Harold Brodkey Die Geschichte meines Todes

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(1)
(1)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Geschichte meines Todes“ von Harold Brodkey

Im Frühjahr 1993 wurde Harold Brodkey wegen einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Bluttest ergab die überraschende Diagnose: Aids. Die Nachricht erfüllte Brodkey mit Verzweiflung, doch zugleich fühlte er sich seltsam klar, nüchtern, zu Scherzen aufgelegt und nachgerade unanständig amüsiert angesichts der Ironie, auf eine so häßliche Weise zu sterben. Seine schauspielerische Intuition sagte ihm, er sei in dieser Rolle falsch besetzt. Doch langsam wurde ihm die schreckliche Wahrheit bewußt. Unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Klinik begann er zu protokollieren, wie die tödliche Krankheit sein Leben veränderte, was sie seinem Körper, seinem Geist, seiner Frau und seinen Freunden antat. Diese Arbeit setzte er bis zu seinem Tod fort. Das so entstandene Buch ist Tagebuch, Essay und autobiographische Erinnerung ­ und es ist in jeder Hinsicht ebenso freimütig und luzide wie Brodkeys Romane. Brodkey spricht offen über das Tabu Aids, über die gesellschaftliche Rolle der Sexualität heute, aber auch über seine sexuelle Ambivalenz, über seine erotischen Erfah rungen in der New Yorker Künstlerszene und über die inzestuöse Beziehung zu seinem Stiefvater. Und er zeigt, wie er zu dem Ruf kam, ein «gesichtsloser Mensch», ein «Spiegel für die anderen» zu sein. Diese außergewöhnliche Fähigkeit widerzuspiegeln, was er in der Seele anderer Menschen fand, zeichnet sein Werk aus ­ und tragischerweise führte ebendiese Fähigkeit letztlich zu seiner Infektion mit dem Virus.

Stöbern in Biografie

Gegen alle Regeln

biografischer, düsterer, regelrecht depressiv wirkender "Roman"

Buchmagie

Eisgesang

Toller Reisebericht, der auch Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Autorin gibt.

MissPommes

Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl

Witzige Einblicke in Lauren Grahams Leben. Als wäre man mit ihr in Lukes Diner zum Kaffee verabredet. Herrlich!

I_like_stories

Neben der Spur, aber auf dem Weg

Ein tolles Buch, das ADS endlich auch für nichtbetroffene Greifbar und Erklärbar macht und das betroffenen Mut gibt. Danke!

I_like_stories

Farbenblind

Tragisch, ergreifend und wissenswert werden hier Einblicke in das Apartheidsystem Südafrikas gewährt, mit etwas Humor gewürzt.

sommerlese

Heute ist leider schlecht

Witzig, intelligent und unterhaltsam

I_like_stories

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Dieses wilde Dunkel

    Die Geschichte meines Todes
    Martin_Keune

    Martin_Keune

    29. March 2013 um 22:33

    Deutsche Titel sind oft Grobheiten gegenüber dem Originaltitel eines Buchs; da ergeht es Harold Brodkey mit seinem schmalen letzten Buch, das er „This wild Darkness. The Story of my Death“ nennt, nicht anders. Auf den weit schöneren Originaltitel legen die Rowohlts keinen Wert; sie scheinen mehr an dem medizinischen Vorgang des Sterbens interessiert zu sein als am Tod selbst, und ja, auch diese Details beschreibt Brodkey in einer abschätzigen, peniblen, stoischen Art. Doch dem großartigen Autoren gelingt weit mehr als das; er umkreist – voll Angst, voll Unsicherheit, und doch auch immer wieder hohnlachend, neugierig und unerschrocken das letzte große Geheimnis seines Lebens: Den Tod selbst. Die Nichtexistenz, die vor ihm liegt wie vor uns allen, und der er sich von Seite zu Seite mehr nähert, mehr öffnet. „Man schult sich darin, dieses Entsetzen anzunehmen“, sagt Brodkey: Ja, vielleicht. „Die Geschichte meines Todes“ ist ein gutes, ein geistreiches und geistweites Schulbuch, das uns an den Blick in diesen Abgrund nicht gewöhnen, ihn aber vielleicht etwas vertrauter machen kann.

    Mehr