Harro Albrecht Schmerz

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Inhaltsangabe zu „Schmerz“ von Harro Albrecht

Schmerz ist eine menschliche Ur-Erfahrung und das Symptom, das Menschen am häufigsten zum Arzt treibt. Mehr als 16 Millionen Deutsche leiden unter andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen. Doch die Schmerzmittel, die ihnen verordnet werden, haben mitunter schwere Nebenwirkungen und helfen nicht immer. Die Lösungsvorschläge der Pharmaindustrie und der Biomedizin erweisen sich zunehmend als Sackgasse. An ihre Stelle sind Neurobiologen, Psychologen und Soziologen getreten, die einen neuen Blick auf das Phänomen Schmerz erlauben. Der Arzt und Wissenschaftsjournalist Dr. med. Harro Albrecht, Jahrgang 1961, führt ebenso spannend wie erkenntnisreich durch die Welt des Schmerzes. Er spricht mit Medizinern, mit Natur- und Geisteswissenschaftlern, mit Leidenden, mit Hoffnungsvollen, mit lustvollen Schmerzgenießern und mit Verzweifelten. Sein Resümee: Schmerz ist weit mehr als eine körperliche Empfindung. Schmerz besitzt auch eine gesellschaftliche Dimension und erzählt von unserem Geist-Körper-Verhältnis ebenso wie von kulturellen Prägungen und religiösen Wertorientierungen. Diese Erkenntnis macht Mut: Linderung ist möglich. Aber wir müssen lernen, anders mit Schmerzen umzugehen.

Fazit: Ohne Schmerz kein leben, chronische Schmerzen werden uns noch lange verfolgen

— Buecherspiegel

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    Schmerz

    Wassollichlesen

    07. December 2015 um 20:38

    "Schmerz: Eine Befreiungsgeschichte" ist weniger ein Buch, als vielmehr ein umfassendes Werk mit 12 Akten. Der Titel ist Programm. Harro Albrecht beschreibt auf gut 600 Seiten, beinahe biografisch genau, die unterschiedlichen Facetten der menschlichen Urempfindung "Schmerz".Das Lesegefühl entspricht der Lektüre eines "Geo-Wissen"-Heftes: ein sehr angenehmer Schreibstil, der dem Leser, in zahlreichen Geschichten eingebettet, vielschichtige Informationen bietet. Beginnend mit Fallberichten über das Vorhandensein oder das Fehlen von Schmerzen, werden ernüchternde aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt. Die Entwicklung des Verständnisses von Schmerz wird über die letzten 300 Jahre aufgearbeitet, Therapiemethoden diskutiert und zusätzlich noch auf vielen Nebenschauplätzen Schmerz und seine Auswirkungen thematisiert.Kaum ein Aspekt bleibt unberücksichtigt, was zugleich Fluch und Segen dieses Buches ist. Segen, weil eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema - einmal abgesehen von Fachliteratur - schwerlich zu finden sein wird. Fluch, weil man sich vom Ausmaß des Textes beinahe erschlagen fühlt und der Autor an manchen Stellen auch sicherlich hätte kürzer treten können oder gar müssen.Nicht alles auf einmal, sondern über einen längeren Zeitraum in Kapitel geteilt zu lesen, ggf. etwas zu überfliegen, sind sicherlich nützliche Tipps für potenzielle Leser. Denn lohnen wird sich die Lektüre allein schon ob der persönlichen Relevanz, die Schmerz für jeden von uns hat.  Als Vorgeschmack dafür zum Abschluss drei Zitate:S. 90: "Die Menschen verlernen es, das Leiden als unvermeidlichen Teil ihrer bewussten Auseinandersetzung mit der Realität zu akzeptieren, und sie lernen, jeden Schmerz als Zeichen ihres Bedürfnisses nach Schonung und Rücksichtnahme zu deuten." Ivan Illich S. 306: "Der Patient solle begreifen, dass der Schmerz modulierbar ist und er selbst daran arbeiten müsse."S. 393: "Bis ins kleinste Detail ist bekannt, welche Rezeptoren im Akutschmerz reagieren, welche Entzündungsstoffe ausgeschüttet werden, welche Nerven elektrische Impulse weiterleiten. "Das Mysterium ist" sagt Jeff Mogil, "warum uns dieses Wissen nicht weiterhilft, Rückenschmerzen zu behandeln." Milliarden und Abermilliarden Dollar hätten Regierung und Industrie in den vergangenen Jahrzehnten in die Schmerzforschung investiert und es gibt wenig vorzuzeigen. "Viele Strukturen, die Wissenschaftler als Fixpunkte im Schmerzgeschehen angesehen haben, lösen sich vor ihren Augen auf. Angeblich hochspezialisierte Nervensensoren für schädliche Reize entpuppen sich als flexible Sensoren für alle möglichen Reize, das zentrale Nervensystem hat kein Schmerzzentrum, und es sind vermutlich so viele Gene am Schmerz beteiligt, dass man gleich den ganzen Menschen zur wandelnden Schmerzeinheit erklären könnte. Sehr viele Stoffe wirken zwar im Labor oder bei Tiere - aber nicht beim Menschen."

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  • Überlebenswichtiges Übel aller Lebewesen: Der Schmerz

    Schmerz

    Buecherspiegel

    12. July 2015 um 09:16

    Diesmal gibt es das Fazit zuerst: Es gibt (noch) keine Lösung zur Schmerzbekämpfung. Diese liegt wahrscheinlich darin, für jeden Patienten ein eigenes Mittel zu finden. Zukunftsmusik. Kein leicht zu lesendes Sachbuch und für Menschen, die glauben, hier eine Lösung für sich zu finden, nur Ansätze bekommen. Vor allem für den chronischen Schmerz. Schmerzen sind wichtig! Ohne Schmerzen würden wir nicht existieren, denn der Schmerz ist zunächst ein Warnsignal. Das Beispiel des Autors Harro Albrecht in seinem Buch „Schmerz – Eine Befreiungsgeschichte“ von Menschen ohne Schmerzempfinden, die Cipa-Kinder von Be’er Scheva (Israel), zeigt dies deutlich. Die Kinder empfinden weder bei gebrochenen Gliedmaßen, noch bei Infektionen oder sonstigen Schmerzreizen etwas. Dadurch kommen sie zu spät in ärztliche Behandlung und sterben früh. Der normale Schmerz, der uns hin und wieder plagt, oder auch nach einem Eingriff für kurze Zeit in unserem Bewegungsdrang bremst, ist notwendig für den Heilungsprozess. Dagegen helfen die üblichen Mittel, die bereits zum Teil seit langer Zeit auf dem Markt sind oder schon seit Jahrhunderten den Menschen vom Schmerz befreien. Etwas völlig anderes sind chronische Schmerzen und auch Phantomschmerzen. Warum unser Körper diese Signale sendet und wie wir sie unterbrechen können, daran arbeiten sich schon seit Generationen viele Wissenschaftler ab. Albrecht schreibt äußerst ausführlich über den Wendepunkt des Schmerzes in der Geschichte zwischen Kirche und Wissenschaft, die Trennung zwischen Seele und Körper und wie diese wieder zusammenfanden. Der Autor geht vielen, wenn nicht allen medizinischen Errungenschaften nach, ob diese nun sinnvoll waren oder nicht, kommt detailliert auch immer wieder in folgenden Kapiteln darauf zurück, um neue Sichtweisen, Ideen und Gedanken der Wissenschaftler aufzugreifen. Ob dies nun die bildgebende Technik, Genforschung, Zellstrukturen und Nervenbahnen oder das noch immer geheimnisvolle Gehirn betrifft. Je mehr wir über die Zusammenhänge in unserem Körper und Gehirn und deren Wege der Kommunikation zu wissen scheinen, je mehr stellen wir fest, wie wenig wir darüber wissen. Jegliche Einflüsse der Psyche, Umweltfaktoren, kulturelle Einflüsse und, nicht zu vergessen, die Erlebnisse unserer Vorfahren prägen unser Schmerzleben. Wenn wir es wollen, können wir selbst sehr viel dazu tun, uns vor Schmerzen zu schützen, oder chronische Schmerzen zu bekämpfen. Medikamente können für bestimmte Personengruppen (Schwerstkranke, Ältere) eine Lösung sein, bekämpfen aber nicht die Ursache an sich. Auch bei vielen chirurgischen Eingriffen werden Hoffnungen zerstört, zum Beispiel wenn Nerven stillgelegt werden und die Schmerzen dennoch wiederkommen. Der Autor stellt ganzheitliche Schmerzkliniken vor, die viele medizinische Abteilungen im Boot haben, die Körper und Geist gemeinsam betrachten und Lösungen aus der Schmerzfalle suchen. Einen einfachen Lösungsweg gibt es trotzdem bisher nicht. Kein leicht zu lesendes Sachbuch, aber lohnenswert für alle, die mehr über den Schmerz wissen wollen.

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  • Interessant und Aufklärend

    Schmerz

    Blacksally

    26. April 2015 um 22:55

    Ganz vorweg: Dieses Buch ist kein Ratgeber, wer in diesem Buch auf die Ultimative Waffe gegen Schmerz hofft ist hier falsch. Dieses Buch beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Schmerz. Wir finden hier tolle Ausführungen über bestimmte Themen wie z.b:  Menschen die keinen Schmerz empfinden können - das fand ich sehr interessant doch andererseits macht es auch Angst, denn man weiß nie ob man sich etwas getan hat (z.b. Knochenbrüche ect.).Hierzu bekommt man auch ein paar Briefe von einem Inder namens Raj zu lesen, der aber nicht näher auf das Thema eingehen zu wollen scheint. Die Suche nach einem alternativen Mittel gegen Schmerz z.b. durchtrennen der Nerven (was ich einerseits schon sehr interessant finde, andererseits doch etwas zu viel des guten) oder Therapie mit Strom (was nicht gerade ungefährlich ist) Die Schmerzforschung im laufe der Zeiten - hier kann man lesen wie früher die Leute ohne Narkose und sonstigem operiert wurden bevor so etwas wie eine Narkose und Schmerzmittel überhaupt erfunden wurden. Ein gruseliger Gedanke und ich bin wirklich froh in einer Zeit mit zu Leben in der es so etwas nicht mehr gibt. Was mich etwas an diesem Buch gestört hat ist das die Themen nicht wirklich sortiert waren, sondern eher unwillkürlich zusammen geworfen scheinen. Oft liest man Wiederholungen oder gleich geschriebene Sätze, die irgendwann nerven. Trotzdem gibt das Buch sehr viele Informationen zum Thema Schmerz und ich als Schmerzpatientin fand das Buch sehr interessant.Lustigerweiße sollte ich vielleicht noch anmerken das ich sogar beim Lesen manchmal so intensiv an meine Schmerzen gedacht habe, das ich regelrecht Kopfschmerzen davon bekommen hatte und das Buch des öfteren mal weg legen musste - Hirngespinste? Vielleicht, aber auf jeden Fall interessant.

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  • Sehr viel Input, aber ziemlich interessant.

    Schmerz

    Faancy

    16. March 2015 um 11:31

    Es handelt sich hierbei nicht, um einen Ratgeber, der die perfekte Lösung gegen Schmerzen bietet. Es ist die Geschichte des Schmerzes -wie man früher damit umgegangen ist, welche Erkenntnisse die Medizin und die Wissenschaft gewinnen konnten und vor allem aber, wie sich der Umgang der Menschen gegenüber dem Schmerz gewandelt hat. Schon auf den ersten Seiten des Buches, lässt sich erahnen, wie viel Recherche und Nachforschungen darin stecken. Harro Albrecht ist weit in die Vergangenheit zurück gereist, um den "Ursprung" des Schmerzes zu finden.  Es handelt sich hierbei um keine fiktive Geschichte, sondern um ein Sachbuch, das wissenschaftlich versucht dem Leser ein besseres Verständnis gegenüber dem Schmerz zu vermitteln. Daher sollte man wirklich nur zu "Schmerz" greifen, wenn man sich entweder sehr dafür interessiert oder selber in irgendeiner Art damit zu tun hat. Ich hatte nicht das Gefühl, dass man Vorwissen benötigt, weil es doch sehr "einfach" erklärt und beschrieben wurde und in meinen Augen auch wenige Fachbegriffe vorhanden waren. Und die, die genannt wurden, wurden auch erklärt. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es leichter fällt, wenn man Vorwissen besitzt. Denn es war wirklich anstrengend und fordernd. Man bekommt so unfassbar viel Input, der zwar größtenteils sehr interessant ist, sich aber total in die Länge zieht. Ich musste ständig kleine Pausen beim Lesen machen, da ich mich sonst nicht wirklich konzentrieren konnte. Die Kapitel sind zudem endlos lang und es war kaum möglich "gute" Pausen zu machen, ohne dann den Faden zu verlieren. Es ist definitiv keine Nebenbei-lektüre und man muss sich voll darauf einlassen können. Wer kaum Interesse an der Thematik hat, wird das Buch mit Sicherheit abbrechen und sich nicht durch die 600 Seiten quälen. Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch vielleicht ein bisschen kürzer ist. Die vielen Informationen konnte man sich leider überhaupt nicht merken, weil auf jeder neuen Seite wieder neue Infos dazu kamen. Da hätte man auf die einzelnen Fakten eventuell etwas genauer eingehen können und dem Leser dafür insgesamt weniger Input bieten. Manche Dinge waren in meinen Augen nämlich nicht zwingend notwendig. Ich muss sagen, dass mir auch ein wenig Struktur gefehlt hat. Ich konnte keinen roten Faden erkennen und zwischenzeitlich war es sehr chaotisch. Da wusste ich beim Lesen manchmal nicht mehr so richtig, wo ich dran bin und worum es gerade geht. Trotzdem das Buch eine Herausforderung darstellt, kann ich es jedem empfehlen, der sich für das Thema interessiert - sei es privat oder beruflich - denn es ist wirklich aufschlussreich. Es kommt natürlich auch darauf an welchen Bezug der Leser zum Schmerz hat. Unter Umständen wirft man danach einen völlig anderen Blick auf den Schmerz und sieht ihn in einem anderen Licht. Aber ohne Interesse kann ich euch garantieren, werdet ihr das Buch irgendwann zur Seite legen und nie wieder anrühren. Darüber müsst ihr euch vorher im Klaren sein.

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