Hanya Yanagihara Ein wenig Leben

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Inhaltsangabe zu „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara

"Ein wenig Leben" handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. "Ein wenig Leben" ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Es begibt sich an die dunkelsten Orte, an die Literatur sich wagen kann, und bricht dabei immer wieder zum hellen Licht durch.

Dieses Buch hinterlässt bleibenden Eindruck.

— cherisimo

Es war gut, aber nicht ganz den Hype wert! Stellenweise sehr übertrieben, viele Wiederholungen wodurch Längen entstehen. Toller Schreibstil

— Luiline

Schreckliches Buch. Wer über 1000fachen Kindesmissbrauch lesen möchte, für den ist es wohl das Richtige. Der Erfolg ist extrem fragwürdig.

— Una

Ein Buch was mich unheimlich berührt hat. Ich fühlte mich immer als Freund in dieser Clique und konnte das Buch nicht weglegen.

— Buecherseele79

Dieses Buch werde ich lange nicht vergessen,es steckt voller tiefer Emotionen, platzt vor Gutem & Bösem und macht beim Lesen absolut süchtig

— Code-between-lines

Ein absolutes Must-Read

— Kat_Rupin

Mich konnte das Buch leider nicht fesseln. Irgendwie hat das Buch für mich von allem zu viel, daher für mich unrealitsch und übertieben.

— Linda

Dieses Buch ist mitreißend, fesselnd, grausam und zugleich lässt es den Leser alles rundum vergessen. Das Buch war definitiv mein Highlight

— Tomatensauceverzauberin

Ein Roman, der durch die Geschichte mit eindeutiger Botschaft punkten kann.

— ronja_waldgaenger

Roman, USA 2015, papego

— ellaemma

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  • Ein wenig Leben welches unter die Haut geht

    Ein wenig Leben

    Buecherseele79

    19. March 2018 um 11:41

    4 Männer die seit dem Collage befreundet sind-  der Anwalt Jude, der Architekt Malcolm, der Schauspieler Willem und  der Künstler JB.Alle 4 erleben die Anfänge ihrer Karriere, was es heisst sich über Wasser zu halten mit diversen Jobs, den Traum vom grossen und berühmten Leben, wieviel Kraft sie aus der Freundschaft  ziehen.Einer sticht mit seiner Art heraus- der ruhige aber sehr ehrgeizige Jude , der immer versucht keine Umstände zu  machen, der es allen Recht und bequem machen möchte, der sich für alles was, in seinen Augen, falsch war, entschuldigt, der nur langärmlige Sachen trägt, wo seine Freunde kaum etwas von seiner Vergangenheit wissen aber erahnen können, seine Familie nie kennengelernt hatten.Jude der seine Vergangenheit mit sich schleppt, dem es wichtig ist dass keiner von seiner Kindheit/Jugend erfährt.Jude der vieles erlebt hat was ihn so stark prägte und was er nie möchte dass es an die Öffentlichkeit gelangt..Gute 960 Seiten umfassen dieses Buch und der Titel sowie die Beschreibung haben mich schon länger neugierig gemacht.Aber bei den unterschiedlichen Meinungen war ich mir nie sicher ob ich das Buch wirklich in Angriff nehmen soll...ich habees dann doch getan und ich wurde in keinster Weise enttäuscht!Dieses Buch hat mich so tief ergriffen und geistert noch lange im Kopf herum.Der Schreibstil ist, für mich, besonders und passend zum Thema welches die Autorin aufgreift, man muss oft sehr genau und langsam mitlesen, ein Buch für "Zwischendurch" ist es keinesfalls.Ich fühlte mich ständig als würde ich diese Freundschaft mit ihren Tiefen und dann Höhen durch ein Fenster beobachten können,als wäre ich ein stilles Mäuschen und würde die Geschehnisse und die Gespräche belauschen und das fand ich persönlich an diesem Buch einfach wahnsinnig intensiv, bewegend, spannend und zum nachdenken anregend.Die Charaktere sind alle auf ihre Art wundervoll herausgearbeitet, jeder hat seine Charakterzüge, es gibt den Freund der eher der Ruhige ist, ein anderer hilft und hält sich im Hintergrund, der andere ist wie eben ein Künstler sein kann- aufbrausend, direkt, verletzend, neugierig und es gibt eben Jude.Die Autorin gibt Stück für Stück Einblicke in Jude seine Gefühlswelt, zeigt ihn als sehr intensiven Charakter und mit Judehabe ich alle Gefühlslagen erlebt- von traurig über entsetzt zu glücklich und am Boden zerstört.Es ist sehr schwer dieses Buch in Worte zu fassen da die Autorin einfach ein Händchen hat soviele Gefühle auf einmal in einemLeser hervorzurufen wenn er sich denn auf ihr Buch einlässt.Die Freundschaft und freundschaftliche Liebe die alle füreinander spüren kam nie übertrieben oder kitschig rüber, sondernso wie man vielleicht Freundschaften selbst kennenlernen durfte oder es sich wünscht.Auch dass das Leben sich verändert, dass Menschen und ihr Charakter sich verändern, man kommt damit mal weniger oder mehr klar.Was ein Trauma jederzeit auslösen kann, wie ein Mensch versucht damit klar zu kommen und eigentlich an dieser grossen Aufgabescheitert- dies wird alles an Jude aufgezeigt.Ich hatte selten einen Roman wo ich das Gefühl hatte ich gehöre mit  zu dieser Clique von 4 Freunden, jeder ist mir mit seinerArt ans Herz gewachsen und ich kann jedem dieses Buch nur ans Herz legen.Von daher eine ganz klare Leseempfehlung.

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  • Ein wenig Leben...

    Ein wenig Leben

    dazlious

    22. February 2018 um 19:54

    Was soll man zu dem Buch noch schreiben....Wunderbarer Schreibstil. Charaktere, die bis ins kleinste Detail ausgearbeitet sind. Eine Geschichte, die den Leser in ein Gefühlschaos stürzt und dazu bringt, dass Buch immer wieder zur Seite zu legen, um das Gelesene sacken zu lassen.Jude ist mir unheimlich ans Herz gewachsen und ich werde den Satz "Es tut mir leid" wohl immer mit ihm in Verbindung bringen...

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  • Nur ein Roman über lebenslange Freundschaft?

    Ein wenig Leben

    ronja_waldgaenger

    13. January 2018 um 12:54

    Die langanhaltende Freundschaft zwischen einem Künstler, einem Schauspieler, einem Architekten, und Jude, einem Anwalt. Letzterer von jedem geliebt, obwohl er nichts von sich und seiner Vergangenheit preisgibt. Einzig seine Schmerzanfälle begleiten Freunde, Umfeld und den Leser immer wieder, während alles seinen Lauf geht und Jude mit den Jahren Freundschaft und Liebe erfährt – eine Tatsache, die er sich nie hat erträumen lassen, denn eines ist immer wieder zu lesen: Judes Selbsthass. Seine Scham über sich als Krüppel. Seine Vergangenheit und sowieso all seine Taten die er begangen hat. Seite für Seite bekommen wir einen Hauch von Ahnung, was ihm zugestoßen sein könnte. Bruchstücke, die auch Judes Umfeld mit den Jahren erfahren sollen, mehr erratend als wissend. Es vergehen hunderte von Seiten, Jahrzehnte im Buch, bis etwas Konkretes erfahren wird. Der Leser wird Teilhaber des Lebens der Vier. Er wird Freund und innerer Anteil Judes, der selbstliebende Anteil im Protagonisten, der in seinem Inneren schlummert, aber unaufhörlich von ihm ignoriert wird. Ebenso wie Zärtlichkeit und Fürsorge seiner besten Freunde. Die Frustration, das Nicht-helfen-können, wenn einem nahen Menschen Grausamkeiten angetan worden sind, ist ein entscheidendes Hauptanliegen, das durch wechselnden Erzähler, durch das In-die-Länge-ziehen des Romans bei gleichzeitigem Unwissen erreicht wird. Durch die Fülle an Wörtern wird ein Gefühl der Frustration, der Wut und Hilflosigkeit erzeugt und doch kann man nicht aufhören den Roman weiterzulesen, können die Freunde Jude nicht im Stich lassen, auch wenn das Unsagbare nicht gesagt wird, die Hilfe nicht angenommen wird. Im Roman wird aufgezeigt, was es heißt, mit jemanden zusammenzustehen. Was es für einen Überlebenden von Misshandlung heißt, alle äußeren wie inneren Gefühle von Liebe, Geborgenheit und Fürsorge zu missachten, sich selbst so sehr für Taten zu hassen, die einem zugestoßen sind, und die Kontrolle letztendlich den inneren sowie äußeren Saboteuren zu überlassen. Wenn man so will ist der Roman ein Sinnbild des Kampfes zwischen dem Guten und dem Schlechten, zwischen Liebe und Hass, letztendlich zwischen dem Aussprechen-Können des Unsagbaren und dem ewigen Schweigen darüber. Nur der Erzähler, die Freunde und somit der Leser bekommen die Möglichkeit des Redens, um das Schweigen über Misshandlung, Quälerei und Grausamkeit zu brechen. Wenn Überlebende keine Worte für ihre Vergangenheit finden, kann nur das Umfeld dieses Tabu brechen. Nichts weniger will dieser Roman aussagen und aus keinem anderen Grund, hat diese Erzählung solche Furore gemacht.

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  • Erlebnisse einer Viererfreundschaft

    Ein wenig Leben

    dreamlady66

    06. January 2018 um 20:19

    (Inhalt, übernommen)"Ein wenig Leben" handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. "Ein wenig Leben" ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Es begibt sich an die dunkelsten Orte, an die Literatur sich wagen kann, und bricht dabei immer wieder zum hellen Licht durch.Über die Autorin:Hanya Yanagihara wurde in Los Angeles am 20. September 1974 geboren. Ihr Vater kommt aus Hawaii und ihre Mutter aus Seoul. Während ihrer Kindheit reiste die Familie in ganz USA herum aufgrund der Arbeit ihres Vaters. Ihre Schulausbildung absolvierte Yanagihara auf der Punahou High School in Hawaii. Nach ihrem College-Abschluss am Smith College 1995 zog sie nach New York City, wo sie immer noch lebt, und begann als Journalistin zu arbeiten. Seit 2015 ist sie stellvertretende Herausgeberin des "The New York Times Style Magazine". Ihr erster Roman "The People in the Trees" erschien 2013, 2017 erscheint ihr zweiter Roman "Ein wenig Leben".Schreibstil/Fazit:DANKE an das Buchhaus Wittwer in Stuttgart für diesen mega-Gewinn!In dem gebundenen Buch mit 957 Seiten und VII Kapiteln wird das Leben von vier befreundeten Männern beschrieben, die sich vom College her kennen.Hervorgehoben wird das Leben und die Vergangenheit von Jude.Er hat Schlimmes erlebt, zB. Mißbrauch und wechselnde Pflegeeltern.Ihm fällt es schwer, sich seinen Freunden gegenüber zu öffnen und aber gerade deswegen bleiben sie ihm treu. Was für ein Buch!Zunächst werden dem Leser die einzelnen Charaktere vermittelt, sowie deren Höhen und Tiefen im Leben.Ein großer Teil des Buches ist Jude gewidmet, so daß der Leser sich letzendlich mit ihm identifiziert und ihm auch helfen möchte...Die Autorin hat einen großartigen Schreib- und Erzählstil. Auch das Cover hat mich angezogen und ich war neugierig, was für eine Geschichte dahinter sich versteckt.Der Klappentext hat dann meine Neugierde definitiv geweckt.Ich vergebe hier die Höchstpunktzahl und kann es unbedingt als absolut lesenswert empfehlen - quasi eine Art Selbstreflektion!

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  • Verlosung der Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams 2017

    Was man von hier aus sehen kann

    Daniliesing

    Es ist für uns schon eine liebgewonnene Tradition geworden und vielleicht für euch ja auch? Zum Ende des Jahres blicken wir auf unsere gelesenen Bücher zurück und jeder im LovelyBooks Team überlegt sich ein Buch, das ihn in diesem Jahr ganz besonders begeistern konnte. Die Lieblingsbücher des LB-Teams 2017 möchten wir euch hier verraten und ans Herz lesen. Es ist eine bunte Mischung verschiedener Genres und bestimmt für jeden was dabei.Auf einen von euch wartet dabei ein besonderer Gewinn!Wir verlosen ein großes Lieblingsbücher-Paket unter allen Teilnehmern dieser Verlosung. In diesem Paket wird jedes der hier genannten 17 Lieblingsbücher einmal vertreten sein.Und los geht es mit unseren Herzensbüchern des Jahres:diewortklauberin empfiehlt "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana LekyEin Okapi ist ein abwegiges Tier. Ebenso abwegig erscheint es, dass ein Traum von einem ebensolchen einen Todesfall ankündigen soll. Doch das ist nur eine der Kuriositäten, die dem Leser in diesem kleinen Dorf im Westerwald begegnen.„Was man von hier aus sehen kann“ hat mich besonders durch seine Unaufgeregtheit begeistert. Es ist eine Geschichte, die leise und schlicht daher kommt und die großen Themen bespricht, ohne sie anzusprechen: den Tod, der uns immer plötzlich trifft, obwohl er unweigerlich Teil des Lebens ist, die Liebe, auf die das Gleiche zutrifft, und den Mut trotzdem (oder eben deswegen) das Leben zu wagen.PiaDis empfiehlt "Die Blutschule" von Max RhodeDieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist wirklich verstörend, spannend und gleichzeitig richtig gut. Es steht zwar Thriller drauf, aber da ist schon auch ein wenig Horror drin. Nichts für schwache Nerven ;-) Ein Buch das mich wirklich immer noch ein wenig beschäftigt. Ich habe das Buch fast am Stück gelesen, weil es mich nicht los lassen wollte ...sarah_elise empfiehlt "Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy MontgomeryEr kann 16.000 Küsse auf einmal verteilen, Tricks lernen, Türen öffnen, miese Laune verbreiten und mit seinen Tiefseeaugen die Türen zu einer noch unbekannten Welt öffnen. Der Oktopus. Mein Buch des Jahres hat mich auf jeder Seite verzaubert und zugleich meinen Blick erweitert. Meinen Blick auf meine große Liebe, das Meer. Ein liebevolles und tiefgründiges Buch über die Seele der Ozeane für alle Tiefseetaucher, Hobbyaquanauten und jeden Literaturliebhaber.infinitejourney empfiehlt "Blade Runner" von Philip K. DickEin Klassiker, der hochaktuelle Fragen aufwirft: Was braucht ein Mensch um sich als Mensch zu fühlen, wie weit sollen Gefühle gesteuert werden, was ist künstliches Leben wert? Entworfen wird eine dystopische Zukunft, die theoretisch in erschreckend greifbarer Nähe liegt und zum Reflektieren anregt. In Verbindung mit dem filmischen Sequel mein persönliches Lesehighlight in diesem Jahr.Marina_Nordbreze empfielt "The Hate U Give" von Angie ThomasSelten hat mich beim Lesen ein Buch so wütend gemacht. Warum ist unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch immer so furchtbar rassistisch? Für mehr Wut auf die Missstände und mehr Kraft zur Veränderung empfehle ich ganz dringend die Lektüre von "The hate u give" von Angie Thomas, die ungeschont den Alltagsrassismus in den USA beschreibt. Vielleicht bewirkt das Buch auch hier in Deutschland ein Umdenken bei so manchem Leser. Wünschenswert wäre es. Malista empfielt "Warten auf Bojangles" von Olivier BourdeautEine Liebeserklärung an das Leben in allen seinen Facetten! Voll Liebe, Hoffnung und Mut erzählt der Autor die Geschichte eines Familienlebens, das auf Grund der Krankheit der Mutter, eigentlich alles andere als leicht sein sollte. Dennoch erscheint das Leben dieser Familie beneidenswert liebevoll und leichtfüßig und es begleitet einem beim Lesen ein herrliches Gefühl, das alles möglich sein kann.SandraKath empfiehlt "Caraval" von Stephanie GarberStephanie Garber hat mich beim Lesen komplett vergessen lassen, dass "Caraval" ihr Debüt ist. Man taucht ein in diese magische Welt und kann nicht mehr unterscheiden, was wahr und was nur eine Illusion ist, wem man vertrauen kann und wer lügt. Man folgt Scarlett in ein Spiel um Leben und Tod und sucht mit ihr gemeinsam nach den Antworten auf so viele Fragen. Und gerade, wenn man denkt, dass alle Rätsel gelöst sind, liest man die letzte Seite...markusros empfiehlt "Die Geschichte der Bienen" von Maja LundeAngestachelt und aufgerüttelt von meiner Tochter, die in der Schule das Thema Bienen und Bienensterben behandelt hat, habe ich mich im Urlaub auf den Roman gestürzt. Ein paar wenige laue Sommerabende am Campingplatz später hatte ich das Buch verschlungen. Neben viel Spannung und schöne Lesestunden hat mir das Buch auch beim aktuellen Thema „Insektensterben“ geholfen, einige aktuelle politische Diskussionen besser einordnen zu können, etwa rund um Glyphosat. Und um selber wenigstens im Kleinen was Gutes zu tun: Im eigenen Garten haben wir seit dem Herbst eine extra bienenfreundliche Wildblumenwiese gesät.kultfigur empfiehlt "1Q84" (Buch 1 & 2) von Haruki MurakamiIch habe in diesem Jahr für mich das erste Mal Hörbücher ausprobiert. Eigentlich war ich skeptisch, doch nachdem ich 1Q84 von Haruki Murakami (Buch 1 + 2) ungekürzt bei Spotify entdeckt und gehört habe, bin ich absolut fasziniert. Zur erzählerischen Qualität des Autors muss man, glaube ich, nichts sagen und die Geschichte hat, unaufgeregt gelesen von David Nathan, einen unglaublichen Sog. Noch nie waren Figuren für mich so real und zum Greifen nahe und als es zu Ende ging, war ich tieftraurig. Was für ein Glück, dass Buch 3 noch auf mich wartet :-)TanjaMaFi empfiehlt "Ein Gentleman in Moskau" von Amor TowlesEinen klügeren, warmherzigeren und optimistischeren Charakter als Graf Rostov habe ich in einem Buch selten erlebt. 1922 wird er im Hotel Metropol in Moskau unter Hausarrest gestellt und durchlebt in diesem irgendwie sehr gemächlichen Mikrokosmos die nächsten 30 turbulenten Jahre im sich rapide ändernden Russland. Quasi durch das Fenster erlebt der Leser nicht nur einzigartige Figuren aber auch eine faszinierende Reise durch die Zeit. "Ein Gentleman in Moskau" ist definitiv das Buch, das mich dieses Jahr am meisten begeistert hat.Sharyssima empfiehlt "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay KristoffEin Buch, das mich dieses Jahr vollkommen überrascht und überzeugt hat, ist "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff. Wer glaubt, ein ganz normales Science-Fiction-Buch vor sich zu haben, täuscht sich gewaltig. Die spannende Story wird nämlich mit einem bunten Mix aus Chats, Protokollen, Berichten, Funksprüchen und Bauplänen erzählt, die die Geschichte so plastisch und realistisch machen, dass man sich selbst auf den Raumschiffen im Weltall wähnt. Ein Buch, das geradezu nach einer Verfilmung schreit!NaddlDaddl empfiehlt "Im Traum kannst du nicht lügen" von Malin Persson GiolitoEndlich mal wieder ein Thriller, der mich komplett überzeugen konnte! "Im Traum kannst du nicht lügen" fängt zwar eher ruhig an, zieht einen aber immer mehr in seinen Sog. Majas Gedanken rund um den Prozess sind absolut spannend, ich war wie gebannt von der Frage, was passiert ist, wer welche Rolle gespielt hat und wer die Schuld an den Geschehnissen trägt. Eine Geschichte, die nicht nur aus schwarz und weiß besteht – schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich hinterlassen.Daniliesing empfiehlt "Before they pass away" von Jimmy NelsonSo wenige Romane, wie in diesem Jahr, habe ich wohl selten gelesen. Dafür durfte ich große Mengen an (Papp)bilderbüchern anschauen und ein paar interessante Sachbücher entdecken. Kurz vor knapp sind mir jedoch ein Buch und ein Fotograf begegnet, die mich nicht mehr losgelassen haben. Deshalb geht meine Empfehlung an den Bildband "Before they pass away" mit den atemberaubenden Fotos von Jimmy Nelson. Er hat es sich zur Aufgabe und Berufung gemacht, indigene Völker auf der ganzen Welt und in den entlegensten Winkeln der Erde zu entdecken, sie kennen zu lernen und natürlich zu fotografieren. Dieser kleine Einblick in ihren Alltag, der zugleich in starkem Kontrast zu unserer modernen, schnelllebigen Welt steht, macht dieses Buch für mich so eindrucksvoll!Cari_f empfiehlt "Nevernight - Die Prüfung" von Jay KristoffMeine persönliche Entdeckung dieses Jahres sind die Bücher von Jay Kristoff. Sowohl "Illuminae", das er zusammen mit Amie Kaufman geschrieben hat, als auch "Nevernight - Die Prüfung" haben mich absolut in ihren Bann gezogen. Letzteres lässt die Leser in eine düstere Fantasywelt eintauchen und strotzt nur so vor Ironie, Schonungslosigkeit und Ideenreichtum. Dieses Buch ist zwar nichts für Zartbesaitete, lässt aber die Herzen all jener höher schlagen, die gerne anspruchsvolle Fantasy mit wunderbar unperfekten Protagonisten lesen. Eins meiner Highlights des Jahres 2017!aba empfiehlt "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo AgualusaEin Buch, das mich zugleich berührt, unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht hat, ist "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von dem angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa. In seinem Roman erzählt er die Geschichte einer Frau, die 30 Jahre lang allein und isoliert in der angolanischen Hauptstadt gelebt hat. In ihrer eigenen Wohnung! In derselben Zeit erlebt das Land große politische und wirtschaftliche Umstellungen. Die Protagonistin dieses Romans schafft es, das Schicksal vieler Menschen zu beeinflussen, und das während ihrer Isolation und ohne es überhaupt zu ahnen. Glaubhaft und höchst spannend erzählt Agualusa diese unglaubliche Geschichte, an die ich noch sehr sehr lange denken werde!Gexi empfiehlt "Götterblut" von Stella A. TackFür Fantasy mit griechischer Mythologie bin ich eigentlich immer zu haben und Stella A. Tacks Buch war ein Volltreffer. Warrior ist eine eigenwillige und etwas kratzbürstige Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt und die einen oft zum Lachen bringt. Sie nimmt uns mit auf eine Taxifahrt durch die Hölle und auf ein Golfspiel der Götter im Olymp und richtet dabei einiges an Chaos an. Für mich wurde durch dieses Buch klar, dass deutsche Fantasy viel kann! Mein Fazit: einfach göttlich.Daria87 empfiehlt "Der Junge auf dem Berg" von John BoyneDieses war mein erstes Buch des Autors und ich war vollends begeistert. Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Meisterhaft beschreibt John Boyne wie leicht vor allem Kinder beeinflussbar sind und wie wichtig es ist, dass sie gute Vorbilder haben. Eine absolute Leseempfehlung!Wir hoffen an dieser Stelle natürlich, dass wir vielen von euch das ein oder andere - oder gleich alle ;-) - unserer Lieblingsbücher schmackhaft machen konnten.Wenn ihr also dieses schöne Buchpaket mit unseren 17 Top-Büchern des Jahres gewinnen möchtet, klickt einfach auf "Jetzt bewerben" und verratet uns folgendes:Mal angenommen, ihr dieses Jahr nur ein einiziges Buch zu Weihnachten verschenken, das für euch ein echtes Highlight war. Für welches Buch würdet ihr euch entscheiden und wieso?Bei dieser Verlosung könnt ihr bis einschließlich 3. Januar 2018 mitmachen! Wir wünschen euch schöne Weihnachten mit euren Lieben und einen guten Start ins neue Jahr!

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    • 903
  • Ein wenig Leben - Hanya Yanagihara

    Ein wenig Leben

    typisch-mona

    27. December 2017 um 12:28

    "Ein wenig Leben" von der amerikanischen Autorin Hanya Yanagihara (1974, Los Angeles) hat sowohl in Amerika als auch in Deutschland großen Wellen geschlagen. Es gilt als verstörend und beglückend zugleich. Entsprechend große Erwartungen habe ich an das Buch. Im ersten Kapitel werden und vier junge, charakterlich sehr unterschiedliche Männer vorgestellt, die seit dem College eng miteinander befreundet und seitdem unzertrennlich sind. Nun leben sie in New York und stehen in den Startlöchern ihrer jeweiligen beruflichen Karriere: Jude startet bereits als Jurist durch; JB ist überzeugt davon, ein bedeutende Künstler zu sein, wurde bisher aber nicht entdeckt; Willem möchte Schauspieler werden, muss für seinen Lebensunterhalt momentan aber Kellnern gehen; Malcom möchte als Architekt durchstarten, wird zurzeit aber von seinem Chef ausgebeutet.Zwischen zweien entwickelt sich eine Liebesbeziehung, die den bisher sorgsam verborgenen und zudem sehr grausamen Lebensweg des einen offen legt. Auf 957 Seiten erzählt Hanya Yanagihara von exzessiven menschlichen Leid, das nur schwer erträglich zu lesen ist, den Leser aber dennoch in Bann hält. Der Leser erfährt sämtliche Albträume und Urängste, die durch weitere überboten werden und dadurch an schrecken verlieren, der Leser stumpft ab. Durch dieses Überbietungsprinzip, in seiner Jugend passierten schlimme Dinge, die danach durch noch schlimmere Dinge überschattet wurden, verlor der Roman hier für mich an Realität und Glaubwürdigkeit. Im Gesamten Buch findet sich weder eine Jahreszahl, noch eine genauere körperliche oder physiognomische Beschreibung der Figuren. Dadurch blieben die vier Hauptcharaktere zum Teil unsichtbar und ungreifbar. Sie sind in der amerikanischen Gegenwartswelt oder -kultur lebende Personen, aber stellen zugleich Symbole einer symmetrischen Konstruktion dar. Es gibt zwei Satane, Bruder Luke und Dr. Taylor, die Judes Leben zur Hölle machten und zwei Erlöser, Willem und Harold, die sein Leben wieder erträglicher machten. Weiter auffällig ist, dass "Ein wenig Leben" hauptsächlich männliche (gute und böse) Charaktere besitzt, die zwischen Männerfreundschaft, Homosexualität und Heterosexualität nur kaum unterscheiden. Hier liegt eine große Stärke des Romans, die Darstellung der einzigartigen Beziehung, die im weiteren Verlauf immer mehr Raum einnimmt, hat mich sehr fasziniert. Zugleich ist dies aber auch ein kleiner Kritikpunkt, denn die anderen beiden Protagonisten fallen währenddessen immer mehr in den Hintergrund, sodass wie seitenweise nichts mehr von den beiden erfahren, obwohl ich beide charakterlich interessant finde. Fragwürdig finde ich zudem die verzögernden Cliffhanger, die die Aufdeckung der Vergangenheit auf über 200 Seiten aufschieben, aber vorher dennoch auf mehreren Seiten vage andeuten. Sprachlich ist der Roman leicht verständlich und flüssig zu lesen. Kleine Kritikpunkte sind hier die Zeitsprünge und die Verwendung des Plusquamperfekts. Den Zeitsprüngen kann der Leser aufgrund der abrupten Übergänge nicht immer leicht folgen. Die Rückblicke sind oft im Plusquamperfekt geschrieben, was den Lesefluss manchmal stört. Interessant finde ich aber den Wechsel der Erzählperspektive, von der personalen- wird ab und an in die ich-Perspektive gewechselt. Dies schafft Distanz zu den Protagonisten und gibt dem Leser kleine Verschnaufpausen, die an manchen Stellen definitiv notwendig waren. "Ein wenig Leben" ist sicherlich eine Herausforderung für jeden Leser, es ist emotional, berührend und erschreckend zugleich. 

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  • Es tut mir so leid. Es tut mir so unendlich leid.

    Ein wenig Leben

    Aliknecht

    25. December 2017 um 06:33

    Die amerikanische Autorin Hanya Yanagihara schiebt die Roman-Figuren auf fast 1000 Seiten über das Spielbrett des Lebens. Das sind viele Seiten für ein wenig Leben. Sie haben sich auf dem College kennengelernt. Ein paar Freunde halt. Einige stammen aus vermögenden Familien, einige nicht. Einige sind caucasian, einige nicht. Es ist alles gerecht verteilt. Nur signifikante Frauen-Figuren treten nicht auf. Männer soweit das Auge reicht, überwiegend schwule Männer, mindestens bi. Wir sind in New York. Die Lebensqualität ist hoch und man kann sich für sein Geld etwas leisten, selbst wenn man wenig Wert auf Geld legt. Die Protagonisten entwickeln sich unterschiedlich, aber alle machen Karriere. Einer als Jurist, einer als Maler, einer als Schauspieler und einer als Architekt. Der Schauspieler wird weltberühmt, bleibt aber ein netter Kerl. Der Maler verfällt zeitweise den Drogen und schlechten Freunden. Der Jurist vertritt als Partner einer renommierten Anwaltskanzlei erfolgreich Gangsterfirmen, bleibt aber ein netter Kerl. Wir sind in New York.Allmählich schält sich der traurige Hauptheld der Jurist Jude St. Francis aus der Geschichte heraus. Die anderen wissen NIX über seine Vergangenheit, aber er ist ein netter Kerl. Der Leser ahnt Schlimmes. Allmählich wird Schritt für Schritt und unter  angemessener Berücksichtigung von Spannungs-Aufbau-Gesichtspunkten Jude's traurige Vergangenheit enthüllt. MISSBRAUCH. Ein hässliches Wort. Währendessen lebt er in eine traurige Zukunft hinein. MISSBRAUCH. Ein hochaktuelles Wort. Es begann im Kloster mit Bruder Luke. MISSBRAUCH. Jude ist körperlich und seelisch schwer gezeichnet. MISSBRAUCH. Ein böser Partner verletzt und schlägt ihn. MISSBRAUCH. Nicht einmal liebevolle Adoptiveltern und der liebevolle Partner-Schauspieler-Freund können ihm letztlich helfen. Es tut mir so leid. Es tut mir so unendlich leid. Jude's selbstzerstörerisches Leben nimmt  unaufhaltsam seinen Gang. Wir sind in New York. Regelmäßig wird Thanksgiving gefeiert aber mit abnehmender Tendenz und irgendwann nur noch mit Rollstuhl. Regelmäßig schneidet sich Jude. Der Arzt Andy hat viel zu tun mit seinem einzigartigen Lieblingspatienten. Am Schluss schlägt das Schicksal zu und es reihen sich die Todesfälle. Die meisten sind eigentlich noch zu jung um zu sterben. Niemand will schon mit 60 sterben. Nur Jude will sterben. Aber er muss noch eine kleine traurige Weile leben. Aber nicht mehr lang. Ein wenig Leben halt. 

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2018

    Bücher sind treu

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2018 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Da sich ja einige gewünscht haben, dass die Challenge auch in 2018 weiter geht, habe ich einen neuen Beitrag dazu erstellt. Die Regeln sollen so einfach wie möglich bleiben - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Die Sammelbeiträge werden ich dann hier im Startbeitrag verlinken, damit nicht jeder lange nach seinem Beitrag suchen muss. Jeder kann seinen Beitrag so gestalten wie er möchte, wichtig wäre nur am Anfang des Beitrages die Gesamtpunktzahl. Ich werde keine monatliche Auswertung der Punkte machen. Es wird dann Anfang 2019 wenn die Challenge vorbei ist eine Übersicht der Punkte geben. Eventuell werde ich auch schon mal eine nach einem halben Jahr machen, aber da möchte ich mich heute noch nicht festlegen. Wer seinen Punktestand zwischendurch wissen will, kann ja die Sammelbeiträge der anderen durchgehen und sieht wo er ungefähr steht.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2018 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2017 angefangen erst in 2018 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus (Achtung - die Seitenzahl hat sich geändert und es gibt eine Extra-Regel, damit man auch mal die dicken Wälzer zur Hand nimmt):  Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2018 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 300 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 500 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was über 800 Seiten hat, gibt es doppelte Punkte. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbücher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2018-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 10 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer: GrOtEsQuE Arachn0phobiA Code-between-lines hannipalanni lisam natti_ Lesemaus karinasophie jenvo82 Buchgespenst Frau-Aragorn Buchperlenblog KymLuca jala68 Beust Somaya tlow Janina84 Frenx51 Kerdie ChattysBuecherblog Bellis-Perennis Akantha Wuschel Meeko81 niknak kattii Icemariposa TodHunterMoon glanzente Kleine1984 MissB_ schokoloko29 Salander007 LadySamira091062 Yolande janaka Hortensia13 PMelittaM SomeBody Ritja once-upon-a-time paevalill Curly84 ReadingEmi carathis Kuhni77 Fadenchaos Schluesselblume eilatan123 Steffi_Leyerer miau0815 BettinaForstinger linda2271l Sutchy Larii-Mausi erazer68 nordfrau QueenSize Sommerkindt lieblingsleben StefanieFreigericht darkshadowroses secretworldofbooks EnysBooks Ecochi pinucchia Sandkuchen mistellor Nannidel Veritas666 papaverorosso DieBerta Musikpferd  Sportloewe

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    • 706
  • Ich stehe dem Buch etwas ambivalent gegenüber

    Ein wenig Leben

    CocuriRuby

    21. November 2017 um 12:19

    Die Autorin ist wahrlich keine Frau der wenigen Worte. Sie hat eher einen Hang zum Schwafeln und zu Schleifen und inhaltlichen Wiederholungen, was das Buch streckt – man hätte es mindestens um 1/3 kürzen können, ohne wirklich etwas vom Inhalt zu verlieren. Die Art zu erzählen war häufig so, dass man zunächst nicht einmal weiß, wer gerade erzählt. Denn obwohl sich letztlich alles irgendwie um Jude dreht, gibt es verschiedene Erzähler. Es wird zunächst eine Szene oder neue Ausgangssituation gezeigt, die oft mit einem Zeitsprung verknüpft ist. Dadurch wird bereits eine Ahnung geweckt, was für ein Schicksalsschlag vorgefallen sein könnte, dieser wächst zur Gewissheit und dann wird langsam erzählt oder zurückgeblickt, was passiert ist (also in Schleifen erzählt). Generell hatte ich mit dem Schreibstil zunächst meine Probleme und habe recht lange gebraucht, um mich daran zu gewöhnen – gerade auch weil es relativ viele „schiefe Bilder“ sehr pathetische Metaphern gibt. Es hatte mich gerade zu Beginn, überhaupt nicht gefesselt. Die Geschichte zog zäh an mir vorbei. Was noch verstärkt wurde durch die ganzen Klammerkommentare, die ständig eingeschoben wurden. Diesen Drang der Autorin unbedingt noch eine Zusatzinformation und noch einen Gedanken einzuschieben, empfand ich als sehr anstrengend. Der Schreibstil ist an manchen Stellen fast schon nüchtern. Insbesondere dann, wenn das was beschrieben wird, eigentlich sehr emotional ist und einen potentiell aufwühlt. Daran musste ich mich zunächst gewöhnen, bietet aber meistens einen schönen Kontrast, ohne dabei zu kühl zu wirken. Dieses Buch wird einen häufig als Freundschaftsgeschichte zwischen vier Männern verkauft. Das ist nicht wirklich falsch, aber auch nicht wirklich richtig. Wie gesagt geht es letztlich um das Leben von Jude und darin spielen diese Freundschaften eine Rolle, aber sie sind eben nur ein verhältnismäßig kleiner Teil. Zwei der vier Freunde, driften im Laufe der Geschichte sogar zu Statisten ab (die ich aber auch nicht vermisst habe). Es geht auch um das Thema Erwachsen werden, auch dann noch, wenn man von alter her bereits als erwachsen gilt, es geht um das Leid des Lebens, um Verlust, um ein scheinbar zerstörtes Leben – der größte Teil macht generell das Zwischenmenschliche bzw. die (pos. wie neg.) Beziehungen zu Menschen aus. Dies macht mindestens 95% des Buches aus. Wie aber dieses Zwischenmenschliche, Gefühle und auch die Figuren selbst beschrieben, dargestellt wurden, ist in der Tat nennenswert und wie ich finde herausragend gut gemacht. Die Figuren wirken wirklich wie echte Menschen, nicht wie geschriebene Figuren. Allerdings erfährt man deswegen und auch wegen der ungleichen Beachtung der Charakter, nicht so viel über die Leben der Figuren, wie man bei der Dicke des Buches glauben könnte. Letztlich passiert eigentlich gar nicht so viel an Ereignissen – sondern es funktioniert auf der zwischenmenschlichen Ebene. Übrigens ist es schon auffällig, dass es trotz der recht großen Anzahl an Figuren, es nicht eine einzige nennenswerte weibliche Person in dem Buch gibt – sie sind meist nicht mehr als Statisten. Auch in diesem Bereich hatte ich gerade in der ersten Hälfte, deutliche Probleme, gerade mit dem Protagonisten. Jude ist kein einfacher Charakter und gerade die erste Hälfte legt sehr viel Fokus auf die ausgiebige Selbstverurteilung und Selbstgeißelung von Jude (zieht sich letztlich aber durch das ganze Buch). Ihm ist mehrfach schreckliches widerfahren – was nach und nach im Buch aufgedeckt wird – und zunächst hat man noch viel Mitgefühl, aber dieses ständige sich in Selbsthass suhlen und das kategorische Verhalten von Jude alles abzulehnen, was ihm helfen würde, ist schon sehr frustrierend. Zumal alle um ihn herum sich alle Mühe mit ihm geben, sich zum Teil geradezu aufopfern (was auch schon wieder fast übertrieben wirkt). Doch Jude übergeht dies ganz Bewusst, ignoriert ihre Worte und beschließt nicht denen zu glauben, die er liebt, sondern folgt lieber den schlechten Menschen, weil das besser in sein Selbsthass passt und dieses bestätigt. Das ist vermutlich sogar realistisch und authentisch, aber es nervt, ist frustrierend und vor allem kommt ich irgendwann zu dem Punkt, an dem das Mitgefühl gekippt ist und ich dachte: „Wenn du so sehr in dem Abgrund stürzen WILLST, dann mach, aber nerve mich nicht.“ Ich kann aber auch sagen, dass es für mich in der zweiten Hälfte besser wurde – die mir allgemeinhin auch besser gefallen hat (ohne hundertprozentig sagen zu können, ob es objektiv besser wurde, oder ich mich vielleicht nur an vieles „gewöhnt“ habe). Allerdings geht dort eben eine extrem langsame, aber gleichsam glaubwürdige Charakterentwicklung vonstatten. Diese drückte sich eher durch Feinheiten aus, aber sie war da. Denn ich finde, Jude ist durchaus eine Figur die kämpft – bis zu Letzt kämpft. Es sei aber auch fairerweise gesagt, dass in anderen Fällen/Bereichen sich bei Jude so ziemlich gar nichts entwickelt, trotz Jahrzehnte die ins Land ziehen. Außerdem bekamen die Figuren, die ich sehr mochte – Andy, Willem, Harold – mehr Raum. Das hat bestimmt auch etwas geholfen. In der zweiten Hälfte wurde einen auch Jude näher gelegt bzw. man wusste dann so viel über ihn, dass man ihn und sein Handeln besser verstand. Ich kann nicht genau sagen, wann es passiert ist, aber irgendwann hatte ich ihn doch schleichend ins Herz geschlossen und stückweit mit ihm und den Menschen um ihn herum mitgelitten. Was jedoch als Problem bleibt ist, dass Judes Geschichte so übertrieben und unrealistisch ist, dass es etwas groteskes bekommt. Nicht jedes Ereignis einzeln, auch nicht mehrere Ereignisse bzw. die Folgen daraus, sondern in der schieren Masse von Dingen die ihm passiert sind – die Jude tatsächlich fast schon zu dem Stereotyp des leidenden Menschen gemacht hat, mit Willem als Gegenstück, dem Stereotyp des guten, aufopferungsvollen Menschen. Was dem Ganzen fast schon den Ernst und Aussagekraft genommen hat, weil es etwas sehr schwarz weißes dadurch bekommt. Denn die Frage ist: Wozu? Wozu war dieses schon massive, übertriebene Leid gut bzw. wozu war es notwendig? Meine Antwort: Für nichts – es war nicht zwingend notwendig für die Geschichte – nicht in diesem konstruierten Ausmaß. Es unterhält mich nicht und bereitet mir kein Lesevergnügen, der Autorin dabei zuzusehen, wie sie ihre Figur sadistisch Misshandelt und immer noch irgendwas oben drauf setzt, und noch irgendwas oben drauf setzt. Zumal die Geschichte auch ohne dieses Ausmaß ausgekommen und funktioniert hätte. Es wäre nicht wenig schrecklich gewesen, nicht weniger emotional, nicht weniger berührend – sondern schlichtweg realistischer. Ich musste das regelrecht gedanklich abspalten vom Buch, weil ich sonst vielleicht nicht wieder in die Geschichte zurück gefunden hätte. Zumal das sogar dafür sorgt, dass man weiß, dass das Ziel maximales Leid für Jude ist und damit die gesamte Handlung bzw. sämtliche Schlüsselszenen extrem vorhersehbar sind. Sehr weit hinten raus, bekommt das Buch aber sogar ein paar helle, schöne Aussagen. Es gab durchaus Stellen, die mich sehr berührt haben, bei denen ich die Aussage sehr gut fand. Das Buch konnte mich zum Teil sogar zu Tränen rühren – was kaum ein Buch bei mir schafft. Man glaubt es kaum, aber es kam sogar vor, dass ich manchmal laut lachen musste – selten, aber es kam vor. Fazit Ich finde das Buch schwierig. Es ist nicht so, dass ich es bereuen würde das Buch gelesen zu haben – ich bin eigentlich sogar froh darüber es getan zu haben. Das Buch hat definitiv was, es konnte mich sehr berühren – es hat aber auch viele Schwächen. Ich würde nicht davon abraten dieses Buch zu lesen. Ich würde es aber auch nicht empfehlen. Für viel Gesprächsstoff, sorgt es aber auf jeden Fall.

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  • Zu viel von allem

    Ein wenig Leben

    Nenette

    19. November 2017 um 17:24

    Achtung Spoiler Ich habe das Buch zwar bis zum Ende gelesen, aber nur, um zu wissen, wie es endet. Es ist die Geschichte einer lebenslangen Männerfreundschaft von vier Studienfreunden, denen sich im Laufe der Jahre noch weitere Freunde anschließen. Die Freundschaft wird von der dunklen Vergangenheit des Protagonisten Jude überschattet. Jude fand ich sehr gut beschrieben, seine innere Zerrissenheit, die Probleme, mit seinen Emotionen auch nur annähernd klarzukommen, der Griff zur Rasierklinge war gut geschildert und irgendwie nachvollziehbar. Die ungeheure Scham, die ihn immer wieder überfällt, und die Angst, sich zu binden, kann ich verstehen. Es hätte eine Geschichte werden können, in der die Hauptperson wachsen kann und wir sein Wachstum als Leser begleiten. Es hätte eine Geschichte werden können, in der Jude scheitert und wir als Leser erfahren, wie und woran er letztendlich gescheitert ist. Stattdessen befinden wir uns plötzlich in der Welt der Schönen und Reichen, in der Jude es trotz seiner Vergangenheit schafft, sich einen Platz zu erobern. Die einzige wahre Entwicklung, die Jude im Roman durchmacht, ist beruflich erfolgreich und reich zu werden. Ansonsten ist er dauerhaft von Selbsthass zerfressen und kämpft mit seinen und gegen seine Erinnerungen. Das ganze Drumherum der Protagonisten, die alle einen rasanten sozialen Aufstieg hinlegen - wenn sie nicht von Geburt an schon mit Reichtum gesegnet sind - um die Welt jetten und sich Wohnungen in New York gönnen und Häuser auf dem Land bauen können, war für mich wenig glaubwürdig. Alle sind wunderbare Menschen, nur JB ist ein wenig gemeiner, missbraucht die Freundschaft, doch dafür wird er am Ende, unter anderem, mit Übergewicht bestraft. Jude ist umgeben von Menschen, die ihn alle lieben und so viel Verständnis für ihn zeigen, dass niemand ihm wirklich hilft. Noch nie habe ich einen Roman gelesen, wo so viele Männer so oft »Ich liebe dich« zueinander sagen und so weiblich bei mir ankommen. Frauen tun es in diesem Buch nicht, oder nur ganz selten, weil Frauen in diesem Buch so gut wie gar keine Rolle spielen. Die erste, die wichtigste Frau, stirbt nach wenigen Seiten. Die anderen sind Beiwerk in Form von Freundinnen und Ehefrauen. Jeder will das Beste für Jude, aber niemand kann ihm helfen, so suggeriert das Buch, weil er sich niemandem öffnet. Als er es dann schließlich tut, sich Willem anvertraut, da wird das Grauen nicht nur einmal durchlaufen, nein, quasi als Gegenpol zur High Society wird der Horror vervielfacht. Da wird ein Horror nach dem anderen durchlebt. Warum? Kommt jetzt endlich eine Form der Erlösung oder der Aufarbeitung? Nein. Das Schicksal schlägt noch ein paar Mal richtig zu. Und dann ist das Buch endlich vorbei. So ein paar Ungereimtheiten sind mir in diesem Buch zusätzlich hängen geblieben. Da ist der Bruder Luke, der, wenn ich mich nicht verrechne, schon in den sechziger Jahren mit einem Computer durch die Gegend gereist sein muss. Dass Jude, obschon er Zugang zu Drogen hat, niemals an Drogen hängen bleibt, kommt mir sehr unrealistisch vor. Die zahllosen Opfer pädophiler Gewalt hätten, aus meiner Sicht, ein anderes Buch verdient als dieses, welches ihre Schicksale ausschlachtet, in ein einziges vermengt und viel Glamour drumherum dichtet. Gnadenlos, emotionsgeladen, ausweglos!

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  • Trauma und Vertrauen

    Ein wenig Leben

    Buchstabenliebhaberin

    03. November 2017 um 17:36

    "Ein wenig Leben" - eine überaus treffende Bezeichnung für das Leben von Jude. Dem sehr früh schon so viel genommen wurde, dass er sein restliches Leben unendlich darunter zu leiden hat. Bei so vielen Einschränkungen bleibt nur ein wenig Leben übrig, auch wenn wundervolle Freunde ihn begleiten und unterstützen, wo sie nur können.Hanya Yanagihara erzählt die Geschichte von 4 Freunden, die sich auf dem College kennenlernen und für den Rest ihres Lebens eng mit einander verbunden bleiben. Gemeinsam gelangen sie zu Ruhm und Erfolg, der Anwalt Jude, der Architekt Malcolm, der Schauspieler Willem und zuletzt auch der Künstler JB. Am engsten befreundet sind Willem und Jude, die beiden aus bescheidenen Verhältnissen. Die Hauptperson der Geschichte ist eindeutig Jude, der zurückhaltende Geheimnisvolle ohne Vergangenheit, der Langärmelige, der sich immer nur zugeknöpft bis zum letzten Knopf zeigt, in jeder Hinsicht. Jude, der brillante Kopf. Der Gequälte. Ein Unfall hat seinen Körper zerstört, aber da muss noch mehr gewesen sein. Quälend langsam erfährt man im Verlauf der gewaltigen 958 Seiten die unendlich traurige und unvorstellbar grausame Lebensgeschichte von Jude.Immer besser versteht man, warum sich Jude so schwer damit tut, Menschen zu vertrauen, diese an sich heranzulassen. Manche Wunden heilen nie, dieses Wissen vermittelt das Buch auf eine Art und Weise, die schwer zu beschreiben ist: Die Geschichten von Jude und seinen Freunden ist wunderbar beschrieben, sie ist voller Emotionen und besonderer Liebe, ohne kitschig oder übertrieben zu sein. Sie zeigt die ganze Palette an Gefühlen, die in solchen Freundschaften zu Tage tritt, inklusive der ganzen Zweifel, Frustrationen, Fragen, Ohnmacht und Wut.Hanya Yanagihara lässt tief blicken. In die Gefühlswelt, die Ängste und Dämonen von Jude, die Hilflosigkeit seiner Freunde. Dabei schreibt sie in einer Sprache, die dezent und unauffällig bleibt und den Charakteren des Buches die ganze Bühne überlässt.Das Buch wirft schwierige, moralische Fragen auf. Es gibt einen Einblick in das Innenleben schwerst traumatisierter Menschen. Was, wenn sich die Dämonen und Monster niemals vertreiben lassen, wenn der Kampf um Vertrauen ein lebenslanger Kampf bleibt? Wie damit umgehen, für die Betroffenen, für die Angehörigen?Ich habe das Buch verschlungen, weil man Jude und seine Freunde einfach lieben muss.Ich habe gefühlt literweise Tränen vergossen, vor allem auf den letzten circa 200 Seiten, weil der Inhalt des Buches, dieses unglaubliche Leid, so sehr unter die Haut geht. Jude wird mich bestimmt noch eine ganze Weile beschäftigen ...Ich kann mich den Stimmen auf dem Klappentext nur anschließen. 5 Sterne, keine Frage.

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    • 5
  • Lieblingsbuch!

    Ein wenig Leben

    BeautyBooks

    15. October 2017 um 21:05

    Ein wenig Leben handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen. Ein wenig Leben ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Meine persönliche Meinung: Ein Buch, dass jetzt doch ein paar Monate ungelesen in meinem Regal stand, obwohl ich von Anfang an unglaublich neugierig auf diese Geschichte war. Mit so einigen Menschen da draußen habe ich mich über Ein wenig Leben unterhalten. Manche liebten es und so einige mochten es gar nicht. Viele haben mich wissen lassen, dass die ersten einhunderfünfzig Seiten anstrengend und verwirrend sind, aber dann lässt es einem nicht mehr los. Ich hatte Zweifel, dass es mir nicht gefallen könnte, da ich sehr sehr große Ansprüche an diese Geschichte hatte. Einen Tag vor meinem 2-wöchigen Urlaub am Meer habe ich mich dazu entschieden, den fast 1000 Seiten Roman mitzunehmen. Wenn ich jetzt keine Zeit dafür habe, wann dann? Ja, ich wollte dieses Buch in Ruhe lesen und genießen. Endlich konnte ich mich so richtig darauf einlassen und was soll ich sagen? Ich bin sprachlos. Ich weiß nicht ob ich die passenden Worte für dieses Buch finden kann, aber ich versuche es. Ein wenig Leben wurde in den Medien gehypt und gefühlt überall davon berichtet. Ich bin definitiv ein Werbungsopfer und werde sofort hellhörig, wenn so viele von nur einem einzigen Buch reden und berichten. Sofort war klar: Auch ich muss es lesen! Ich wollte wissen, warum alle von diesem Buch sprechen.  Bereits auf den ersten Seiten war mir klar, warum dieses Buch so viele lieben, obwohl lieben eigentlich das falsche Wort für diesen Roman ist. Es ist ein Buch, dass den Leser berührt, schockiert und völlig aufwühlend zurücklässt. Ich bin begeistert und habe schon lange nicht mehr ein so grandioses Buch zu lesen bekommen. Wir lernen vier Männer kennen, dessen Freundschaft etwas ganz besonderes ist. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn und das, seit sie sich am College kennengelernt haben. Der brillanteste und charismatischste von ihnen ist Jude St. Francis, ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Ein Mann, der mich mit seinem Leben gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Seit ich diesen Roman gelesen habe, denke ich tagtäglich an das Leben von Jude und seinen Freunden. Judes Welt ist dunkel und schmerzhaft, in das der Leser regelrecht hineingezogen wird. Ungeheuer treten nach und nach hervor. Das Herz schmerzt, der Kummer wird immer größer. Malcolm ist Architekt, Willem versucht sich als Schauspieler und JB ist Künstler. Vier Freunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch wiederum viele Ähnlichkeiten besitzen. Noch nie hat mich ein Buch so aufgewühlt. Schon lange hat mich kein Buch mehr zum weinen gebracht. Dieses Buch ist eine Erfahrung für jeden Leser, die uns Hanya Yanagihara mit Ein wenig Leben ermöglicht. Ein Roman, der definitiv von meinem Leben Besitz ergriffen hat. Eine Geschichte, die den Leser verrückt macht und zugleich verschlingt. Definitiv ein Meisterwerk! Wir haben es hier mit einem realistischen Roman und Märchen zu tun. Trauma, menschliche Güte und Erlösung sind in diesem Buch ein großes Thema. Wir begeben uns an die dunkelsten Orte, an die sich die Literatur überhaupt wagen kann. Stets durchbricht man während dem lesen aber immer wieder das helle Licht und gelangt zu Hoffnung, Liebe, Glaube und Stolz. Von der Handlung an sich möchte ich nichts verraten. Auch ich wusste nicht, worum es tatsächlich geht und habe mich einfach darauf eingelassen. Genau das, empfehle ich jeden, der dieses Buch noch vor sich hat. Lass dich entführen in das Leben von Jude und seinen Freunden. Du wirst es nicht bereuen und definitiv so schnell nicht mehr vergessen. Ich vergebe 6 von 5 Zebras!

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  • "Wenn du Kunden hast, musst du ein wenig Leben an den Tag legen...

    Ein wenig Leben

    Huebner

    ... du musst ihnen zeigen, dass es dir gefällt" (555)Und da ist Jude St. Francis gerade mal 10 oder 11 Jahre alt.Einem Impuls folgend würde ich Hanya Yanagihara (HY) die 2 Kg Papier gern vor die Füße schleudern und brüllen: Wieso? Wozu schreibst du dieses Buch? Weder ist es eine Biografie, noch ein Tatsachenbericht, noch liegen dem Erzählten irgendwelche real existierende Figuren zugrunde. Es belehrt nicht, es bildet nicht, es schockiert einfach nur und macht traurig. Es ist eine Aneinanderreihung von Schrecknissen, die hier einem Jungen von 8-15 Jahren angedichtet werden und deren Dämonen er bis ins weite Erwachsenenalter nicht loswird. !!! Achtung Spoiler!!!Wozu also? Es gibt hunderte, aberhunderte Berichte von Opfern sexuellen Missbrauchs. Man kennt die furchtbaren Einzelheiten mittlerweile aus Missbrauchsskandalen, egal ob im Internat oder im Milleur geschehen.Dass das Lesen dieses knapp 1000seitigen Buches so schwer fällt, ist nicht dem Stil, sondern der Grausamkeit, die Jude St. Fransis widerfährt, geschuldet. Und die Tatsache, dass es nicht stimmen kann, nicht stimmen soll, nicht stimmen darf.Es kann/darf/soll nicht sein, dass ein Baby auf einer Mülltüte ausgesetzt wird, dass es als einziges Kind in ein Kloster kommt, hier Prügelstrafen, sexuellen Missbrauch erfahren muss, dem falschen "Bruder" vertraut, mit ihm aus dem Kloster flieht, von ihm, achtjährig, zur Prostition gezwungen wird, von ihm missbraucht wird, von ihm unterrichtet wird: in schulischen wie autoagressiven Verhalten, Verhalten gegen sich, den eigenen Körper, das ihn nie mehr losalssen wird, von der Polizei aufgegriffen wird, in ein Heim gesteckt wird, von Heimbetreuern immer wieder vergewaltigt wird, sich bald als Stricher identifiziert, weil er nichts anderes kann, aus dem Heim flieht, per Anhalter von Truckern missbraucht wird, von Geschlechtskrankheiten zerfressen von einem Psychiater aufgesammelt wird, zwölf Wochen weggesperrt, aufgepeppelt, wieder nur missbraucht, schließlich laufen gelassen wird, laufen so lange, bis er nicht mehr kann, dann von dem Mann überfahren wird, ins Krankenhaus kommt, hier von Sozialarbeiterin Ana gelehrt wird, zu reden, das Reden nicht bis zum Schluss wird lernen können, weil Ana vorher sterben wird, auf dem College seine drei Freunde: Malcom, Willem und Jean-Baptiste kennenlernen wird, lernen wird, entdecken wird, wie grandios er ist, sein Engelsgesicht - er muss eine wahre Schönheit sein, beliebt und gern gesehen auf jeder Partie - ihm alle Pforten der Sympathien öffen wird, er ein grandioser Anwalt sein wird (ja der grandioseste überhaupt), überhüuft von Geld!, er nach Jahrzehnten eine homosexuelle Beziehung mit Caleb probieren wird und auch von ihm beinahe zu Tode gebracht werden wird, da jener nicht ertragen wird, wie vernarbt, entstellt, gegeißelt Jude ist, von ihm vergewaltigt und geprügelt wird, Jude sich von diesen Übergriffen kaum erholen wird, sich schließlich der langjährige Freund Willem ihm seine Liebe gestehen wird, die beiden eine Beziehung probieren werden, Judes Angst vor Sex (und immer wieder Sex, Motto und Thema über hunderte Seiten) wieder und wieder zutage kommt, er es für Willem tun wird, sich dann anschließend beinahe bis zum Äußersten selbst verletzen wird, um Scham, Ekel und Abscheu gegen das Körperliche abzustreifen, sich zu reinigen, sich zu säubern und endlich, endlich wird er erzählen, wird sich Willem anvertrauen, es werden "Glückliche Jahre" folgen, denen aber wieder nur das Schrecknis anhaftet, indem Jude 1. die Beine amputiert werden, zweitens Willem bei einem Autounfall ums Leben kommen wird.Und man fragt sich, wie eine Autorin dermaßen pervertierte Gedanken über dermaßen viele Seiten ausbreiten kann. Und wieder: Warum? Ein solches Leben kann es nicht gegen. Die Entwicklunspsycholgin in mir weigert sich gegen das Vertrauen in so viele überzeichnete Charaktere. Ein Junge, Jugendlicher, dem so viel Grauen widerfährt, würde erstens eine Randexistenz führen, eingewiesen, betreut, oder, sich therapieren und ein abgeschottetes, zurückgezogenes Leben führen, keinesfalls als Partymaus und Schönling Jude.Wozu also? Wozu das Grässliche, das Abscheuliche?Ich weiß es nicht. Unserem animalischen, angeborenen Voyerismus sei dank, ist es ein Bestseller geworden und ich schäme mich für diese publik gewordene Geilheit.I. Hübner Sept. 2017

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    • 9
  • Ein bisschen zu viel

    Ein wenig Leben

    Bookmarked

    03. September 2017 um 22:04

    In dieser Geschichte begleitet der Leser Jude, Willem, JB und Malcolm. Vier sehr unterschiedliche Männer, die eine lebenslange und enge Freundschaft verbindet und zu Beginn des Buches ihren beruflichen Start in New York erleben. Obwohl alle vier einen spannenden Lebensweg beschreiten, sticht Jude aus dieser Männergruppe heraus und rückt immer mehr ins Zentrum der Geschichte. Er ist ein genialer Jurist mit hervorragenden Zukunftsaussichten, hat aber gleichzeitig mit starken körperlichen Beschwerden zu kämpfen, deren Ursache seinen Freunden Rätsel aufgibt. Denn Jude spricht niemals über seine Vergangenheit und das hat seinen Grund. Nach und nach erfährt der Leser mehr als er ertragen kann. Mein Eindruck:Das Buch blieb lange ungelesen. Nicht zuletzt, weil ich nicht unbedingt Angst aber zumindest Respekt vor der Lektüre hatte nachdem ich die ersten Meinungen dazu hörte. Am Ende war die Neugierde größer, denn ich wollte unbedingt wissen warum dieses Buch so viele erschüttern und an ihre Grenzen bringen konnte. Direkt zu Beginn spürte ich eine unheimliche Sogwirkung. Das Buch beginnt zwar wenig ereignisreich, doch der Schreibstil der Autorin sowie die Art mit der sie ihre Charaktere beschreibt konnten mich sofort fesseln. Die Figuren wirkten auf mich so real, dass ich mich ab der ersten Seite für völlig alltägliches aus ihrem Leben interessierte und wissen wollte wie es ihnen weiterhin ergeht. Ich interessierte mich für alle 4 Hauptfiguren gleichermaßen, da jeder von ihnen einen spannenden Weg beschreitet und dabei mit einer Vielzahl an persönlichen Problemen zu kämpfen hat, die die Autorin hervorragend beleuchtet. Leider fokussiert sich das Buch mit der Zeit so stark auf Jude und dessen Vergangenheit, dass insbesondere JB und Malcolm fast vollständig aus dieser Geschichte verschwinden. Ich fand das persönlich sehr schade. Die Autorin hat meines Erachtens ein großes Talent zwischenmenschliche Konflikte, persönliche Stärken, Ängste und Fehler zu beschreiben. Ich konnte mir viele Passagen anstreichen und mich in einigen dieser negativen Verhaltensweisen und Gedanken wiederfinden. Ich mag es sehr, wenn mir in Büchern ein Spiegel vorgehalten wird, da es auch zeigt wie authentisch und lebensnah diese Passagen sind und man über sich und sein eigenes Leben nachdenkt. Da ich nicht verraten möchte was Jude in seiner Vergangenheit erlebt hat möchte ich nur sagen, dass es die Autorin hervorragend schafft das Innenleben eines schwer traumatisierten Menschen zu zeigen und sehr gut deutlich macht, wie stark dessen Verhalten auch enge Beziehungen zu Freunden belastet bzw. wie schwer es ist einem solchen Menschen zu helfen. Leider übertreibt die Autorin Jude‘s Schicksal im weiteren Verlauf derart, dass ich es als völlig unrealistisch empfand und den Eindruck bekam, dass die Autorin das viele Leid lediglich als Werkzeug nutzt um den Leser an seine Grenze zu bringen und dabei jeden Sinn für Realismus verliert. Bei mir führte es dazu, dass ich ihr die Geschichte ab diesem Zeitpunkt leider nicht mehr abkaufen konnte und mich distanzierte. Und obwohl Hanya Yanagihara in Interviews extra betonte, dass sie in diesem Buch mit allem übertreiben wollte fand ich es persönlich sehr schade, dass sie sich so entschied.Fazit:„Ein wenig Leben“ ist sicherlich ein Buch, dass die Leserschaft spaltet. Für die einen ist es zu viel des „Guten“ und den Hype nicht wert, während es für andere seit langem mal wieder ein Buch ist, welches sie tief berühren konnte und noch lange nachhallt. Für mich ist es etwas dazwischen und ich kann mir sogar vorstellen erneut zu dieser Geschichte zu greifen, denn ich vermisse die Figuren schon jetzt ein wenig.

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    • 2
  • Ein intensives, schmerzhaftes, forderndes aber auch schönes Leseerlebnis

    Ein wenig Leben

    katzenminze

    03. September 2017 um 17:09

    Puh! Was für ein Roman! Schon lange hat mich kein Buch mehr so mitgenommen und mich so beschäftigt wie dieser Roman über Liebe, Freundschaft, Leid und darüber, was ein Mensch aushalten kann. Was mich am Anfang total begeistert hat an diesem Buch, war Yanagiharas Art zu schreiben. So echt, unglaublich real. Man ist mitten drin im Leben von Jude, Willem, JB und Malcom. Den Titel „Ein wenig Leben“ habe ich als unheimlich passend empfunden: Yanagihara erschafft LEBEN. Und nicht nur ein wenig. Das sind keine Charaktere, das sind Menschen über die man liest. Das ist kein Plot, das ist ihr Leben, das man begleitet. Alle vier Freunde werden zu Beginn ausführlich vorgestellt und beschreiben. Und das mit einer unglaublichen Detailtreue und Intensität. Dabei geben Willem, JB und Malcom viel von sich preis. Jude hingegen bleibt rätselhaft in seiner Verschlossenheit und der ständigen Sorge normal und unauffällig zu wirken. Dass er etwas Schlimmes erlebt hat scheint klar. Was genau erfährt man langsam, nach und nach. Mit Fortschreiten des Romans fokussiert sich Yanagihara mehr auf Jude und Willem. Ich fand es etwas schade, dass die beiden anderen mehr und mehr außen vor blieben. Einfach, weil ich sie auch gerne mochte. Aber da der Roman mit fast tausend Seiten schon umfangreich genug ist, war es so sicher keine schlechte Lösung. Die Jungs haben mir in ihrer Collegezeit, mit der der Roman beginnt, letztlich am besten gefallen. Nicht, dass es danach schlechter geworden wäre, aber wenn sie sich als Erwachsene an diese Zeit zurück erinnert haben, hat mich selbst auch die Nostalgie erfasst. Jetzt eine kleine Warnung: Man sollte Schilderungen von Gewalt und Schmerz aushalten können. Von beidem gibt es hier viele Arten. Teilweise wollte ich das Buch weglegen, musste dann aber doch immer weiter lesen. Das hat sich im Laufe des Romans etwas gegeben. Ich weiß nicht, ob ich mich an Yanagiharas intensiven Schreibstil gewöhnt habe, ob ich tatsächlich etwas abgestumpft bin oder ob es im letzten drittel einfach nicht mehr so krasse Szenen gab. Zumindest fand ich den letzten Teil des Buches wesentlich „aushaltbarer“ als einige Stellen in der ersten Hälfte, die mich doch sehr mitgenommen haben. Trotzdem fand ich gerade das Ende sehr berührend und musste hier eine paar Tränen verdrücken. Dieser Roman hat mich auch nach dem Zuklappen nie losgelassen. Ein wenig Leben war für mich ein intensives, schmerzhaftes, forderndes aber auch schönes Leseerlebnis, bei dem mich vor allem Yanagiharas intensive Art zu schreiben und die außergewöhnlich genaue und stimmige Beschreibung der Gefühlswelten ihrer Charaktere beeindruckt haben. Sicher kann man sich letztlich die Frage stellen, wie realistisch all das ist, was Jude passiert ist. Für mich war der Roman aber in seiner Umsetzung so realistisch, dass ich ihr wahrscheinlich auch eine Alieninvasion abgenommen hätte. Keine leichte Unterhaltung also, für die man sich etwas Zeit nehmen sollte. Meiner Meinung nach aber auf jeden Fall ein lohnenswertes Buch!

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