Hans Peter Richter

 3,7 Sterne bei 614 Bewertungen
Autor von Damals war es Friedrich, Wir waren dabei und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Hans Peter Richter

Dr. Hans Peter Richter war ein deutscher Schriftsteller, der vor allem für seinen 1961 erschienenen Jugendroman „Damals war es Friedrich“ bekannt ist. „Damals war es Friedrich“ zählt mit einer Auflage von weltweit über 2 Millionen zu den bekanntesten und auch bedeutendsten Büchern, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander setzen, insbesondere mit der Thematik des Antisemitismus und der Judenverfolgung. Aus diesen Gründen hat sich das Werk auch als beliebte Schullektüre etabliert. Hans Peter Richter ist in den 20er Jahren in Köln geboren und aufgewachsen. Von 1942 bis 1945 diente er als Soldat im zweiten Weltkrieg und verlor im Kampf seinen linken Arm. 1948 nahm er ein Studium der Psychologie und Soziologie auf und über die Stationen Köln, Bonn und Mainz kam er nach Tübingen, wo er schließlich promovierte. Von 1952 an war der Autor in selbstständiger Funktion für diverse Rundfunkanstalten und Wirtschaftsunternehmen tätig, ehe er im Jahr 1973 eine Professur für Wissenschaftsmethoden und Soziologie an der Fachhochschule Darmstadt annahm. Darüber hinaus verfasste Hans Peter Richter etliche Bücher für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, die er auch selbst herausgab. Der Fokus seiner Werke lag stets auf zeitgeschichtlichen Inhalten und so setzte er sich in besonders hohem Maße mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Seine Werke brachten ihm zwei Mal ein Stipendium an Cité Internationale des Arts in Paris ein. „Damals war es Frierich“ wurde mittlerweile in über 13 Sprachen übersetzt und erhielt neben dem renommierten Sebaldus-Jugendbuchpreis und dem Woodward-School-Book-Award im Jar 1972 auch den Mildred-Batchelder-Award der American Library Association für das beste in Amerika veröffentlichte Buch eines ausländischen Autoren. In Deutschland schaffte es „Damals war es Friedrich“ auf die Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis 1962 und wurde 1989 mit dem Goldenen Taschenbuch des Otto-Maier-Verlags ausgezeichnet. Im November 1993 verstarb Hans Peter Richter in Mainz.

Alle Bücher von Hans Peter Richter

Cover des Buches Damals war es Friedrich (ISBN: 9789990092165)

Damals war es Friedrich

 (591)
Erschienen am 01.06.1998
Cover des Buches Wir waren dabei (ISBN: 9783401027517)

Wir waren dabei

 (11)
Erschienen am 01.01.2010
Cover des Buches Damals war es Friedrich (ISBN: 9783423427876)

Damals war es Friedrich

 (8)
Erschienen am 16.03.2015
Cover des Buches Damals war es Friedrich (ISBN: 9783937337166)

Damals war es Friedrich

 (0)
Erschienen am 09.03.2006
Cover des Buches Die Zeit der jungen Soldaten (ISBN: B005G2DUN6)

Die Zeit der jungen Soldaten

 (3)
Erschienen am 01.01.1983
Cover des Buches Friedrich (ISBN: 0844665738)

Friedrich

 (0)
Erschienen am 01.12.1992
Cover des Buches I Was There (ISBN: 014032206X)

I Was There

 (0)
Erschienen am 01.12.1992

Neue Rezensionen zu Hans Peter Richter

Cover des Buches Damals war es Friedrich (ISBN: 9789990092165)biscoteria85s avatar

Rezension zu "Damals war es Friedrich" von Hans Peter Richter

Zeitlos, ehrlich, erbamenslos. Ein Muss um die Vergangenheit zu verstehen
biscoteria85vor einem Jahr

Wenn es Bücher gibt, welche zeitlos sind und jungen Menschen die Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland näherbringen soll, so ist dies eines der bekanntesten neben Anne Franks Tagebuch.

Wir erfahren aus der Sicht eines Ich-Erzählers, der für uns ohne Namen bleibt, die Geschichte zweier Jungen in Deutschland mit Start 1925. Der uns unbenannte Erzähler ist hierbei ein deutscher Sohn es arbeitslosen Vaters und der andere ist der kleine Friedrich Schneider. Er ist Sohn einer jüdischen Familie welche keine Geldsorgen haben, da diese sehr wohlhabend sind. Mit dem aus dem Jahre 1979 erschienen Buch, erfährt man in vielen Kapiteln, die wie eine Zeitleiste sind, wie der Judenhass selbst beste Freunde vor schwere Entscheidungen stellt.

Es beginnt für die Juden mit kleinen Schikanen, wie das Wechseln der Schule, sie nicht mehr auf jeder Bank sitzen durften, Öffentlichkeiten wie Kino und Schwimmbäder für sie Verboten wurde. Wo zuerst die Kinder versuchen noch zusammen zu halten, wird dies im Alltag und mit den Älter werden immer schwerer.

Wenn der Vater des Ich-Erzählers gezwungen ist in eine Partei zu gehen, welche gegen Juden ist, um Geld zu verdienen und ziemlich zeitgleich der Beamtenvater von Friedrich seinen Job verliert.

Die Jungs haben immer mehr Schwierigkeiten den Alltag zu verbringen, gerade mit dem Blick der Leute auf Friedrich.

So erleben wir wie Friedrich erst seine Mutter und später auch den Vater verlieren soll. Wo du Mutter noch einer Giftspritze den schnellen und überraschenden, aber recht schonenden Tod erlebt, erfährt Friedrich das sein Vater verraten wurde und ins KZ gekommen ist.

So steht das Kind alleine auf der Straße und weiß nicht wohin. Sein ehemals bester Freund ist es nicht mehr, darf es nicht mehr.

An dem Tag wo dann die Bomben kamen, die Menschen ihm helfen hätten können, entscheiden sie sich jedoch ihn außerhalb des Bunkers sterben zu lassen.

Für uns damals, in der sechsten Klasse, war das Buch meines Erachtens nicht passend gewesen. Die Thematik ist alles andere als einfach und sehr schwerwiegend. Wir reden von Rassismus, Mord, davon Menschen auf den Wert eines Gegenstandes herunter zu schrauben. Für meine Klasse war das Buch damals fehl am Platz, weil der Lehrer den Zugang zur Thematik hölzern und nach dem klassischen Prinzip Lehrer- Schüler vermittelte. So blieb uns Kinder keine richtige Haltemöglichkeit. Man kann ja nicht glauben was passiert ist, das Ende so schrecklich mitzuerleben.

Wenn würde ich dieses Buch nach wie vor Kindern empfehlen. Aber nicht in der Schule. Sondern privat mit den Eltern. Die es besser vermitteln, mit den Kindern über die Gefühle reden können. Das Verständnis besser fördern.

Aber ich hoffe immer, dass dieses Buch noch weitere 30 Jahre in den Zimmern der Menschen leben wird, denn die Geschichte ist für mich zeitlos und zeigt wieviel in einem Land schief gehen kann.

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Cover des Buches Damals war es Friedrich (ISBN: 9783423427876)Tami_Zeilenblatts avatar

Rezension zu "Damals war es Friedrich" von Hans Peter Richter

Ein Schicksal im Zeitraffer, das nachwirkt
Tami_Zeilenblattvor einem Jahr

„Damals war es Friedrich“ erzählt von zwei Jungen, die im selben Haus aufwachsen und sich anfreunden. Über die Zeit lernen sie auch die jeweils andere Familie kennen und auch die Eltern verstehen sich gut. Doch der Nationalsozialismus dringt immer mehr in den Alltag der Familien und rückt den Glauben von Friedrichs Familien in den Vordergrund: Sie sind Juden. 

Die Geschichte in diesem Buch wird von Friedrichs Freund erzählt, dessen Name nicht erwähnt wird. Er beobachtet wie das Leben von Friedrich und seiner Familie sich verändert und wie die Unterschiede zu seiner eigenen Familie immer größer werden. Dennoch hält er an der Freundschaft fest und scheint selbst die Entwicklungen nicht verstehen zu können.

Die Kapitel sind in relativ großen Zeitsprüngen erzählt. Im Inhaltsverzeichnis findet man zu jedem Kapitel das betreffende Jahr - ich habe das leider erst gesehen, nachdem ich das Buch beendet hatte. Die Handlung dieser doch recht wenigen Seiten streckt sich von 1925 bis 1942 und greift in den herausgegriffenen Szenen die wesentlichen Entwicklungen des Nationalsozialismus gegenüber dem Judentum auf. Jede Szene zeigt wie die Einschränkungen der Familie zunehmen. Da zwischen den einzelnen Kapiteln viel Zeit liegt, kommt der zeitliche Verlauf dem Leser doch eher kurz vor. Leser die einen breiten Einblick in diese Zeit erwarten, werden hier enttäuscht. Der Autor behandelt hier wirklich nur das Schicksal der Juden, speziell einer speziellen Familie. 

„Damals war es Friedrich“ ist für mich ein Buch, das erst nach etwas Zeit wirkt. Ich habe das Buch vor ca. 2 Monaten gelesen. Mein Eindruck kurz nachdem ich das Buch beendet hatte war, dass es sehr kurz gefasst war, vllt. sogar oberflächlich und ich gerne mehr Infos gehabt hätte. Der Eindruck besteht immer noch, aber jetzt da ich intensiver darüber nachgedacht habe vermittelt das Buch sehr wichtige Botschaften zwischen den Zeilen. Zuerst hatte ich dem Buch als Geschichte/ Handlung 4 Sterne gegeben - jetzt mit dem Denkpotzenzial/-anreizen und den Hintergründen sind es für mit 4,5 Sterne. Das gilt allerdings nur für jene, die sich darauf einlassen können und bereit sind über die Zeilen hinaus zu denken.

Auf der Rückseite meiner Ausgabe von „Damals war es Friedrich“ steht „lesen - nachdenken - mitreden“ und genau das trifft den Inhalt des Buchs auf den Punkt. Dieses Buch liest man nicht zur reinen Unterhaltung, sondern es ist zum Nachdenken und darüber Sprechen. Die Geschichte hinterlässt einen Nachgeschmack und erfüllt damit  wohl auch die Zielsetzung, welche sie auch als Schullektüre verfolgt.

Neben dem geschichtlichen Einblick und Hintergrund, den das Buch vermittelt, schafft der Autor aber auch einen Bezug zu jeder anderen Zeit - denn noch vor der Inhaltsangabe steht Folgendes:


Damals waren es die Juden...

Heute sind es dort die Schwarzen, 

hier die Studenten ...

Morgen werden es vielleicht die Weißen,

die Christen oder die Beamten sein..

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Cover des Buches Damals war es Friedrich (ISBN: 9789990092165)Buecherliebhabers avatar

Rezension zu "Damals war es Friedrich" von Hans Peter Richter

Damals war es Friedrich
Buecherliebhabervor 2 Jahren

Inhaltsangabe:


„Damals war es Friedrich“ ist eine tragische Geschichte um eine Jungen-Freundschaft, die über alle Konventionen hinaus Bestand hatte. Doch der Nationalsozialismus zerstörte diese auf ziemlich brutale Weise, denn Friedrich war ein Jude.

Beide Jungen wurden zu selben Zeit geboren, wuchsen im selben Haus auf und gingen in die gleiche Klasse. Friedrichs Vater war Beamter, der andere arbeitslos. Und dennoch konnte die Freundschaft wachsen. Doch sehr bald lernen sie, was es bedeutet, Jude zu sein. Der Nationalsozialismus greift um sich und damit auch die braune Suppe der Verfolgung, Demütigung und Unmenschlichkeit.

Meinung:

 Ich finde es immer noch sehr gut und sehr bewegend. Es zeigt uns eine Sicht von Kindern und Heranwachsenden und wie diese mit bzw. unter dem Nationalsozialismus leben und leiden mussten... Wir dürfen uns diesen Schuh nicht mehr anziehen, aber es darf auf gar keinen Fall in Vergessenheit geraten. Ich finde den Charakter von Friedrich irgendwie traurig, weil er am ende stirbt.Den Ort finde ich sehr düster und grau aus meiner Sicht. Ich finde das der Hausmeister schlimm ist, weil er Friedrich nicht in den Bunker mit herein nehmen wollte. Deswegen ist das Buch sehr bewegend. Ich empfehle das Buch nur weiter, weil man wissen muss was in der ,, Nazi zeit " alles geschehen ist.

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Hans Peter Richter wurde am 28. April 1925 in Köln (Deutschland) geboren.

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