Harper Lee

 4,3 Sterne bei 1.641 Bewertungen
Autorin von Wer die Nachtigall stört ..., To Kill A Mockingbird und weiteren Büchern.
Autorenbild von Harper Lee (©kein Urheberrecht mehr)

Lebenslauf von Harper Lee

Der Vater von Harper Lee war Rechtsanwalt. Auch sie studierte nach ihrer Schulzeit Jura an der University of Alabama. Ein Jahr lang studierte sie in Oxford. Bevor sie sich nur aufs schreiben konzentrierte arbeitete sie ein Jahr lang am Schalter von Fluggesellschaften in New York. Truman Capote half sie bei den Recherchen für seinen Roman "Kaltblütig." Beide kennen sich schon aus ihrer Kindheit. Angeblich soll Capote ihr auch beim Schreiben von "to kill a Mockingbird" geholfen haben. Mit ihrem Buch "Wer die Nachtigall stört" (Original: To kill a mockingbird) wurde Harper Lee berühmt und erhielt dafür auch den Pulitzer Preis. Ansonsten wurde Harper Lee durch verschiedene Zeitungsartikel schriftstellerisch tätig. Ansonsten trat Harper Lee aber nur sehr ungern in der Öffentlichkeit auf und lebte deshalb recht zurückgezogen an ihren zwei Wohnsitzen Monroeville und New York. Im Februar 2015 verkündete Random House die Veröffentlichung eines zweiten Romans: "Geh hin, stelle einen Wächter". Dieser ist kein neues Buch, sondern eine frühe Fassung von Lees ersten Romans, der 20 Jahre nach den Geschehnissen von "Wer die Nachtigall stört" spielt. Im Februar 2016 verstarb Harper Lee im Alter von 89 Jahren.

Alle Bücher von Harper Lee

Cover des Buches Wer die Nachtigall stört ... (ISBN: 9783499271571)

Wer die Nachtigall stört ...

 (932)
Erschienen am 22.07.2016
Cover des Buches Gehe hin, stelle einen Wächter (ISBN: 9783328100188)

Gehe hin, stelle einen Wächter

 (137)
Erschienen am 12.09.2016
Cover des Buches Wer die Nachtigall stört ... Graphic Novel (ISBN: 9783499218224)

Wer die Nachtigall stört ... Graphic Novel

 (12)
Erschienen am 20.11.2018
Cover des Buches Wer die Nachtigall stört ... (ISBN: 9783839894316)

Wer die Nachtigall stört ...

 (30)
Erschienen am 25.09.2019
Cover des Buches Gehe hin, stelle einen Wächter (ISBN: 9783844520231)

Gehe hin, stelle einen Wächter

 (10)
Erschienen am 21.07.2015
Cover des Buches To Kill A Mockingbird (ISBN: 9781784752637)

To Kill A Mockingbird

 (448)
Erschienen am 04.06.2015

Neue Rezensionen zu Harper Lee

Cover des Buches Wer die Nachtigall stört ... (ISBN: 9783839894316)FairyOfBookss avatar

Rezension zu "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee

Wer die Nachtigall stört ... von Harper Lee
FairyOfBooksvor einem Monat

Ich kann nichts dazu sagen, bin sprachlos, wie gut dieses Buch ist. Trotzdem gebe ich ihm nur 4 Sterne, fragt mich nicht, warum. Vielleicht lag es an den ein oder anderen Längen? Das kann gut möglich sein, dass ich deshalb das Gefühl habe, dem Buch keine 5 Sterne zu "gönnen". Obwohl ich eben auch denke, dass es nicht das beste Buch zum Thema Rassismus ist - mit fiktiver Geschichte hierbei -, ist es dennoch ein gutes Buch zum Einstieg. Man wird nicht unbedingt mit Fakten zu diesem Thema bombardiert, sondern lernt es durch eine seichte Geschichte kennen, die über das Aufwachsen eines kleinen Mädchens handelt, deren Vater rein zufällig einen schwarzen Menschen vor Gericht verteidigt.
Noch dazu ist es ein Klassiker, den, wie ich finde, man definitiv lesen sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Es lohnt sich auf alle Fälle.

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Wer die Nachtigall stört ... (ISBN: 9783499271571)Alexander_Ballys avatar

Rezension zu "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee

Ein gewaltiges Thema mit zarter Hand verpackt, so dass es den Leser tief berührt.
Alexander_Ballyvor einem Monat

Bei Büchern ist es oft ähnlich wie bei Menschen: Da gibt es wen, den kennt vage schon seit langem, aber es ergab sich nie ein näheres Kennenlernen. Wenn es doch geschieht, erkennt man mitunter, dass man seit Jahren eine wunderbare Begegnung versäumt hat.

So ging es mit mit Harper Lee und „Wer die Nachtigall stört“. ‚Amerikanischer moderner Klassiker, nett zu lesen und wohl auch lohnend‘, das wusste ich. Aber näher bin ich dem Buch nie gekommen und selbst die oskarprämierte Verfilmung aus dem Jahr 1962 war an mir vorbeigegangen, obwohl ich das Kino der sechziger Jahre sehr schätze und ebenso Gregory Peck.

Und dann war neulich meine Bettlektüre zu Ende und ich war zu faul einen anderen lieben Band im Bücherbord auszusuchen. Zufällig lag Harper Lee gerade herum und ich war nun einfach neugierig. Und dann? Den Anfang fand ich ein wenig harzig. Die Erlebnisse des altklugen Wildfangs, der sechsjährigen Jean Louise Finch, genannt Scout, fand ich nett, aber mehr auch nicht. Ich las, wie sie sich von ihrer Lehrerin ungerecht behandelt fühlt, über ihre Schulweg- und Schulhofabenteuer, die sich immer wieder um Arthur „Boo“ Ridley drehen, den geheimnisvollen Nachbarn, der die Menschen scheut und seit vielen Jahren nie das Haus verließ. Für die Kinder wurde er so zu einer Art Sagen-und Schreckgestalt. Scout und ihr älterer Bruder Jem versuchen in immer neuen Anläufen ihn aus dem Haus zu locken. Alles las sich angenehm und die Figuren waren stets plastisch und lebendig gezeichnet, doch wohin wollte die Geschichte?

Erzählerisch bricht das Buch mit sehr vielen Regeln, die ein Autor besser beachten sollte. Vor allem in der Erzählstruktur. Scout stellt dem Leser eine Unmenge Figuren vor, doch der Leser bleibt alleingelassen mit der Frage, warum er dies gezeigt bekommt. Die eher anekdotische Handlung meandert zwischen dem Finchschen Anwesen und dem Postamt hin und her, schweift ab in die Tiefen in die Familengeschichte um dann scheinbar Volten drehend wieder zum geheimnisvollen Boo Ridley zurückzukehren. Scout ist zwar hinreißend, doch auch die beste Protagonistin braucht eine Thema, dem sie folgen kann, um ihre Geschichte zu erzählen.

Fast hätte ich das Buch wieder weggelegt. Und doch war da etwas, was mich zum weiterlesen bewog: Der Schauplatz Maycomb. Harper Lee zeichnet sehr genau ein Bild dieser fiktiven Kleinstadt in Alabama zur Zeit der Depression, führt das typische Personal vor Augen, bigotte Damenkränzchen, unverbiegbare Farmer an der Armutsgrenze, die dennoch stolz und aufrecht nie etwas schuldig bleiben wollen und ihre Schulden mit Eiern oder einem Ferkel bezahlen, verschlagene Rednecks, weißes Prekariat am Rande der Gesellschaft und die Parallelgesellschaft der Farbigen. Seit meiner Jugend kenne ich dank Tom Sawyer, die Waltons. Durch sie und viele andere Quellen war ich vertraut mit diesen Versatzstücken, doch Harper Lee hat sie, das merkte ich erst auf den zweiten Blick, zu einem dichten und lebendigen Mikrokosmos verwoben. Vor allem aber, das ist ihre große Stärke, blickt sie immer wieder genau in die Seelen der Figuren, belässt es nie beim Anschein, der vertrauten Oberfläche, dem Klischee. Das erzählende Kind begegnet allen Menschen unvoreingenommen und lotet so die Charaktere aus, immer wieder auch mit Hilfe ihre verwitweten Vaters, Atticus Finch, einem alternden Anwalt in der Gemeinde. Er glaubt an Freiheit und die Gleichheit vor dem Gesetz und lebt dies auch vor. Seinen Kindern ist er Vertrauter und Vorbild und vor allem Freund, der sie auch als Gesprächspartner ernst nimmt. Ansonsten lässt er ihnen sehr viel Freiheiten. Weit mehr, als Calpurnia, die schwarze Haushälterin, die mit Strenge und Liebe die eigentliche Erziehungsarbeit übernimmt.

Ein Weilchen lag das Buch mit einem Lesezeichen in der Mitte neben meiner Bettstatt unberührt. Ich fand den Ruf, den es genießt, eher rätselhaft. Doch dann las ich weiter und endlich schälten sich aus den vielen, vielen Themen im Buch drei heraus, die sich in der zweiten Hälfte immer dichter verwoben: Rassismus, Gerechtigkeit und vor allem die Menschlichkeit in ihren guten und schlechten Ausprägungen.

Als Atticus einen Schwarzen als Pflichtverteidiger vertritt, der beschuldigt wird, ein weißes Mädchen vergewaltigt zu haben, ein Vorwurf, der in Alabama in dieser Zeit beinahe automatisch zur Verurteilung führt, und er dieses Mandat auch noch sehr ernst nimmt, kommt es zu verdeckten und offenen Anfeindungen gegen diese „Niggerfreunde“. Atticus gelingt der Ritt auf der Rasierklinge, gelassen den gehässigen Klatsch zu überhören und sich dennoch sich dem Unrecht, notfalls auch dem Lynchmob entgegenzustellen, mit nichts weiter bewaffnet als aufrichtiger Überzeugung und Manieren. Er lehrt er seine Kinder, die Menschen zu verstehen, sich in die anderen hineinzuversetzen und niemanden zu verurteilen, nicht einmal die Bekannten und Nachbarn, die den Angeklagten lynchen wollten. Denn manchmal, so lehrt er sie, sind auch vernünftige Menschen verblendet. Dann stünde irgendetwas zwischen ihnen und ihrer Vernunft, ein Vorurteil, eine Angst oder sonst ein Gefühl.

So wird über niemandem der Stab gebrochen, denn man muss ja auch in Zukunft friedlich zusammenleben. Dennoch werden im Roman die Schwächen und Unzulänglichkeiten und das Unrecht nie ausgeblendet, verleugnet und auch nicht beschönigt, denn der Angeklagte muss sterben, auch wenn Atticus im zentralen Prozess seine Unschuld offen zu Tage fördern kann. War sein Einsatz umsonst? So sieht es sein Sohn, und doch hat sich manches geändert, wenn auch einstweilen nur in den Köpfen. Aber genau da, in den Köpfen der Menschen, muss wohl alle gesellschaftliche Veränderung beginnen.

So birgt das Buch gewaltigen gesellschaftspolitischer Sprengstoff, liebenswürdig verpackt in rosa Seidenpapier mit Schleifchen. Im seinem Kern ist es hochexplosiv und gerade heute so hochaktuell wie vor sechzig Jahren, als es erschien – in Amerika ebenso wie bei uns und vielleicht überall, wo Menschen mit Vorurteilen die Gesellschaft gestalten.

Wie konnte ich dieses Buch nur übersehen? Es hielt mich bis drei Uhr wach, und nun, da ich das Werk als ganzes kenne, bin ich begeistert. Ich glaube, es verdient ein Plätzchen bei meinen Lieblingsbüchern.

Rezension von www.perspektivwechsel.webador.de

Kommentare: 1
1
Teilen
Cover des Buches Gehe hin, stelle einen Wächter (ISBN: 9783328100188)Runenmädchens avatar

Rezension zu "Gehe hin, stelle einen Wächter" von Harper Lee

Nicht so stark wie Lees Vorgänger
Runenmädchenvor 2 Monaten

Harper Lee brillierte natürlich mit Wer die Nachtigall stört- keine Frage. Dieser Roman kann seinem Vorgänger nicht das Wasser reichen. Dennoch ist Gehe hin, stelle einen Wächter absolut lesenswert.

Wir begleiten Scout, die jetzt zumeist Jean Luise genannt wird, auf Heimaturlaub. Die Mittzwanzigerin lebt mittlerweile in New York, ist erwachsen und reifer geworden. Zu Hause muss sie sich jedoch wieder mit (bspw.) Rassismus auseinandersetzen, der bereits 20 Jahre zuvor ein zentrales Thema war. Es ist spannend zu erkennen, wie sich die einzelnen Charaktere verändert haben, zudem wird der Leser eingeladen, in tiefgründige Dialoge einzutauchen.

Harper Lee war eine tolle Autorin, ich kann auch dieses Buch (was eigentlich ein Manuskript ist, wie ich gelesen habe) sehr empfehlen. 

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Februar-Leserunde der Klassikergruppe.

Jeder ist herzlich willkommen!

Herzlich willkommen zu einer weiteren Leserunde der Gruppe „Wir lesen Klassiker der Weltliteratur“!

Die Leserunde beginnt am 1. Februar.

Wir lesen mit eigenem Exemplar und freuen uns über jeden, der mit uns lesen möchte!

450 Beiträge

Of Mockingbirds, the Great Depression and the Deep South

In one of only two novels she ever wrote Harper Lee takes us on a journey into the deep South of the USA where attitudes to race and class baffle and mystify young Scout and Finch as they grow up and believe to comprehend the entire world.  

Discover Harper Lee's classic tale of 30s in Alabama and find out why To Kill a Mockingbird has continued to amaze, upset and inspire readers for decades.

Join our  Let's Read in English book club and discuss great novels each month. Usually, there won't be any free books but you are welcome to discuss every book at your own convenience. If you participate actively (around 5 substantial posts), you can also earn a lottery ticket for the raffle at the end of the year! 

More about the book 
'Shoot all the Bluejays you want, if you can hit 'em, but remember it's a sin to kill a Mockingbird.'A lawyer's advice to his children as he defends the real mockingbird of Harper Lee's classic novel - a black man charged with the rape of a white girl. Through the young eyes of Scout and Jem Finch, Harper Lee explores with exuberant humour the irrationality of adult attitudes to race and class in the Deep South of the thirties. The conscience of a town steeped in prejudice, violence and hypocrisy is pricked by the stamina of one man's struggle for justice. But the weight of history will only tolerate so much.

More about the author
Harper Lee was born in Monroeville, Alabama in 1926. Her novel To Kill a Mockingbird won the Pulitzer Prize and is inspired by her own experiences of growing up in the South. To Kill a Mockingbird remains one of only two longer works of fiction she wrote. Her second novel Go Set a Watchman was published in 2015 and is set 20 years after To Kill a Mockingbird. Harper Lee died in February 2016 at the age of 89.

That sounds like a novel you'd enjoy? Great, come and join our book discussion. I'm looking forward to a great book club in October with you! 

You are welcome to discuss the book in English. If you feel more comfortable doing it in German - no problem! Please feel free to use whatever language you are most comfortable with. 

You love to read in English? Perfect! You can now join the Let's Read in English Challenge 2017 to read and discuss books with other readers.
67 Beiträge

Zusätzliche Informationen

Harper Lee wurde am 26. April 1926 in Monroeville (Alabama) (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Harper Lee im Netz:

Community-Statistik

in 2.645 Bibliotheken

von 600 Lesern aktuell gelesen

von 16 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks