Dieses Buch von Hape Kerkling kann man nicht vergleichen mit seinen früheren Werken wie „Ich bin dann mal weg“ oder „Der Junge muss an die frische Luft“, obwohl auch viel Autobiographisches eingeflochten wird. Der Stil ist ein ganz anderer und ich muss ehrlich sagen, er hat mich durch seinen Themen-und verworrenen Kapitel-Mix ein wenig überfordert.
Die Coronazeit hat Hape Kerkeling aus Mangel an Möglichkeiten dazu genutzt, seinen Stammbaum zu erforschen und der Vollständigkeit halber gar einen DNA-Test machen lassen. Daraus entsprungen sind viele der Kurzgeschichten rund um seine Ahnen aus verschiedenen Herkunftsländern, Ähnlichkeiten innerhalb der Verwandtschaft – manchmal wurde mir etwas schwindelig bei all den Namen und Beziehungen, nur Omma Berta und ihre Dödekes waren eine kleine Konstante – und Auswirkungen auf den Autor selbst.
Andere Geschichtchen erzählen aus Hapes Leben. Leider werden sie nicht immer in einem Rutsch erzählt, sondern sind manchmal von thematisch anderen Kapiteln unterbrochen, was meinem Lesefluss nicht zuträglich war. Ein großes Thema sind die gesellschaftlichen Probleme, die der Autor rund um sein Schwulsein erlebt hat.
Was er mit diesem Erzählstil respektive dem wechselnden Themenmix bezwecken wollte, weiß ich nicht. Die Gestaltung des Buches ist für mich nicht Fisch und nicht Fleisch. Mir hätte es besser gefallen, wenn er seine Geschichten und Anekdoten in zwei große Kapitel einsortiert hätte – die Storys mit Flunkerpotenzial rund um die liebe Verwandtschaft einerseits und sein persönlicher, individueller Werdegang andererseits. Derart chronologisch wäre mir das Lesen und Sackenlassen deutlich leichter gefallen. Aber das ist sicher Geschmackssache.
Auch wenn dieses Buch für mich nicht an die früheren Titel des Autors herankommt, lesenswert ist es allemal, was Hape Kerkeling zu erzählen hat, und den einen oder anderen animiert das Buch vielleicht sogar, in die eigene Ahnenforschung einzusteigen.

























