Harry G. Frankfurt

 3 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Bullshit, Über die Wahrheit und weiteren Büchern.

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Harry G. FrankfurtBullshit
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Bullshit
Bullshit
 (23)
Erschienen am 20.03.2006
Harry G. FrankfurtÜber die Wahrheit
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Über die Wahrheit
Über die Wahrheit
 (2)
Erschienen am 21.08.2009
Harry G. FrankfurtGründe der Liebe
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Gründe der Liebe
Gründe der Liebe
 (2)
Erschienen am 13.04.2006
Harry G. FrankfurtSich selbst ernst nehmen
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Sich selbst ernst nehmen
Sich selbst ernst nehmen
 (1)
Erschienen am 02.10.2007
Harry G. FrankfurtBullshit (suhrkamp taschenbuch)
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Bullshit (suhrkamp taschenbuch)
Bullshit (suhrkamp taschenbuch)
 (0)
Erschienen am 17.02.2014
Harry G. FrankfurtFreiheit und Selbstbestimmung
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Freiheit und Selbstbestimmung
Freiheit und Selbstbestimmung
 (0)
Erschienen am 27.06.2001
Harry G. FrankfurtUngleichheit: Warum wir nicht alle gleich viel haben müssen (suhrkamp taschenbuch)
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Ungleichheit: Warum wir nicht alle gleich viel haben müssen (suhrkamp taschenbuch)
Harry G. FrankfurtBullshit
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Bullshit
Bullshit
 (0)
Erschienen am 05.07.2006

Neue Rezensionen zu Harry G. Frankfurt

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Xirxes avatar

Rezension zu "Bullshit" von Harry G. Frankfurt

Informativ, aber nicht unterhaltend
Xirxevor 2 Jahren

42 großzügig bedruckte Taschenbuchseiten zur Definition von Bullshit - irgendwie war ich mir sicher, dass hierbei noch genügend Raum bliebe für amüsante und/oder satirische Betrachtungen darüber, wann und wo überall Sprüche abgelassen würden, die als Bullshit zu betrachten wären.
Doch weit gefehlt. Dieses Büchlein ist eine durch und durch ernsthafte linguistische und philosophische Abhandlung über den Begriff Bullshit, wobei alleine die ersten 12 Seiten dazu dienen, die Abgrenzung zu Humbug festzulegen.Weiterhin wird die Herkunft wie auch die Verwandtschaft ähnlich klingender Worte analysiert, was ihn von der Lüge unterscheidet und so weiter und so weiter.
Für Linguisten mag dies durchaus geeignet sein ihren Wissensdurst zu stillen, für Anna und Otto Normalo (zu denen ich mich auch zähle) findet sich jedoch nur recht wenig wirklich Interessantes. So bin ich nun ein bisschen schlauer geworden, unterhalten habe ich mich dabei aber nicht.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Über die Wahrheit" von Harry G. Frankfurt

Ein recht anstrengender Versuch, einen grundlegenden Begriff zu erklären
R_Mantheyvor 3 Jahren

Wahrscheinlich ist das Lesen seines Buches schon nicht ganz einfach. Es jedoch vorgelesen zu bekommen, erschien mir zumindest eine echte Herausforderung zu sein. Da prasseln in einer hohen Geschwindigkeit monströse Satzkonstruktionen eines selbstverliebten Autors auf den Hörer ein, die sich bei rechtem Durchdenken dann als simple Aussagen erweisen. Man muss beim Anhören also nicht nur versuchen, diese Aussagen aufzunehmen und zu verstehen, sondern man sieht sich schon vorher mit der Aufgabe konfrontiert, im Geiste fast jeden Satz erst einmal in seine wirkliche Aussage umzuformulieren. Dabei ermüdet man recht schnell.

Eigentlich gehe ich dieser Art von Philosophen aus dem Weg, denn sie besitzen die unglaubliche Fähigkeit, einfache Sachverhalte so kompliziert zu formulieren, dass es so scheint, als seien diese auch tatsächlich kompliziert.

Wer würde ernsthaft bestreiten, dass es für jeden einzelnen oder die Gesellschaft insgesamt unwichtig wäre, von der Wahrheit auszugehen? Eigentlich kaum jemand. Doch ganz so einfach ist es eben nicht. Neben objektiven Wahrheiten, die man messen und dokumentieren kann, gibt es auch noch andere, meint der Autor. Zum Beispiel Aussagen soziologischer oder historischer Natur, die Wertungen enthalten und die deshalb von einigen weder als wahr, noch als falsch betrachtet werden. Doch auch solche Aussagen beruhen in der Regel auf Tatsachen oder eben nicht, und können deshalb durchaus als wahr oder falsch klassifiziert werden, wenn man denn alle relevanten Tatsachen auch wirklich kennt. Darüber und über einige verwandte Themen wird man beim Anhören dieser CD ausführlich unterrichtet.

Fazit.
Wer die Wahrheit (auch die über sich selbst) ignoriert, wird früher oder später scheitern. Diese einfache Aussage wird von Harry G. Frankfurt in wortreichen Sätzen von allen Seiten beleuchtet. Eine anstrengende CD, die beweist, dass man einfache Sachverhalte auch kompliziert ausdrücken kann.

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Buchmacherins avatar

Rezension zu "Bullshit" von Harry G. Frankfurt

The Godfather of "Empört Euch!"
Buchmacherinvor 4 Jahren

Der mittlerweile emeritierte Harry G. Frankfurt, geboren 1929 in Langhorne, Pennsylvania, ist ein amerikanischer Philosoph mit Forschungsschwerpunkten in Ethik und der Philosophie des Geistes. Er lehrte unter anderem in Yale, Oxford und Cornell. 2005 gelangte er durch sein Werk On Bullshit zu weltweitem Erfolg; auch unter normalerweise nicht so philoversierten Bevölkerungsschichten, der geringe Umfang des Werkes und der lockere Stil dürften ihr Übriges dazu beigetragen haben. Es wurde bereits in über 20 Sprachen übersetzt und gilt zudem als Ursprung der “Empört Euch!”-Werke.

Bullshit, erschienen in deutscher Übersetzung im Suhrkamp Verlag, kommt in einem satten rot daher und kreischt förmlich nach Aufmerksamkeit. Ohne Umschweife kommt Frankfurt zur Sache: “Zu den auffälligsten Merkmalen unserer Kultur gehört die Tatsache, daß es so viel Bullshit gibt.” (S. 7) Und richtig: Meinen wir nicht alle, dass die Öffentlichkeit erfüllt ist mit Akteuren, die über dieses und jenes ihren Teil zu sagen haben? Und haben wir nicht auch das Gefühl, dass besagte Personen, nicht den Hauch einer Ahnung haben, von dem, was sie da reden? Kommt sich der gemeine Bürger nicht oft überrumpelt vor, von kompliziert klingenden Phrasen, die er zu schlucken hat, ob sie nun einen Bezug zur Realität haben oder nicht? Das alles muss natürlich nicht auf dieser hochpolitischen Ebene betrachtet werden, diesem Phänomen begegnet man auch morgens beim Bäcker oder wenn man in den Spiegel schaut. Und so ist es von essentiellem Wert sich dieser Erscheinung einmal zuzuwenden, sie zu zerlegen und dadurch ihr Wesen zu erkennen: Bullshit happens!

Was ist das nun eigentlich? Es liegt nahe, sich zunächst einmal das Wörterbuch zur Hand zu nehmen, von diesem Untersuchungspunkt aus entfaltet sich die folgende Betrachtungsweise. “Bullshit” wird hinsichtlich seiner Verwandtschaft zu “Humbug” untersucht:

“HUMBUG: insbesondere durch hochtrabendes Gehabe in Wort und Tat irreführende und verfälschende, an Lüge grenzende Darstellung eigener Gedanken, Gefühle oder Einstellungen.” (S. 10)

Besonders interessant ist in Zuge dessen die Abgrenzung zur Lüge: beiden gemein ist eine Absicht, zu täuschen, was aber fehlt (und das wird anhand einer Anekdote über Wittgenstein verdeutlicht) ist der Bezug zu Wahrheitsanforderungen. Wer vor sich hin bullshittet, tut das nicht, weil er, unter Kenntnis der Wahrheit, bewusst etwas Unwahres aussagt. Er tut es schlicht und ergreifend, um ein von ihm gestecktes Ziel zu erreichen. Der Mensch, der Humbug redet, kann in unterschiedlichen Ausprägungen mal mehr und mal weniger zur Wahrheit neigen, entscheidend ist, dass es ihm nicht wichtig ist, ob das, was er sagt wahr oder falsch ist. Bullshit ignoriert die Wahrheit, auf sie kommt es nicht an. Gewissermaßen wird eine neue Realität konstruiert, in der nur zählt, was für meine Anliegen gerade von Vorteil wäre. Auf diese Weise läuft man Gefahr, den Bezug zur Realität zu verlieren.

Frankfurt gibt uns ein Werk zur Hand mit dem es möglich ist, bestimmte Kommunikationsstrukturen zu durchblicken. Der Titel wirkt natürlich zunächst provokativ, vielleicht auch ein wenig unseriös. Im Prinzip spiegelt es aber ein Phänomen wider, das sich innerhalb der Menschheitsgeschichte oft hat beobachten lassen. Er weist den Leser auf Umstände hin, die er nur allzu leicht missverstehen könnte, weil ein reflektionsloser Umgang mit Begriffen ähnlich dazu angetan ist, in bullshitting zu branden. Dabei lässt er immer wieder einige Referenzen einfließen, die dazu dienen sollen, seine Begriffsexplikation voranzutreiben. Es erscheint ihm wichtig, sich mit dem, was geschieht auseinanderzusetzen, dabei aber keinen Druck aufzubauen und vom Individuum Dinge zu verlangen, die es nicht leisten kann, weil es sich sonst seine Realität je nach Gusto umgestaltet. Wichtig ist auch, das, was einem erzählt wird, nicht einfach hinzunehmen. Vor allem aber wird es oft, im Vergleich zur Lüge, toleriert, wenn jemand mal Unsinn erzählt hat. Im gesellschaftlichen Gestus scheint es weniger schlimm, einfach drauf los zu quatschen, und damit die Wahrheitsanforderungen zu ignorieren, als diese anzuerkennen, aber durch Aussagen zu negieren. Ist es wirklich weniger schlimm, wenn ich über Dinge spreche, von denen ich keine Ahnung habe? Hat nicht sowohl die Lüge, als auch das “Bullshit”-Reden seine harmlosen und schwerwiegenden Fälle, die es dementsprechend zu beurteilen gilt? Der Autor trägt dem Leser auf, sich darüber Gedanken zu machen: Hinterfragt es, lasst euch nicht für dumm verkaufen!

Und am Ende sollte sich auch der Leser dieses Werkes fragen, ob das, was Frankfurt einem da serviert hat, der Wahrheit entspricht, sie negiert oder gar ignoriert.

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