Rezension zu "Stimmen der Seele. Die vergessene Wahrheit hinter der Demenz" von Hans Siepel
zwischendenseiten_euBei diesem Buch über Demenz handelt es sich nicht um einen Ratgeber im klassischen Sinne, sondern um eine wahre Geschichte über die Seele, von der der Leser sehr viel lernen kann. Schon die Fragen im Klappentext machten mich neugierig: "WAS IST DEMENZ? Mediziner werden mit der Antwort nicht zögern: Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns. Hirnzellen werden angegriffen, wodurch der Denkprozess des Betroffenen beeinträchtigt wird. Er zieht sich aus »unserer Wirklichkeit« zurück. Aber ist das wirklich alles, was man dazu sagen kann? In welche Wirklichkeit tritt der Geist des Betroffenen ein?". Der Autor beantwortet nicht nur diese Fragen, sondern beschreibt in seinem herausragenden Werk die Geschichte seiner demenzkranken Mutter. Hans Siepel erzählt zunächst vom Leben vor der Krankheit, man bekommt ein Gefühl für die familiären Begebenheiten und wird als Leser mit auf eine Reise genommen.
Dass die Mutter des Autors an Demenz erkrankt ist, wollte der Vater bzw. Ehemann lange Zeit nicht wahrhaben. Er verschloss die Augen davor aber dann waren die Anzeichen so eindeutig, dass es zu einer Untersuchung kam. Diese bestätigte dann was der Autor und Sohn schon länger vermutet hatte: Diagnose Alzheimer.
Doch dies sollte nicht die einzige Schreckensnachricht in diesem Buch bleiben, denn die demente Mutter trug ein schreckliches Geheimnis seit ihrer Kindheit mit sich herum. Niemand aus der Familie ahnte etwas von ihrem Schicksal, nicht mal dem Ehemann hatte sie in all den Ehejahren etwas von ihrem Geheimnis verraten. Nach und nach mit voranschreiten der Krankheit, werden die Familienmitglieder zu Komparsen in einem Theaterstück der Seele. Die Seele der Mutter gab nun regelmäßig eine Aufführung und kommunizierte insgeheim mit den Angehörigen.
Wenn man dann zum ersten Mal hinter die ans Licht kommenden Geheimnisse der dementen Mutter blickt, muss man als Leser erstmal schlucken und stockt kurz. Der ein oder andere wird sich fragen, ob er wirklich weiterlesen soll, weil man gefühlt mitten im Geschehen steckt, so mitreißend ist der Schreibstil des Autors. Auch wenn die dahinterstehende Geschichte traurig ist, es lohnt sich definitiv das Buch weiterzulesen! Ich bin absolut begeistert von diesem tollen Werk.
Eigentlich wollte ich das Buch zwischenzeitlich mal zur Seite zu legen, um das Gelesene zu verdauen. Doch ich konnte es nicht, weil das Ganze so ergreifend geschrieben ist. Als Leser wird man mit in die Geschichte hineingesogen, zumindest bekommt man das Gefühl. Man möchte einfach immer mehr Details über die besondere Geschichte der Mutter erfahren. Gemeinsam mit dem Autor fängt man an das Puzzle nach und nach zusammenzusetzen. Diese Geschichte verdient es gehört zu werden, schoss es mir mehrmals durch den Kopf. Auch wenn mir an so mancher Stelle Tränen in die Augen stiegen, war das Buch doch so fesselnd und spannend, dass ich es nicht weglegen konnte. Eine Stelle im Buch hat mir besonders gefallen:
"Zum Verstehen der Seele müssen Gefühl und Emotionen zu Augen und Ohren werden."
Herr Siepel schreibt weiter, dass sein Vater nicht in der Lage war die Ehefrau mit seinem Herzen und Emotionen verstehen zu können. Dies änderte sich aber innerhalb der kommenden Monate doch noch. Die Familie wuchs immer mehr zusammen. Dennoch zerrte die Demenz an den Kräften aller Beteiligten, sodass sie sich am Ende doch dazu durchringen mussten, einen nicht gewollten Schritt zu gehen. Zudem rüttelt das Buch wach bzgl. der Frage: Medikamente ja oder nein? Ich denke, wenn man dieses Buch gelesen hat, wird man auf diese Frage eine ganz eigene Sichtweise haben.
Im Nachwort erzählt der Autor noch ausgiebig über die Seele und das diese von der Medizin & Wissenschaft als nicht existent angesehen wird. Gerade aber bei Demenz ist es besonders wichtig, die Seele mit einzubeziehen. Das Buch will aufzeigen, dass es auf das Menschenbild ankommt, mit dem wir die Krankheit betrachten. Dies sichtbar zu machen ist dem Autor im vollen Maße gelungen. Man kann nur stolz sein, auf den Autor und seine Angehörigen und vor allem, auf die Mutter die eine sympathische, starke Frau gewesen sein muss. Ich empfinde Respekt & Stolz für ihre unbeschreibliche Leistung.
Dieses Buch will aufzeigen dass ein anderer Sinn, eine andere Geschichte und eine andere Wirklichkeit hinter der Demenz verborgen liegen. Warum wird jemand demenzkrank?
Mein Fazit:


