Harald Meller

 4,2 Sterne bei 32 Bewertungen
Autor von Die Himmelsscheibe von Nebra, Griff nach den Sternen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Harald Meller

Harald Meller, geboren 1960 in Olching, ist Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle an der Saale und Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt. Meller gehört zu den prominentesten Archäologen Europas und den international profiliertesten Ausstellungsmachern und berät weltweit Museen.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Das Rätsel der Schamanin (ISBN: 9783498003012)

Das Rätsel der Schamanin

Erscheint am 18.10.2022 als Gebundenes Buch bei Rowohlt.
Cover des Buches Das Rätsel der Schamanin (ISBN: 9783955679163)

Das Rätsel der Schamanin

Erscheint am 18.10.2022 als Hörbuch bei Lagato Verlag.

Alle Bücher von Harald Meller

Cover des Buches Die Himmelsscheibe von Nebra (ISBN: 9783548061160)

Die Himmelsscheibe von Nebra

 (13)
Erschienen am 31.01.2020
Cover des Buches Griff nach den Sternen (ISBN: 9783549100271)

Griff nach den Sternen

 (4)
Erschienen am 31.05.2021
Cover des Buches Der geschmiedete Himmel (ISBN: 9783806222043)

Der geschmiedete Himmel

 (3)
Erschienen am 29.05.2008
Cover des Buches Tatort Eulau (ISBN: 9783806224016)

Tatort Eulau

 (4)
Erschienen am 01.08.2010
Cover des Buches Tatort Himmelsscheibe (ISBN: 9783954625703)

Tatort Himmelsscheibe

 (2)
Erschienen am 08.09.2015
Cover des Buches Pompeji - Nola - Herculaneum (ISBN: 9783939414797)

Pompeji - Nola - Herculaneum

 (2)
Erschienen am 01.07.2012
Cover des Buches Das Rätsel der Schamanin (ISBN: 9783498003012)

Das Rätsel der Schamanin

 (0)
Erscheint am 18.10.2022

Neue Rezensionen zu Harald Meller

Cover des Buches Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra - Neue Horizonte (ISBN: 9783806242232)Dirk1974s avatar

Rezension zu "Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra - Neue Horizonte" von Harald Meller

Ein beeindruckendes Buch zur Sonderausstellung
Dirk1974vor 2 Monaten

Die Himmelsscheibe von Nebra ist seit ihrer Entdeckung ein Magnet für Forscher und Besucher gleichermaßen. Gemeinsam mit dem British Museum hat das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle eine Sonderausstellung durchgeführt. Diese fand unter dem Namen "Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra - Neue Horizonte" in Halle (04.06.2021 - 09.01.2022) und "The world of Stonehenge" in London (17.02.2022 - 17.07.2022) statt. 


Die Ausstellung zeigte neue Funde und Befunde aus Sachsen-Anhalt, die durch Objekte aus 14 Ländern ergänzt wurden. Passend zu der Sonderausstellung ist das Buch "Die Welt der Himmelsscheibe von Nebra - Neue Horizonte" erschienen. Für alle, die die Ausstellung noch einmal Revue passieren lassen wollen und auch für jene, die es leider nicht geschafft haben, die Ausstellung zu besuchen, werden die Ausstellungsstücke auf großformatigen Fotos präsentiert. Dazu gibt es Erklärungen verschiedener Archäologen.


Das Buch ist in die Bereiche

Das Ende der Steinzeit

Die Ersten Europas

Das Reich der Himmelsscheibe

Staaten und Armeen

Sakraler Ort - Sakrale Landschaften

Schätze aus Flüssen, Meeren und Bergen

Neue Horizonte

Katalog der ausgestellten Objekte


So kann der Leser tief in die Welt der Himmelsscheibe von Nebra eintauchen. Es ist beeindruckend, welche Ergebnisse die 20-jährige Forschung bereits geliefert hat. Ich selbst habe das Original der Himmelsscheibe bereits im Landesmuseum bestaunen können und auch den Fundort sowie die extra geschaffene Arche von Nebra besucht. 


Wer die Himmelsscheibe von Nebra im Original betrachten will, muss sich noch etwas gedulden oder die Ausstellung im Drents Museum in Assen in den Niederlanden besuchen. Dort wird die Himmelsscheibe vom 06.08.2022 - 18.09.2022 gezeigt.


Mir gefällt das Buch sehr gut und ich vergebe 5 Sterne. Auch ohne die Ausstellung besucht zu haben, bekommt man mit ihm einen guten Überblick über die aktuellen Erkenntnisse rund um die Himmelsscheibe von Nebra. Für alle Besucher ist es eine gute Ergänzung und die Möglichkeit sich noch intensiver mit den gezeigten Exponaten zu beschäftigen.


Kommentare: 1
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Cover des Buches Griff nach den Sternen (ISBN: 9783549100271)Dirk1974s avatar

Rezension zu "Griff nach den Sternen" von Harald Meller

Neues von der Himmelsscheibe
Dirk1974vor 9 Monaten

Der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer befindet sich aktuell auf seiner Mission "Cosmic Kiss" auf der ISS. Das Logo der Mission ist von der Himmelsscheibe von Nebra inspiriert, von welcher er auch eine Kopie mit zur ISS genommen hat. Harald Meller, Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle, freut es, dass die Himmelsscheibe auf Reisen ins All geht. In seinem neuesten Buch stellt er uns zusammen mit Kai Michel die neuesten Erkenntnisse zu diesem besonderen archäologischen Fundstück vor.


Der Himmel hat die Menschen seit jeher fasziniert. Mit der Himmelsscheibe von Nebra liegt derzeit die älteste konkrete Darstellung des Himmels vor. Seit sie vor 20 Jahren von Harald Meller aus den Händen von Schatzräubern gerettet wurde, haben sich zahlreiche Wissenschaftler auf der ganzen Welt mit ihr beschäftigt. In "Griff nach den Sternen" bekommen wir einen Einblick in die neuesten Erkenntnisse. Dabei erfahren wir u.a. dass die Materialien für die Herstellung der Scheibe aus weit entlegenen Orten stammen. Gemeinsam mit Harald Meller und Kai Michel begeben wir uns auf eine Reise in die Zeit der Himmelsscheibe. Wir besuchen Stonehenge, die Tempel von Babylon, aber auch das Reich der Pharaonen. Es ist erstaunlich, dass es bereits damals vor 5.000 Jahren einen globalen Handel gab. Das belegen zahlreiche Funde auf der ganzen Welt. Wurde über diese Handelsrouten auch das Wissen der Himmelsscheibe nach Nebra gebracht?


In einen sehr interessanten und informativen Buch erfahren wir viel über die Bronzezeit. Dabei fällt es auch Laien leicht, dem Archäologen zu folgen. Der Schreibstil gefällt mir gut und dank zahlreicher Fotos und Zeichnungen kann man sich ein sehr gutes Bild von den beschriebenen Dingen machen. 


Das Buch ist ein Muss für alle Fans der Himmelscheibe von Nebra und auch für alle anderen eine lohnenswerte Lektüre. Wer Lust hat, kann sich anschließend selbst auf eine Reise in das Reich von Nebra begeben und neben dem Fundort der Himmelsscheibe auch weitere interessante Orte in Mitteldeutschland besuchen. 


Uns gefällt das Buch sehr gut und wir vergeben 5 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.


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Cover des Buches Die Himmelsscheibe von Nebra (ISBN: 9783548061160)U

Rezension zu "Die Himmelsscheibe von Nebra" von Harald Meller

Däniken läßt grüßen
U_Vollmervor einem Jahr

Das Buch ist sehr gut geschrieben und vermittelt den Lesern den Eindruck, Archäologen bei der Arbeit über die Schulter zu gucken.

Mißtrauisch wurde ich das erste Mal, als mir auffiel, daß ein (populär-)wissenschaftliches Werk gänzlich auf Fußnoten verzichtet. Dann stellte ich fest, daß etliche der im Anhang aufgeführten Werke nur irgendwie die Bronzezeit behandeln. Danach folgte die Erkenntnis, daß die metallarchäologischen Untersuchungen lediglich den Befund "antik" -- d.h. in der Altertumsforschung: aus der Zeit vor dem Untergang des Weströmischen Reichs (476 n. Chr.) -- hergibt.

Ein Beispiel für die Suggestionskraft der Autoren:

Kapitel 21 -- "Armeen der Bronzezeit". 

Aus allen möglichen Epochen der Bronzezeit und quer über Europa verteilt gibt es Hortfunde von Bronzebeilen und -dolchenin den unterschiedlichsten Stadien der Bearbeitung.. Nach dem Stand der Wissenschaft handelt es sich dabei um "Rohstoffdepots", d.h. von Händlern  mit dem Hintergedanken, den Inhalt zu verkaufen oder einzuschmelzen angelegt und dann aus den verschiedensten Gründen vergessen.  Wenn man bedenkt, daß die Ausgangsmaterialien für Bronze nur an wenigen Orten vorkommen und das Metall praktisch ohne Verluste wiederverwertbar ist, dürfte so etwas die gängige Praxis gewesen sein.

Dann wird auf einen Hortfund näher eingegangen. 98 Beile und zwei Dolche als -- Achtung! -- Gußrohlinge, Gewicht etwa 25 kg. Es folgt eine knappe Darstellung des Standes der Wissenschaft (s.o.)

Aber dann werden auf einmal, ohne konkrete Grundlage, Armeen herbeiphantasiert. Zitat: "Der Fund (...) brachte uns auf eine ganz andere, eine ganz banale Idee: nämlich die, daß diese Beile vor allem das sind, was sie sind: Beile, also Waffen (...) drängt sich eine einfache Deutung auf: Bei dem Haus handelte es sich um die Unterkunft oder den Versammlungsort der Männer, deren Waffen dort deponiert waren. Aus der Ethnologie kennen wir vielerorts Männerhäuser (...)" Es folgen Rechenbeispiele über die Bettengröße in Bundeswehrkasernen, Mutmaßungen über die Stabdolche als Offiziersinsignien usw.  Das liest sich sehr gut. Aber nüchtern betrachtet entpuppt sich das als wilde Spekulation ohne (archäo-)logische Beweise.

Erstens werden in keiner Armee der Welt die Waffen zerlegt und vor dem Tor verbuddelt, weil das offensichtlicher Blödsinn wäre.

Zweitens handelt es sich bei allen Funden um Geräte mit unterschiedlich starken Abnutzungserscheinungen bis hin zu halbfertigen Produkten -- eben die oben genannten Gußrohlinge.  

Drittens wird dann mal eben mit großem Tamtam aus der angeblich bei allen Funden identischen Anzahl der  Beile und Dolche eine in "Centurien" von je 98 Soldaten und zwei Offizieren aufgeteilte "Armee" errechnet. Nur um anschließend kleinlaut zuzugeben, daß Anzahl und Verhältnis der Objekte bei anderen Hortfunden eben doch nicht passen. Die grandiose Erklärung: "Manches Beil blieb in der Erde, war vielleicht schon früher gefunden worden oder wurde als Souvenir behalten(...)"

So kann man natürlich auch die Existenz von fliegenden Untertassen und kleinen grünen Männchen begründen: "Keine Beweise? Macht nichts, wir haben eben noch nicht genug gesucht oder sie sind geklaut worden."

Dann wird doch tatsächlich  eine etwa um 1300 v.Chr. im mehrere hundert Kilometer entfernten Tollensetal geführten Schlacht als "Beweis" für die Existenz mehrerer mitteleuropäischer Großreiche gewertet. Ebenso wie die Plünderung Roms durch die Gallier (387 v.Chr.) und die Wanderung der Kimbern und Teutonen (113 -- 101 v.Chr.).

Daß letztendlich weder ein räumlicher noch ein zeitlicher Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen und dem einen Hortfund, auf dem das ganze Phantasiegebilde beruht, besteht, wird von den Autoren natürlich übergangen.

Dieses Kapitel bietet ein perfektes Beispiel für die Arbeitsweise der Autoren: Ausgehend von einem realen Objekt wird der Konsens der Archäologie durch eine "einfache/banale Überlegung" beiseite gewischt, anschließend wild drauflosspekuliert und zur Untermauerung der These (und um die Leser einzulullen) wahllos in der ganzen Weltgeschichte nach angeblichen Parallelen gesucht.


Aber  auch das spärliche Literaturverzeichnis ist Augenwischerei:

Die angegebenen Internetlinks führen ins Leere.

Die vor mittlerweile fast 15 Jahren angekündigte wissenschaftliche Gesamtpublikation über die Objekte liegt immer noch nicht vor.

Die angeblichen Beifunde, die nebenbei bemerkt der einzige Grund für die Datierung der Scheibe in die Bronzezeit sind,  können nicht als zusammengehörender Fund  nachgewiesen werden. U.a. wurde ein Meißel fälschlicherweise als Schwert bezeichnet (weil sonst die "Paartheorie" zusammenbricht).

 Die anhaftenden Erdreste gehören zu dem  in Mitteleuropa am häufigsten vorkommenden Bodentyp und sind keineswegs als Beweis für den Fundort Mittelberg geeignet.

Die beiden Raubgräber widersprechen sich über die Position der Scheibe (waagerecht oder senkrecht). Diese wurde außerdem nachweislich bereits vor Jahrzehnten durch einen Baumpflug beschädigt und verlagert. usw. usw.

Last but not least ist der Landesarchäologe Meller Spezialist für die provinzialrömische Kaiserzeit. (Überspitzt gesagt: das wäre so, als ob ein Fachmann für klassische chinesische Literatur zusammen mit einem Journalisten ein Sachbuch über die Echtheit des Nibelungenliedes schriebe.)

Fazit: Das Verhalten der beteiligten Wissenschaftler und Journalisten erinnert fatal an den "Piltdown-Schädel", die "Vinlandkarte" und andere Fehlinterpretationen, bei denen die Archäologen in die Irre geführt wurden, weil der angebliche Sensationsfund so schön in ihr Weltbild paßte. Ein einziger Bluff.

(Aber als Beispiel für viel Lärm um Nichts durchaus unterhaltsam.)

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