Harold Nebenzal Café Berlin

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Inhaltsangabe zu „Café Berlin“ von Harold Nebenzal

Ende der Dreißiger, in jener aufgeputschten Zeit zwischen den Kriegen: Berlin ist eine Stadt der Nacht, sie pulsiert im Licht der Neoreklamen und im Rhythmus der Jazzmusik, die aus zahllosen Cabarets dringt. Daniel Saporta alias Salazar - ein Sepharde, der als Spanier durchgeht - ist der gefeierte Besitzer des Kaukasus Klub, eines orientalischen Cabarets, das als DAS Berliner Cafe gilt. Saporta spielt den aufmerksamen Gastgeber für genußsüchtige Berliner, darunter auch hochrangige Nazis, die seine wahre Identität nicht kennen. Saporta versorgt seine Gäste mit erstklassigen Speisen und Getränken, importiert Bauchtänzerinnen aus der Türkei, aus Armenien und Ägypten, dazu schwarze amerikanische Saxophonisten und einen Mulattinnenchor aus Havanna.
Zeitsprung ins Jahr 1943: Saporta hält sich versteckt. In seiner engen, unbeheizten Dachkammer macht er sich an die Niederschrift seiner Jahre in Berlin, der Ereignisse, die dazu führten, dass er sich verbergen mußte. Er beschreibt die fiebrigen Tage im Kaukasus Klub, seine Reisen in den Mittleren Osten, auf der Suche nach exotischen Tänzerinnen, die auf dem Rückweg traurige und schreckliche Geschichten von grausamen Ritualen und sexueller Verstümmelung erzählen. Im Mittelpunkt seiner Schilderung steht seine Liebe zu Samira, die vom britischen Geheimdienst angeheuert wurde, um den Dreh- und Angelpunkt in einer Spionageaffäre zu sein, deren Erfolg oder Mißerfolg einzig davon abhängt, daß sie den perversen Neigungen eines Nazis nachgibt und ihn gleichzeitig aushorcht. (Quelle:'Flexibler Einband/01.01.1996')
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  • Rezension zu "Café Berlin" von Harold Nebenzal

    Café Berlin

    chrisab2007

    22. April 2007 um 22:42

    Ich lese seit 4 Jahren fast jede Woche 2 bis 3 Freund(inn)en Romane und Erzählungen vor, und das hier ist nach unserer übereinstimmenden Meinung das bisherige Highlight. Ein junger Jude aus Damaskus eröffnet 1929 einen, nein d e n Berliner Nachtclub, gibt sich aus politischer Vorsicht als katholischer Spanier aus (von dort kommt die Familie) und kann schließlich sogar ein Kriegsprojekt der Nazis zu Fall bringen. Von da an muß er sich 4 Jahre lang bis Kriegsende auf einem Dachboden verstecken. Ein buntes Buch: die Schilderung der Jahre im Versteck (Bombenabwürfe, Hunger, Kriegsende) wechselt immer ab mit der Schilderung der Jahre davor, die der Held Saporta in seiner langen Musezeit aufschreibt. Ein sehr ernstes Thema also, gewürzt mit Exotismus (jüdisches Leben, die arabische Heimat des Helden und seiner Bauchtänzerinnen), Sex (ein Hermaphrodit kommt vor; eine schöne Szene schildert, wie ein Vater im Orient die Vergewaltigung seiner Tochter durch Entmannung und Verblutenlassen des Täters rächt) und Gewalt... Sprachlich kein Müll, sondern anspruchsvoll.

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