Hari Kunzru White Tears

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Inhaltsangabe zu „White Tears“ von Hari Kunzru

Seth und Carter sind Musikproduzenten in New York. Tagtäglich streift Seth auf der Suche nach neuen Tönen durch die Stadt. Dabei nimmt er am Washington Square Park zufällig eine unbekannte Stimme auf, die für wenige Augenblicke einen Blues-Song intoniert. Im Studio säubert er die Tonspur der Aufnahme und sampelt sie mit anderen Tonfragmenten. Aus Spaß schreibt Carter das Stück dem fiktiven Interpreten Charlie Shaw zu und stellt es mit dem Hinweis, die Aufnahme stamme aus dem Jahr 1928, ins Netz. Unter Sammlern alter Bluesplatten wird der Song im Nu zu einer viralen Sensation. Doch dann werden Carter und Seth von einem Mann kontaktiert, der behauptet, Charlie Shaw habe tatsächlich gelebt, und kurze Zeit später wird Carter von Unbekannten auf offener Straße angegriffen und schwer verletzt. Während er im Koma liegt, macht sich Seth zusammen mit Carters Schwester Leonie auf den Weg in den tiefen Süden der USA, um dort dem Geheimnis des vermeintlich fiktiven Songs auf die Spur zu kommen. Es wird eine Reise in die Vergangenheit, wo der Tod allgegenwärtig ist …

Abgefahren, und zum Ende hin immer durchgeknallter. Ein Leseerlebnis der besonderen Art. Nichts für Mainstreamleser. Starker Plot!

— Weltenwandler
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    White Tears
    Havers

    Havers

    06. August 2017 um 07:49

    „White Tears“, der neue Roman des britischen Autors Hari Kunzru (in der Übersetzung von Nicolai von Schweder-Schreiner bei Liebeskind erschienen), der aktuell in New York lebt und arbeitet, kreist um Musik, speziell um ein Genre, das amerikanischer nicht sein könnte. Es ist der Blues, diese schwarze Musikform, geboren aus dem Leid der Unterdrückten. Später variiert und vereinnahmt von weißen Interpreten, die glauben machen, sie hätten ihn zur Perfektion gebracht. Seth und Carter kennen sich seit Collegezeiten. Carter kommt aus reichem Haus und verfügt offenbar über unerschöpfliche finanzielle Mittel, Seth dagegen ist immer knapp mit dem Geld und oft auf die Hilfe seines Freundes angewiesen. Speziell dann, wenn es um das Equipment für ihre gemeinsame Obsession, die Musik, geht. Denn die beiden Hipster betreiben ein Studio. Es sind die Töne, um die ihrer Leben kreist. Seth sammelt die verschiedensten Geräusche bei seinen Streifzügen durch die Straßen der Metropole, die die beiden dann bearbeiten und samplen. Als er zufällig im Park das Fragment eines Bluessongs aufnimmt, kann er nicht ahnen, welch verhängnisvolle Ereignisse er damit in Gang setzen wird. Wie die amerikanische Gesellschaft seit Jahrhunderten auf Ausbeutung und Unterdrückung basiert, hat bereits Ta-Nehisi Coates in „Zwischen mir und der Welt“ eindrucksvoll beschrieben. Und bis heute hat sich daran nichts geändert. Bestes Beispiel dafür ist Seths Kumpel Carter, der zukünftige Erbe eines Firmenimperiums. Er glaubt, dass seine Liebe zum Blues ihm die Legitimation verleiht, sich eine schwarze Identität zulegen zu können. Naiv wie er ist, glaubt er sich über seine Faszination vom Blues, eine schwarze Identität aneignen zu können, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Er treibt es auf die Spitze, bis er schließlich mit dem Horror der Vergangenheit konfrontiert wird. Hari Kunzrus neuer Roman „White Tears“ verweigert sich der eindeutigen Zuordnung zu einem bestimmten literarischen Genre. Er bewegt sich in Grenzbereichen, ist zeitgeistig, rätselhaft, radikal, innovativ und doch auch höchst politisch. Wie der Autor den Bogen zwischen dem Gestern und dem Heute schlägt ist ungewöhnlich und virtuos, verleiht dem Buch eine ganz eigene Stimme und lässt den Leser beeindruckt, aber auch verstört zurück.

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