Hanya Yanagihara Ein wenig Leben

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Lovelybooks Bewertung

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Inhaltsangabe zu „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara

"Ein wenig Leben" handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. "Ein wenig Leben" ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Es begibt sich an die dunkelsten Orte, an die Literatur sich wagen kann, und bricht dabei immer wieder zum hellen Licht durch.

Ich habe geweint.

— Weltenwandler
Weltenwandler

Trotz seiner Längen zerreißt es am Ende das Herz!

— 3millionen
3millionen

mit Abstand DAS Buch, das mich in meinem ganzen Leben am meisten bewegt hat (vielleicht noch neben "Wir sind nicht wir"). (*****)

— Insider2199
Insider2199

Unfassbar was dieses Buch mit einem macht....

— Kristall86
Kristall86

Ein besonderes und ergreifendes Buch, das noch lange nachhallt - erschütternd, oft traurig und mit viel Feingefühl erzählt. Sehr gelungen.

— -nicole-
-nicole-

Episch! Ich habe vier Freunde gefunden, begleitet, von ihnen gelernt, mit ihnen gelitten. Unglaublich, was es mit einem macht!

— zwischen_meinen_zeilen
zwischen_meinen_zeilen

Nicht nur ein Jahres-Highlight, sondern auch eines fürs Leben!

— Ajnim
Ajnim

Das ist Buch ist unvergesslich !!! Große Leseempfehlung !!

— marpije
marpije

Mein Herz wurde durch dieses Buch offiziell gebrochen.

— thelauraverse
thelauraverse

Toll geschrieben - aber meiner Meinung nach einfach zu lang, um den Leser so richtig an der Stange zu halten ...

— passionelibro
passionelibro

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  • Rezensionen
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    Ein wenig Leben
    Karin-L

    Karin-L

    26. March 2017 um 22:26

    "´Es wird besser werden´ , sagte sie, und er nickte, weil er sich sein Leben nicht vorstellen konnte, wenn es nicht besser werden sollte." S.139Kennt ihr dieses Gefühl, das euch überkommt, wenn ihr ein Buch gelesen habt, dass euch bis zum Schluss aufgewühlt und mitgenommen hat, ihr im Anschluss versucht es sacken zu lassen, schaltet zur Ablenkung den Fernseher ein und euch erscheint plötzlich alles so plump und nichtig? Genau das ist mir mit diesem Buch geschehen. Bereits zu Beginn der Lektüre hatte ich einige Gedanken dazu niedergeschrieben (Gedankenschnappschuss: Ein wenig Leben). Selbst an dem Punkt hat mich die Schreibweise unfassbar berührt und für sich eingenommen, auch wenn das Geschriebene nicht harmlos ist und die Dinge, die den Protagonisten wiederfahren größtenteils traumatisch sind. In allem was die Autorin schreibt, die Art und Weise wie sich die bestimmte Figuren zu den Geschehnissen äußern, existiert so eine Poesie, dass man denkt, es stehe im Gegensatz. Mir kam es aber immer mehr so vor, als wäre es die einzige Möglichkeit das Gesagte erträglich zu machen, die einzige Erzählweise, die den Leser nicht auch vollkommen vernarbt zurücklässt. Denn die Figuren, die Freundschaften, die Streitereien, die Kämpfe die dieses Buch schildert, zerren an dir und bitten dich aber gleichzeitig Empathie zu empfinden. Man kann es nicht leugnen, es wird tatsächlich von Kapitel zu Kapitel schwerer und nervenaufreibender. Zu lesen wie stark manche Menschen sein müssen und sich ein Schutzschild aufbauen müssen, um das zu ertragen, was ihnen wiederfahren ist. Umso stockender die Augenblicke, die aufzeigen, was wirkliche Freunde alles aufgeben, sich aufopfern, um einem dabei zu helfen Dinge durchzustehen. Und so sehr es nach einem Klischee klingt; man weiß nichts über das Buch, kann es eigentlich kaum in Worte fassen, solange man es nicht selbst gelesen hat. Wichtig ist nur, dass man vor allem wissen muss, dass es sehr sensible und auch selbstzerstörerische Themen beinhaltet, die traurigerweise zu vielen Schicksalen der Menschen gehören."Er lächelte, als er daran zurückdachte; manchmal wünschte er, einen Verstand wie JB zu haben, einen, der Geschichten ersann, die andere erheiterten, und der so anders war als sein eigener, der ständig nach Erklärungen suchte, Erklärungen, die, auch wenn sie vielleicht zutrafen, frei von Romantik waren, von Witz, von Esprit.“ S.178Ich habe mir versucht Notizen zu machen; Stützen die das fast tausendseitige Buch etwas eingrenzen und kategorisieren können. So etwas wie, dass es aufzeigt was Freundschaft wirklich ausmacht und all ihre Facetten offenlegt. Dass es den Leser sensibel für sehr ernste Themen macht und es gleichzeitig den Impuls sendet, sich stärker mit seinem Umfeld auseinanderzusetzen, darauf zu achten, wenn man merkt, dass es geliebten Menschen nicht gut zu gehen scheint. Oder auch, dass Jude als Dreh- und Angelpunkt angesehen wird, mit ihm aber so viel mehr in Verbindung gesetzt wird und dass Missbrauch, wie auch Prostitution stark thematisiert werden. Letztlich sind dies aber eben nur Randnotizen. Das Buch hat mich zum Schluss wirklich so berührt, dass mir schlichtweg nur noch ein Kloß im Hals stecken bleibt, wenn ich daran denke. Es ist ein Buch, bei dem man sicherlich einiges bemängeln könnte, bei dem man sich fragen könnte, in wie weit die geschilderten Erlebnisse realistisch sind, in wie weit sie Menschen schockieren oder traumatisieren können, wenn sie ähnliches durchgemacht haben (oder machen). Aber ich finde es ist ein Buch, das ebenso die Wichtigkeit dessen aufzeigt, was in der Gesellschaft immer verschwiegen wird, nämlich dass Dinge geschehen, die furchtbar sind und dass die Psyche des Menschen darunter leidet, so sehr, dass alles zu einem Kampf wird. Ja, das Buch ist heikel und verlangt viel von einem ab, aber es ist ein Buch das wir meiner Meinung nach auch brauchen, um uns vor Augen zu führen, worauf man abseits der "fiktiven" Handlungen des Buches achten sollte und Menschen aufhören müssen die Augen vor schlimmen Themen zu verschließen. Aber auch sie gibt es im Buch, die positiven Momente im Leben, die Liebe die Menschen einem entgegenbringen und einen zusammenhält, die lustigen Sachen, die manchmal wiederfahren und dieses enge Band, das Freunde miteinander verbindet."Das Leben war beängstigend; es war voller Ungewissheiten. Selbst Malcoms Geld machte ihn nicht völlig immun dagegen. Das Leben würde ihm widerfahren, und er würde versuchen müssen, darauf zu reagieren, so wie sie das alle mussten." S.665Insgesamt: Ein Buch, das sehr traumatische Ereignisse und den schwierigen Umgang damit thematisiert. Man kann zwar wirklich viel darüber schreiben, letzten Endes muss man es aber gelesen haben um die Wucht des Buches zu verstehen. Unfassbar ergreifend bis zur letzten Seite.

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  • Leserunde zu "Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara

    Ein wenig Leben
    Insider2199

    Insider2199

    Wir haben beschlossen in der  INSIDER-Voting-Challenge  zusammen "Ein wenig Leben" von Hanna Yanagihara zu lesen. Wir beginnen am  01.03.2017.  Das Buch sollte bis zum 31.03.2017 beendet und rezensiert werden. Rezensieren ist keine Pflicht für die Leserunde, aber für die Challenge notwenig, um Lose zu bekommen. Kann also jeder selbst entscheiden.  Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen!  Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.   Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. Viel Spaß uns allen :)

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    • 99
  • Von allem ein wenig zu viel

    Ein wenig Leben
    3millionen

    3millionen

    25. March 2017 um 16:40

    Nun wurde auch der deutsche Buchmarkt von Hanya Yanagiharas Werk „A Little Life“ überrollt. Überall sieht man das fast 1000 Seiten schwere Buch, dessen Cover ein schmerzverzerrtes Gesicht zeigt und zugleich eine schmerzvolle Handlung verspricht. Hätte ich vorher nicht die vielen aufgewühlten Meinungen gehört, wäre es wohl einfach an mir vorbeigezogen. Doch ich wurde neugierig, was hinter all diesen Gedanken, Tränen und Leseflauten steckt. Und so begann ich es zu lesen.„Ein wenig Leben“ bietet viel, für manchen vielleicht zu viel. Einigen sind es zu viele Gefühle, zu viel Schmerz in seinen unterschiedlichsten Facetten. Für mich ist „Ein wenig Leben“ zu viel von allem. Bei fast 1000 Seiten kann das schnell ernüchternd. Doch wenn man sich durchbeißt, wird man belohnt – in dem man selbst ein wenig leidet.Das Buch ist von seinen Charakteren geprägt. Alles dreht sich um die vier jungen Männer, die eine Freundschaft verbindet, von der manche nur träumen können. Seite um Seite erfährt man von ihrem Leben in New York: ihre Arbeit, ihr Freundeskreis, ihren familiären Hintergrund (bis auf Jude), ihre Beziehungen – einfach alles. Man lebt mit ihnen, altert mit ihnen. Ihre Freundschaft nimmt auch einen gewissen Raum ein, jedoch haben mir manche Dinge einfach gefehlt bei der Darstellung: Warum sind sie befreundet? Was verbindet sie? Zwischenzeitlich hatte ich außerdem das Gefühl, es drehe sich eigentlich um JB und Malcom separat von Jude und Willem als Freunde. Die Dynamik der vier hat mir oftmals gefehlt, was ich sehr schade finde.Manch ein Charaktere ist in „Ein wenig Leben“ interessanter (Jude) als ein anderer (Malcom), manch einer wächst einem unglaublich ans Herz (Willem), während ein anderer etwas zu wenig Bühne bekommt (JB). Ich hätte unglaublich gerne mehr über JB erfahren. Die Beschreibungen seiner Gemälde waren mit meine liebsten Stellen im Buch. Auch Malcom ist mir – je mehr die Handlung voran geschritten ist – immer mehr ans Herz gewachsen. Und von Willem mag ich erst gar nicht beginnen. Nur Jude… Jude ist so schwierig. Ich konnte einfach keine Beziehung zu ihm herstellen, so sehr ich es auch versucht habe. Für mich war er immer zu viel des Guten.Niemand ist perfekt in diesem Buch. Jeder Charakter hat seine Schwächen. Nicht nur zwei, drei Eigenschaft. Nein, hier sind es wirklich aufgeschlüsselte und über Kapitel hinweg ausformulierte, eingewebte Schwächen. Diversität ist hier auch vertreten, ganz groß, möchte ich behaupten (möchte hier aber auch nicht spoilern, daher bleibt es bei diesem Satz.)Betrachtet man den Spannungsbogen von „Ein wenig Leben“, sind die ersten 400-500 Seiten ziemlich öde. Die Charaktere werden vorgestellt und man lebt mit ihnen, man erfährt ihre Geschichten, aber das etwas passiert, lässt auf sich warten. Gestört haben mich einige Szenen, die sich im Nachhinein betrachtet immer und immer wieder abgespielt haben. „Ein wenig Leben“ hat seine Längen. Manch einer mag sagen, auch die haben ihren Sinn und Zweck, für mich ziehen sie einfach nur die Handlung noch mehr in die Länge wie Kaugummi. Nach knapp 500 Seiten hat das Buch an Fahrt gewonnen. Die letzten 100 Seiten waren die besten, wenn auch die schrecklichsten.Seit langem hat mich kein Buch mehr berührt. Dafür hat es „Ein wenig Leben“ geschafft. Berührt nicht in dem Sinne, das ich berührt war und Mitgefühl hatte. Sondern dass das Buch zu mir durchgedrungen und meine Gefühle angeregt hat, etwas zu fühlen. Himmel, klingt das kompliziert. Ich war aufgewühlt, ich wollte wissen, wie es weitergeht, ich wollte, das endlich mal etwas passiert. Und auch wenn ich die ersten 800 Seiten ohne Regung gelesen habe, so hat mich das Ende mehr aus der Fassung gebracht als alles in dem Buch.Warum?Weil es mir einfach zu viel war im Mittelteil. Es war mir zu viel Schmerz, zu viel Leid, zu viele Beschreibungen und unnötige Szenen, das es richtig auf mich wirken konnte. Vielleicht konnte ich diese Art von Schmerz auch einfach nicht nachvollziehen in meiner heilen Welt. Dafür traf mich der Schmerz am Ende härter, als alles, was zuvor im Buch geschehen ist. Es zerriss mir das Herz, weil es sich so echt anfühlt und leichter nachvollziehen lässt. Diese Angst vor der Leere.„Ein wenig Leben“ ist teilweise sehr frustrierend, tough und auch langatmig. Es hat großartig ausgearbeitete Charaktere, thematisiert wichtige Themen und kann für manch einen ziemlich hart werden, zu durchleben. Manch einer fühlt nur ein wenig, ein anderer wird von der Flut an Schmerz vielleicht überrollt. „Ein wenig Leben“ ist gut, mit seinen eigenen Schwächen. Dringende Empfehlungen zum Lesen würde ich allerdings nicht aussprechend.3.5/5

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  • Ein unglaubliches Buch!

    Ein wenig Leben
    TigorA

    TigorA

    25. March 2017 um 12:01

    Inhalt Wir begleiten die Leben von vier befreundeten Männern, die sich seit dem College kennen und zwar unterschiedliche Wege gehen, aber sich niemals aus den Augen verlieren. Eine zentrale Rolle spielt hierbei das Leben und vor allem die Vergangenheit von Jude St. Francis, ein zurückhaltender, höflicher junger Mann, der allerdings ein großes Geheimnis zu verbergen scheint. Nicht nur körperlich ist er versehrt, auch psychisch scheinen schlimme Dinge mit Jude zu geschehen. Seine Freunde sind ratlos, denn er kann sich ihnen einfach nicht anvertrauen. Trotzdem bleiben sie an seiner Seite, besonders sein bester Freund Willem kann und will Jude nicht aufgeben. Stück für Stück offenbart sich Willem, warum Jude zu dem zerbrochenen Menschen wurde, der er ist... Meinung Was für ein Buch. Ich weiß gar nicht wo ich da anfangen soll. Nicht nur die Seitenzahl verschafft einem Respekt, auch der Inhalt ist nichts für schwache Nerven und definitiv etwas, das man erstmal verdauen muss. Den Einstieg habe ich noch als ein wenig langatmig empfunden. Natürlich wurden einem erstmal die Charaktere vorgestellt und es gab Rückblicke und Einsichten in die Leben von allen vier Freunden. Auch wie sie zueinander stehen und sich ihre Gruppendynamik gestaltet, wurde gründlich beleuchtet, bevor es dann ungefähr nach einem Drittel des Buches so richtig in Sachen ging. Denn hauptsächlich geht es hier um Jude und ihm widmet sich ein Großteil des Buches. Und da kommt im Laufe der Zeit so einiges ans Licht, bei dem man sich hinterher nicht sicher ist, ob man das wirklich alles erfahren wollte... Die Charaktere sind mir im Laufe der Zeit wirklich ans Herz gewachsen. Nette junge Männer, manche ein wenig verrückt, manche ganz bodenständig, aber alle so gestaltet, dass man Interesse an ihrem Schicksal hat. Gerade Willem und Jude machen es einem einfach, mit ihnen mitzufühlen und schon bald lassen ihre Erlebnisse einen nicht mehr kalt. Wir begleiten sie quasi ihr ganzes Leben lang, von der Kindheit (welche hauptsächlich in Flashbacks erzählt wird), bis hin ins hohe Erwachsenenalter durchleben wir jede Zeitspanne mit ihnen gemeinsam. Die Autorin hat einen wirklich eindringlichen Schreibstil, ausschweifend und doch irgendwie so auf den Punkt, dass man früher oder später gefesselt wird und nicht mehr aufhören kann zu lesen. Und was sie da alles über Jude erzählt ist so unfassbar schlimm und grauenvoll, dass ich nicht nur ein mal das Gefühl hatte, ich muss mich mit etwas anderem aufheitern, damit ich nicht zusammen mit Jude ins nächste tiefe Loch stürze. Denn was einigermaßen harmlos und einleitend beginnt, entpuppt sich am Ende als eine Abwärtsspirale aus Leid, Ratlosigkeit und wütender Verzweiflung. Ganz erstaunlich fand ich aber, dass die Autorin es geschafft hat, mich nicht nur in diesen schwarzen Sumpf aus negativen Gefühlen zu ziehen, sondern auch gleichzeitig aufgezeigt hat, wie wichtig und wundervoll bedingungslose Liebe und Freundschaft sein kann. So sehr dieses Buch einen innerlich zerschmettert, so sehr macht es einem auch Hoffnung, dass es Menschen gibt, die all das für einen anderen Menschen aushalten und ihn immer noch wie etwas wertvolles ansehen können. Wer wünscht sich nicht eine solche Freundschaft oder Liebe? Die Autorin hat selbst über ihr Buch gesagt, dass sie es mit der Dramatik auf die Spitze treiben wollte und das ist ihr auch perfekt gelungen. Doch auch wenn es mit etwas Distanz alles sehr überspitzt wirkt, so komme ich doch nicht umhin zu denken, dass es solche Menschen mit dieser Art Erlebnissen irgendwo auf der Welt gibt. Für mich ist das Szenario durchaus realistisch und deshalb war es für mich auch so ein aufwühlendes und geniales Leseerlebnis. Fazit Abschließend kann ich nur sagen, dass ich jedem dieses Buch ans Herz legen kann. Es stehen entsetzliche, schlimme Dinge darin, die einen emotional aufrühren werden. Doch gleichzeitig kann man auch positive Botschaften daraus mitnehmen. Ein intensives Buch, das definitiv etwas mit dem Leser macht.

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  • Wie viel Schmerz kann ein Mensch stillschweigend ertragen?

    Ein wenig Leben
    Insider2199

    Insider2199

    24. March 2017 um 23:06

    Wie viel Schmerz kann ein Mensch stillschweigend ertragen? Die 1974 in Los Angeles geborene Autorin (Eltern aus Hawaii und Seoul), wuchs in Hawaii auf, reiste jedoch viel in den USA herum und zog schließlich 1995 nach New York, wo sie heute noch lebt und zunächst als Journalistin arbeitete. Der vorliegende Roman ist nach „The People in the Trees“ (2013) ihr zweiter und stand u.a. auf der Shortlist des Man Booker Prize. Zum Inhalt: Der brillante Anwalt Jude St. Francis lebt in New York und hat seit der College-Zeit eine sehr enge Freundschaft zu JB, Malcom und v.a. Willem, mit dem er später auch zusammen lebt. Jude hüllt sich in geheimnisvolles Schweigen über seine Kindheit und Jugend, denn er hat ein schweres Trauma erlebt, über das er mit niemanden sprechen kann. Doch obwohl er mit allen Mitteln versucht, sich anzupassen, um als „Mensch wie jeder andere“ nicht aufzufallen, wird er unweigerlich von seiner Vergangenheit eingeholt und zieht auch seine Freunde in diese dunkle, schmerzhafte Welt. – „Ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe.“ Meine Meinung: In dem Roman geht es um vier Freunde und als Leser erwartet man wohl eine Vorstellung der einzelnen Figuren oder zumindest eine Beschreibung der Ausgangssituation bevor die Story losgeht. Die Autorin geht den umgekehrten Weg: sie lässt die Freunde zuerst zusammentreffen und stellt dann erst jede einzelne Figur vor. Das mag vielleicht ein wenig verwirren, weil man die vier am Anfang nur schwer auseinander halten kann, aber interessant und ungewöhnlich fand ich die Vorgehensweise dennoch. Mit der Zeit merkt man auch, dass es der Autorin thematisch v.a. darum ging, die gegenseitige Liebe in einer Freundschaft der einer Beziehung gegenüberzustellen – in einem Interview merkt sie an, dass die Gesellschaft die Liebe in einer Beziehung höher bewerte und sie hinterfrage dies: „Warum zählte eine Freundschaft weniger als eine Beziehung? Warum nicht sogar mehr? Zwei Menschen, die Tag für Tag zusammenblieben, nicht durch Sex oder körperliche Anziehung, nicht durch Geld, durch Kinder oder gemeinsamen Besitz aneinander gebunden, sondern allein durch das gegenseitige Einverständnis, zusammenzubleiben, das gemeinsame Bekenntnis zu einer Verbindung, die sich jeder Festschreibung entzog. Freundschaft hieß, Zeuge des stetig tröpfelnden Leids, der ausgedehnten Strecken der Langeweile und der gelegentlichen Triumphe im Leben eines anderen zu werden. Freundschaft bedeutete, sich geehrt zu fühlen, dass man einen anderen in seiner größten Verzweiflung auffangen durfte, und zu wissen, dass man selbst in seiner Gegenwart verzweifelt sein durfte.“ Umso mehr man die Figuren kennenlernt (v.a. Jude), desto größer wird die Sogwirkung: das Buch greift nach dem Leser und lässt ihn nicht mehr los. Für mich ist es eine der besten oder sogar die beste Charakterzeichnung in einem Roman, die ich bisher gelesen habe und das, obwohl die Autorin weder Psychologin ist noch jemals eine Therapie besucht hat, einfach erstaunlich! Da ich in einigen Aspekten Judes Background teile, habe ich mich in vielen Gedanken des Helden wiedergefunden, was zur Folge hatte, dass mir der Roman extrem nahe ging. Oft hat man das Gefühl man lese keinen fiktiven Roman, sondern schaue wie ein Voyeur durchs Fenster einer Wohnung. „... er weint und weint, er beweint alles, was er gewesen ist, alles, was er hätte sein können, jede alte Verwundung, jedes vergangene Glück, er beweint die Scham und die Freude darüber, endlich ein Kind sein zu dürfen, mit all den Launen, Bedürfnissen und Unsicherheiten eines Kindes, beweint das Privileg, sich schlecht zu benehmen und Vergebung zu empfangen, den Luxus, den es bedeutet, Zärtlichkeiten zu empfangen, Zuneigung, ein Essen, das ihm hingestellt wird und das er essen muss, dass er daran glauben darf, trotz all seiner Fehler und seiner Abscheulichkeit, wegen all seiner Fehler und seiner Abscheulichkeit für jemanden wichtig zu sein.“ Laut einem Interview ging es der Autorin um eine Person, die sich nicht weiter entwickelt, das war ihre Grundidee, mit der sie begann. Diese Thematik greift sie besonders in einem Kapitel auf: „Das Gleichheitsaxiom“. „Doch nun weiß er mit Bestimmtheit, wie wahr das Axiom ist, weil er es mit seinem eigenen Leben bewiesen hat. Der Mensch, der ich war, wird immer der Mensch sein, der ich bin, begreift er. Der Kontext mag ein anderer sein: Er mag in dieser Wohnung leben, und er mag einen Beruf ausüben, der ihm Freude bereitet und in dem er gut verdient, und er mag Eltern und Freunde haben, die er liebt. Er mag respektiert sein; im Gerichtssaal mag er sogar gefürchtet sein. Doch im Grunde ist er derselbe Mensch, ein Mensch, der in anderen Abscheu hervorruft, ein Mensch, der existiert, um gehasst zu werden.“ Ich glaube nicht, dass ein Mensch – egal, was er tut – immer der gleiche Mensch bleibt (x = x). Wir sind Schöpfer unserer eigenen Realität und tun dies mit unseren Gedanken, die sich manifestieren oder auch nicht. Insofern denke ich, dass wir uns immer weiterentwickeln und finde, dass auch Jude sich im Roman weiterentwickelt hat und sei es auch nur, dass er erkennt, dass er sich nicht groß verändern kann, „normal“ sein kann – auch das ist eine Entwicklung. Aber sehr viele solcher Gedanken regen zum Nachdenken an, das gefiel mir. Sprachlich ist der Roman auf anspruchsvollem Niveau, aber leicht verständlich. Nur den Zeitsprüngen kann man leider manchmal nicht ganz folgen. Sehr oft setzt die Autorin in der Gegenwart an, aber nur kurz, 1-2 Absätze, um dann sofort in einen Rückblick zu wechseln. Dabei fiel mir ein sehr oft benutztes Plusquamperfekt mit vielen „hatte“ und „war“ leider störend auf (wäre leicht zu beheben gewesen!), was meinen Lesefluss etwas störte, aber man gewöhnt sich daran, weil das Inhaltliche fesselt. Ungewöhnlich ist auch, dass die Autorin eine durchgängige „Personale Perspektive“ durch lediglich drei Kapitel in der Ich-Perspektive durchbricht – erzählt aus der Sicht einer Jude nahestehenden Randfigur –, dies schafft etwas Distanz zum Protagonisten und gibt dem Leser ein paar kleine Verschnaufpausen, um den Inhalt zu verdauen. Der Ausdruck „es tut mir leid“ (hpts. von Jude ausgesprochen, aber nicht nur) kommt im Buch ca. 95 Mal vor (ich habe es im e-Book aus Neugierde nachgezählt) und ist etwas zu viel des Gutes, keine Ahnung, ob der Autorin das überhaupt bewusst ist. Dennoch ist dies „Kritik“ auf sehr hohem Niveau, also Schwamm drüber. Fazit: Dieser Roman ist mit Abstand DAS Buch, das mich in meinem ganzen Leben am meisten bewegt hat (vielleicht noch neben "Wir sind nicht wir"). Es hat mich zutiefst berührt, es hat mich erschüttert bis tief ins Mark und es wird mich sicher noch Tage oder Wochen beschäftigen. Diesem absolutes Jahres-Highlight vergebe ich natürlich 5 Sterne und würde auch 10 geben, wenn es möglich wäre. Unbedingt lesen! Danach ist man nicht mehr der Gleiche: x = y

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    • 2
  • Atemberaubend...

    Ein wenig Leben
    Kristall86

    Kristall86

    16. March 2017 um 08:55

    Eine schnelle Inhaltsangabe hier zu schreiben ist so ohne Weiteres für mich nicht möglich. Dieses Buch verschlägt einem immer wieder den Atem. Ich hatte lange Schwierigkeiten ins Buch zu finden. Regulär weiß ich nach etwa 50 Seiten Bescheid aber hier hat es ca. 200 gebraucht um das ich im Lesefluss war. Ich lese jeden Tag und schaffe ein Buch mit 600 Seiten in ca 3-5 Tagen....hier hatte ich allein für 200 Seiten zwei Wochen gebraucht. Dieses Buch ist ein sprachliches Meisterwerk! Man muss langsam umd genau lesen um nichts zu verpassen. Ein schnelles und überfliegendes Lesen ist hier definitv nicht möglich! Diese Buch hat so viele Emotionen in mir ausgelöst....ich habe gelacht, geschmunzelt, bitterlich geweint, mich geekelt, Gänsehaut bekommen, hätte den eigentlichen Acteur "Jude" am liebsten schütteln wollen um das er endlich begreift das er das Leben genießen soll wie es nun ist. Es ist traumhaft wie eine Freundschaft lebt und man wird zu ihrem Teil und steht plötzlich immer neben "Jude" und den anderen Jungs, kommt sich vor wie ein Voyeur. Man begleitet Jude zu Andy, seinem Hausarzt, zu Haraold und Julia, seinen neuen Eltern und steht wieder mitten in New York mit den Jungs - man wird ein Teil von Jude's Leben. Es ist ein gigantisches Buch das mit Bedacht gelesen werden will. Es ist definitiv nichts für schwache Nerven. Zur Aufmachung an sich kann ich ebenfalls 5 Sterne vergeben....ich bin ein Leser der sich nicht nur für den Inhalt interessiert sondern auch für das Cover, die Buchbindung, die Seiten etc.... dieses Buch ist ein haptischer Genuss! Feine dünne Buchseiten die sich wie Seide anfühlen, sehr fest gebunden und ein Einband der nicht nur durch das Cover besticht. Es ist kein normales Papier sondern auch hier ein festes Material was schon beim ersten Griff einen staunen lässt! Unbedingt lesen!

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  • Ein besonderes und ergreifendes Buch, das noch lange nachhallt

    Ein wenig Leben
    -nicole-

    -nicole-

    15. March 2017 um 17:53

    Ein Leben, von der Vergangenheit gezeichnet...Die Begegnung von vier jungen Männern am College ist zugleich der Beginn einer lebenslangen Freundschaft. Malcolm ist angehender Architekt und kommt aus einem wohlhabenden Elternhaus und Jean Baptiste (JB) ist ein aufstrebender Künstler und stellt mit seinen Aktionen die Freundschaft immer wieder auf die Probe. Willem hofft auf eine Schauspielerkarriere und ist wohl am engsten mit Jude befreundet. Jude St. Francis ist ein besonderer junger Mann - ein aufstrebender Anwalt mit guten Karrierechancen, er ist sympathisch und freundlich - doch innerlich zutiefst verzweifelt und zerbrochen . Seine Freunde, insbesondere Willem, kümmern sich liebevoll um ihn, doch manchmal, in seinen dunkelsten Stunden kommen selbst sie nicht an ihn heran. Über seine Vergangenheit hüllt Jude sich in Schweigen. Was ist in der Kindheit vorgefallen, dass ihn zu einem so gebrochenen Menschen gemacht hat? "Und dann trieb die Sonne davon, der Wagen ratterte gleichgültig von ihr fort, und die Welt nahm wieder ihre normalen traurigen Formen und Farben an, die Menschen ihren normalen traurigen Zustand, eine Veränderung, die sich so grob und abrupt vollzog, als wäre sie vom Zauberstab eines Magiers herbeigeführt worden." -Seite 34, eBookSchon an dem Klappentext ahnt man, dass dieses Buch ein sehr Emotionales sein wird - und das ist es auch. Es erzählt die Geschichte von vier jungen Männern bis weit ins Erwachsenenalter hinein. Jeder von ihnen erfährt Freud und Leid, Höhen und Tiefen, Erfolg und Missgunst. Doch niemand hat so viel Leid erfahren wie Jude St. Francis, dessen Leben von seiner Vergangenheit gezeichnet ist - körperlich und auch seelisch. Zugleich möchte er aber niemanden zur Last fallen, hat große Angst, dass er die Menschen, die ihm inzwischen so viel bedeuten, plötzlich den Rücken kehren könnten. Dabei hat er Freunde, die komplett hinter ihm stehen und für ihn da sind - dieses ist sehr eindrucksvoll und schön geschrieben.Nach und nach erfährt man schließlich, was Jude in seiner Kindheit widerfahren ist - und das ist so erschütternd und leidvoll, dass es einem kalt den Rücken runter läuft - es wird sehr ergreifend.Sehr sensibel schildert die Autorin verschiedenste Ereignisse - nicht nur aus der Vergangenheit , sondern auch aus der Gegenwart, in der das Vergangene immer noch nachhallt und sich mit aktuellen Geschehnissen verbindet.Die Geschichte ist aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben und auch nicht chronologisch. Man erfährt nach und nach immer Ausschnitte aus der Vergangenheit, hauptsächlich natürlich aus Judes Leben, aber auch aus Willems, Malcolms und JBs Leben erfährt man einiges. Der Aufbau zusammen mit der ganzen Schreibweise ist sehr gut gewählt, auch wenn man manchmal kurz überlegen muss, in welchem Zeitabschnittt man sich gerade befindet. Das Buch ist mit seinen 960 Seiten zwar ein sehr ausführliches und detailreiches Werk, aber tatsächlich an keiner Stelle langatmig. Es fesselt den Leser und zieht ihn mit. "Wäre ich eine andere Art von Mensch, würde ich vielleicht sagen, dass dieser Vorfall eine Art Metapher für das Leben als Ganzes ist: Dinge gehen kaputt, und manchmal können sie wieder repariert werden, und meistens stellt man fest, dass das Leben, egal was zerstört wurde, einen Weg findet, den Verlust wiedergutzumachen, manchmal auf ganz wunderbare Weise. Und weißt du was - vielleicht bin ich diese Art von Mensch." (Harold Stein zu Jude St. Francis) -Seite 149, eBookNoch kurz zum Cover: Ich muss zugeben, dass mich das Cover zuerst nicht so sehr angesprochen hat - doch im Nachhinein habe ich meine Meinung darüber geändert: Es passt perfekt zu dem Roman. Der abgebildete junge Mann mit dem schmerzvollen Gesichtsausdruck spiegelt genau das wieder, was Jude widerfahren ist. "Er starrte mich an, mit diesem gewissen Blick, bei dem man merkt, dass er innerlich vor einem zurückweicht, obwohl er einen ansieht, bei dem man sieht, wie sich die Tore in seinem Inneren schließen und verriegeln, wie die Brücken über den Schlossgraben hochgezogen werden." -Seite 389, eBookMein Fazit: Ein sehr besonderes Buch, dass noch lange nachhallt. Eine sensible, sehr tiefgründige Geschichte, die mit großem Feingefühl erzählt wird. Die Autorin hat hier den richtigen Ton und Erzählweise getroffen. Es ist oft sehr erschütternd und tieftraurig, was Jude widerfahren ist und wie dieses ihn in seinem Erwachsenenleben noch immer wieder einholt. Man muss so manches Mal innehalten, um das gerade Gelesene zu verarbeiten. Doch es gibt auch schöne Momente, die berühren, besonders die unerschütterliche Freundschaft ist sehr gelungen beschrieben. Kurz gesagt: Besondere Charaktere, eine außergewöhnliche Geschichte, fesselnd geschrieben. Ein sehr lesenswertes Buch, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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  • " Es tut mir Leid "

    Ein wenig Leben
    marpije

    marpije

    10. March 2017 um 20:50

    Das Buch ist nicht leicht, das Buch ist schwerverdaulich, das buch ist beklemmend und beim lesen dunkelt sich die Stimmung, aber das Buch MUSS gelesen sein, es ist das beste Buch über Freundschaft und Liebe, es ist eine Hymne ....Der Anfang, finde ich, ein bisschen zäh, die ersten Seiten muss ich zwei mal lesen , weil ich die vier Freunde nicht auseinander halten kann und auf den dichten Schreibstil muss ich mich auch gewöhnen , aber dann das Buch bekommt ein Schwung und entwickelt regelmäßiger Sog, es saugt tatsächlich jede freie Minute, es muss fertig gelesen sein  und obwohl hier alles mit Schmerz, Trauer, Selbstzweifeln, Selbsthass, Ekel und Krankheit getränkt ist, obwohl meine Augen sehr oft feucht sind, obwohl  bedrückt und deprimiert ich  bin, obwohl ich  innerlich von Wut koche , dann bin ich froh und glücklich, dass ich das Buch gelesen habe,  weil die Freundschaft und die Liebe hier wahr ,unvergesslich und überzeitlich ist ohne überzogenen Schönheitsmasken.Über das Inhalt ich will nicht viel schreiben,  wir begleiten vier junge Männer die sich am College kennengelernt haben über das Leben durch - Willem ein Schauspieler, Malcolm ein Architekt, JB ein Künstler und Jude ein Anwalt. Jude ist der Hauptperson , er ist klug, charmant, brillant, ruhig - aber nur außen, innerlich ist  er ein Wrack, seine Seele ist gebrochen und seine Dämonen aus den Vergangenheit lassen ihn nicht los, die saugen aus ihn ganze Lebensmut und Lebenskraft, aber Jude kämpft und in diesen Kampf seine Freunde sind ihm große Unterstützung, besonders Willem....Der Schreibstich ist anspruchsvoll und braucht eine Gewöhnungsphase , die Autorin schreibt schonungslos und mit vielen Details, der Düsternis breitet seine Flügel und bleibt bis zum Ende. Die Dramatik hier ist fesselnd und raubt den Atem, ich muss mehrmals beim lesen nach Luft schnappen, die Grausamkeiten sind langsam eingeführt  und nur wenn Jude von seiner Sprachlosigkeit sich befreit. Die Emotionen und die Gefühle sind sehr authentisch, bis zum schmerzgrenze , die Schreibweise ist so deutlich dass ich der große psychische, liegende auf alle Personen hier, Last genau spüren kann , aber auch die kurze Momente  erfüllte mit Freude und Glück sind mir sehr nah. Ich bekomme auch sehr tiefe und gründliche Blick in die menschliche Beziehungen , besonders in diese von Jude und Willem , mit alle alttäglichen   Problemen und zweifeln ohne irgendwelche Aufbesserungen.Ich werde das buch bezeichnen als psychologische Charakterstudie, emotional, berührend, aufwühlend, erschreckend, aber unvergesslich und auf jeden fall sehr lesenswert !!!

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    • 6
  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareen anushka Arietta Arizona ban-aislingeach Barbara62 BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettin Caroas Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dion erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Gela_HK Ginevra Gruenente Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestra katrin297 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized Nane_M naninka Nil parden Petris Pocci Sandra_Halbe schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee TanyBee Tinchen07 TochterAlice vielleser18 Xirxe Yolande

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  • Verstörend, beeindruckend, faszinierend, traurig

    Ein wenig Leben
    Federfee

    Federfee

    09. March 2017 um 11:11

    So viele Seiten (fast 1000), so viele gute Formulierungen, so viele überdenkenswerte Stellen, so viel Liebe, so viel Freundschaft, so viel Schmerz ...Schon seit einiger Zeit sprang mir in jeder Buchhandlung das Cover mit dem verzerrten Gesicht eines jungen Mannes ins Auge *. Schmerz? Lust? Ist das wieder so ein Buch, um das ein Marketing-Rummel veranstaltet wird? Zufälligerweise hatte ich die Gelegenheit, es zu lesen.Es fing ein wenig langweilig an, wir lernen die Personen kennen, die vier Freunde, die seit College-Zeiten einander lebenslang mehr oder weniger verbunden bleiben und von denen jeder einzelne sich seine Träume erfüllt:JB, Jean-Baptiste Marion, der verwöhnte Sohn von Einwanderern aus Haïti, später ein gefeierter Maler. Malcolm Irvine aus wohlhabendem Elternhaus, der Vater ein erfolgreicher afro-amerikanischer Jurist, der hohe Erwartungen an seinen Sohn stellt. Auch Malcolm verwirklicht seinen Traum und wird ein renommierter Architekt. Vor allem aber ist da Willem Ragnarsson: gut aussehend, sanftmütig und liebevoll, Sohn schwedisch-stämmiger Farmarbeiter. Er wird ein berühmter Schauspieler und steht Jude am nächsten.Doch halt, was ist mit Jude? Von seiner Vergangenheit wissen wir kaum etwas. Da geht es dem Leser wie seinen Freunden. Stückweise, häppchenweise erfahren wir mehr: hier ein Satz, dort ein paar Gedanken. Dabei ist Jude die Hauptperson in diesem Buch, derjenige, um den sich alles dreht, sein Leben voller Freundschaft, Liebe und Schmerz. Er wird ein erfolgreicher Anwalt, geschätzt und gefürchtet von seinen Kollegen, geliebt von seinen Freunden.Das sind nicht nur die drei schon erwähnten, sondern auch Andy, ein Arzt, der immer für ihn da ist, Richard, der im Loft unter ihm wohnt, vor allem aber Harold und Julia, die ihn von Herzen lieben und immer zu ihm halten.Aus der Sicht dieser Personen werden einige Kapitel erzählt, wobei man als Leser nicht gleich weiß, wer da spricht. Judes Kapitel sind in der 'Er-Form' geschrieben, was einen seltsam distanzierten Eindruck vermittelt.Es ist die Geschichte vom Leben des Jude St. Francis, der von Selbstzweifeln und Selbsthass buchstäblich zerfressen wird, in dem aber Liebe und Freundschaft eine große Rolle spielen.Nach und nach erfährt der Leser seine erschütternde Lebensgeschichte. Dies und manchmal detaillierte Schilderungen seines körperlichen oder seelischen Schmerzes machen das Buch zu einer schwierigen Lektüre. Eine gewisse Sogwirkung entsteht, weil man wissen möchte, was damals passiert ist und warum Jude so leidet. Das und weil man das Gefühl hat, dass man bei den Personen bleiben will, macht einen Teil der Faszination dieses Buches aus, aber auch die vielen Gedanken zu den ewigen Themen des Lebens (Liebe, Freundschaft, Verrat, Eltern-Sein, Verantwortung, usw.)Viele Probleme verdichten sich wegen der Sprachlosigkeit von Jude, aber auch seiner Freunde. Wenn man sich seiner Vergangenheit nicht stellt, überschattet sie das ganze Leben und frisst einen auf.Dies ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe, eines das dem Leser einiges abverlangt, ihn fordert und erschüttert.* "Orgasmic Man" von Fotograf Peter Hujar, 1969http://peterhujararchive.com/images/eph_1518-01/

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  • LovelyBooks Literarische Weltreise 2017

    Reise um die Welt
    Ginevra

    Ginevra

    Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr (wieder) Lust auf eine literarische Weltreise im Jahr 2017? Dann lasst uns gemeinsam durch 21 verschiedene Lese- Regionen reisen! Die Aufgabe besteht darin... - 12 Bücher in einem Jahr zu lesen; - Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen); - Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen. - Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen; - Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen; - Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen, dabei sind 2 Kurzmeinungen erlaubt. - Eure Beiträge werde ich verlinken; - Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich; - Genre und Erscheinungsjahr sind egal: - Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt! Diese Challenge eignet sich für Neuerscheinungen aller Kategorien, um den SuB endlich mal weiter abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren. Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlost Lovelybooks am Ende des Jahres ein kleines Buchpaket! Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Viele tolle Tipps und Empfehlungen findet ihr auf der Seite der LIterarischen Weltreise 2016:  https://www.lovelybooks.de/autor/Lily-King/Euphoria-1117239512-w/leserunde/1210564360/ Dann wünsche ich uns allen... Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездки Счастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! - 旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。- Gute Reise! TeilnehmerInnen: ambermoonArgentumverde Arietta Aleida ban-aislingeach Beust black_horse britta70 buchjunkie Buchraettin Buecherwurm Caroas carathis ChattysBuecherBlog Code-between-lines Corsicana CosmoKramer danielamariaursula Elke elmidi faanie fasersprosse Fjordi Florenca Fornika Gela_HK Gelinde Ginevra Gruenente gst Gwendolina haberland86 Hamburgerin hannelore259 Harlequin histeriker Hortensia13 Igela Igelchen Isador Jari jeanne1302 lehmasLeonoraVonToffieFee leselea lesebiene27 lieberlesen21 Jisbon JuliB kingofmusic kleinechaotin krimielse LibriHolly Luiline marpije miss_mesmerized naninka Nelebooks  niknak Nisnis paevalill Pagina86 papaverorosso parden peedee Petris PMelittaM postbote saku Schlehenfee schokoloko29 seschat Sikal StefanieFreigericht sursulapitschi TanyBee TraubenbaerValabe vanessabln vielleser18 wandablue waschbaerin Wedma Wermoewe widder1987

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  • Der Kampf um seelische Freiheit

    Ein wenig Leben
    Ginevra

    Ginevra

    04. March 2017 um 20:58

    Eigentlich geht es in diesem umfassenden Roman um vier Freunde, die sich auf der Highschool kennenlernen, und viele Jahre miteinander  Kontakt halten - buchstäblich in guten wie in schlechten Tagen. Frauen, Erfolge, Pleiten kommen und gehen, aber die Beziehungen der Freunde untereinander werden immer tragfähiger - so scheint es zumindest. Die wahre Hauptfigur ist Jude, ein talentierter Anwalt, der seine Kindheit in einem Heim sowie bei wechselnden Pflegestellen verbrachte. Dort erlebte er Kälte und Missbrauch, was in seinem Leben starke Spuren hinterlassen hat. Er leidet unter schweren Depressionen, verletzt sich selbst, kann niemanden an seinen narbenübersähten Körper heranlassen - außer seinen Freund und Mediziner Andy, der ihn auf eine tragische Weise liebt.Natürlich kann Jude sich nicht wirklich auf Andy einlassen, noch vertraut er seinen Freunden tatsächlich, sondern gerät in eine weitere Beziehung, die ihn quält - und so setzt sich sein innerer Kampf um Heilung immer weiter fort...Hanya Yanadihara, geb. 1974, ist eine US-amerikanische Journalistin und Autorin mit hawaiianischen Wurzeln. "Ein wenig Leben" ist ihr zweiter Roman, auch ihr erster Roman ("The people in the trees") befasst sich mit dem Thema Mißbrauch.Mich hat diese intensive, oft sehr anstrengende, dann aber wieder wunderschöne Geschichte sehr bewegt. Die tiefen Verletzungen des Mißbrauchsopfers Jude prallen auf die drei relativ normalen Jungs, die aus unterschiedlichen, aber einigermaßen stabilen Familienverhältnissen stammen. Jeder der vier hat eine unterschiedliche ethnische Herkunft, man könnte sie auch mit den vier Temperamenten vergleichen, wobei Jude am ehesten der Melancholiker wäre. Neben der berührenden Schicksalsgeschichte ist der Roman auch eine Art Fallstudie, was die persönliche Kindheitsgeschichte aus Menschen später werden lässt., und inwieweit man seinem Schicksal entrinnen kann.Fazit: ein absolut lesenswertes Buch, für das ich jetzt insgesamt fast drei Monate gebraucht habe, da es keine leicht verdauliche Kost ist...ich bin sehr gespannt auf weitere Romane dieser jungen Autorin!

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  • Ein wenig Leben - ist immer noch besser als gar kein Leben!

    Ein wenig Leben
    Selin89

    Selin89

    16. February 2017 um 10:50

    Eigentlich möchte ich gar nicht so viel über den Inhalt schreiben und somit potentiellen Lesern damit die Geschichte vorwegnehmen. Vielmehr möchte ich auf die Gefühle eingehen, die ich beim Lesen dieser großen Geschichte empfunden habe und teilweise, auch nach Beenden der Lektüre, immer noch empfinde. Ein wenig Leben - auf knapp 1000 Seiten handelt die Geschichte gar nicht mal von wenig Leben. Schließlich lernen wir die Protagonisten kennen, wo sie alle vier Anfang 20 sind und studieren. Aber begleiten sie dann auf ihrem Lebensweg bis sie mindestens Anfang oder sogar Mitte 50 sind. Aber ein langes Leben - zeitlich gesehen - bedeutet nicht automatisch, dass es auch ein schönes, liebenswertes Leben ist.  Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte ist Jude, einer der vier Studenten. Um ihn kreist ein großes, mysteriöses Geheimnis, das erst von Zeit zu Zeit gelüftet wird. Natürlich ahnt mal als Leser etwas. Die Ahnung wird auch bestätigt, aber noch zehnmal heftiger, als man gedacht hätte. Die Geschichte wühlt einen auf, man denkt sich "Ist gut, ist gut - ich habs verstanden, bitte Hanya Yanagihara hör auf, so so so detailliert die Szene zu schildern!" Aber genau das ist es, was diesen Roman ausmacht und definiert.  Oft bemängel ich an anderen Romanen, dass die Figuren nicht tiefgründig beschrieben werden. Oder dass man viel zu wenig über sie erfährt. Ein wenig Leben ist nicht so, sondern verschlingt einen selbst. Man leidet mit und muss zwischendurch Lesepausen einlegen, um das soeben gelesene erst einmal sacken zu lassen, zu verdauen. Um dann von Neuem das Lesen fortzusetzen.  So viele schlimme Dinge auch passieren oder passiert sind - ich möchte die Lektüre von Ein wenig Leben nicht missen. Die Geschichte ist nichts für schwache Nerven. Aber sie lässt einen in vielen Punkten auch etwas Schönes, Positives und Tröstliches abgewinnen. So viel schlimme Dinge Jude auch widerfahren sind - es sind ihm (er selbst hat es nie so richtig glauben und annehmen können überhaupt Mensch zu sein) auch viele schöne Dinge (und Menschen!) widerfahren, die sein Leben lebens- und liebenswert gemacht haben. Es war im wahrsten Sinne des Wortes wirklich "nur" ein "wenig" Leben, aber eins, das Wert war, erzählt zu werden. Mich wird dieser Roman sicherlich noch lange in Gedanken beschäftigen. Eine absolute Leseempfehlung.

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  • Trotz allem ein Leben

    Ein wenig Leben
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    07. February 2017 um 22:27

    Es ist schwer, über ein Buch zu schreiben, das im Moment in aller Munde ist. Einige Leser diskutieren die Optionen Weiterlesen oder Abbrechen. Das war für mich nie die Frage, obwohl der Text dem Leser so einiges zumutet.Da ist natürlich zunächst der schiere Umfang des Textes, 958 Seiten, die müssen erst einmal gelesen werden.Aber viel schwerer zu bewältigen ist das, worüber Hanya Yanagihara in „Ein wenig Leben“ schreibt. Das Buch ist mit so viel Leid, Trauer, Grausamkeit, Ungerechtigkeit und Verzweiflung angefüllt, dass es das Lesen wirklich zu einer Herausforderung macht, an den Nerven zehrt und die Leserin tatsächlich so manches Mal an ihre Grenzen führt.Andererseits sind aber auch so viel Liebe, Wärme, Freundschaft und Solidarität enthalten, dass es stellenweise ganz hell erstrahlt. Helles Licht und absolute Düsternis – an den Graustufen dazwischen lässt uns die Autorin weniger teilhaben.Worum geht es? Zu Beginn wird eine Freundschaftsgeschichte erzählt. Vier junge Männer lernen sich auf dem College kennen, teilen sich ein Zimmer, viel Zeit und unzählige gemeinsame Erlebnisse. Es soll, mit einigem Auf und Ab, eine Freundschaft fürs Leben werden. Zunächst lernen wir die Vier auch gleichberechtigt kennen, den aus reichem Haus stammenden zuverlässigen, bodenständigen Malcolm, den etwas leichtfertigen, lebensfrohen Jean-Baptiste, JB genannt, dessen alleinerziehende Mutter sich mit viel Einsatz nach oben gearbeitet hat, den aus einer provinziellen, verarmten Farmerfamilie ausgebrochenen Willem und den rätselhaften, zurückgezogenen Jude.Sehr bald fokussiert sich die Geschichte aber auf das besondere Verhältnis zwischen Willem und Jude und wird letzterer und seine tragische Geschichte immer mehr Mittelpunkt des Romans.Jude wurde als Neugeborenes im wahrsten Sinne des Wortes weggeworfen, wuchs nacheinander in einem Kloster und einem Heim auf. Unsagbares geschieht ihm sowohl in dem einen wie in dem anderen. Doch die Flucht aus beiden Einrichtungen zieht Jude jeweils in noch größeres Leid. Gewalt, Erniedrigung, Missbrauch und ein traumatisches Erlebnis, das zu lebenslanger Behinderung und regelmäßig auftretende Schmerzen führt, bestimmen sein Leben bis zu seinem 15. Geburtstag. Unsagbares, denn Jude wird über das ihm zugefügte Leid niemals wirklich sprechen können. Er ist hoch traumatisiert, verweigert sich aber einer möglicherweise hilfreichen Therapie. Aber wäre sie hilfreich? Wieweit kann hier überhaupt noch medizinisch geholfen werden? Jude jedenfalls verschließt sich, verdrängt, versucht zu vergessen und wird doch allein schon wegen seiner körperlichen Einschränkungen immer wieder an seine Vergangenheit erinnert. Einzig dem befreundeten Arzt Andy öffnet er sich ein wenig.Durch seine ungewöhnliche Intelligenz und eine gehörigen Portion Glück schafft Jude eine atemberaubende Karriere als Anwalt, findet nicht nur in den anderen drei Jungen großartige, stets solidarische Freunde, sondern auch in seinem Professor an der Universität, Harold, und seiner Frau Julia eine wunderbare Ersatzfamilie.Freundschaft, beruflicher Erfolg, Liebe, Reichtum und Anerkennung tun ihm gut, aber können niemals seine schrecklichen Erinnerungen vergessen lassen. Das kann für Momente nur selbst zugefügter Schmerz. Die Schilderungen dieser Autoaggressionen, dieses tiefen, tiefen Selbsthasses gehören auch für die Leserin zu den schmerzhaftesten Abschnitten in diesem zutiefst schmerzhaften Buch. Die Autorin geht so dicht ran, schildert so explizit. Das muss man als Leser aushalten können.Die Unüberwindbarkeit des kindlichen Traumas, die Tatsache, dass weder Erfolg, Geld, noch nicht einmal Freundschaft oder gar reine, aufrichtige Liebe in irgendeiner Form Verletzungen lindern können, widerspricht allen Hoffnungen, die man gemeinhin so hegt. Und auch die Zeit heilt keine Wunden, vergehen doch die Jahrzehnte, ohne dass Vergessen möglich wäre.Das steht so eklatant im Widerspruch zu der Vorstellung von der Machbarkeit des Glücks, des gelungenen Lebens und gewiss zum amerikanischen „Pursuit of Happiness“.Dabei enthält das Buch so viel von dem, was für Viele das „gute Amerika“ ausmacht. Das Streben nach Erfolg, die Freiheit zu tun, was einem liegt, Freundschaft, kulturelle und ethnische Vielfalt, Selbstentfaltung.„Doch dies war die Ära der Selbstverwirklichung, in der es als willensschwach und schändlich galt, sich mit etwas Geringerem als dem absoluten Lebenstraum abzufinden.“Dabei spielt das Buch natürlich in einem ganz besonderen New Yorker Milieu.„Ganz New York war von den Ambitionierten bevölkert. Oft war es das Einzige, was die Menschen hier gemeinsam hatten.“Geld spielt hier keine Rolle. Ob als Anwalt, Architekt, bildender Künstler oder erfolgreicher Schauspieler, die vier Freunde bringen es zu was. Apartments rund um die Park Avenue oder in hippen Künstlervierteln, Landhäuser in Conneticut, Vernissagen, Partys und Dinner sind die Schauplätze. Man jettet rund um die Welt und trifft sich auch mal zum Geburtstagskaffee in Paris. Familie, Ehe, lockere Partnerschaft oder auch ständig wechselnde Beziehungen – alle Lebensformen sind gleichberechtigt möglich. Dieses Milieu existiert tatsächlich in bestimmten Biotopen der Stadt, hier sind ethnische Herkunft, sexuelle Orientierung oder Abweichungen von der Norm belanglos. Es ist ein Lebensstil, wie Hanya Yanagihara im Interview sagte, der allem entgegensteht, was durch den neuen amerikanischen Präsidenten propagiert wird. Einem Präsidenten, der Sinnbild sei für das „alte Amerika“, das hier in einer letzten Kraftanstrengung noch einmal die Macht an sich reißt, bevor es vergeht.„In dem New York, das Malcolm und seine Familie bewohnten, verliefen die Trennlinien nicht zwischen Schwarz und Weiß, sondern zwischen Steuerklassen“Andererseits ist diese Welt natürlich extrem weit von der Lebenswirklichkeit der meisten Amerikaner entfernt. Diese werden sich in dem Buch wohl kaum wiederfinden.Hanya Yanagihara erzählt ihre Freundschaftsgeschichte über dreißig Jahre. Sie blendet zurück in die Kindheit und Jugend, spult vor und zurück, raunt dem Leser zu „Später, als es richtig schlimm wurde…“ und greift damit tief in die erzählerische Trickkiste. So weit wie die Kritikerin Ursula März, die darin Anleihen an die Trivialliteratur sieht, möchte ich nicht gehen, aber ihr zustimmen, dass Yanagiharas Schreiben schon ein wenig manipulativ ist. Sie weiß jedenfalls, wie man den Leser an den Text bindet.Dabei sind ihre Sache die großen Emotionen. Furchtbare Dinge beschreibt sie sehr detailliert, erzählt fast in Echtzeit, geht so nah ran, dass es weh tut. Auf der anderen Seite sind die guten Momente im Roman oft ein wenig zu schön. Besonders in der Schilderung der Freundschaften wird es gern opulent.Hanya Yanagihara ist ein Anwalt der Freundschaft. Diese selbstgewählte Gemeinschaft strahlt über alles hinweg, ersetzt auf deutlich stabilere Art und Weise die traditionelle Familie. Und doch sinnieren ihre Figuren immer wieder auch über Kinderlosigkeit.„Ohne Kinder, was ist da der Sinn des Ganzen? Stellt ihr euch die Frage nie? Woher sollen wir wissen, dass unser Leben irgendeinen Sinn hat?“Der Sinn des Lebens, der Wert des Lebens ist das große Thema des Romans. Die unglaubliche Verletzlichkeit des Menschen, das Leid, das ihm, vor allem durch Seinesgleichen zugefügt werden kann. Aber auch die Würde, die in jeder einzelnen Existenz liegt. Jude fällt es schwer, diese Würde in seinem eigenen Leben zu finden.„Und auch wenn er sich nicht den Kopf darüber zerbrach, ob sein Leben einen Wert hatte, hatte er sich doch immer gefragt, warum er, warum so viele andere überhaupt weiter lebten; es fiel ihm mitunter schwer, sich selbst dazu zu bewegen, und doch lebten so viele Menschen, so viele Millionen, Milliarden von Menschen, in unvorstellbarem Elend, waren mit Entbehrungen und Krankheiten von obszönem Ausmaß konfrontiert. Und machten unverdrossen immer weiter. War ihr Wille zum Weiterleben vielleicht gar keine bewusste Entscheidung, sondern ein evolutionäres Programm?“.„Er hätte es als Traurigkeit bezeichnen können, aber es war keine mitleidige Traurigkeit; es war eine umfassender Traurigkeit, eine, die all die armen, strebsamen Menschen einzuschließen schien, die Milliarden, die er gar nicht kannte, die alle ihr Leben lebten, eine Traurigkeit, in die sich Verwunderung und Ehrfurcht angesichts dessen mischten, wie sehr sich die Menschen allerorten anstrengten zu leben, mochten ihre Tage noch so hart, ihre Lebensumstände noch so ungünstig sein. Das Leben ist so traurig, dachte er in solchen Momenten. Es ist so traurig, und trotzdem tun wir es alle. Wir hängen alle daran; wir suchen alle nach etwas, das uns Trost spenden kann.“Für Jude liegt dieser Trost oft nur in der Selbstverletzung. Obwohl er danach giert zu hören,„dass sein Leben, so unbegreiflich es auch sein mag, trotz allem ein Leben ist.“Trotz allem ein Leben. Und so wird Hanya Yanagiharas Buch neben dem Lob der Freundschaft zur großen Feier des Lebens in all seinen Ausprägungen, einer Verteidigung seiner Würde, einer unbedingten Anerkennung seines Wertes. Und ein Zeugnis seiner Zerbrechlichkeit.Ein Buch mit einer großen Aussage. Ein großes Buch!

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2017

    LovelyBooks Spezial
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Die Themen-Challenge geht 2017 in eine weitere Runde und jeder ist herzlich eingeladen, dabei zu sein! Wenn ihr eine besondere Leseherausforderung sucht, dann seid ihr bei dieser Challenge genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach:Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich (Marina) oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt dazu eine persönliche Nachricht hier auf LovelyBooks an mich mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2017 bis 31.12.2017. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man schon vor der Anmeldung zur Challenge im Jahr 2017 gelesen hat.Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen:Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt.Hier findet ihr eine Themen-Übersicht zum Ausdrucken :) Ein Buch, in dem der Protagonist ein Haustier hat Ein Buch, auf dessen Cover ein Fahrzeug zu sehen ist (Flugzeug, Auto, Zug, etc.) Ein Buch, welches in einem Land spielt, in dessen Name kein "a" vorkommt Ein Buch eines bereits verstorbenen Autors Ein Buch, dessen Titel mit demselben Buchstaben beginnt und endet Ein Buch über eine wahre Begebenheit Ein Buch, das einer deiner Freunde bei LovelyBooks in seiner Bibliothek als bereits gelesen gelistet und auch zumindest mit Sternen bewertet hat. (Wenn du noch keine Freunde hast, findest du hier in der Challenge bestimmt ganz schnell welche :-)) Ein Buch, dessen Autor aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt Ein Buch, welches in der Stadt spielt, in der du wohnst (bzw. in der nächstgrößeren Stadt oder in einer Stadt, in der du 2017 mehrmals warst) Ein Buch, dessen Cover vorrangig grün ist Ein Buch, das hauptsächlich in den USA spielt, jedoch nicht in New York Ein Buch, auf dessen Cover die untere Hälfte einer Person abgebildet ist (Beine oder Füße) Ein Buch, welches eine Landkarte enthält Ein Buch, das mindestens 500 Seiten lang ist Ein Buch, dessen Autor im selben Jahr geboren ist wie du Ein Buch, das mindestens 50 LovelyBooks-Mitglieder in ihrer Bibliothek haben. (Du findest die Anzahl, wenn du auf der Buchseite oben mit der Maus über die Sternebewertung fährst.) Ein Buch eines Literatur-Nobelpreisträgers Ein Buch, das du 2016 begonnen, aber nicht zu Ende gelesen hast Ein Buch, das der jeweilige Autor als erstes veröffentlicht hat - das Debüt des Autor Ein Buch, dessen Titel eine Zahl (ausgeschrieben oder in Ziffernform) enthält Ein Buch, dessen Titel nur aus einem Wort besteht Ein Buch, das nicht in unserer Welt spielt (sondern in einer Fantasy-Welt, im Weltraum, etc.) Ein Buch, das maximal 3 cm dick ist Ein Buch, das noch keine einzige Sterne-Bewertung auf LovelyBooks hat. (Auf der Buchseite sind in diesem Fall die Sterne oben grau und nicht gelb.) Ein Buch, das von zwei oder mehr Autoren geschrieben wurde Ein Buch, bei dem Vor- und Nachname des Autors mit demselben Buchstaben beginnt. Ein Buch, bei dem ein Wort (Gegenstand) aus dem Buchtitel auch auf dem Cover abgebildet ist Ein Buch, das du in einer stationären Buchhandlung zum regulären Preis gekauft hast. (Nicht online oder als Mängelexemlar) Ein Buch, das du als E-Book gelesen oder als Hörbuch gehört hast Ein Buch, das auf LovelyBooks mit durchschnittlich 4 Sternen bewertet ist. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch, das höher als 22 cm ist Ein Buch, auf dessen Cover mehrere Streifen zu sehen sind Ein Buch aus einem Verlag, aus dem du 2017 bisher noch kein Buch gelesen hast Ein Buch, dessen Titel nur in Großbuchstaben geschrieben ist Ein Buch, dessen Titel kein "e" enthält Ein Buch, dessen Verfilmung 2017 ins Kino kommt Ein Buch, zu dem es eine Leserunde auf LovelyBooks gibt, an der ihr auch teilgenommen habt (mindestens 5 Beiträge in Leseabschnitten wurden geschrieben). Ein Buch, dessen Hauptfigur über 50 Jahre alt ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 5 Wörtern besteht Ein Buch, in dessen ISBN (ISBN-13) eine Zahl genau 4-mal vorkommt Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen:* Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt!* Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung* Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen.* Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden.* Wichtig ist, dass man das Buch 2017 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal (außer bei Aufgabe 18).* Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com* Jedes Buch kann nur bei einem Thema genutzt werden Wer sein Jahresziel erreicht hat, schreibt bitte kurz eine persönliche Nachricht dazu an mich und gibt auch die Anzahl der geschafften Themen mit an. Teilnehmerliste: A AberRushAcida-2Adujaadventurouslyaga2010AglayaAgnes13AleidaaljufaAlondriaANATALandymichihellianna1911AnnaboAnnaKatharinaKathiAnne42AnneMayaJannikaAnni04Ann-KathrinSpeckmannAnrubaapfelkindchen123Arachn0phobiAArgentumverdeAspasiaatsabhasi2Azalee B ban-aislingeachbandmaedchenBeaSurbeckBecky_BloomwoodBeeLubellast01Bellis-Perennisbeyond_redemptionBiancaWoebine174B_iniBioinaBirkentochterblack_horseBlacksallyBluebell2004BlueSunsetbookgirlbook_lover_6booksaremybestfriendsBosniBrixiaBuchgespenstBuechermomente C Caillean79capcolacarathisCarigosCaroasChattysBuecherblog (20/20)CherryGraphicsChrissisBücherchaosChucksterClaudia-MarinaCode-between-linesConnyKathsBookscrimarestricrimesscrumbCWPunkt D daneegoldDarcydaydreamindia78DieBertadiebuchrezensiondigraDion (20/20)divergentDonnaVividownblackangelDreamcatcher13dreamily1Dubdadda E Ela_FritzscheEldfaxiElkeel_loreneelmidiEmotionenEngelchen07engineerwifeEnysBookserazer68Ernie1981Even F _franziiiiiii_faanieFantwordFairy-KittenFeniFjordi93FlamingoFornikafranzziFreelikeaBirdFrenx51Fulden G GelisglanzenteGluehsternchenGrOtEsQuEgst H hannelore259hannipalannihappytannyHenny176Herbstmondhexe959753HeyyHandsomehisterikerHisuiHaruHortensia13 I IamEveIcelegsichundelaineIgelmanu66imago_magistriIMG_1001Isar-12isipisi J Jacky_JollyJadrajala68JamiijanakaJanina84Janna_KeJasBlogjasaju2012Jashrinjenvo82Johanna_TorteJosy-Jule16JulesWhethetherJulia_liestjuli.buecherJulie209 K kalestrakalligraphinKarin_KehrerKasinkatha_strophekatjalovesbookskattiiKayvanTeeKerstinThkingofmusicKleine1984kleinechaotinkleine_welleKleinerKometKnoppersKnorkekn-quietscheentchenKodabaerkornmuhmeKuhni77Kurousagi L LaDragoniaLadyIceTeaLadyMoonlight2012LadySamira091062LaLectureLaMenschLandbieneLarii-MausiLarryPiLaurax3lehmaslenicool11LeonoraVonToffiefeelesebiene27LeseJetteLese-KrissiLeseratz_ 8Lesezirkelleyaxlieberlesen21LilawandelLilli33LimitLesslinda2271lLissyLit-TripLiz_MacSharylizzie123LooooraLostHope2000louella2209Lovely90LrvtcbLuilineLuzi92lyydja M mabuereleMali133marpijemartina400MarveyMary2Mary-and-Jocastamelanie1984MelEMelvadjamia0503miahMiamouMichicornMimasBuchweltMinniMira20MiracleDaymiramiepMiriSeemisanthropymisery3103MissErfolgmiss_mesmerizedMissMoonlightMissSnorkfraeuleinMissStrawberryMissSweety86mistellormondymrc0Mrs_Nanny_OggMurphyS91 N NachtorchideenaninkaNelebooksnemo91NewspaperjunkieNightflowerniknakNisnisnoitaNookinordbrezeNynaeve04 O once-upon-a-timeOnlyHope1990Ophiuchus P Pachi10pamNpardenPaulamybooksandmepeedeePhilipPhiniPiiPinkie31PinocaPippo121PMelittaMPucki60 Q QueenelyzaQueenSize R rainbowlyRitjaRoni88 S sakuSakukosameaSanjewelSarah9070schafswolkeScheckTinaSchlehenfeeSchluesselblumeSchneeeule129SchnutscheschokokaramellSeelensplitter (Blog) (20/20)ShineOnSickSikalSkybabesolveigSomeBodysommerleseSnordbruchSophiiiespozal89StarletStaubfinger12StefanieFreigerichtstefanie_skySteffi1611SteffiZiStehlbluetensteinchen80sternblutsunlightSuskaSxndy_03 T TalathielTalliannaTaluziTamileinTanja13TatsuThe iron butterflyTheBookWormthelauraverseTina2803Tine13Tini_STiniSpeechlesstintentraumweltToniarwTraubenbaerTraumTante U ulrikeu V Valabevalle87vb90Veritas666Vivy_navk_tairenVroniMarsVucha W wampyWaschbaerinwerderanerWermoewewidder1987WilliaWolly X Y YaBiaLinaYolandeYvetteH Z zazzleszessi79

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