Harald Welzer

 4,1 Sterne bei 197 Bewertungen
Autor*in von Selbst denken, Täter und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Harald Welzer, Prof. Dr., Mitbegründer und Direktor von FUTURZWEI / Stiftung Zukunftsfähigkeit. Er lehrt an der Europa-Universität Flensburg sowie an den Universitäten Sankt Gallen so wie Zürich und ist Herausgeber von taz FUTURZWEI. Magazin für Zukunft und Politik. Seine Bücher (zuletzt »Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen«) sind in 22 Sprachen übersetzt worden.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die vierte Gewalt (ISBN: 9783442142927)

Die vierte Gewalt

Neu erschienen am 16.04.2024 als Taschenbuch bei Goldmann.
Cover des Buches ZEITEN ENDE (ISBN: 9783596711130)

ZEITEN ENDE

 (3)
Erscheint am 27.08.2024 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Alle Bücher von Harald Welzer

Cover des Buches Selbst denken (ISBN: 9783596520558)

Selbst denken

 (48)
Erschienen am 21.05.2015
Cover des Buches Täter (ISBN: 9783104000824)

Täter

 (27)
Erschienen am 04.10.2009
Cover des Buches Soldaten (ISBN: 9783596188734)

Soldaten

 (20)
Erschienen am 26.09.2012
Cover des Buches Die smarte Diktatur (ISBN: 9783596035526)

Die smarte Diktatur

 (18)
Erschienen am 26.10.2017
Cover des Buches Klimakriege (ISBN: 9783596178636)

Klimakriege

 (10)
Erschienen am 30.04.2010
Cover des Buches »Opa war kein Nazi« (ISBN: 9783596155156)

»Opa war kein Nazi«

 (9)
Erschienen am 01.05.2002
Cover des Buches Alles könnte anders sein (ISBN: 9783596703487)

Alles könnte anders sein

 (9)
Erschienen am 29.04.2020
Cover des Buches Wir sind die Mehrheit (ISBN: 9783596299157)

Wir sind die Mehrheit

 (8)
Erschienen am 16.03.2017

Neue Rezensionen zu Harald Welzer

Cover des Buches Wir sind die Mehrheit (ISBN: 9783596299157)

Rezension zu "Wir sind die Mehrheit" von Harald Welzer

Das Zielpublikum sind schlichtweg alle Demokraten, gleich welchen Alters und Bildungshintergrunds
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Monaten

Harald Welzer steigt in seinem kurzen Essay „Wir sind die Mehrheit“ gleich voll ein, damit die Verhältnisse geklärt sind: „Menschen wie Pretzell und Seehofer, so lässt sich unschwer erkennen, fehlt jeder Anstand, ja sogar das ganz normale moralische Grundgerüst, das wir voneinander in modernen Gesellschaften erwarten.“ Unklare Verhältnisse benötigen klare Worte. Und so wird der CSU Generalsekretär Scheuer, als das bezeichnet, als was er sich gebiert: als Rassist.

Der Sozialpsychologe Harald Welzer, der sich lange Zeit mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust beschäftigt hat, sieht die Demokratie den schwersten Angriffen der Nachkriegszeit ausgesetzt. Die Angriffe kommen von den Menschen- und Demokratiefeinden, den Feinden der Freiheit, namentlich den Islamisten und den Neurechten.

„Beide Gruppen sind sich in vielerlei Hinsicht ähnlich: Beide verachten sie Demokratie und Pluralismus, beide trennen sie die Menschen in gut und böse sowie in zugehörig und nicht-zugehörig, beide sehen sich im Krieg und beide lieben sie Hass, Angst, Manipulation, Ausgrenzung, Wut und Gewalt.“ 

Kurz und präzise. Das ist der Stil des Essays. Das Zielpublikum sind schlichtweg alle Demokraten, gleich welchen Alters und Bildungshintergrunds. Welzers Ton ist meist analytisch, zwischendurch aber auch, ganz dem Plädoyer verhaftet, schnoddrig, direkt, ohne Umschweife auf den Punkt.

Schließlich geht es hier auch um etwas. Es ist kein wissenschaftlicher Essay, der im Elfenbeinturm diskutiert werden soll. Vielmehr könnte und sollte das Buch eine Postwurfsendung in jeden Haushalt sein. Es geht um nicht weniger als die Verteidigung der offenen Gesellschaft. Dazu bedarf es klarer Analysen, deutlicher Worte aber auch Handlungsoptionen, Hilfestellungen. Was kann getan werden? Was kann jeder einzelne tun? Als erste Anregung formuliert Welzer am Ende jedes Kapitels Regeln.

„Regel 1: Es ist einfacher, für die Demokratie zu kämpfen, solange es sie noch gibt. Danach wird es erheblich schwieriger.“

Harald Welzer ist kein Alarmist. Ganz im Gegenteil. Zumal er als Soziologe und Sozialpsychologe die Langfristperspektive des Soziologen Norbert Elias übernommen hat. Wenn also jemand, der in Mehrgenerationen-Zeiträumen denkt, beginnt vor den Neurechten zu warnen, sollten wir (spätestens jetzt) diese Warnung sehr ernst nehmen. Natürlich gibt es weitaus profundere und umfangreichere Analysen von AfD, Pegida und Co. Aber es gibt kein dermaßen niedrigschwelliges Angebot, wie diese Flugschrift von Welzer. Das Buch kann und sollte jeder lesen. Was ist die offene Gesellschaft und warum sollten wir sie verteidigen? Wer sind die Menschenfeinde, die das Grundgesetz missachten und die Demokratie gefährden?

Die Neurechten arbeiten an der Abschaffung der Demokratie

Welzer zeigt auf, warum wir uns nicht in der trügerischen Sicherheit der institutionellen Demokratie ausruhen dürfen. Die Weimarer Republik ging demnach nicht unter, weil sie zu viele Feinde hatte, sondern weil sie zu wenig Freunde hatte. Wehrhafte Demokratie muss gelebt werden und zwar von den Freunden der Demokratie, den guten Menschen. Wird die offene Gesellschaft nicht verteidigt, dann hilft ein Blick in die Geschichte was passieren kann. Und Welzer destilliert seine Forschungsergebnisse aus Jahrzehnten, wenn er vor der langsamen Veränderung der Gesellschaft warnt, die viele Menschen nicht einmal wahrnehmen und man sich plötzlich in einer Diktatur wiederfindet. Ich bringe das immer gerne auf die Hyperbel: Wer AfD wählt, wählt Auschwitz. Ist das überspitzt? Populistisch? Vielleicht. Aber es ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Welzer zeigt dies ebenso, ohne freilich so zu dramatisieren.

Was das Buch neben der Deutlichkeit so besonders macht, ist das Neun-Punkte-Programm das Welzer am Ende aufführt. Neun Punkte, die die offene Gesellschaft anzugehen hätte, um die wirklichen Probleme zu bekämpfen. Als ich vor 20 Jahren bei Harald Welzer studiert habe, war er noch weitaus distanzierter, über die Jahre ist er immer engagierter geworden, was in dem vorliegenden Büchlein kulminiert. Es würde mich nicht wundern, wenn er in Kürze einer Partei beitritt oder gleich eine eigene gründet. Allein das Neun-Punkte-Programm wäre es wert. Meine Stimme für die offene Gesellschaft und gegen die Menschenfeinde hätte er.

Cover des Buches ZEITEN ENDE (ISBN: 9783103975819)
S

Rezension zu "ZEITEN ENDE" von Harald Welzer

Eine treffende Analyse
Sternenstaeubchenvor 9 Monaten

Lobpreiset den Tag, an dem ich das Glück hatte, auf Harald Welzer aufmerksam zu werden … seine Interviews, Bücher und Ansichten regen eigentlich immer zum Denken an – da kann ein Titel wie „Zeiten Ende“ sich ja nur einreihen, oder?

 

In diesem Buch geht Welzer der Frage nach sinkender Wahlbeteiligung, Kirchenaustritten, fallenden Fernsehe-Einschaltquoten und Zeitungs-Auflagen nach. Denn diese einem demokratischen sozialen Rechtsstaat angemessenen Angebote sprechen die Deutschen offenbar nicht mehr an – ein ungünstiger Zustand, denn gerade vor dem Hintergrund maroder Infrastruktur, permanentem Krisenmodus, großen anstehenden Aufgaben täte es not, auf Basis guter Informationen sein Kreuzchen auf dem Wahlzettel zu setzen.

 

 

Viele Menschen fühlen sich vom Angebot, das ihnen die politische und mediale Öffentlichkeit in Deutschland macht, nicht mehr angesprochen. Zugleich erhöhen Multi-Krisen und eine immer kaputtere Daseinsvorsorge – Schienenverkehr, die Schulen, die Verwaltung – den Stress der Bürgerinnen und Bürger. Zunächst analysiert Welzer nachgerade akribisch, wie es dahin kommen konnte: Er geht der Frage nach, wer Deutschland bewohnt, auf welcher moralischen Substanz unser Land beruht, welche Krisen zurzeit so alles zu bewältigen sind und er schreckt auch nicht vor sehr aktuellen und kontrovers diskutierten Themen zurück. So findet sich ein Kapitel zu „den“ Medien und ihrer (teils) einseitigen Berichterstattung sowie zu Waffenlieferungen (kommt das Thema Kriege eigentlich in den CO2-„Sparhaushalten“ vor, frage ich mich nach der Lektüre) – beides Themen, bei denen Welzer mit seinen Ansichten aneckt. Erst gegen Ende fährt er Vorschläge auf, wie es sein könnte bzw. was dazu nötig wäre. Ein Nachwort sowie Register, Abbildungsnachweis usw. runden das Buch ab.

 

Dass Welzer polarisiert bzw. eine Art Weckruf vorlegt, verwundert nicht, ebenso wenig wie seine doch recht gesamtheitliche Sicht, denn er ist nur mal Soziologe bzw. Sozialpsychologe und den muss es geradezu alarmieren, wenn Kräfte, die dazu da sind, anderen zu helfen oder sie zu schützen, angegriffen werden. Wenn dann auch noch Politiker sich auf die Schulter klopfen, sich in parteipolitischem Gezänk verstricken oder teils schlecht gemachte und unsinnige Bürokratisierungsmonster auf ihr Volk losjagen, macht das nicht mehr nur perplex, sondern wütend. Wenn dann auch noch „die Medien“ vorwiegend nach Klickquoten gieren, ist der Cocktail beinah fertig gemixt. Dass bei der Breite der von Welzer angesprochenen Themen kein Kapitel in die Tiefe reicht, dürfte klar sein, dürfte klar sein, doch was ihm gelingt, ist, den Finger zuverlässig in nahezu jede klaffende Wunde zu legen und das noch dazu in hoher Lesbarkeit (wenn Fremdwörter nicht völlig verschrecken). Vieles von dem, was man hier lesen kann, kennt man prinzipiell schon, wenn man schon andere Bücher von Welzer gelesen hat, aber wer sich für eine konkrete Analyse von Deutschlands Zustand und ja, auch Möglichkeiten interessiert, dem wird hier ein knackiger „Bericht“ über die Fehler der „Eliten“ gereicht bzw. Mut gemacht, sich zu engagieren, sich in einem (ernstgemeinten) Wertegerüst zu bewegen. Damit wären wir auch bei einer von Welzers Kernbotschaften: Besinnung auf das Wesentliche – die ist vielen seiner „Streitschriften“ gemein, macht sie aber nicht falsch(er). Unbedingt lesenswert!

Cover des Buches Jeder hat. Niemand darf. (ISBN: 9783103973136)
Tilman_Schneiders avatar

Rezension zu "Jeder hat. Niemand darf." von Katja Riemann

aufrüttelnd
Tilman_Schneidervor einem Jahr

Katja Riemann ist eine der größten Schauspielerinnen Deutschlands. Oft als Zicke verschrien und immer wieder polarisierend. Aber Katja Riemann ist auch seit über zwanzig Jahren Unicef Botschafterin und reist durch die Welt und schaut in Länder, Augen, Schicksale und in Abgründe. Sie nimmt uns mit auf ihre Besuche von Ländern und Menschen. Ohne Aufregung oder Effekthascherei macht sie dies. Es sind berührende Schicksale und erschütternde Zustände die man sieht. Es gibt einen tiefen Einblick in Burundi, wir fahren nach Nepal, in den Libanon, aber es geht auch nach Deutschland und noch in viele weitere Länder und Orte. Hunger, Leid, Beschneidungen und Gewalt herrschen leider immer noch in so vielen Teilen der Welt. Katja Riemann richtet nicht, sie berichtet und dies einfach furios. Aufrüttelnd.

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