Harald Martenstein , Jörn Kaspuhl Wachsen Ananas auf Bäumen?

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Inhaltsangabe zu „Wachsen Ananas auf Bäumen?“ von Harald Martenstein

Martenstein für Eltern! Kinder sind das Schönste, das es auf Erden gibt. Keine Frage. Aber dann werden sie größer und fangen an, die Welt zu erkunden. Bedauerlicherweise. Denn die Welt wird für die Erwachsenen immer komplexer und unverständlicher. Da ist guter Rat teuer. Martenstein hat ihn parat. Er ist selbst ein jahrelang gelöcherter Vater. Also erzählt er davon, wie er seinem Kind die Rätsel der Welt und das Leben erklärt. Was es mit der Politik auf sich hat. Warum man die Love Parade meiden sollte. Wie man den Gefahren des Alkohols begegnet und auf raffinierte Weise mit dem anderen Geschlecht umgeht. Und und und. Seine Erklärungen und Betrachtungen sind, erwartungsgemäß, etwas ungewöhnlich und, natürlich, urkomisch. Für verzweifelte Eltern eben, denen man aus der Patsche helfen muss.

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    Wachsen Ananas auf Bäumen?
    Duffy

    Duffy

    16. November 2016 um 08:49

    Ach nö, jeder schreibt was über seine Kinder. Muss man nicht lesen. Doch, wenn der Autor Martenstein heißt, dann lohnt sich der Blick ins Buch und - man bleibt natürlich dabei. Es sind Geschichten, jede einzelne eine Station vom Baby zum Erwachsenen und vor allem sind es Geschichten, die sich um das Elternsein drehen. Mit dem üblichen Humor, aber auch feinem Gespür für die sensiblen Zwischentöne erzählt Martenstein Episoden aus dem Leben mit dem "Kind" und was es aus ihm, dem Vater gemacht hat. Das ist teilweise rührend, aber auch ein wenig weise und durchdacht, es ist ein Denkanstoß, wohin eine Gedankenreise um die Erziehung und Entwicklung der lieben Kleinen gehen kann.Es ist auch ein nachdenkliches Buch, denn Martenstein profitiert von der Entwicklung seines Kindes genauso viel, wie umgekehrt und das sollte schon fast ein Idealzustand sein.Der Autor macht fast Lust auf die Elternschaft. In jedem Fall hat er seinem Werk wieder ein schönes Buch hinzugefügt, eines, das man in bestimmten Situationen vielleicht gerne zur Hand nimmt und seufzt: "Ach ja, eigentlich alles ganz normal ...."

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  • Rezension zu "Wachsen Ananas auf Bäumen?" von Harald Martenstein

    Wachsen Ananas auf Bäumen?
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    10. July 2012 um 14:50

    In über 50 Glossen verarbeitet Harald Martenstein die Probleme eines Vaters, der seinen Sohn von der Geburt bis zur Volljährigkeit erziehungsversuchend begleitet. Ja, wir wollen unsere Kinder zu mündigen Bürgern heranziehen. Aber wenn sie es dann wirklich werden, macht das unseren Alltag noch komplizierter. Plötzlich fangen sie an, zu diskutieren und gewinnen auch noch! Für den Dauerkonflikt Fernsehkonsum hat Martenstein einen ganz neuen Blickwinkel gefunden. Denn „der höchste Fernsehkonsum ist in den vergangenen Jahrzehnten bei den willensstärksten, hartnäckigsten, durchsetzungsfähigsten und psychologisch –taktisch klügsten Kindern zu verzeichnen. Mit anderen Worten: bei Kindern, deren Persönlichkeitsstruktur auf eine spätere Führungsposition hindeutet.“ Persönlichkeitsbildend ist dabei der möglichst harte Widerstand der Eltern, gegen den die fernsehwütigen Kleinen sich behaupten müssen. Das ist die bestmögliche Vorbereitung auf eine glänzende Karriere. Martenstein beobachtet Kinder in Restaurants, Eltern beim Fußballspiel ihrer Kinder und Kindergeburtstage im Zoo, sinniert unter anderem über Gott, die Gene, Toleranz und die Zukunft, berichtet von gemeinsamen Unternehmungen mit seinem Sohn, und ist dabei immer scharfsinnig und humorvoll. Besonders Martensteins Ansichten über Bildung und Schule kann ich zustimmen. Auch meine Kinder lernen Latein, und ich musste mich mit den Fragen anderer Menschen, wozu das gut sein solle, herumschlagen. Martenstein hat auch hier ein hervorragendes Argument: „Wer Latein lernt, sagt einerseits Nein zum kurzfristigen Zweckdenken, andererseits Ja zum geheimen Gestaltungsprinzip des modernen Lebens, dem Rumspielen und Spaßhaben.“ Sehr gut gefallen mir auch die Ansichten Martensteins über die Probleme schüchterner Schülerinnen und Schüler. Während früher die schriftlichen Leistungen, also die Zensuren der Klassenarbeiten, höher bewertet wurden, und die mündliche Zensur nur eine Rolle spielte, wenn man zwischen zwei Noten stand, fließt heute die mündliche Mitarbeit zu 50% in die Endnote ein. „Die von unserem System diskriminierten schüchternen, zurückhaltenden oder zur Selbstdarstellung unbegabten Menschen können durchaus etwas leisten, sie sind oft recht intelligent. Sie sind halt nachdenklich. Bevor sie sprechen, denken sie nach. Und wenn sie mit dem Nachdenken fertig sind, ist es häufig zu spät. Das ist ihr Problem. Ich halte die mündliche Mitarbeit für einen Mythos, ihren Stellenwert für ein Zeitsymptom.“ Dieses System benachteiligt Kinder, die gründlich überlegen, um einen sinnvollen Beitrag zu leisten, und begünstigt Mogeleien und Schwätzer. Quantität statt Qualität, das hat mit Bildung nicht viel zu tun. „Man erzieht die Leute zu Dauerlaberern, zu Nervensägen und Ichdarstellern. Die sollen alle ins Dschungelcamp.“ Ich lege dieses Buch, in dem Martenstein intelligent, unterhaltsam und mit scharfer Zunge den Familienalltag auf den Punkt bringt, allen Eltern ans Herz.

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  • Rezension zu "Wachsen Ananas auf Bäumen?" von Harald Martenstein

    Wachsen Ananas auf Bäumen?
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    18. June 2012 um 10:37

    Vater Sein im Alltag der vielen Fragen „Ich will kein Monlopopi, ich will fernsehen!“. Sagt das Kind, das endlich im Brettspielalter angekommen ist. Doch nichts da. Fernsehen soll es sein. Ein eiliger Vertrag handelt aus, dass das Kind fernsehen darf, wenn es die Runde Monopoly gewinnt. Was natürlich für ein siebenjähriges Kind gegen solch harte, elterliche Konkurrenz nicht möglich ist. Der Weinkrampf ist vorprogrammiert. Was zur Kapitulation des Vaters führt. Was umgehend zu grundlegenden Fragen der Demokratie führen wird, denn es ist Wahltag in Berlin und „das Kind“ hegt hohe Sympathien gegen die SPD (eher unbekannterweise, sei dazu gesagt, aber vielleicht ist auch nur der Vater Vorbild?). „Wir haben ihm zu früh zu viel beigebracht“, ist die ironisch selbstkritische Erkenntnis des Zeit-Kolumnisten Martenstein, aber da kommt er jetzt nicht mehr heraus. Vor allem nicht, als „das Kind“ im Wahllokal lauthals allen verrät, dass der Vater SPD gewählt hat. Das aber ist nur eine Art von „Warmlaufen“ für so manche durchaus diffizile Themen, die dem Kind mitsamt seinem Vater in Berlin noch begegnen werden. Die Erläuterung des Christopher Street Days zum Beispiel setzt doch gehörige Portionen an (innerem) Schweiß beim Vater frei, angesichts der Fassungslosigkeit des Kindes im Sichten der als Frauen verkleideter Männer. Natürlich ist Martenstein ein moderner, politisch korrekter Vater, natürlich erläutert und erklärt er seinem Kind die Dinge auch aus der Erwachsenensicht und natürlich schildert er im Buch unverblümt, dass die Welt des Kindes doch eine andere ist. Denn das Kind würde sich schämen, als Mann Frauenkleider zu tragen und Martenstein bleibt nichts anderes als die Versuche aller Eltern in peinlichen Situationen. Ablenken, ablenken, ablenken. „Diese ganze Stadt will unentwegt Spaß haben. Wie soll man da Kinder großziehen?“. Computer und Elite, Fernsehen und Fußball, Geld, Gene, Gott, Insekten, Störche , Weihnachten und dann später, als die Pubertät Einzug hält beim Sohnemann, kommen Handys, Rauchen, Porno genauso hinzu wie Schindlers Liste. Harald Martenstein verlässt der Humor nicht, das ist bei all den Irrungen und aufrechten Versuchen der „Welterklärung“ schon einmal ein großer Vorteil. Mit ironischer Distanz schildert er die Vielzahl der Themen, und versäumt es auch nicht, immer wieder hintergründig so manche Verrücktheit und manche Merkwürdigkeit der „modernen und aufgeschlossenen“ Welt wie in einem Spiegel sich in den Augen seines Kindes widerspiegeln zu lassen. Nicht immer zum Besten der Welt, im Übrigen. Von der Geburt an bis fast zur Volljährigkeit begleitet Martenstein so im Buch die Jahre. Übrigens auch mit den „großen“ Themen für Väter. Loslassen lernen und Freigeben im Lauf der Jahre. Mit ein wenig Wehmut, natürlich. Ein amüsanter, durchaus auch nachdenklich machender und die Welt widerspiegelnder „Reisebericht durch Kindheit und Jugend“ als Begleitung und Erziehung des eigenen Kindes ist es, den Harald Martenstein in je kurzen, knappen Kapiteln mit ironischer Distanz und doch spürbarem Engagement vorlegt. Nicht nur für Eltern anregend und in der Sprache gut zu lesen.

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