Hans Pleschinski

 3.6 Sterne bei 105 Bewertungen
Autor von Wiesenstein, Königsallee und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Hans Pleschinski

Hans Pleschinski ist in Niedersachsen geboren und ausgewachsen. Nach dem Abitur studierte er an der LMU in München Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaft. Danach war er im Theater und in Kunstgalerien tätig, bevor er 1985 zum Bayerischen Rundfunk kam. Nebenbei übersetzte er bedeutende französische Werke ins Deutsche. Er schreibt u.a. Satiren, Romane und Krimis. Pleschinski erhielt mehrere nationale und internationale literarische Auszeichnungen für seine Werke.

Alle Bücher von Hans Pleschinski

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Wiesenstein

Wiesenstein

 (47)
Erschienen am 19.03.2018
Königsallee

Königsallee

 (28)
Erschienen am 19.06.2015
Ludwigshöhe

Ludwigshöhe

 (11)
Erschienen am 01.12.2010
Nie war es herrlicher zu leben

Nie war es herrlicher zu leben

 (2)
Erschienen am 22.02.2013
Bildnis eines Unsichtbaren

Bildnis eines Unsichtbaren

 (2)
Erschienen am 01.12.2004
Madame de Pompadour für Zeitgenossen

Madame de Pompadour für Zeitgenossen

 (1)
Erschienen am 08.09.2003

Neue Rezensionen zu Hans Pleschinski

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Rezension zu "Wiesenstein" von Hans Pleschinski

Gerhart Hauptmann - Nationaldichter voller Kompromisse
Sigismundvor 7 Monaten

Fünf Jahre nach seinem viel gelobten Roman „Königsallee“ um Nobelpreisträger Thomas Mann widmet sich Hans Pleschinski (61) nun in seiner auch für literaturwissenschaftlich Unerfahrene absolut lesenswerten Romanbiografie „Wiesenstein“, im März beim Verlag C. H. Beck erschienen, dem Leben und Wirken des Dramatikers und Lyrikers Gerhart Hauptmann (1862-1946). Während die vordergründige Romanhandlung nur Hauptmanns letzte Lebensmonate zwischen März 1945 und Juni 1946 in seiner geliebten Jugendstilvilla Wiesenstein, „der mystischen Schutzhülle meiner Seele“, im niederschlesischen Agnetendorf umfasst - also die dramatischen Wochen zwischen letzten Kriegstagen, russischer Besetzung, polnischer Rache und der Vertreibung aller Deutschen -, lässt Pleschinski in Gesprächen des Hauspersonals, in Rezitationen aus Hauptmanns Werken, in Tischgesprächen des Dichters oder in dessen Erinnerungen nicht nur das Leben des 83-Jährigen bis in dessen Kindheit als Hotelierssohn in Bad Salzbrunn vor unseren Augen ablaufen. Der Autor zeigt uns vor allem das kulturelle Vermächtnis des in seiner literarischen Vielfalt wie auch politisch schwer einzuordnenden Nobelpreisträgers. Gewiss, manche Passage hätte Pleschinski vielleicht kürzer fassen können. Dennoch bleibt der Roman auch für literaturwissenschaftliche Laien interessant und spannend zu lesen. Der Autor wertet nicht, lässt auch nichts aus. Er verdeutlicht, dass nicht nur Macht, sondern auch Ruhm korrumpiert: Hauptmann wurde zeitlebens, ungeachtet der Widersprüchlichkeit seiner Werke, von Öffentlichkeit und Machthabern wenn nicht verehrt, dann doch geehrt. Schon zu Kaisers Zeiten erhielt er 1912 den Literaturnobelpreis, wurde zum Nationaldichter erhoben. Förderte der Schriftsteller bei Ausbruch des Ersten wie des Zweiten Weltkriegs in seinem Werk die Kriegseuphorie, wandelte er sich nach ersten Verlusten plötzlich zum Pazifisten. Von den Nazis wurde der Volksdichter gebraucht, auch missbraucht. Selbst die russischen Besatzer wissen nach Kriegsende, sein Loblied zu singen. Zuletzt erscheint der ostzonale Kulturwissenschaftler Johannes R. Becher in der Villa Wiesenstein und will unter Verweis auf Hauptmanns Vorkriegsdrama „Die Finsternisse“, in dem er die immerwährende Verfolgung des jüdischen Volkes beklagt hatte, den schon Todgeweihten noch für das neue Deutschland gewinnen. Jeder findet also in der Vielfalt der Werke Hauptmanns für sich mindestens eines, das dem aktuell angesagten Zeitgeist entspricht und alle unpassenden zu vernachlässigen ermöglicht. Pleschinski zeigt die Widersprüche Hauptmanns: Zum 80. Geburtstag nahm dieser 1942 die Ehrungen der Nazis entgegen. Er bewirtete in der Villa Wiesenstein in Kriegszeiten den in Polen als Generalgouverneur eingesetzten Hans Frank ebenso wie später russische Kommandanten. Hauptmann wandelte als gefeierter Nationaldichter zwischen den Welten. Er selbst, den Hitler in die „Liste der Gottbegnadeten“ aufgenommen hatte, hielt sich im Rückblick für überparteilich, nennt sich in Pleschinskis Buch selbst einen „Kompromissler“, gesteht kurz vor seinem Tod aber dann doch mit Blick auf seinen langjährigen Rivalen um die Publikumsgunst, den frühzeitig emigrierten Thomas Mann: „Wer nur zuschaut, ist deswegen noch lange nicht unschuldig.“ Pleschinskis Roman „Wiesenstein“ ist ein wunderbares Buch, das jeder Freund deutscher Literatur lesen sollte.

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anushkas avatar

Rezension zu "Wiesenstein" von Hans Pleschinski

Schwer verdauliche Kost, die sich aber durchaus lohnt
anushkavor 8 Monaten

Deutschland, Frühjahr 1945: Nach der Zerstörung Dresdens ist eine ungewöhnliche Reisegruppe unterwegs nach Osten, gegen den Flüchtlingsstrom nach Schlesien. Gerhart und Margarete Hauptmann werden mit Militärbegleitung vom Sanatorium zu ihrer luxuriösen Villa mitten in umkämpften Gebiet eskortiert. Während die Bomben fallen und die Alliierten immer weiter vorrücken, nicht zuletzt Russen und Polen an der Grenze Schlesiens stehen, wollen die Hauptmanns ihren Lebensabend in der prächtigen Villa "Wiesenstein" erleben, umgeben von zahlreichem Dienstpersonal, und unbehelligt von Kriegsgerede. Während die Flüchtlinge durch den Ort ziehen und kaum mehr besitzen als sie auf dem Leib tragen, halten die Hautpmanns Teegesellschaften ab. Doch die Bedrohung kommt auch für die Hauptmanns immer näher und sie müssen sich fragen, welche Rolle sie in der Vergangenheit gespielt haben und ob man sie unbehelligt lassen wird oder ob man ihnen irgendetwas vorwerfen kann. Wie können sie möglichst unbehelligt durch diese grausame Zeit kommen und war es für das Dienstpersonal die richtige Entscheidung, bei den Hauptmanns zu bleiben?

Sehr eindrücklich erzählt dieser Roman von einer der großen Figuren der deutschen Literatur. Hauptmann als Nobelpreisträger hat es diesem Roman zufolge immer gut verstanden, sich zwischen den Interessensgruppen hindurch zu lavieren. Er hat Nazigrößen an seinem Esstisch gehabt, gleichzeitig hat er gesellschaftspolitisch kritische Stücke und Bücher verfasst, die ihm auch in Russland Sympathien einbrachten. Auch wenn man immer kritisch bleiben muss, wie viel Fiktion in diesem biographischen Roman steckt, suggeriert der Hinweis im Nachwort, dass das Buch von einem Hauptbiographen gegengelesen wurde, einiges an Glaubwürdigkeit, auch wenn man angesichts des Verhaltens und der Äußerungen der Hauptmanns immer wieder den Kopf schütteln muss und es gar nicht glauben will. Dennoch dürften die Hauptmanns auch symbolisch für eine ganze Gruppe von Menschen stehen, die ihren Weg durch den Nationalsozialismus gefunden haben, ohne währenddessen oder auch hinterher nennenswerten Schaden genommen zu haben. In ihrer eigenen Bedeutung sich selbst völlig überschätzend verbitten sich die Hauptmanns sogar Gerede vom Krieg, der rundum tobt, und zeigen meist wenig Mitgefühl mit den weniger Glückhaften. Hauptmann reflektiert sein Leben in diesem Buch, mögliche Fehler, mögliches Wegschauen, aber auch seine Beziehungen zu anderen bekannten Schriftstellern und sein Lebenswerk.
Leider schweifen diese Reflektionen manchmal sehr weit ab und es wird oft übermäßig aus Hauptmanns Werken zitiert ohne dass der Sinn oder Bezug deutlich wird. Man bekommt zwar einen Einblick ins gesamte Lebenswerk Hauptmanns, ist aber gleichzeitig oft völlig erschlagen davon. Hinzu kommt der nicht unbedingt einfache Schreibstil des Autors, der sich meines Eindrucks nach auch an Hauptmanns Stil orientiert. Zudem befindet sich Hauptmann zum Zeitpunkt der Handlung in hohem Alter und ist nicht immer klar. Auch das bekommen Lesende am eigenen Leib zu spüren, wenn es mal wieder schwerfällt, den geschilderten Gedankengängen und Äußerungen zu folgen. Letztlich wirkt der Roman "Wiesenstein" wie dieIntention eines eigenes Kunstwerks und ist dadurch nicht immer leicht zu handhaben oder ein großes Lesevergnügen.

Letztlich ist "Wiesenstein" stilistisch und an vielen Stellen auch thematisch mitunter schwer verdauliche Kost, die schwer im Magen liegen bleibt. Mitunter erfordert das Buch Lesearbeit und Geduld, denn immer wieder wird es auch recht zäh. Und dennoch bietet es einen spannenden und erschreckenden Einblick in das Leben eines bekannten Nobelpreisträgers sowie in die letzten Kriegsmonate des zweiten Weltkriegs. Es bietet viele Denkanregungen und hallt nach. Insgesamt bereue ich es nicht, das Buch gelesen zu haben, wenn es auch nicht immer nur ein Vergnügen war.

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janakas avatar

Rezension zu "Wiesenstein" von Hans Pleschinski

Hauptmanns letzte Zeit auf Wiesenstein, ziemlich schwere Kost
janakavor 8 Monaten

*Inhalt*
Nach einem Aufenthalt in einem Sanatorium im zerstörten Dresden reist Gerhart Hauptmann mit Frau und Gefolge zu seinem Anwesen "Wiesenstein" im Riesengebirge. Es ist Ende des zweiten Weltkrieges und die Reisebedingungen sind dementsprechend. In Wiesenstein angekommen, will das Ehepaar ihr Leben herrschaftlich weiterführen, was ihnen mehr oder weniger gelingt. Doch immer mehr dringen die Missstände auch zu ihnen durch.

*Meine Meinung*
"Wiesenstein" von Hans Pleschinski beschreibt das letzte Jahr von Gerhart Hauptmann in seiner Villa Wiesenstein. Dies ist ein Buch, was ich nicht in einem Rutsch lesen konnte. Der Schreibstil ist mir zu abgehackt, nicht flüssig genug. Auch haben die Einschübe von Hauptmanns Werken immer wieder meinen Lesefluss gehemmt.
Die Beschreibungen von den Zuständen rund um Wiesenstein sind sehr anschaulich, aber auch erschreckend. Die dekadente Lebensweise der Hauptmann konnte ich mir sehr gut vorstellen. Manchmal musste ich das Buch weglegen, weil es mir einfach zu sehr an die Nieren ging. Es ist für mich immer wieder erschreckend, was Menschen anderen Menschen antun, egal welche Nationalität.

*Fazit*
Für mich ist dieses Buch eine Mischung aus Roman und Sachbuch, viele gut recherchierte Geschehnisse werden erzählt, wobei mein Lesefluss durch den ungewöhnlichen Schreibstil immer wieder ins Stocken kam. Wer sich für dieses Buch interessiert, der sollte auf jeden Fall vorher die Leseprobe lesen und sehen, ob er mit dem Schreibstil klarkommt.

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Gespräche aus der Community

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abas avatar

"Bin ich noch in meinem Haus?"

Das sollen Gerhart Hauptmanns letzte Worte gewesen sein. Letze Worte, die verdeutlichen, was für den großen Dichter und Nobelpreisträger am wichtigsten war.
Gerhart Hauptmann war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, und eine der am missverstandendsten. Dabei war sein Werk vom Menschlichen inspiriert und von der Heimat geprägt.
Mit seinem eindringlichen Roman "Wiesenstein" setzt Hans Pleschinski Gerhart Hauptmann ein Denkmal und erzählt damit ein Stück deutscher Geschichte.

Mit "Wiesenstein" eröffnen wir den diesjährigen LovelyBooks Literatursalon!
Und wenn ihr zusammen mit uns eine besondere und exklusive Literaturreise eintreten möchtet, dürft ihr diese Leserunde nicht verpassen.

In unserem LovelyBooks Literatursalon warten außerdem weitere literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben auf euch.

Zum Inhalt
Der alte Mann, eine Berühmtheit, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatorium, wo beide Erholung gesucht haben, und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Doch es ist März 1945, das Sanatorium Dr. Weidner liegt im eben zerstörten Dresden und der Zug fährt nach Osten. Gerhart und Margarete Hauptmann nämlich wollen nirgendwo anders hin als nach Schlesien, in ihre Villa "Wiesenstein", ein prächtiges Anwesen im Riesengebirge. Dort wollen sie weiterleben, in einer hinreißend schönen Landschaft, mit eigenem Masseur und Zofe, Butler und Gärtner, Köchin und Sekretärin, ein immer noch luxuriöses Leben für den Geist führen inmitten der Barbarei.
Aber war es die richtige Entscheidung? Überhaupt im Dritten Reich zu bleiben? Und was war der Preis dafür? Können sie und ihre Entourage unbehelligt leben, jetzt, da der Krieg allmählich verloren ist, russische Truppen und polnische Milizen kommen? Und das alte Schlesien untergeht?
Hans Pleschinskis erzählt in Wiesenstein erschütternd und farbig, episodenreich und spannend vom großen, genialen Gerhart Hauptmann, von Liebe und Hoffnung, Verzweiflung und Angst. Er erzählt vom Ende des Krieges, dem Verlust von Heimat, von der großen Flucht, vergegenwärtigt eine Welt, die für uns verloren ist, und das Werk Gerhart Hauptmanns, auch mit unbekannten Tagebuchnotizen. Die Geschichte eines irrend-liebenden Genies und einer untergehenden und sich doch dagegen stemmenden Welt, ein überwältigender Roman, gleich einem deutschen Vom Winde verweht.


Lust auf eine Leseprobe?

Zum Autor
Hans Pleschinski, geboren 1956, lebt als freier Autor in München. Zuletzt erhielt er u. a. den Hannelore-Greve-Literaturpreis (2006), den Nicolas-Born-Preis (2008) und wurde 2012 zum Chevalier des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt. 2014 erhielt er den Literaturpreis der Stadt München und den Niederrheinischen Literaturpreis. Hans Pleschinski ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste.

Haben wir eure Neugier geweckt?
Zusammen mit C.H.Beck verlosen wir 30 Exemplare von "Wiesenstein" unter allen, die den großen Dichter Gerhart Hauptmann besser kennenlernen möchten und mit ihm Wiesenstein besuchen. Habt ihr Lust, dieses Buch im Rahmen einer Leserunde zu lesen, euch darüber auszutauschen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben? Dann bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 31.01., und antwortet auf folgende Frage:

Was bedeutet für euch Heimat?

Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier und in unserer Literatursalon-Plauderecke.

* Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

Die Leserunde endet am 15.03.2018.
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Hans Pleschinski wurde am 23. Mai 1956 in Celle (Deutschland) geboren.

Hans Pleschinski im Netz:

Community-Statistik

in 176 Bibliotheken

auf 35 Wunschlisten

von 5 Lesern aktuell gelesen

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