Harald Welzer Selbst denken

(37)

Lovelybooks Bewertung

  • 29 Bibliotheken
  • 7 Follower
  • 3 Leser
  • 9 Rezensionen
(19)
(8)
(4)
(4)
(2)

Inhaltsangabe zu „Selbst denken“ von Harald Welzer

Einer der konsequentesten Vordenker unserer Zeit über den Weg zu einer wünschenswerten Zukunft Wie ist uns eigentlich die Zukunft abhandengekommen? Was war noch mal die Frage, auf die Fortschritt und Wachstum eine Antwort sein sollten? Und: Wie kann aus der Zukunft wieder ein Versprechen werden statt einer Bedrohung? Harald Welzers Buch gibt Antworten auf diese Fragen. Es lotet die Abgründe des erdrückenden Konsumwahns und politischen Illusionstheaters aus und zeigt, wie viele konkrete und attraktive Möglichkeiten zum widerständigen und guten Leben es gibt. Die ersten Schritte sind ganz einfach: sich endlich wieder ernst nehmen, selbst denken, selbst handeln.

Keine Anleitung zum Widerstand, aber ein Denkanstoß.

— Beust

Welzer denkt für den Leser und nennt das »Selbstbestimmt und unabhängig denken«.

— Iudas

Nach 100 Seiten verärgert abgebrochen

— -RedSoul-

Das Buch hat mein Leben verändert!

— leselieberbuecher

Der Titel ist selten dämlich: Er ist unlogisch und passt so gar nicht zum Inhalt. Ansonsten anregendes Buch über Postwachstum.

— melvil

Wer meint er denkt schon genug selbst, kann hier tatsächlich noch einige bedenkenswerte Querdenktips finden. Unbedingt lesenswert !

— thursdaynext

Stöbern in Sachbuch

Weihnachten kommt immer so plötzlich!

Wundervoll als Geschenk für Freunde oder sich selbst

Gwennilein

Das Café der Existenzialisten

Eine fesselnde Abhandlung über das philosophische Schaffen im 20. Jhd. perfekt eingebettet im historischen Kontext. Eine Bereicherung!

cherisimo

Hygge! Das neue Wohnglück

Zuhause einfach glücklich sein: das Buch bietet mehr als Einrichtungstipps, es vermittelt das Hygge-Gefühl in Wort & Bild...

Kamima

Sex Story

Witziges und informatives Comicbuch, welches die sexuelle Entwicklung der Menschheit nachzeichnet.

Jazebel

Gehen, um zu bleiben

Ein wirklich tolles Buch, das mir das ein oder andere Reiseziel echt schmackhaft gemacht hat. Hat mir sehr gefallen :)

missricki

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Keine Anleitung zum Widerstand, aber ein Denkanstoß.

    Selbst denken

    Beust

    08. December 2015 um 00:51

    Kurz-Rezi: Welzers Buch ist keine Anleitung zum Widerstand, aber eine Erinnerung daran, sich seines Verstandes selbst zu bedienen. Wichtig sind seine Hinweise, dass die Empörung nicht das Handeln ersetzt, sondern billig ist, und dass man Wissen nicht mit Bildung verwechseln sollte. Ökologie ist sein Haupthema, weshalb das Buch einseitig bleibt, seine Kapitalismuskritik ist mitunter nur polemisch, Alles in allem ist die erste Hälfte wirklich gut und lesenswert.

    Mehr
  • Aufforderung zum Lebens- und Systemwandel

    Selbst denken

    Sokrates

    Auch wenn Welzer es nicht eindeutig formuliert, so fordert sein Buch dennoch zu einem Systemwandel auf. Dem hinzugeschaltet ist ein notwendiger Lebens- und Einstellungswandel, der von seinen Trägern enorme Anstrengungen und Entbehrungen erwarten wird. Nur geht es in Anbetracht der zukünftigen weltweiten Veränderungen nicht so recht um Freiwilligkeit, denn vielmehr um pragmatische Einsicht. Nur ist diese gleichwohl schlecht zu erzielen, wenn die Bedrohung noch sehr abstrakt scheint, Forschermeinungen mitunter widersprüchlich sind und Politiker nur in Legislaturperioden-Länge Verantwortung übernehmen wollen. - Essenziell ist Welzers Kritik am "Konsumtotalitarismus". Der Kapitalismus braucht, wie Welzer richtig feststellt, stetigen Konsum und Wachstum - dies sind die wesentlichen Wirkweisen unserer Gesellschaft. Allerdings ist diese Wirkweise problematisch, wenn Ressourcenknappheit bevorsteht und das bisherige Verhalten so eben nicht weitergehen kann. Welzer fordert deshalb ein generelles Umdenken: Nachhaltigkeit, Wiederverwertung, Tausch, nicht-monetäre Systeme, individuelles Engagement, Empathie, genügsames Verbrauchen, insbesondere Abkehr von jedwedem Konsumverhalten des Jetzt. Als Herausforderung sieht er an, den Wohlstand sowie die Lebensqualität, welche der Kapitalismus zweifels ohne der westlichen Welt gebracht hat, zu halten, ohne hierbei auf kapitalistische Wirkweisen angewiesen zu sein. Ressourcenschonende Politik und bürgerschaftliches Engagement müssen somit Wege finden, den Zivilisationsstand auch ohne stetiges Wachsen und Konsumieren zu erhalten. Und: den Dritt-Welt- und Schwellenländern müssen Wege gezeigt werden, wie sie nicht erst über die Ausbildung einer ebenfalls kapitalistischen, aber ressourcenraubenden Entwicklung den gleichen Zivilisationsgrad und Wohlstand erreichen wie wir. Dies hätte fatale Konsequenzen, denn es würde die Ressourcen zum Erlahmen bringen und kann als Forderung (der Entwicklungshilfe) nicht weiter aufrecht erhalten werden. - Welzers Pladoyer für eine generelle Umkehr, ein Infragestellen des Systems ist eine Mahnschrift neben vielen anderen, die derzeit die Buchläden überfluten. Allerdings halte ich Welzer für einen der pragmatischsten, objektivsten und erfolgversprechendsten Mahner und deshalb auch für lesenswert. Nicht nur, weil er sich mit Erfolg in der Förderung zukunftsfähiger Möglichkeiten der Veränderung mit seiner Stiftung FUTURZWEI engagiert und hierdurch einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Erschaffung zukunftsfähiger, funktionierender Lösungen leistet.

    Mehr
    • 3
  • Unfair und nicht hilfreich

    Selbst denken

    -RedSoul-

    Ich war extrem enttäuscht von Harald Welzers Buch und habe es nicht ausgehalten es fertig zu lesen. Von Seite zu Seite wurde ich ärgerlicher und als ich dann am Ende des Buches noch seine "12 Regeln für erfolgreichen Widerstand" gesehen habe musste ich es weglegen. Was möchte er mir sagen frage ich mich. Alles was Harald Welzer tut ist anklagen. Er spricht mich persönlich an und sagt mir, dass ich ein Heuchler bin. Mehrmals! Er sagt mir nicht was ich seiner Meinung nach tun soll um kein Heuchler mehr zu sein, oder die "Zerstörung der Welt" aufzuhalten. Jedenfalls nicht auf den ersten 100 Seiten. Auch seine 12 Regeln zum Widerstand sagen mir nicht was ich tun soll. Alles ist vage. Der einzige Punkt der klar wird ist, dass Herr Welzer scheinbar der Meinung ist es bringe eh alles nichts und selbst umweltbewusste Veganer wären nicht besser als alle anderen. Mit einer solchen Einstellung kann ich nichts anfangen und ich weiß auch nicht wem sie helfen soll. Es gibt einige viel bessere Bücher zu diesem Thema die sicherlich auch mehr Menschen erreichen und dazu bewegen können etwas zu ändern.

    Mehr
    • 4
  • Selbst denken mit Welzer

    Selbst denken

    Iudas

    Na, sind Sie ein Wutbürger? Oder vielleicht gar ein Schlechtmensch? Und was haben Sie bisher mit Ihrem Handeln zur Nachhaltigkeit in der Gesellschaft beigetragen? Nichts?   Wenn der renommierte Soziologe Harald Welzer eines kann, dann ist es das direkte Ansprechen des Lesers. Und zimperlich ist er dabei wahrlich nicht, sodaß er da schon im ersten Drittel des Buches einen Teil seiner Leser brüskiert haben mag. »Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand« (Fischer Taschenbuch) ist der markante Titel des im letzten Jahr erschienen politischen Sachbuchs von Harald Welzer, der auch schon mit ähnlichen Werken wie »Wege aus der Wachstumsgesellschaft« oder »Perspektiven einer nachhaltigen Entwicklung. Wie sieht die Welt im Jahr 2050 aus?« in Erscheinung trat.   Das Credo, das Welzer auf fast 300 Seiten versucht dem Leser nahezubringen, ist mit Kant rasch gesagt: »Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu gebrauchen!«. Nur daß man zunehmend, Seite um Seite das Gefühl bekommt, da wird unterschwellig – und manchmal auch ganz schön direkt – versucht, dem Leser die eigene Deckweise nahezubringen. Frei nach der Devise Denke selbstbestimmt – Denke wie ich. Und Welzer will für den Leser denken und dieses Denken ist tendenziös und führt leider wie so oft starr in die grün angestrichene antikapitalistische Konsumkritik. Auch wenn er den Hype um den Klimawandel und die Polkappenschmelzen abstrus findet und er deutliche Worte gegen unbedachte Hysteriemache und sinnlose Hochrechungen ins zeitlich Unendliche wählt, oft auch mit dem einen oder anderen scherzhaften Kommentar gewürzt, fallen Begriffe wie Nachhaltigkeit, ökologische Verantwortung und Ressourcenknappheit doch ein paar Mal zuviel und man merkt deutlich, in welche Richtung hier gedacht werden soll. Gerade dieses Tendenziöse macht das Lesen streckenweise anstrengend, langweilt und man fühlt sich als Leser nicht nur beleidigt, sondern auch bevormundet und betüddelt. Die versprochene Anleitung zum Widerstand, die Welzer in dem Titel so lautstark ankündigt, bleibt aber über lange Strecken arg unter seinem Denken verborgen und die am Ende des Buches in 12 Regeln für den erfolgreichen Widerstand zusammengefaßten Quintessenzen seines Dozierens bleiben vage und stellen für den Großteil der Leser wohl keine Weltneuheit dar. Daß man Widerstand leisten sollte oder wenigstens kann, wenn man nicht einverstanden ist, liegt nahe. Und daß Bündnisse schließen hilfreich sein kann, wird der Leser auch schon des Öfteren erfahren haben.   Trotz allem kann man Welzer seine optimistische, motivierende Art nicht absprechen. Er will den Leser nicht nur mit dystopischen Vorstellungen einer seiner Ansicht nach ressourcenarmen, nicht-nachhaltigen Welt verschrecken, sondern schafft es auch, optimistische Aufrufe zu starten – und gerade diese optimistischen Aufrufe sind es, die den Leser bei dem Buch halten und ihn motivieren, es doch zu Ende zu lesen. Er stellt Beispiele von Menschen dar, die selbst gedacht haben, neue Konzepte und Ideen entwickelten und mit ihren Innovationen erfolgreich waren. Dabei wird zwar immer gern übersehen, welch’ großer Teil im Gegensatz dazu mit seinem Selbstdenken gnadenlos scheiterte, aber Welzer will ja motivieren. Auch interessante Ausflüge in wissenschaftliche Gebiete wie der Neurobiologie und Gehirnforschung, in denen Welzer wissenschaftliche Fundamente für seine Thesen sucht, sind durchaus lesenswert. Aber eben nicht Kern des Buches. Und da liegt die Krux, denn würde sich der Leser allein für Neurobiologie oder Gesellschaftsforschung interessieren, dann würde er ein Buch zu diesem Thema lesen.   Man merkt dem Buch aber auch seinen wissenschaftlichen, fast universitären Duktus an. Leser, die hier nur mal ein abendliches, leichtes Sofa-Lektürchen suchen, sind mit diesem Buch deutlich schlecht beraten, denn trotz der oft kurzen Kapitel ist es stellenweise ein anstrengendes Lesen, weil Welzer mit Fachbegriffen nicht geizt und auch gern Adorno oder Kant zitiert. Vielleicht war das in Anbetracht dessen, was Welzer erreichen wollte – nämlich eine große Masse anzusprechen, die dann auch in der Lage ist, Widerstand zu leisten – nicht der beste Weg, denn so wird vieles, was er sich für den Menschen im Futur Zwei, wie er es immer wieder nennt, verpuffen. Für mich jedenfalls brachte das Buch wenig nennenswert Neues, es war nichts Revolutionäres, Aufregendes, Aufrüttelndes. Interessant zu lesende Passagen und Motivationsspritzen waren ein nettes Bonbon, aber das Selbstdenken muß ich mir nicht Welzer abnehmen lassen.

    Mehr
    • 2
  • Du willst Dein Leben ändern oder die Welt retten?

    Selbst denken

    goldfisch

    17. June 2014 um 09:05

    Ich bin begeistert von diesem Buch.Was gefällt uns an unserem Leben nicht ? Warum sind wir oft überfordert ? Was können wir tun ? Welzer erklärt und klärt auf.Wie ändert sich eine Gesellschaft? Können wir Ressourcen sparen? Wohin führt der Weg ? Was kann jeder einzelne von uns tun, damit der Planet auch für die kommeneden Generationen lebenswert bleibt? Kümmern wir uns um die Zukunft! Kopffutter,Humor und viele gute Ideen.Ein "must read" für kritische Geister!

    Mehr
  • Zu stark milieubelastet

    Selbst denken

    melvil

    19. November 2013 um 19:33

    Selbst denken? Eigentlich meint der Autor damit: Denkt gefälligst so wie ich und meine Ökofreunde. Dieser Gedanke ging mir bei der Lektüre andauernd durch den Kopf. Wer mit der Ideologie der Ökos grundsätzlich ein Problem hat, wird dieses Buch nicht besonders hilfreich finden. Harald Welzer bezieht sich mit seinem Titel auf Kant und dessen Definition der Aufklärung ("Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit"). Er will die Menschen dazu aufrufen, selbst zu denken (das ist, nebenbei bemerkt, natürlich heute sehr angesagt, fast jede politische Bewegung ist der Meinung, dass ausschließlich sie zu so etwas in der Lage ist) und gleichzeitig will er eine "Anleitung zum Widerstand" liefern. Also soll ich selbst denken und dabei einer Anleitung folgen? Das kann nicht funktionieren. Er unterstellt seinen Lesern freilich, dass sie bisher nicht selbst gedacht haben, denn sie waren ja bisher nicht seiner Meinung und haben keinen Widerstand geleistet. Dieses Denkmuster ist im Soziologenmilieu weit verbreitet, dort kommt so etwas gut an und sorgt für viel Applaus. Von da hat er auch viel Material zum Zitieren: Katrin Hartmann, Niko Paech und wie sie alle heißen. Das sind alles Autoren, die, wie er selbst, definieren wollen, was 21. Jahrhundert ist, und vor allem, was 20. Jahrhundert ist und auch dort bleiben sollte. Warum nur muss berechtigte Konsumkritik immer gleich in die esoterische Ökoschiene abdriften? Auch wenn Welzer die Konzentration auf den Klimawandel und die Höhe des Meeresspiegels selbst nervig findet und das auf amüsant zu lesende Art und Weise zum Ausdruck bringt: Am Ende werden doch wieder irgendwelche Biounternehmer als Vorbilder hingestellt, obwohl es doch der Unternehmergeist der Menschheit an sich ist, der für die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen gesorgt hat und noch immer sorgt, weshalb auch Biounternehmer Ressourcen ausbeuten müssen, um nicht pleite zu gehen. Ich kann das Wort "Nachhaltigkeit" nicht mehr lesen. Gibt es keine besseren Argumente mehr für ein einfaches, nicht von rastlosem Aktionismus bestimmtes Leben? Nach der Lektüre des Buchs bleibt diese Frage leider offen.

    Mehr
  • Selbst Denken - oder sich denken lassen Harald Welzer

    Selbst denken

    thursdaynext

    04. July 2013 um 14:28

    „Alternativlosigkeit empfanden auch die grönländischen Wikinger, als ihnen die Nahrung ausging.Sie hätten nur Fisch zu essen brauchen, aber der galt in ihrer Kultur nicht als essbar. So sinnlos stirbt man aus.“ Harald Welzer fängt ganz weit hinten an um sich dann wagemutig in eine bessere Zukunft hinauszulehnen. Futur zwo ...... Seine Ausbildung als Sozialpsychologe und die dadurch erweiterte Sichtweise macht gesellschaftliches ( unterbewusstes ) Denken, aber auch das „Ticken“ des Individuums nachvollziehbar. Aha Effekte gibt es zuhauf. So erläutert er endlich weswegen die Menschheit das Richtige denkt und dennoch falsch handelt. Das Kapitel < Mentale Infrastrukturen > zeigt die die Fehler der „Bildung für nachhaltige Entwicklung" sehr deutlich. Aber: Der „Konsument konsumiert nicht“ er wird konsumiert ohne sich dessen bewusst zu sein. Ein dickes Plus ist, sein amüsanter Stil , zusätzlich versteht er es zu faszinieren Das wirkt der „Unsexyness“ des Verzichts um den wir nicht ganz herumkommen werden entgegen. Besonders positiv ist sein Aufzeigen etlicher Neuansätze des richtigen Handelns von „Selberdenkern“ bei mir angekommen. Verwirklichte Ideen und Projekte, die das Gefühl hervorrufen „Es geht doch“. Selber denken macht Sinn und kann positive Veränderung bewirken und wir erhalten gesamtgesellschaftlich etwas wesentlich Besseres als wir derzeit haben. Negativ fand ich allerdings die Einschätzung der Politik. Er meint das wählen könne man sich schenken. Politiker verändern nichts zum Positiven hin. Verständliche Frustration mit der er sicher nicht alleine dasteht, doch diese Sichtweise kommt für mich einer Demokratieentwertung gleich, und auch wenn es den Anschein hat: Demokratie muss nicht per se im Kapitalismus verankert sein, dem leidigen Wachstumswahn und somit der Ressourcenverschwendung Vorschub leisten. Wählen ist nicht nur eine Wahl zwischen den verschiedenen Übeln, es kann Veränderung bewirken. Vielleicht muss man nur nicht, sich zwischen den „Übeln“ windend, die immer Gleichen, etablierten wählen. Dabei im Blick behalten wer besonders von den Lobbyisten gehätschelt wird, und eine gerechtere Zukunft lautstark fordern ! Es gibt da dieses Zitat, dessen Schöpfer mir gerade nicht geläufig ist. Womöglich das Känguru. : „Jedes Volk hat die Politiker die es verdient.“ Auch sein Konsumentenbild entspricht eben nicht dem gesellschaftlichen Gros, da die Armen und Ärmsten der Gesellschaft, die aus monetären Gründen nicht nur keinen Zugang zu den von ihm als depperte Adrenalinkick angeprangerten Bungee Jumping und sonstigen Hobbys, Reiseerfahrungen und dergleichen haben. Es mangelt ihnen leider auch an genügend Bildung um sich unabhängig eine Meinung und somit eine gesellschaftlich aussagekräftige Stimme leisten zu können. Andererseits richtet sich das Buch nicht an diese Menschen, dazu ist es zu wohlformuliert und nicht plakativ genug. Die Sinnsuchenden in der Sinnlosigkeit sind inflationär in den Bevölkerungsschichten dies sich noch leisten können. Hier tritt daher das „Dritte Welt Problem“ auf. Denjenigen denen es an diesen Möglichkeiten mangelt, die nach Teilhabe am Wachstum streben den Verzicht abzuverlangen ohne ihnen das Angebot der Zukunft zuvor schmackhaft erläutert zu haben. Sein Plädoyer für das gedachte Glück in der Zukunft, das Selber denken und danach handeln ist aber bahnbrechend im Genre der Betroffenheitsliteratur, weil hoffnungsvoll stimmend und ermutigend. Ein Lese Muss für Menschen die die Zukunft besser gestalten möchten als die gegenwärtige Gegenwart es erlaubt. 5 Sterne für Kopfyoga und positiv stimmende ( noch meist ) utopische Science Fiction, die es schafft Zukunft wieder strahlend und glücksverheissend erscheinen zu lassen. Also überlasst das Denken nicht den anderen ......

    Mehr
  • Ein Buch, das, zunächst einmal eine radikale und auch unangenehme Selbstkritik fordert

    Selbst denken

    WinfriedStanzick

    22. March 2013 um 14:34

    Jeder einigermaßen gebildete und bewusste Zeitgenosse fühlt sich angesichts der medialen Übermacht derer, die sich anmaßen für ihn zu denken und ihm zu sagen, was er denken soll, angewidert. Und doch scheint die Übermacht dieser Medien so groß, bzw. die Bequemlichkeit und das angebliche Glück, das sie versprechen, so verlockend, dass selbst die kritischsten Menschen glauben, etwa ohne facebook et al. nicht auskommen zu können.   Es sind vor allem diese noch nicht gänzlich abgestumpften Menschen, denen der Sozialpsychologe Harald Welzer mit seinem neuen Buch Mut zum eigenen Denken machen möchte. Trotz seinem auch sprachlich hohen Niveau lohnt es sich, sich das Buch anzueignen. Denn schon bald wird sein Anliegen deutlich, mit dem er in die Fußstapfen Kants tritt, der den Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit auf sein philosophisches Programm schrieb.   Welzers Denkansatz ist ein Denken im Futur 2. So heißt auch die Stiftung Zukunftsfähigkeit, der er vorsteht. "Vieles von dem, was im einfachen Futur als unbequem und lästig erscheint, wird im Futur 2 plötzlich interessant und attraktiv“, sagt  Welzer und weist darauf hin, dass die etwa Vorstellung, wie mein Leben gewesen sein wird, ganz andere Werte und Wertigkeiten generiert als ein bloßes Denken, wie es sein wird. Da regieren eher Angst oder aber auch Streben nach Materiellem.   Es gebe, so Welzer, auch in unserer hochkomplexen Gesellschaft, die alles bis in die Seele des Einzelnen hinein beherrschen will, noch genügend Nischen und Freiräume, die man nutzen und mit denen man sein Selbst denken beginnen kann. Und wer damit erst einmal Erfahrungen gemacht hat, der wird damit nicht mehr aufhören wollen, vor allen Dingen, wenn er die von Welzer vorgeschlagenen „12 Regeln für erfolgreichen Widerstand“ Schritt für Schritt verinnerlicht und sie ggf. nach seinen eigenen Verhältnissen gestaltet:   1.    Alles könnte anders sein. 2.    Es hängt ausschließlich von Ihnen ab, ob sich etwas verändert 3.    Nehmen Sie sich deshalb ernst 4.    Hören Sie auf, einverstanden zu sein 5.    Leisten Sie Widerstand, sobald Sie nicht einverstanden sind 6.    Sie haben jede Menge Handlungsspielräume 7.    Erweitern sie Ihre Handlungsspielräume dort, wo Sie sind und Einfluss haben 8.    Schließen Sie Bündnisse 9.    Rechnen Sie mit Rückschlägen, vor allem solchen, die von Ihnen ausgehen 10.Sie haben keine Verantwortung für die Welt 11. Wie Ihr Widerstand aussieht, hängt von Ihren Möglichkeiten ab 12. Und von dem, was Ihnen Spaß macht     Welzer wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass es nicht abstrakte Werte sind, die die Praxis verändern (mit dieser Maxime bin ich etwa aufgewachsen und habe auch lange so gelebt) , sondern dass es eine veränderte Praxis ist, die die jeweiligen Werte verändert.   Ein Buch, das jedem, der es liest, zunächst einmal eine radikale  und auch unangenehme Selbstkritik auferlegt. Wie möchte ich gelebt haben? Was wird mir wichtig gewesen sein im Leben? Schon die ersten Antworten auf diese Futur 2 Fragen, werden die ersten widerständigen Veränderungen unabänderlich machen – im ganz persönlichen Umfeld und Alltag. Das nenne ich radikal.              

    Mehr
  • Rezension zu "Selbst denken" von Harald Welzer

    Selbst denken

    HeikeG

    05. March 2013 um 21:23

    Kann man im Universum der Konsum-Gulags der expansiven Moderne auch Sinn kaufen? . Stellen Sie sich selbst einmal im Tempus Futur 2 vor. Futur 2? Da war doch etwas vor langer Zeit, werden Sie sich jetzt grübelnd fragen und versuchen, verschüttetes Schulwissen mühsam an die Oberfläche zu holen. Diese sehr selten benutzte Zeitform der deutschen Grammatik, deren Bildung zudem gar nicht so einfach ist, spielt im Buch von Harald Welzer eine nicht unwesentliche Rolle. Denn die vollendete Zukunft, wie sie auch noch genannt wird, verändert beim Imaginieren Wertigkeiten. "Vieles von dem, was im einfachen Futur als unbequem und lästig erscheint, wird im Futur 2 plötzlich interessant und attraktiv.", ist sich der Direktor von FUTURZWEI., der Stiftung Zukunftsfähigkeit in Berlin, sicher. "Wer werde ich gewesen sein?" ist ein typischer Satz in dieser Zeitform. Bereits wenn man diese Frage ausgesprochen hat, fängt man an zu überlegen, wie man gut gewesen sein wird. Vielleicht rekonstruiert man auch den Weg, den man zurückgelegt haben muss, um dorthin gelangt zu sein. Das nennt man neudeutsch dann übrigens "backcasting" (die Altmodischen unter uns dürfen auch "vorerinnern" dazu sagen). . Nun fragen Sie sich sicher, wozu das Ganze? Doch in dem - und das darf vorab verraten werden - großartigen Buch des Sozialpsychologen spielt gerade dieses "Futur-zwei-Denken" eine nicht unerhebliche Rolle. "Jeder Entwurf, jeder Plan, jede Projektion, jedes Modell enthält einen Vorgriff auf einen Zustand, der in der Zukunft vergangen sein wird. Und genau aus diesem Vorentwurf eines künftigen Zustands speisen sich Motive und Energien - aus dem Wunsch, einen anderen Zustand zu erreichen als den gegebenen." Und genau das möchte Harald Welzer beim Leser seiner "Anleitung zum Widerstand" erreichen. Denn unsere derzeitige expansive Moderne steuert geradewegs in eine Sackgasse hinein und die "Landkarte der nachhaltigen Moderne lässt sich nicht durch den Satellitenblick von Google-Earth abbilden, sondern muss durch tastende Schritte in eine andere Praxis sukzessive ergangen werden." Die derzeitige Politik jedenfalls, mit ihrem Übergang in einen restaurativen Illusionismus, der kein Projekt mehr kennt, das über sich selbst hinausweist, ist verhängnisvoll. "Handlungsfähig wäre sie nur, wenn sie noch etwas zu gestalten vorhätte, aber dafür müsste sie eine Vorstellung von einer wünschbaren Zukunft haben. Eine wünschbare Vergangenheit reicht nicht.", so der Autor. . Welzers Buch offenbart einen auf hohem Niveau geschriebenen, lohnenswert anstrengenden, hochintelligenten, informativen und zum Nachdenken anregenden Inhalt, der unzweifelhaft ein Verweis auf das kantische Programm des "Ausgangs des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" beinhaltet. Der Text des 1958 Geborenen hat zweifelsohne das Zeug, unseren Tunnelblick zu therapieren und die dicht gewebte mediale Benutzeroberfläche, die unser tägliches Tun und Handeln steuert, so zu durchbrechen, dass wir das zweifelsohne auf breiter Basis abhanden gekommene Unterscheidungsvermögen wiedergewinnen. Sein Werk zeigt auf wie man "in diesem geheimnislosen Universum jederzeitiger Bedürfnisbefriedigung wieder Autonomie und Zukunft entdecken kann. Wie man nicht immer schon angekommen ist, sondern sich auf den Weg macht. Wie nicht schon alles fix und fertig ist, sondern gefunden werden muss. Wie man nicht mehr Produkt ist, sondern Gestalter. Mit einem Wort: wenn man eine Geschichte über sich zu erzählen beginnt, in der man vorkommt." Der Autor weist auf Notausgänge, schmale Ritzen, Löcher und Durchblicke hin, die sich letztendlich zu Ausgängen erweitern und ausbauen lassen. Seine Utopie des 21. Jahrhunderts hat dabei keineswegs etwas mit Ökodiktatur zu tun, sondern er plädiert dafür, dass sie den Weg der Expansion verlässt, um den Pfad der Reduktion zu beschreiten: "nicht Effizienz, sondern Achtsamkeit, nicht Schnelligkeit, sondern Genauigkeit, nicht Weitermachen, sondern Innehalten". Oder kurz und knapp: Zivilisierung durch weniger. . Fazit: "Selbst denken" entpuppt sich als wertvolle Anregung zur Erlangung eines intellektuellen aufgerüsteten Durchblicks, als Wegweiser zur Emanzipation von der Unterschiedslosigkeit alles Verfügbaren sowie als tiefgreifende und exzellente "Anleitung zum Widerstand": "Widerstand gegen die physische Zerstörung der künftigen Überlebensgrundlagen, gegen den Extraktivismus, Widerstand aber auch gegen die Okkupation des Sozialen. Widerstand gegen die freiwillige Hingabe der Freiheit. Wiederstand gegen die Dummheit. Widerstand gegen die Verführbarkeit seiner selbst, leichthin zu sagen: 'Ist ja egal, es kommt doch auf mich nicht an.'" Ein ausgezeichnetes Buch, das man zunächst einmal gelesen haben sollte, um hernach seine eigene Bedürfnisbefriedigung kritisch zu hinterfragen, und letztendlich seine Handlungsmaxime (vielleicht sogar radikal) umzustellen. Sprich: Widerstand gegen sich selbst und "gegen die Scheinattraktivität des weiteren Aufenthalts in der Komfortzone." Denn eines ist Fakt: "Das gute Leben gibt es nicht umsonst" und Werte "verändern nicht die Praxis, es ist eine veränderte Praxis, die Werte verändert."

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks