In diesem unterhaltsamen Cozy-Krimi trifft Backkunst auf Mordermittlung. Die Protagonistin stolpert in einen mysteriösen Fall, während sie gleichzeitig ihren Alltag meistert. Harper Lin kombiniert Spannung mit Humor und schafft eine leichte, angenehme Krimiatmosphäre. Das Setting rund um eine Bäckerei verleiht der Geschichte zusätzlichen Charme.
Harper Lin
Alle Bücher von Harper Lin
Maggie Bell und die tödlichen Seiten (A Bookish Cafe Mystery 1)
Ein Mord mit Macaron (Ein Patisserie Krimi 1)
Maggie Bell und die verfluchten Seiten (A Bookish Cafe Mystery 3)
Ein Mord mit Madeleine (Ein Patisserie Krimi 7)
Maggie Bell und die eisigen Seiten (A Bookish Cafe Mystery 4)
Maggie Bell und die mörderischen Seiten (A Bookish Cafe Mystery 2)
Ein Mord mit Gâteau Opéra (Ein Patisserie Krimi 8)
Ein Mord mit Chocolat Chaud (Ein Patisserie Krimi 9)
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Rezension zu "Maggie Bell und die tödlichen Seiten (A Bookish Cafe Mystery 1)" von Harper Lin
Laurada11Maggie arbeitet in einem alten Buchladen und ist mit ihrem ruhigen Leben mehr als zufrieden. Als ihr Chef stirbt, übernimmt sein Sohn das Steuer und will alles modernisieren. Als dann auch noch ein Bauarbeiter im Buchladen scheinbar ermordet wird, ist es mit Maggies ruhigen Leben vorbei.
Die Geschichte ist recht kurz und eignet sich daher sehr gut für zwischendurch. Maggie bleibt etwas unnahbar, aber das entspricht ihrem Charakter und deshalb finde ich das gar nicht schlimm. Seltsam fand ich es allerdings, dass alle in einer Kleinstadt so ruhig bleiben, wenn einer von ihnen ermordet wurde.
Der Schreibstil war einfach und flüssig. Spannung kam nicht wirklich auf, es war aber auch nicht langweilig. Es ließ sich einfach seicht dahinlesen.
In der Kürze KANN die Würze liegen. Auf diesen Kurzkrimi mit 121 Seiten trifft das leider aber nicht zu. Clémence kommt von ihrer zweijährigen Weltreise zurück, die „Erbin einer der beliebtesten Patisserie-Ketten des Landes“ soll die Hauptfiliale übernehme, solang ihre Eltern weitere Filialen weltweit eröffnen. Dies und noch viel mehr erzählt die Autorin unter der ziemlichen Auslassung der „Show don’t tell“-Regel, in den ersten beiden Kapiteln, und wirft dazu noch ein paar mit der Bresche geschlagenen Paris-, Frankreich-Spezifika und französische Phrasen ein, so dass Clémence dem Eiffelturm – „Ja, der Turm war weiblich, denn La Tour Eiffel trug einen weiblichen Artikel“ – als ihrer „Freundin“ zu gestehen, dass sie diese vermisst habe. Das ist alles in sich ziemlich langweilig. Die total oberflächlichen Figuren tun ihr Übriges. Selbst das „cosy“ Element mit der Patisserie erschien mir lieblos und aufgesetzt. Eine echte Begeisterung für Desserts fehlte. Ich schwankte also sehr bald bei der Lektüre zwischen 2 und 3 Sternen für meine Bewertung.
Nach und nach wurden mir die Figuren allerdings noch unsympathischer, vor allem Clémence. Zwar soll sie als bescheiden dargestellt werden – vor dem großen Erfolg der Patisserie-Läden lebte die Familie als Teil der Mittelschicht – sie zeigt allerdings schon immer mehr Standesdünkel. Den ermittelnden Kommissar kanzelt sie ziemlich ab. Zwar wird der nicht als der schlaueste dargestellt, aber eigentlich macht er nur seinen Job. Und nachdem sie recht schnell als echte Verdächtige ausgeschlossen wird, ist ihr einziger Grund, dass sie weiterermittelt, weil sie den Polizisten für inkompetent hält (ohne, dass der Roman das wirklich groß belegen würde). Dabei zeigt Clémence kaum wirkliche viele Ideen für Verdächtige, obwohl immer wieder betont wird, wie viel es doch gäbe. Warum sind es dann letztendlich nur drei? Das ist sicherlich der Kürze geschuldet, aber in dieser Darstellung wirkt Clémence selbst nicht wie die Schlaueste.
Das Opfer, die Hausmeisterin oder gardienne, wird von vornherein als komplett unsympathisch dargestellt. Zusammen mit der Darstellung der Reinigungskraft, die in einem der Dachgeschosswohnungen lebt, kommt da immer wieder Klassismus durch, der im ganzen Roman nicht gebrochen wird. Dies toppt dann noch folgende sanaistische Formulierung: „sie war nicht mal wirklich gesund.“ Nicht mal, als würde das den Wert des Menschen steigern, oder wie soll ich das interpretieren? Und dann gibt es mehrfach noch so klischierte Zuordnungen wie, Frauen oder Männer so oder so wären. Da sind bei mir dann nur noch 2 Sterne drin.
Dazu kommen noch so Kleinigkeiten hinzu, wie dass sich nach einer langen Flugreise angeblich das Wasser der Badewanne trüb färben würde. Oder das man angeblich dauernd Rohrreiniger in den Abfluss gießen sollte, damit er nicht verstopft. (Bitte tut das nicht, erst recht nicht bei vorhandenen Verstopfungen kann das teuer werden.)
Mit der „Auflösung“ hat es mir dann völlig gereicht. Eigentlich konnte Clémence denkbar wenig bis dahin herausfinden. Aber die Täterperson macht sie mit einer Sache auf sich aufmerksam, die an sich schon auf diese Art nicht funktionieren würde oder schon von sehr geringer krimineller Kompetenz zeugen würde. Dann gesteht die Täterperson, obwohl Clémence eigentlich immer noch wenig hat. Aber egal. Wenigstens war der Kurzkrimi endlich vorbei. Oh nein, es gab noch ein langweiliges Abschlusskapitel, dass einen Ausblick auf einen weiteren Band gibt. Den werde ich mir – ihr könnt es euch vermutlich denken – sparen. 1 von 5 Sternen.
















