Hansjörg Schneider Hunkeler und die Augen des Ödipus

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Inhaltsangabe zu „Hunkeler und die Augen des Ödipus“ von Hansjörg Schneider

Der Theaterdirektor Bernhard Vetter ist verschwunden, sein Hausboot treibt herrenlos auf dem Rhein. Peter Hunkeler, Kommissär des Kriminalkommissariats Basel, taucht – sechs Wochen vor seiner Pensionierung – mit gemischten Gefühlen ins Theatermilieu ein, zu dem er selber einmal gehört hat. Er begegnet alten Bekannten und einigen offenen Rechnungen und gerät in die schillernde Halbwelt des Basler Rheinhafens.

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  • SRF Hörspiel aus dem Jahr 2011

    Hunkeler und die Augen des Ödipus

    sabisteb

    06. September 2013 um 21:00

    Nur noch 6 Wochen sind es, bis Kommissär Peter Hunkeler in Pension geht, als es einen neuen, große Fall gibt: Der Direktor des basler Theaters, Bernhard Vetter, ist verschwunden. Da nicht klar ist, ob der Fall bis zu Hunkelers Pensionierung geklärt ist, bekommt bereits sein Nachfolger die Leitung übertragen. Hunkeler jedoch, wird noch immer gebraucht denn in jungen Jahren hatte er einige Kontakte zum Theater und hat daher noch so einige alte Bekannte in der basler Theaterwelt. Als das havarierte Hausboot gefunden wird, mehren sich die Hinweise, dass es sich nicht nur um ein Verschwinden, sondern möglicherweise um einen Mordfall handelt, das ist jedoch ohne Leiche schwer zu beweisen. Hat Vetters Verschwinden oder Tot mit der skandalösen Aufführung des Ödipus von Sophokles zu tun?   Ich kenne des Roman nicht, der diesem Hörspiel zugrunde liegt, sondern nur die Verfilmung des schweizer Fernsehens, diese jedoch hat erneut herzlich wenig mit dem Hörspiel zu tun, bis auf wenige Motive. Hier handelt es sich um komplett andere Konstellationen und Motive und auch komplett andere Täter. Erstaunlich, wirklich, denn beide Varianten funktionieren sehr gut. Die Fernsehversion ist deutlich einfacher gestrickt, der Hörspiel dafür verzwickter, vielschichtiger und komplexer. Erneut bleibt es spannend bis zum Schluss, obwohl nichts verschwiegen wird. Die Ermittlungen sind sauber durchgeführt und man kann problemlos miträtseln. Der Trick, den der Autor anwendet, ist so einfach wie genial. Erneut mischen sich verschiedene Fälle, die sich überschneiden. Motive, Gründe und Ursachen müssen zugewiesen werden, damit klar wird, was jeweils für welche Tat Motiv und Ursache war. Hunkeler ist auch deutlich intelligenter und gebildeter als in der Verfilmung. Da wird er von seiner Freundin ins Theater geschleppt und ist bereits Rentner. Im Hörspiel (und wohl auch im Buch), liebt Hunkeler das Theater, genießt die provokative Aufführung (die im Film deutlich zensiert wurde) und liest und zitiert Hölderlin. Natürlich ist man auch diesmal nicht wirklich vor Klischees gefeit. Die Vorgesetzten und Nachfolger Hunkelers sind dümmer und arrogant, das wahre Genie ist der einsame Wolf, der geniale Ermittler Hunkeler, der oldstyle Cop, der noch mit Zetteln arbeitet und keinen PC verwenden kann oder will.   Die Sprecher sind hervorragend, alles topp Profis, nie fällt einer unangenehm auf. Die Vertonung, Abmischung und Umsetzung ist auf höchstem Niveau, Kino für die Ohren. Das ist auch kein Wunder, Hunkeler ist der schweizer Wallander, für ihn ist das Beste gerade gut genug. Die Dialektpassagen halten sich in diesem Hörspiel in Grenzen, es ist also auch soweit für Norddeutsche und Zuhörer geeignet, die nicht im Dreiländereck Schweiz/Frankreich/Deutschland beheimatet sind. Auch wenn man die früheren Fälle von Hunkeler nicht kennt, kann man dem Fall problemos folgen. Dieser Fall ist in sich abgeschlossen und funktioniert komplett für sich allein.  

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