Harald Martenstein , Tom Peuckert Schwarzes Gold aus Warnemünde

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Inhaltsangabe zu „Schwarzes Gold aus Warnemünde“ von Harald Martenstein

»Die Idee ist so grandios wie herrlich blödsinnig.« MDR

»Harald Martenstein ist Kult.« Berliner Zeitung Nun lässt er zusammen mit Tom Peuckert die DDR weiterleben.

2015 feiert die DDR 25 Jahre Erdöl-Sozialismus – beneidet von den verarmten Westlern. Zwei mutigen Reportern gelingt, wovon viele nur träumen: ein Blick hinter die Kulissen. Der Westdeutsche Martenstein und der systemkritische DDR-Bürger Peuckert lernen die Schattenseiten des Imperiums kennen. Als Masseur, Portier, Broilerbrater begeben sie sich in Lebensgefahr.

»Dieses Buch ist klasse, intelligent, fantasiereich.« SWR3

»Sehr unterhaltsam und lustig.« HR2 Kultur

Weniger eine Vision von etwas, sondern eher eine lose Anhäufung von Gags - vereinzelt ganz unterhaltsam, aber in der Summe too much. Sorry.

— LitteraeArtesque

Nicht wie erwartet ein Roman, sondern eine Aneinanderreihung loser Artikel ohne großen Zusammenhang. Satire ja, aber anstrengend.

— parden

Amüsant, aber nicht bauchlachenlustig. Interessant, aber nicht sehr tief.

— Yuyun

Alles fällt zurück auf die Menschen, jeder ist des anderen Teufel. Opportunismus, Gier, Machtstreben - und der Traum vom bessern Menschen?

— Mixay

hier läßt sich über Sinn und Unsinn der Lektüre diskutieren, für mich war sie nur peinlich und enttäuschend

— Buchmagie

DDR-Geschichte in Form einer satirischen Utopie. Ich habe mich herzlich darüber amüsiert.

— seschat

Kurzweilig

— karatekadd

Etwas verschrobenen aber auch unterhaltende Geschichte. Die DDR als Chef der ölexportienden Staaten.

— karatekadd

Einige nette Einfälle, aber irgendwie bleibt vieles nur Stückwerk.

— Gulan

Ich habe das Buch heute nach 60 Seiten abgebrochen, da es mich überhaupt nicht fesseln konnte :-(.

— hasirasi2

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  • Ein satirischer Gegenentwurf...

    Schwarzes Gold aus Warnemünde

    parden

    20. August 2017 um 21:58

    EIN SATIRISCHER GEGENENTWURF...Im Herbst 1989 wird nahe der DDR-Ostseeküste ein riesiges Ölvorkommen entdeckt. Die DDR überlebt nicht nur - sie ist sogar plötzlich das reichste Land der Welt. Alles ist Gold. Wirklich alles? Nein! Zwei unerschrockene Undercover-Reporter - der Westdeutsche Martenstein und der systemkritische DDR-Bürger Peuckert - entlarven die Schattenseiten des Petro-Sozialismus. Ganz oben und ganz unten.Hier wird der Lauf der Geschichte einfach umgeschrieben: das Buch erzählt von einer DDR, die 1990 nicht untergegangen ist, sondern als reiche Ölnation weiterexistiert. Westdeutsche Gastarbeiter erledigen die Drecksarbeit, und das Leben vieler Prominenter ist ein bisschen anders verlaufen: Angela Merkel floh nach New York, nachdem sie in Bautzen inhaftiert war - ihr größtes Problem in der DDR war, dass es dort keinen vernünftigen Joghurt gab. Karl-Theodor Guttenberg legte seinen Adelstitel ab, um Wirtschaftsminister in Ost-Berlin werden zu können. Hartmut Mehdorn lehnte den Posten als Vorsitzender der Deutschen Bahn in der BRD ab und wurde statt dessen Vorsitzender des Computerkonzerns Robotron in Dresden. Gregor Gysi kümmert sich als Kulturminister des SED-Staats um die Neuverfilmung von DDR-Klassikern (wie beispielsweise 'Paul und Paula' mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet) und gibt unterhaltsame Interviews, in denen er im Grunde nichts sagt. Und Kati Witt präsentiert sich als männermordender Vamp mit einem Näschen fürs große Geld und moderiert gemeinsam mit Kai Pflaume das Ost-Dschungelcamp auf Kuba."Erdöl ist der Betriebsstoff der modernen Zivilisation, der sagenhafte Goldschatz im Untergrund, die Quelle des großen Weltenbrandes. Wegen ihres Ölreichtums ist die DDR heute in gewaltige Entscheidungsschlachten involviert. Entfesselte Naturenergie contra zähmend-maßvolle Menschenkraft, weltenstürzende Besitzgier versus weltenbauende Liebe. Aber das Land will von all dem nichts wissen." (S. 177 f.)Die erste Enttäuschung beim Lesen kam bereits realtiv zu Beginn des Buches. Denn hier handelt es sich nicht wie von mir erwartet um einen Roman, sondern eher um eine Aneinanderreihung loser miteinander verknüpfter Beiträge in der Art einer Zeitungskolumne. Positiv zu vermerken ist, dass man den beiden Autoren attestieren muss, dass sie über ein hohes Maß an Phantasie verfügen und ihren satirischen Gegenentwurf zur Entwicklung nach dem Mauerfall konsequent durchdacht haben. Selbst die Vita der Autoren wurde auf die veränderten Ereignisse hin abgestimmt. Manche der geschilderten Ereignisse und Begegnungen waren auch ganz unterhaltsam, doch den Großteil der Berichterstattung fand ich eher anstrengend oder auch langweilig zu lesen (s. auch das Zitat). So legte ich das Buch auch nach jedem Kapitel erst einmal wieder weg, wodurch sich die Lektüre ungewohnt in die Länge zog.Erwartet hatte ich eine intelligente Satire. Bekommen habe ich  weniger eine Vision von etwas, sondern eher eine lose Anhäufung von Gags, die großteils von ihrem (berühmten) Personal leben à la 'Was wurde aus der und dem in der dieser DDR'? Vereinzelt wären die Artikel ganz unterhaltsam gewesen, aber in der Summe war es einfach too much. Sorry.© Parden

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    • 7
  • Wenn das so gekommen wäre ....

    Schwarzes Gold aus Warnemünde

    Duffy

    30. December 2016 um 17:09

    Statt des "unverzüglichen Inkrafttretens der Reisefreiheit" verkündet Schabowski stattdessen Erdölvorkommen an der Ostseeküste. Öl für alle. Unverzüglich. Aus dieser Grundidee zimmern die Autoren Martenstein und Peuckert die jüngste Geschichte. Die DDR als reichstes Land der Erde. Als Undercoverreporter gehen sie den reichen Sozialismus an und schildern, was durchaus hätte sein können, wenn nicht der Besserwessi, sondern die Bossis das Sagen gehabt hätten. Dabei bleiben sie trotz aller Absurdität immer irgendwie hart an einer Realität, die uns nicht unbekannt erscheint, wenn man ehrlich ist. Entscheidend ist dabei nicht so sehr das System, das in dieser und in jeder anderen Form wahrscheinlich nicht besser gearbeitet hätte als in der Realität, entscheidend ist der Deutsche an sich, eingebettet in welches System auch immer, trägt er typische Merkmale an sich, die auch systemimmanent nicht verändert werden können.Ein tolles Experiment. Dass sich die Autoren dem Stoff in satirischer Form angenähert haben, ist naheliegend. Doch sogar hier blickt man ab und an von der Lektüre auf und der Lacher will im Halse stecken  bleiben. Nie  ist man weit von der möglichen Realität entfernt. Auch heute noch.

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  • peinlich und enttäuschend

    Schwarzes Gold aus Warnemünde

    Buchmagie

    09. December 2016 um 12:38

    Rezi zu: „Schwarzen Gold aus Warnemünde“ Autor: Harald Martenstein, Tom Peuckert Genre: Roman / satirische Utopie Verlag: atb Buchinformation: Die DDR feiert 2015 ihr 25 Jähriges Erdöl – Sozialismus Jubiläum und wird dabei von den verarmten Westlern beneidet. Wovon viele träumen gelang zwei mutigen Reportern, sie schauten hinter die Kulissen der systemkritischen DDR und lernen dabei die Schattenseiten des Imperiums kennen. Meinung: Das Autorenduo hat sich hier an einer DDR Geschichte in Form einer satirischen Utopie versucht. Was so auf den ersten Blick neugierig macht und eine spannende, humorvolle Lektüre mit einer Mischung aus Sarkasmus erwarten lässt wurde jedoch sehr schnell peinlich und enttäuschend. Beim Lesen war es so, als wurde man von den Autoren von einer Geschichte in die nächste „geschmissen“, es war total verwirrend und ein Zusammenhang, sprich der rote Faden war überhaupt nicht zu erkennen. So ist die Hintergrundstorry, wenn man sie überhaupt so nennen kann, recht dürftig, schwach und war für mich enttäuschend. Zusätzlich ist der Schreibstil stellenweise doch sehr von einer ordinären Sprache gekennzeichnet, die mache Leser ganz schön Abstoßend empfinden kann. Insgesamt lässt sich hier wohl über Sinn und Unsinn der Lektüre diskutieren, für mich gehört sie zu den Flops, denn ich habe mich selten über ein Buch so geärgert und war selten so enttäuscht.

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  • Satirische Glanzleistung

    Schwarzes Gold aus Warnemünde

    seschat

    09. December 2016 um 09:34

    Harald Martenstein und Tom Peukert haben mit ihrem Roman "Schwarzes Gold aus Warnemünde" eine ungemein unterhaltsame Utopie geschaffen, deren skurrile Entwicklungen kein Leserauge trocken lässt. Man stelle sich folgendes Szenario vor. Die DDR gibt es noch und sie ist nicht 1989 aufgelöst worden. 2015 feiert sie sogar 25 Jahre Erdöl-Sozialismus und ist wegen des umfangreichen Erdöl-Vorkommens in Warnemünde finanziell bestens aufgestellt. Diese Tatsache allein ist schon recht absurd, aber was darauf folgt, ist noch amüsanter. Denn bekannte Politiker wie Angela Merkel, Gregor Gysi, Sahra Wagenknecht und Karl-Theodor zu Guttenberg haben ganz unterschiedliche Rollen innerhalb des DDR-Regimes eingenommen. So ist Kanzlerin Angela Merkel nach New York geflüchtet, Guttenberg ist Wirtschaftsminister, Wagenknecht eine linke Yogalehrerin und Gregor Gysi Kulturminister. Diese bunte Mischpoke wird noch komplettiert durch die vor sich hin dilettierenden Lebenskünstler Peukert und Martenstein, die als Journalist, Masseur oder auch als Broilerbrater arbeiten und dabei Walraff gleich DDR-Forschungen betreiben. Hier haben sich die beiden Autoren einfach selbst in die Geschichte miteingebracht - eine geniale Idee der beiden Zeitgenossen. Mein persönliches Highlight waren die 99 Fragen an Herrn Gysi und dessen pointierte sowie launige Antworten. Dieses Buch ist politischer Nonsens, macht aber gerade deshalb eine Menge Spaß. Alle Schwächen des DDR-Staats gibt es auf einmal nicht mehr. Und die Westdeutschen sind im Nachteil; werden sogar von Ursula von der Leyen regiert. Insgesamt eine mehr als kurzweilige, verquere Geschichtsklitterung, die Historiker als auch Laien zum Lachen bringen wird und über die Frage nachdenken lässt: Was wäre gewesen, wenn...? FAZITDieses Buch muss man einfach gelesen haben. Die DDR wird hier ordentlich durch den Kakao gezogen

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  • Gewinnt die 15 Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2015!

    Lua und die Zaubermurmel

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    Die Vorweihnachtszeit ist doch die schönste Zeit im Jahr für tolle Buchempfehlungen, oder? Da es ja schon eine kleine Tradition geworden ist, möchten wir vom LovelyBooks Team euch auch 2015 wieder unsere Lieblingsbücher des Jahres empfehlen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, das alle 15 Bücher enthält, glücklich machen! Bevor es mit den einzelnen Lieblingsbüchern losgeht, möchten wir euch aber ein wunderbares Kinderbuch ans Herz legen, das uns alle bezaubert hat und das Klein und Groß mit seiner berührenden Geschichte in seinen Bann zieht! "Lua und die Zaubermurmel" ist unser gemeinsamer Buchtipp für das Jahr 2015. Unsere Buchempfehlungen: 1. kultfigur empfiehlt: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq Ein hochinteressantes Gedankenspiel zum schlummernden Konfliktpotential in unserer Gesellschaft und der Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Zeitlos und aktuell zugleich. Für mich ein geniales Buch, gerade weil es stellenweise auch banale und langweilige Seiten hat - denn so sind wir Menschen nunmal. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel" von Bradley Somer Ein Goldfisch fällt aus dem 27. Stock - vorbei an den vielen Fenstern des Hochhauses und den Geschichten der Menschen dahinter. Gekonnt verknüpft Bradley Somer die einzelnen Schicksale dieser Menschen - mal ganz gewöhnlich, mal total abstrus und verbindet sie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das man in dieser Form bestimmt noch nicht gelesen hat! Genial! 3. TinaLiest empfiehlt: "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann Ralf Rothmann hat mich mit seinem sprachlich sehr beeindruckenden Roman "Im Frühling sterben" aus einer Leseflaute geholt: Ich habe ebenso gebannt wie erschüttert von den Erlebnissen des Protagonisten Walter während der letzen Monate im zweiten Weltkrieg gelesen & auch nach dem Lesen hat mich der Roman nicht so schnell losgelassen. Ein beeindruckendes, leises und sehr starkes Buch! 4. doceten empfiehlt: "Chaos" von David Mitchell In "Chaos" erzählt David Mitchell in neun Geschichten über den freien Willen des Einzelnen in einer deterministisch-chaotischen Welt - nicht das kleinste Thema für einen Debütroman. Nahezu mikroskopisch klein sind jedoch oft die verbindenden Elemente zwischen den Geschichten, bis sie sich in ein großes Ganzes fügen, das wir wohl Leben nennen. Wer die Erzählweise aus dem bekannteren "Cloud Atlas" mag, wird auch von "Chaos" begeistert sein - ich bins! 5. Malista empfiehlt: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" von Mamen Sánchez Es gibt Bücher, die liest man und am Ende waren sie gut. Und es gibt Bücher wie Mamen Sanchez' "Die schönste Art sein Herz zu verlieren", erschienen im Thiele Verlag, welches einen auf eine Reise mitnimmt, die niemals enden soll! Die Faszination des Buches liegt in den pointierten Beschreibungen der Protagonisten, ihrer Herkunft und ihrer Lebensstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unbedingt lesen! 6. ValerieLiebtLesen empfiehlt: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili Ich habe das Familienepos dieses Jahr im Sommerurlaub in Portugal gelesen und war vom ersten Moment an gefesselt von dieser spannenden Geschichte rund um acht beeindruckende Frauenfiguren. Die 1200 Seiten habe ich verschlungen und danach war ich fast ein wenig wehmütig, dass die Geschichte "schon" rum war. Grandios! 7. Sophia29 empfiehlt: "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz In diesem Jahr bin ich auf den Sherlock Holmes-Geschmack gekommen. Deswegen zählt „Das  Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz zu meinen absoluten Lesehighlights 2015. Die ersten Seiten dieses Buches haben ausgereicht, um mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen:   London im November 1890 – der unvergleichliche Detektiv Sherlock Holmes und sein alter Freund Dr. Watson setzen alles daran, das Geheimnis um „Das weiße Band“ schnellstmöglich zu lüften, um   weitere Morde zu verhindern. Ich habe die beiden wirklich gerne auf ihrer Verfolgungsjagd begleitet und von Seite zu Seite mehr der Auflösung dieses dubiosen Falls entgegengefiebert. Dieses Buch bietet nicht nur durch und durch sympathische Protagonisten und einen einzigartigen Stil des Autors, sondern garantiert vor allem auch Spannung bis zum Schluss. 8. HannaBuecherwurm empfiehlt: "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss Lasst euch nicht vom schleppenden Anfang des Buches trügen! Sobald ihr diesen einmal hinter euch habt, wird euch das Buch vollkommen fesseln und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Vor allem der originelle Schreibstil macht dieses Buch aus, macht euch darauf gefasst, wiederholt in Lachen ausbrechen zu müssen. Das Buch ist der Auftakt zu einem fantastischen Fantasy-Epos, auf dessen Fortsetzung ich nun richtig gespannt bin! 9. aba empfiehlt: "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie Gegen Ende des Jahres nur ein Lieblingsbuch zu nennen, fällt einem oft schwer, wenn fast jedes gelesene Buch diese Auszeichnung verdienen könnte. Dieses Mal ist es bei mir nicht so, ich musste keine Sekunde lang überlegen, die Entscheidung stand schon im Frühjahr fest. "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie ist mein absolutes Lieblingsbuch aus 2015. Für so viel Leidenschaft, so konsequente und menschliche Charaktere, und eine glaubhafte und spannende Entwicklung habe ich dieses Buch sehr geliebt. 10. Kathycaughtfire empfiehlt: "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee Eines der Bücher, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben sollte. Es ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, aber einer, den man schlichtweg lieben muss. Die Geschichte ist wunderschön, die Botschaft nach wie vor eine unglaublich wichtige und Harper Lee eine grandiose Autorin. 11. markusros empfiehlt: "Vom Inder, der auf dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden" von Per J. Andersson Das Buch und speziell der so mutige Pikay haben mir die eigene Lust am Abenteuer und an fernen Ländern nicht nur in den Lesestunden zurückgebracht. Ich bewundere den Mut, sich aus Überzeugung für eine Sache in Situationen zu begeben, ohne vorher alle Eventualitäten intellektuell durchdacht und durchdrungen zu haben. 12. Tree_Trunks empfiehlt: "Altes Land" von Dörte Hansen Für mich ist "Altes Land" von Dörte Hansen eines der besten Bücher 2015 gewesen. Die Geschichte beschreibt die kleinen Wunden, die sich die Generationen einer Familie gegenseitig zufügen können und erzählt von der Bürde der Vergangenheit. Gleichzeitig hat Dörte Hansen einen tollen Humor, der mich wirklich laut zum Lachen gebracht hat und der von einer ungetrübten Menschenkenntnis zeugt. Ein großartiges Buch über menschliche Stärken und Schwächen! 13. Tasmetu empfiehlt: "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai Dieses Buch war so viel mehr als das, was ich erwartet habe und ließ mich tief berührt und nachdenklich zurück. Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat, ihrer Flucht. Sympathisch, aufrüttelnd, aktuell. 14. nordbreze empfiehlt: "Bora" von Ruth Cerha Die Frankfurter Verlagsanstalt sollte dieses Buch nur zusammen mit einem Flugticket nach Kroatien verkaufen. Obwohl ich schon immer eine Wasser-Sehnsucht hatte, war diese noch nie so stark wie beim Lesen von "Bora". Ich möchte auch eine Insel erkunden, klettern, schwimmen, Wein trinken (ich mag gar keinen Wein ..) und Fisch essen. Ruth Cerha beschreibt das Inselleben einfach, alltäglich, aber trotzdem prägnant, so dass man das Gefühl hat, schon einmal dort gewesen zu sein (was ich für mich ausschließen kann. Ich war noch nie in Kroatien). Hinzu kommen mit Mara und Andrej zwei unaufdringliche Protagonisten, deren Liebesgeschichte so dezent aufgestellt ist, eigentlich will ich das gar nicht Liebesgeschichte nennen. Zwischen den beiden herrscht einfach eine große Vertrautheit, die ohne große Worte auskommt. Seid ihr neugierig auf unsere 15 Lieblingsbücher 2015 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 6. Januar Zeit, bei der Verlosung eines tollen Buchpakets mit allen 15 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns über den "Jetzt bewerben"-Button ganz oben nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir selbst immer so gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Welche sind eure Buchgeschenktipps des Jahres? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 990
  • Satirische Utopie

    Schwarzes Gold aus Warnemünde

    krimielse

    Harald Martenstein, Redakteur, Journalist und Zeit-Kolumnist und Tom Peuckert, freier Autor, Regisseur und Dokumentarfilmer, lassen die DDR in einer satirischen Utopie wieder auferstehen, indem sie das Fluchtproblem lösen, weil keiner mehr aus diesem mittlerweile reichstem Land der Welt weglaufen will. Am 9.November 1989 verkündet Günter Schabowski nicht die Öffnung der Grenzen sondern die Entdeckung von Erdöl an der Ostseeküste der DDR, dem weltweit größten Vorkommen, welches ab sofort unverzüglich zur Verfügung steht. Die DDR wird damit das reichste Land der Welt, Rügen wird Sperrzone und umfunktioniert zum Umschlagplatz zur weltweiten Verschiffung des Öls mit Raffinerien und Häfen, Prora wird der Sitz des Erdölkombinates. Der wahrscheinlich mächtigste Mann im Land: Erdölminister Markus Wolf, der gemeinsam mit Generalsekretär der SED Egon Krenz die Fäden zieht. Allen Bürgern der DDR geht es glänzend dank Bürgergeld und westdeutschen und österreichischen Gastarbeitern, die als Deutsche zweiter Klasse an den Grenzen Schlange stehen. Es gibt allerdings für DDR-Bürger ein Gesinnungsbarometer mit einer Skala von A (AAA gibt es nur für hohe Parteifunktionäre) bis F (was wahrscheinlich Friedhof heißt). An der Ideologie selbst ändert sich nichts, Andersdenkende werden nach wie vor verfolgt, die Phrasen und Sprüche auf den Parteitagen der SED sind sogar noch inhaltsleerer als vor 1989. Die Menschen werden durch den Reichtum des Erdölsozialismus nicht besser, im Gegenteil. Der westdeutsche Martenstein und der DDR-Kritiker Peuckert schlittern durch die Schattenseiten des DDR-Imperiums und verfassen Berichte und Reportagen zu Hintergünden des Systems, machen Interviews mit bedeutenden Persönlichkeiten der DDR und stehen doch irgendwie ständig auf der Beobachtungs- und Abschussliste. Umgesetzt ist die Geschichte als Sammlung eben dieser Reportagen und Berichte von Martenstein und Peuckert, verknüpft durch eine Rahmenhandlung zum Werdegang und zu den Erlebnissen der beiden investigativen Reporter von 1989 bis 2015. Die Autoren nutzen das ohnehin vorhanden gewesene komödiantische Potenzial der ehemaligen DDR in ihrer Utopie voll aus. Daneben üben sie auf satirische Art Kritik an bestehenden Zuständen, was allerdings nie brachial geschieht sondern geschickt verpackt wird. Es ist dennoch kein Buch der leisen Töne, sondern kommt laut polternd und Aufmerksamkeit heischend mit schallendem Gelächter daher. Die Charaktere um die es in den Reportagen und Interviews geht, überschlagen sich: Karl-Theodor Guttenberg als Wirtschaftsminister, nachdem er Bürger der DDR wurde und den Ehrendoktortitel verliehen bekommt, Kati Witt als männermordende Diva, die das Dschungelcamp zusammen mit Kai Pflaume auf Kuba moderiert, um systemkritische Personen durch Herausforderungen zu läutern, Hartmut Mehdorn als Robotron-Boss, der in der Reportage das Geheimnis des Erfolges von Robotron aufdeckt, Gregor Gysi als Kulturminister in einem 99-Fragen-Interview, Gerhard Schöder als Sprecher des Zentronik-Kombinates, Helene Fischer (eigentlich ist sie die Russlanddeutsche Jelena Fischer), die als Showstar des Ferienheimes Roter Oktober auf Hiddensee gastiert, Angela Merkel, die 1989 verhaftet wird und sich später nach New York absetzt und Sahra Wagenknecht als Yogalehrerin, nachdem sie als Funktionärin abgestellt werden musste. Ein Interview der beiden Autoren zum Buch findet sich übrigens hier: http://www.zeit.de/2015/34/ddr-sed-oel-sozialismus Fazit: Sehr empfehlenswerte utopische Satire mit geschickt und witzig verpackter Kritik.

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