Harry Baumann Auf den Schwingen des Windes

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Inhaltsangabe zu „Auf den Schwingen des Windes“ von Harry Baumann

Kurfürstentum Brandenburg, Mai 1687. Die junge Adelige Aurelie de Abremont verliert bei einem Überfall ihren Vater und damit den letzten Halt im Leben. Der Handwerksmeister Walter Binder nimmt sich ihrer an. Als im Dorf Hexerei-Vorwürfe gegen die Fremde laut werden, fliehen sie gemeinsam nach Berlin. Aurelie wird von der französischen Gemeinde in Berlin abgewiesen. Walter sieht keine andere Möglichkeit, die junge Frau weiter zu schützen und macht ihr einen Heiratsantrag. Als sich das frisch vermählte Paar zu einem Einsatz in der kurfürstlichen Kolonie Groß Friedrichsburg in Westafrika meldet, ahnen sie nicht, dass es nur der Anfang eines gefährlichen Abenteuers ist. Vor dem Hintergrund eines weniger bekannten Kapitels der deutschen Geschichte, der Beteiligung von Brandenburg-Preußen am internationalen Sklavenhandel, erzählt der Autor Harry Baumann eine Abenteuer- und Liebesgeschichte mit vielen überraschenden Wendungen und manchen, voller Erotik prickelnden Momenten.

'Auf den Schwingen des Windes' ist eine ungewöhnliche, hoch unterhaltsame Mischung aus atemlosem Abenteuer, Romanze und Geschichichtsstunde.

— StillerStiller
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  • Ungewöhnliche, hoch unterhaltsame Mischung

    Auf den Schwingen des Windes

    StillerStiller

    22. July 2017 um 19:27

    Der Roman 'Auf den Schwingen des Windes' von Harry Baumann ist eine ungewöhnliche, hoch unterhaltsame Mischung aus atemlosem Abenteuer, Romanze und Geschichtsstunde. Wie so oft im wahren Leben zeigt der Roman das Schicksal der Hauptfiguren als Reise, bei der die Akteure zwar ein Ziel ins Auge fassen, aber immer wieder auf die Welt um sie herum und unerwartete Geschehnisse reagieren müssen - und das tun sie in diesem Roman oft ganz anders, als das der Leser möglicherweise erwarten würde. Dieser Bruch mit den Erwartungen und stereotypen Figuren anderer historischer Romane ist eine, vielleicht sogar die, große Stärke des Buches.Sowohl die weibliche als auch die männliche Hauptfigur treten ausgesprochen klar als Individuen hervor... eine Aussage, die vielleicht einer Erklärung bedarf. Es ist für Autoren oftmals verführerisch bei der Schilderung vergangener Epochen und/oder fremder Kulturkreise eine sehr eingeschränkte Sicht einzunehmen - so dass bestimmte Merkmale meist ganz besonders betont und andere, oftmals weniger bekannte, gänzlich fehlen. Das hat natürlich unmittelbare Auswirkungen nicht nur auf die Glaubwürdigkeit und die empfundene Nähe der Protagonisten, sondern beeinflusst oft schon die Handlung der Geschichte ganz maßgeblich. Diesen Fehler macht Harry Baumann in beiden Fällen an keiner Stelle:Seine Figuren sind so, wie sie sind, von ihrer Zeit und den Umständen geprägt, aber nicht durch sie allein bestimmt. Jeder trifft Entscheidungen und lebt mit den Konsequenzen. Jeder hat Schwächen, Stärken und vor allen Dingen die Fähigkeit, das Unerwartete zu tun und eben nicht nur eine 'Rolle' im Plot zu erfüllen. Besonders deutlich wird dies bei den Protagonisten, aber es gibt auch eine Vielzahl liebvoll ausgearbeiteter Nebencharaktere, die dieselben Züge erkennen lassen. 'Auf den Schwingen des Windes' bietet gerade in der heutigen Zeit einen interessanten Blick auf die Frage nach Heimat, kultureller Unterschiede und dem Umgang damit. In einer Gegenwart, in der das Fremde nur noch selten den Beiklang von Abenteuer und Neugier besitzt, sondern im Gegenteil meist negativ besetzt ist, öffnet sich hier ein Fenster in eine Zeit der Möglichkeiten. Dabei werden die Schattenseiten wie Sklaverei, religiöse Verfolgung und Unterdrückung durch die Kolonialmächte keineswegs ausgeblendet; sie werden aber auch nicht als Mittelpunkt des gesamten damaligen Lebens dargestellt, wodurch erneut eine einseitige Darstellung, die den erhobenen Zeigefinger immer erahnen lässt, vermieden wird.Wenn es einen Kritikpunkt gibt, dann den, den man bei jedem "Piece of Life" anbringen kann: Es gibt keine Auflösung, keinen Showdown, keinen dramatischen Schlussakt im Sinne etwa eines Thrillers. Die Reise, die der Leser begleitet, beginnt und endet nicht im Roman und so bleiben natürlich Geschichten unerzählt, die sicher ebenso interessant wären. Zugleich sind es diese Realitätsnähe und Unmittelbarkeit, die 'Auf den Schwingen des Windes' zu einem so  spannenden und immer unvorhersehbaren Lesevergnügen machen.

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