Hans Pleschinski Ich war glücklich, ob es regnete oder nicht

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 0 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Ich war glücklich, ob es regnete oder nicht“ von Hans Pleschinski

Ein Glücksfall beschert uns die Lebenserinnerungen von Else Sohn- Rethel (1853 – 1933), herausgegeben und behutsam kommentiert von Hans Pleschinski. Es sind lebendige, beherzte und liberal-kluge Memoiren einer Frau aus dem deutsch-jüdischen, kulturell reichen Großbürgertum, wie sie in dieser Form einmalig sind: Rauschende Feste in Dresden und Düsseldorf, prägende Ereignisse der Belle Epoque und der Gründerzeit, ein Ambiente, in dem alle wichtigen Künstler der Zeit verkehrten, aber auch Krieg und Cholera wüteten.
Die Erinnerungen der Else Rethel, die von den Malern August Grahl und Alfred Rethel abstammte und mit dem Maler Carl Sohn verheiratet war, liefern auch ein anschauliches Bild eines deutschen assimilierten Judentums vor der Vernichtung, ein unschätzbares und luftig- heiteres Zeitbild.

Stöbern in Biografie

Der Serienkiller, der keiner war

Ein faszinierender Fall!

Blubb0butterfly

100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche

ein etwas anderer Reisebericht- sehr Lesenswert!

Diana182

Kreide fressen

Eine Biografie, die sehr berührt, aber dadurch vor allem von psychisch erkrankten Lesern mit äußerster Vorsicht zu genießen ist.

Tialda

Slawa und seine Frauen

Unterhaltsam geschrieben :-)

Ivonne_Gerhard

Hallervorden

Einfühlsam und fesselnd. Hallervorden wie man ihn nicht aus den Medien kennt. Tim Pröse weckt Emotionen beim Leser

Bine1970

Für immer beste Freunde

Eine zufällige Begegnung bringt zwei Menschen eine unvorstellbare Horizonterweiterung.

Buchperlentaucher

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein tiefer Einblick in die Atmosphäre der Zeit

    Ich war glücklich, ob es regnete oder nicht

    michael_lehmann-pape

    09. June 2016 um 10:31

    Ein tiefer Einblick in die Atmosphäre der Zeit1933 starb Else Sohn-Rethel, 1928 schrieb sie ihre „Lebenserinnerungen“ auf und nun erst, im Zuge von Recherchen für ein anderes Buch, hat Hans Pleschinski diese Erinnerungen entdeckt und nun kommentiert herausgegeben.Erinnerungen, die den Leser nicht nur in eine konkrete Zeit (den Anfang des 20. Jahrhunderts) führen, sondern auch in eine konkrete kulturelle Schicht (jene der durchaus wohlhabenden Künstler in Deutschland) und eine konkrete Lebensweise (sorglos, interessiert, ästhetisch, künstlerisch interessiert).Ein Einblick, der nicht nur ein „anschauliches Bild eines deutschen assimilierten Judentums“ mit all seiner Kultur, seiner Kunst, seiner Unterstützung für die Kunst aufzeigt, sondern darüber hinaus ebenfalls einen bleibenden und sprachlich wunderbar formulierten Eindruck der Haltung der Künstler und Intellektuellen in jener „Umbruchzeit“ vermittelt.Das „Weltbürgertum“, der Wert eines Menschen, „der etwas zu sagen hat“, Verbindungen untereinander, all das schwingt in den Lebenserinnerungen von Else Sohn-Rethel mit.„Else Sohn-Rethel schwirrte wachsam durch Leben und Welt“.Und traf als „freier Geist“ auf viele „freie Geister“. Auf bekannte Künstler ihrer Zeit, auf Freidenker und Schriftsteller, auf eine ganze Welt der Ästhetik und Kunst, die an den Klippen der Zeit letztendlich zerschellte.Im Rückblick auf die vielen Begegnungen bereits im Hause der Eltern ist Soh-Rethel mühelos in der Lage, nicht nur die besondere Atmosphäre innerhalb und unterhalb der Künstler in den Blickpunkt zu rücken, sondern ebenso einen Einblick in die Arbeitsweise, das Umfeld, das Denken jener Kulturschaffenden zu vermitteln, das den Leser mitten hinein nimmt in jene tastende Suche nach „dem nächsten Werk“ von, vor allem, Malern und Musikern.„Früh am Morgen wurden wir von den Klängen des Brautchores aus dem Lohengrin geweckt, eine Kapelle war bestellt“.So beginnt der Morgen der eigenen Hochzeit, die Sohn-Rethel ebenso bildkräftig dann schildert, wie sie andererseits auch nüchtern und sachlich vom eigenen Hauskauf berichtet.Alltäglichkeiten, die für den Leser vielfache Besonderheiten durch den „ganz normalen“ Umgang mit Künstlern in einem gesicherten, wohlhabenden Umfeld zu erzählen wissen.Ein Alltag auch, in dem zwar die Veränderungen der Zeit, Kriege, auch der zunehmend völkische Gedanke und der erstarkende Antisemitismus bekannt waren, aber doch weit weg erschienen und das großbürgerliche Leben wenig zu berühren schienen.So tragen die Erinnerungen auch eine unschuldige, sorglose, auf „die schönen Seiten des Lebens“ hin zugewandten Seite in sich, die im Nachgang berühren und diese Atmosphäre besonders nahe kommen lassen.Salons, besondere Feste, das liberale Denken dieser Gruppe von Menschen im Besonderen angesichts eines immer enger werdenden allgemeinen „Zeitgeistes“, Hans Pleschinski hat hier in bester Weise einen besonderen, persönlichen Einblick in eine besondere Lebenssituation im Gang auf eine „Zeitenwende“ selbst hin zu vorgelegt, die auch in ihrer sprachlichen Form flüssig und anregend zu lesen ist.

    Mehr
  • Lebensrückblick in die Zeit der Romantik.

    Ich war glücklich, ob es regnete oder nicht

    Clari

    Hans Pleschinski hat sich der Erinnerungen von Else Sohn-Rethel aus den zu ihrer Zeit berühmten Malerfamilien Sohn-Rethel -Grahl angenommen. Die Künstlerfamilie Sohn lebte ursprünglich in Düsseldorf. Else Rethel (1853 -1933) entstammte der Familie Rethel und Grahl in Dresden. Alle genannten Familien waren weitverzweigt mit vielfältigen künstlerischen und verwandtschaftlichen Verbindungen, deren Aufzählung zuweilen das Fassungsvermögen des Lesers überschreitet. Es war ein christlich-deutsch- jüdisches Großbürgertum, in dem Else Rethel aufwuchs. In Dresden bewohnte sie mit ihrer Mutter und den Großeltern eine von dem berühmten Architekten Semper erbaute Villa. Hier verlebte Else nach dem frühen Tod ihres Vaters ihre Kindheit und Jugend umgeben von der liebevollen Fürsorge ihrer Mutter und der Großeltern. In ihren Erinnerungen werden Namen von Künstlern und Malern genannt, die alle zu ihrer Zeit Bedeutung hatten. Erwähnt werden die Kriege unter Bismarck 1866 und 1870/71, an die sie sich noch erinnern kann. Im Großen aber geht es in ihren Erinnerungen um das gesellige Leben der Zeit mit vielen auch immer wieder neuen Begegnungen; es geht um Feste wie Hochzeit, Taufe und Geburt und um häufige Einladungen nach München und Düsseldorf. Die Gärten und Villen der diversen Verwandten und Freunde werden eingehend und liebevoll beschrieben. Else Rethel ist ein fröhliches Kind, das den Umgang in den illustren Kreisen genießt und sich auf den anstehenden Bällen und Lustbarkeiten im Freien mit Freuden ergeht. Sie heiratet noch sehr jung den Maler Carl Sohn aus Düsseldorf, mit dem sie eine überaus glückliche Ehe führte. Maßgeblich sind im Buch die Erinnerungen an Künstler unterschiedlicher Stilrichtungen. Man verdiente vorwiegend als Porträtmaler gut, so dass man sich ein angenehmes gut bürgerliches Leben leisten konnte. Die Industrialisierung mit den damit verbundenen Begleiterscheinungen in der Arbeitswelt brachten politische Veränderungen, die das gesellige Leben zunächst noch nicht berührten. Doch erstarkte nach der Deutschen Staatsgründung 1871 der Antisemitismus, der durch langjährige Assimilation der gebildeten Juden überwunden zu sein schien. Er ließ nichts Gutes für die Zukunft vermuten. Doch noch befinden wir uns in der Zeit der Belle Époque, in der jüdisch -christliche Familien das öffentliche und private Leben mit gestalteten durch Förderung der Künste, Verwaltung der Banken (Oppenheim) und vielerlei Mäzenatentum. Die fröhliche und sonnige Else Sohn –Rethel hat auf ganz eigene Weise in ihren Erinnerungen die Gründerjahre und das Leben ihrer Zeit verewigt. Sie beschreibt glücklich und froh ihre vielen Unternehmungen, die geselligen Vergnügungen und allerlei andere Kurzweil. Nebenbei gesagt war sie selbst als Sängerin erfolgreich und gefragt. Man darf Hans - Pleschinski, dem Herausgeber der Erinnerungen, dankbar sein. Er hat Zeitkommentare eingefügt, die zum Verständnis der Aufzeichnungen förderlich sind. Eröffnet die Lektüre doch noch einmal einen erhellenden Blick auf die zweite Hälfte des 19.Jahrhunderts. Unsere Aufmerksamkeit gilt einer Frau, die schon vor der eigentlichen Frauenemanzipation ein innerlich freies und ungebundenes Leben zu führen verstand. Zahlreiche Bildtafeln bieten Einblicke in Leben und Werk der Künstler, die in den Erinnerungen von Else Sohn-Rethel eine Rolle spielen. Das Buch ist für den künstlerisch interessierten Leser eine Quelle der Inspiration.

    Mehr
    • 2
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks