Harriet Tyce

 3.6 Sterne bei 69 Bewertungen
Autorenbild von Harriet Tyce (©© Charlotte Knee Photography)

Lebenslauf von Harriet Tyce

Neue Stimme in der Domestic-Crime-Szene: Harriet Tyce wuchs in Edinburgh auf, studierte Anglistik in Oxford und absolvierte ein Aufbaustudium zur Juristin an der City University. Nach fast zehn Jahren als Prozessanwältin in London nahm sie ein Studium an der University of East Anglia auf und machte dort ihren Master im Kreativen Schreiben mit einer Spezialisierung auf das Genre Crime Fiction.

Ihr erster Roman „Blood Orange“ wurde von Kritikern hochgelobt. In der Geschichte rund um die Anwältin Allison und ihren ersten Mordfall trifft brillante Sprache auf intelligenten Plot. Der psychologische Thriller wurde in 19 Sprachen übersetzt und wird womöglich auch zu einer TV-Serie umgesetzt.

Tyce lebt mit ihrer Familie im Norden Londons.

Botschaft an meine Leser

I’m very grateful to have the chance to have my novel published in Germany – you are a country of so many fine novelists and such great literature that it’s very overwhelming that my book has found a home with you too. I hope you enjoy it, and thank you very much for reading it. I will try a phrase in German – Ich möchte mich recht herzlich bedanken.

Alle Bücher von Harriet Tyce

Cover des Buches Blood Orange - Was sie nicht wissen (ISBN: 9783453423145)

Blood Orange - Was sie nicht wissen

 (69)
Erschienen am 14.10.2019
Cover des Buches Lügen können töten (ISBN: 9783453440890)

Lügen können töten

 (0)
Erscheint am 10.05.2021

Harriet Tyce im Interview

Harriet Tyce hat das Schreiben erst spät für sich entdeckt und dennnoch mit ihrem ersten Thriller "Blood Orange" sofort die Herzen der britischen Leser:innen für sich gewonnen. Vor allem, da ihr Buch in viele Sprachen übersetzt wurde, ärgert es sie, dass sie in der Schule nur Latein und Altgriechisch gelernt hat und keine moderne Fremdsprache. Da ihre beiden Kinder in der Schule Deutsch lernen, hofft sie, dass sie es ihnen nachmachen kann. Vor der Erscheinung ihres ersten Buches in Deutschland hat sie mit Sarah von LovelyBooks über das Ausmaß und die Akzeptanz von häuslicher Gewalt in unserer Gesellschaft gesprochen und einen Einblick in ihre Buchwelt gegeben.

Liebe Harriet, vielen Dank für deine Zeit. Du hast nahezu 10 Jahre als Anwältin gearbeitet. Hattest du trotzdem immer den Wunsch in dir, Autorin zu werden?

Nein, zu dieser Zeit absolut nicht. Als Teenager habe ich schlechte Gedichte geschrieben und mein erster Abschluss war in Anglistik und ich habe immer sehr viel gelesen, aber dennoch habe ich nie ans Schreiben gedacht, bis ich in den späten Dreißigern war und aufgehört habe, als Anwältin tätig zu sein.

Die Protagonistin deines Debüt-Thrillers "Blood Orange" ist ebenfalls Anwältin. Inwiefern sind deine persönlichen Erfahrungen ins Buch eingeflossen?

Traurigerweise basieren die morgendlichen Kater nach einer langen Nacht auf meinen persönlichen Erfahrungen. Auch meine ersten Jahre als Anwältin, in denen ich quer durch das Land von Gericht zu Gericht reisen musste, sind eingeflossen. Der größte Unterschied ist wohl, dass ich meine Karriere aufgegeben habe, nachdem ich Kinder bekam, während meine Protagonistin, Alison, weiter gearbeitet hat und auch die Brotverdienerin der Familie ist. Ich wollte gerne mehr über die Problematiken herausfinden, die entstehen können, wenn man Mutterschaft mit einer derart fordernden Karriere verbindet.

Häusliche Gewalt, die immer wieder zu Femiziden führt, stellt ein riesiges Problem in Deutschland da und dennoch wird das Thema von den Medien und der Gesellschaft tot geschwiegen oder als "Familientragödie" abgetan. Wie ist die Situation in England?

Die Zahlen sind auch hier sehr schlimm. Im Durschnitt wird alle vier Tage eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner umgebracht. Diese Morde werden nur selten als das dargestellt, was sie sind. Vor allem die Boulevardpresse sucht immer wieder die Schuld bei den Opfern und schreibt, dass eine Frau getötet wurde, weil sie untreu war oder den Mörder provoziert hat. Hoffentlich werden bald neue Gesetze erlassen, die das Thema ernsthaft in Angriff nehmen, aber es ist weiterhin wirklich ein großes gesellschaftliches Problem. Das ist auch der Grund, weshalb ich es in "Blood Orange" aufgegriffen habe.

Deine Geschichte entwickelt sich um zwei starke Frauenfiguren - Alison und Madeline. Was ist deine Botschaft an Frauen?

Das größte Problem von Alison ist, dass sie, egal was sie tut, denkt, dass sie nicht gut genug als Mutter ist. Dadurch fühlt sie sich immerzu schuldig. Die Schuldgefühle ertränkt sie wiederum in Alkohol, wodurch sie sich natürlich noch schlechter fühlt. Ich würde gerne ihr und Madeline und all uns Frauen, die versuchen, uns so gut es geht durch das Leben zu wursteln, sagen, dass wir aufhören müssen, uns schuldig zu fühlen. Dass wir aufhören müssen, zu versuchen perfekt zu sein und stattdessen zu akzeptieren, dass wir gut genug sind, so wie wir sind. Es ist viel zu leicht, Kritik von anderen als wahr anzunehmen, da wir so hart zu uns selbst sind, aber wir müssen lernen, uns weniger selbst zu verurteilen.

Welches Buch verschenkst du gerne?

Ich verschenke gerne die Pop-Up-Version von "Alice im Wunderland von Lewis Carroll an Kinder, "Big Magic: Nimm dein Leben in die Hand und es wird dir gelingen" von Elizabeth Gilbert an Autor:innen und "Death and the Penguin" von Andrey Kurkov an alle anderen.

Wohin im Vereinigten Königreich sollten wir unbedingt reisen und welches Buch sollte uns begleiten?

Ich finde, jede:r sollte nach Edinburgh reisen und nicht nur ein sondern viele Bücher lesen: "Die Lehrerin" von Muriel Spark, "Trainspotting" von Irvine Welsh, "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" von Robert Louis Stevenson und alle "Rebus"-Bücher von Ian Rankin.

Wenn du zwischen deinen vergangenen Wohnorten wählen müsstest: Edinburgh, Oxford oder London?

Oxford ist eine wunderschöne Stadt, in London habe ich mein Zuhause gefunden und meine Familie gegründet und ich liebe es dort, aber Edinburgh wird immer der größte Teil meines Herzens gehören.

Ein Satz über "Blood Orange":

Es ist ein psychologischer Thriller über eine Rechtsanwältin, die gerade ihren ersten Mordprozess bestreitet, während ihr Privatleben auseinander fällt.

Ein Satz aus "Blood Orange":

"Jede Tat hat Konsequenzen."

Falls du schon an einem zweiten Buch schreibst, kannst du uns schon etwas verraten?

Es ist ein Buch über narzissistische Eltern und die Politik hinsichtlich des zur Schule bringens von Kindern...

Zu guter Letzt: Welchen Buchcharakter würdest du gerne treffen und was würdet ihr unternehmen?

Meine erste und ehrliche Antwort ist, dass ich gerne Hermione Granger aus Harry Potter treffen würden und von ihr ein paar Zaubertricks lernen, aber eine etwas erwachsenere Antwort ist, dass es spannend sein könnte, Jay Gatsby zu treffen und zu einer seiner legendären Parties zu gehen.

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Harriet Tyce

Neu

Rezension zu "Blood Orange - Was sie nicht wissen" von Harriet Tyce

Faszinierend verstörend und raffiniert!
DustBunnyvor einem Monat

Ich habe dieses psychologische Thiller-Drama innerhalb von 24 Stunden verschlungen!

Der Schreibstil ist perfekt: flüssig, feinfühlig, kreativ, eindringlich und bildstark!

Ich bin nur so durch die Seiten geflogen!

Die Charaktere sind wirklich interessant - ich fragte mich ständig was sie als Nächstes tun werden und warum...

Die Handlung ist absolut fesselnd und vielseitig. Die Autorin verknüpft mehrere Fälle von Missbrauch und Manipulation sehr gekonnt miteinander. Die beklemmende Stimmung, die rätselhaften Ereignisse und die düstere psychologische Spannung sind unfassbar mitreißend!

Kommentare: 1
9
Teilen

Rezension zu "Blood Orange - Was sie nicht wissen" von Harriet Tyce

Blood Orange von Harriet Tyce
HisOwnHoneyvor 4 Monaten

"Ich beobachte dich und weiß, was du tust."
Die junge Anwältin und Mutter Alison Bailey hat in ihrem Leben mit einigem zu kämpfen. Ihr Alkoholproblem, die späten Zeiten, zu denen sie nach Hause kommt und ihr wachsendes Eheproblem, unter dem zunehmend auch ihre Tochter zu leiden hat. Das größte Problem von allen ist aber die Affäre mit ihrem Rechtsberater, die seit Jahren unentdeckt bleibt. Zumindest dachte sie das, bis sie eines Tages eine beunruhigende anonyme Nachricht bekommt.
Zudem erhält sie als Anwältin ihren ersten Mordfall, doch irgendwas sagt ihr, dass sie das Schuldeingeständnis ihrer Mandantin nicht anerkennen sollte. Ein untrügliches Gespür sagt ihr, dass die seit Jahren körperlich und seelisch misshandelte Frau ihren Mann nicht erstochen hat. Und so treffen zwei Frauen aufeinander,die etwas gemeinsam haben. Doch sie wissen es nicht. Noch nicht...

Harriet Tyces Debut "Blood Orange" ist ein exzellenter psychologischer Thriller. Die juristischen Fakten sind spannend, wenn auch manchmal etwas kompliziert und der Plot beinhaltet so viele unvorhersehbare Twists, dass man gar nicht schnell genug weiter lesen kann. Der Schreibstil ist meiner Meinung nach gut und man kommt flüssig durch das Buch. Die Spannung bleibt bis zum Schluss und ich kann das Buch nur weiter empfehlen.

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Blood Orange - Was sie nicht wissen" von Harriet Tyce

Atmosphärisch dicht und spannend
Tobievor 5 Monaten

Alison ist Prozessanwältin und erhält nach Jahren der Vorbereitung endlich ihren ersten Mordfall. Gleichzeitig hat sie aber eine kleine Tochter und einen ständig nörgelnden Ehemann, der ihr fortwährend Vorwürfe macht bzgl. ihrer Mutterpflichten. Der Spagat zwischen Beruf und Familie fällt Alison äußerst schwer und ihre Eskapaden machen die ganze Situation noch schwerer.

Zunächst einmal finde ich dieses Buch unglaublich spannend, obwohl ich wenigstens bis zur Hälfte nicht mal festmachen kann, woran das liegt. Es ist nicht so, dass es einem die Gänsehaut auf die Haut zaubert, aber insgesamt spitzt sich die Handlung von Kapitel zu Kapitel zu. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Alles steuert auf einen Höhepunkt zu und man will unbedingt erfahren, worauf das ganze Drama hinausläuft. 

Der Schreibstil ist herrlich unkompliziert. Es gibt nur Alison als Ich-Erzählerin (mit einer kleinen Ausnahme gleich am Anfang) und es gibt nur einen Handlungsstrang - kein Gespringe in den Zeiten und man erfährt auch nicht was gleichzeitig woanders geschieht. Hört sich für den Einen oder Anderen möglicherweise etwas öde an, strafft die Handlung aber ungemein und wirft einen schon im ersten Kapitel direkt ins Geschehen. 

Alison hat bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mir eine Protagonistin zu Beginn mal so ausgesprochen unsympathisch war ("So ein Miststück", Zitat: ich selbst auf den ersten Seiten) und mir dann von Seite zu Seite sympathischer wurde. Alison trinkt nicht nur - sie säuft! Sie hat eine wirklich dreckige Affäre und alles scheint wichtiger zu sein als ihre Familie. Der Eindruck bleibt auch lange so,  bis die Autorin ganz leise und zart anfängt kleine Saatkörnchen der Verunsicherung zu streuen,  die einen im Endeffekt dazu bringen, die eigene Betrachtungsweise zu hinterfragen. 

Überrascht oder gar schockiert vom Ausdruck war ich hingegen gar nicht. Von einem Thriller erwarte ich eine gewisse Rohheit. Direkt und auf den Punkt. 

Einen Psychothriller à la Fitzek oder Dorn sollte man hier aber nicht erwarten. Es ist - wie auf dem Cover angegeben - ein Thriller (mit mehr oder weniger Thrill - da gibt es mit Sicherheit unterschiedliche Ansichten). 

Zitat "THE GUARDIAN" auf dem Buchrücken:"Brillant gemacht: die Sprache, der Plot, die Charaktere - großartig." Dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen. Gerne mehr von Harriet Tyce!


Kommentare: 9
18
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Blood Orange - Was sie nicht wissen

Alisons Anwaltskarriere nimmt gerade Fahrt auf, als sie in einem Moment der Schwäche alles aufs Spiel setzt. Jemand kennt ihr Geheimnis ... 

Wir stellen euch "Blood Orange" von Debütautorin Harriet Tyce im Crime Club vor. Gemeinsam mit DIANA vergeben wir 25 Leseexemplare.

Fans der aufregenden Unterhaltung und des ganz besonderen Nervenkitzels: Herzlich willkommen im Crime Club.

Gemeinsam mit DIANA verlosen wir 25 Exemplare von "Blood Orange" von Harriet Tyce. Begleitet die junge Anwältin Alisons bei ihrem ersten Mordfall. Doch wie sehr kann man Alison wirklich trauen?


Ich freue mich auf eine nervenaufreibende Leserunde mit euch. Viel Glück!

Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.  

723 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Community-Statistik

in 89 Bibliotheken

auf 12 Wunschzettel

von 3 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks