Hari Kunzru White Tears

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Inhaltsangabe zu „White Tears“ von Hari Kunzru

Seth und Carter sind Musikproduzenten in New York. Tagtäglich streift Seth auf der Suche nach neuen Tönen durch die Stadt. Dabei nimmt er am Washington Square Park zufällig eine unbekannte Stimme auf, die für wenige Augenblicke einen Blues-Song intoniert. Im Studio säubert er die Tonspur der Aufnahme und sampelt sie mit anderen Tonfragmenten. Aus Spaß schreibt Carter das Stück dem fiktiven Interpreten Charlie Shaw zu und stellt es mit dem Hinweis, die Aufnahme stamme aus dem Jahr 1928, ins Netz. Unter Sammlern alter Bluesplatten wird der Song im Nu zu einer viralen Sensation. Doch dann werden Carter und Seth von einem Mann kontaktiert, der behauptet, Charlie Shaw habe tatsächlich gelebt, und kurze Zeit später wird Carter von Unbekannten auf offener Straße angegriffen und schwer verletzt. Während er im Koma liegt, macht sich Seth zusammen mit Carters Schwester Leonie auf den Weg in den tiefen Süden der USA, um dort dem Geheimnis des vermeintlich fiktiven Songs auf die Spur zu kommen. Es wird eine Reise in die Vergangenheit, wo der Tod allgegenwärtig ist …

Ein toller Roman über einen mysteriösen Bluesmusiker - klare Empfehlung!

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  • Hari Kunzru | WHITE TEARS

    White Tears

    Bookster_HRO

    05. January 2018 um 07:48

    INHALT: Seth und Carter sind New Yorker Soundtüftler, sie nehmen mit versteckten Mikros Geräusche und Dialogfetzen aus ihrem Alltag auf und mixen sie mit alten Jazz- und Blues-Samples. Während Seth aus einfachen Verhältnissen stammt, ist Carter der Spross einer milliardenschweren Unternehmerfamilie. Zusammen bauen sie ein kleines Tonstudio auf – Carter gibt das Geld, Seth besorgt die Aufnahmen – und ziehen erste Aufträge an Land. Irgendwann belauscht Seth jemanden beim Murmeln eines uralten Blues-Songs, der ihn sofort in Bann schlägt. Im Studio legt Carter ein Gitarrenstück drunter, lädt den Mix ins Netz und behauptet, es sei eine Aufnahme aus den Zwanzigern, der extrem rare Graveyard-Blues von Charlie Shaw – ein fiktiver Name, den Carter spontan aus der Luft greift. Die Sammlergemeinde im Netz ist völlig aus dem Häuschen und die Angebote für die Platte überschlagen sich, doch ein User scheint mehr zu wissen – JumpJim, der den Jungs nach einem Treffen unmissverständlich klar macht: Lasst die Finger davon, Ihr habt keine Ahnung, worauf Ihr Euch da einlasst. Kurze Zeit später wird Carter brutal überfallen und ins Koma geprügelt, worauf sich Seth mit Carters Schwester Leonie auf den Weg nach Mississippi macht, auf der Suche nach den Ursprüngen des Graveyard-Blues, direkt in das Herz der schwarzen Musik. Was er dort findet, ist ein Sumpf aus Hass und Verbrechen, ein Jahrhunderte alter Rassenkrieg – und Carters Familie steckt mittendrin. FORM: Es sind zwei Philosophien, die Hari Kunzru (*1969) mit seiner Southern Gothic Novel verfolgt. Zum einen, dass Schallwellen nie verklingen, nur immer leiser werden, und wir nur die richtige Technik bräuchten, um längst vergangen Dialogen zu lauschen. Und zum anderen – der große Aufhänger der ganzen Geschichte –, dass ernst gemeinte Musik, Songs, in denen Herzblut und Aufrichtigkeit stecken, wie kleine Zeitmaschinen funktionieren, in die man steigen und sich in die Zeit zurückbringen lassen kann, in der sie entstanden sind. Der Roman beginnt verhältnismäßig ruhig und plätschert die ersten hundert Seiten so vor sich hin. Erst ab dem Überfall auf Carter schaltet Kunzru ein paar Gänge rauf, bis er auf Seths Reise in den Süden Höchstgeschwindigkeit erreicht. Ab hier nutzt er die genannten Philosophien, springt wild durch die Zeiten, verbindet längst Vergangenes mit gerade Passiertem und verknüpft die Erinnerungen aller Beteiligten quer durch die letzten hundert Jahre – eine wilde Fahrt durch eines der vielen dunklen Kapitel amerikanischer Geschichte. FAZIT: Kaum zu fassen, was für eine Sogwirkung WHITE TEARS auf den letzten Seiten erreicht, nicht umsonst steht der Titel gleich auf mehreren Listen für das beste Buch des Jahres (z.B. Time Magazine und New York Times). Aber es nicht nur Geschichtsbuch und Ghost-Story, sondern auch eine Eloge auf die echte, unverfälschte Musik jenseits aller Technik und Spielerei, ein Thema, das mich auch seit meiner Jugend stark umtreibt. Fünf Sterne für ein außergewöhnliches Buch, packend und innovativ geschrieben und tief berührend. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich auf Euren Besuch ***

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  • And I still got the Blues...

    White Tears

    Havers

    06. August 2017 um 07:49

    „White Tears“, der neue Roman des britischen Autors Hari Kunzru (in der Übersetzung von Nicolai von Schweder-Schreiner bei Liebeskind erschienen), der aktuell in New York lebt und arbeitet, kreist um Musik, speziell um ein Genre, das amerikanischer nicht sein könnte. Es ist der Blues, diese schwarze Musikform, geboren aus dem Leid der Unterdrückten. Später variiert und vereinnahmt von weißen Interpreten, die glauben machen, sie hätten ihn zur Perfektion gebracht. Seth und Carter kennen sich seit Collegezeiten. Carter kommt aus reichem Haus und verfügt offenbar über unerschöpfliche finanzielle Mittel, Seth dagegen ist immer knapp mit dem Geld und oft auf die Hilfe seines Freundes angewiesen. Speziell dann, wenn es um das Equipment für ihre gemeinsame Obsession, die Musik, geht. Denn die beiden Hipster betreiben ein Studio. Es sind die Töne, um die ihrer Leben kreist. Seth sammelt die verschiedensten Geräusche bei seinen Streifzügen durch die Straßen der Metropole, die die beiden dann bearbeiten und samplen. Als er zufällig im Park das Fragment eines Bluessongs aufnimmt, kann er nicht ahnen, welch verhängnisvolle Ereignisse er damit in Gang setzen wird. Wie die amerikanische Gesellschaft seit Jahrhunderten auf Ausbeutung und Unterdrückung basiert, hat bereits Ta-Nehisi Coates in „Zwischen mir und der Welt“ eindrucksvoll beschrieben. Und bis heute hat sich daran nichts geändert. Bestes Beispiel dafür ist Seths Kumpel Carter, der zukünftige Erbe eines Firmenimperiums. Er glaubt, dass seine Liebe zum Blues ihm die Legitimation verleiht, sich eine schwarze Identität zulegen zu können. Naiv wie er ist, glaubt er sich über seine Faszination vom Blues, eine schwarze Identität aneignen zu können, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Er treibt es auf die Spitze, bis er schließlich mit dem Horror der Vergangenheit konfrontiert wird. Hari Kunzrus neuer Roman „White Tears“ verweigert sich der eindeutigen Zuordnung zu einem bestimmten literarischen Genre. Er bewegt sich in Grenzbereichen, ist zeitgeistig, rätselhaft, radikal, innovativ und doch auch höchst politisch. Wie der Autor den Bogen zwischen dem Gestern und dem Heute schlägt ist ungewöhnlich und virtuos, verleiht dem Buch eine ganz eigene Stimme und lässt den Leser beeindruckt, aber auch verstört zurück.

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