Hansjörg Schertenleib Cowboysommer

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Inhaltsangabe zu „Cowboysommer“ von Hansjörg Schertenleib

»Freundschaft kann man genausowenig erklären wie Liebe; doch was wären wir, wenn wir es nicht versuchten?« Boyroth ist mutiger, unangepasster, charismatischer als andere. Und er hat eine schöne, geheimnisvolle Schwester. Als Hanspeter ihm zum ersten Mal begegnet, weiß er, dass sie Freunde fürs Leben sein werden. In einem Sommer voller Musik entfliehen sie ihrer engen Welt, bis ein furchtbares Unglück geschieht, das sie für ihr Leben zeichnet und sie zwingt, sich von der Jugend zu verabschieden. Kühn und warmherzig zugleich erzählt Hansjörg Schertenleib vom Verlust der Unschuld und von einer Freundschaft, die bis in den Tod führt.

Erste Liebe, Musik, Loslösung von den Eltern, Suche nach Freiheit und Freundschaft: All dies brillant geschrieben.

— Zini

Rezension folgt - ich fühle nach - deutlich..

— Mr. Rail

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    Cowboysommer

    Zini

    20. September 2015 um 11:27

    Dieser Roman spricht Erwachsene an, weil er in eindrücklicher Sprache von der Jugendzeit, Freundschaft, Liebe und einem schlimmen Unglück erzählt. Man fühlt sich an das eigene Leben als junger Mensch erinnerst. Äusserst feinfühlig in den Schilderungen der Charakteren

  • Rezension zu "Cowboysommer" von Hansjörg Schertenleib

    Cowboysommer

    AnnaChi

    21. February 2013 um 19:52

    Es ist ziemlich selten, dass mir nach der Lektüre eines Buches Tränen in den Augen stehen - "Cowboysommer" hat das geschaffft. Die anrührende Geschichte zweier Jugendlicher an der Schwelle zum Erwachsenwerden, atmosphärisch dicht und hinreißend erzählt, ist ein seltenes Leseerlebnis. Die Freunde Gönggi und Boyroth versuchen der Enge ihrer Familien und der Schweiz durch Musik, das Aufmotzen ihrer fahrbaren Untersätze, Kiffen und das Entdecken der Sexualität zu entkommen, bis ein schreckliches Ereignis ihre Jugend jäh beendet. Dennoch bleiben sie miteinander verbunden, wenn sie sich danach auch aus den Augen verlieren (wollen) ... Gerade für Menschen, die, wie der Autor und ich, in der zweiten Hälfte der 50er Jahre geboren sind, birgt die Geschichte eine Menge Anklänge an die eigene Jugend, ohne zu bewirken, dass man dabei in nostalgische Träume versinkt.. Am Ende will ich es nicht versäumen, der mir namentlich leider nicht bekannten Einbecker Buchhändlerin zu danken, der ich dieses Buch zu verdanken habe. Sie hat mir so begeistert von Buch und Autor erzählt, dass ich schließlich "Cowboysommer" in meiner Tasche hatte, obwohl ich mir gerade ein "Buchkaufverbot" auferlegt hatte.

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  • Rezension zu "Cowboysommer" von Hansjörg Schertenleib

    Cowboysommer

    mehrsonntag

    02. March 2011 um 14:23

    Auf der Suche nach der kommenden Zeit. Ein Sommer, ein Mädchen, eine Nutte in Paris, noch ein Mädchen. Gras und die Musik der Hippie-Generation. Velvet Underground, Led Zeppelin, Frank Zappa. Freundschaft bedeutet Bewunderung. Geheime Bewunderung, offensichtliche Zuneigung, manchmal mehr - nie aber weniger. Ein großer Roman mit unaufgeregten Worten, ein Roman über Freundschaft, das Heranwachsen, das Älterwerden, ein Roman über den Sommer, das Leben. Man lebt das Leben besser, wenn man es begreift als das, was es ist: befristet Hanspeter und Walter, Innerschweiz, die Siebziger. Gönggi und Boyroth, das ist cooler. 1974 - rückblickend aus der Sicht von Hanspeter, dem Ich-Erzähler dieses Cowboysommers ein aufregendes Jahr, ein unvergesslicher Sommer, unvergessliche Momente, die große Freundschaft der Jugend. "Mich soll man nicht lieben, sondern begehren." Sie setzte sich wortlos auf mein Gesicht und presste mir ihre Scham auf den Mund. Sie hatte sich rasiert, ihre Haut war samtweich, ihr Loch heiß und nass. Sie trafen sich beim Fußball, bei den Blue Stars. Wäre ich ein Mädchen, ich würde mich auf der Stelle in dich verlieben. Hanspeter macht eine Lehre als Schriftsetzer und hinterläßt heimliche Botschaften, die er aus den Songs seiner Lieblinge übernimmt, spiegelverkehrt, auf Fenstersimsen. Vielleicht werden sie nie gelesen. Die Freundschaft zwischen Gönggi und Boyroth, die Zusammengehörigkeit, die Bewunderung des Erzählers für Boyroth - und über allem liegt die Melancholie der vergehenden Jugend wie herabfallendes Laub im schwächer werdenden Herbstlicht. Das erste Konzert von Boyroths Schwester, Yolanda in die Hanspeter unsterblich verliebt ist. Eine Nacht im Zelt, Joints werden herumgereicht, Sie frisieren ihre Maschinen, Mofas, neuer Tank, blitzender Chrom. Stolz. Die Musik, die Schweiz. Die Freundschaft. Vor den Sommerferien, ein paar Tage vorher, Hanspeter zieht es gen Norden, nach Norwegen. Er fragt, ob Boyroth mitkommt. Gönggi fährt allein, übernachtet in Jugendherbergen. "Mitten in der Nacht stand ich auf und nahm einen der Socken Eitans, die er zum Trocknen über die Stuhllehne gehängt hatte, und stopfte ihn so tief wie möglich in den Spalt zwischen Schrank und Wand, er würde ihn nicht finden, niemals." "Wenn sich der Nebel verzog, fing etwas Neues an, ein anderes Leben, das Leben eines Erwachsenen. Etwas Großes erwartete mich, von dem ich gar nicht wissen wollte, was es sein sollte. Es durfte nichts mehr nur aus Angst geschehen." Als er aus Norwegen zurück nach Hause kommt, merkt er, etwas hatte sich verändert. Nicht nur er war gereift, er hatte einen großen Schritt getan auf dem Weg zum Erwachsen werden. Alles hat sich verändert. Jahre später treffen sie sich wieder, der Schriftsteller und der wohnungslose Schausteller. An einer Imbißbude. Werden sie es schaffen, ihre Freundschaft nach all der Zeit wieder auferstehen zu lassen? Nach all dem, was geschehen ist, damals? Was wäre geschehen, wäre Hanspeter nicht nach Norwegen gefahren, was wäre, wenn? "Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie du sterben möchtest?", fragte der Mann.

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  • Rezension zu "Cowboysommer" von Hansjörg Schertenleib

    Cowboysommer

    Bücherwahnsinn

    08. January 2011 um 16:26

    Zum Buch ------------- Hansjörg, Alias Gönggi, ist 17 als er sich entscheidet für die FC Blue Stars zu spielen. Er tut sich immer schwer in eine schon bestehende Gruppe zu kommen aber das es so gut läuft hätte er nicht gedacht. Denn er trifft auf den gleichaltrigen, wenn auch völlig gegensätzlichen, Boyroth, der eigentlich Walter Roth heisst. Doch die gemeinsame Liebe zum Fussball wie auch zur Musik verbindet sie tiefer als sie es am Anfang vielleicht gedacht haben. Und so scheint es irgendwie auf Anhieb zu stimmen und der Sommer 1974 wird für die Beiden ein Sommer der ihr Leben wohl für immer prägen wird. . Die beiden Jungs verbindet eine tiefe Freundschaft, der eine ist Vorbild, der andere himmelt den anderen an und möchte so sein wie dieser. In dieser Freundschaft macht man auch nicht viele Worte, denn man versteht sich auch ohne das viele Geplapper. Und so ist dann auch Hansjörg enttäuscht, oder gar verletzt, als Boyroth mit einem anderen Kumpel die Ferien verbringt. Da achte er sich, machst dich alleine auf den Weg die Welt zu entdecken und packt seinen Rucksack und zieht los gen Norden. . Die Sommerferien werden für beide Jungs zum Wendepunkt, es soll der Sommer der Initiation werden, jeder für sich, auf seine Weise. Als die Ferien dann zu Ende sind, Hansjörg zurück kommt, erfährt er was in seiner Abwesenheit passiert ist, ein tragischer Unfall in Boyroths Familie hat statt gefunden und hat alles verändert. . Wird die Freundschaft dass überleben? Werden die beiden Jungs einen Weg finden das zusammen zu überstehen? Der Sommer 1974, ein Sommer der alles verändert hat. . Erster Satz: -------------- ......Wäre ich ein Mädchen, ich würde mich auf der Stelle in dich verlieben. . . . Meine Meinung -------------------- Cover & Titel: Zarte Farben, rosa, lila, blau... sehr schön. Der Blick auf den See, ein leeres Floss, Himmel und Erde verschmelzen. Und mit dem Titel zusammen erzeugt das Ganze ein sehr melancholisches Bild. Ich seh da ein Mann am Ufer stehen, in die Weite blickend... sinnierend. . Schreibstiel: Leise, zart, feinfühlig. Mit leiser Stimme und schönen Worten wird die Geschichte der beiden Freunden erzählt, mit Wehmut der wirklich gut durch kommt. Denn es fällt mir immer dann besonders auf den die Sprache sehr direkt, gar manchmal etwas ordinär wird. Man erwacht aus der sanften Erzählung und denkt sich... "Huch, was war dass denn, das passt so gar nicht zum Rest", aber doch... es gehört eben dazu. . Geschichte: Es ist nur ein Ausschnitt des Lebens von Hansjörg, ein Sommer, also nicht mehr als ein paar Monate, doch die sind so wichtig, das sie für immer im Gedächtnis bleiben. Der Roman ist zu 50% autobiografiesch, so selbst der Autor. Was schlussendlich alles so passiert ist und was nicht, spielt eigentlich keine Rolle denn es geht um Freundschaft, um Liebe, die Zeit des erwachsen werden und den Tod. Ich finde dem Autor ist es wirklich sehr gut gelungen all die Gefühle dieser Zeit wieder zu geben, mit all ihren Widersprüchlichkeiten. Auch in der Zeit die es sich zu trägt wird wirklich gut beschrieben, man errinntert sich selber so gut daran, und was für mich halt noch sehr witzig war ist, das man alles kennt, denn alles passiert in Zürich. . Personen: Auch hier ist es Herrn Schertenleib gelungen den Personen die Tiefe zu geben die sie brauchen um sich mit ihnen zu verbünden, oder sich mit ihnen zu identifizieren, denn sie haben so viele Facetten die er fein anklingen liess.

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  • Rezension zu "Cowboysommer" von Hansjörg Schertenleib

    Cowboysommer

    Annora

    06. January 2011 um 10:22

    Zum Inhalt des Buches: Das Buch handelt von Freundschaft, Abschied von der Kindheit und der Jugend, Loyalität und Selbstaufgabe. Als der Ich-Erzähler Hanspeter den charismatischen und unangepassten Boyroth in einem Fußballclub kennenlernt, Freunden sich die beiden Jugendlichen gleich an. Hanspeter verehrt Boyroth und gibt viel dafür, von ihm akzeptiert zu werden. Wie andere Jungs in dem Alter, interessieren sie sich für Mofas, Rock-Musik, Fußball und Mädchen. Eine weitere Rolle spielen Fabio, ein weiterer Freund Boyroths, der wie Hanspeter um seine Anerkennung buhlt und Yolanda, Boyroths Schwester, in die Hanspeter unsterblich verliebt ist. Durch ein furchtbares Unglück verändert sich das Leben der Freunde schlagartig und führt beide in ganz unterschiedliche Richtungen, zeigt auf, wie unterschiedlich beide darauf reagieren und damit letztendlich fertig werden und umgehen. Mein Leseeindruck: Obwohl sich die jugendlichen mit typischen Problemen dieses Alters herumschlagen müssen, ist es doch kein Jugendroman, weil er aus Sicht des Erwachsenen Hanspeter geschrieben ist, der im Winter 2010 als 50jähriger Rückblickend auf diesen Sommer im Jahr 1974 schaut. Er bewertet die Situationen und das, was anschließend geschehen ist nicht mit jugendlicher Naivität, sondern mit all seiner Lebenserfahrung. Die Rollen von Boyroth und Hanspeter wechseln im Laufe der Jahre. Als Leser nimmt man Teil an Hanspeters Suche nach der eigenen Identität, heraus aus Boyroths Schatten, auf dem Weg zum erwachsenen Mann. Mich hat das Buch vor allem wegen seiner schönen Sprache beeindruckt. Besonders gefallen hat mir unter anderem dieser Ausschnitt: „Nachts denken die Toten alles, was sie je gedacht haben, noch einmal, was das Letzte, was mir durch den Kopf ging, dann schlief ich ein.“ (Cowboysommer, Hansjörg Schertenleib, aufbau Verlag, S. 59) … und bei diesem Zitat erahnt man schon, die Wertung, mit der diese Geschichte aus Sicht eines Erwachsenen geschrieben wurde: Die Zeit stand still, das gehörte zur Jugend wie das Warten, vermute ich. Dass ich mich Jahre später danach sehnen würde, dass die Zeit nicht vergeht und sich stattdessen vor mir ausbreitet wie ein endloser Raum, ahnte ich damals leider nicht, sonst hätte ich wahrscheinlich jede Stunde, jede Minute genossen und ausgekostet. So aber konnte ich es kaum erwarten, dass sie verging, die Zeit, und damit meine Jugend, wartete darauf, endlich erwachsen zu werden, ich Idiot.“ (Cowboysommer, Hansjörg Schertenleib, aufbau Verlag, S. 71) Obwohl die Handlung als solches nicht sehr verzweigt und vielschichtig ist, so ist es doch ein Roman, der einen zum Nachdenken bringt, was wichtig im Leben ist, welche Werte wir für unser Leben haben, und wohin wir gehen wollen. Ein Roman, für den man sich die Zeit nehmen muss, nicht nur die Buchstaben und Wörter zu lesen, sondern auch seinen Gedanken die Möglichkeit lassen, abschweifen zu dürfen und erst dann – einen Moment später, wieder in die Geschichte einzutauchen. Von mir gibt es für dieses schöne Buch eine 4-von-5-Sternen-Leseempfehlung.

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  • Rezension zu "Cowboysommer" von Hansjörg Schertenleib

    Cowboysommer

    gina_mayer

    01. November 2010 um 14:54

    Hansjörg Schertenleib: Cowboysommer Nach „Das Regenorchester“ ist „Cowboysommer“ das zweite Buch von Hansjörg Schertenleib, das ich gelesen habe, und ich war auch diesmal begeistert von seiner zarten und gleichzeitig klugen Sprache. Obwohl die Handlung des Buchs alles andere als zart ist: Es geht um die Freundschaft zwischen zwei Jungen, Boyroth und Hanspeter, die durch einen tragischen Unfall auseinandergerissen wird. Eine Zeitreise in die Sechziger und Siebziger, eine Coming-of-age- und Road-Story mit sehr viel Musik, Drogen und ziemlich viel Sex. Für meinen Geschmack war es ein bisschen zu viel Musik und Drogen und Sex. So genau will ich eigentlich gar nicht wissen, was pubertierende Jungen so treiben. Aber ich bin ja auch ein Mädchen und habe andere Erinnerungen und andere Erfahrungen gemacht. Und glücklicherweise bietet „Cowboysommer“ dann ja auch wieder so viel mehr. „Der Nebel schluckte die Geräusche, genau wie Schnee. Es war, als stünde ich in meinem eigenen Kopf, blind und taub, stocksteif, in einer Art Zwischenwelt. Nicht mehr hier, doch noch nicht dort.“ Schöner kann man es doch eigentlich nicht sagen, oder?

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  • Rezension zu "Cowboysommer" von Hansjörg Schertenleib

    Cowboysommer

    HeikeG

    26. August 2010 um 19:55

    Ist die Erinnerung besänftigend? . Der Weg ist gar so einsam, Es reist ja niemand mit; Die Wolken nur am Himmel Halten gleichen Schritt. (Theodor Storm, „Weiße Rosen“) . Einige verloren wir „unterwegs“, manche begleiten uns bereits lange Zeit, andere haben wir erst jüngst in unseren inneren Kreis aufgenommen. Wie wichtig Freundschaften für uns sind, merken wir erst dann, wenn wir niemanden haben, dem wir unser Innerstes anvertrauen können. Freunde sind ein wesentlicher Bestandteil eines erfüllten Lebens. In der Definition von Freundschaft gibt es keine sture Regel, die vorgibt, ab wann jemand ein Freund und bis an welchen Punkt er nur ein guter Bekannter ist. Jeder Mensch definiert Freundschaft anders. . „Freundschaft kann man genauso wenig erklären wie Liebe; doch was wären wir, wenn wir es nicht versuchten?“, sinniert der Protagonist in Hansjörg Schertenleibs neuem Roman „Cowboysommer“ - sein Alter Ego? Der Schweizer Autor, der in Irland eine zweite Heimat gefunden hat, setzt sich erneut - wie schon in seinem vor zwei Jahren erschienen „Das Regenorchester" - mit den Themen Liebe und Enttäuschung, Leben und Tod, Kindheit und Erwachsensein, Vergangenheit und Erinnerung auseinander. Zentraler Zusammenhalt ist jedoch unzweifelhaft das Sujet Freundschaft. . „Wäre ich ein Mädchen, ich würde mich auf der Stelle in dich verlieben.“ Mit diesem Gedanken beginnt Schertenleibs Roman und auch die Freundschaft von Boyroth und Hanspeter „Gönngi“, dem Ich-Erzähler. Und eben dieser Satz und eine erneute Begegnung der beiden Freunde nach langen Jahren der Abstinenz, ist Auslöser für die dreißig Jahre zurückliegenden Erinnerungen des mittlerweile über Fünfzigjährigen, der sich vom damaligen Setzerlehrling zum Schriftsteller „emporgearbeitet“ hat. Ganz anders sein Gegenüber, dessen fleckiger Parka und zotteliger Bart nichts mehr von der Souveränität und Überlegenheit des damaligen jungen Mannes ausstrahlt, sondern den eine Müdigkeit und Bitterkeit umgibt. Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Heute scheint Boyroth nur noch ein Schatten seiner selbst zu sein, „im Würgegriff der Vergangenheit“. . Damals - 1974 - war Boyroth der autonome „Macher“. „Es ist so schön, so schön, so schön, ein Cowboy zu sein.“, singt der Liedermacher Gisbert zu Knyphausen. Cowboys sind die beiden siebzehnjährigen Protagonisten auch. Sie haben ein Faible für Fußball, die gleiche Musik und ihre frisierten Mopeds. Für Hanspeter ist Boyroth vom ersten Augenblick an etwas Besonderes. „Er würde mir das Gefühl geben, da zu sein, am Leben zu sein, wirklich und immer, jede Sekunde, jemand, der nicht in der Menge untergeht und doch nicht allein ist. Er hatte, das sah ich, die schwierige Aufgabe, er selbst zu werden, bereits geschafft. Mit ihm konnte ich üben, ein anderer zu sein, bis ich wirklich ein anderer war. (...) Er tat alles dafür, seine Träume zu erfüllen.“ „Gönngi“ gleitet in diese Freundschaft aus seiner Kindheit in die der Erwachsenen, auch wenn ein tragisches Unglück die Beiden trennen und für ihr Leben zeichnen wird. . Hansjörg Schertenleib wartet erneut mit einem wunderbar zartbesaiteten und feingeistigen Duktus auf. Er versteht es, auf unnachahmliche Art und Weise, Gesten und Blicke ins Jetzt zu heben und damit dem Leser zugänglich zu machen. Trotzdem die Lektüre eine unbewusste Schwerelosigkeit erzeugt, agiert sie mit literarischem Tiefgang und stilistischem Niveau. Das leise, unaufdringliche und beinahe unspektakulär zu nennende Buch übt vor allem durch die Aktivierung aller fünf Sinne einen magischen Sog aus. Vielfältige Eindrücke und Erinnerungen durchziehen den ganzen Roman. "Cowboysommer" verrückt Distanzen: Fernes wird nah und Nahes fern. Es ist ein nachdenkliches, aber nicht grüblerisches, ein zuweilen melancholisches, aber nicht trauriges Buch. . „Wieder das sein was ich nie war aber immer sein werde.“ (Gerhard Altenbourg)

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  • Rezension zu "Cowboysommer" von Hansjörg Schertenleib

    Cowboysommer

    Mr. Rail

    25. August 2010 um 14:32

    „Die Zeit stand still, das gehörte zur Jugend wie das Warten, vermutete ich. Dass ich mich Jahre später danach sehnen würde, dass die Zeit nicht vergeht und sich stattdessen vor mir ausbreitet wie ein endloser Raum, ahnte ich damals noch nicht, sonst hätte ich wahrscheinlich jede Minute genossen und ausgekostet. So aber konnte ich es kaum erwarten, dass sie verging, die Zeit, und damit meine Jugend, wartete darauf, endlich erwachsen zu werden, ich Idiot.“ Diese Zeilen lesend, befinde ich mich selbst am Ort meiner Jugend, in der Gegend die mich prägte und doch dazu veranlasste, in die große Welt zu gehen, um meinen Weg zu finden. Wo sonst könnte mich „Cowboysommer“ von Hansjörg Schertenleib (Aufbau Verlag) so sehr auf meine eigene Zeitreise schicken, wenn nicht hier? Wo sonst, als in meiner geliebten Eifel….? (Von wo man übrigens lieber herkommt, als wieder dorthin zurückzukehren…) Hansjörg Schertenleib lässt seinen autobiographisch angehauchten Protagonisten Hanspeter, als inzwischen erfolgreichen Schriftsteller an den Ort seiner Jugend zurückkehren und ihn dort von seiner Vergangenheit einholen. Unvermittelt begegnet er an einer Pommesbude seinem alten Freund Boyroth (eigentlich Walter Roth – aber das klang damals einfach uncool). Er trifft damit auf mehr als einen Teil seiner Jugend, er steht nach langer Zeit wieder dem Menschen gegenüber, der einst alles für ihn symbolisierte, was er nicht hatte. Boyroth, erfolgreicher Jugendfußballer, Motorradfahrer und von Freunden umringt, mitten in seiner Jugendblüte stehend und Sinnbild für Status und ein beneidenswertes Leben. Der Blick hinter die Kulissen dieser Freundschaft öffnet den Weg zu zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch für eine kurze Welle im Meer der Zeit im gleichen Rhythmus die Brandung hinabrauschten, um endlich erwachsen zu werden. Hanspeters erste Erinnerung an Boyroth ist ein Gedanke, der ihn fortan durch seine gesamte Jugend begleiten würde: „Wäre ich ein Mädchen, ich würde mich auf der Stelle in Dich verlieben“. Dies kennzeichnet die Faszination, der Hanspeter unterliegt am anschaulichsten. Mehr jedoch als diese einseitige Bewunderung verbindet die Geschichten der beiden Freunde von damals ein schrecklicher Unfall, der vielleicht hätte verhindert werden könne, wenn Gefühle wie Neid und die alles beherrschende Suche nach Anerkennung nicht so dominant gewesen wären. Was tut man nicht alles, um seinen eigenen Weg zu finden und welche Gefühle lässt man zu, um nicht in den Hintergrund gedrängt zu werden? Wird es den Beiden gelingen, ihre Freundschaft wieder zu beleben und die dramatischen Ereignisse der Vergangenheit endlich zu verarbeiten oder bleiben die zentralen Fragen der eigenen Jugend offen wie nie verheilte Wunden, die immer dann schmerzen, wenn die Erinnerung wie ein Blitzlicht einen lange verschlossenen Raum plötzlich in gleißendes Licht hüllt? Schertenleibs Abgesang auf die gelebte Jugend und die verwirrten Gefühlswelten des Erwachsen-Werdens kommen uns Lesern mehr als bekannt vor, haben wir doch diese Zeiten am eigenen Leib erlebt und blicken oft mit Wehmut und Freude auf die eigene Jugend zurück. Und wenn man dann auch noch davon überzeugt sein kann, selbst die richtigen Wege eingeschlagen zu haben, dann verleiht Cowboysommer sogar Flügel… (fliegendlesen – eine neue Erfahrung). Diese bewusste Reflektion des eigenen Lebensweges ist eine der großen Leistungen von Schertenleibs Roman. Das Buch trägt über sich selbst hinaus und vermag es, den Leser dazu zu bringen, es beiseite zu legen um zurückzublicken und darüber nachzudenken, ob sich Parallelen zum eigenen Leben finden. In den ruhigen Minuten des Tages habe ich mich in das Buch zurückgezogen und mich wohlgefühlt. Es ist lebendig, nicht trist und bringt den Leser zurück in eine Welt, die wir in schwarzweißen Erinnerungen in das Album unseres Lebens eingeklebt haben. Cowboysommer hat meine Erinnerungen wieder farbig werden lassen. Wie Hanspeter betrachte ich Bilder von einst und finde Menschen, die wichtig waren. Wegweiser, Vorbilder – gute wie schlechte. Die wichtigste Erkenntnis ist und bleibt die zentrale Aufforderung Boyroths, die aus dem Buch herausschreit und zeitlos mahnt: „Leb dein eigenes Leben, …, na los, leb es, du bist doch keiner von den verdammten Feiglingen! Leb!“ Der Indian-Summer der Eifel wird mich für immer mit dem Cowboysommer Schertenleibs verbinden – ein beschaulicher und tiefgründiger Blick zurück, ein wichtiger und zwingend notwendiger Blick, um zu wissen, wen man vor sich hat, wenn man in den Spiegel schaut.

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