Harper Lee Wer die Nachtigall stört ...

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Inhaltsangabe zu „Wer die Nachtigall stört ...“ von Harper Lee

Wenige Romane werden so geliebt wie dieser!

Harper Lee beschwört den Zauber und die Poesie einer Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten: Die Geschwister Scout und Jem wachsen im Alabama der 1930er Jahre auf. Jäh bricht die Wirklichkeit in ihre behütete Welt ein, als ihr Vater, der Anwalt Atticus Finch, einen wegen Vergewaltigung angeklagten Schwarzen verteidigt. Finch lehrt seine Kinder Verständnis und Toleranz, allen Anfeindungen und Angriffen ihrer 'ehrbaren' Mitbürger zum Trotz.

Unvergessliche Figuren, menschliche Güte und leiser Humor zeichnen den Roman aus, der in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde und die Herzen von Generation um Generation neu erobert.

Eva Mattes prägt seit ihrem 12. Lebensjahr die deutschsprachige Film- und Theaterlandschaft. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder, Peter Zadek und Werner Herzog zusammen und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Als Jane-Austen-Interpretin feiert sie große Erfolge. Wer ihre ebendige, kluge Stimme einmal gehört hat, vergisst sie nicht wieder.

Ein Buch, dessen Thema (leider) auch noch nach über 50 Jahren topaktuell ist und das jeder Mal gelesen (oder gehört) haben sollte!

— zazzles

Ein wundervolles Buch aus den Augen eines achtjährigen Mädchens, wie es die Welt sieht und fest glaubt, dass alle Menschen gleich sind.

— AnjaSc

Zu Recht ein vielgerühmter Roman, der auch als Hörbuch dank der tollen Sprecherin wunderbar funktioniert. Lesens- und Hörenswert.

— chuma

Absolute Leseempfehlung: Für jeden!!!!

— Franny_Llanas_Corcoles

Südstaaten Roman

— Orangenkerne

Eine tiefgründige und sehr unterhaltsame Geschichte mit einer tollen Sprecherin. Unbedingt hören!

— MissRichardParker

Pulitzer-Preis verdient

— Gwhynwhyfar

Ein vielgerühmtes Buch über Rassismus und Vorurteile - immer noch aktuell und wunderbar vorgelesen!

— Ginevra

Eine interessante Geschichte aus den USA der 1930er Jahre. Gesellschaftskritisch und doch sehr sanft.

— black_horse

Das Buch ist einfach wunderschön!!! Poetisch, spannend, lustig, alles was man sich nur wünschen kann.

— Reebock82

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  • Ein Klassiker mit einem immer noch aktuellen Thema

    Wer die Nachtigall stört ...

    zazzles

    17. July 2017 um 19:33

    Inhaltsangabe:Die Geschwister Scout und Jem wachsen im Alabama der 1930er Jahre auf. Jäh bricht die Wirklichkeit in ihre behütete Welt ein, als ihr Vater, der Anwalt Atticus Finch, einen wegen Vergewaltigung angeklagten Schwarzen verteidigt. Finch lehrt seine Kinder Verständnis und Toleranz, allen Anfeindungen und Angriffen ihrer »ehrbaren« Mitbürger zum Trotz.Meine Meinung:"Wer die Nachtigall stört..." war mir schon lange ein Begriff, nicht zuletzt durch die zahlreichen Anspielungen in diversen Filmen und anderen Büchern. Endlich habe ich die Zeit gefunden mich diesem Klassiker zu widmen, wenn auch "nur" in Form eines Hörbuchs. Und mein Eindruck in wenigen Worten: Ich bin begeistert!Ich muss zugeben, dass ich Klassikern immer etwas skeptisch gegenüber stehe, weil ich von Anfang an sehr hohe Erwartungen an ein solches Buch habe, denn nicht umsonst wird ein Werk schliesslich zu einem Klassiker. Allzu oft wurde ich gerade aufgrund von (zu?) hohen Erwartungen enttäuscht. Hier ist das zum Glück ausgeblieben.Die Geschichte rund um den Anwalt und Familienvater Atticus Finch hat mich schon sehr bald in ihren Bann gezogen und ich wollte wissen wie die Story ausgeht. Natürlich habe ich auch mit dem Angeklagten Tom bis zuletzt mitgefiebert und war dann doch sehr überrascht über das Urteil, auch wenn ich es eigentlich hätte vorhersehen müssen.Im Buch werden wichtige Themen wie Rassendiskriminierung und Toleranz gegenüber Afroamerikanern angesprochen. Das Ganze geschieht aber nicht etwa mit einer offensichtlichen Moralkeule, die eingesetzt wird, sondern es schwingt immer wieder mal nebenbei mit, ohne dass der Rassismus-Begriff direkt genannt wird. Harper Lee hat sich dafür eine ganz wundervolle Idee ausgedacht, denn sie schildert die Themen aus den Augen eines (unschuldigen) Kindes. Immer wieder stellt Scout ihrem Vater oder ihrem Umfeld wichtige Fragen, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass sie damit viele ethische Aspekte anspricht. Gerade wegen ihres Alters kann sie nämlich nicht verstehen, wieso so viele ihrer erwachsenen Nachbarn und Bekannten Vorurteile gegenüber Menschen haben, die einfach nur eine etwas andere Hautfarbe als sie selbst haben. Und genau so sollte es auch sein!Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, nur eines ist mir am Ende wichtig zu erwähnen: Obwohl das Buch inzwischen über 50 Jahre alt ist, sind die Themen, die darin behandelt werden, leider immer noch topaktuell - gerade, wenn man einen Blick auf die USA wirft. Immer wieder werden unschuldige Afroamerikaner eingesperrt oder sogar erschossen - und das meistens bloss aufgrund von irgendwelchen Vorurteilen. Ich finde es schade, wie hartnäckig sich dieser Rassismus gegenüber einer Ethnie hält und ich hoffe, dass es bald mehr solche Menschen wie Atticus Finch gibt, die sich gegen die aktuelle Praxis wehren und offen zu ihrer Toleranz stehen.Fazit: Ein wundervoller Klassiker, der jeder Mal gelesen haben sollte. ♥ Die Hörbuchversion kann ich sehr weiterempfehlen. Die Sprecherin machte ihre Sache wirklich gut und haucht der Story Leben ein.

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  • Ein grosser Roman!

    Wer die Nachtigall stört ...

    MissRichardParker

    Die Geschwister Jem und Scout wachsen in Alabama in den 1930er-Jahren auf. Ihr Vater Atticus ist Rechtsanwalt und ein angesehener Mann. Die beiden Geschwister haben eine tolle und ereignisreiche Kindheit. Doch als Atticus die Verteidigung eines Schwarzen übernimmt, der eine Weisse vergewaltigt haben soll, kippt die Stimmung in der Stadt. Scout und Jem müssen sich immer wie mehr Gehässigkeiten anhören und gefallen lassen.  Ich bin überhaupt keine Klassiker-Kennerin und war mir dessen gar nicht bewusst als ich mir dieses Hörbuch kaufte. Darauf gestossen bin ich nur per Zufall und da die Kritiken so positiv waren, wurde ich neugierig. "Wer die Nachtigall stört..." hat mir unheimlich gut gefallen. Die Geschichte allein ist schon sehr poetisch, humorvoll, hoch interessant und sehr unterhaltsam. Ich musste oft über Scout lachen und Atticus und seine Grösse konnte ich nur bewundern. Die Familie wächst einem sofort ans Herz und über die Ungerechtigkeit gegenüber den Schwarzen macht wütend. Die Erzählerin fand ich ganz wunderbar! Sie hat eine tolle Leserstimme und ich fand es super, wie wandelbar sie Ihre Stimme einsetzt! Jede Figur hat sie betont und es war eine wahre Freude Ihr zuzuhören!  Ich bin rundum zufrieden mit diesem Hörbuch und kann es sehr sehr weiterempfehlen! Ein grossartiger Roman, von dem man viel viel lernt und dem ich mit meinen Worten kaum gerecht werde!

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    • 3
  • grandioser Roman

    Wer die Nachtigall stört ...

    Gwhynwhyfar

    11. December 2015 um 18:56

    Hörbuch, 12 Stunden, 22 Minuten gesprochen von Eva Mattes „Man kann einen anderen nur richtig verstehen, wenn man die Dinge von seinem Gesichtspunkt aus betrachtet“, hatte Atticus seiner Tochter früh im Roman gesagt. „Wenn man in seine Haut steigt und darin herumläuft.“ Ich hatte diesen Roman mit 14 Jahren voller Begeisterung gelesen und wollte nun sehen, was von dieser Begeisterung nach über 40 Jahren übriggeblieben ist. Das Buch hat mich immer noch verzaubert. Wir befinden uns in Alabama. Aus der Sicht von Scout (Jean Louise), der kleinen Tochter von dem Anwalt Atticus Finch wird berichtet, wie die Familie mutterlos lebt, versorgt von der farbigen Haushälterin Calpurnia. Scouts Bruder Jam ist ein wenig älter und reifer, etwa 10 Jahre alt. Scout mag ein Zweitklässlerin sein. Atticus erzählt zu Hause von seinen Fällen, ist ein äußerst liberaler Mann, lehrt seine Kinder Respekt vor jedermann zu haben und bringt immer weise Lebensweisheiten und juristische Finessen mit nach Hause. Eines Tages übernimmt Atticus die Verteidigung eins Farbigen, was natürlich Ärger für die Familie bedeutet. Denn dieser Neger soll angeblich eine weiße Frau vergewaltigt haben. Toms Unschuld ist offensichtlich. Trotzdem verlangt die Bevölkerung, dass er zum Tode verurteilt wird. So einen verteidigt man nicht! Atticus schon. Die Familie wird nun angefeindet, selbst die Kinder in der Schule. Der Vater wird bespuckt und beschimpft. Die Kinder verstehen die Worte nicht, lassen sie sich von der schwarzen Haushälterin erklären. Auch ein hübscher literarischer Kniff. Und wir haben als Nebenstrang den scheuen Nachbarn der Finchs, Boo Radley als zentrale Figur im Roman, der Jem und Jean Louise das Leben das Leben retten wird. Der Typ, der niemals das Haus verlässt und darum so interessant und rätselhaft für die Kinder ist. Die Geschwister versuchen hinter das Geheimnis von Boo von kommen, den sie noch nie zu Gesicht bekommen haben, denken sich wilde Geschichten um ihn aus. Wer zu nah an das Haus kommt, den schnappt er, so sagen die Kinder! Und es ist eine Mutprobe für die Jungen bis an das Haus zu gehen. Reizvoll an der ganzen Geschichte ist die Sichtweise der kleinen Scout, aus deren altklugen Sicht die Story erzählt wird. Scout ist mutig und unverdorben, die Familie schert sich nicht um gesellschaftliche Ressentiments und so verstehen die Kinder viele Handlungen nicht, die für sie selbstverständlich unlogisch sind, insbesondere, wenn man so liberal aufgewachsen ist. Scout hinterfragt in ihrer naiven Art die Erwachsenen und stellt sie damit bloß. Ein schriftstellerischer Kniff, der hier wohlgelungen ist. Die Finch’s leben in einer Kleinstadt und hier bezahlt man seinen Anwalt nicht immer mit Barem. Auch nicht alle Kinder besuchen die Schule oder haben Schuhe. Sie müssten natürlich den Unterricht besuchen, aber auf der Farm ist zu viel zu tun, sodass die Eltern sie gehenlassen könnten. Das wird auch von der Lehrerin toleriert, Hauptsache, sie erscheinen am ersten Schultag zur Einschreibung. Auch grobe, ungebildete Menschen haben ein Herz, tun Dinge, die sie tun müssen, ohne dass man gleich versteht warum. Jeder Mensch hat Stärken und er hat Schwächen, etwas was Atticus seinen Kindern zu vermitteln sucht. Das Buch spielt um 1935 im tiefsten Süden der USA und ist somit gesehen revolutionär. Atticus ist eine fast undenkbare Figur. Er steht aber gleichzeitig für Unbeugsamkeit und innere Kraft, für Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Er ist das Symbol für Moral, den aufrechten Menschen. Und damit kann der kleine, zierliche Mann den großen, kräftigen Tölpeln Angst machen. Und stellt sich dann ein kleines Mädchen dazwischen, kann man eine ganze Lynchbande in die Flucht schlagen, kraft moralischer Instanz. Im Original heißt das Buch „To kill a Mockinbird“. Scout bekommt von der Haushälterin erklärt, dass es Sünde sei, eine Nachtigall zu töten, da dieser Vogel niemandem Böses tut, nur dazu da sei, den Menschen Freude zu machen. Es sei eine Sünde, etwas zu töten, das unschuldig ist. Die Nachtigall steht für die Unschuld, für die Unschuld eines Menschen. Eine realistische Figur ist Atticus für seine Zeit nicht. Er ist ein Symbol. Schwarz-Weiß kann man austauschen. Hier geht es um Machtmissbrauch, Rassismus und um Vorurteile. Ein Stoff, der immer aktuell bleiben wird. Die Sprache ist bildhaft-poetisch. Trotz aller Gefährlichkeit der Lage bleibt die Fröhlichkeit von Scout im Vordergrund, denn sie begreift den Ernst und die Tragweite des Prozesses nicht. Alle Figuren sind fein herausgearbeitet, mit allen Facetten. Haper Lee bekam den Pulitzer-Preis für das Buch. Es wurde sofort verfilmt, mit Gregory Peck, der dafür einen Oscar erhielt. Der Roman wurde Schullektüre, millionenfach verkauft auf der ganzen Welt. Ein Stoff bei dem sich viele konservative Weiße in den USA auf den Schlips getreten fühlen, bis heute. Darum wurde der Roman an manchen Schulbibliotheken aussortiert. Harper Lees Freundschaft zu dem legendären Truman Capote (Schriftsteller, Drehbuchautor, Schauspieler) bis in die Kinderzeiten ist bekannt. Er ist der alte Nachbarssohn. Das Buch ist zum Teil sehr autobiografisch. Scout ist Harper Lee; Dill, der kleine, von seinen Eltern verlassene Bursche, ist Truman Capote; das Maycomb genannte Städtchen ist Monroeville, und auch Boo Radley, der Nachbar, der das Haus nie verlässt, ist bekannt: Alfred Boleware. Der war von seinem extrem religiösen Vater nach einer kleinen Missetat zu lebenslangem Hausarrest eingesperrt worden. Angeblich soll die Familie Boleware gegen das Buch geklagt haben, weil sie dort verunglimpftlicht wurden, haben den Prozess verloren. Die Erstversion des Romans ist die Tage veröffentlicht worden. Der Verlag hat das Manuskript damals zur Bearbeitung zurückgegeben und gemeint, es sei zu unstrukturiert. Angeblich kam der Tipp zu der sechsjährigen Scout von Capote und er soll große Teile des Romans umgeschrieben haben und es sei eigentlich sein Erfolg. In der Erstversion ist Scout erwachsen und blickt zurück auf ihre Kindheit und den Prozess, ein Buch, das um Längen hinter der veröffentlichten Version zurückliegen soll. Ich werde dem Verlag nicht den Gefallen tun, die Neuauflage dessen zu lesen, was man damals in der Schublade verschwinden ließ. Haper Lee hat nur dies eine Buch geschrieben und lebt, soweit sie noch lebt, sehr zurückgezogen. Ein sagenumwobenes Buch. Warum hat Lee nie einen weiteren Roman geschrieben und was hat Capote zu dem Manuskript dazugetan? Vielleicht auch gar nichts. Denn der blasierte Narzisst war ziemlich eifersüchtig auf Haper Lees Pulitzer-Preis. Ich denke, er hätte es herausgeblasen, wenn er die Finger im Spiel gehabt hätte. Er hat es nur nie abgestritten, bestätigt hat er es nie. Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Andererseits weiß man heute, nach Capotes Tod, dass die "liebe kleine Nelle", wie er sie nannte, erheblichen Anteil an seinem Manuskript, "Kaltblütig", hatte. 

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  • Der ganz alltägliche Rassismus

    Wer die Nachtigall stört ...

    Ginevra

    27. August 2015 um 22:12

    Die 7-jährige Jean-Louise, genannt "Scout," und ihr 12-jähriger Bruder Jem wachsen bei ihrem Vater Atticus Finch auf, einem engagierten Abgeordneten und Strafverteidiger, der für die Gleichheit aller Menschen kämpft - in einer fiktiven, aber typischen amerikanischen Kleinstadt der 1950-er Jahre. Die Kinder werden von einem schwarzen Kindermädchen aufgezogen und lernen früh, wie groß die Kluft zwischen der "feinen weißen Gesellschaft" und ihren schwarzen Nachbarn ist. Das Haus eines Schwarzen zu betreten ist undenkbar, geschweige denn eine Freundschaft oder Beziehung. "Mulatten" stehen in der Hackordnung ganz unten - keiner will sie haben. Atticus nimmt den kniffligen Fall des Schwarzen Tom Robinson an, der angeblich eine weiße junge Frau vergewaltigt haben soll. Scout und Jem schleichen sich in den Gerichtssaal hinein und verfolgen gebannt den Auftritt ihres Vaters, und die zunächst ablehnenden Reaktionen der Zuschauer und der Geschworenen. Der Fall nimmt mehrfach dramatische und ungeahnte Wendungen, und nach dem Urteilsspruch lodern die Flammen von Rassismus und der Gewalt immer wieder auf... Nelle "Harper" Lees Lebensgeschichte ging um die Welt: sie wurde 1926 als Anwaltstochter geboren und studierte selbst Jura. 1960 veröffentlichte sie den vorliegenden Roman und erhielt ein Jahr später den Pulitzer- Preis. Erst 2015 erschien der dazugehörige, verschollene Band "Geh hin und stelle einen Wächter", der eine Fortsetzung, aber auch deutlich veränderte Darstellung der "Nachtigall" beinhaltet. In den Jahren dazwischen schrieb sie vermutlich nichts für die Öffentlichkeit, sondern unterstützte ihren Kindheitsfreund Truman Capote durch Recherchen und trug so zu dessen belletristischem Welterfolg bei. Die kecke Scout ist Harper Lees Alter Ego, Atticus ist Lees Vater nachempfunden. Als Schülerin habe ich diesen berühmten Roman bereits gelesen, und heute - 30 Jahre später - bin ich überrascht, dass er kein bißchen angestaubt oder veraltet wirkt. ganz im Gegenteil - leider ist das Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit immer wieder topaktuell. Die differenzierte Beschreibung der verschiedenen Charaktere und Meinungen in der "Nachtigall" fand ich wie damals sehr unterhaltsam und aufschlußreich, die Figur des Atticus Finch sehr differenziert: einerseits ist er ein echter Held, der für Gleichheit und Gerechtigkeit eintritt, aber auch ein ziemlich weltfremder Theoretiker, der manchmal zu sehr an seinen Grundregeln klebt, was am Ende beinahe fatale Folgen hat. Das Hörbuch des Argon-Verlags, vorgetragen von der wunderbaren Schauspielerin Eva Matthes, hat mich richtig begeistert! Fazit: ein absolut lesenswertes Buch (und hörenswertes Hörbuch), das zu Recht immer noch als Schullektüre dient. 5 von 5 Sternen!

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  • Sehr gelungene Lesung eines Klassikers

    Wer die Nachtigall stört ...

    black_horse

    Es gibt sie endlich, eine deutsche Hörbuchversion dieses Klassikers, der bereits vor 55 Jahren veröffentlicht wurde und den Pulitzerpreis gewann. In einer ungekürzten Lesung taucht der Hörer in das Leben der Geschwister Scout und Jem in den 1930er Jahren ein. Eva Matthes gelingt es mit ihrer Stimme hervorragend, diesem Buch Eindringlichkeit zu verleihen. Mir war lange nicht so richtig klar, was das Ziel der Autorin ist. Die Beschreibung des recht behüteten Lebens der Kinder mit ihrem liebevollen, klugen Vater? Das Geheimnis des verschwundenen Nachbarn? Das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt? Kinder in der Gesellschaft? Die Rassenproblematik? Letztere ist sicher ein Kernpunkt der Handlung, aber das Buch geht eben auch in viele Richtungen darüber hinaus. Auf jeden Fall ein sehr empfehlenswerter Klassiker, der kaum an Aktualität verloren hat und Geschichte lebendig macht. Sehr gut gelesen!

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  • Auch nach über 50 Jahren noch aktuell: "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee

    Wer die Nachtigall stört ...

    claudiaausgrone

    30. April 2015 um 10:07

    Dies wird nur eine Kurzrezi, denn dieser Bestseller, Longseller, ist schon sooo oft rezensiert worden. Ich glaube nicht, dass ich zu jenen den Inhalt betreffenden Rezensionen noch etwas hinzufügen könnte. Ich bin erstaunt, wie zeitlos das Erzählte ist. Mein Augenmerk möchte ich auf die Sprecherin legen, denn dies ist ja das Hörbuch. Eva Matthes hat eine angenehme Lesestimme. Aber ihre Leistung besteht in einer herausragenden Interpretation. Sie gestaltet die einzelnen Figuren so großartig, dass man vergisst, dass es sich um eine Lesung handelt. In jeder Hinsicht hörenswert!!!

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