Harald Welzer , Bernd Sommer Transformationsdesign

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Inhaltsangabe zu „Transformationsdesign“ von Harald Welzer

Wann immer es um Zukunftsentwürfe geht, kommt man an Harald Welzer nicht vorbei: Für das Gottlieb Duttweiler Institute gehört er zu den 100 wichtigsten Vordenkern der Welt, die Presse feiert sein letztes Buch »Selbst denken« als das wichtigste im vergangenen Jahr, seit 2012 leitet er das Center für Transformationsdesign an der Universität Flensburg. Zusammen mit Bernd Sommer legt er nun eine schonungslose Kritik der Wachstumsgesellschaft vor und fordert ein radikales Redesign unserer Zukunftsbilder. »Was wir brauchen, ist ein komplett anderes Leben, nicht das Auswechseln altmodisch gewordener Technologien gegen andere«, so die Autoren. »Wiederverwenden, umnutzen, mitnutzen« muss das Credo einer neuen, reduktiven Moderne lauten. Doch wie lässt sich eine Kultur des Weniger gestalten? Was können wir aus den großen Transformationen der Vergangenheit lernen? Liegt die Lösung in einer »Archäologie des guten Lebens«, in einer Wiederentdeckung alter Sozialformen wie Achtsamkeit und Fürsorge? Das Buch liefert eine spannende Vision unserer Zukunft – sie wäre genügsamer, aber auch stabiler, und sie wäre ein Gewinn an Lebensqualität durch Befreiung von Überfluss.

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  • Wie wird die Menschheit wieder zukunftsfähig?

    Transformationsdesign

    olli2308

    01. November 2014 um 17:19

    Wir leben - zumindest in den westlichen Demokratien - in einer Überflussgesellschaft, in der Menschen eher an den Konsumzwängen und den Folgen von Überproduktion und Ressourcenverbrauch zu leiden beginnen als daran, dass sie noch nicht genug haben. Der Sozialpsychologe und Wachstumskritiker Harald Welzer und der Kulturwissenschaftler Bernd Sommer haben sich in ihrem Buch »Transformationsdesign« die Frage gestellt, wie sich die zivilisatorischen Errungenschaften der kapitalistischen Moderne bei drastisch reduzierten Material- und Energieverbrauch aufrechterhalten lassen. Ein weiter so kann es nicht geben. Das wird im ersten Kapitel klar, als es um Klima, Krisen und Knappheiten geht und um die imperiale Lebensweise der führenden Industrienationen, die seit 250 Jahren einen unbeschränkten Zugriff auf Ressourcen, Raum und Arbeitsvermögen für sich beanspruchen und sich selbst damit die Grundlagen für die Zukunft entziehen. Beim bloßen Abwarten droht uns ein Prozess der Entzivilisierung, deren Anfänge wir schon erleben in Form von Flüchtlingsströmen, gewalttätigen Protesten (Brasilien während der Weltmeisterschaft) und Bürgerkriegen (Syrien, Naher Osten etc). Es geht darum, die Entwicklung der gesamten Menschheit so zu »designen«, dass sie zukunftsfähig ist, das heißt eine gewisse Lebensqualität beinhaltet, die allen Menschen eine lebenswerte Zukunft ermöglicht. Die beiden Autoren belassen es nicht nur beim Klagen und Kritisieren, belassen es auch nicht bei Appellen, die sowieso nicht fruchten (oder hat sich seit dem Buch »Die Grenzen des Wachstums« von 1972 irgendetwas am Konsumverhalten oder Ressourcenverbrauch geändert?), sondern haben an jeden einzelnen Menschen und jede soziale Gemeinschaft (ob Hausgemeinschaft, Straße, Stadtviertel, Dorf oder Nation) einen Gestaltungsauftrag: nämlich eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie wir eigentlich leben wollen. Was brauchen wir für ein gutes Leben? Was können wir dabei weglassen? Wie können die Ressourcen in der Welt besser verteilt werden? Noch gibt es kein einziges Land auf der Welt, das sowohl einen hohen menschlichen Entwicklungsstandard aufweist als auch ein nachhaltiges ökologisches Belastungsniveau auszeichnet, dessen ökologischer Fußabdruck also nachhaltig ist. Genau da wollen die Autoren aber hin. Dabei kommt den hoch entwickelten superreichen Industrienationen eine Vorreiterrolle zu, was die Bereitschaft angeht, Modelle der Suffizienz (im Gegensatz zu Effizienz, Effektivität, Profitmaximierung etc) zu entwickeln, die auf einen Lebensstil hinauslaufen, der sich am »Genügen« orientiert und nicht nach Erhöhung von Aufwand strebt. Eine große Welle an Konsum und Produktion kommt noch in den Schwellenländern wie Indien, China und Brasilien auf uns zu. Deren ungebremstes Wachstum wird noch für Jahrzehnte für vermehrte CO2-Emissionen sorgen. Umso nötiger ist es, dass sich die Menschen in West-Europa umorientieren in Richtung reduktive Moderne. Unter »Transformationsdesign« verstehen die Autoren den Wandel der heutigen strukturellen Nicht-Nachhaltigkeit in eine Nachhaltigkeit. Welche konkreten Vorschläge machen die Autoren dazu? Der Gegenentwurf zur expansiven Mainstreamkultur - die wir nach Meinung der Autoren schon soweit verinnerlicht haben, das selbst persönliche Verhaltensmuster ökonomisiert sind - sieht tiefgreifende Veränderungen in fast allen Lebensbereichen vor: Wohnen, Mobilität und Ernährung. Es geht um De-Priviligierung (also um die Verabschiedung von eigenen Herrschaftspositionen), es geht um »reduzieren, aufarbeiten, wiederverwenden«. Es geht um verkürzte Arbeitszeiten (auf 30, später auf 20 Wochenstunden), um ein bedingungsloses Grundeinkommen, um Gemeinwohlökologie (1000 Unternehmen verschreiben sich schon weltweit dem Gemeinwohl), um Divestment (den besonders unnachhaltigen Firmen Kapital entziehen) und um Transition Towns (über 500 Städte in 40 Ländern etablieren lokale Wertschöpfungsketten). Kurz es geht darum, nicht nur unsere Produktions- und Konsumgewohnheiten zu ändern, sondern unser komplettes soziales Leben, und das alles in Selbstorganisation, das ist am Nachhaltigsten und sorgt für die größte Motivation. Alle Ideen, die die Autoren zusammengetragen haben, um diesen Wandel zu ermöglichen, sind nicht neu. Neu ist allerdings die Erkenntnis, dass wir die Probleme nicht durch technischen Fortschritt in den Griff bekommen (wie die Beispiele Geoengineering und Inwertsetzung durch Emissionshandel zeigen), sondern nur durch ein weniger an Energie, ein weniger an Produktion und ein weniger an Konsum. Alle Vorschläge können dazu beitragen, dass sich die Transformation »by Design« ereignen kann und nicht im Desaster endet, wenn wir zu langsam auf die Verhältnisse reagieren und in Verteilungskriegen und Umweltkatastrophen versinken.

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