Hans Zengeler

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Hans Zengeler

Lebenslauf von Hans Zengeler

1945 geboren; Nach Schule und Studium der Psychologie, Rechtswissenschaften, Japanologie verschiedenste Tätigkeiten. Lebt seit 1985 als freier Schriftsteller in Ludwigsburg. Zahlreiche Veröffentlichungen, Romane, Erzählungen, Satiren, Hörspiele, für die er mehrfach ausgezeichnet worden ist.

Alle Bücher von Hans Zengeler

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Gestorben wird später

Gestorben wird später

 (5)
Erschienen am 12.10.2009
In einer erdfernen Welt

In einer erdfernen Welt

 (4)
Erschienen am 14.04.2011
Konrads Geständnis

Konrads Geständnis

 (2)
Erschienen am 21.07.2011
Die Sorge des Hausmanns

Die Sorge des Hausmanns

 (2)
Erschienen am 01.01.2001
Roßkuren

Roßkuren

 (2)
Erschienen am 01.02.2012
Der reinste Terror

Der reinste Terror

 (1)
Erschienen am 01.01.1994
Gestorben wird später: Bloch 1

Gestorben wird später: Bloch 1

 (1)
Erschienen am 30.10.2012

Interview mit Hans Zengeler

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Seit rund 35 Jahren. Nach diversen Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften (Wespennest, Wien, die horen) erschien 1979 der erste Roman (Befehlsverweigerung) in einem damals sogenannten „alternativen Verlag“. Das zweite Script wurde von Martin Walser „entdeckt“ und zu Suhrkamp gebracht.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Max Frisch; Peter Handke; Uwe Johnson; etc.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Aus dem Leben und Erleben natürlich.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

In der Hauptsache durch soziale Netzwerke; früher gab es noch etwas, das sich Brief nannte.

Wann und was liest Du selbst?

Täglich. Derzeit Gegenwartsliteratur (Belletristik).

Neue Rezensionen zu Hans Zengeler

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Anne-Kuhlmeyers avatar

Rezension zu "Das letzte Geheimnis: Bloch III (Bloch-Trilogie)" von Hans Zengeler

berührend und komisch
Anne-Kuhlmeyervor 5 Jahren

Mit „Das letzte Geheimnis“ liegt der letzte Teil der Bloch-Trilogie (Teil 1: „Gestorben wird später“, Teil 2: „Die größte Liebe aller Zeiten“, von Hans Zengeler vor.
In Rhythmus und Ton so bitterkomisch wie die Vorgänger nur in der Farbe einige Nuancen dunkler beginnt der Roman mit einer Katastrophe für Josef Bloch. Der hat grundsätzlich Erfahrung mit Katastrophen und mit seiner Nichtehefrau Ira eine Partnerin an der Seite, die ihm hindurch hilft. Josefs neuerliche Katastrophe heißt Anna. Normalerweise handelt es sich bei Josefs Katastrophen regelhaft um Frauen. Doch Anna ist eine ganz Besondere. Autonom, abweisend, ängstlich, bedürftig, kalt, 85 Jahre alt und seine Mutter, die er nie Mutter nennt, schon gar nicht seine, so verzwickt ist das Verhältnis zu ihr. Über die Jahrzehnte haben sie sich in einem Schweigen eingerichtet, das beide davor bewahrt hat, einander die Köpfe einzuschlagen oder in „Liebe“ zu ersticken. Doch nun ist Anna krank und okkupiert Josefs Rückzugsgebiet, das Obergeschoß mit der Tagtraumcouch, auf der er sich übelicherweise in eine Freiheit hineinträumt, die sein Brotjob als Korrektor von Lokalblättchen ihm nicht bietet. Anna ist die personifizierte Zerstörung. Mit ihrer Präsenz walzt sie die brüchige Normalität nieder, in der sich Josef eingerichtet hat. Damit, dass sie sterben würde, wenn Josef nicht tut, was ihr gefällt, droht sie, seit seiner Kindheit. Das klingt vielleicht nicht so spektakulär, ist aber ein gängiges Bindungsmittel selbstunsicherer Eltern, mit dramatischen Folgen. Zumal Kind auch noch für Leben oder Tod des (zwangsweise) geliebten Elternteils verantwortlich gemacht wird, was dessen eigene Existenz, ist es jung genug, gefährden würde.
Josef, der sich lange gemüht hat, sich seiner Geschichte zu entziehen, wird erinnert. An die Hand, die schlug und koste, zeitgleich. Die klassische Doublebind-Kommunikation. Josef hat sie bis auf ein paar normalneurotische Schrullen überlebt, was man längst nicht von jedem sagen kann. Spannenderweise werden neben der glasklaren Darstellung des Phänomens selbst Ressourcen abgebildet, die ihm das ermöglichten – neben offenem Widerstand, Rückzug, frühes Entfernen von der Familie, Schweigen. So problematisch das Schweigen, das die ganze Familie so hartnäckig kultiviert, auch ist, so nützlich ist es ihr zum Überleben. Denn es gibt starre moralische Prinzipien, tiefe Scham und ein Geheimnis. Anna hat es und behält es. Oder nicht? Josef versucht, um seines Seelenfriedens Willen, diesem Geheimnis beizukommen. Schon allein seine Entscheidung, Schriftsteller zu werden, wendet sich gegen das Schweigen. Man könnte Anna für eine bösartige Person halten, wie sie ihre Umwelt tyrannisiert und ihren Willen aufzwingt. (Sie hört einfach auf zu essen.) Josef fühlt sich, wie er sich immer in Gegenwart von Anna gefühlt hat, ambivalent. Wie kann man so herzlos sein und die eigene Mutter hassen, noch dazu, wo sie krank ist, möglicherweise bald sterben wird? Oder ist das wieder eine ihrer Finten, mit denen sie Josef immer schon gekriegt hat?
Ganz wunderbar erzählt der Autor, wie sich Josef dem Charakter der Mutter nähert. Wie er ihr Sosein verstehen lernt, wenngleich er es nicht billigt.
Hans Zengeler zeichnet die Charaktere so vielschichtig und komplex, in so komischen Szenen, dass einem nur das Lachen bleibt, wenn man nicht heulen möchte. Wer noch nicht wusste, dass Familien durchaus gefährliche Orte sein können, erfährt es in diesem Roman. Anna ist keine Hexe, die ihrem Sohn Böses will. Sie ist eine Frau, die unter konkreten gesellschaftlichen Bedingungen mit einer verlogenen Moral und ökonomischen Abhängigkeiten auskommen musste. Diese Erfahrungen hat sie in ihrer eigenen Familie gelebt. Mit Josef, seiner Schwester, dem gewalttätigen „Erzeuger“ und dem Stiefvater von Josef, seiner Tante, den Großeltern ... Anna hat versucht zu überleben. Und sie hat es lange geschafft. In ihrer Funktion als Mutter hat sie zumindest teilversagt. Als Mensch mit einer Biographie, die sie zu dem gemacht hat, was sie ist, lernt Josef Anna verstehen und das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Und was ist nun mit dem Geheimnis? Das verrät der Roman.

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immediators avatar

Rezension zu "Die größte Liebe aller Zeiten" von Hans Zengeler

Leidenschaft mit Obsolenz?
immediatorvor 6 Jahren

Der vertraute Ton ist gleich da: Die Selbstironie des Romans „Traumtänzer“ von 1993, der sich und andere gern ins erzählerische Spiegelkabinett hinein lockt, ihm bei Alfanzereien zuzuschauen, der eigenen Zerrbilder gewahr zu werden, Alltagskleider in närrische Kostümierungen verwandelt zu sehen. Der „Traumtänzer“ drehte Anfang der 70er und 80er Jahre seine Pirouetten, Zengeler lässt nun dieses literarische Alter Ego als seinen Helden Joseph Bloch wieder auftreten im jüngst Vergangenen: 2009 erschien „Bloch I“, „Gestorben wird später“; wir erleben ihn als Alternden. Von Krankheit und Todesangst ins Bockshorn gejagt, findet er dank seiner Frau Ira heraus aus dem Lamento.

Als „Bloch II“ war der weiter führende Roman „Die größte Liebe aller Zeiten“ angekündigt. Er singt das Hohelied auf Ira, ist Ballade und Lobgesang für eine Frau, die vor allem zuhören kann, sich niemals nach vorne spielt, aber ein Gespür für Leiden, Bedürfnisse, Untiefen eines Mannsbildes wie Bloch hat – und eine schier unerschöpfliche Geduld.

Zengeler erzählt in „Die größte Liebe aller Zeiten“ zugleich die Geschichte einer Prüfung. Joseph Bloch wird während einer Reise Iras von Erinnerungen an ein kurzes, aber leidenschaftliches Verhältnis heimgesucht. Bevor er nämlich Ira kennenlernte, hatte er sich unsterblich vergafft, war er von Liebe auf den ersten Blick mit jener sprichwörtlichen Wucht des Blitzstrahls getroffen, von der Literatur seit je Hochspannungen ableitet. Im Jahr 86 taucht, während Traumtänzer Bloch, wieder einmal in prekärer finanzieller Lage, sich als Chauffeur verdungen hat, eine Literaturprofessorin des klangvollen Namens Clara auf, Clara Luzia gar, leider verheiratet mit einem Schwerreichen in Australien, dort Mutter dreier Kinder. Die beiden durchleben eine heftige Leidenschaft füreinander, sie kostet Bloch den Fahrerjob,erhebt ihn dafür in den Rang des Romanciers, auf die Bühne des Ruhms unter Berühmten beim Literaturkongress mit der Traumfrau an seiner Seite, von Applaus umtost. Ihr widmet er sein Werk, beide können sich nicht satthören am eigenen Liebesgestammel, bis der Tagtraum endet, sie wieder im Alltag landen: sie bei Mann und Kindern, Joseph auf einem Berg Schulden.

Von der Liebe bleiben Briefbündel, der Wahn verweht, Ira bietet dem am Weibe und am Literaturbetrieb verzweifelten Obdach und Halt, und während sich Joseph an all das noch einmal erinnert, vergewissert er sich seiner Entfernung zur „größten Liebe aller Zeiten“. Ich lese das als Bruch nicht nur mit der Professorin Clara Luzia, sondern auch mit dem Geschäft des Schreibens. Ich lese, dass sich die Maßstäbe für Größe mit dem Alter verschieben, die größte Liebe nicht die am feurigsten begehrte ist, sondern sich bis zum Ende beweisen muss, weniger an Ruhm und Applaus als an verlässlicher menschlicher Zuwendung und krisenerprobtem Humor. Dann freue ich mich, dass Hans Zengeler das Schreiben sowenig lassen wird wie ich – auch wenn, oder gerade weil wir beide immer wieder lieber Traumtänze aufführen, als uns mit halbwegs ruhigem Dasein als „Rentner mit Grundsicherungsanspruch“ abzufinden.

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Anne-Kuhlmeyers avatar

Rezension zu "Konrads Geständnis" von Hans Zengeler

Rezension zu "Konrads Geständnis" von Hans Zengeler
Anne-Kuhlmeyervor 7 Jahren

Eine Geschichte vom Anderssein, Fremdsein und MIssverstehen, von der Unfähigkeit, das Besondere zu leben, von Vorurteilen und Urteilen und Einsamkeit... in einer intensiven, klaren Sprache erzählt.

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