Harold Cobert Ein Winter mit Baudelaire. Roman

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Inhaltsangabe zu „Ein Winter mit Baudelaire. Roman“ von Harold Cobert

Wenn ein Hund einem Menschen wieder neuen Lebensmut bringt. Sehr schönes Buch, nicht nur zur Weihnachtszeit.

— Dini237
Dini237
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    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    parden

    parden

    GANZ UNTEN... Es wird Herbst in Paris, als Philippe den Boden unter den Füßen verliert. Nach der Trennung von seiner Frau muss er die gemeinsame Wohnung verlassen, und der Kontakt zur Tochter wird ihm verwehrt. Als wenig später sein Arbeitsvertrag nicht verlängert wird, ist das der letzte Schritt, der ihn in den Abgrund stürzen lässt. Das Leben auf der Straße droht, ihm den Rest seiner Würde zu nehmen. Doch dann begegnet er Baudelaire, der ihn – mit beständigem Optimismus und treuem Hundeblick – auf vier Pfoten zurück ins Leben führt, ihm den Mut für einen Neuanfang gibt. Und auf einmal scheint der Tag, an dem er seine Tochter wieder in die Arme schließen kann, gar nicht mehr so fern … "Auf der Straße ist es menschenleer. Dabei ist die Luft noch mild. Die Abende und Nächte bleiben frisch, aber die laue Lichtfülle des Tages klingt immer deutlicher in ihnen nach. Es ist ein Abend im Mai, Anfang Mai, eine zarte Dämmerung. Der Sonntag neigt sich dem Ende zu. Die Schatten werden länger, sie strecken und räkeln sich in der Melancholie eines Wochenendes, das diesem Vorort mit seinen kleinen Einfamilienhäusern am Stadtrand von Paris den Rücken kehrt." ( S. 9) Dieses Zitat stammt vom Beginn des Romans und umschreibt den Abend, an dem Philippe zum letzten Mal seine kleine Tochter Claire zu Bett bringt und ihr ihre Lieblingsgeschichte erzählt. Danach nimmt er seinen Koffer, der bereits gepackt an der Tür steht, und geht. Seine Frau wirft ihn aus der Wohnung, ab diesem Maiabend werden ihre Wege getrennte sein. Und Philippe tritt seinen neuen Weg an, von dem schnell klar wird, dass es einer ist, der immer weiter abwärts führt, und dass Philippe keine Chance hat, auch nur irgendwo abzubiegen. In Paris sind freie Wohnungen rar und kaum bezahlbar, und Philippe mit seinem Zeitvertrag und ohne vorweisbare Bürgschaft hat keine Chance, eine neue Unterkunft zu finden. Als dann der Arbeitsvertrag auch noch nicht verlängert wird, hat Philippe das Gefühl, dass ihm der Boden ganz unter den Füßen weggezogen wird. Er landet in billigen Hotels, solange das Geld reicht - danach bleibt ihm nur noch die Straße. Eine Umhängetasche mit ein paar wenigen Dingen ist alles, was ihm noch geblieben ist. Er lebt von der Hand in den Mund und versucht, sich den letzten Rest seiner Würde zu erhalten. Doch der Winter kommt, und Philippe beginnt zu ahnen, wie hart das Leben tatsächlich sein kann. "Dazu die Geräusche, eine Vielfalt von Geräuschen - Autos, Passanten, knallende Türen, Absätze, die vom Asphalt der Bürgersteige widerhallen, Gespräche, die näher kommen und sich entfernen, auf seiner Höhe angelangt, manchmal verstummen -, alles und zugleich nichts, doch es reizt denGehörsinn, weckt die Aufmerksamkeit, hält ihn in einem unsteten, brüchigen Halbschlummer gefangen. Als fahl der Morgen anbricht, hat er nur ein paar Stunden geschlafen, Stunden so zersplittert wie zerschlagenes Glas." (S. 125) Ohne festen Wohnsitz verwehrt ihm seine Frau zudem den Umgang mit seiner Tochter, was Philippe härter trifft als alles andere - und schließlich reißen auch noch die letzten Kontakte zu seinem altem Leben ab. Doch als er vollends ins Elend zu stürzen scheint, läuft ihm der kleine Streuner Baudelaire zu, wodurch das Leben ganz allmählich wieder Farbe erhält. Der Leser begleitet Philippe auf seinem Weg in die Obdachlosigkeit, setzt sich mit ihm den abwertenden, verächtlichen Blicken der Mitmenschen aus und spürt die wachsende Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Immer wenn das Gefühl entsteht, schlimmer könne es jetzt nicht mehr kommen, dreht Harold Cobert die Schraube der Abwärtsspirale gnadenlos noch ein Stück weiter. Die kurz gehaltenen Kapitel werfen schattenlose Spotlights auf das Leben Philippes - und bezaubern gleichzeitig durch einen poetisch-zärtlichen Schreibstil, der von viel Einfühlungsvermögen und herzerwärmendem Charme zeugt. Kein Roman schwerer Hoffnungslosigkeit, sondern eine zutiefst menschliche Erzählung um die Eigenwilligkeit des Lebens, um die Zerbrechlichkeit des Glücks - und um das unbezahlbare Geschenk, in den schwersten Stunden nicht in Einsamkeit zu versinken. Für mich eine wundervolle Entdeckung... © Parden

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    • 9
    Sabine17

    Sabine17

    29. February 2016 um 20:59
  • Eine Geschichte, die mich berührt

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    LolitaBuettner

    LolitaBuettner

    10. April 2015 um 20:55

    Wunderschöne Geschichte und ein wichtiges Thema. Zu sehen, wie sich jemand Stück für Stück verliert und dann wieder findet, hat mich sehr bewegt. Vor allem, weil ein Hund das Leben dieses Mannes rettet.

  • Berührende, sprachlich sehr schön erzählte Geschichte über einen sozialen Abstieg

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    Seehase1977

    Seehase1977

    Klappentext/Zusammenfassung: Es wird Herbst in Paris, als Philippe den Boden unter den Füßen verliert. Nach der Trennung von seiner Frau muss er die gemeinsame Wohnung verlassen, und der Kontakt zur Tochter wird ihm verwehrt. Als wenig später sein Arbeitsvertrag nicht verlängert wird, ist das der letzte Schritt, der ihn in den Abgrund stürzen lässt. Das Leben auf der Straße droht, ihm den Rest seiner Würde zu nehmen. Doch dann begegnet er Baudelaire, der ihn – mit beständigem Optimismus und treuem Hundeblick – auf vier Pfoten zurück ins Leben führt, ihm den Mut für einen Neuanfang gibt. Und auf einmal scheint der Tag, an dem er seine Tochter wieder in die Arme schließen kann, gar nicht mehr so fern … Harold Cobert erzählt in „ Ein Winter mit Baudelaire“ die Geschichte von Philippe, der aufgrund der Trennung von seiner Frau und dem Verlust seines Jobs in die Obdachlosigkeit abrutscht und durch den Hund Baudelaire, der im auf der Straße zuläuft, wieder den Mut und die Kraft findet, sein Leben in den Griff zu bekommen. In kurzen Kapiteln die Cobert in poetischem leicht zu lesenden Schreibstil verfasst hat, begleitet der Leser den Protagonisten auf seinem Weg als Obdachloser. Spürt förmlich zusammen mit Philippe die abwertenden, verächtlichen Blicke der Mitmenschen. Man erwischt sich dabei, wie man sein Verhalten gegenüber den Menschen, die auf der Straße leben, hinterfragt. Wie viele von den heimatlosen Menschen haben wohl das gleiche oder ähnliche Schicksal erlebt wie Philippe? Und wie oft verurteilt man, ohne das „Warum“ zu wissen? Eine Geschichte die berührt und zum Nachdenken anregt, aber auch eine Geschichte, die Mut macht und aufzeigt, dass man auch wenn man schon ganz unten ist, wieder einen Weg zurück ins richtige Leben finden kann.

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    • 2
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    10. March 2015 um 19:36
  • Ein herzerwärmendes Buch für kalte Wintertage

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    Barbara62

    Barbara62

    19. February 2015 um 10:43

    Als Philippes Frau ihn nach der Trennung aus der gemeinsamen Wohnung wirft und er kein Hotelzimmer findet, geht es rasch abwärts. Er verliert seinen Führerschein und seine Arbeit und seine geschiedene Frau verwehrt ihm ohne Wohnsitz den Umgang mit seiner Tochter. Kurze Zeit kann Philippe noch von seinen Ersparnissen leben und den Schein aufrecht erhalten, doch bald teilt er das harte Leben der Pariser Obdachlosen und die letzten Kontakte zu seinem alten Leben reißen ab. Er verbringt seine Tage mit der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz und verwertbaren Abfällen in den Mülltonnen. Doch gerade als seine Lage hoffnungslos erscheint, läuft ihm der kleine Streuner Baudelaire zu und mit ihm kommt wieder Hoffnung in Philippes Leben. Er wird plötzlich von den Menschen, die bisher durch ihn hindurchgesehen haben, wieder wahrgenommen und findet Hilfe in einem Obdachlosenasyl auf einem Schiff, wo sich Ärzte, Juristen und Sozialarbeiter ehren amtlich um Menschen wie ihn kümmern. Eine poetisch erzählte Geschichte, die unter die Haut geht.

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  • Winter-Roman mit Leichtigkeit und Tiefe

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    Amelie Windschuh

    Amelie Windschuh

    20. November 2014 um 18:13

    Ich weiss noch genau wie ich an diesem Abend erst um 22 Uhr zuhause ankam. Ich hatte Spätschicht in meiner Buchhandlung und auch noch den letzten Bus verpasst! Ich war müde und gestresst, es war Weihnachtszeit und mein imaginärer Aufgabenzettel gleichte langsam einer Kurzgeschichte. "Ein Winter mit Baudelaire" hatte ich mir gerade gekauft und zwar ausschließlich wegen dem schönen Cover, wie unvernünftig. Und dann machte ich kein Auge zu weil mich diese Geschichte so fesselte. Ich mag eigentlich nicht so gern traurige Bücher, sie belasten. Und hier geht es schließlich um einen noch relativ jungen Mann der nicht nur seine Familie verliert sondern dem seine gesamte Existenz unter den Füßen weggerissen wird und der sich plötzlich auf der Straße wiederfindet. Aber es erdrückt einen keineswegs! Es ist von dieser französischen Leichtfüssigkeit geprägt und ist voller Liebe und Humor. Man fühlt die Kälte der Nächte, die Hoffnungslosigkeit und den Hunger! Als dann noch Baudelaire (ein treuer Hund) auftaucht ist es um mich komplett geschehen. Dieses Buch liest sich wie ein Tagebuch was einem wie ich verraten kann trotzdem die ganze Zeit spüren lässt das "alles gut wird". Die eigenen Sorgen kommen einem plötzlich winzig klein vor und selbst das einsame Glas Spreewaldgurken was mich in diesem Tag aus dem Kühlschrank hämisch angrinste kommt mir plötzlich wie ein kleiner Schatz vor. Alles was wir haben ist mehr als andere je haben werden, Wärme, ein Bett, Schutz durch Wände und Türen, Nahrung und trotzdem gibt es etwas was dich zum Reichsten macht wenn du diese Dinge auch nicht hast, die Liebe. Liebe gibt es in diesem Buch wie Sand am Meer.

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  • Welche Bücher soll ich mir kaufen? Brauche Buchtipps!

    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo, ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese. Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!) Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben. Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben. Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen. Dankeschön! Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:

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    • 113
  • Die schönsten Weihnachtsbücher und Winterbücher 2013 - welche lest ihr in diesem Jahr?

    Daniliesing

    Daniliesing

    Ich persönlich liebe ja den Winter, weil es eine wunderbare Zeit zum Lesen ist. Man kann es sich dann so toll mit einem Buch und einem Kakako eingekuschelt gemütlich machen. Jedes Jahr lese ich auch ein paar Weihnachts- und Winterbücher und wollte einfach mal fragen, wer das noch so macht? Habt ihr Lust, hier einfach mal zu erzählen, welche Bücher ihr dieses Jahr in der Vorweihnachtszeit lesen möchtet? Habt ihr schon welche im Blick? Ich fände es klasse, wenn wir uns hier bis Weihnachten über unsere Entdeckungen austauschen und damit natürlich auch tolle neue weihnachtliche Bücher entdecken können. Ich habe gerade mal meine Bücher zusammengesucht (Foto angehängt), die ich dieses Jahr zus Auswahl hätte. Teilweise sind es Neuerscheinungen aber auch schon ältere Bücher, die ich leider noch nicht geschafft habe zu lesen. Was lest ihr gern in der Weihnachtszeit - was wollt ihr 2013 lesen? Ich bin neugierig :-)

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    • 175
  • Berührende Geschichte

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    mabuerele

    mabuerele

    26. December 2013 um 19:50

    Philippe erzählt seiner 6jährigen Tochter vor dem Einschlafen ein Märchen. Er weiß, dass danach nichts mehr so ist. Seine Frau Sandrine hat sich von ihm scheiden lassen. Mit einem Koffer verlässt er die Wohnung. Er schläft im Auto. Kurze Zeit später verliert er auch seinen Job als Vertreter. Damit wir eine Abwärtsspirale in Betrieb gesetzt. Philippe hatte seiner Tochter versprochen, sie regelmäßig anzurufen. Doch viele Versuche landen beim Anrufbeantworter. Da er keine Wohnung hat, darf ihn seine Tochter auch nicht besuchen. Das Buch erzählt eine berührende Lebensgeschichte. Philippe scheint einen aussichtslosen Kampf zu führen. In einfachen, aber eindringlichen Bildern wird sein Leben auf der Straße und sein Bemühen, die Würde zu behalten, erzählt. Als es kaum noch tiefer geht, gesellt sich Baudelaire zu ihm, ein Hund. Damit beginnt die Wende. Das Buch lässt sich zügig lesen. Dazu tragen vor allem die kurzen Kapitel bei. Der Autor hat ein realistisches Bild gezeichnet. Es geht nicht um Mitleid oder Schuldzuweisung. Schritt um Schritt verliert Philippe alles, was ihm wichtig ist. Seine Hoffnung, die Tochter wiederzusehen, hält ihn aufrecht. Hinzu kommt, dass er anfangs von den Ämtern keinerlei Hilfe bekommt. Er weiß nicht, was ihm zusteht und welche Rechte er hat. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist emotional anspruchsvoll geschrieben, räumt mimt Vorurteilen auf und zwingt einen zum Nachdenken. Es ist ein leises Buch.

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  • Wundervoll!

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    mattina

    mattina

    05. June 2013 um 06:34

    Was für ein schönes Buch, allerdings auch sehr traurig, interessant, ehrlich und mitreißend geschrieben. Ich habe es in einer Nacht durchgelesen, konnte gar nicht aufhören...

  • Rezension zu "Ein Winter mit Baudelaire" von Harold Cobert

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    bücherelfe

    bücherelfe

    08. January 2013 um 09:50

    So schnell kann‘s gehen. Philippe verliert den Boden unter den Füssen. Von seiner Ex-Frau auf die Strasse gestellt, tritt er die Flucht nach vorn an und schmeisst, als klar wird, dass sein Chef ihm kündigen wird, gleich noch seinen Job hin. Eine Obdachlosenkarriere nimmt ihren Anfang. Als fahl der Morgen anbricht, hat er nur ein paar Stunden geschlafen, Stunden, so zersplittert wie zerschlagenes Glas. Tag für Tag geht es weiter abwärts mit Philippe. Verzweifelt versucht er, in seinem Dasein einen letzten Rest Würde zu bewahren. Und dann, als der hungrige Philippe sein letztes Geld in eine Crêpe investiert, steht er plötzlich vor ihm. Der scheinbar herrenlose Hund mit dem zerrupften Fell. Hungrig und offenkundig genau so einsam wie Philippe. Bald wird klar, dass sich hier zwei gefunden haben. Nimm mich zu dir, und aus dem Elend von uns beiden machen wir dann vielleicht so etwas wie Glück. Jeder, der schon einmal mit einem Hund unterwegs war, weiss, dass ein Hund Brückenbauer für Kontakte sein kann. Und so knüpft Philippe Freundschaften, die ihm ermöglichen, sich langsam aber stetig aus dem Elend rauszuarbeiten. „Ein Winter mit Baudelaire“ ist eine rasch wegzulesende, herzerwärmende aber zum Ende hin meines Erachtens eher unrealistische Geschichte Das Ende ist bittersüss und ziemlich kitschig, so dass der Roman schon fast als Märchen bezeichnet werden könnte. Mit der Einschränkung, dass das Obdachlosen-Schiff „Le Fleuron“, in dem Philippe erste Schritte in Richtung Oberwasser schwimmen lernt, tatsächlich existiert. Harold Cobert will einen Teil der Tantiemen für den Roman zugunsten von „Le Fleuron“ stiften. Am Ende des Buches sind Adressen aufgelistet, an die sich Obdachlose in Deutschland, Österreich und in der Schweiz wenden können. Fazit: Ein Roman für kalte Winterabende und gleichzeitig ein Plädoyer für Toleranz gegenüber obdachlosen Menschen.

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  • Rezension zu "Ein Winter mit Baudelaire" von Harold Cobert

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    julikind65

    julikind65

    12. November 2012 um 15:44

    Ich LIEBE dieses Buch. Es ist so traurig-herzzerreißend-schön! Und es zeigt auch, wie schnell man alles verlieren kann im Leben. Wie schnell man unverschuldet auf der Straße landen kann und um's Überleben kämpfen muß. Harold Cobert hat einen ganz eigenen Erzähl-Stil und ich habe am Ende geheult wie ein Schloßhund. Diese Geschichte trifft einen mitten ins Herz. Ich hätte mir so gewünscht, daß es ein Happy End gibt, aber wie heißt es schon im Titel: "EIN Winter mit Baudelaire".....

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  • Rezension zu "Ein Winter mit Baudelaire" von Harold Cobert

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    Chrischan

    Chrischan

    01. August 2012 um 11:04

    "Ich rufe dich jeden Abend an, um dir eine Geschichte zu erzählen." Die Augen seiner Tochter leuchten "Versprochen?" "Versprochen." ___________________________________ Ich singe die armseligen Hunde, die einsam in den gewundenen Schluchten der unermesslichen Städte umherirren, und sie, die den verlassenen Menschen mit geistvoll blinzelnden Augen sagten: "Nimm mich zu dir, und aus dem Elend von uns beiden machen wir dann vielleicht so etwas wie Glück. Charles Baudelaire "Die braven Hunde" ___________________________________ Philippe ist verheiratet, hat einen recht einträglichen Job und eine wundervolle kleine Tochter. Klingt ganz nach einem nahezu perfekten Leben. Doch an einem Tag im Herbst reißt es dem jungen Mann den Boden unter den Füßen weg. Seine Frau setzt ihn vor die Tür und will ihm den Umgang mit seiner Tochter verbieten. Als er kurze Zeit später auch noch seinen Job verliert, stürzt er in einen bodenlosen Abgrund. Lediglich das kleine Versprechen, dass er seiner Tochter gab, hält Philippe am Leben, während er im winterlichen Paris mal hier und mal dort auf einer Parkbank schläft. Eines Tages sitzt plötzlich ein Hund neben Philippe und schaut ihn mit cleverem, verschmitztem Blick an. Und mit Hilfe des kleinen Vierbeiners namens Baudelaire beginnt Philippe der beschwerliche Aufstieg aus dem Loch der Verzweiflung und er kommt dem Wiedersehen mit seiner kleinen Tochter immer näher. Um es kurz und schmerzlos zu machen: Harold Coberts Debütroman ist wundervoll. Seine Sprache ist kurz und prägnant, dennoch transportiert sie genau jene Emotionen, die man von den geschilderten Situationen erwartet. Wärme durchflutet einen, wenn Philippe mit und von seiner Tochter spricht, eisige Kälte ergreift Besitz vom Leser, wenn sich der junge Mann in den winterlichen Parks auf Bänken zusammenkauert. Cobert ist geschickt darin, mit wenigen Worten genau die richtigen Punkte beim Leser zu finden und gekonnt zu drücken. Man fiebert mit, man durchlebt Philippes Winter mit Baudelaire, lacht mit dem Kebab-Verkäufer Bébère und philosophiert mit der weisen Toilettenfrau Sarah. Ein herzliches, tiefgründiges, mitreißendes und leichtfüßiges Buch ... ©Christian Hesse August 2012

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  • Rezension zu "Ein Winter mit Baudelaire" von Harold Cobert

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    Moena

    Moena

    05. February 2012 um 19:20

    Es wird Herbst in Paris, als Philippe den Boden unter den Füßen verliert. Zuerst wird er von seiner Frau vor die Tür gesetzt und darf seine Tochter nicht mehr sehen, dann verliert er seinen Job und landet schließlich auf der Straße. Ohne Arbeit keine Wohnung, ohne Wohnung keine Arbeit - ein Teufelskreis. Das Leben als Obdachloser droht ihm auch den letzten Rest seiner Würde zu nehmen und ihn vollends in den Abgrund zu reißen. - Bis er Baudelaire kennenlernt. Der treue Freund mit dem Hundeblick und den Knickohren führt Philippe Schritt für Schritt zurück ins Leben und gibt ihm die Lust am Leben zurück. Und plötzlich scheint ein Wiedersehen mit seiner Tochter gar nicht mehr so fern ... Mal wieder ein Buch, das mir von meiner ehemaligen Kollegin aus der Buchhandlung empfohlen wurde. Anfangs war ich ja skeptisch. Das Cover erinnerte mich stark an "Das Labyrinth der Wörter", das zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt und ich glaubte nicht, dass dieses Buch da mithalten könnte. Aber da der Klappentext interessant klang und das Cover ja auch irgendwie süß aussieht, kaufte ich mir das E-Book dann doch. Und was soll ich sagen - das Buch hat mich sehr positiv überrascht. Die Geschichte beginnt mit einem Streit zwischen Philippe und seiner Frau - die Ehe ist schon lange kaputt, verbunden sind die beiden nur noch durch die gemeinsame Tochter Clare, die Philippe über alles liebt. Jeden Abend sitzt er an ihrem Bett und erzählt ihr das Märchen vom Sternenprinzen und der Prinzessin der Morgenröte. Das Märchen allein ist schon so wunderschön erzählt, dass Philippe mich sofort für sich gewonnen hatte. Doch seine Frau - ihren Eltern war Philippe als Ehemann sowieso nie gut genug - setzt ihn vor die Tür und so bleibt ihm zunächst nicht mehr als sein Auto und ein Koffer voll Klamotten. Seiner Tochter verspricht er, sie jeden Abend anzurufen, um ihr auch weiterhin ihre Lieblingsgeschichte zu erzählen. Doch je länger Philippe auf der Straße lebt, desto schwerer fällt es ihm, dieses Versprechen zu halten. Erzählt wird die Geschichte im Präsens, was anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem wechseln sich einfache, nüchtern erzählte Passagen, die sich leicht und flüssig lesen lassen, mit komplizierteren, verschnörkelten Beschreibungen ab, die trotz aller Traurigkeit wunderschöne Bilder malen. Da sich der Großteil des Romans auf der Straße unter Obdachlosen abspielt, tauchen auch immer wieder derbe Ausdrücke und Dialoge auf, sodass man beim Lesen besser kein Problem mit "Gossensprache" haben sollte. Die meist sehr kurzen Kapitel sind schnell gelesen und jeweils mit einer passenden Überschrift versehen, die neugierig macht. So fiel es mir sehr schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen und am Ende hatte ich es auf einer einzigen Zugfahrt ausgelesen. Selbst die zahlreichen Tippfehler (fehlende oder überflüssige Leerzeichen) in der E-Book-Ausgabe konnten da nichts dran ändern. Die Geschichte hat mich trotz des relativ nüchternen Schreibstils sehr berührt. Man erlebt Philippes Fall, der scheinbar gar nicht mehr enden will, und ist doch nur hilfloser Zuschauer. Man erlebt, wie sich Philippe auf der Straße durchschlägt, von den Mitmenschen bestenfalls ignoriert und von den anderen Obdachlosen davongejagt. Man erlebt, wie er wider besseres Wissen anfängt zu trinken und auf dem besten Wege ist, sich selbst zu verlieren. Erst, als Philippe auf den Straßenhund Baudelaire trifft, erscheint ein kleiner Silberstreif am Horizont. Er eröffnet Philippe nicht nur neue Übernachtungsmöglichkeiten, sondern ebnet ihm auch den Weg für neue Freundschaften, wie etwa mit dem Imbissbetreiber Bébère und dessen Frau Fatima, die Philippe nicht nur hin und wieder mit einer warmen Mahlzeit wieder auf die Beine helfen. Die Geschichte ist so unglaublich süß und gleichzeitig so traurig, dass sie einen gar nicht kalt lassen kann. Besonders das Ende, das viel zu plötzlich kommt und deshalb umso tragischer ist. Fazit: Ein sehr bewegender Roman voller Schmerz, Hoffnung und Hundefreundschaft, der zeigt, dass es auch nach dem tiefsten Fall wieder aufwärts gehen kann - wenn man nur daran glaubt.

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  • Rezension zu "Ein Winter mit Baudelaire" von Harold Cobert

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    smartie05

    smartie05

    Rezensionen Eine außergewöhnliche Freundschaft Harald Cobert hat hier nicht nur die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft, sondern auch ein inspirierendes Buch über den Alltag der Menschen geschrieben, die man auf der Straße möglichst zu übersehen versucht, über die Obdachlosen. Entweder weil es einem unbehaglich ist, mit solchen Menschen gesehen zu werden, oder aber man ist der Überzeugung, man sei etwas Besseres und mehr wert als diese, weil man wahrscheinlich einfach im richtigen Moment Glück gehabt hat. Zum Inhalt: Philippe liebt seine Tochter, seine kleine "Prinzessin", über alles. Aber er ist nun bereits seit Monaten von seiner Frau geschieden und hat immer noch keine eigene neue Wohnung gefunden. Deshalb schmeißt ihn seine Exfrau kurzerhand raus und er muss die erste Nacht seines Lebens auf der Straße verbringen. Kurz darauf verliert er auch noch seinen Job, wenig später wird sein Konto gesperrt. Selbst die täglichen Anrufe bei seiner Tochter, bis dahin seine einzigen Lichtblicke, bleiben ihm nun verwehrt. Seine Exfrau ist ohne Hinterlassen einer Nachsendeadresse umgezogen, hat seine Tochter von ihrer alten Schule genommen und ihre Handynummer geändert. Immer verzweifelter versucht Philippe, sich den letzten Rest an Würde zu bewahren, der ihm noch geblieben ist. Er will nicht wie so viele andere Obdachlose in die fast ausweglose Alkoholfalle laufen, aber bald wird es keinen anderen Ausweg mehr geben. Doch dann passiert das Wunder: Er begegnet Baudelaire, einem kleinen Hund, der sein Leben erneut in entscheidender Weise beeinflussen und verändern wird. Durch ihn lernt Philippe einige echte Freunde kennen und nimmt an einem einzigartigen Projekt teil: Obdachlose können mit ihren Hunden für drei Monate auf einem Schiff leben, mit kostenloser tierärztlicher Versorgung und der Möglichkeit, einen Anwalt und eine Sozialarbeiterin um Rat zu fragen. So gelingt Philippe ein Neustart, von dem er noch wenige Wochen zuvor nicht einmal mehr zu träumen gewagt hatte, denn er hatte bereits alle Hoffnung aufgegeben. Nun jedoch hat er erlebt, was wahre Freundschaft ist. Auch seine kleine Tochter kann er endlich wieder in seine Arme schließen. Aber Baudelaire, den jeder, der ihn sieht, sofort in sein Herz schließt, ist sehr krank... Wunderbar und gefühlvoll, dabei sehr realistisch und teilweise erschreckend. Der Autor hat selbst einige Zeit unter Obdachlosen verbracht, um sein Buch so realitätsnah wie möglich zu schreiben. Wie er selbst sagt, kann man kein Buch über die Menschen am Rande der Gesellschaft schreiben, wenn man selbst noch nie erlebt hat, wie es ist, wenn man hungrig ist und nichts zum Essen hat, oder wenn man müde ist und kein Dach über dem Kopf hat. Wenn man nicht weiß, wie es ist, von allen immer nur geflissentlich übersehen, wenn nicht sogar verachtet zu werden, und höchstens ab und zu ein paar mitleidige Blicke zu ernten: Wenn man einfach nicht weiß, was Armut wirklich bedeutet. Ich denke, jeder von uns, ob er es nun zugeben will oder nicht, findet sich selbst an der einen oder anderen Stelle in diesem Buch wieder. Seien wir ehrlich, wer von uns ist nicht schon einmal an einem Obdachlosen vorbeigegangen und hat krampfhaft versucht, nicht hinzusehen und möglichst unbeteiligt zu wirken; oder wer hat nicht schon - wie es in dem Buch mehrmals geschildert wird - in der Bahn einen Obdachlosen seine Geschichte erzählen hören, ohne wirklich hinzuhören. Weil wir vor so etwas oft die Augen verschließen und es einfach nicht sehen wollen, nur um nicht in unserer Idylle gestört zu werden. Weil wir denken, das könne uns nicht passieren, weil so etwas immer nur den anderen passiert. Aber in diesem Buch kann man sehr gut sehen, dass wir uns nicht einbilden sollten, wir wären sicher vor solchen Schicksalsschlägen. Wer weiß, vielleicht gehen Sie, wenn Sie das Buch gelesen haben, beim nächsten Mal nicht einfach nur vorbei, sondern versuchen, den Menschen hinter dem Schmutz und Gestank zu sehen. Auf jeden Fall kann ich das Buch nur weiterempfehlen.

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  • Rezension zu "Ein Winter mit Baudelaire" von Harold Cobert

    Ein Winter mit Baudelaire. Roman
    Sarlascht

    Sarlascht

    24. August 2011 um 09:52

    Philippes Leben scheint alltäglich, obwohl die Trennung von seiner Frau Sandrine nahe liegt, glaubt er immer noch an eine gemeisame Lösung, wenn nicht für das Ehepaar, dann doch für die gemeinsame Tochter Claire. Mit dem Schicksal kann man jedoch nicht verhandeln und so ist es seine Frau, die ihn von jetzt auf gleich vor die Türe setzt, weil sie das Eheschauspiel nicht mehr aufrecht erhalten möchte. Wohin ohne Wohnung? Eine Nacht auf der Straße verbringen, wir schon nicht so schlimm sein, am nächsten Tag wird sich schon eine Wohnung finden lassen, denkt sich Philippe. Das Schicksal denkt aber gar nicht daran, ihn seinen Kollegen Zufall vorbeizuschicken, weshalb es Philippe noch mehr Steine in den Weg legt und auch noch Führerschein und Arbeit verlieren lässt. Ohne Geld, mittellos und alleine steht er nun da, das vermeintlich kurze Leben auf der Straße, wird zu seinem neuen Alltag. Dinge von denen er dachte, nie machen zu müssen, sind nun sein täglich Brot. Sei es nun um Geld zu betteln, oder mit anderen "gescheiterten" Existenzen in einer Notunterkunft zu schlafen, in der an Schlaf letztlich nicht zu denken ist. In all der Verzweiflung und Einsamkeit trifft er dem Hund Baudelaire, welcher zuerst nur eine zufällige Begegnung ist, verwandelt sich mit der Zeit in einen treuen Wegbegleiter, der Philipe nie die Hoffnung aufgeben lässt, sein Leben wieder in die richtige Richtung lenken zu können. Für sich, aber vor allem für seine kleine Tochter. . Meine Meinung: Das Cover hat mich in der Buchhandlung gleich angesprungen, weil es einfach eine wunderbare Aufmachung hat, es erinnerte ein bisschen an ein verträumtes Leseabenteuer. Als ich dann den Klappentext las, war ich eher skeptisch, Obdachlosigkeit, wer hat da nicht sofort Gedanken in den Kopf, wie: Selber schuld. Alkoholiker. Sucht. Faules Pack usw. Weshalb ich mir überlegte, ob ich mir so eine Geschichte überhaupt antun muss, aber das Cover war so schön und ein Hund namens Baudelaire einfach so ansprechend, dass es doch in meinen Einkaufskorb landete. Gott sei Dank! Selten ein Buch, was mir so viel über das Leben beigebracht hat. Natürlich gibt es die Säufer, aber wer hat sich schon mal gefragt, warum wer trinkt? Was bringt einen Menschen dazu, sich selbst aufzugeben. Hinter allem steckt doch eine Geschichte, meist eine traurige. So auch hier, Philipe steht fest im Leben und von einem auf den anderen Moment ist alles anders. Wenn das Leben zerbricht, was bleibt davon schon noch übrig? Im Buch erfährt man es, teilweise. Was ist wichtig? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Soll man nicht manchmal das wenige was man hat, genießen, weil weniger immer geht? Philipe wird ein Trinker, aber nur weil es vergessen lässt, ihn wärmt, wenn die menschliche Wärme fehlt. Er wird von oben herab angesehen, weil die Menschen ihn selbst für seine Misere verantwortlich machen. Aber was Philipe passiert, kann jeden passieren und das lehrt einen dieses Buch. Es zeigt aber auch, wofür es sich zu kämpfen lohnt, wenn man schon ganz unten ist, jedoch zeigt es vor allem - Tiere sind die besseren Menschen, sie verurteilen nicht, lieben einfach nur. . Und diese Buch bleibt im Gedächnis, bei meiner nächsten Begegnung mit einem Obdachlosen, dachte ich mir nicht: geh arbeiten, sondern, wie geht es ihm wohl, was ist seine Geschichte. Man wird sanfter, gibt Kleingeld, weil man weiß, damit ist ein so schweres Leben, ein winziges Stück leichter. . Großartiges Buch, welches durch einen wunderbaren Schreibstil einfach nur noch komplettiert wird. Absolute Empfehlung.

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