Hans Peter Duerr Traumzeit

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Inhaltsangabe zu „Traumzeit“ von Hans Peter Duerr

Hans Peter Duerr hat mit diesem Buch Maßstäbe gesetzt für ein Denken, Jas sich in Gegensatz zur abendländischen Tradition stellt. (Aurel Schmidt, Basler Magazin)

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  • Vom Mythos der Zivilisation

    Traumzeit

    Sokrates

    29. May 2013 um 10:28

    Das mittlerweile zum Klassiker avancierte Buch geht der Frage nach, wo die Grenze zu ziehen ist zwischen einer als „Zivilisation“ zu beschreibenden Kultur und der sogenannten „Wildnis“, von der sich der heute lebende Mensch gern abzugrenzen versucht. Dass „Kultur“ relativ ist und in den letzten 2000 Jahren auch nicht gleichermaßen gewachsen ist, erscheint auf den ersten Blick einleuchtend. Dass aber auch heute noch Zivilisationsbrüche in unserer eigenen Gesellschaft wahrnehmbar und unstrittig neben „Zivilisation“ gelebt wird, dringt nicht immer in unser Bewusstsein. Hans Peter Duerr, Ethnologe und Kulturhistoriker, geht in Opposition zur Grundannahme Norbert Elias („Über den Prozess der Zivilisation“) von der These aus, wonach auch heute noch Kultur / Zivilisation unklar, undefinierbar und sehr wohl auch neben der Wildnis existieren können. „Zivilisation“ kann vielmehr nicht als das Ende eines langen kulturellen Entwicklungsprozesses gesehen werden; wir sind heute nicht mehr oder weniger zivilisiert wie unsere Vorfahren der Renaissance oder des Mittelalters. Mythologisch und rituell sind viele Parallelen zu Vorkulturen knüpfbar; dem Menschen kann insoweit ein gewisser „Hang“ zu Mythos und Riten nachgesagt werden, der aber – so Duerr – nur beweist, dass wir nicht weniger zivilisiert sind, sondern dass einfach eine klare Trennung zwischen Wildnis und Zivilisation besser unterbleiben sollte. Ein Nebeneinander beider Phänomene stellt vielmehr die Realität nach; was nicht bedeuten soll, dass unsere heutige Kultur weniger „zivilisiert“ ist. „Zivilisiert“ sollte man jedoch in einer anderen Weise verstehen, als die strikte Abgrenzung im sittlichen Bereich (Benehmen, sittliche Ordnung, Sexualvorschriften u.ä.), denn hier findet ja die von Elias noch behauptete Fortentwicklung statt. Das Buch ist insoweit auch ein Vorgriff auf Duerrs Monumentalwerk (5 Bände) „Der Mythos vom Zivilisationsprozess“, in dem er minutiös Elias‘ These zu widerlegen versucht (in m.E. überzeugender Weise). – „Traumzeit“ liest sich flüssig, bleibt dabei aber anspruchsvoll und setzt insoweit einen vorgebildeten Leser voraus. Für kulturgeschichtlich und / oder ethnologisch Interessierte einer der „Klassiker“ schlechthin. 

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