Rezension zu "Koreas schlafender Vulkan: Die Reise zum Pektusan 1898" von Hanspeter Born
Bellis-PerennisNikolai G. Garin-Michailowski (1852-1906) ist ein russischer Schriftsteller, Ingenieur und Reisender. Dieser Reisebericht wurde bereits 1954 veröffentlicht und 2005 von der Edition Erdmann neu aufgelegt.
Er beschreibt darin seine abenteuerliche Reise nach Korea, das Ende des 19. Jahrhunderts einer der wenigen weißen Flecken auf der Landkarte war. Dies ist der strengen Isolationspolitik des koreanischen Königshauses geschuldet, das sich erst unter dem Zwang der Japaner 1876 öffnet. Erst ab 1882 ist es den ersten Europäern erlaubt, das Land zu bereisen. Einer von ihnen ist der russische Schriftsteller und Eisenbahningenieur Nikolai G. Garin-Michailowski, der eine private Weltreise geplant hat und nun im Rahmen des Ausbaus der Transibirischen Eisenbahn im Herbst 1898 die Grenze zwischen der Mandschurei und Korea erkunden sollte.
Eine zentrale Rolle spielt, wie der Untertitel zeigt, der 2.744 m hohe Vulkan Pektusan mit seinem Kratersee, der die drei Hauptflüsse der Region speisen. Während sich die Idee, die Flüsse als Verbindung zwischen Sibirien und der Mandschurei zu nutzen, zerschlagen hat, bringt diese Reise nicht nur neue Erkenntnisse über Koreas Geographie und Kultur, sondern bieten Einblicke in die Lebensweise der Bevölkerung. Nikolai G. Garin-Michailowski sammelt sechzig Märchen und Erzählungen, von denen 17 hier abgedruckt sind. Zudem erfahren wir einiges über seine höchst persönlichen Eindrücke, die stellenweise ziemlich widersprüchlich sind. Zum einem gefällt ihm der Fleiß und der Einfallsreichtum der Bevölkerung, um gleichzeitig die Korruption und die mangelnde Hygiene anzuprangern. Hier muss man als Leser allerdings berücksichtigen, dass Nikolai G. Garin-Michailowski dies alles mit westlichen Augen sieht und beurteilt. Interessant finde ich, dass er sich über die Korruption auslässt, so als ob er aus dem Zarenreich solches nicht kennen würde.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Reisebericht, der im Jahr 1898 verfasst worden ist, 4 Sterne.







