Balkan durchs Schlüsselloch: Reportagen aus dem Südosten

von Hans Tröbst 
4,0 Sterne bei1 Bewertungen
Balkan durchs Schlüsselloch: Reportagen aus dem Südosten
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Einblicke in die Balkanstaaten aus den Jahren 1920-1932 - humorvoll und nachdenklich stimmend

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Inhaltsangabe zu "Balkan durchs Schlüsselloch: Reportagen aus dem Südosten"

Zu diesem Buch Durchs „Speisewagenfenster“ des Orient-Express… diesen „Balkan“ kennen wir zur Genüge! Das ist der Balkan der Zahlen und Statistiken, der politischen Kombinationen und der wirtschaftlichen Möglichkeiten, der Balkan der üblichen „Reisebeschreibungen“ oder der unwahren Schreibtischromantik… wer diesen Balkan sucht, der braucht erst gar nicht weiterzulesen und kann diese „Reportagen aus dem Südosten“ ruhig ad acta legen! Wer jedoch einmal einen Blick „Durchs Schlüsselloch“ in diese sonderbare Welt werfen will, wer Dinge sehen und hören will, die abseits der ausgetretenen Pfade einer „Schilderung von Land und Leuten“ liegen, der sehe sich diesen Kinofilm einmal in aller Ruhe an, er wird ihm in mancher Hinsicht vielleicht mehr sagen können als manches grundgelehrte Buch. Denn der Gelehrte weiß wohl manches besser als der Journalist, aber der Journalist sagt es besser! Und das ist im Zeichen unseres amerikanisierten Lebenstempos, das für tiefschürfende Studien immer weniger Zeit lässt, unter Umständen etwas wert… +++ Das hier vorgelegte Buch stellte der deutsche Journalist Hans Tröbst 1932 aus einer Auswahl von Artikeln zusammen, die er in den davorliegenden Jahren als Balkan-Korrespondent deutscher Zeitungen für seine Leser geschrieben hatte. Es sollte im darauffolgenden Jahr erscheinen. Doch mit der „Machtübernahme“ führten die Nationalsozialisten auch die Pressezensur wieder ein, viele Verlage wagten nicht mehr, bestimmte Bücher zu drucken. Auch Tröbst, 42, wurde von seinem Verlag gebeten, auf das Deutschland-kritische Vorwort zu verzichten und das Kapitel „Dreizehn Galgen“ zu streichen, wurden doch die damalige junge Türkei und ihr charismatischer Führer Atatürk von den Nationalsozialisten sehr bewundert. Hans Tröbst verneinte, das Buch wurde nicht gedruckt. Angesichts der heutigen Probleme auf dem Balkan stellt man beim Lesen des Buches überrascht fest, dass sich vieles seit über 80 Jahren nicht geändert hat.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B015TKJ678
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:143 Seiten
Verlag:
Erscheinungsdatum:24.09.2015

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    annluvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Einblicke in die Balkanstaaten aus den Jahren 1920-1932 - humorvoll und nachdenklich stimmend
    Der etwas andere Balkan

    Karl May saugte sich die Geschichten aus den Fingernägeln, während wir bloß hineinzupacken brauchen ins volle Albanerleben, und wo wir es auch packen mögen, es bleibt immer interessant!

    In den 1920/30er Jahren zieht der Journalist Hans Tröbst durch den Balkan und schreibt für deutsche Zeitungen Berichte und Feuilletons. Das Buch stellt eine Auswahl von ihnen vor – kritisch, humorvoll, dann wieder sachlich gibt er Einblicke in die Politik und die Lebenswelt des Südosten, die zwar schon achtzig Jahre zurückliegen, dennoch in vielem immer noch wahr sind. Ergänzt werden die Reportagen durch zeitgenössische Fotos, die an manchen Kapiteln angehängt sind.


    Hans Tröbst stellte 1932 eine Auswahl von Artikeln zusammen, die er in den davorliegenden Jahren als Balkan-Korrespondent deutscher Zeitungen für seine Leser geschrieben hatte. Im darauffolgenden Jahr sollte das Buch erscheinen. Da er mit den Zensurierungen der neuen Nazipartei nicht einverstanden war, blieb es lange unveröffentlicht.

    Die Zusammenstellung umfasst Berichte – wie den um seine Eindrücke des modernen Sparta – kritische Beschreibungen – wie die Beschreibung der „demokratischen“ Wahlen und der Korruption in vielen Ländern – humorvolle Abhandlungen – wie die Geschichte um die albanische „Flotte“ -, Beschreibungen wichtiger Ereignisse – wie der Mord Raditschs im jugoslawischen Parlament – und geheimnisvoll angehauchte Begegnungen – wie sein Aufeinandertreffen mit einem Friedhofswächter.

    Von der ersten Anekdote an bringt er auch Klischees mit ins Spiel. Dennoch hatte ich nie das Gefühl, dass das Herrenrassendenken bei ihm schon angekommen war, zeigte er doch in vielen seiner Arbeiten neben Kritik an der Gesellschaft und Politik auch Respekt vor den einfachen Menschen.

    Alles in allem habe ich die leichte Erzählweise genossen und hatte viel Spaß am kritischen Humor, der oft genug auftauchte. Eine Lektüre, die mir den Balkan auf eine ganz andere Weise näher gebracht hat, als es bisherig gelesenen Büchern gelungen ist.

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