Harper Lee Go Set a Watchman

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Inhaltsangabe zu „Go Set a Watchman“ von Harper Lee

Go Set a Watchman is set during the mid-1950s and features many of the characters from To Kill a Mockingbird some twenty years later. Scout (Jean Louise Finch) has returned to Maycomb from New York to visit her father Atticus. She is forced to grapple with issues both personal and political as she tries to understand both her father s attitude toward society, and her own feelings about the place where she was born and spent her childhood. An instant classic.

Nicht mehr ganz so gut wie der Vorgänger, aber doch irgendwie ganz nett.

— MyriamErich

Gar nicht schlecht. Deutlich weniger ikonografisch als "To Kill..." aber dafür realitätsnäher. Auf jeden Fall lesenswert.

— Etoile

Trotz eines etwas langen Einstiegs berührt das Buch den Leser auf eine ganz besondere Art und Weise.

— SofiaMa

Gäbe es sieben Sterne, dieses Buch hätte sieben!

— myAvalon

“Go set a watchman” ist eine grandiose Fortsetzung von Harper Lees Weltbestseller

— Buchwaerterin

Schön zu lesende Familiengeschichte, die immernoch aktuelle Themen behandelt

— Schneeapfel91

Reicht nicht an den Vorgänger heran und scheint leider an vielen Stellen sehr unfertig.

— BluevanMeer

Leider reicht es nicht an "To Kill a Mockingbird" heran, dennoch absolut lesenswert!

— Weltensucher

Not as good as the first one, 'To Kill a Mockingbird', but still one of the best books in 2015. It goes right into your heart!

— Miriam0611

Ein Idol wird vom Sockel gestürzt und gibt der Tochter somit Raum zur Entwicklung. Scout emanzipiert sich unter Protest.

— danielamariaursula

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    Go Set a Watchman

    theLittleBookReview

    19. January 2017 um 19:02

    Already after reading the first few pages of the book I was disappointed. TO KILL A MOCKING BIRD is one of my favorite books, I love the portrayal of the characters and the narrative perspective in which it is written. GO SET A WATCHMAN differs completely. Characters that we loved are either not there anymore or have changed immensely. I am not going to go too much into detail, in order not to spoil it for those of you who want to read it, but let me say this: the only moments I enjoyed throughout this book were the childhood memories from Jean Louise. 

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  • Harper Lee - Go Set A Watchman

    Go Set a Watchman

    miss_mesmerized

    14. November 2015 um 21:43

    Die junge Jean Louise Finch kehrt aus New York in ihre Heimatstadt Maycomb, Alabama, zurück, um ihre Familie zu besuchen. Für ihren Vater ist sie immer noch das kleine Mädchen, das jeder nur Scout nannte und auch ihre Tante Alexandra wartet nur darauf, dass aus dem Freigeist endlich eine ordentliche Dame wird. Henry, ihr Jugendfreund, könnte dabei entscheidend sein, war Scout doch schon immer das Mädchen, das er bewunderte und liebte, doch diese zunächst erwiderte Liebe bekommt einen jähen Riss, als Jean Louise mit der politischen Realität konfrontiert wird und erkennt, das ihr idealisierter Vater nicht der Mann ist, zu dem sie ihn in ihren Gedanken gemacht hat. Das lange erwartete und noch viel länger verschollene Buch der Pulitzer Prize Gewinnerin Harper Lee stellt ein Gegengewicht zum Klassiker „To Kill A Mockingbird“ dar, in dem die Figuren sich in der amerikanischen Rassenfrage ganz deutlich positionieren und für die gleichen Rechte Schwarzer wie Weißer einstehen. Nun, 20 Jahre später ist vieles nicht mehr so einfach und die Realität erlaubt keine so klare Positionierung mehr. Wie die Protagonistin mit zunehmendem Alter lernen muss, gibt es oftmals keine einfachen Antworten auf komplexe Sachverhalte und nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Was mir an diesem Roman besonders gefallen hat, waren Scouts Kindheitserinnerungen, die Episoden zeigen Harper Lees Sprachfähigkeit und sind ein lebendiges Beispiel für eine sehr differenzierte Figurenzeichnung. Mal traurig, mal clever, manchmal auch einfach zum Schmunzeln bieten sie ein wirklich tolles Lesevergnügen, dem die theoretisierenden Auseinandersetzungen zwischen Vater bzw. onkel und Tochter gegenüber stehen. Hier merkt man, dass die Idee noch nicht ganz ausgereift war, denn der Bruch ist enorm, wenngleich die Absicht, die sich im späteren Werk verdeutlichen wird, bereits erkennbar ist.

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  • Absolut Lesenswert und immer noch hochaktuell!

    Go Set a Watchman

    SofiaMa

    12. October 2015 um 17:31

    Also, mal abgesehen davon, dass ich Orange eigentlich gar nicht mag, gefällt mir das Cover doch ganz gut. Ich mag es, dass in diesem Rotton "By the author of To Kill a Mockingbird" steht, auch wenn das im zuerst vielleicht ein wenig verwirrt und man unter Umständen auf den ersten Blick "Go Set a To Kill a Watchman Mockingbird" liest, was ja irgendwie keinen Sinn macht... xD Aber, wie gesagt, ich finde das Cover recht hübsch, insbesondere den Vogel auf dem Ast. Der Titel an sich erschließt sich bis kurz vor Ende des Buches eigentlich überhaupt nicht und ich habe die ganze Zeit gerätselt, was das wohl mit dem Inhalt zu tun haben mag, aber ab einer bestimmten Stelle passt er dann wie die Faust aufs Auge. Die Kapitel sind alle mittellang und das Buch ist in sieben Teile eingeteilt. Wie bereits angeschnitten, hat die Autorin bereits das Buch To Kill a Mockingbird  geschrieben. Obwohl Go Set a Watchman  20 Jahre nach dem ersten Teil an diesen anknüpft, habe ich doch ganz gut verstanden, worum es geht, auch wenn ich den ersten Teil nicht gelesen habe. Man kann To Kill a Mockingbird  und Go Set a Watchman  also unabhängig voneinander lesen. Der Einstieg in das Buch viel mir allerdings trotzdem nicht so leicht, was allerdings nicht daran liegt, dass ich den ersten Teil nicht gelesen habe, sondern viel mehr daran, dass sich die ersten 100-120 Seiten extrem ziehen und man auch nicht wirklich weiß, worauf Lee denn nun hinaus will. Dann irgendwann kommt man jedoch an einen Punkt, an dem man merkt, was das Thema des Buches wirklich ist: Das Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß in Amerika in den 1950ern. Und wenn ich dazu noch sage, dass Maycomb eine Stadt in den Südstaaten sein soll (die gibt´s nicht wirklich), kann man sich ausmalen, wohin das Ganze führt. "Don´t you study about other folk´s business till you take care of your own." (Calpurnia zu Jean Louise - S. 138)  Allerdings, um das alles auch wirklich genügend zu verstehen und um zu erkennen, was die Autorin mit ihrem Buch ausdrücken will, sollte man die wichtigsten Daten der US-amerikanischen Geschichte zumindest im Ansatz kennen, zumindest was die Rassentrennung angeht. Darüber hinaus wäre es natürlich auch vorteilhaft, wenn man weiß, wann und warum der Bürgerkrieg stattgefunden und dass Lincoln die Sklaverei illegalisiert hat. Denn, wie gesagt, wenn man das nicht weiß, macht das ganze Buch überhaupt keinen oder nur kaum Sinn, und man versteht auch nicht, was Lee sagen möchte. Ansonsten ist Go Set a Watchman  ein wirklich beeindruckendes Buch (wenn man erst einmal über die ersten 100 Seiten hinweg ist). Go Set a Watchman  liefert nämlich einen extrem guten, emotionalen Einblick in die 50er in Amerika, insbesondere in den Südstaaten. "How can they devoutly believe everything they hear in church and then say the things they do and listen to the things they hear without throwing up?" (S. 167) Die Protagonistin Jean Louise ist zwar in Maycomb aufgewachsen, lebt mittlerweile allerdings in New York City und denkt demnach auch relativ modern. Sie ist sympathisch und bietet ihrer (altmodischen) Tante des Öfteren die Stirn und legt sich mit ihr an, was beim Leser auch hin und wieder zu einem Lacher führt. Man kann sich in Jean Louise also gut hineinversetzen und ihre Handlungen und Gefühle nachvollziehen. Umso schockierender ist dann auch das Verhalten ihres Vaters und ihres Kindheitsfreundes, der zudem auch noch so etwas wie ihr fester Freund ist. Zu beiden hat die Protagonistin bis zu einem gewissen Punkt eine starke Bindung; sie glaubt, beide gehörten zu den besten Menschen. Der Leser kann ihr da auch nur zustimmen: Sowohl Atticus als auch Henry sind beide sehr liebevolle Personen, die man eigentlich nur mögen kann. Auch wenn man (bis zu dem Punkt) nichts findet, was nicht positiv an ihnen ist, wirken beide nicht so wie die "Perfekten Menschen", denen man in anderen Büchern nicht allzu selten begegnet. Generell sind die Figuren, wie Harper Lee sie beschreibt, nicht so wie in anderen Büchern - sie sind alle gleichermaßen besonders und wachsen dem Leser ans Herz (manche mehr, manche weniger.. :D). Schwer zu beschreiben. "Prejudice, a dirty word, and faith, a clean one, have something in common: they both begin where reason ends." (Atticus zu Jean Louise - S. 270f.) Jedenfalls schafft die Autorin es, dass man beim Lesen dieser bestimmten Stelle beinahe vom Hocker fällt, weil man das überhaupt nicht  erwartet! Man ist so schockiert von dem, was man da liest, dass man es im ersten Moment - genau wie die Protagonistin - nicht wahrhaben will. Dann irgendwann, wenn die "Realität" in das eigene Bewusstsein vorgedrungen ist, kann man es nicht fassen. Es macht einen so unfassbar wütend, wie die Charaktere dort handeln und was sie sagen - und das Schlimme ist: Es war wirklich so. Ich hatte ja bereits angedeutet, dass es in dem Buch um Rassismus Weißen Schwarzen gegenüber geht, und wenn man das liest, muss man wirklich darum ringen, nicht die Fassung zu verlieren. Ich musste das Buch zwischendurch wirklich kurz weglegen, damit ich nicht mit dem Kopf gegen die Wand renne. Ehrlich, die Autorin schafft es, wie kaum jemand anderer, den Leser emotional so extrem zu bewegen, einfach durch eine authentische Protagonistin und die unverblümte Schilderung der Wahrheit; sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Ich könnte jetzt noch weiter darüber schreiben, wie emotional dieses Buch macht, allerdings würde ich mich dabei nur wieder in Rage reden. Lest einfach dieses Buch, und dann wisst ihr, was ich meine. Einzig mit dem Ende bin ich nicht ganz so zufrieden, aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich sehr stur bin und wahrscheinlich anders als Jean Louise gehandelt hätte. Das Englisch ist natürlich zwar etwas komplizierter als einfaches Schulenglisch, und ich musste zwischendurch auch mal ein, zwei Wörter nachschlagen, um den Satz zu verstehen, aber wenn man erst einmal in der Geschichte ist, gewöhnt man sich schnell daran, da die Autorin einen wirklich flüssigen und mitreißenden Schreibstil hat. Auch wenn der Anfang sich sehr zieht, sollte man Go Set a Watchman  gelesen haben, um das allerdings vollständig zu verstehen, muss man schon Hintergrundwissen über die amerikanische Geschichte haben. Ansonsten punktet das Buch mit wunderbaren, vielseitigen Charakteren und einer beeindruckenden Art und Weise, die Emotionen der Protagonistin auf den Leser zu übertragen. An Letzterem ist sicherlich auch der hohe Wahrheitsgehalt schuld. Man fragt sich einfach, wie groß die Dummheit der Menschen denn eigentlich wirklich ist. Und man ist bei so etwas definitiv nicht  stolz darauf, selbst ein Mensch zu sein. Denn das Thema des Buches ist ja mit Sicherheit nicht eine Sache der 50er, Rassismus - oder auch Diskriminierung im Allgemeinen - gibt es ja immer noch zur Genüge, was mal wieder zeigt, dass der Mensch aus der Geschichte nicht lernt sondern immer wieder die gleichen Fehler macht. Womit wir wieder bei der menschlichen Dummheit wären... Aber dazu bestimmt ein anderes Mal. Go Set a Watchman  erhält von mir also einen Abstrich aufgrund des wirklich langen Anfangs. Trotzdem eine klare Leseempfehlung! 4/5 Sterne.

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  • Die Legende geht weiter! Go Set a Watchman by Harper Lee

    Go Set a Watchman

    myAvalon

    10. October 2015 um 15:20

    Inhalt Maycomb, Alabama. Die nun 26-Jahre alte Jean Louise Finch - Scout - kehrt für ein paar Wochen aus New York nach Hause zurück um ihren Vater Atticus zu besuchen. Mit der Zeit merkt sie jedoch, wie sehr sich die Stadt gewandelt hat und auch ihre Familie scheint nicht mehr die alte zu sein. Bruchstücke aus ihrer Kindheit kehren zurück, Erinnerungen und Gefühle eines jungen Mädchens. Doch jetzt sieht Jean Louis alles mit klarer Sicht auf die Welt, welche für sie bald zerbricht. Meine Meinung Wow - Nach 58 Jahren ist es nun soweit und wir dürfen endlich die Fortsetzung zu "To Kill a Mockinbird" (Wer die Nachtigall stört) lesen. Im vergangen Jahr wurde das verschollen geglaubte Manuskript, welches von Harper Lee im Jahr 1957 geschrieben wurde (also vor "Wer die Nachtigall stört"!), wiedergefunden und im Juli 2015 startete das Buch mit einer völlig berechtigten Auflage von 2 Millionen Exemplaren. Gut möglich, dass wir ein kleine Stück Geschichte miterlebt haben! Wer weiß? Stellte Euch nur einmal vor, wie vielleicht eines Tages unsere Kinder, Enkel oder Ur-Enkel das Buch in der Schule lesen und ihr Abitur darüber schreiben ... (Jetzt weiß ich nicht, ob der Gedanke faszinierend oder gruselig ist) Jedenfalls, um wieder auf den Punkt zu kommen (ich bin ja schon wie Onkel Jack Finch), hatte ich ja mal eigentlich vor über die Geschichte an sich zu schreiben: Jean Louis als erwachsene Frau zu erleben ist einfach großartig. Habe ich sie als junges Mädchen schon geliebt, so liebe ich sie mit 26 erst recht: Eigenwillig, selbstbewusst und leidenschaftlich! Spannend waren vor außerdem kurze Ausschnitte aus ihrer Vergangenheit, zum Beispiel ihre Zeit als Teenager oder kleine Details zu ihrer verstorbenen Mutter. Auch über Onkel Jack erfährt der Leser viel mehr, seine endlosen Diskussionen und Exkurse sind besser denn je und das Familienbild der Finch's nimmt noch mehr an Form an!Logischerweise ist auch Atticus groß dabei (ein Roman von Harper Lee ohne Atticus? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen), der Fels in der Brandung und doch ein anderer Mensch im Vergleich zum vorherigen Werk. Jetzt möchte ich hier natürlich nicht zu viel verraten, aber was ich noch preisgeben kann, ist, dass Jem, mein persönlicher, idealistischer und starrköpfiger Held aus Scouts Kindheit, ebenfalls kleine Szenen hat, die den gesamten Roman prägen. Fazit An jeden Fan von "To Kill a Mockingbird": Ob Du es auf englisch, deutsch oder klingonisch gelesen hast, egal, das zweite Buch ist eine fabelhafte Ergänzung, die sich wie Teil eins lohnt und die Du Dir nicht entgehen lassen solltest. Ob es nun wirklich die Entscheidung der Autorin war das Buch zu veröffentlichen oder nicht, die Entwicklung und Emotionalität der Charaktere machen den Roman zu einem weiteren, lesenswerten Stern am großen Literaturhimmel und er verdient sich durchaus einen Platz in vielen Bücherregalen. (Kleine Empfehlung für Interessierte: Wenn Du keine Probleme damit habt, so les die Geschichte auf englisch. Schreibstil und Sprache der Autorin sind doch einmalig und sehr wertvoll ♥)

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  • “Go set a watchman” ist eine grandiose Fortsetzung von Harper Lees Weltbestseller

    Go Set a Watchman

    Buchwaerterin

    19. September 2015 um 16:33

    Im Vorfeld zum neuen Buch von Harper Lee habe ich natürlich die Berichterstattung in der Presse verfolgt. Darüber unter welch “mysteriösen” Umständen es nun doch erschien, obwohl die Autorin sich immer geweigert hatte ein weiteres zu veröffentlichen und auch darüber wie kritisch Go set a watchman von Kritikern gesehen wird. Aber zunächst möchte ich euch erzählen, dass ich dieses Buch durch eine Blogg dein Buch-Aktion die mit Random House UK veranstaltet wurde kostenfrei erhalten konnte und dafür sehr dankbar bin. Daher ist es mir möglich Go set a watchman ebenfalls zur Liste der Bücher hinzufügen zu können die ich für die diesjährige Lovelybooks Englisch-Lesechallenge lese. Aber nun zurück zum Buch. Bei Go set a watchman handelt es ich um die Fortsetzung des Bestsellers und Klassikers  Tor kill a mockingbird von Harper Lee. Atticus Tochter, welche uns als Scout in der Erinnrung geblieben ist, kehrt für ihren Urlaub aus New York in ihre kleine Südstaaten-Heimatstadt zurück. Im Grunde genommen schwelgt sie die ganze Zeit in Erinnerungen an ihre Kindheit während sie zu Besuch ist. Allerdings handelt es sich um politisch aufgeladene Zeiten, weshalb sie eines Nachmittags einer Stadtratssitzung lauscht an der ihr Jugendfreund Hank und ihr Vater Atticus teilnehmen muss sie mit Entsetzen  feststellen wie rückständig man im Süden immer noch ist, wenn es um die Frage der Gleichstellung der Farbigen geht. Doch noch viel mehr entsetzt es sie, das Hank  aber ganz besonders Atticus einfach stillschweigend den vulgären und bösartigen  Reden lauschen ohne etwas gegen diese zu unternehmen!  Ihr Vater Atticus, der Rechtsanwalt, der alle Menschen gleich behandelt und sogar Farbige vor Gericht verteidigt hat. War sie wirklich so blind, dass sie nie bemerkt hat wie rassistisch die Menschen hier um sie herum waren, obwohl sie doch “farbenblind ” erzogen wurde?! Viele Kritiker fokussieren sich nur auf diese Stelle des Buches und meinen das Atticus, der Verfechter der Rechte der Farbigen, doch nicht so liberal war wie er in To kill a mockingbird dargestellt wurde, sondern doch ein Rassist  ist. Ich hingegen muss sagen, das ich diese Meinung total übertrieben finde und wenn man das Buch genau liest, dann erfährt man sogar warum Atticus sich so in Go set a watchman verhält und nicht anders.  Erst ist eben nicht der gottgleiche Gelehrte für den Scout und viele andere ihn gehalten haben. Erst ist eben nur ein Mensch. Ein Mensch der das Recht liebt und sich mit all seinen Facetten beschäftigt. Deshalb gehört es für ihn dazu auch jede noch so abstruse Meinung zu ergründen oder in Erfahrung zu bringen wer dem Ku-klux-Klan angehört indem er nur zu diesem Zweck Mitglied wird. Ich frage mich warum viele das nicht erkennen obwohl sogar Scout irgendwann begreift, das ihr Vater kein Rassist ist, sondern sie ihn lediglich gottgleich und unfehlbar auf einen Sockel gestellt hatte. Ich finde es wie bereits erwähnt, zwar komisch unter welchen Umständen Harper Lees zweites Buch erschienen ist,  aber empfehle es euch trotzdem. Es ist einfach eine authentische Südstaaten-Geschichte und liest sich flüssig im Original recht flüssig. Daher greift ruhig zu, wenn ihr nicht auf die Übersetzung warten wollt! Eure Buchwärterin.

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  • Englische Leserunde zu "Go Set a Watchman" von Harper Lee

    Go Set a Watchman

    Fussel1986

    "Every man's island, Jean Louise, every man's watchman, is his conscience." Endlich ist es soweit! Über 55 Jahre nach der Publikation des beliebten Klassikers "To Kill a Mockingbird" erscheint mit "Go Set a Watchman" nun endlich der heiß ersehnte zweite Roman der Pulitzer-Preisträgerin Harper Lee. Bereits vor seiner Veröffentlichung sorgte dieses Buch für Furore, denn es führt seine Leser noch einmal nach Maycomb, Alabama, wo es die Geschichte von Scout und ihrer Familie um den Anwalt Atticus Finch weitererzählt. Dabei gelingt es Harper Lee erneut, ein beklemmendes Szenario des kleinstädtischen Südstaatenlebens zu entwerfen, in dem Rassissmus und Menschlichkeit, Fortschritt und Nostalgie unentwegt miteinander ringen. Ein fesselnder Roman, den man auch ohne Kenntnisse von "To Kill a Mockingbird" bestens genießen kann. Mehr zum Inhalt Go Set a Watchman is set during the mid-1950s and features many of the characters from To Kill a Mockingbird some twenty years later. Scout (Jean Louise Finch) has returned to Maycomb from New York to visit her father Atticus. She is forced to grapple with issues both personal and political as she tries to understand both her father’s attitude toward society, and her own feelings about the place where she was born and spent her childhood. Neugierig geworden? Hier geht's zur Lese- und Hörprobe - vorgetragen von Reese Witherspoon! Mehr zur Autorin Harper Lee wurde 1926 in Monroeville, Alabama, geboren. Mit "To Kill a Mockingbird" erlangte sie 1960 literarischen Weltruhm und erhielt 1961 den Pulitzer-Preis und andere wichtige Auszeichnungen. Heute lebt sie zurückgezogen in Monroeville und New York. Zusammen mit Penguin Random House UK verlosen wir 25 Exemplare von "Go Set a Watchman" unter allen, die diesen neuen Klassiker der Weltliteratur gemeinsam mit uns im englischen Original kennenlernen möchten. Wenn ihr diesen Roman im Rahmen einer Leserunde lesen, euch darüber austauschen und am Ende eine Rezension schreiben möchtet, dann bewerbt euch* bitte bis zum 22.07., indem ihr auf folgende Fragen antwortet: Lest ihr gerne Bücher, die in den 1950ern spielen? Warum? *Bitte beachtet, dass ihr euch im Gewinnfall zur aktiven und zeitnahen Teilnahme an der Leserunde in allen Leseabschnitten, sowie zum Schreiben einer Rezension zu "Go Set a Watchman" verpflichtet. Im besten Fall solltet ihr bereits vor eurer Bewerbung mindestens eine Rezension bei LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 441
  • Trotz dem Alter des Manuskripts sind die darin behandelten Themen noch heute aktuell

    Go Set a Watchman

    Schneeapfel91

    09. September 2015 um 17:41

    Vorab: Ich finde die Geschichte um dieses Werk faszinierend. Den Bericht im SPIEGEL habe ich damals mit großem Interesse gewesen. Beeindruckend, wie ein lange verschollenes Manuskript in der heutigen Gesellschaft für Aufsehen sorgen kann. Schon vor der Veröffentlichung war es in den Medien in aller Munde. In gleichen Zug hat es seinen „Vorgänger“ „To kill a mockingbird“ wieder in die Bestsellerlisten gepusht.   Die Story: Jean Louise “Scout” Finch ist nun erwachsen geworden und tritt ihre Zugreise aus der Metropole New York zurück in ihre verschlafene Heimat Maycomb im Süden an. Atticus ist alt geworden und sein größtes Leiden ist seine Arthritis, die ihn sehr quält. Darunter müssen auch die Mitmenschen leiden. Tante Alexandra kümmert sich um ihn und den Haushalt und wird tagtäglich Zeuge von seiner Krankheit und den damit verbundenen Launen.  Scout sorgt sich zu Recht Sorgen um ihren alten Herren, ist sich aber auch im Klaren, dass sie nicht bereit ist nach Maycomb zurückzukehren. Selbst wenn Henry, ihr Jugendfreund, noch vor Ort wäre und um ihre Hand anhielte. Maycomb hat sich für Scout verändert und bedeutet ihr nichts mehr. Früher war doch alles besser.  Der Heimataufenthalt gestaltet sich anfangs, wie jeder Besuch in Maycomb auch: Diskussionen mit Tante Alexandra, der Kirchenbesuch am Sonntag und Ausflüge mit Hank. Von einem Tag auf den Anderen wird aber ihre Meinung über ihren Vater Atticus umgeworfen. Sie findet ein Papier, das sie zum Nachdenken anregt…   Meine Meinung: Harper Lee schreibt in einem schön fließenden Erzählstil und weiß die Handlung jederzeit bildhaft auszuschmücken. Das gelingt ihr sehr gut und verschafft dem Werk eine enorme Authentizität. Besonders gut kann man sich als Leser die Landschaften vorstellen und fühlt sich regelrecht aus der Realität gerissen. Wie eine kleine Reise kam es mir oftmals vor. Scout wirkt eindeutig erwachsener und von zahlreichen Erfahrungen geprägt. Sie hat ihre kindlich-naive Seite verloren und versteht nun auch die Ernsthaftigkeit bestimmter Situationen.  Oftmals verliert sie sich in ihren Erinnerungen an früher. Man kann den Reifeprozess zu einer schlaffertigen, modernen Frau sehr gut nachverfolgen.   Dieser Roman wurde mit verschiedenen Covern veröffentlich, aber ich finde dieses hier sehr schön. Es mag auch sehr daran liegen, dass meine Lieblingsfarbe Orange ist und der Einband auf mich eine gewisse Wärme ausstrahlt. Um einen gewissen Zusammenhang zum Vorgänger „To kill a mockingbird“ herzustellen, wurde dieser Titel ebenfalls auf dem Cover genannt, allerdings in einer weniger auffallenden Farbe um wohl dem eigentlichen Titel nicht die Schau zu stehlen.

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  • Neues von der Spottdrossel

    Go Set a Watchman

    BluevanMeer

    07. September 2015 um 13:01

    Mit Klassikern ist es immer so eine Sache. Sie sind kanonisch, häufig vielfach ausgezeichnet und man sollte sie wenigstens mal angeschaut haben. Als ich vor zwei Jahren To Kill A Mockingbird las, war ich begeistert. Seit Tribute von Panem frage ich mich, warum die Spottdrossel in der deutschen Übersetzung zur Nachtigall werden musste, aber das tat meiner Begeisterung für den Text keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Scout, Jem und Atticus waren für mich ganz besondere Figuren, der Text ein Appell an Menschlichkeit und Gerechtigkeit, in der sich besonders Atticus als leuchtendes Vorbild hervortat. Als im Juli das erste Manuskript der Autorin nach 55 Jahren unter recht dubiosen Umständen entdeckt wurde, war ich sofort neugierig. Und die Diskussion um den Text war in vollem Gange: Hatten geschäftstüchtige Anwälte vor, sich am Ruhm der 89jährigen Autorin zu bereichern? Hatte Lee überhaupt eingewilligt, ihren Text veröffentlichen zu lassen? Und kratzt das neuentdeckte Werk am Erfolg des Nachfolgers, wenn der mutige Anwalt hier als übler Rassist dargestellt wird? Die Nachtigall hatte sich immerhin über 40 Millionen Mal verkauft und wurde bereits 1962 das erste Mal verfilmt. Keine Frage, dass der zweite Teil, laut Amazon, der Roman mit den meisten Vorbestellungen seit dem letzten Teil von Harry Potter wurde. Go Set A Watchman hat wenig mit der Nachtigall zu tun. Jean-Louise, mittlerweile nennt sie keiner mehr Scout, ist 26 Jahre alt und kehrt für zwei Wochen aus New York nach Maycomb zurück. Sie hat in New York studiert (in welchem Fach sie ihren Bachelor gemacht hat, bleibt allerdings unklar) und muss jetzt nach ihrem Vater sehen, der an Gelenkschmerzen leidet. Und bereits auf den ersten Seiten ein Schock: Jem ist tot, er starb an derselben Herzerkrankung an der auch Jean-Louises Mutter verstorben ist. Die handelnden Personen sind relativ einfach zu beschreiben, vielleicht typisch für einen etwas klischeebesetzten 50er Jahre Roman: es gibt eine hübsche junge Frau, einen kranken Vater, einen toten Bruder, einen wartenden Schwiegersohn in spe, der auch noch in der Kanzlei des Vaters arbeitet, eine sorgende Großtante, die sich um den kranken Vater kümmert und einen verständigen Großonkel, der die Nichte, wenn sie mal nicht rund läuft, in die Schranken weist. Außerdem gibt es eine schwarze Hausangestellte, Calpurnia, die sich immer um die Kinder gekümmert hat und auch schon mal helfend eingreifen konnte, wenn Scout dachte, durch einen Kuss schwanger geworden zu sein. Nicht nur hier hatte ich das Gefühl, dass die Figuren zum Teil sehr platt angelegt sind. Hatte ich das Gefühl, dass in der Nachtigall noch einige Graustufen bleiben, fehlte es mir hier deutlich an Tiefgang und besonders die launig angelegte Episode um Scouts vermeintliche Schwangerschaft war für mich alles andere als unterhaltsam zu lesen. Stattdessen tat mir Scout einfach nur Leid. Nur durch Klassenkameradinnen und Calpurnia wird Scout schließlich aufgeklärt. Als sie als erwachsene Frau zurück kommt, kann sich Calpurnia, die mittlerweile dement ist, nicht mehr an sie erinnern. Und je mehr Bewohner_innen von Maycomb auf Jean-Louise treffen, desto stressiger wird ihre Rückkehr. Sie ist geschockt von der Engstirnigkeit in ihrem geliebten Heimatort und dem Alltagsrassismus, dem sie an jeder Ecke begegnet. Die Geschichte plätschert vor sich hin, bis Jean-Louise entdeckt, dass sogar ihr Vater eine rassistische Broschüre besitzt und an Bürgerratssitzungen teilnimmt, an denen Weiße Südstaatler ungehindert für die Erhaltung der Rassentrennung argumentieren dürften. Nicht nur hier hätte ich mir gewünscht, dass die politischen Diskurse der Zeit durch einige Fußnoten deutlich gemacht werden. So hatte ich keine Ahnung, was der Prozess Brown gegen das Board of Education Kansas eigentlich bedeutete oder wer eigentlich die NAACP sind. Als Jean-Louise, geschockt und voller moralischer Überlegenheit, ihren Vater mit seinen Ansichten konfrontiert, scheint sich Atticus wenig an ihrer Aufgeregtheit zu stören. Er ist sich seines Rassismus absolut bewusst und macht keine Anstalten, seine Haltung zu ändern. Stattdessen werden die Aufhebungen der "Rassen"schranken und die Möglichkeit, dass Schwarze Kinder auf dieselben Schulen gehen können wie Weiße Kinder von Atticus sogar als Einschränkung der amerikanischen Freiheitsrechte gewertet und entsprechend heftig reagiert er auf Jean-Louises Kritik. Die Vorstellung der defizitären und kindlichen Schwarzen, die er seiner Tochter nahe zu bringen versucht, entlarvt ihn dabei als Rassisten: "Do you want your children going to a school that's been dragged down to accomoderate Negro children?" [...] "Honey, you do not seem to understand that the Negroes down here are still in their childhood as people. You should know it, you've seen it all your life. They've made terrific progress in adapting themselves to white ways, but they are far from it yet." (247) Es ist merkwürdig, dass gerade diese Figur in der überarbeiteten, zweiten Fassung der Nachtigall, auf einmal als moralisches Vorbild konzipiert wird, aber genau das passiert. Vielleicht, weil diese Version zu viel politischen Sprengstoff enthielt? Das Wohlfühlgefühl aus dem ersten Teil ist hier auf jeden Fall verschwunden. Glücklicherweise lässt Jean-Louise sich aber weder von ihrem Vater, noch von ihrem Onkel, das Wort verbieten. Nach einem heftigen Wortgefecht muss sie dann allerdings doch klein beigeben und wird zur Krönung der Handlung von ihrem Onkel abgefüllt, der der langsamen Nichte noch einmal erklären kann, was es eigentlich bedeutet, das moralische Vorbild des Vaters vom Sockel zu stoßen: "You'd eventually figure this out for yourself", she heard him say. "But let me speak it up for you. You've had a busy day. It's bearable, Jean Louise, because you are your own person now. [...] It's rather complicated", he said, " and I don't want you to fall into the tiresome error of being conceited about your complexes - you'd bore us for the rest of our lives with that, so we'll keep away from it. Every man's island, Jean Louise, every man's watchman, is his conscience. There is no such thing as a collective conscious." (265) Es geht also um Gewissensfragen und darum, dass es einer Tochter endlich gelingt, ihren Vater als normalen Menschen zu sehen. Mit 26 Jahren. Vielleicht war das in den 1950er Jahren revolutionär oder besonders, heute frage ich mich, was ich aus diesem Text mitnehmen kann. Und da bleibt nicht viel, außer einer netten Geschichte für zwischendurch, die an vielen Stellen doch recht unfertig wirkt. Der Roman bietet eine Entzauberung, die ich nicht gebraucht hätte und die mir in der Gesamtheit auch einfach zu simpel bleibt. Jeder Mensch hat andere Vorstellungen und die sind nun einmal zu respektieren, Jean Louise, werde erwachsen. Den eigenen Vater mit seinem Rassismus zu konfrontieren und darauf zu hoffen, dass er sich ändert, ist also nicht erwachsen genug? Es ist ziemlich ernüchternd, diesen Roman zu lesen und anders als in der Spottdrossel sind die wenigsten Figuren sympathisch oder bieten irgendeine Form von Identifikationspotenzial. Am Ende ist der Watchman nicht mehr als eine Vater-Tochter-Emanzipationsgeschichte, die für sich alleine steht und kaum mit Mockingbird in Einklang zu bringen ist. Ich habe auch das Statement eines Buchhandels aus Michigan gefunden, der enttäuschten Kund_innen anbietet, ihr Geld zurückzubekommen. Der Inhaber von Brilliant Books, einem Indie-Buchhandel, hat sich in diesem Interview zu der Aktion geäußert und macht vor allen Dingen die Marketingkampagne für die Enttäuschung vieler Kunden verantwortlich: "It is disappointing and frankly shameful to see our noble industry parade and celebrate this as "Harper Lee's New Novel". This is pure exploitation of both literary fans and a beloved American classic (which we hope has not irrevocably tainted). We therefore encourage you to see Go Set A Watchman with intellectual curiosity and careful consideration; a rough beginning for a classic, but only that."

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  • Kein Vergleich zum Vorgänger

    Go Set a Watchman

    Weltensucher

    02. September 2015 um 19:46

    Nach über 50 Jahren wurde "Go Set a Watchman" von Harper Lee nun endlich wiedergefunden und veröffentlicht - mit viel Aufsehen und großen Erwartungen, denn der Vorgänger "To Kill a Mockingbird" gilt schon längst als ein hochangesehener Klassiker. "To Kill a Mockingbird" habe ich als ein wirklich gutes Buch in Erinnerung (der Vorgänger sollte unbedingt zuerst gelesen werden und wird von mir stark miteinbezogen!). Aus der Sicht der kleinen Scout wird man voll kindlichem Unschuld in die Südstaatenwelt, eine abenteuerliche Kindheit doch auch in die Schatten des Rassismuskonfliktes in den 30er Jahren eingeführt. Starke Charaktere zeichnen sich aus - an der Spitze Scouts Vater Atticus, ein Held der Gerechtigkeit und Weisheit. Der Vorgänger glänzte mit Spannung, Witz und Aussagekraft. Vor dem Hintergund dieser Vorgeschichte steht nun "Go Set a Watchman" - nun mit Scout als erwachsene Hauptperson, zwanzig Jahre später. Gleich von Anfang an spürt man eine gewisse Distanzierung zum ersten Teil, die Veränderung der Jahre - und das liegt nicht nur am Erzählerwechsel, denn nun wird von Scout als dritte Person und nicht mehr als Ich-Erzähler geschrieben (ein wenig enttäuschend). Trotzdem erfährt man als Leser genauso wie Jean Louise eine Rückkehr in eine vertraute Welt und die Charme von Maycomb wird trotz Veränderung wieder aufgegriffen. Auch kommen die altbekannten Charaktere wie die Tante, der Onkel und Atticus nicht zu kurz. Jem wird fast schon zu plötzlich von Henry Clinton ersetzt - ein Kindheitsfreund, der in TKaM keine Erwähnung fand. Ebenso wird Dill in wenigen Sätzen abgehakt. Beides schade, denn die zwei Jungen waren prägende Rollen und hätten ein wenig mehr Mühe verdient, eine weitere Enttäuschung. Wenn man en Bezug zum Vorgänger außer Acht lässt, so ist der Einstieg der Geschichte flüssig und liest sich leicht, obwohl lange kein Handlungsstrang zu finden ist. Jean Louise findet zuhause ihren kranken Vater, ihre Tante und Henry als möglichen Verlobten vor. Noch scheint alles sorglos und friedlich. Bald schon lassen sich erste Probleme erkennen - der wohlbekannte Rassismuskonflikt - und schließlich kommt es auch zum Wendepunkt, als Jean Louise sowohl Atticus als auch Henry bei einer rassistischen Bürgerversammlung beobachtet. Für sie bricht eine Welt zusammen, doch dadurch wird letzten Endes erwachsen und von der perfekten Illusion von ihrem Vater befreit. Diesen Bruch erlebt der Leser als fast ebenso erschreckend, war Atticus im letzten Teil doch der Held der Geschichte. Ein schmerzhafter Apekt ist auch die Entwicklung um Calpurnia, der jedoch viel von der damaligen Zeit ausdrückt. Dennoch steht im Vordergrund der Handlung weniger das Rassismusproblem als die Wendung von Jean Louises Blickwinkel auf ihren Vater. So ist das Hauptthema eher ein Familienkonflikt. Neben den ernsten Sachen kommt jedoch auch Lees Humor wieder ins Spiel und mit diversen Rückblicken, die das Buch dem Vorgänger wieder näherbringen und auch beim Leser die TKaM-Erinnerungen wieder aufkommen lassen, wird man sehr unterhalten und wieder ins typische Maycomb versetzt. Meiner Meinung nach sind gerade die Rückblenden wichtig, denn in diesen passiert mehr als im eigentlichen Buch und sind spannend und interessanter. Da es in der Hauptgeschichte viel um amerikanische Politik der damaligen Zeit geht, konnte ich außerdem den Dialogen teilweise nur schwer folgen. Insgesamt ein ganz nettes Buch mit einer interessanten Handlung und einigen Erinnerungen, jedoch kaum mit dem Vorgänger "To Kill a Mockingbird" zu vergleichen. Als Ergänzung jedoch lesenswert und auch unterhaltsam.

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  • Naja...

    Go Set a Watchman

    Julia_20

    01. September 2015 um 20:10

    Inhalt: Jean Louise kehr zurück nach New York genauer gesagt Alabama um ihren Vater zu besuchen. Doch schon bald merkt sie, dass nichts mehr so ist wie früher. Ihr Vater ist nicht mehr der Mann, der FÜR Gerechtigkeit und GEGEN Rassismus einsteht. Was ist geschehen? Zum Buch: Um es besser zu verstehen, würde ich allen raten vorher "To Kill a Mockingbird" zu lesen, da man die Gefühlswelt meiner Meinung nach nur so nachvollziehen kann. Es wird auch oft auf die Kindheit angespielt, die eben genau in diesem Buch behandelt wird. Schreibstil: Sehr flüssig und harmonisch führt uns Harper Lee durch das Buch, wobei es mir manchmal sogar etwas zu abschweifend ist. Trotz allem weiß man ja, dass Harper Lee mit Worten umgehen kann - mir persönlich gefällt der Schreibstil sehr gut! Im Vergleich mit "To Kill a Mockingbird" hat mich das Buch aber eher enttäuscht. Meine Erwartungen waren auf jeden Fall zu hoch. Leider kommt es mir auch so vor, als wäre dies einfach nur eine verstaubte Version, die man ausgegraben hat, herausputzte und auf den Markt warf. Eher um noch mehr Umsatz einzubringen, als wirklich etwas bedeutsames rauszubringen. Eigene Meinung: Zu viele Erwartungen werden gleich enttäuscht. Es kann auf keinen Fall mit "To Kill a Mockingbird" mithalten, da es nicht die Gefühle und Tiefe beinhaltet. Nett für zwischendurch, aber nichts herausragendes.

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  • Die Wurzeln des Mockingbirds

    Go Set a Watchman

    eclipse888

    31. August 2015 um 13:56

    Go Set a Watchman is set during the mid-1950s and features many of the characters from To Kill a Mockingbird some twenty years later. Scout (Jean Louise Finch) has returned to Maycomb from New York to visit her father Atticus. She is forced to grapple with issues both personal and political as she tries to understand both her father’s attitude toward society, and her own feelings about the place where she was born and spent her childhood. To Kill a Mockingbird (dt. Wer die Nachtigall stört) ist für mich ein besonderes Buch. Es ist eines der ersten (und wenigen) Klassiker, die ich von mir aus gelesen habe und das Buch hat mir gezeigt, dass es eben doch Klassiker gibt, die ich mag und dass ich sie nicht nach den ganzen Schullektüren beurteilt in einen Topf schmeißen kann. Deshalb stand für mich seit ich von Go Set a Watchman erfahren habe fest, dass ich es auch lesen werde. Ich bin... ja, doch, ich bin enttäuscht. Meine Erwartungen waren hoch und ich sage es mal so: Die Lektorin, die Harper dazu brachte, das Buch doch lieber während Scouts Kindheit zu schreiben, hat alles richtig gemacht. Ich denke mal, niemand ist überrascht, dass die Rückblicke in die Vergangenheit meine liebsten Stellen waren. Besonders die Ereignisse, die nach Mockingbird und vor Watchman spielen, habe ich total gerne gelesen. Mein persönlicher Favorit ist die Abschlussfeier von ihrem Bruder Jem und ihrem gemeinsamen Freund Henry. ^^ Ich liebe Scout bzw. Jean Louise. Sie ist sich selbst treu geblieben und hat sich gleichzeitig weiter entwickelt. Ich finde, da hat die Autorin die Figur wirklich verstanden und perfekt in das andere Buch übertragen. Der Punkt, der mich wirklich gestört hat, ist der Rassismus. Die meisten Bürger in Maycomb hatten schon immer etwas gegen Schwarzhäutige, aber nicht alle, besonders Atticus nicht. Er war in Mockingbird der eine Mensch, der sich auf die Seite eines Schwarzen stellte, weil er es für richtig hielt, und seinen Kindern beibrachte, dass alle Menschen gleich seien. Meinetwegen hätte er seine Meinung nach einem Anschlag oder sowas gerne ändern können, aber den gab es nicht. Es gibt keinen wirklichen Grund dazu, wieso Atticus seine Ansichten plötzlich so grundlegend verändert hat. Er war sowas wie ein Stein in der Brandung und er hat sich immer seine eigene Meinung gebildet, aber irgendwann ist das anscheinend verloren gegangen, ohne das man erfährt, wieso. Deshalb finde ich das Buch auch nur mittelmäßig. Scout und die Rückblicke haben das Ruder hoch gerissen, während Atticus und der Rassismus dem entgegenwirkten. Über die Autorin: Harper Lee was born in 1926 in Monroeville, Alabama. She attended Huntingdon College and studied law at the University of Alabama. She is the author of To Kill a Mockingbird and has been awarded numerous literary awards including the Pulitzer Prize and the Presidential Medal of Freedom. Fazit Ich finde es zwar ziemlich interessant zu sehen, aus was letztendlich eines meiner liebsten Bücher entstanden ist, aber ich hätte mir doch eher gewünscht, dass To Kill a Mockingbird als Einzelband bestehen bliebe.

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  • Tochter muß zu ihren eigenen Werten finden vor dem Hintergrund des Rassismus der 50er

    Go Set a Watchman

    danielamariaursula

    Die Urfassung von To Kill a Mockingbird fordert den Leser und unterhält. Mit 26 Jahren kehrt Jean Louise (Scout) für 2 Wochen von NY in ihre Heimatstadt in Alabama zurück und stellt fest, daß ihre heile Welt aus Kindertagen zusammenbricht. Der Willkommenskaffee ihr zu Ehren führt ihr deutlich vor Augen, wie anders sie ist, als die Frauen die sie in den Südstaaten zurückließ. Eine Welt die im krassen Gegensatz zu ihrem Leben in NY steht. Und dann beobachtet sie, wie Ihr Vater und ihr Freund aus Kindertagen kommentarlos an einer Versammlung des Bürgerrates (der sich aus allen weißen Männern, die nur halbwegs in der Gemeinde von Bedeutung sind zusammensetzt) auf der ein prominter Rassist spricht, teilnehmen. Wie kann das sein? Ihr Vater war für sie stets der Inbegriff von allem was gut und richtig ist, wie kann er nur an so einer Veranstaltung teilnehmen? Der innere Konflikt in dem Scout sich befindet wird sehr gut gezeichnet. Sie rebelliert, es zerreißt sie. Immer wieder denkt sie an ihre schönen Kindertage zurück, aber das macht ihr den Widerspruch dessen, was sie gesehen hat mit dem woran sie sich aus Kindertagen erinnert zusammen? Das Buch gibt einen eindrucksvollen Einblick in das Leben in Alabama in den 50er, ein Leben das langsamer und unaufgeklärter ist als im kühlen hektischen NY. Es gibt schöne Erinnerungen an die vergangene Kindheit und deren Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit. Der Konflikt der inneren Zerrissenheit, an dem Scout zu zerbrechen droht wird plastisch dargestellt und gut geschrieben. Allerdings ist dieser Roman weniger rund als der Pulitzer-Preisträger. Der Roman stammt aus den 50er und bringt Gedanken und Abkürzungen, Gerichtsentscheidungen, die dort damals jeder kannte. Diese Grundlagen, die für das Verständnis des Konflikts nötig sind, hätten kurz in einem Vorwort erläutert gehört. Zu diesem Buch gibt es noch keine Sekundärliteratur, in die man kurz per Suchmaschine reinschnuppern kann. Die Zeitungsartikel der letzten Monate betreffen die Geschichte der Veröffentlichung des Romans, welche bemerkenswert sind und sicher ein gutes Nachwort ergeben hätten. Der Roman wurde offensichtlich redaktionell überarbeitet, warum dann in Europa heute nicht geläufige Abkürzungen wie NAACP nicht einmal ausgeschrieben werden, ist für mich allerdings unbegreiflich und führt zum Punktabzug. Der Leser wird mit einer ihm völlig fremden Welt alleine gelassen, was leider bisweilen von der spannungsgeladen Konfliktsituation um die Figuren ablenkt. Das haben Scout und Atticus nicht verdient. Im Gegensatz zu einigen anderen Mitlesern, bin ich allerdings mit dem Ende hochzufrieden. Er zeugt von Reife und dem Gebot "Du sollst Vater und Mutter ehren". Wir haben nur diese Eltern und können sie nicht ersetzen, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Nachdem ich anfangs sehr lange gezögert habe, ob ich wirklich meinen Held Atticus enthront wissen will, bin ich jetzt froh das Buch gelesen zu haben. Ich mag Atticus immer noch, als Mensch und nicht als den einzig Unfehlbaren.

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    • 2

    Lesestunde_mit_Marie

    31. August 2015 um 13:05
  • Es geht weiter mit Atticus & Scout!

    Go Set a Watchman

    Miriam0611

    31. August 2015 um 09:57

    Inhalt Go Set a Watchman is set during the mid-1950s and features many of the characters from To Kill a Mockingbird some twenty years later. Scout (Jean Louise Finch) has returned to Maycomb from New York to visit her father Atticus. She is forced to grapple with issues both personal and political as she tries to understand both her father s attitude toward society, and her own feelings about the place where she was born and spent her childhood. An instant classic. Meinung Toll fand ich die Parallen zu To Kill a Mockingbird, die mich den Personen im Buch gleich wieder näher gebracht haben. Auch die vielen Rückblenden haben mir gut gefallen. Ich konnte es teils gar nicht aus der Hand legen! Ich finde die behandelten Themen sehr wichtig und bin froh, dass so ein Augenmerk darauf gelegt wird. Toleranz ist heutzutage ein ernstzunehmendes Problem. Klar, ein bisschen besser ist es als noch vor 100 Jahren, aber gut? Nein, noch lange nicht! Fazit Meiner Meinung nach sollte man schon To Kill A Mockingbird gelesen habe, obwohl Go Set A Watchman nicht ganz an seinen Vorgänger (oder besser gesagt Nachfolger) anknüpfen kann. Einige Dinge versteht man nur, wenn man auch bereits den ersten Teil gelesen hat. Ansonsten gefiel mir Go Set A Watchman gut und ich möchte es weiterempfehlen, jedoch eher an Erwachsene oder Jugendliche mindestens ab 16.

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  • Ein Buch für Erwachsene

    Go Set a Watchman

    kleinegrauewolke

    „Go Set A Watchman“ ist ein Buch, das es im Leben weiβ Gott nicht leicht hatte. Geschrieben in den fünfziger Jahren, landete es bei einem Verleger, der es zwar irgendwie mochte, aber nicht wirklich veröffentlichen wollte. Stattdessen schlug er der Verfasserin vor, sie sollte doch ein anderes Buch auf seiner Basis schreiben, ein „Go Set A Watchman 2.0“ sozusagen. Das tat sie dann auch, und die jüngere, hübschere, gefälligere Schwester war bald „everybody’s darling“; wurde gelobt, geliebt, verfilmt, preisgekrönt, wieder und wieder verlegt und gelesen. „Go Set A Watchman“ hingegen, die ältere Schwester mit der Brille und der scharfen Zunge und den altklugen Reden, blieb ins stille Kämmerlein verbannt, verstaubte und wurde bald von den wenigen, die überhaupt wussten, dass es sie gab, vergessen. Bis sie eines Tages, wie es im Märchen nun einmal ist, dort entdeckt, von Spinnweben befreit, in schöne Gewänder gehüllt, mit viel Fanfare ans Licht der Welt gebracht wurde. Doch, oh je, schon bald erhob sich ein Wehgeschrei unter denjenigen, die eine Zwillingsschwester erwartet, aber keineswegs bekommen hatten. Diese Brille! Die scharfe Zunge! Die altklugen Reden! Most unbecoming! Denn wo die kleine Schwester ein so verständliches, offensichtliches Bild zeichnet – hier Schwarz, da Weiβ*, hier gut und gerecht, da böse und borniert, verweigert sich das ältere Buch den einfachen Zuordnungen, beschreibt eine kompliziertere Welt, spezialisiert sich auf Grautöne. *oh je, vielleicht ein unpassendes Bild in diesem Zusammenhang Watchman hält keine einfachen Antworten auf schwierige Fragen bereit, dafür aber eine Reihe von Zumutungen. Atticus Finch, der einst so strahlende Held, ist auf einmal ein fehlerbehafteter, dem Denken seiner Zeit und seiner Herkunft verhafteter Mensch, der seiner Tochter genau den Schock versetzt, den diese braucht, um sich abzunabeln (wobei es vielleicht genau diese Abnabelung ist, die ihr die Möglichkeit gibt, zurückzukehren). Vom Leser wird darüber hinaus erwartet, dass ihm der 10. Zusatzartikel der US-Verfassung etwas sagt, und er sich schon einmal Gedanken über die Abwägung von Rechtsgütern gemacht hat – darf man Rechte verletzen, um andere Rechte durchzusetzen, und wer genau entscheidet, welche Rechte schwerer wiegen? All das erscheint heute etwas obskur, aber kennzeichnet Watchman doch als ein wahres Buch seiner Zeit; ein Buch, in dem verhandelt wird, was die Leute bewegte. Watchman ist kein perfektes Buch – es gibt eine Menge „tell“ statt „show“ und auch die Vermengung von politischen Fragen und „coming of age“-Roman ist vielleicht nicht sonderlich geglückt – beiden Aspekten hätte mehr Raum gut getan. Aber auf meinem Regal bekommt es seinen Platz neben der kleinen Schwester.

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    • 2
  • Ganz nette Geschichte

    Go Set a Watchman

    tootsy3000

    28. August 2015 um 21:17

    Harper Lees verschollenes nie veröffentlichtes Manuskript geisterte ja schon Wochen vor der Veröffentlichungen durch die Medien. Hochgelobt auf der einen Seite, kritische Stimmen auf der anderen. Für mich spielten beide Komponenten keine Rolle. Ich oute mich mal: ja,“Wer die Nachtigall stört” habe ich nicht gelesen! Ich konnte mich also ganz unvoreingenommen auf “Go set a Watchman” einlassen. Harper Lee schickt also die erwachsen gewordene Jean Louise “Scout” Finch mit dem Zug aus der weltoffenen Stadt New York auf Heimaturlaub in das verschlafene Südstaatennest Maycomb. Atticus ist alt geworden, seine Arthritis quält ihn sehr und Tante Alexandra kümmert sich um ihn und seinen Haushalt. Scout macht sich durchaus sorgen um den alten Herren, ist sich aber auch im klaren, dass sie nicht bereit ist nach Maycomb zurück zukommen. Auch wenn da noch Henry ist. Ihr Freund aus Jugendjahren, der ihr einen Heiratsantrag macht. Für Jean Louise beginnt der Urlaub wie immer. Wortgefechte mit ihrer Tante Alexandra, gemeinsame Kirchengänge am Sonntag, Ausflüge mit Hank. Doch eines Tages findet sie ein Papier, dass ihre bisherige Meinung zu ihrem Vater völlig auf den Kopf stellt…… Geschrieben ist der Roman in einem sehr schönen Stil und wunderbar bildhaft. Als Leser hat man besonders von den Landschaften und den verschiedensten Szenarien der Handlung ein klares Bild vor Augen. Die Charaktere dagegen erschienen mir recht unscharf. Außer Tante Alexandra und Onkel Jack. Ihre Ansichten und Meinungen bezüglich sind eindeutig und klar dargestellt. Scout machte zwar einen weltoffenen Eindruck, war aber auch sehr naiv und blauäugig. Atticus und Hank waren zwar keine Rassisten. Gingen aber den bequemen Weg, sich der Gesellschaft anzupassen. Irgendwie bekannt oder? Aufgebaut ist die Geschichte in mehrere Abschnitte. Großteils schwelt Scout in Erinnerungen an ihre Kindheit. An die Sommer, die sie mit ihrem großen Bruder Jem und Nachbarjungen Dill verbrachte. Aber auch viel geschichtliches und politisches wird in die Geschichte eingebracht. Oft erwähnt die NAACP, die Bürgerrechtsbewegung. Richtig schlau wird man während des Lesens aus diesen Fakten allerdings nicht. Der Roman hat eigentlich mit der Thematik Rassismus wenig zu tun. Für mich ist es eher ein familiärer Konflikt. Scout ist schlagfertig und modern in ihren Ansichten, während in Maycomb die Zeit stehen geblieben ist. Und, wie es auch im echten Leben oft ist, hat sie sich weit weg von zu Hause weiterentwickelt. Während bei ihrer Familie die politischen Ansichten die gleichen blieben. Am Ende ist als Leser nur eines klar: die geliebte Tochter schwelt in Erinnerungen, entdeckt, dass man in ihrer Familie nicht gegen Rassentrennung ist, verkracht sich mit ihrem Vater um sich zu guter Letzt doch wieder zu versöhnen. Die Covergestaltung finde ich ganz gut. Wieso man auch den Titel des Vorgängerromans im Hintergrund eingebettet hat? Kann ich nicht beantworten. Hätte die Handlung mehr Umfang, damit meine ich jetzt in Richtung der farbigen Bevölkerung und der Thematik Rassismus, würde der Satz am Coverrücken auch mehr Sinn machen: “Every man’s island, Jean Louise, every man’s watchman, is his conscience.” – “Jedes Mannes Insel, jedes Mannes Wachmann, ist sein Gewissen.” Ein wunderschöner Satz eigentlich, dem ich in der Oberflächlichkeit der Handlung eigentlich keine Bedeutung zuordnen kann. Schade, denn die Autorin hat bestimmt Ahnung wie es sich in den Südstaaten zugetragen hat, vielleicht auch immer noch zuträgt. Mein Fazit: Ein ganz nett zu lesende Geschichte, die mir allerdings zu wenig der angepriesenen gutmenschlichen Charaktere aus “Wer die Nachtigall stört” beinhaltet. Da ich aber eben diesen Roman nicht kenne bzw. gelesen habe, hatte ich auch keine Erwartungen und wurde diesbezüglich auch nicht enttäuscht. Muss man das Buch gelesen haben? Nein! Besonders Kenner von “Wer die Nachtigall stört” könnten enttäuscht werden.

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