Hans P. Hallwachs , Paul Auster Das Buch der Illusionen

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Inhaltsangabe zu „Das Buch der Illusionen“ von Hans P. Hallwachs

Der amerikanische Professor David Zimmer ist ein Mann, der mit den Toten lebt. Bei einem Flugzeugunglück hat er seine Frau und seine Kinder eingebüßt; vor dem Alkoholselbstmord retten ihn einzig die komischen Filme Hector Manns, eines längst vergessenen Stummfilmstars, der nach einer kurzen Karriere auf rätselhafte Weise im Nichts verschwand. Für eine Monografie über Hector beginnt Zimmer zu recherchieren, reist durchs ganze Land, um die letzten Kopien von Slapstickkomödien wie <i>Ein Niemand</i>, <i>Der Requisiteur</i> oder <i>Hampelmänner</i> anzusehen. Seine Familie kann er nicht zurückrufen ins Reich der Lebenden, aber Hector gibt er mit seinem Buch eine Stimme zurück.<p> Dann tauchen geheimnisvolle Briefe auf, die behaupten, dass Hector noch am Leben sei, gefolgt von einer geheimnisvollen Frau, die Zimmer mit gezückter Waffe auffordert, mit ihr auf die Farm des todkranken Mimen zu reisen. In völliger Abgeschiedenheit seien hier noch zahlreiche cineastische Meisterwerke entstanden, die bisher nur eine verschworenen Gruppe von Eingeweihten zu Gesicht bekommen habe -- und die 24 Stunden nach Hectors Ableben endgültig verbrannt werden sollen. Ein Wettlauf gegen die unaufhaltsam verrinnende Zeit beginnt, in dem sich Zimmer wieder neu verlieben darf und bis zur großen Katastrophe am Ende die Grenzen zwischen Tod und Leben, Fiktion und Wirklichkeit, Illusion und Wahrheit immer wieder fulminant durcheinander wirbeln.<p> Natürlich ist auch <i>Das Buch der Illusionen</i> wieder ein echter, postmoderner Auster geworden, der meisterlich mit den Versatzstücken des Entwicklungs-, Liebes- und Kriminalromans zu spielen versteht und in seitenlangen Filmbeschreibungen anschaulich ein ganzes Universum nie gedrehter Leinwand-Highlights heraufbeschwört. Bezeichnenderweise spielt der einzige von Hectors Filmen, den Zimmer noch vor ihrer Vernichtung sehen kann, im Kopf eines Mannes, der sich eine Geliebte fantasiert. Es gehört zum faszinierenden Vexierspiel von Austers Roman, dass man am Ende, nachdem alle Beweise vernichtet und alle Beteiligten außer Zimmer gestorben sind, selbst an ein Hirngespinst des traurigen Professors glauben will. Neben der Traumfabrik Hollywoods schafft ja immer noch die Literatur die größten Illusionen, und wenn Zimmers Geschichte auch nicht wahr sein sollte, so ist sie doch brillant erfunden. Auster nämlich hat seinem Helden eine großartige Stimme gegeben.<p> So bleibt nur abzuwarten, wie lange es wohl dauern wird, bis <i>Das Buch der Illusionen</i> seinerseits eine (hoffentlich kongeniale) Verfilmung erfährt. Stoff genug für einen abendfüllenden Kinoerfolg hat dieser großartige Roman allemal. <i>--Thomas Köster</i> Paul Auster zählt zu den großen Autoren amerikanischer Gegenwartsliteratur. „Das Buch der Illusionen“ ist eine äußerst vielschichtige Darstellung der traurigen Geschichte eines lebensmüden Literaturprofessors, der einen fast vergessenen Stummfilmkomiker wieder entdeckt. Dabei wechseln sich in dem Erzählfluss unzählige Anspielungen auf Literaturklassiker, detailgetreue Beschreibungen von Stummfilmen, philosophische Reflexionen und das Verschwimmen von Wirklichkeit und Illusionen schwindelerregend ab. <p> Ausgerechnet ein 1929 verschwundener Stummfilmschauspieler namens Hector Mann holt den schwer depressiven David Zimmer ins Leben zurück. Durch Zufall entdeckt dieser den Schauspieler im Fernsehen ... und muss lachen. Ein Ereingis von nicht zu unterschätzender Bedeutung, da Zimmer nach dem Unfalltod seiner Frau und seiner beiden Söhne nur noch dahinvegetierte. Die Beschäftigung mit dem schillernden Hector Mann, dessen Vergangenheit und plötzliches Verschwinden 1929 äußerst mysteriös bleibt, gibt Zimmer einen neuen Lebenssinn. Er schreibt ein Buch über ihn. Als für ihn alles abgeschlossen zu sein scheint, und er sich mit der Übersetzung von Chateaubriands „Mémoires d'outre-tombe“ beschäftigt, bricht erneut alles zusammen: Eine Frau, steht vor seiner Tür und behauptet, Manns Biografin zu sein, und dass Mann in New Mexiko todkrank lebe und ihn zu sehen wünsche. Da die Frau ihren Forderungen mit einer Pistole Nachdruck verleiht, braucht David Zimmer keine Entscheidung zu fällen. Er muss ihr folgen. In der Folge erfährt er von Alma, was Hector nach seinem Verschwinden passiert ist. Sein Leben mit seiner Frau Frieda bestand zu einem Großteil in der geheimen Produktion von Filmen, die nie an die Öffentlichkeit kommen durften. Nach seinem Tod sollten sie alle vernichtet werden! <p> Hans Peter Hallwachs, einer der bekanntesten Film- und Fernsehschauspieler, liest den komplexen Roman. Seine verhaltene, etwas distanzierte Stimmlage trifft sehr gut die Befindlichkeit des „schwierigen Helden“: erst zutiefst depressiv, dann skeptisch und am Ende mit der Erkenntnis einer tragikomischen Illusion konfrontiert. Entschieden hat der Zufall! Selbstverständlich gibt es auch kein Happy End! Ein Hörbuch, das man entweder mag oder man mag es nicht. Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 346 Minuten, 5 CDs. <i>-- culture.text<i>
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