Hans Waal Die Nachhut

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Inhaltsangabe zu „Die Nachhut“ von Hans Waal

Josef, Otto, Konrad und Fritz hat man blutjung und noch ohne Feindberührung kurz vor Kriegsende 1945 zur Waffen-SS eingezogen. Ihr Auftrag: den ultrageheimen Stützpunkt im Brandenburgischen warm halten, falls der Führer einen Rückzugsraum benötigt. Als sechzig Jahre später der letzte Büchsenöffner abbricht, kommt es in dem vergessenen unterirdischen Bunker nahe dem heutigen Autobahndreieck Wittstock zur Meuterei: Nach weit mehr als einem halben Leben tief unter der Erde, trotz unzähliger Durchhalteparolen und gegenseitiger Beförderungen ist die eiserne Disziplin der mittlerweile steinalten Männer endgültig aufgebraucht, und sie beschließen den Ausstieg. Ans Tageslicht treten vier Don Quichotes der deutschen Vergangenheit, die ein heilloses Chaos anrichten.

Klug, witzig, böse, skuril, absurd ... und doch hart an der Realität (vgl. "Er ist wieder da ..." = ... sie waren nie richtig weg ...)

— knacks1965
knacks1965

Lange vor "Er ist wieder da": rechts wie links wird bloßgestellt: sehr gut!

— TheSilencer
TheSilencer

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    Die Nachhut
    Duffy

    Duffy

    28. July 2017 um 09:37

    Wer den Rückentext liest, wird sofort die Assoziation zu "Er ist wieder da" knüpfen. Doch der Plot klingt interessant genug, um sich einem weiteren Werk zum unerschöpflichen Thema NS-Zeit und ihre Folgen zu widmen.In einem unterirdischen Bunker halten auch 60 Jahre nach Kriegsende drei SS-Leute die Stellung, ohne zu wissen, dass die Schlacht schon längst geschlagen ist. Als es zu Differenzen kommt, beschließt man "aufzutauchen" und so kommt man als uniformierte Geister einer vergangenen Zeit in die heutige Welt. Die Drei beschließen, in der "Reichshauptstadt" neue Befehle zu empfangen und nach ihrer Entdeckung geht die Hatz los. Medien, Geheimdienste, Polizei, alle machen Jagd nach den Opas, die einer Welt gegenüberstehen, die sie weder verstehen noch fassen können.Waal macht es dem Leser nicht leicht. Während bei "Er ist wieder da" die tragikkomischen Momente überwiegen und sich das Satirische durchsetzt, ist das hier nicht ganz so einfach, denn wie auf dem Cover angekündigt, ist das Buch keinesfalls so witzig, wie man es erwartet. Im Gegenteil, manches Lachen bleibt einem im Hals stecken und das sind die stärksten Momente. Die finden sich in erster Linie bei der Behandlung dieses Themas durch die Medien und da hat es schon fast ein wenig dokumentarischen Charakter. Das Dilemma des Autors ist sein Anspruch. Auf der einen Seite diese Medienhype kritisch zu beleuchten (was ihm recht gut gelingt) und auf der anderen die absurde Ausgangssituation möglichst satirisch und "komisch" aufzubereiten. Das ist dünnes Eis und so manches Mal knackt es an der Oberfläche. Die Erzählweise aus drei Perspektiven ist nicht immer zuträglich und unterbricht oft den Fluß. Schade, dass sich Waal nicht auf einen Schwerpunkt konzentrieren konnte. So hinterlässt das Buch einen zwiespältigen Eindruck, weil man als Leser das Gefühl hat, oft nur oberflächlich in die Szenen eintauchen zu können, denn immer wenn es viel tiefer gehen könnte, zwingt man sich schon in die nächste Katastrophe.Die Idee, die allgemeine Wahrnehmung und der Umgang der Presse mit dem Thema Nationalsozialismus in der heutigen Zeit zu verarbeiten, ist fünf Sterne wert. Am Stil des Autors lässt sich nichts aussetzen, aber die Struktur des Buches und die Umsetzung ist irgendwas zwischen 3 und 4 Sterne. Eher drei, denn der Rezensent ist ein wenig enttäuscht, wie der gute Ansatz leichtfertig stellenweise "verschrieben" wurde.

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  • Ein Muß in jedem Bücherschrank!

    Die Nachhut
    TheSilencer

    TheSilencer

    18. May 2016 um 07:06

    Als der letzte funktionsfähige Büchsenöffner abbricht und die Konserven sich mit aufgesetztem Bajonett nur mühselig knacken lassen, beschließen vier SS-Offiziere ihren Bunker zu verlassen und sich zur Reichshauptstadt durchzuschlagen.Grundsätzlich keine besondere Geschichte, würde der Kalender nicht das Jahr 2004 schreiben.Die vier Greise haben in einem luxuriösen Bunker das Kriegsende verpennt; im Grunde genommen ihr komplettes Leben. Denn noch immer den Idealen, der Moral und der Logik eines Führers unterworfen, waren sie von der Umwelt abgeschnitten, strikt auf den Endsieg wartend.So staunen sie nicht schlecht, wie die "Kriegswirren" der Gegenwart auf sie wirken.Dieses Buch ist schlicht wunderbar.Waal weiß den braunen Schwachsinn wie den zahnlosen Tiger der "Gegen-Rechts"-Bewegung bloßzustellen. Und das tut einfach mal gut.

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  • genialer Plot

    Die Nachhut
    francismohr

    francismohr

    18. January 2014 um 01:15

    Ich habe das Buch verschlungen. Der Plot ist kurvenreich gestaltet und steuert ohne Überlängen zum Finale. Die kleine Liebesgeschichte hätte es nicht nötig gehabt. Ich habe das Buch oft verschenkt und immer ein Hurra dafür geerntet. Es ist deutlich besser als Timur Vermes "Er ist wieder da", das ja im gleichen Plotgenre verankert ist.

  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    halbkreis

    halbkreis

    28. September 2012 um 10:59

    Eine Art Zeitreise ohne Zeitsprung. Hat richtig viel Spaß gemacht. Sehr clever, charmant und mit jeder Menge intelligentem Humor, der sehr oft ans Makabre grenzt, einfach aus dem Grund, weil die alten Herren viele Dinge der Jetzt-Zeit mit ihren eigenen, verboten-ideologisch verklärten Augen sehen. Und ja, darüber darf man lachen ;) Sehr positiv die drei verschiedenen Erzähler, die nicht nur viel frischen Wind in die ohnehin schon recht rasant-unterhaltsame Story bringen, sondern - und wie Waal das macht, ist extrem clever - drei völlig verschiedene Herangehensweise an den Umgang mit der NS-Zeit symbolisieren, entsprechend denken, handeln und argumentieren. Die alten Männer, die noch "live" in dieser Zeit leben, die rebellischen Alt-68er, denen Widerstand über alles geht und die Jungen, die sich eigentlich gar nicht kümmern (wollen). Die Argumentation zwischen den Generationen webt Waal durch den ständigen POV Wechsel so geschickt ins Geschehen ein, dass man kaum merkt, wie man sogar beim Kichern ständig denkt und grübelt. Klasse Buch. Und die Idee an sich ist riesig - und sehr glaubwürdig erzählt!

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  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    Emil-Tischbein

    Emil-Tischbein

    24. March 2011 um 20:37

    Ich kann nur hoffen, dass das Buch auch mal verfilmt wird!!!

  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    ArnieQ

    ArnieQ

    12. December 2010 um 13:34

    Hätte ich nach zwei Dritteln aufgehört zu lesen, wär's ein knappes Fünf-Sterne-Buch geworden. Aber dann... :-( Ein schwieriges Thema ist das ja, aber zumindest in den ersten zwei Dritteln hat der Klappentext nicht zuviel versprochen. Witzig, dennoch nachvollziehbar und mit einem Schuss Ironie bin ich gut unterhalten worden. Danach aber wird's eher nicht mehr nachvollziehbar, geradezu verworren und auch ein bisschen unübersichtlich. Das was vorher noch humorvoll wirkte, wurde m. E. überstrapaziert und war dann dadurch eher anstrengend. Vielleicht war es auch einfach ein schlechtes Lekorat? Ich weiß nicht so recht, daher jetzt drei Sterne. Kann man gut lesen, muss man aber auch nicht unbedingt.

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  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    Golondrina

    Golondrina

    04. September 2010 um 15:59

    Habe das Buch durch eine Freundin empfohlen bekommen, deren Urteil ich sehr schätze - in der Buchhandlung hatte ich es zuvor nach einem Blick auf die Inhaltsangabe schnell wieder auf den Stapel gelegt. 4 Soldaten der Waffen-SS klettern 60 Jahre nach Kriegsende nördlich von Berlin aus ihrem Bunker und versuchen, sich zur "Reichshauptstadt" durchzuschlagen. Die Geschichte wird aus 3 Blickwinkeln erzählt - einmal die Tagebucheinträge von Fritz, dann die Sicht des Kameraassistenten Ben und die von Evelyn - Leiterin einer Sonderkommission zur Bekämpfung von Neonazis. Satire - ja, aber wohldosiert. Dazwischen genug Platz für Nachdenkliches. Sei es die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit oder der aktuelle Umgang mit fremdenfeindlichen Tendenzen in den Medien und der Politik. Da steckt viel mehr drin, als der Klappentext vermuten ließ!

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  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    Leserrezension2010

    Leserrezension2010

    23. August 2010 um 12:55

    A106 Die Nachhut von Hans Waal Kategorie: Allgemein 374 S., 8,95 €, Aufbau-Verl., 978-3-7466-2558-4 Leider weiß ich nicht mehr, von welchem Lovelybooks-Mitglied ich dieses Buch empfohlen bekommen habe. Aber nachdem ich mich nach dem Inhalt des Buches erkundigt habe, stand fest: das muss ich lesen. So lag es nahe, mir das Buch zu Weihnachten schenken zu lassen und mein Großer tat mir den Gefallen. Eines kann ich schon mal vorweg sagen: enttäuscht worden bin ich nicht. Ein köstliches Buch, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Die Geschichte spielt im Jahre 2004 - fast 60 Jahre nach Kriegsende. In einem Bunker in der Nähe von Wittstock leben immer noch vier Übriggebliebene des Dritten Reiches. Fritz ist der Chronist der Truppe, Otto der Kommandierende und auch der Älteste. Josef wird von allen "Der Jude" genannt und dann ist da noch Konrad. Nachdem nun der letzte Büchsenöffner abbricht, ist die Moral der Truppe am Ende. Die Flugzeuge über ihnen hören sie schon lange nicht mehr und deshalb beschließen sie, den Bunker zu verlassen und sich auf den Weg zur nächsten Kommandozentrale zu machen, zur Not wollen sie gar bis Berlin marschieren, um neue Befehle entgegen zu nehmen. Nicht lange nach ihrem Ausstieg sorgen sie für ein heilloses Chaos und werden vom BKA und von einem kleinen Fernsehteam gejagt. Erzählt wird die Story aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Am witzigsten liest sich die Sichtweise von Fritz, denn keiner der vier will wahrhaben, daß der Krieg vorbei ist. Sie interpretieren das, was sie sehen auf sehr absurde Weise und demzufolge sind auch ihre Aktionen und Reaktionen völlig daneben - aber irgendwie auch saukomisch! Benny ist Kameramann und wittert die Chance, die Bilder seines Lebens in den Kasten zu bekommen. Er schafft es sogar, daß Fritz ihm vertraut und später die Briefe an Lisbeth (die Fritz 60 jahre schreibt) an die richtige Adresse zu befördern. Die dritte Perspektive ist die der Evelyne Thorwart, der Beauftragten des BKA für die rechtsradikale Szene. Ihre fast schon fanatischen Ansichten lassen uns manchmal kopfschüttelnd zurück. Anderseits wirkt sie doch völlig abgeklärt und konfus. Sie weiß im Grunde, daß sie nur eine Repräsentationsfigur ist und Entscheidungen an anderer Stelle getroffen werden. Das Ganze ist in einer Sprache erzählt, die einen mitreißt und gleichzeitig dauerhaft schmunzeln läßt. Absurd ist die Situation und die Gedanken der Beteiligten ebenso. Es entstehen groteske Situationen, wie zum Beispiel die auf dem Marktplatz von Wittstock, wo die Nazi-Opas für einen neugierigen Menschenauflauf sorgen: "Nur eine Frau schien den Auflauf nicht wahrzunehmen, lief zielstrebig auf den Vietnamesen zu und begutachtete dessen Ware. Als Konrad sie ansprach, warf sie einen Pullover zurück auf den Tapeziertisch und bahnte sich schnell einen Weg durch die Zuschauer an uns vorbei. Es war keine Angst in ihrem Gesicht, eher Empörung, als hätte sie ein Punk wegen etwas Kleingeld belästigt. Verlegen sah ihr Konrad nach. Der Vietnamese lächelte höflich. Ihn hätte Konrad sicher alles fragen können, nur woher sollte er wissen, wie die freundlichsten Brandenburger heutzutage aussehen?" (S. 102) Solche Seitenhiebe finden sich massenweise in diesem genialen Werk. Ich hatte schon lange nicht mehr soviel Freude an einem Buch. Für mich ist es eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Und deshalb meine Bitte: kaufen, lesen und so vielen Menschen wie möglich weitergeben! Über das Ende wird nichts verraten, es ist versöhnlich und folgerichtig, auch wenn man zwischendurch vielleicht ein rasanteres erwartet hätte.

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  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. July 2010 um 20:47

    Man darf sich nicht von dem Firlefanz der da auf dem Cover und auf der Rückseite des Buches geschrieben steht beeindrucken lassen. Hinter all dieser Phrasendrescherei der Zeitungen und Gazetten steht eigentlich nichts anderes als die Peinlichkeit nicht aussprechen zu dürfen was eh jeder weiss: In deutschen Unterhaltungsromanen ist es nicht erwünscht das ein deutscher Autor sich über die deutsche Vergangenheit lustig macht und ja nicht zu sehr an diesem braunen Morast herumrührt. Das mag man nicht und deswegen schreiben die Meisten Schriftsteller auf eine künstlich dumme, blöde vor sich hin kalauernde Art damit ja kein NeoNationalsozialist auf die Idee kommt zB. den Wagen eines Herrn Waals mit ner Brandbombe in die Luft zu jagen. Und exakt diese Zensurschere ist es die in den Köpfen der Menschen steckt und deutsche Literatur, zumindest jene die den Menschen Kurzweil verschaffen soll, eigentlich uninteressant macht. Statt dem -Absurden, Bösen, Witzig, Klugen- Buch ist es eher wie unsere vier Hauptcharaktere. Blass, Zahnlos und sehr Klapprig. Es macht einfach keinen Spaß es zu lesen weil man von immer absurderen Situationen in noch absurdere stolpert. Zwei Altnazis stolpern in Dreharbeiten zu einem Hollywoodfilm. Natürlich ne WWII Schwarte wo die Deutschen den Russen grad ordentlich die Hucke voll hauen. Eh klar das einige Statisten, nach dem unsere Opas mit ihren Karabinern eingerückt sind, nicht mehr selbstständig laufen konnten. Oder ne verbitterte Mittvierzigerin deren einziges Problem zu sein scheint das sie auf 20 Jahre jüngere Männer vielleicht nicht mehr ganz so knackig wirken könnte...usw. Es waren zwar nette Seitenhiebe auf Coca Cola oder Guido Knopp dabei aber das langte einfach nicht um 370 Seiten zu füllen. Auch hat Waal geschickt den Generationenkonflikt angeschnitten, wo der zweiten Generation durch einem Rabbiner eine Absolution erteilt wurde, aber wie gesagt, das langt nun mal nicht. Aber, das soll nun nicht heißen das Hans Waal ein schlechter Schriftsteller wäre. Ganz im Gegenteil. Er ist ein hervorragender Erzähler. Er schreibt flott und sehr schmissig. Kniet sich auch in sein Thema rein und bringt das exakte Quantum an Geschichte mit ohne zu langweilen. Was ihm aber nicht liegt ist das Thema im allgemeinen. Es war seltsam ein Buch zu lesen zu dem der Handwerkliche Stil einfach nicht passte. Entweder war das Buch richtig gut geschrieben aber mit beknacktem Thema als Grundlage oder er hat ein sehr interessantes Thema aufgegriffen aber Stilistisch total danebengegriffen. Ich würde mir wünschen wenn Herr Waal sich dazu durchringen könnte vielleicht mal ins Krimi- oder Thrillergenre zu wechseln wo sein wirklich deutlich sichtbare Talent für Unterhaltungsliteratur mit Sicherheit besser aufgehoben wäre. Unterm Strich ist [b]Die Nachhut[/b] ein netter Roman für lange Nachmittage am Baggersee, aber auch nicht mehr.

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  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. May 2010 um 15:30

    Ein absolut witziges Buch das am Schluss aber doch sehr zum nachdenken anregt.Manchmal etwas verwirrend weil man manchmal nich genau weiß um wem es grad geht.Aber trotzdem ein wunderbar gelungenes Werk.Die Geschichte an sich sollte man aber nicht ganz so ernst nehmen.

  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    Ovidia

    Ovidia

    04. May 2010 um 21:41

    Vier Männer in SS-Uniformen schießen auf einen Bus mit Jugendlichen aus den USA, es droht ein internationaler Skandal. Dabei handelt es sich bei den Männern nicht um irgendwelche Spinner. Nach 60 Jahren haben sie einen geheimen Bunker verlassen und das nur, weil der letzte Dosenöffner abgebrochen war. Dass der Krieg vorbei und der Führer tot ist können sie nicht glauben. Das führt zu aberwitzigen Begegnungen mit Dorfbewohnern, Polizisten, jugendlichen Glatzen und Funktionären rechter Parteien. Zufällig begegnet ein Fernsehteam den Greisen und wittern ihre Chance, doch nicht allen ist an der Berichterstattung gelegen... Hans Waal schreibt einfach großartig, wahnsinnig komsich und mitreißend. Ich verdanke ihm einen großartigen Nachmittag im Bett, den noch nicht einmal die aufkommende Erkältung verderben konnte; das Buch MUSS man einfach gelesen haben!

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  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. January 2010 um 19:26

    Leider weiß ich nicht mehr, von welchem Lovelybooks-Mitglied ich dieses Buch empfohlen bekommen habe. Aber nachdem ich mich nach dem Inhalt des Buches erkundigt habe, stand fest: das muss ich lesen. So lag es nahe, mir das Buch zu Weihnachten schenken zu lassen und mein Großer tat mir den Gefallen. Eines kann ich schon mal vorweg sagen: enttäuscht worden bin ich nicht. Ein köstliches Buch, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Die Geschichte spielt im Jahre 2004 - fast 60 Jahre nach Kriegsende. In einem Bunker in der Nähe von Wittstock leben immer noch vier Übriggebliebene des Dritten Reiches. Fritz ist der Chronist der Truppe, Otto der Kommandierende und auch der Älteste. Josef wird von allen "Der Jude" genannt und dann ist da noch Konrad. Nachdem nun der letzte Büchsenöffner abbricht, ist die Moral der Truppe am Ende. Die Flugzeuge über ihnen hören sie schon lange nicht mehr und deshalb beschließen sie, den Bunker zu verlassen und sich auf den Weg zur nächsten Kommandozentrale zu machen, zur Not wollen sie gar bis Berlin marschieren, um neue Befehle entgegen zu nehmen. Nicht lange nach ihrem Ausstieg sorgen sie für ein heilloses Chaos und werden vom BKA und von einem kleinen Fernsehteam gejagt. Erzählt wird die Story aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Am witzigsten liest sich die Sichtweise von Fritz, denn keiner der vier will wahrhaben, daß der Krieg vorbei ist. Sie interpretieren das, was sie sehen auf sehr absurde Weise und demzufolge sind auch ihre Aktionen und Reaktionen völlig daneben - aber irgendwie auch saukomisch! Benny ist Kameramann und wittert die Chance, die Bilder seines Lebens in den Kasten zu bekommen. Er schafft es sogar, daß Fritz ihm vertraut und später die Briefe an Lisbeth (die Fritz 60 jahre schreibt) an die richtige Adresse zu befördern. Die dritte Perspektive ist die der Evelyne Thorwart, der Beauftragten des BKA für die rechtsradikale Szene. Ihre fast schon fanatischen Ansichten lassen uns manchmal kopfschüttelnd zurück. Anderseits wirkt sie doch völlig abgeklärt und konfus. Sie weiß im Grunde, daß sie nur eine Repräsentationsfigur ist und Entscheidungen an anderer Stelle getroffen werden. Das Ganze ist in einer Sprache erzählt, die einen mitreißt und gleichzeitig dauerhaft schmunzeln läßt. Absurd ist die Situation und die Gedanken der Beteiligten ebenso. Es entstehen groteske Situationen, wie zum Beispiel die auf dem Marktplatz von Wittstock, wo die Nazi-Opas für einen neugierigen Menschenauflauf sorgen: "Nur eine Frau schien den Auflauf nicht wahrzunehmen, lief zielstrebig auf den Vietnamesen zu und begutachtete dessen Ware. Als Konrad sie ansprach, warf sie einen Pullover zurück auf den Tapeziertisch und bahnte sich schnell einen Weg durch die Zuschauer an uns vorbei. Es war keine Angst in ihrem Gesicht, eher Empörung, als hätte sie ein Punk wegen etwas Kleingeld belästigt. Verlegen sah ihr Konrad nach. Der Vietnamese lächelte höflich. Ihn hätte Konrad sicher alles fragen können, nur woher sollte er wissen, wie die freundlichsten Brandenburger heutzutage aussehen?" (S. 102) Solche Seitenhiebe finden sich massenweise in diesem genialen Werk. Ich hatte schon lange nicht mehr soviel Freude an einem Buch. Für mich ist es eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Und deshalb meine Bitte: kaufen, lesen und so vielen Menschen wie möglich weitergeben! Über das Ende wird nichts verraten, es ist versöhnlich und folgerichtig, auch wenn man zwischendurch vielleicht ein rasanteres erwartet hätte.

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  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    freitaggibtsfisch

    freitaggibtsfisch

    10. January 2010 um 18:02

    2004, 4 naziopas harren noch immer im geheimen führerbunker, irgendwo im brandenburgischen, aus. nachdem der letzte büchsenöffner abgebrochen ist, beschliessen die 4 vergessenen sich bis zur "reichshauptstadt" durchzuschlagen um neue befehle zu empfangen. das buch lebt von der grandiosen idee und geizig eingestreuten, schön ausformulierten perlen wie: "die not muß groß sein seit der besatzung. In der guten stube stehen nur möbel aus billigem nadelholz." - "hartz vier nennt inge die jüngste totalmobilmachung, die angeblich jeder fürchten muß, der sich nicht freiwillig im westen meldet, selbst alte und frauen." die geschichte wird in 3 erzählsträngen erzählt. zum einen die tagebucheintragungen des fritz von jagemann an seine schwester und die geschichte aus perspektive des jungen kamerassistenten benny und evelyn die neonazi expertin des BKA. die letzten beiden erzählen sich das erlebte im nachinein aus ihrer perspektive. das ist auch der punkt, warum das buch in langen strecken langweilt und nervt. die beziehung zwischen den beiden wirkt mit der brechstange konstruiert und macht doch einen großen teil des buches, aufgrund der gewählten ich-perspektiven, aus. die geschichte gewinnt nicht an fahrt und nervt wegen dem ständigen erzählerwechsel. die figuren bleiben farblos. öde wird sich voran geschwafelt und die spannung ähnelt derer über die geschichte eines schlafenden esels. kluge satire, die aber leider tröge erzählt wird. 1 stern für die idee und 5 sterne für mich weil ich tapfer bis zum ende durchgehalten habe.

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  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    BRB-Jörg

    BRB-Jörg

    26. December 2009 um 21:45

    Die Story an sich ist ein Knaller: Irgendwo im Brandenburgischen wurde in den letzten Monaten des 2. Weltkriegs ein geheimer Bunker für den Führer erbaut, in dem ein paar Soldaten zurückgelassen werden, welche um jeden Preis die Stellung halten sollen, bis auf Widerruf. Und auch knapp 60 Jahre danach ist jener Widerruf noch nicht gekommen, bis die Soldaten, die noch am Leben sind, eigenmächtig den Bunker verlassen und sich bis in die Reichshauptstadt Berlin durchschlagen wollen, um von dort neue Befehle zu erhalten. Nachdem ein Bus mit amerikanischen Austauschstudenten beschossen wird, heftet sich eine Sondereinheit des BKA ebenso an die Fersen der vier Greise, ebenso wie das Journalistenteam des Kanal 5. Damit sind die Protagonisten auch schon genannt. Geschrieben ist der Roman in Briefen aus den Perspektiven von Fritz von Jagemann (Bunkerinsasse), Evelyn Thorwart (BKA) und Benjamin Monse (Kanal 5). Neben dem eigentlichen Geschehen - eben die vier Alt-SSler - gibt es allerlei Nebenkriegsschauplätze (ähm, dieses Wortspiel entstand absolut unbewusst) wie Affären der Frau Thorwart, hierarchische Ränkespiele zwischen Journalisten oder der eine oder andere bittere Blick hinter die Kulissen des Mediengeschäfts. Und genau hier krankt das Buch. Es sind einfach zu viele Handlungsstränge. Manche sind einfach nur belanglos und für den Fluss der Story vollkommen irrelevant. Auch geht dadurch der Lesefluss verloren. Ja nicht nur das - an mancher Stelle war ich als Leser richtiggehend verwirrt, sei es aufgrund von merkwürdigen Geschehnissen, Formulieren oder einfach nur ob der Unklarheit, welcher der Protagonisten gerade über wen erzählt. Auch wenn die Stränge am Ende erwartungsgemäß zusammen fließen, stellte sich wirklicher Lesespaß bei mir nur selten ein. Im Gegenteil - ich wollte das Buch einfach nur noch durch haben. Gelohnt hat es sich nicht unbedingt, denn das Ende bzw. die jeweiligen Enden der einzelnen Handlungen, sind enttäuschend. Eine wirklich tolle Grundidee also, zudem muss man dem Autoren zu Gute halten, dass die Sichtweisen der "Ausbrecher" auf die heutige Zeit absolut realistisch sind, angesichts dessen, was sich bis 1945 eindoktriniert bekamen. Ebenfalls war hier eine sehr detaillverliebte Genauigkeit zu bemerken - stark. Alles in allem war der Gesamteindruck aber nur durchschnittlich, was mich richtig ärgert. Und was deshalb nur 3 von 5 - Achtung, geschmackloser politischer Witz - gelbe Sterne zur Konsequenz hat.

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  • Rezension zu "Die Nachhut" von Hans Waal

    Die Nachhut
    berka

    berka

    14. June 2009 um 10:48

    60 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs krabbeln vier SS-Angehörige aus einem unterirdischen Bunker und werden mit der Realität des wiedervereinigten Deutschland konfrontiert, ohne dessen Nachkriegsgeschichte zu kennen. Aus dieser kuriosen Idee bezieht der Roman seine Stärken: die vier Unbelehrbaren deuten vieles was sie sehen völlig falsch (z. B. Handies als Telefonattrappen, Piercings als Bombensplitter, Dreharbeiten zu einem Kriegsfilm als real - mit tragischen Folgen) und ahnen erst nach und nach, welche historischen Umbrüche ihnen entgangen sind. Daraus entstehen immer wieder überraschende Einsichten. Soviel zum Positiven. Aber... Die vier SS-Leute wirken leicht vertrottelt und dadurch fast liebenswert. Die sich daraus ergebende Gratwanderung bekommt der Autor durch geschichtliche Rückblicke noch halbwegs ohne Absturz hin. Weniger gut gelingt ihm die Rahmenhandlung: eine mässig interessante Medienposse, deren Handlungsstrang schwer zu folgen ist. Der Leser wird durch ständige Perspektivenwechsel irritiert. Die viel zu zahlreichen Protagonisten bleiben farblos, Spannung kam bei mir nicht auf. Zudem verwirrt ein ungewöhnliches Stilmittel: die ständig wechselnde Ich-Perspektive. Auch die Versuche, dem anfangs beschriebenen Bunker-Szenarium einen realistischen Hintergrund zu geben wirken bemüht und wenig glaubwürdig. Außerdem unnötig, denn diese Grundidee ermöglicht ja erst den Plot der das Buch halbwegs lesenswert macht. Trotzdem wegen der vielen Unzulänglichkeiten leider nur 2 *.

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