Dag hat die Chance sein Leben komplett neu zu beginnen. Neue Schule, neue Freunde, neue Lehrer und vor allem eine neue Familie, die ihn so akzeptiert wie er ist. Keiner der seine Vergangenheit kennt und ihn aufgrund dessen verurteilen kann. Und das ist auch gut so, denn er hat einen Brand gelegt, bei dem sein eigener Bruder ums Leben gekommen ist.
Und doch ist Dag unbewusst gezwungen, sich mit den Geschehnissen auseinanderzusetzen. Für ein Schulprojekt filmt er alles was vor seine Linse kommt. Und er merkt, dass er nicht mehr alles und jedem misstrauen kann, bis sich die Ereignisse überschlagen und er alles aufs spiel setzt.
Dag ist ein ungewöhnlicher Mensch, der einem überhaupt nicht sympathisch ist. Er hat eine schlimme Vergangenheit und anstatt diese Chance zu nutzen, schwimmt er absolut gegen den Strom. Er fühlt sich in seiner Familie nicht wirklich wohl und auf Freunde scheint er auch nicht so richtig Lust zu haben. Jeder meint es gut mit ihm - einschließlich seines Lehrers - und sein ewiges Misstrauen steht dem Jungen ständig im Weg.
Wenn man die Geschichte weiterliest, merkt man auch woran das liegt und so langsam fühlt man doch mit Dag und kann verstehen warum er so handelt wie er eben handelt.
Es dauert seine Zeit, bis man so richtig in der Geschichte drin ist. Das liegt nicht nur an dem ungewöhnlichen Teenager, sondern auch am Schreibstil des Autors. Dennoch kann man das Buch nicht aus der Hand legen. Die Neugier wird immer mehr geweckt und man hat als Leser den unbändigen Drang, das Buch zu Ende zu lesen. Man möchte einfach erfahren, welches Ende es mit Dag nimmt und wie sich das mit dem Feuer wirklich ereignet hat.
Der Autor schafft es außerdem unglaublich viele Emotionen zwischen den Zeilen zu verstecken und den Leser zum Nachdenken zu animieren.
Mir hat das Buch nicht von der ersten Seite an gefallen. Zu unsympathisch war mir einfach Dag. Allerdings fesselte mich "Brennweite" nach und nach immer mehr und muss jetzt sagen, dass ich begeistert bin und das Jugendbuch gerne weiterempfehlen möchte. Gerade wenn Spannung und Sympathie nicht von vorneherein ein Muss ist und man mal etwas zum Nachdenken lesen möchte.


