91). Viele frauenfördernde Rechtsvorschriften unterstützten diese Bestrebungen, allerdings mit dem Schwerpunkt der Mutterförderung; allein die gebärende Frau galt es zu unterstützen und zu privilegieren, mit dem Ziel, ihre Situation derart zu verbessern, dass noch mehr Kinderwunsch realisiert werden würde.
Ähnlich verlief es im Bereich der Kindererziehung. Anders jedoch ging man mit sexuellen ‚Lastern‘ oder mit Sexualverbrechen um; harte Hand und eine Doppelmoral waren tonangebend.
Bleuel hat mit diesem Buch bereits in den 70er Jahren eine Publikation veröffentlicht, die sich mit einem nicht zu unterschätzenden Bereich des öffentlichen Lebens der NS-Zeit beschäftigte. Sexualmoral war nicht nur eine Privatangelegenheit. Mit den Nationalsozialisten und ihrer Rasseideologie rückten ‚Abstammung‘, ‚Fortpflanzung‘ und ‚Rasseschande‘ in den Mittelpunkt strafrechtlicher und gesellschaftlicher Interessen; wer sich hier entgegen den offiziellen Vorgaben verhielt, riskierte mindestens Strafverfahren, höchstens jedoch die Inhaftierung. In jedem Fall jedoch die gesellschaftliche Ächtung. Dass das System doppelzüngig war, versteht sich auch fast von selbst: so hielten sich weder die Führungsreihen, noch der ‚normale‘ Bürger an die Vorgaben; allerdings drohten nur dem ‚normalen‘ Bürger Sanktionen.

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