Harald Gilbers Odins Söhne

(15)

Lovelybooks Bewertung

  • 22 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 10 Rezensionen
(7)
(7)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Odins Söhne“ von Harald Gilbers

Kommissar Oppenheimer ist untergetaucht und muss sich mit Schwarzmarktgeschäften über Wasser halten. Als dabei ein brutaler Mord geschieht, wird seine Unterstützerin Hilde verhaftet, denn der Tote ist ihr Ehemann, SS-Hauptsturmführer Erich Hauser. Zwar sind die beiden seit Jahren getrennt, doch Hilde als Regimegegnerin hätte ein Motiv: Der skrupellose Mediziner Hauser war KZ-Lagerarzt im Osten und hat dort Versuche an Menschen durchgeführt. Oppenheimer muss alles riskieren, um Hilde aus den Fängen der NS-Justiz zu retten. Schon bald findet er Hinweise darauf, dass ein mysteriöser Kult in den Mordfall verstrickt ist ...

Spannende Unterhaltung und eine düstere Atmosphäre im zerbombten Berlin, die lange nachhält. Sehr lesenswert.

— MichaelSterzik
MichaelSterzik

sehr spannend, nur das Ende war mir zu plötzlich.

— liebelesen
liebelesen

Mitreißende Fortsetzung unter Berlins Trümmern. Meisterlich!

— BerniGunther
BerniGunther

Eine spannende Ermittlung unter Zeitdruck, atmosphärisch dicht und tolle Charaktere - perfekt!

— DunklesSchaf
DunklesSchaf

Stöbern in Krimi & Thriller

Bald stirbst auch du

Ein spannender neuer Teil der Reihe um die forensische Psychologin Liz Montario. Jetzt heißt es leider wieder warten auf die Fortsetzung.

harlekin1109

Die Brut - Sie sind da

Was für ein Buch - die nächsten Tage wird jede Zimmerecke genau kontrolliert ;-)

Lissy77

Kalte Seele, dunkles Herz

Spannende Story - musste immer weiter lesen...

Sunshine29

Das stumme Mädchen

Eine gute Story die immer mehr Spannung aufbait

Lyreen

Du sollst nicht leben

interessant zu lesen, aber so richtig gepackt hat mich dieser Thriller nicht.

Ekcnew

Kreuzschnitt

Spannender Krimi

Amber144

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Krimi oder historisch

    Odins Söhne
    MichaelSterzik

    MichaelSterzik

    11. June 2017 um 11:35

    Haralds Gilbers lässt seinen charismatischen, jüdischen Kommissar Oppenheimer in „Odins Söhne“ zum zweiten Mal nach dem Titel „Germania“ auftreten. Der Zweite Weltkrieg neigt sich dem Ende zu. Die alliierten Truppen stehen vor oder auch schon innerhalb der Grenzen des „Dritten Reiches“. Die Gewalt und Willkür auch auf Seiten des Nazi Regimes schlagen sich in dumpfe und verzweifelte Handlungen nieder. Die Bombardements der Alliierten hat die Luftwaffe des deutschen Regimes nichts mehr entgegenzusetzen und in den Städten, so auch in Berlin werden die letzten Reserven, an älteren Männern, Kindern und Jugendlichen vorbereitet, sich an der letzten, entscheidenden Schlacht zu beteiligen. Kanonenfutter, allemal dafür da wenige Minuten, oder Stunden zu gewinnen, damit sich die Nazi-Größen der Politik auf Rattenlinien flüchten können. Längst schon sprechen die zermürbten Berliner, nicht mehr vom Endsieg, sondern von einer Befreiung. Sie haben es spät verstanden, viel zu spät und müssen nun, bedingt durch den verzweifelten Terror des Regimes unter anderem einen hohen, manchmal persönlichen Preis zahlen. Diese Menschen, die offen, oder auch versteckt die Lage und den Führer kritisieren, gelten als Feinde, Verräter, Defätisten, die durch die Volks- und Gerichtshöfe schnellstmöglich zum Tode in Plötzensee verurteilt werden. Der ehemalige Kommissar Richard Oppenheimer, der zudem als Jude durch die Heirat mit Lisa, einer deutschen Lehrerin geschützt war, ist nun untergetaucht. Eine alte Freundin, Hilde von Strachwitz, eine regimekritische Ärztin soll ihren Mann umgebracht haben. Oppenheim beginnt zu ermitteln und stößt auf eine Gruppe von arischen Verschwörern...Harald Gilbers Roman „Odins Söhne“ ist augenscheinlich ein Krimi mit inzwischen historischen Elementen. Doch der Krimi, geht mit den Schilderungen, des täglichen Grauens unter. Der Autor erzählt verdammt realistisch, in einer düsteren Atmosphäre von den letzten Kriegsmonaten im zerstörten Berlin. Harald Gilbers beeindruckt durch die Beschreibungen der Bombardements Berlin und die Stunden darauf, einen Schrecken, der uns begreifen lässt, welches Grauen unsere Ur-Großväter und Mütter erleiden mussten. Trotz alledem versuchen die Berliner, den Mut nicht zu verlieren. Ein Alltagsleben im Krieg – so bizarr und eigentlich unmöglich zu begreifen. Genau diese Erzählungen lassen beim Leser einen bleibenden Eindruck. Es ist für uns nicht einfach zu begreifen, wie ein ganzes Volk sprichwörtlich versagen konnte. Das Tragische an dieser Entwicklung ist allerdings, dass der Schrecken, der totale Krieg, nun in einer totalen Zerstörung mündete. Dass die Verantwortlichen dieses desaströsen politischen und militärischen Regimes, sich feige versteckten und ihre Flucht planten, ist abgrundtief verachtenswert. Harald Gilbers der mit dem Ehemann Hildegards von Strachwitz die Figur eines kriminellen und menschenverachtenden KZ Arztes in Spiel bringt, trägt ebenfalls maßgeblich dazu bei, das Grauen noch eine Nuance zu steigern. Der Autor beschreibt einige Beispiele von medizinischen Versuchen an KZ Häftlingen, u.a. auch Kindern. Krimi oder historischer Roman? Der zentrale Dreh- und Angelpunkt sind die historischen Elemente, die den Kriminalfall und damit auch einen großen Teil der Protagonisten verdrängen. Harald Gilbers hat einen großartigen Roman verfasst, allerdings dabei ggf. auch nicht gewollt, den roten Faden einfach mal total verloren. Manchmal bleibt dadurch die Spannung etwas auf der Strecke, doch das atmosphärische Grauen beeinflusst und prägt die gesamte Handlung. Inzwischen gibt es mit dem Titel „Endzeit“ den dritten Titel und dieser spielt in den letzten Tages des Krieges, und den ersten Tagen einer neuen Epoche. Die Figur des Richard Oppenheimer ist interessant, vielschichtig und sie kann sich noch entwickeln. Ich bin gespannt, welche Ansatz der Autor Harald Gilber nun in einem vierten Teil gehen wird.Michael Sterzik

    Mehr
  • Harald Gilbers - Odins Söhne

    Odins Söhne
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. February 2016 um 15:23

    Kurzbeschreibung:  Kommissar Oppenheimer ist untergetaucht und muss sich mit Schwarzmarktgeschäften über Wasser halten. Als dabei ein brutaler Mord geschieht, wird seine Unterstützerin Hilde verhaftet, denn der Tote ist ihr Ehemann, SS-Hauptsturmführer Erich Hauser. Zwar sind die beiden seit Jahren getrennt, doch Hilde als Regimegegnerin hätte ein Motiv: Der skrupellose Mediziner Hauser war KZ-Lagerarzt im Osten und hat dort Versuche an Menschen durchgeführt. Oppenheimer muss alles riskieren, um Hilde aus den Fängen der NS-Justiz zu retten. Schon bald findet er Hinweise darauf, dass ein mysteriöser Kult in den Mordfall verstrickt ist... *Quelle* Zum Autor:  Harald Gilbers, geboren 1969, studierte Anglistik und Geschichte in Augsburg und München. Anschließend arbeitete er zunächst als Feuilleton-Redakteur beim Fernsehen, bevor er als freier Theaterregisseur tätig wurde. Er lebt in Erding. Germania, sein Debüt, wurde 2014 auf Anhieb mit dem angesehenen Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Meinung:  Odins Söhne ist der 2. Band der Richard Oppenheimer-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr! Berlin Anfang 1945: Der ehemalige jüdische Kommissar Richard Oppenheimer lebt seit seinem letzten gelösten Fall im Untergrund und getrennt von Ehefrau Lisa. Mithilfe seiner guten Freundin Hildegard von Strachwitz lebt er mit neuen Papieren unter dem Namen Herrmann Meier und geht einer Arbeit als Nachtwächter in einer Bank nach. Doch bald muss er wieder ermitteln, denn Hilde wird von der Gestapo verhaftet. Sie steht unter dem Verdacht, ihren Ehemann Erich Hauser, der als Arzt u.a. im KZ Auschwitz tätig war und nun nach Berlin zurückgekehrt ist, ermordet zu haben. Unter erschwerten Umständen nimmt Oppenheimer zusammen mit Hildes Verteidiger Kuhn und dessen Mitarbeitern die Ermittlungen in diesem brisanten Fall auf. Die Zeit eilt, denn Hilde steht eine Hinrichtung bevor, denn der Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler kennt keine Gnade. Mit Odins Söhne liegt nun die Fortsetzung des von mir sehr geschätzten Romans Germania vor, der mir allerdings nicht ganz so gut gefallen hat. Wie in seinem Vorgängerband kann Harald Gilbers wieder durch seinen anschaulichen Schreibstil und die akribische Recherchearbeit brillieren. Er bringt dem Leser die letzten Tage von Hitler-Deutschland unheimlich nah, die Angst, die täglichen Bombenangriffe und der Kampf ums Überleben werden sehr detailreich und lebensnah geschildert. Richard Oppenheimer bleibt ein sympathischer Protagonist, der nun zwangsweise unter anderem Namen sein Leben bestreitet und von seiner Ehefrau Lisa getrennt lebt. Sie können sich nur am Wochenende kurz sehen, immer in der Gefahr, entdeckt zu werden, da sie Deutsche und er Jude ist. Trotzdem hat er mittlerweile seine Pervitin-Abhängigkeit im Griff und wirkt stärker als noch im Vorgängerband. Seine gute Freundin Hilde, die in Germania eher eine Nebenfigur war, wird zu einer zweiten Protagonistin, die ein schwerer Schlag trifft, denn sie wird beschuldigt, ihren zurückgekehrten Ehemann Erich umgebracht zu haben. Deshalb wird sie von der Gestapo verhaftet, verhört und landet im Gefängnis, wo ihr nicht mehr viel Zeit bis zur Gerichtsverhandlung vor dem Volksgerichtshof unter der Führung des berüchtigten Roland Freisler bleiben wird. Die Handlung war spannend von Beginn an, auch wenn es sich diesmal "nur" um einen zentralen Mordfall dreht. Doch durch verschiedenste Verstrickungen gestaltet sich die Geschichte recht abwechslungsreich und bietet einige Themen, wie z.B. die berüchtigten medizinischen Versuche an den Insassen im KZ Auschwitz sowie der Hang zu Okkultismus, der damals einen gewissen Nährboden fand. Einzig mit dem Ende war ich nicht sehr glücklich, da zwar der Mordfall aufgeklärt wird, aber einiges andere im Argen bleibt. Daher kann man nur auf eine hoffentlich baldige Fortsetzung der Reihe um Richard Oppenheimer gespannt sein. Fazit:  Wie bereits sein Vorgänger Germania ist Odins Söhne ein sehr gut recherchierter historischer Krimi, der von Anfang bis Ende spannend bleibt und mit einem sympathischen Protagonisten aufwartet. Vor allem die zeitgeschichtlichen Aspekte und die dazugehörige Umsetzung im Roman konnten mich wieder vollends begeistern, auch wenn mir das Ende diesmal zu offen war.

    Mehr
  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2015

    kubine

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2015 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2015 und endet am 31.12.2015. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2014 bis 31.12.2015 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2015 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2015, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2015-1112868118/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1. dorli 2. buchraettin 3. Mercado 4. wildpony 5. ChrischiD 6. mabuerele 7. chatty86 8. Matzbach 9. Postbote (ab April) 10. janaka 11. angi_stumpf 12. Sternenstaubfee 13. pelznase 14. Smberge 15. LibriHolly 16. danzlmoidl 17. Sweetiie 18. Antek 19. bieberbruda 20. roterrabe 21. Pelikanchen 22. Wolf-Eyes 23. Xanaka 24. Athene100776 25. Bellis-Perennis 26. lesebiene27 27. mira20 28. Claddy 29. glanzente 30. Nele75 31. xxxxxx 32. hasirasi2 33. Caroas 34. Schalkefan 35. Katjuschka 36. danielamariaursula 37. yari 38. Lesestunde_mit_Marie 39. Filzblume (40. Igelmanu66) 41. Talitha 42. tweedledee 43.krimielse 44. sommerlese 45. Bibliomarie 46. Barbara62 47. Maddinliest 48. Louisdor 49.TheRavenking (50. Lesezeichen16) 51. Leserin71 (52. heidi59) 53. buecherwurm1310 54. clary999 55. mrs-lucky Gelesene Bücher Januar: 28 Gelesene Bücher Februar: 48 Gelesene Bücher März: 58 Gelesene Bücher April: 76 Gelesene Bücher Mai: 83 Gelesene Bücher Juni: 75 Gelesene Bücher Juli: 79 Gelesene Bücher August: 106 Gelesene Bücher September: 86 Gelesene Bücher Oktober: 103 Gelesene Bücher November: 196 Gelesene Bücher Dezember: 209 Zwischenstand: 1147 Team Thriller: 1. Samy86 2. Igela 3. seelensplitter 4. Janosch79 5. Nenatie 6. eskimo81 7.MelE 8. Mone80 9. Kirschbluetensommer 10. Curin 11. SchwarzeRose 12. kvel 13.dieFlo 14. Huschdegutzel 15. Buchgeborene 16. Simi159 17. Kasin 18. Inibini 19. parden 20. Fluse 21. crumb 22. rokat 23.bookworm61 24. lord-byron 25. Patno 26. felicitas26 27. trollchen 28. Nisnis 29. MissRichardParker 30. Anne4007 31. sabrinchen 32. BookfantasyXY 33. MrsLinton 34. Floh 35. Meteorit 36. hannelore259 37. Leseratz_8 38. Krimiwurm 39. DerMichel 40. AberRush 41. Schaefche85 42. Naden 43. DieNatalie 44. Thrillerlady 45. heike_herrmann 46. MeiLingArt 47. KruemelGizmo Gelesene Bücher Januar: 33 Gelesene Bücher Februar: 36 Gelesene Bücher März: 59 Gelesene Bücher April: 64 Gelesene Bücher Mai: 80 Gelesene Bücher Juni: 115 Gelesene Bücher Juli: 112 Gelesene Bücher August: 107 Gelesene Bücher September: 98 Gelesene Bücher Oktober: 109 Gelesene Bücher November: 134 Gelesene Bücher Dezember: 140 Zwischenstand: 1087

    Mehr
    • 6213
    kubine

    kubine

    01. December 2015 um 16:48
  • Ein sehr persönlicher Fall für Kommissar Oppenheimer

    Odins Söhne
    Heimfinderin

    Heimfinderin

    20. November 2015 um 20:50

    Inhalt Januar 1945 in Berlin. Der zweite Weltkrieg neigt sich dem Ende entgegen, doch auch wenn die Alliierten schon nah sind, wehrt sich das deutsche Naziregime erbittert gegen die Niederlage. Nicht nur an der Front wird verbissen gekämpft, auch unter der Bevölkerung selbst gehen die Verfolgungen weiter und es wird bespitzelt und verurteilt. Deshalb ist es auch weiterhin für den ehemaligen jüdischen Kriminalkommissar Oppenheimer eine äußerst gefährliche Situation . Mithilfe seiner guten Freundin konnte er zwar unter falschem Namen untertauchen und arbeiten, aber die räumliche Trennung von seiner Frau tut weh und die Gefahr, verraten zu werden zehrt an den Nerven. Eines Tages erscheint Hildes Ehemann, ein SS-Hauptsturmführer, vor deren Tür und erbittet Hilfe. Er will untertauchen, bevor der Krieg zu Ende geht. Kurz danach wird er ermordet aufgefunden und Hilde gerät ins Visier der Ermittler. Sie passt perfekt in die Rolle der Täterin und wird zum Tode verurteilt. Oppenheimer und ein paar Freunde von Hilde setzen alles daran, den wahren Mörder zu finden und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn Todesurteile werden gerade sehr schnell ausgeführt. Im Zuge seiner Ermittlungen findet er nicht nur einige schrecklicher Erkenntnisse über den Ermordeten, sondern auch Informationen über eine seltsame Vereinigung ... Meine Meinung Ich war sehr gespannt, wie es Oppenheimer seit seinen letzten nervenaufreibenden Erlebnissen ergangen war und war erst einmal froh, dass er mithilfe von Hilde untertauchen konnte und in Berlin unter falschem Namen bisher einigermaßen gut über die Runden kam. Trotzdem hielt ich bei vielen Gelegenheiten die Luft an, weil nur der kleinste Verdacht gegen ihn fatal sein konnte. Man spürte richtig, wie besessen teilweise einige Leute waren, noch viele Feinde des Führers aufzuspüren und anzuzeigen, obwohl die Front der Alliierten immer näherkam. Das Gefühl, niemandem wirklich trauen zu können, musste zermürbend gewesen sein und entsprechend konnte ich mit Oppenheimer sehr gut mitfühlen, auch besonders dann, wenn er und seine Frau Lisa sich heimlich trafen. Seine Suche nach dem wahren Mörder von Hildes Ehemann war dann sehr spannend zu lesen, denn seine Ermittlungen erhöhten natürlich das Risiko der Entdeckung. Seine Recherchen und seine Befragungen führte er zwar so unauffällig wie möglich aus, aber Kontakte mit dem SS-Regime blieben dabei nicht aus. Und diese seltsamen Ordensbrüder lauerten auch noch im Hintergrund. Die Spannung blieb für mich dabei immer sehr hoch und ich konnte immer gut mitfiebern. Nervenaufreibend war die Handlung um die drohende Verurteilung Hildes. Rechtsprechung konnte man diese Verhandlungen nicht nennen, denn Todesurteile wurden mit den fadenscheinigsten Begründungen erteilt. Ich wurde so wütend, als ich die Anschuldigungen im Gericht mit Hilde zusammen anhören musste und ich zitterte bis zum Ende, ob Oppenheimer rechtzeitig die Beweise für Hildes Unschuld liefern konnte. Doch nicht nur der Fall und die Rettungsversuche für Hilde waren spannend zu lesen. Besonders gut gefällt mir auch die besonders authentische Atmosphäre des Krimis. Es werden so viele interessante Details über die historischen und politischen Entwicklungen in der Stadt und die Lebensumstände und den Alltag der Menschen, der ja irgendwie weitergehen musste, erzählt. Die Umgebung und die Figuren wurden dadurch besonders lebendig, finde ich. Das gefällt mir richtig gut, weil ich mich deshalb noch mehr in die damalige Zeit hineinversetzt fühlte. Man erkennt daran auch die genaue Recherche des Autors, der sogar teilweise für Dialoge seiner Protagonisten aus Originalartikeln zitiert hat (das ist auch im Nachwort nachzulesen). Dazu gehören auch die intensiven Beschreibungen der Bombenangriffe, die die Menschen in die Bunker trieb, wo sie mit Angst auf die Geräusche von außen hörten und die Erschütterungen durch die Einschläge fühlten. Diese Panik und die tödliche Bedrohung waren richtig spürbar. Ich hatte oft das Gefühl mittendrin zu sein, wenn Oppenheimer durch die zerstörten Straßen lief oder bei Alarm schnell den nächsten Luftschutzbunker ansteuerte. Die Verbindung von fesselndem Kriminalfall und erschütterndem Zeitgeschehen ist dem Autor auch bei Oppenheimers zweitem Fall wieder sehr gut gelungen und ich bin jetzt schon sehr gespannt auf den nächsten Fall, denn das Ende dieses Krimis hängt mir noch eine ganze Weile nach und ich bin gespannt auf die weiteren Entwicklungen.

    Mehr
  • Ermittlung unter Zeitdruck: Odins Söhne - Harald Gilbers

    Odins Söhne
    DunklesSchaf

    DunklesSchaf

    15. November 2015 um 19:38

    Anfang 1945 ist Richard Oppenheimer, ein jüdischer Ex-Kommissar, untergetaucht. Durch seine Freundin Hilde hat er einen Pass mit anderem Namen und kann relativ gefahrlos leben. Natürlich getrennt von seiner Frau Lisa, aber immerhin mit einigen heimlichen Treffen. Als Hildes Mann , der KZ-Arzt Erich Hauser auftaucht, und Hilde bittet, ihm zu helfen unterzutauchen, führt dies zu einer Tragödie: Hauser wird tot aufgefunden und Hilde des Mordes an ihrem Mann verdächtigt. Damit Hilde nicht in wenigen Tagen wegen Hochverrates hingerichtet wird, muss Oppenheimer sich, gemeinsam mit einigen anderen Freunden Hildes, etwas einfallen lassen, um den wirklichen Täter aufzuspüren. Die Handlung spielt in den letzten Monaten vor Kriegsende, einer Zeit, in der die Menschen erschöpft vom lange andauernden Krieg waren, ausgezehrt durch das kaum verfügbare Essen, in Furcht, ob sie nicht verraten werden, durch eine Kleinigkeit, eine Lappalie. Tägliche Bombenangriffe, Stunden in Bunkern und zerstörte Straßen, Gebäude und tote Menschen und der Feind naht. Die Stimmung ist bedrückend, verzweifelt und mit kleinen Hoffnungsschimmern versehen. Die Russen von rechts, die Amis von links – Deutschland steckt in der Mitte fest. Doch Hitler und sein Regime geben nicht auf. Auch der letzte verfügbare Mann wird zum Volkssturm eingezogen, derweil sich die zurückbleibenden Gedanken machen, wie sie sich wohl am besten umbringen könnten, bevor der Feind sie erwischt. Harald Gilbers gelingt es ausgezeichnet, die Atmosphäre von Berlin kurz vor dem Kollaps aufzuzeichnen. Nicht nur die Atmosphäre und Stimmung nehmen den Leser mit in eine Zeit, die die Schrecken unserer heutigen Zeit fast verblassen lässt, sondern er spickt dies mit unglaublich vielen Details, nicht nur aus der bekannten Geschichtschreibung, sondern aus dem Alltag, welche der Geschichte eine unheimlich realistische Note verleiht. Den ersten Teil „Germania“ kenne ich noch nicht, doch man kommt auch problemlos so in die Geschichte rein. Richard Oppenheimer, ehemaliger Kommissar, ist jüdischer Abstammung und kann glücklicherweise, mit Hilfe von Hilde, verschwinden und untertauchen. Unglücklicherweise hat er allerdings einen Pass mit dem Namen Hermann Meier erhalten, welcher ihm mitunter komische Blicke beschert (Der Name bezieht sich auf ein Zitat von Hermann Göring, welcher sagte, dass er Meier heißen wolle, wenn nur ein feindliches Flugzeug das Reichsgebiet überqueren würde). Oppenheimer ermittelt, gemeinsam mit einigen großartig gestalteten Nebenfiguren, nicht nur in Bezug auf Hausers Arbeit, die dem Leser so einige grausliche Details über die Forschungen der NS-Zeit bringt, sondern auch in eine ganz andere Richtung, die er aber lange für sich behält. Oppenheimer hat zufällig die Leiche vor allen anderen entdeckt und dort eine Anstecknadel gesehen. Da diese später verschwunden ist, gerät sie in Oppenheimers Fokus und führt ihn in geheime, okkulte Kreise, die dem Denken des NS-Regime zwar nicht unähnlich sind, aber trotzdem von Hitler verboten wurden. Nun ist eine Ermittlung während der NS-Zeit schon per se nicht einfach, als untergetauchter jüdischer Ex-Kommissar noch ein wenig schwerer und mit einer drohenden Persiflage von Gerichtsverhandlung, die mit Hildes Tod enden wird, ein riesengroßer Druck, der auf Oppenheimer lastet. Die Ermittlung der Polizei ist dann auch eher eine Schmierenkomödie und die Beweise werden auf Hilde „hingeschustert“. Zugegeben, es ist nicht einfach, den wahren Täter zu finden, aber die Anstrengung des ermittelnden Kommissars regelrecht lachhaft. Die Verhandlung, von der man weiß, dass es nicht um den Mord geht, sondern einzig und allein darum, aufzudecken, wer nicht 100% hinter dem NS-Regime steht und von Zeugen, die einen denunzieren, weil sie einen nicht leiden können, wimmelt. Oppenheimer muss also den wahren Täter finden – das ist die einzige Lösung für Hildes Problem. Durch den Zeitdruck und den drohenden Tod (durch das Fallbeil) ist die Spannung konstant hoch, während dazwischen Bomben fallen, man nie weiß, wem man trauen kann und Greueltaten aus dem Zwielicht auftauchen. Mit der Lektüre von „Odins Söhne“ wird einem ganz bestimmt nie langweilig! Fazit: Atmosphärisch dicht ist man als Leser direkt dabei in der NS-Zeit, gemeinsam mit dem jüdischen Ex-Kommissar Oppenheimer, der gegen die Zeit ermitteln muss, um seine Freundin Hilde vor dem Galgen zu retten. Hier stimmt einfach alles – Atmosphäre, Spannung und Figuren, die einem in Erinnerung bleiben. Perfekt!

    Mehr
  • dramatische letzte Kriegstage

    Odins Söhne
    gagamaus

    gagamaus

    10. November 2015 um 11:01

    Das Naziregime liegt Anfang 1945 in den letzten Zügen. Aber bis zum Schluss hat das Regime um Hitler die Fäden fest in der Hand und Juden und Regimegegner müssen weiterhin um ihr Leben fürchten und auf der Hut sein vor Entdeckung. Oppenheimer hält sich unter falschem Namen weiterhin in Berlin auf, arbeitet als Nachtwächter und versucht nicht aufzufallen. Um seine Frau Lisa nicht zu gefährden, kann er sie immer nur für kurze Zeit unauffällig treffen, denn offiziell gibt es ihn ja gar nicht mehr. Nur mit Hildes Hilfe gelingt es ihm, unerkannt zu bleiben. Statt seiner gerät allerdings dann Hilde in Gefahr, als ihr Noch-Ehemann,  Erich Hauser, sich aus dem KZ absetzt, in dem er der Lagerarzt war und mit ihrer Hilfe seine endgültige Flucht organisieren will. Durch einen  Medikamentendeal wird auch Oppenheimer in Hausers Pläne verstrickt und als eine verstümmelte Leiche als Hauser von der Polizei identifiziert wird, überschlagen sich die Ereignisse und die Polizei verhaftet Hilde unter Mordverdacht. Oppenheimer fängt heimlich an zu ermitteln und hofft, den wahren Täter zu finden, bevor über Hilde die Todesstrafe verhängt wird, was zur damaligen Zeit sehr leicht und rasant zum Tode führen konnte. Die letzten Monate des zweiten Weltkrieges werden hier auf sehr eindringliche Weise beschrieben und die Akteure taumeln zwischen den dramatischen Geschehnissen und der Suche nach dem Täter hin und her. Hilde verstrickt sich in Widersprüche, Oppenheimer findet immer mehr über Hauser heraus und das Grauen des Krieges überschattet aller Leben und Handeln. Die Gräueltaten der Nazis werden hier bis in kleinste Details beschrieben. Die geschichtlichen Tatsachen sind eng mit der Romanhandlung verknüpft und bis zum Schluss wird die Spannung hochgehalten und man bangt um Hildes Leben und Oppenheimers Sicherheit gleichermaßen. Wer die Bücher von Rademacher und Kutscher mag, der ist hier bei Harald Gilbers bestens aufgehoben.

    Mehr
  • Eine unglückliche Namenswahl

    Odins Söhne
    TochterAlice

    TochterAlice

    08. November 2015 um 10:22

    wurde für Kommissar Oppenheimers falschen Pass getroffen: er heißt jetzt nämlich Herrmann Meier und ist bereits seit einem halben Jahr - also seit Sommer 1944 - gezwungen, im Untergrund zu leben. Bereits in "Germania", dem ersten im 2. Weltkrieg spielenden Oppenheimer-Krimi, wurde mehr als deutlich, dass Richard Oppenheimer und seine Frau  Lisa es alles andere als leicht haben - in einer Mischehe lebend, hatten sie bereits seit diverse Nachteile und nachdem die Situation weiter eskalierte, konnten sie  selbst ihr bisheriges Leben: als Paar gemeinsam im sogenannten Judenhaus, in dem ihresgleichen zusammengepfercht wurde - nicht weiterführen. Der Jude Oppenheimer lebt nun ganz normal als Herrmann Meier unter Deutschen - was leider eine Trennung von Lisa mit sich bringt - und wird aufgrund seines Namens immer wieder verdächtigt, sich über Göring lustig zu machen, wodurch er natürlich eine gewisse Aufmerksamkeit auf sich zieht, was ihm alles andere als willlkommen ist. Warum? Das wie auch viele andere kleine Begebenheiten, Anekdoten und Ereignisse aus den letzten Kriegsmonaten erfahren Sie bei der Lektüre dieses Buches quasi automatisch, denn der Autor Harald Gilbers hat akribisch zum Alltag in Berlin in dieser schweren Zeit rechererchiert und baut dieses Wissen gekonnt und häufig mit einem Augenzwinkern in den Verlauf der Krimihandlung rund um Kommissar Oppenheimer ein. Und dieser hat in der Tat alle Hände voll zu tun: die Ärztin Hilde, die ihn wie viele andere vom Regime Verfolgte energisch und aufs Zuverlässigste unterstützt, bittet nun ihrerseits um Hilfe: ihr seit Ewigkeiten von ihr getrennt lebender Ehemann, ein strammer Nazi, ist ermordet worden und Hilde steht unter Verdacht! Um ihr zu helfen, tut Oppenheimer alles und sogar mehr - er begibt sich sogar in zwielichtige Halbwelten und kooperiert mit Kriminellen. Dabei hat er selbst alle Hände voll zu tun - er gilt ja nun als Deutscher und soll zum Volkssturm eingezogen werden, dazu ist es höchst schwierig für ihn, seine eigene Identität zu schützen. Und ab und zu zumindest will er ja auch noch Lisa treffen! Der Alltag im zusammenbrechenden Naziregime mitten in Berlin - Gilbers versteht ihn packend und trefflich zu schildern, auch die Krimihandlung kommt schlüssig und spannend rüber. Ein historischer Krimi also, dem an nichts fehlt. Ich würde sogar sagen, er ist viel mehr als das, denn erstens ist er stilistisch wunderbar und damit ein Lesegenuss, zudem ist die Handlung wirklich spannend und es tun sich Abgründe auf, von denen auch denjenigen, die so einiges über den Nationalsozialismus wissen, vieles unbekannt ist. Ich zumindest hoffe, dass es noch reihenweise Oppenheimer-Krimis - die meisten dann sicher zur Nachkriegszeit, in der ja auch einiges los war, geben wird, und schwöre bereits jetzt, ihm bedingungslos treu zu bleiben. Und natürlich werde ich die Bücher reihenweise verschenken, damit auch meine Lieben zu Oppenheimer-Fans werden können!

    Mehr
  • Kann Oppenheimer Hilde retten?

    Odins Söhne
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    06. November 2015 um 15:12

    Wir befinden uns im Jahre 1945. Während die Menschen begreifen, dass der Krieg nicht mehr gewonnen werden kann, streut die Propaganda immer noch Durchhalteparolen. Auch der KZ-Arzt Erich Hauser sieht, wie das ausgehen wird und setzt sich ab, um unter neuer Identität seine Vergangenheit abzustreifen. Doch dann wird in einer Berliner Wohnung seine Leiche gefunden, ohne Kopf und Hände. Seine Frau Hilde von Strachwitz wird festgenommen, weil man ihr zur Last legt, ihren Mann ermordet zu haben. Der ehemalige Kommissar Richard Oppenheimer, der offiziell verstorben ist, nun aber dank Hilde als Hermann Meier lebt, versucht Hildes Unschuld zu beweisen. Er findet Hinweise auf eine merkwürdige Gruppe, die sich dem Kult der Germanen verschrieben hat. In dieser Zeit bringen die Umstände das Gute im Menschen genauso verstärkt hervor wie das Schlechte. So sorgt Hilde mit einer kleinen Gruppe dafür, dass Verfolgte – wie auch Oppenheimer – versteckt, versorgt und mit neuen Papieren versehen werden. Sie gehen damit große Risiken ein, denn sollte man sie erwischen, droht die Todesstrafe. Hauser dagegen steht für einen der besonders Schlechten. Er hat im KZ brutale Versuche an Menschen unternommen und viele so in einen qualvollen Tod geschickt. Auch nachdem er desertiert ist, ist ihm jedes Mittel recht, damit er reingewaschen dastehen kann, wenn der Krieg zu Ende ist. Aber auch andere gehen rücksichtslos vor, um möglichst ungeschoren durch die Zeit zu kommen. Denunziation wegen oft lächerlicher Kleinigkeiten gehört zum Alltag. Das Falsche gesagt, einen Feindsender gehört, schon droht die Todesstrafe. Es ist eine Zeit, in der man niemandem trauen kann. Trotz des Risikos gelingt es Oppenheimer auch in dieser Zeit, den Kontakt zu seiner Frau Lisa aufrecht zu erhalten. Es ist schön und traurig zugleich, wenn sie sich an einem Treffpunkt Blicke zuwerfen, aber nicht miteinander reden können. Ganz eindringlich sind die Verhältnisse die Situation im damaligen Berlin geschildert. Die Menschen hungern, leben in zerstörten Häusern und müssen ihren Lebensrhythmus dem Bombenalarm anpassen. Von Tag zu Tag verschlimmert sich die Situation. Obwohl der Krieg verloren ist, werden die letzten alten Männer noch mobilisiert. Es ist bedrückend, wie emotionslos sich Menschen über Selbstmord unterhalten, den sie begehen wollen, wenn die Russen in Berlin einmarschieren. Während die einen hungern, feiern Bonzen rauschende Feste, bei denen es an nichts fehlt, wie Oppenheimer bei seinen Ermittlungen verblüffend feststellen muss. Auch das Rechtssystem ist eine Farce. Der Volkskörper muss gesund erhalten werden. Dafür ist jedes Mittel recht. Verbrechen werden nicht mehr aufgeklärt, sondern einfach abgeurteilt. Es wird nicht mehr gefragt, ob Zweifel an der Schuld besteht, nein, man muss seine Unschuld beweisen. Daher kann Hilde ihre Hoffnung nur auf Oppenheimer setzen. Warum aber hält sie Informationen zurück, die sie entlasten könnten? Dass der Autor Harald Gilbers für dieses Buch sehr genau recherchiert hat, spürt man auf jeder Seite des Buches. Das sorgt dafür, dass man mitleidet, sich ängstigt und vor allem wünscht, dieses nie erleben zu müssen. Denn es ist keine Geschichte, es ist die grauenhafte Realität, die mit einem fiktiven Kriminalfall verbunden ist. In Berlin herrscht Verdunkelung und diese Dunkelheit ist beständig spürbar. Ein interessantes historisches Buch, das einen noch lange beschäftigt.

    Mehr
  • Spannender zweiter Fall für Oppenheimer

    Odins Söhne
    odenwaldcollies

    odenwaldcollies

    06. November 2015 um 10:49

    Berlin im Januar 1945: Der ehemalige jüdische Kommissar Oppenheimer lebt und arbeitet dank seiner Freundin und Unterstützerin Hilde unter falschen Namen in der Reichshauptstadt, während die Kriegsfront der Alliierten immer näher rückt. Eines Tages steht überraschend Hildes Ehemann, der SS-Hauptsturmführer Erich Hauser, vor ihrer Türe und bittet sie um Hilfe, weil er untertauchen will. Das Paar lebt zwar seit Jahren getrennt, aber dennoch hilft sie ihm. Kurze Zeit später wird Hauser ermordet aufgefunden und der Verdacht fällt auf Hilde. Als sie verhaftet wird, müssen Oppenheimer und Hildes Freunde alles riskieren, um sie vor der Todesstrafe zu bewahren. Nachdem mich der erste Band um Oppenheimer bereits überzeugen konnte, war ich sehr gespannt auf diesen zweiten Teil. Vor allem, wie es ihm und seiner Frau Lisa nach den Geschehnissen aus „Germania“ ergangen ist. Oppenheimer kann dank Hildes Unterstützung unter falschem Namen in Berlin leben und arbeiten. Allerdings ist der Preis dafür hoch: da Oppenheimer offiziell als tot gilt, darf er sich mit Lisa nur heimlich treffen, eine Trennung, die beiden Partnern sehr schwer fällt. Genauso spannend wie der Kriminalfall sind aber auch wieder die vielen Details aus dem damaligen Leben und Alltag, die historisch belegt und oftmals wortwörtlich übernommen wurden. Dabei geht der Autor so gekonnt vor, dass diese Details die Geschichte perfekt abrunden und die damalige Lage aus verschiedenen Perspektiven vielschichtig betrachtet wird. Erich Hauser war KZ-Lagerarzt in Auschwitz und hat dort Versuche an Menschen durchgeführt hat. Obwohl ich weiß, welche Gräuel damals begangen wurden, sind die Details dazu in dem Buch immer wieder schockierend und das eine oder andere Detail wir mir so bisher auch nicht bekannt. Was die Nachforschungen zu Hildes Unschuld angehen, kommt es zu einem Wettlauf mit der Zeit: obwohl die Niederlage vor der Tür steht, hat das keinerlei Auswirkungen auf die Rechtsprechung (die im Übrigen diesen Namen nicht verdient), im Gegenteil, Todesstrafen werden noch schneller ausgesprochen und ausgeführt. Man zittert mit den Protagonisten, die jetzt auf einen schnellen Sieg der Alliierten hoffen, der für Hilde sehr hilfreich wäre. Im Gegensatz zu den Figuren wissen wir Leser ja, wann der lang ersehnte Tag kommen wird. Und dazwischen immer wieder die flächendeckenden Bombenangriffe, die die Berliner in die Luftschutzbunker zwingen. Sehr gut ist hier die bedrückte und teilweise panische Stimmung während der Angriffe beschrieben. Das Ende des Buches bringt einige Überraschungen und finde ich sehr gelungen und realistisch. Ich freue mich sehr darüber, dass der Autor weitere Bände mit Oppenheimer geplant hat.

    Mehr
  • Die Tage der Dunkelheit

    Odins Söhne
    Havers

    Havers

    29. September 2015 um 21:02

    „Germania“, der Ende 2013 erschienene Debütroman des Autors und Historikers Harald Gilbers war für mich eine äußerst positive Überraschung, und mit entsprechend hohen Erwartungen bin ich an die Lektüre des Nachfolgers „Odins Söhne“ herangegangen. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich wurde nicht enttäuscht. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 1945, das Ende der Nationalsozialisten ist nahe. Doch noch immer leben die Menschen in Angst und Schrecken vor der Brutalität und Willkür von Hitlers Schergen. Noch immer wird mit Regimegegnern kurzer Prozess gemacht und Juden verfolgt und in Konzentrationslagern zu Tode gequält. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Richard Oppenheimer, ehemals erfolgreicher Kommissar der Berliner Polizei, aber aufgrund seiner jüdischen Herkunft aus dem Dienst entlassen, sein Dasein im Untergrund fristet. Er kommt zwar mit  Schwarzmarktgeschäften über die Runden kommt, aber die Angst vor Entdeckung und Deportation ist groß. Glücklicherweise erhält er von seiner guten Freundin Hilde, einer Widerstandskämpferin mit guten Beziehungen, Unterstützung in Form neuer Papiere. Aber dann kehren sich die Verhältnisse um, denn Hilde wird von der Gestapo verhaftet. Sie steht unter Verdacht, ihren Ex-Ehemann SS-Hauptsturmführer Erich Hauser ermordet zu haben, ein Nazi-Scherge wie er im Buche steht: Lagerarzt in eine Konzentrationslager, skrupellos im Umgang mit den Gefangenen, die er für menschenverachtende Experimente missbraucht. Den drohenden Untergang des Dritten Reiches vor Augen, wollte er sich offenbar absetzen. Und weil man für einen Neuanfang finanzielle Mittel braucht, hatte er größere Mengen Morphium gestohlen, die er auf dem Schwarzmarkt verkaufen wollte. Nun gilt es für Kommissar Oppenheimer. Er muss Hildes Unschuld beweisen und unter allen Umständen verhindern, dass sie vor Gericht gestellt wird, denn das wäre ihr sicherer Tod. Und so nimmt er die Ermittlungen auf, immer in Gefahr, sein eigenes Leben dafür in die Waagschale zu werfen… Wie bereits in dem Vorgänger „Germania“ punktet der Harald Gilbers in „Odins Söhne“ einmal mehr durch seine stimmigen Beschreibungen. Es sind die Tage der Dunkelheit, die letzten Wochen vor Kriegsende in Berlin. Die Stadt zerstört und im anhaltenden Bombenhagel, die Menschen ohne Hoffnung, jeden neuen Tag um ihr Leben fürchtend - eine dunkle Zeit, geprägt von Mangel und Angst. Auf der anderen Seite die Nazis und ihre Unterstützer, skrupellos und ohne Hemmungen ihre Macht missbrauchend, selbst oder gerade mit dem drohenden Untergang vor Augen. Es ist keine Fiktion, die der Autor beschreibt, man merkt die intensive Recherchearbeit in jedem Satz. Er belegt seine Schilderungen mit Quellen - ein Historiker, der sich der Wahrheit verpflichtet fühlt. „Odins Söhne“ - ein gehaltvolle Roman, nicht nur für historisch Interessierte, dem ich viele Leser wünsche!

    Mehr
  • Mordermittlungen in der düsteren Atmosphäre des zerbombten Berlins, 1945 - Starker Tobak!

    Odins Söhne
    Immchen

    Immchen

    27. September 2015 um 11:30

    Mein Einruck: Nach dem Erfolg des Romanes „Germania“, für den Autor Harald Gilbers mit dem renommierten Friedrich – Glauser - Preis ausgezeichnet wurde, lässt er seinen Kommissar Richard Oppenheimer zum zweiten Mal in Berlin ermitteln. Allerdings ist dieser aufgrund seiner jüdischen Herkunft inzwischen untergetaucht und nicht mehr als Ermittler in der Berliner Mordkommission tätig. Unter dem Namen Hermann Meier versucht er ein unauffälliges Leben zu führen, arbeitet als Nachtwächter in einer Bank und bewohnt eine kleine bescheidene Wohnung. Die regelmäßigen Treffen mit seiner Ehefrau Lisa sind von großer Vorsicht und Heimlichtuerei geprägt – zu groß ist für beide das Risiko, entdeckt und denunziert zu werden. Einzig die Freundschaft zu Hilde von Strachwitz, die als Ärztin arbeitet und im Hintergrund gemeinsam mit anderen Regimegegnern eine Art Netzwerk aufgebaut hat, um Untergetauchten zu helfen, ist für Oppenheimer alias Meier überhaupt eine Möglichkeit, Hilfe und Rat in seiner Situation zu bekommen. Der Roman deckt ein Zeitfenster ab, in dem es nur zwei Möglichkeiten für die Bevölkerung gab: entweder bedingungslose Unterstützung des nationalsozialistischen Regimes oder aber ein Dasein in ständiger Furcht vor Entdeckung und Denunziation. Während Berlin durch die Alliierten zunehmend zerstört wird, hofft der eine Teil der Bewohner, dass es einfach bald vorbei sein wird, während die Nazis noch einmal im wahrsten Sinne des Wortes alles auffahren: auch Meier, bis dahin unbehelligt geblieben, soll plötzlich beim Volkssturm eingezogen werden. Da bereits ein Großteil der deutschen Männer als Soldaten an der Front gefallen oder in Kriegsgefangenschaft verschollen ist, werden nun durch Hitlers Schergen quasi als letztes Aufgebot alle anderen herangezogen, die bisher verschont geblieben sind: halbwüchsige junge Männer, genauso wie ältere Männer und solche, die aufgrund ihrer zum Beispiel rüstungsrelevanten Tätigkeiten vorher eine Begründung hatten. Doch die Einberufung zum Volkssturm ist nicht Meiers einziges Problem: aus Angst vor Entdeckung entzieht er sich dem nicht. Aber als ausgerechnet Hilde unter Mordverdacht verhaftet wird, versucht er gemeinsam mit einem Anwalt und zwei weiteren Vertrauten von Hilde, auf eigene Faust zu ermitteln. Hilde soll ihren Ehemann, den SS – Hauptsturmführer und KZ – Lagerarzt Erich Hauser getötet haben und leider sprechen die Indizien absolut gegen sie. Meier alias Oppenheimer hat Hauser erst kurz zuvor kennengelernt und Einiges an der Geschichte ist für ihn zunächst unklar. Zusammen mit den Anderen beginnt er zu ermitteln, wobei ihm seine Erfahrungen als Kommissar bei der Berliner Mordkommission und auch Kontakte zur Berliner Unterwelt zugute kommen. Es gelingt ihm, Zeugen ausfindig zu machen und durch die Befragungen eine Menge Details hervorzubringen, so dass sich langsam ein Bild ergibt, das Hilde vielleicht vor der scheinbar unabwendbaren Todesstrafe bewahren könnte. Gilbers hat seinen Roman in Kapitel gegliedert, die jeweils mit Daten überschrieben sind. So zieht sich die Handlung im Zeitraum von Januar bis März 1945, sowohl jahreszeitlich als auch historisch eine dunkel-düstere und kalte Zeit. Mit Bombenangriffen in beinahe jeder Nacht und drohender Hungersnot für die Bevölkerung, blühenden Schwarzmarktgeschäften und dem verzweifelten Versuch aller, das jeweils Beste aus der Situation zu machen. Die Charakterisierung dieser Zeit gelingt überzeugend und wird vom Autor noch gewürzt, indem er einen Germanenkult in den Plot mit einbaut. Die Gestaltung des Umschlages ist gleichermaßen düster und entspricht damit passend dem Inhalt. Mein Fazit: Soviel vorab: „Odins Söhne“ ist nichts für schwache Nerven! Der Roman glänzt zwar nicht durch sprachliche Raffinesse oder bildreiche Schnörkel. Stattdessen nimmt die klare und dialogreiche Sprache schnell Fahrt auf und fesselt den Leser mit belegbarer Zeitgeschichte, nicht ohne die düstere Atmosphäre zu verbreiten, die in diesem Kapitel unserer Geschichte geherrscht haben muss. Die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten und die Stimmung in der Bevölkerung, die irgendwo zwischen der Hoffnung auf Erlösung und verzweifeltem Festhalten am Regime schwankte, wird ausgezeichnet durch Gilbers festgehalten. Sein Protagonist Oppenheimer, der als Jude selbst die Entbehrungen am eigenen Leib zu spüren bekommt und nur durch sein Untertauchen zunächst überleben kann, ist ein nüchtern ernsthafter Mensch. Selbstverständlich und selbstlos versucht er, seiner Unterstützerin Hilde durch seinen Einsatz zu helfen, so wie diese im Widerstand zuvor zahlreichen Menschen geholfen hat. Die Charaktere im Buch sind allesamt gut und vielseitig ausgearbeitet. Verglichen mit anderen historischen Romanen, die etwa zur selben Zeit spielen, wie beispielsweise von Volker Kutscher oder Susanne Goga, ist jedoch der Unterhaltungswert von „Odins Söhne“ nicht ganz so groß, was mir persönlich ein bisschen fehlte. Nichtsdestotrotz bleibt dieser Roman aber ein überaus spannender Krimi mit erstklassig recherchiertem historischen Background, den man sich nicht entgehen lassen sollte! Das offene Ende lässt darüber hinaus hoffen, dass wir von Oppenheimer hören werden.

    Mehr