Was das Leben sich erlaubt

von Hardy Krüger 
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Was das Leben sich erlaubt
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Das Leben erlaubte sich heftige Lebensstürme im Nazi-Deutschland. Davon berichtet der Autor in diesem Buch.

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Viele Informationen zum Naziregime. Gespickt durch historische Erläuterungen wird es zu einer Lektüre des Fühlens, Erlebens und Wissens.

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Inhaltsangabe zu "Was das Leben sich erlaubt"

Offen wie kaum ein anderer schreibt Hardy Krüger jetzt, mit inzwischen 88 Jahren, von seiner Kindheit und Jugend in Nazideutschland, von den Grausamkeiten des Krieges, der Sprachlosigkeit einer ganzen Generation und den wichtigsten Stationen seines Lebens. Er berichtet ausführlich und eindrucksvoll wie nie zuvor, wer ihn damals prägte, was ihn heute antreibt und warum er sich um die Welt von morgen sorgt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442177271
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:250 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:16.10.2017

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    Waschbaerinvor einem Tag
    Kurzmeinung: Das Leben erlaubte sich heftige Lebensstürme im Nazi-Deutschland. Davon berichtet der Autor in diesem Buch.
    Der Wunsch Schriftsteller zu werden ging in Erfüllung

    Wer kennt ihn nicht, den Schauspieler und Weltenbummler Hardy Krüger, der sich schon seit Jahren auch als Schriftsteller einen Namen macht. In dem vorliegenden Buch "Was das Leben sich erlaubt" lässt er den Leser an seinen Jugendjahren teilhaben.

    Eberhard Krüger wurde im Jahre 1928 geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Sein Vater verlor in der Zeit der Weltwirtschaftskrise seine Arbeit und die ganze Familie hatte darunter zu leiden. Zum Glück gab es aber einen sehr wohlhabenden Onkel in Afrika, der ein Mehrfamilienhaus kaufte und der Familie Krüger über die Runden half. Wie Hardy Krüger schreibt, waren seine Eltern Anhänger von Adolf Hitler, der den Deutschen nach dem verlorenen 1. Weltkrieg wieder Ansehen in der Welt, das Blaue vom Himmel und ein besseres Leben versprach. Die markigen Sprüche taten ihre Wirkung. Von seinem überzeugten Vater wurde Eberhard Krüger schon im Alter von 5 Jahren in die braune Uniform gesteckt.

    Offensichtlich war Eberhard äußerlich ein richtiger "Arier", weshalb er ausgesucht wurde, in Sonthofen auf der Karderschmiede des Führers zu einem richtigen deutschen Jungen ausgebildet zu werden. Vielleicht hätte es geklappt, wenn nicht der Film dazwischen gekommen wäre. Für die Produktion "Junger Adler" wurde ein Hauptdarsteller gesucht und in ihm gefunden. Also wurde Eberhard in  Sonthofen beurlaubt und nach Berlin zu den Dreharbeiten geschickt. Dort lernt er u. a. Hans Söhnker kennen und sein Leben nahm einen anderen Verlauf als geplant.

    Eberhard bekam verbotene Filme zu sehen, die nur deshalb verboten waren, weil diese von Juden gedreht wurden. Dazu noch ganz persönliche Gespräche mit Hans Söhnker und er fing an selbständig zu denken, zu hinterfragen, was man ihm in Sonthofen eintrichterte. Von dem Moment an war er für die dortige Ideologie verloren. Ich muss gestehen, dass mir diese Seite von Hans Söhnker bisher verborgen war. Alle Achtung, dass er den Mut hatte seinem Gewissen zu folgen, obwohl er sich bewusst war, dass ihm, falls er auffliegen würde, die Verhaftung drohte. 

    Eberhard führte 2 Leben. Ein angepasstes nach außen und ein verantworltlich denkendes weit ab der Öffentlichkeit. Trotzdem blieb es ihm nicht erspart, noch als Junge von 16 Jahren in einen sinnlosen Krieg geschickt zu werden. Was er beschreibt klingt furchtbar. Seine damalige Todesangst kommt auch nach so vielen Jahren in all seinen Sätzen durch. Aber wie wir alle wissen, er hat es überlebt.  Gott sei Dank!

    Obwohl er als Junge auf die Frage; "Was willst du einmal werden?" antwortete Flieger und Schriftsteller, geht er zuerst andere Wege. Nach dem Krieg begann seine Karriere als Schauspieler beim Theater, Rundfunk und dann auch beim Film. Dazu gehörte, dass er seinen Vornamen von Eberhard in Hardy änderte.

    Seine beiden Jugendwünsche haben sich allerdings auch erfüllt. Heute zieht er mit diesem Buch "Was das Leben sich erlaubt" durch die Schulen und sein Bestreben ist es, die Jugendlichen aufzurütteln und sensibel für markige Sprüche und Heilsversprechen zu machen.
    Aus Interviews weiß ich, das ist ihm ein wichtiges Anliegen.

    Das Buch "Was das Leben sich erlaubt" kann ich nur wärmstens empfehlen. Hardy Krüger hat einen sehr guten Schreibstil, der sich flüssig liest. Zwischen dem Verlag und ihm gab es die Vereinbarung, dass wichtige historische Daten und Ereignisse an den entsprechenden Stellen in seinem Buch eingefügt werden sollen, was auch geschah. Diese Absätze in kursiver Schrift  vervollständigen seinen Rückblick auf sein Leben und die politischen Ereignisse in dieser Zeit.

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    Freyheitvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Viele Informationen zum Naziregime. Gespickt durch historische Erläuterungen wird es zu einer Lektüre des Fühlens, Erlebens und Wissens.
    Sehr lesenswert

    Inhalt:

    Hardy Krüger schreibt in diesem Buch von seinen Erinnerungen an sein Leben in Nazideutschland. Dabei fängt er ganz von Vorne an und lässt den Leser an vielen Etappen seines Lebens teilhaben. 
    Gezeigt wird das Bild eines Mannes, der die Schreckensherrschaft-Hitler überlebt hat.'
    Heute ist es Hardys persönliches Bedürfnis, die Jugend über diese Zeit aufzuklären und somit den Neonazis und dem Fremdenhass keinen Raum zu lassen.

    Meine Meinung:

    Ich war gefangen in einem Strudel von lebendig erzähltem Lebens. 
    Hardy begann am nackten Anfang, also bei seiner Geburt am 12 April 1928. Anfangs noch amüsant, dreht sich das Blatt bald. Denn er erzählte von der Weltwirtschaftskrise, den Folgen und warum ihn sein Vater schon mit fünf Jahren in die braune Uniform der Nationalsozialisten steckte.
    Die Ernsthaftigkeit von Hardys Erzählungen packte mich sehr schnell. Mittlerweile war ich eingetaucht in die Jahre 1933 – 1945. Wie furchtbar das für einen Jungen von 12 Jahren gewesen sein musste, sein behütetes Haus zu verlassen, um in einem Schulungszentrum für NS-Führungskräfte unterrichtet zu werden. Seine Angst bei den Prüfungen wurde auch zu meiner Angst.
    Ein bisschen Hoffnung kam auf, als er für die Dreharbeiten zu „ junger Adler“ eine Freistellung von der Schule bekam. In dieser Zeit lernte er den Schauspieler Hans Söhnker kennen. (Ich kenne Söhnker aus vielen Filmen, die ich mir in meiner Jugend angeschaut habe. Ich höre immer noch die Stimme meiner Tante, wenn sie von diesem schnittigen Mann schwärmte) In diesem Buch bekam ich aber ein ganz anderes Bild von diesem Mann. Ein erschreckendes, weil er einen gerade erst fünfzehnjährigen Burschen über das Naziregime aufklärte und ihm vertraute, dass dieser ihn nicht verraten würde und ein bewunderndes, weil er vielen Juden Unterschlupf gewährte, bis sie in die Schweiz flüchten konnten.
    Hardy erzählte von vielen weitere Treffen mit diesem und anderen Menschen, die sein Leben und seine Ansichten verändert und geprägt hatten. Er erzählt vom Krieg, der Front, dem Todesurteil gegen ihn, vielen Fluchten und zahlreichen anderen Erlebnissen, die mich bis zum Ende gepackt haben.
    Obwohl ich sehr traurig war, als die letzte Seite gelesen war (ich hätte so gerne noch viel mehr über ihn erfahren), fehlte mir doch ein winzig kleines Detail: Wie ich bereits erwähnt habe, hatte ich ihn in einer Talkshow von diesem Buch reden hören. Szenen, die in diesem Buch eher oberflächlich behandelt wurden, hatten dort viel mehr Tiefe.Auch über seinen Sohn hätte ich gerne mehr erfahren. Dieser wurde in diesem Buch leider überhaupt nicht erwähnt.

    Fazit:

    Krüger, Käfferlein und Köhne zeigen hier viele Informationen zum Naziregime. Zu der Zeit während des Krieges und die Zeit danach. Gespickt durch historische Erläuterungen wird es zu einer Lektüre des Fühlens, Erlebens und Wissens.Von mir bekommt es eine klare Leseempfehlung 

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